Neue Prüfungen

    Sempervivum tectorum

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    REMEDY ABBREV.

    Semp.

    MASTER PROVER

    YEAR

    2003

    PROVING METHOD

    PLACEBO?

    BLINDING?

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Description of the substance

    Ulrike Schmutzer

    Sempervivum

    Eine Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE) in zwei Gruppen

     

    Sempervivum tectorum, die Dachhauswurz, ein Dickblattgewächs, ist wiederholt als Krebsarznei beschrieben worden. Würde eine Arzneimittelselbsterfahrung dieses Thema der Pflanze ansprechen? Würden wir auf Grund der Symptome der Prüfer Hinweise oder Bestätigung für das Wirken der Arznei bei Krebs finden? Diese Gedanken leiteten uns zu einer Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE), die in zwei Gruppen im Frühsommer 2003 in Niederösterreich stattfand.
    Was war bekannt von Sempervivum tectorum?


    Zur Verwendung bisher:

    O. Leeser schreibt, unter Berufung auf frühere Arbeiten:
    „Sempervivum tectorum wurde als blitzabweisend betrachtet und als Schutz auf die Dächer gepflanzt. Junge Sprossen und Blätter werden als Salat verzehrt; dem Trinkwasser zugesetzt ergeben sie ein erfrischendes kühlendes Getränk, auch gegen Fieber, als Diuretikum und Anthelminthikum. Der frische Saft wird innerlich noch gegen Rachen- und Kehlkopfentzündung sowie gegen Amenorrhoe und Dysmenor-rhoe gegeben. Äußerlich (Saft oder ganze Blätter) bei Sommersprossen, Hühneraugen, Warzen, Verbrennungen, Wunden und Augenentzündungen, als Salbe bei Kropf. Vereinzelt auch bei szirrhösen Drüsenverhärtungen, bei Blasenkrankheiten und Epilepsie benutzt.
    Dioskorides rühmte die kühlende, adstringierende Wirkung bei Geschwüren, Augenentzündungen, Brandwunden und Podagra, innerlich gegen Schlangenbiss, Dysenterie, Bauchfluss und Würmer; Aurelianus Umschläge bei Blutungen. Auch Hildegard von Bingen und Paracelsus benützten sie. Bock nennt noch Schmerzen bei Leber- und Nierenentzündung (extern), Mathiolus Rotlauf, fressende Geschwüre und hitzige Geschwülste, Osiander Febris intermittens und skrophulöse Geschwüre. Günther (Mitarbeiter Hufelands) hatte gute Erfolge bei szirrhösen Zungenverhärtungen und bei Aphthen. Aschenbrenner nennt Uteruskrämpfe, Amenorrhoe und ebenfalls Aphthen und Zungenszirrhen. Madaus erwähnt noch, dass der Saft bei Schwerhörigkeit ins Ohr geträufelt wird. Die Blätter waren früher als Folia Sedi magni offizinell.“


    Bei Boericke finden wir:
    „Sempervivum tectorum wird bei Herpes zoster und krebsartigen Tumoren empfohlen. Szirrhöse Verhärtung der Zunge. Mammakarzinom. Tinea. Hämorrhoiden.“

    Will Klunker schreibt 1992:
    „Hahnemann selbst führt die Heilpflanze unter dem Stichwort ‚Dachhauslaub’ in seinem Apothekerlexikon auf, nicht ohne ihre Verwendung als Blitzschutz, die ihr den Namen gegeben hat, zu erwähnen. In seine Arzneiprüfungen hat er sie nicht eingeschlossen. In den späteren großen Symptomensammlungen (Allen und Hering) fehlt sie, auch in neueren (Stauffer, Mezger). Erste Erfahrungen mit Sempervivum tectorum scheinen nach Clarke 1895 im ‚Homoeopathic Recorder’ von Kallenbach mitgeteilt worden zu sein. Bei seinen drei Fällen handelte es sich um geschwulstartige Zungenveränderungen. Bei den zwei Frauen erschienen ausgebliebene Menstruationen wieder. Clarkes eigene Anwendungen beschränkten sich auf äußerliche Anwendung des Pflanzensafts bei kindlichen Augenaffektionen.“

    Weiters schreibt Klunker:
    „Alle Autoren, die Sempervivum tectorum erwähnen, empfehlen es in Substanz oder nur in ganz tiefen Potenzen. Hinweise auf Arzneiprüfungen geben sie keine. Doch wurde das Mittel in das ‚Homöopathische Arzneibuch’ aufgenommen und dort wird auf eine Prüfung, die in Hales ‚New American Remedies’ 1835 zu finden sei, hingewiesen. Doch Bradfords Index weiß davon nichts.“
    Und später: „Ich wäre wohl kaum auf die gezielte Verordnung von Sempervivum tectorum bei Aphthen gekommen, wenn Pierre Schmidt dieses Mittel nicht nur als Repertoriumsnachtrag in den 4. Grad – wie sonst noch Borax und Sulphuris acidum – gesetzt, sondern auch mündlich mehrfach gepriesen hätte.“

     

    Die Familie der Crassulaceae

    Sempervivum tectorum zählt zur Ordnungsgruppe der Rosenartigen mit der Untergruppe der Saxifragales und gehört zu den Crassulaceae, der Familie der Dickblattgewächse.
    Einige weitere Crassulaceae sind als Arzneien bei Leeser beschrieben.

    Sedum acre – scharfer Mauerpfeffer, geprüft von Jüngst 1888, soll bei Analfissuren mit und ohne Hämorrhoiden, bei anorektalem Karzinom, beide mit langanhaltenden Schmerzen nach dem Stuhl (Voisin) helfen.

    Sedum telephium – große Fetthenne, wirkt laut Voisin bei Kongestion von Becken, Uterus, Rektum oder Anus mit uterinen oder analen Blutungen.

    Sedum repens – Alpenfetthenne, soll (wieder bei Voisin) bei intestinalen oder rektalen Blutungen oder Schmerzen, vor allem wenn dabei eine Schwäche besteht (Karzinom?), helfen.

    Cotyledon umbilicus – Venusnabel, geprüft 1853, sei eine Arznei „bei nervösen, hysterischen und rheumatischen Affektionen, besonders bei Herzneurose, sowie Katarrhen des Larynx und der Trachea mit ausgeprägten Schmerzen in der Brust, welche in die Schulterblätter gehen“ (Heinigke). Geistige Konfusion mit der Empfindung, als ob ein Teil des Körpers fehle und manchmal mit Schwierigkeiten beim Sprechen (nach Voisin).
    Dickblattgewächse haben Wasser gespeichert und wirken rund und kugelig. Nach Emil Schlegel (zitiert bei O. Leeser) „weist schon das Äußere dieser Pflanzen (Geschwulstähnlichkeit) sowie ihre Vermehrung (Metastasen und Rezidivfähigkeit) im Sinne der Signaturenlehre auf ihre Krebswirksamkeit hin. Man sollte sich das wenigstens aus mnemotechnischen Gründen merken.

     

    Botanik

    Wieder werden wir bei O. Leeser fündig: „Bis 30 cm wird das ausdauernde, immergrüne Kraut hoch. Es hat eine faserige Wurzel und mehrere rötlich-graugrüne, kugelige Rosetten mit zahlreichen dickfleischigen, spatelförmigen, scharf zugespitzten Blättern. Aus einer der Rosetten erhebt sich der runde weißhaarige Stengel, der sich am Ende verzweigt und in vielblütigen Trauben endet. Die rötlichen Blüten (Juli bis August) sind groß und geruchlos. Der blühreife Zustand wird durch erhöhte Kohlenstoffassimilation bei lebhafter Transpiration und relativer Einschränkung der Nährsalzaufnahme erreicht. Bei erhöhter Temperatur, bei Wasser und Nährstoffzufuhr wird jedoch die Blühreife vernichtet, oder die Pflanze entwurzelt sich mit Hilfe ihrer Rosenblätter selbst, um so die Nahrungszufuhr zu unterbinden. Die dicken fleischigen Laubblätter erwärmen sich in der Sonne außerordentlich stark, so dass bei Sempervivum tectorum von allen Pflanzen die höchste Temperatur gemessen wird.

    Bei Frohne und Jensen lesen sich die Besonderheiten des Stoffwechsels so: „Die Crassulaceae haben, wie auch andere sukkulente Pflanzen, als Bewohner trockener Standorte den sogenannten C4 Pflanzen zum Teil ähnlichen Stoffwechselweg entwickelt, durch den die tagsüber ablaufende Photosynthese sichergestellt wird, ohne dass der Wasserhaushalt gefährdet ist (CAM = Crassulacean Acid Metabolism). Durch die nachts weit geöffneten Spaltöffnungen wird CO2 aufgenommen, an PEP angelagert und in Malat übergeführt, das sich im dadurch saurer werdenden Zellsaft anreichert (pH 6 zu 4). Tagsüber werden die C4 Säuren wieder decarboxyliert, so dass auch bei geschlossenen Spaltöffnungen genügend CO2 für den Calvinzyklus bereitgestellt werden kann; der pH-Wert des Zellsafts steigt wieder: ‘diurnaler Säurerhythmus’“.

     

    Verbreitung
    Die Dachhauswurz ist heimisch in den Alpen, in den südeuropäischen Gebirgen und der Schwäbischen Alb eingebürgert, später auch in anderen europäischen Gebieten sowie Nordamerika, teils kultiviert.“ (O. Leeser)

    Inhaltsstoffe
    Pharmakologische Inhaltsstoffe der Sempervivum tectorum: reichlich Gerbstoffe und Apfelsäure (frei und als Calciummalat), Ameisensäure, Harz und Schleimstoffe (O. Leeser)

     

    Arzneimittelselbsterfahrung

    Arznei
    Frau Mag. pharm. Heidemarie Brunner, Salzburg, bereitete die Arznei aus den frischen Blättern der Pflanze. Die Firma Remedia in Retz, NÖ, wo die Arznei erhältlich ist, stellte sie uns unentgeltlich zur Verfügung. Wir danken herzlich.

    Zwei Gruppen
    Prüfungsleiterin der Probanden 1–5 war Dr. Ulrike Schmutzer.
    Leiter der Probanden 11–16 war Dr. Franz Swoboda.
    Die Prüfer wussten weder, welche Arznei, noch ob sie Verum oder Placebo einnähmen. Sie sollten die C30 dreimal täglich bis zum Auftreten von Symptomen nehmen, höchstens drei Tage lang. Wegen der geringen Prüferzahl verzichteten die Leiter letztlich auf Placebo.
    Alle Prüfer waren im mittleren Erwachsenenalter, die Prüfer 5 und 15 männlichen Geschlechts. Alle befanden sich zu Beginn der Arzneimittelselbsterfahrung gesundheitlich im Gleichgewicht, wovon sich die Prüfungsleiter mittels Anamnese überzeugten. Das Ende der Prüfung war vorgesehen mit dem individuellen Ausklingen verwertbarer Symptome. Die Nachanamnesen und Auswahl der Symptome führte Dr. Schmutzer in ihrer Gruppe selbst durch, Dr. Swoboda fand in seiner Gruppe große Hilfe in Dr. Ursula Ecker, Paudorf, NÖ, der hier herzlich gedankt sei.
    Die dem Symptom vorangestellte Zahl ist die fortlaufende der Symptome, die nachgestellten Zahlen bezeichnen vor dem Schrägstrich die des Prüfers, danach den Tag oder Zeitraum des Auftretens des Symptoms.

     

     

    Geist – Gemüt – Stimmung – Befinden

    Träume
    1 Ich befinde mich in einem unheimlichen Gebäude, es herrscht Katastrophenstimmung, aber ich habe keine Angst. (1/1)
    2 Traum von einem Computerprogramm, das nicht funktioniert. Gefühl von Chaos, in das ich endlich Ordnung hineinbringen möchte. (15/6)
    3 Ich habe ein Bronchuskarzinom und werde aufgefordert, mir zu überlegen, was ich mit der verbliebenen Zeit machen möchte. Dann sehe ich lauter liebe Hunde und möchte einen davon haben. (15/24)
    4 Erwachen nach schlechtem Traum mit Angst. (15/10)
    5 Um mich sind Menschen, die ich im Traum kenne, im richtigen Leben aber nicht. Wir sind in einem Raum mit Spiegeln und spiegeln uns darin, plötzlich geht das Licht aus. (1/1)
    6 Ich fahre mit Arbeitskolleginnen zu einem Seminar. Wir sollen um 14.30 Uhr abfahren. Ich habe um diese Zeit die Koffer noch nicht gepackt. Zwei Kolleginnen müssen auf mich warten, wir fahren gemeinsam. Ich renne ziellos umher, dabei wird mir schwindlig (siehe Schwindel) und ich schaffe es kaum meine Koffer zu packen. Immer wieder habe ich Sehstörungen, zuerst verschiedenfarbige Lichtblitze, die dann verschwinden. Dann werde ich „farbenblind“: der Himmel ist violett, der Boden gelb. Es wird gleichzeitig alles dunkler. Nach einiger Verspätung fahren wir weg, als ich endlich geschafft habe, meine Koffer zu packen. Die Sehstörungen werden immer schlimmer. Am Seminarort laufe ich ziellos herum, schon fast blind. Ein Lehrer schaut mir mit der Taschenlampe ins Auge und sagt, er könne nichts sehen.
    Am Traum war folgendes bemerkenswert: Ich bin sonst eher nervös, aber hier habe ich eine ziemliche Gelassenheit und Abgestumpftheit. Ich würde nicht zu einem Seminar fahren, wenn es mir schlecht geht – die Gelassenheit war interessant. (2/5)
    7 Ich befinde mich in einem Fahrstuhl mit Freunden, die ich nur im Traum kenne. Ich sitze gegenüber dem Ausgang, die anderen stehen an der Wand rechts von mir. Die Umgebung glänzt metallisch, vielleicht ein Spiegel. Plötzlich öffnet sich die Tür, herein kommt eine völlig aufgelöste verzweifelte Frau, Tränen in den Augen, sie hält eine Pistole und schießt auf mich. Die anderen sind entsetzt und schockiert. Ich bin nicht sicher, ob ich getroffen bin, fühle in mich hinein, nichts tut weh, bin auch schockiert. Frage mich, ob ich tot bin, denke: „Nur keine Panik, tief durchatmen!“
    Das Gefühl beim Traum: Ich habe den Schuss nur gehört, nicht gespürt; ich wusste nicht sicher, ob ich getroffen war, aber es war offensichtlich, dass auf mich geschossen wurde. Das Gefühl war blankes Entsetzen; ich dachte: „Nur Ruhe bewahren, tief durchatmen, nur keine Panik“, dann war der Traum aus. Ich habe so etwas noch nie geträumt. Aber am ehesten war es folgende Botschaft: Ich werde für etwas bestraft, habe mich schuldig gemacht (die Frau mit der Waffe war verzweifelt), und weiß nicht warum und wie. Ich denke ich war schuld an ihrer Raserei, obwohl ich mich doch bemühe, umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln und bin (im Kopf) sehr streng zu mir. Aber man legt sich schon so manches zurecht, um sich von der Umgebung zu holen, was einem selbst fehlt, um irgendwelche halbbewusste Bedürfnisse zu stillen. (1/2)
    8 Ich habe bei einem Test etwas angestellt, so dass die Leute böse auf mich sind. Auch kann ich die Fragen nicht alle beantworten. Ich habe Schuldgefühle beim Erwachen. (15/26)
    9 Die Stimmung ist wie in einem Abenteuerfilm: Ich „operiere“ geheim, es geht um eine Waffe. Sie besteht aus einem Holzgestell mit einer Metallrinne, man spannt ein quadratisches scharfes Metallplättchen ein, das ist das Geschoss; man benötigt einen Auslöser, und das Plättchen wird weggeschleudert. Ich muss mich verstecken, darf nur bei Dunkelheit aus dem Haus, mein Vater bringt mich mit dem Auto an einen sicheren Ort. Ich erwache und habe ein beklemmendes Gefühl. Ich brauche eine Stunde, um mich von dem Traum zu erholen. (1/4)
    10 Meine Mutter schlägt meine kleine Schwester. Ich fühle Wut, Hass und Hilflosigkeit und frage mich, ob ich gegen die Mutter einschreiten soll. (15/36)
    11 Musste auf der Flucht vor einer Bedrohung alles einpacken und wegräumen, war dabei zuversichtlich und kam gut voran, mit Gelassenheit. Bis jetzt hatte ich immer quälende Einpackträume. (3/13)
    12 Quälender Suchtraum, ich habe in der Apotheke mühsam und vergeblich Dinge gesucht, was mich nervlich so erschöpft hat, dass ich mir den restlichen Tag freinahm im Traum. Ich erwachte in Schweiß gebadet. (3/25)
    13 Ich bin in einem Basar, jemand bietet mir einen Teppich zum Verkauf an. Er ist grau-braun-beige, ich kaufe ihn nicht, er gefällt mir nicht so gut, wie ein anderer, den ich zuvor gesehen habe. (1/1)
    14 Ich gehe in ein Schmuckgeschäft mit Halbedelsteinen, suche einen grau-braun-beige marmorierten Stein als Anhänger aus, kaufe ihn dann doch nicht, weil die Verkäuferin sagt, er koste 90.000,– Schilling (ca. 6.600,– Euro: wir rechnen in Österreich seit 2002 in Euro). (1/7)
    15 Traum, aus dem ich mit ganz starkem Gefühl der Eifersucht erwache. (15/29)
    16 Träume von Sexualität, Hals über Kopf Verlieben, heißem Begehren. Dann werde ich enttäuscht, es macht mir aber nichts aus. (2/17)
    17 Traum, dass sich die Tochter den Fuß verknöchelte. Sie freute sich sehr darauf auszugehen. Als sie abgeholt wurde, kippte sie mit einem Fuß um. Ich reagierte gelassen und begann ihr den Knöchel zu massieren. Zugleich tat sie mir furchtbar Leid. (3/5)

    Geist-Gemüt
    18 Ich fühle mich geerdet mit der Arznei, die Füße sind erstaunlich fest am Boden (fällt mir sonst nicht auf), der Kopf ist klar. (1/1)
    19 Mich bringt nichts aus der Ruhe, trotz Stress in der Arbeit; ich surfe auf der Energie der Arznei. (1/3)
    20 Mich erstaunt die große unerschütterliche Ruhe und Sicherheit, die ich sonst vermisse. (1/8)
    21 Ich muss unbedingt aufräumen und wegsortieren, sonst bin ich unordentlich. (5/4–20)
    22 Mir fällt auf, dass ich sehr harmoniebedürftig bin, was meinen Freund betrifft, ich werde immer anhänglicher, das erstaunt mich, denn ich konnte mich bisher nicht so richtig in die Beziehung fallen lassen, es gibt sie seit einem Jahr. (1/13)
    23 Ich bin etwas vergrämt, der Chef hat mich bevormundet, und ich habe mich verbal zur Wehr gesetzt. Ich wollte mich nicht mehr wie ein Kind behandeln lassen, das hätte ich mich früher nicht getraut. Ich fühle mich sehr positiv, fröhlich und fest am Boden (körperlich mit den Füßen, das kenne ich so nicht), nach dem Motto: Niemand bringt mich dazu, etwas zu tun, was ich nicht will, ich habe keine Angst, mich zu widersetzen, ich tue, was ich für richtig halte. (1/22)
    24 Plötzlicher Impuls zu tanzen, als rhythmische Musik im Radio zu hören ist, mehrmals an diesem Tag. (12/4)
    25 Allgemeine Gelassenheit trotz großem Stress durch eine Übersiedlung. (4/5–28)
    26 Wollte wochenlang Kleidung kaufen, konnte mich nicht entscheiden, alles war mir zu teuer. (4/7–25)
    27 Ich habe extrem wenig Geld ausgegeben, habe nur das Billigste gegessen. (1/5–20)
    28 Plötzlich grundloses Eifersuchtsgefühl nach belanglosem Telefongespräch mit dem Ehepartner. (11/4)
    29 Plötzlich: Gefühl, nicht geliebt zu werden. (11/5)
    30 Schuldgefühle vor dem Schlafengehen wegen lange zurückliegender Ereignisse, dauern bis zum Aufstehen. (15/38)

    Befinden, Energie
    31 Ich surfe auf der Energie der Arznei (siehe Geist-Gemüt). (1/3)
    32 Nach nur fünfeinhalb Stunden Schlaf hellwach, gut ausgeschlafen gefühlt. (12/2)
    33 Seit zwei Tagen Menstruation. Ich fühle mich ziemlich ausgeglichen und selbstsicher (sonst eher nicht der Fall, eher weinerlich und anhänglich). (2/4)
    34 Ich fühle mich noch immer sehr ausgeglichen und entspannt. (12/16)
    35 Obwohl ich in der Nacht mehrmals wegen meiner kranken Tochter aufstehen muss, habe ich das Gefühl von Kraft, obwohl ich müde bin. Gegen 13.30 Uhr tritt ein Gefühl von Entspannung auf, ich lege mich hin, um zu schlafen. (11/2)
    36 Um 14.00 Uhr wieder das Gefühl, mehr Energie zu haben. Am Abend müde und schlapp, besser durch Hinlegen. (11/3)
    37 Empfinde irgendwie Nüchternheit und Abflachung aller Gefühle. Besseres Selbstwertgefühl, da ich mich ohne viele Emotionen nüchterner mit anderen vergleiche und sehe, dass Minderwertigkeitsgefühle nicht berechtigt sind. Andererseits sind auch die positiven Emotionen etwas gebremst, kann mich weniger über Dinge freuen, die mir sonst wichtig sind. Auch die sexuelle Empfindungsfähigkeit ist deutlich vermindert, als würde ich Berührungen nüchterner, ohne Emotionen spüren. (14/1–17)
    38 Ich spüre einen Druck hinter dem Brustbein (siehe Brust) morgens im Bett. Meine gute Laune verschwindet. Eigentlich wollte ich aufstehen, bin aber bleiern müde, so dass ich bis 12 Uhr im Bett bleibe. (2/1)
    39 Starke Müdigkeit, leichter Schwindel, Drehschwindel (siehe Schwindel), nach rechts, kurz. Ich habe das Gefühl, kurz vom Boden abzuheben, Gefühl wie auf Watte. Die Müdigkeit dauert den ganzen Tag an, abends bin ich munter. (2/2)
    40 Um 13.00 Uhr während einer Autofahrt plötzlich sehr müde. Ich würde mich am liebsten hinlegen und schlafen. (2/5)
    41 Krankheitsgefühl am Morgen; Gefühl alles verlangsamt zu machen. (11/4)
    42 Nach dem Frühstück fühle ich mich bleiern müde und lege mich gleich wieder hin. (2/5)
    43 Starke Müdigkeit tagsüber. (2/7–26)
    44 Ich fühle mich noch müder als sonst, führe das auf das heiße Wetter zurück (Sommer 2003), glaube Placebo erhalten zu haben. (14/4)
    45 Große Müdigkeit zu Mittag, sogar Stehen strengt mich so übermäßig an, dass ich angelehnt stehen muss. (14/6)
    46 Große Müdigkeit trotz sieben Stunden Schlafs, muss mich zwingen, die Tagesarbeit zu erledigen. Könnte sofort im Sitzen einschlafen. Besser, als ein Gewitter niedergeht. Wohlbefinden nach einer Tasse Kaffee am Abend. (14/8)
    47 Um 11 Uhr plötzlicher Müdigkeitsanfall, der etwa eine Stunde dauert. Ich war noch nie so müde wie in dieser Stunde. Ich kann die Augen nicht offen halten. Wenn ich sie schließe, bin ich hellwach. Sobald ich sie öffne, tritt wieder diese bleierne Müdigkeit auf, die mich zwingt, die Augen zu schließen. Schlagartig besser durch massive Stuhlentleerung. (14/12–13)
    48 Gehe um 22.00 Uhr normalerweise schlafen, doch heute will ich mich nicht hinlegen. Kann gar nicht genug bekommen. (15/3, 15, 16)
    49 Extrem erschöpft bei sehr heißem Wetter. Kann mich nicht motivieren, irgendetwas mit Elan zu tun. Arbeite umständlich und ineffektiv, habe das Gefühl, wie benebelt zu sein, besser durch Kaffee. (14/16)
    50 Bin nach der Arbeit in der Apotheke ausgelaugt, Energie abends auf Null. (3/2)
    51 Nach einem Streit mit meinem Vater tritt um 12.30 Uhr plötzlich eine lähmende Müdigkeit auf, als ob ich nicht mehr vom Stuhl aufstehen kann. Gleichzeitig bemerke ich eine innere Ruhe. Ich bin ausgeglichen und fühle mich wohl. Nach aufwühlenden Diskussionen kenne ich eine solche Ausgeglichenheit nicht. Sprechen fällt mir schwer. Ich kann mich kaum konzentrieren. Nach einer halben Stunde tiefen festen Schlafes geht es mir besser. (11/1)

     

    Allgemeinsymptome

    Schlaf
    52 Gefühl: So müsste Narkose sein, betäubender Schlaf, keine Träume erinnerlich, wie Vorhang zu und weg. Am Morgen gut ausgeschlafen. (12/2–7)
    53 Schlaf gut, aber nicht erholsam. (14/1–8)
    54 Bedürfnis, in Linksseitenlage zu schlafen, sonst schlafe ich immer in Rechtsseitenlage. (14/10–15)

    Schwindel
    55 Müdigkeit und Drehschwindel nach rechts, wiederholt, kurz (siehe Energie), schlimmer durch Rotwein. (2/1–5)
    56 Tagsüber tritt immer wieder Schwindel auf. Um 16.30 Uhr ist er am stärksten. Drehschwindel wie beschrieben, und dann habe ich auch das Gefühl, der Kopf hebt nach oben ab. Die Beschwerden empfinde ich aber nicht als schlimm. Es ist ein Gefühl, als würde ich außerhalb von mir stehen und mich bei Beschwerden beobachten. (2/10)

    Durst
    57 Riesiger Durst, ich trinke ständig warmes Wasser. (1/3–5)
    58 Ich habe großen Durst und trinke tagsüber sehr viel Wasser, meine Finger sind geschwollen. (2/1–15)
    59 Widerwillen gegen Trinken. Bin generell wenig durstig, aber bemühe mich, wenigstens einen Liter am Tag zu trinken. An diesem Tag trotz Radfahrens nicht mehr als einen halben Liter geschafft. (3/5)

    Hunger
    60 Kein Hunger, das ist sehr ungewöhnlich. Kein Hunger – es wird mir bei dem Gedanken unheimlich, ich esse trotzdem normale Portionen. (1/3–28)

    Speisen
    61 Seit einiger Zeit Vorliebe für Curry, in den letzten Tagen so intensiv, dass ich fast alles mit Curry bestreue. (3/27)

    Schweiß
    62 Starker Schweiß unter den Achseln, obwohl mir nicht heiß ist, riecht schlimm, wie Rindsuppe, ich schwitze sonst wenig. (1/2–5)

    Stuhl
    63 Normal geformt und sehr hell. (2/5)
    64 Stuhl stark übelriechend, wie salzig, Konsistenz normal. (3/6)

     

    Körpersymptome

    Kopf
    65 Um 16.00 Uhr nach einer Stunde Schlaf starker drückender Kopfschmerz, besonders am Hinterkopf, besser durch Aufstehen und Gehen. (14/7)
    66 Kopfdruck am Haaransatz (wie ein Haarreifen) mit Schnupfen: wenig zähes, nicht wundmachendes Sekret; als Begleitsymptom der Halsschmerzen. (1/3–10)
    67 Den ganzen Tag Kopfschmerz, drückend, an den Schläfen und im Stirnbereich, am Abend desselben Tages Gewitter, da war der Kopfschmerz schlagartig weg. (1/13–17)
    68 Druck hinter dem Brustbein und zusätzlich stechender Stirnkopfschmerz über der Nasenwurzel, der etwa eine Stunde anhält. (2/7)
    69 Drehschwindel mit dem Gefühl, der Kopf hebt nach oben ab (siehe Schwindel). (2/10)
    70 Kopfschmerzen am Scheitel, punktförmig, besser durch Druck. (3/9–10)

    Augen
    71 Am Morgen Augen leicht juckend, wenig gerötet, wenig schleimiges Sekret, tagsüber keine Symptome. (3/10, 17, 18)
    72 Um 18.30 Uhr Gefühl von Träne im linken äußeren Augenwinkel. (16/1-2)
    73 Heilsymptom: Verbesserung der Sehkraft; ich leide seit Wochen an einer Akkomodationsschwäche beim Arbeiten mit dem Computer, Fernsehen oder Autofahren, dies fällt mir jetzt weniger auf. (16/2-3)

    Ohren
    74 Gefühl von kleinen Wassertropfen im linken Ohr. (16/2)

    Gesicht
    75 Das Gesicht fühlt sich so heiß an, eine Kollegin fühlt die Stirn, findet die Temperatur normal. (1/3)
    76 Gefühl der Schwellung im Gesicht. Gefühl, dass das Gesicht heiß ist. Meine Mitarbeiter sagen, ich sei von der Sonne gebräunt. Ich war aber überhaupt nicht in der Sonne. (2/3)

    Hals
    77 Tagsüber beginnende Halsschmerzen, trockenes kratziges Gefühl im Kehlkopf, Zunge dick gelblich belegt, Rachen gerötet, besser gegen Abend. (1/2–12)
    78 Die Halsschmerzen werden unerträglich, starke Schluckbeschwerden vor allem im Bereich der linken Tonsille; schon leeres Schlucken und Schlucken von Flüssigkeiten schmerzt heftig stechend. Ich spüre ein unerträgliches Würgegefühl beim kleinsten Bissen; die Körpertemperatur steigt auf 37 Grad an, ich bin sehr matt, kann nicht aufstehen und bin entmutigt und verzagt. (1/13)
    Eine Antidotierung wurde notwendig: Folgende Rubriken wurden verwendet: Schlucken geringer Mengen führt zum Würgen, Schlucken von Speisen schwierig, Würgen beim Schlucken.
    Ich nehme Lachesis C30 wegen dieser unerträglichen Halsbeschwerden, die Schmerzen sind innerhalb eines Tages weg. (1/13)
    79 Am Vormittag wiederholt Gefühl von Rauheit im Hals, was beim Sprechen stört. (2/6)
    80 Schmerzen im Kehlkopf: zunächst Druckgefühl, nach zwei Tagen starke brennende Schmerzen, ausstrahlend Richtung Ohren. Verlust der Stimme, Heiserkeit. Beim Reden fallweise trockener Husten, der Rachen ist im hinteren Abschnitt violettrot, die Zunge ist rot, nicht belegt. (2/28–35)
    81 Um 22.45 Uhr beim Liegen im Bett Gefühl von Druck (wie ein halber Reifen) um den Hals, mit leichtem Angstgefühl vom Magen aufsteigend. (1/11)
    82 Um 13.30 Uhr wieder leichtes Druckgefühl wie Ring um den Hals, ohne Angst. (1/12)

    Äußerer Hals
    83 Starke schmerzhafte Schwellung der Halslymphknoten, rechts mehr als links. (1/3–20)

    Brust
    84 Ich spüre einen Druck hinter dem Brustbein morgens im Bett in der Stärke 4 (auf einer Skala, bei der „1“ für „sehr stark“ und „5“ für „schwach“ steht). Der Druck ist in Brusthöhe, Fläche etwa 60 cm². (2/1)
    85 Druck in der Brust, in Brustbeinmitte am Morgen, für etwa fünf Minuten. (2/3)
    86 Wieder Druck hinter dem Brustbein, heute ausstrahlend in Hals und Oberbauch. Zusätzlich eine Stunde Stirnkopfschmerz über der Nasenwurzel (über eine Fläche von etwa 5 cm², stechend). (2/7)

    Rücken
    87 Schmerzen am Rücken, oberes Drittel links, der Schmerz ist oberflächlich, ein Brennen mit dem Gefühl einer Schwellung (man sieht aber keine und auch keine Rötung). Bei Bewegung wird der Schmerz stechend (Stärke 3 – Skala 1–5). Das Zentrum des Schmerzes ist am Rücken, links in der Höhe der Achselhöhle. (2/14–15)
    88 Morgens ziehende Schmerzen zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule, schlimmer bei jedem Umdrehen im Bett. Ausstrahlung in die rechte Schulter und in den Nacken bis unterhalb des Kopfes, besser nachts. Keine Schmerzen am nächsten Morgen. Gefühl, ich habe mich „gesund“ geschlafen. Untertags tritt der Schmerz bei Bewegungen immer wieder auf. (12/6–8)
    89 Gegen 17.00 Uhr Stechen am Rücken, rechtsseitig, zwischen den Rippen, hält mehrere Sekunden an. Ich habe das Gefühl, nicht durchatmen zu können. Kommt in einer halben Stunde mehrere Male. (12/19)

    Abdomen
    90 Am Abend Blähungen und Völlegefühl im Unterbauch, wie aufgeblasen, Winde gehen keine ab. Gefühl, es würde mir dadurch besser gehen. Nichts Ungewöhnliches gegessen. (12/19)
    91 Starke Blähungen mit Rumpeln im Bauch, kaum haltbar, Stärke 3–4, Geruch übel, obwohl ich kein blähendes Essen gegessen habe. (1/1)
    92 Beim Hinlegen schneidender Schmerz im Oberbauch Stärke 2, unter beiden Rippenbögen. Beim Aufstehen vergeht der Schmerz. (2/17–18)
    93 Ziehende Bauchschmerzen mit dem Gefühl, Durchfall zu bekommen. (5/1–3)
    94 Starke ziehende Schmerzen vom Unterbauch aufsteigend bis zum Magen, besser durch Bewegung und Ablenkung; morgens einige Male Stuhl. Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass ich denke, da könnte ein Magenkrebs drinnen sein. (5/4–10)

    Weibliches Genitale
    95 Heilsymptom: erster Tag der Menstruation: keine Schmerzen, keine Müdigkeit, gute Energie und Fröhlichkeit. Normalerweise starke Krämpfe im Unterbauch wie ein Knödel, sie strahlen selten in den Oberschenkel aus, so dass ich in der Nacht aufwache und vor Schmerzen nicht mehr einschlafen kann. Besser: Wärme, Krümmen. (1/2)
    96 Heilsymptom: Ich spüre einen ziehenden Schmerz in der Ovarialgegend, beide Seiten, verbunden mit Ischialgiebeschwerden (der Schmerz erstreckt sich gluteal zum Oberschenkel), besser durch Zusammenkrümmen und Wärme. Diese Beschwerden sind mir bekannt und dauern normalerweise eine Woche an. Erstaunlicherweise sind sie am selben Tag wieder verschwunden. (2/6)
    97 Es ist Zyklusmitte, und ich habe einen fadenziehenden, gallertartigen, braunen Ausfluss. Ausfluss ist nicht der richtige Ausdruck, es sind fädige Absonderungen. (2/18)

    Harnableitende Wege
    98 Ich habe diese starke Müdigkeit, Schmerzen in der Urethra und ständigen Harndrang. Der Schmerz in der Urethra ist brennend und krampfend, vor und während des Harnlassens. Besserung kurz nach dem Harnlassen, Besserung durch Hinlegen und Trinken. (2/15–16)
    99 Die Beschwerden ändern sich: Der Harndrang lässt nach, stattdessen habe ich ein Druckgefühl im Blasenbereich, wie von einer abwärtsdrängenden Kugel; besser kurz nach dem Harnlassen. (2/17–19)
    (Am Tag 20 waren die Beschwerden verschwunden.)

    Extremitäten
    100 Ich habe großen Durst. Meine Finger sind geschwollen, aber nicht gerötet, sie weisen normale Hautfarbe auf (siehe Durst). (2/1)
    101 Hitzegefühl und Schwellung der Beine und Hände. (2/7, 9, 10)
    102 Starke Gelenkschmerzen der Finger bei der geringsten Bewegung, schon am Morgen, mit Schwellung. (4/17–25)
    103 Um 12.00 Uhr stechende Gliederschmerzen, besonders in den Ellbogen- und Handgelenken, besser durch Ruhigstellung. Müde und schlapp. (11/1)
    104 Gegen Abend Schmerz im rechten Iliosakralgelenk, Gefühl wie Blockade, schlimmer beim Bücken nach vorne, Gefühl, am rechten Bein nicht abstützen zu können. (12/14, 15)
    105 In der Nacht Krampf in der linken Wade. (16/4)
    106 Morgens beim Erwachen starker Beugungsschmerz in allen Fingerend- und Mittelgelenken, wie wund und zerschlagen, als hätte ich am Vortag die Hände stark überbeansprucht. Besser durch fortgesetzte Bewegung. Gleichzeitig sind die Finger ödematös geschwollen, rechts mehr als links. Dauert bis am frühen Nachmittag. Große Müdigkeit. (14/7)
    107 Nach dem Aufstehen vom Liegen oder Sitzen sind alle Gelenke, besonders Füße und Rücken wie „eingerostet“. Die Erstbewegung ist etwas schmerzhaft, besser wird es nach einigen Schritten. Anhaltend müde. (14/10)

    Haut
    108 Hautjucken an den Beinen, muss kratzen, das verschlimmert, es entstehen rote Striemen, die schwellen auf. (1/2)
    109 Heilwirkung: Seit der Einnahme der Arznei heilt die Haut schnell, alles wird glatter und die Pigmentflecken blasser. Mein allgemeiner Zustand der Haut vor der Arznei: kleine rote entzündete Stellen, Pickel mit häufiger Eiterung, besonders am Haaransatz, an Schultern und Nacken, die nicht heilten und sich täglich neu entzündeten; viele Pigmentflecken. (1/5–30)
    110 Ich bemerke viele kleine blaue Flecke an den Beinen, besonders an den Oberschenkeln, weiß aber nicht woher oder wie lange ich sie schon habe. (1/13–20)

     

    Vorschläge zur Eintragung in die Repertorien

    (Die Zahl entspricht der Nummer des Symptoms in der AMSE)

    Geist und Gemüt
    – Angst, Gewissensangst 7, 8, 30
    – Angst, Gewissensangst in Träumen 7, 8
    – chaotisch 1, 2, 21
    – Eifersucht 15, 28
    – Empfindlichkeit, Mangel an 37
    – Furcht vor drohender Gefahr 1, 8, 9, 11
    – Geiz 13, 14, 26, 27
    – Gemütsruhe, unverständliche 16, 17, 18, 19, 20, 22, 25
    – gewissenhaft in Kleinigkeiten 21
    – Gleichgültigkeit, Apathie 37
    – Gleichgültigkeit gegenüber angenehmen Dingen 16, 37
    – Gleichgültigkeit gegenüber aufregenden Ereignissen 1, 6, 11
    – Gleichgültigkeit gegenüber äußerlichen Dingen 19
    – Gleichgültigkeit gegenüber Freude 37
    – Gleichgültigkeit gegenüber unangenehmen Dingen 1, 3
    – Gleichgültigkeit gegenüber Vergnügen 16, 37
    – Tanzen, Verlangen zu 24
    – Wahnidee, er hat ein Verbrechen verübt 7, 8

    Allgemeinsymptome
    – Durst, heftiger 57, 58
    – Durst, unstillbarer 57, 58, 105
    – Durst, vermindert 60
    – durstlos 59
    – Gefühl von verknotet, wie innerlich (Klumpen, Knödel) 78, 80, 81, 82, 99
    – Kraft, Stärke, Energie, Leistung, gesteigerte 31, 32, 35, 47
    – Müdigkeit (Schlappheit), anfallsweise 40
    – Müdigkeit, lähmungsartige 42, 51
    – Müdigkeit, plötzliche 39, 46
    – Müdigkeit, übermäßige 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 50, 51
    – Schlaf, komatöser 52
    – Schlaflage: linke Seite 54
    – Schlaf, tiefer 52
    – Schmerz, drückender, innerlicher 65, 78, 80, 86, 94
    – Schwäche, ausgeprägte 45, 46, 47, 49
    – Schwäche, lähmungsartige 38, 45, 49, 51
    – Schwäche, plötzliche 39, 40, 46
    – Schwäche, Schlaf bessert 49, 51, 52
    – Schwellung der betroffenen Teile 58, 83, 100, 101, 102, 106
    – Träume von Krankheit 2
    – Wetter: Gewitter bessert 46, 67

    Körpersymptome
    – Extremitäten, Hand, Schwellung, schmerzhafte 101, 106
    – Gliederschmerzen, allgemein, Gelenke, bei Bewegung 102, 103, 106, 107
    – Gliederschmerzen, allgemein, Gelenke, fortgesetzte Bewegung bessert 106, 107
    – Extremitäten, Schwellung 100, 101, 102, 106
    – Extremitäten, Hand, Schwellung, schmerzhafte 102
    – Gesicht, Gefühl von Hitze 75, 76
    – Gesicht, Gefühl von Schwellung 76

     

    Auffallende Symptome (Sy), zusammenfassend betrachtet

    Wir versuchen uns auf Grund der Prüfsymptome der Arznei Sempervivum tectorum zu nähern.

    Sehr zu beachten war die Gelassenheit der ProbandInnen bis zur Abflachung der Gefühle während der Prüfung.

    Über ihren Traum (Sy 6) sagte die sensible Probandin:
    „Ich bin sonst eher nervös, aber hier habe ich eine ziemliche Gelassenheit und Abgestumpftheit. Ich würde nicht zu einem Seminar fahren, wenn es mir schlecht geht – die Gelassenheit war interessant.“
    Eine andere Prüferin berichtet: „Empfinde irgendwie Nüchternheit und Abflachung aller Gefühle. Besseres Selbstwertgefühl, da ich mich ohne viele Emotionen nüchterner mit anderen vergleiche und sehe, dass Minderwertigkeitsgefühle nicht berechtigt sind. Andererseits sind auch die positiven Emotionen etwas gebremst, kann mich weniger über Dinge freuen, die mir sonst wichtig sind. Auch die sexuelle Empfindungsfähigkeit ist deutlich vermindert, als würde ich auch Berührungen nüchterner, ohne Emotionen spüren.“ (Sy 37)
    Mich erstaunt die große unerschütterliche Ruhe und Sicherheit, die ich sonst vermisse – schreibt eine Prüferin im Tagesprotokoll. (Sy 20)

    Chaos und Ordnung:
    Ich muss unbedingt aufräumen und wegsortieren, sonst bin ich unordentlich. (Sy 21)
    Musste auf der Flucht vor einer Bedrohung alles einpacken und wegräumen, war dabei zuversichtlich und kam gut voran, mit Gelassenheit. So träumte eine Probandin. (Sy 11)
    Ich hatte den Traum von einem Computerprogramm, das nicht funktioniert. Gefühl von Chaos, in das ich endlich Ordnung hineinbringen möchte. (Sy 2)

    Schuldgefühle werden von den Prüfern beschrieben:
    Ich befinde mich im Fahrstuhl mit Freunden, die ich nur im Traum kenne, ich sitze gegenüber dem Ausgang, die anderen stehen an der Wand rechts von mir. Die Umgebung ist metallisch glänzend, evtl. Spiegel. Plötzlich öffnet sich die Tür: Es kommt eine völlig aufgelöste verzweifelte Frau herein, Tränen in den Augen, sie hält eine Pistole und schießt auf mich. Die anderen sind entsetzt und schockiert. Ich bin nicht sicher, ob ich getroffen bin, ich denke, nur keine Panik, tief durchatmen. Aber am ehesten war es folgende Botschaft: Ich werde für etwas bestraft, habe mich schuldig gemacht (die Frau mit der Waffe war verzweifelt), und weiß nicht warum und wie. Ich denke, ich war schuld an ihrer Raserei, obwohl ich mich doch bemühe, umsichtig und verantwortungsvoll zu handeln und bin (im Kopf) sehr streng zu mir. Aber man legt sich schon so manches zurecht, um sich von der Umgebung zu holen, was einem selbst fehlt, um irgendwelche halbbewusste Bedürfnisse zu stillen. (Sy 7)
    Eine Prüferin berichtet von Schuldgefühlen vor dem Schlafengehen wegen lang zurückliegender Ereignisse, die bis zum Aufstehen andauern. (Sy 30)

    Eifersucht und Mangel (Geiz) sind ebenfalls Themen dieser Prüfung:
    Plötzlich grundloses Eifersuchtsgefühl nach belanglosem Telefongespräch mit dem Ehepartner. (Sy 28)
    Ich hatte einen Traum, aus dem ich mit ganz starkem Gefühl der Eifersucht erwacht bin. (Sy 15)
    Während der Arzneimittelprüfung habe ich extrem wenig Geld ausgegeben, habe nur das Billigste gegessen. (Sy 27)
    Wollte wochenlang Kleidung kaufen, konnte mich nicht entscheiden, alles war mir zu teuer. (Sy 26)
    Kein Hunger, das ist sehr ungewöhnlich. Kein Hunger – es wird mir bei dem Gedanken unheimlich, ich esse trotzdem normale Portionen. (Sy 60)
    Widerwillen gegen Trinken. Bin generell wenig durstig, aber bemühe mich, wenigstens einen Liter am Tag zu trinken. (Sy 59)

    Karzinom wird wörtlich genannt:
    Ich habe ein Bronchuskarzinom und werde aufgefordert, mir zu überlegen, was ich mit der verbliebenen Zeit machen möchte. Dann sehe ich lauter liebe Hunde und möchte einen davon haben. (Sy 3) (Diese Gelassenheit! – Anm. d. Autorin)
    Starke ziehende Schmerzen vom Unterbauch aufsteigend bis zum Magen, besser durch Bewegung und Ablenkung; morgens einige Male Stuhl. Manchmal sind die Schmerzen so stark, dass ich denke, da könnte ein Magenkrebs drinnen sein. (Sy 94)

    Druck und Schwellung treten mehrmals auf:
    … stattdessen habe ich ein Druckgefühl im Blasenbereich, wie von einer abwärtsdrängenden Kugel. (Sy 99)
    Ich spüre ein Druckgefühl hinter dem Brustbein. (Sy 38, 68, 84, 85, 86)
    Druckgefühl wie ein Ring um den Hals. (Sy 82)
    Brennen am Rücken mit Gefühl der Schwellung. (Sy 87)
    Starke Gelenkschmerzen der Finger bei der geringsten Bewegung, schon am Morgen, mit Schwellung. (Sy 102)
    Morgens beim Erwachen starker Beugungsschmerz in allen Finger-end- und Mittelgelenken, wie wund und zerschlagen, als hätte ich am Vortag die Hände stark überbeansprucht. Besser durch fortgesetzte Bewegung. Gleichzeitig sind die Finger ödematös geschwollen, rechts mehr als links. (Sy 106)

    Zwei Prüfer bemerken Besserung durch Gewitter:
    Den ganzen Tag Kopfschmerz, drückend, an den Schläfen und im Stirnbereich, am Abend desselben Tages Gewitter, da war der Kopfschmerz schlagartig weg. (Sy 67)
    Große Müdigkeit trotz sieben Stunden Schlafs, muss mich zwingen, die Tagesarbeit zu erledigen. Könnte sofort im Sitzen einschlafen. Besser, als ein Gewitter niedergeht. Wohlbefinden nach einer Tasse Kaffee am Abend. (Sy 46)
    Die Dachwurz gilt als blitzabweisend und wird als Schutz vor Gewittern auf Dächer gepflanzt.

    Ob Besserung oder Verschlimmerung durch Bewegung charakteristisch ist, muss offen bleiben. Beides ist bei der AMSE aufgetreten (siehe Symptome „Extremitäten“). Die Anwendung der Arznei wird Klarheit verschaffen.

    Folgende Organbezüge sind bei unserer Arzneimittelselbsterfahrung aufgefallen
    – innerer Hals
    – Abdomen
    – Harnblase
    – Brust, Rücken
    – Gelenke
    – Haut

    Aphthen, Schwellungen oder gar Verhärtungen im Mund konnten wir nicht beobachten. Diese Symptome hätten wir erwartet, denn dagegen ist Sempervivum seit langem als wirksame Arznei bekannt.

     

    Diskussion

    Der Zweck der AMSE war, Sempervivum auf seine Eigenschaft als krebsheilende Arznei zu prüfen. Sind wir diesem Ziel näher gekommen? Organische Veränderungen sind glücklicherweise und erwartungsgemäß im Rahmen der AMSE ausgeblieben. Was macht uns dennoch sicher, in Sempervivum eine „Krebsarznei“ zu besitzen?
    Vor allem sind es die eindrucksvollen Geist- und Gemütssymptome, welche unsere Prüfer, denen wir gerade an dieser Stelle herzlich danken, erlitten und erzählt haben.
    Gelassenheit in bedrohlichen Situationen, Ruhe bewahren in aussichtsloser Lage, Schuldgefühle, der Wunsch das Chaos zu besiegen, die Kontrolle um jeden Preis behalten wollen, Gewissensängste, das Hintanstellen eigener Wünsche, Besserung durch Gewitter, Besserung durch kurzen Schlaf, unendlich müde sein und trotzdem durchhalten wollen, etwas leisten wollen, nein: müssen, und dabei weit über die eigenen Kräfte gehen – sind das nicht alles Merkmale von Carcinosinum? Und folgen wir Sankaran in seiner Beschreibung des „Krebsmiasmas“, sind es nicht nur Symptome der Arznei Carcinosinum, sondern einer vermutlich großen Gruppe von Arzneien und somit Menschen, die solche Symptome und Bewältigungsstrategien zeigen.
    Sempervivum tectorum wird nach der vorliegenden AMSE seinen Platz unter diesen Arzneien beanspruchen. Die vorliegenden neuen Daten der Dachhauswurz werden ermöglichen, die Arznei nicht bloß bei der Diagnose „Krebs“ einzusetzen, oder gar nur bei bestimmten Karzinomen, sondern wird bei Patienten in die engere Wahl kommen, die mit den genannten Strategien und Symptomen versuchen, auf ihre Probleme zu antworten.
    Das „Krebsmiasma“, wie von Sankaran geschildert, ist der Hintergrund von Sempervivum.
    Was unterscheidet die Arznei von anderen dieses „Miasmas“, diesen besonderen Reaktionsweisen? Das sind Fragen, die wir nur vage beantworten können. Vielleicht sind die Gelenksbeschwerden, die für eine AMSE in ungewöhnlicher Deutlichkeit aufgetreten sind, etwas Sempervivum-Spezifisches.
    Die Anwendung am Kranken wird zeigen, welche die charakteristischen Symptome der Arznei sind. Teilen Sie uns bitte mit, welche Erfahrungen Sie mit der Arznei gemacht haben. Ebenso interessiert uns, wenn Sie eine Prüfung veranstalten, mit dieser oder einer verwandten Arznei. Die Crassulaceae bergen noch so manches Geheimnis.

    Weiterführende Literatur
    Boericke, W.: Handbuch der homöopathischen Materia Medica. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1999
    Frohne, D., Jensen, U.: Systematik des Pflanzenreichs. Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft mbh, Stuttgart 1998
    Klunker, W.: Hinweis auf Sempervivum tectorum. In: Zeitschrift für klassische Homöopathie, KH 36(1992) 4, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1992
    Leeser, O.: Lehrbuch der Homöopathie. Band B/1: Pflanzliche Arzneistoffe, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1973
    Sankaran, R.: An insight into plants. Homoeopathic Medical Publishers, Mumbai 2002
    Rohrer, A.: Carcinosinum – ein Mittel unserer Zeit. Documenta Homoeopathica, Band 11, Verlag Wilhelm Maudrich, Wien 1991
    Als Vortrag gehalten im Rahmen des Seminars „Ein österreichischer Pflanzenreigen“, das bei der gemeinsamen Jahrestagung von „Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte“ und „Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin“ in Köthen 2004 mit dem „Samuel“, dem Preis für den besten Beitrag bedacht wurde.

     

    Anschrift der Verfasserin:

    Dr. Ulrike Schmutzer, A–3361 Aschbach, Bernsteinweg 9