PRINZIPIEN DER HOMÖOPATHIE IN DER TIERMEDIZIN

 

Die Homöopathie in der Tiermedizin basiert auf einem holistischen Ansatz, sie bezieht alle Gegebenheiten eines Tieres mit ein, die individuellen Phänomene wie auch seine Umgebung, im Gegensatz zur Sichtweise nur auf die Krankheit des Tieres. Richtig angewendet wirkt die homöopathische Arznei wie ein Stimulus und gibt die Anregung zur Heilung.

 

Wenn der Fall sich wegen lebenswichtigen und irreversiblen Läsionen als unheilbar erweisen sollte, ist die Homöopathie dennoch effektiv, weil sie die Lebensqualität des Patienten und sein allgemeines Wohlbefinden steigert.

 

Für die richtige Verschreibung ist es notwendig, den Patienten gut zu kennen, um sich der bestmöglichen Analogie zum Mittel zu versichern. Es ist für den homöpatischen Tierarzt notwendig, das Tier zu kennen und sein Verhalten beobachtet zu haben, selbst wenn der Grund der Konsultation nicht die Verhaltensauffälligkeiten war. Die Erforschung der Ätiologie der Spezies hilft, das Verhalten des Patienten zu deuten.

 

HOMÖOPATHISCHE FALLAUFNAHME

Der Veterinär lernt das Tier durch direkte Beobachtung, durch Gespräche mit dem Halter und durch seinen eigenen Umgang mit dem Tier kennen.

 

Er untersucht den Patienten wie üblich, wobei er in seiner Anamnese die Krankheiten der Vergangenheit bis zur Gegenwart erfasst, um sich einen guten Überblick über die pathologischen Tendenzen des Patienten zu verschaffen. Er wird auch die individuelle Lebensweise, wie er sich in Gemeinschaft mit seinen Artgenossen sowie mit Menschen verhält, seine Ängste, seine Art sich zu bewegen, zu spielen, sein Sexualverhalten usw. beobachten, er wird auch die einzelnen Reaktionen auf seine unmittelbare Umgebung ebenfalls aufnehmen (Reaktionen auf Wettererscheinungen, auf Stress etc).

 

Der Veterinär beobachtet die Bewegungsmuster des Tieres, seine Antworten auf unser Verhalten und seine Reaktionen auf Anregungen seiner Umgebung. Es ist für den Arzt sehr wichtig, eine empathische Beziehung zu dem Tier aufzubauen, um eine Behandlung durchführen zu können.

 

Die homöopathische Beobachtung eines Subjekts erfordert also das Wissen um seine Besonderheiten, ob sie physischer oder verhaltensmässiger Natur sind, um zu einer Definition der sogenannten homöopathischen Symptome zu kommen, die die körperlichen, emotionalen und geistigen Ausprägungen des Patienten ausmachen.

 

 

HOMÖOPATHISCHE ANALYSE DES VETERINÄR- FALLS

Bei der Arzneiwahl und Verordnung ist es notwendig, das Prinzip der Ähnlichkeit anzuwenden, um das Arzneimittel zu finden, das in Experimenten und/oder in der Klinik selbst ein analoges symptomatisches Bild ergeben hat.

 

Symptome können in Listenform geordnet sein, in einer Hierarchie (physische, allgemeine, geistige Symptome), in einem Beziehungssystem (Methode der Komplexität), beobachtet nach miasmatischen Kriterien oder der Konstitution.

 

Die Fallstudie kann erstellt werden durch die Anwendung der homöopathischen Materia Medica oder einem homöopatischen Repertorium (damit ist die systematische Sammlung homöopathischer Symptome gemeint) oder durch klinische Beobachtungen.

 

Beim Beobachten eines Tieres ist es sehr wichtig, „geistige“ Symptome angemessen zu berücksichtigen, indem der Veterinär die Beziehungen beobachtet, die zwischen menschlichem Verhalten und analogem tierischem Verhalten bezüglich der gezeigten Dominanz bei carnivoren und herbivoren Haustieren bestehen. Dabei sollte die Häufigkeit bestimmter Homöopathischer Arzneimittel für eine bestimmte Erkrannkung mit berücksichtigt werden und mit den Befunden / Symptomen im kranken Tier verglichen werden. Informative Berichte werden mit einbezogen.

 

Zur Arznei gelangt der Veterinär durch eine Differentialdiagnose im vergleichenden Studium der Arzneien, wobei das Arzneimittel mit den meisten Analogien zum Patienten /zum Tier gewählt wird.

 

Um allgemein die Verschreibungstechniken zu verbessern ist es wichtig, jene klinischen Fälle zu erforschen, die bereits mit einer einzelnen Arznei gelöst worden sind, da das Arzneibild anhand eines so gelösten Falles am Tier direkt studiert werden kann.

 

 

EVOLUTION DES KLINISCHEN FALLS

Nach dem Fallstudium wird das Mittel in einer angemessenen Potenzierung verordnet.

 

In der  Nachuntersuchung muss den Verlauf des klinischen Falles ausgewertet werden. Dabei werden eventuell Veränderungen in der Mittelgabe oder – Potenz vorgenommen.

 

Eine gute homöopathische Verordnung wird Verbesserungen in der akuten Krankheit hervorbringen wie auch in den allgemeinen Lebensäusserungen des Tieres wie zum Beispiel beim Appetit, der Lebendigkeit und dem mentalen Zustand des Patienten (z.B. Angstzustände beim Tier).

 

Wie schnell sich der therapeutische Erfolg einstellt, hängt sowohl von der Typologie und selbstverständlich auch von der Art der Erkrankung ab sowie von dem Reaktionsvermögen des Patienten.