Fallbeispiele

Scut.

Homöopath: Massimo Mangialavori, Italien

Fall eines Araber- Pferdes

Araber, Langstrecken- Rennpferd, 2,5 Jahre alt

Um in der Lage zu sein, das 120 km Rennen mitzulaufen, musste er in top Kondition sein. Dann nach einem solchen Rennen, bei dem er sich sehr verausgabt hatte, verlor er sehr an Gewicht, ca. 30 kg, und zwar durch enormes Schwitzen.

Dann bekam er eine ernsthafte Infektion der Lunge mit der Gefahr der Emphysembildung. Dafür bekam er Cortison. Dennoch wurde er sehr schwach, fast apathisch, obwohl die Infektion überstanden war. Er schwitzte weiterhin bei leichtester Anstrengung. Zum Zeitpunkt der Fallaufnahme fürchtete sich das Pferd ausserordentlich schnell, obwohl er üblicherweise ein sehr freundliches Pferd war. Er verhielt sich wie einer, der an Hospitalismus leidet: er schlug seinen Kopf von einer Seite zur Anderen, er verletzte sich sogar dadurch, indem er den Kopf gegen die Box schlug.

Das Pferd war in gewisser Weise ein Opfer der hohen Erwartungen an ihn, denn er war der Sohn eines sehr guten Rennpferdes.

Gemüt:

Er war schon immer recht ängstlich vor Wasser, was sich nach der Überanstrengung bei besagtem Rennen verschlimmerte. Wenn er trank, konnte er sein Maul nicht in das Wasser halten. Als der homöopathische Arzt den Stall betrat, sprang er los um einen Schluck ´Wasser zu trinken. Das machte er wiederholt. Während des letzten Rennens gab es eine Menge Teiche zu überqueren, es gab sogar einige Bereiche, wo er in einen Fluß hinein musste. Er war absolut verängstigt, schwitzte enorm im Zuge der Angst. Dann stoppte er auf Mal in eigensinniger Weise, um zu urinieren. Nach diesem Wettkampf machte er das dann immer, wenn man einemn Ausritt mit ihm machte.

Rubriken:

--- ailments after influenza

--- ailments from convulsions

--- lack of reaction

--- weakness after prolonged fever, after influenza

--- knocking his head against wall

--- sudden urination

Scutellaria

War das homöoathische Mittel, das gegeben wurde.

Seitenblütiges Helmkraut:

Scut. wird traditionellerweise gebraucht zur Behandlung der Angst vor Wasser bei Hunden und es deckt alle Symptome dieses Falles. Es wurde früher auch zur Behandlung der Hyperthyreose eingesetzt.

In unserer Materia Medica wird es für Hydrophobie benutzt. Die Pflanze wächst nahe am Wasser. Von den anderen Labiaceen wächst nur die Minze ebenfalls so nah am Wasser.

Deutscher Name: Blaue Pimpernelle

Die Blüte kann mit ihrer Form Wasser wie in einem Container sammeln.

Reaktion auf Scutellaria:

Nach Scutellaria konnte der Araber sein Ausgangs- Gewicht wieder erlangen., der Husten war nach 10 Tagen weg. Nach 2 Monaten war das Schwitzen vollständig verschwunden . Die Angst vor Wasser ist ebenfalls vollständig verschwunden.

Diskussion:

Die Hydrophobie:

Hier in diesem Fall spielt das Thema des Wassers eine sehr große Rolle, und Wasser ist eins der deutlichsten Symbole für die weibliche Seite. Allgemein gesagt, kann wahrscheinlich die weibliche Seite nicht gut integriert werden bei Lebewesen, die diese Arznei brauchen, es scheint ein Thema aller Lippenblütler zu sein. In dieser Art Persönlichkeit, die der Araber zeigt, sieht man die Überbetonung des männlichen Aspektes, auf jeden Fall gewinnen zu müssen und damit tierisch unter Stress zu geraten.

Der Leistungsaspekt:

scheint für Scutellaria, wie für die Labiaceen allgemein, eine große Rolle zu spielen. Heutzutage ist es üblich, nur 1 oder 2 Kinder zu haben und man kann eine Menge in sie investieren, und so wird oft auch entsprechend viel von ihnen verlangt, eine Art hoher Erwartung, der sie unterliegen, dass sie erfolgreich sein müssen im Leben. Viele Leute übertreiben es damit, das ist recht gängig heutzutage. Hier sind diese Pflanzen eine große Hilfe, sie werden bisher meist lediglich in der Küche als Kräuter eingesetzt (Rosmarin, Salbei, Thymian...). Dennoch kann man nicht sagen, dass alle Lippenblütler sich überarbeiten, und es gibt viele homöopathische Arzneien, die überaktiv sind.

Scutellaria gehört zwar botanisch zu den Lippenblütlern, ist mit den homöopathischen Symptomen aber nicht so sehr in dieser Linie. Die Ängste in dem Arzneibild weisen mehr in eine andere Richtung, die von den Solanaceen z.B.