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    Agrimonia eupatoria

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    REMEDY ABBREV.

    Agri.

    MASTER PROVER

    Dr. U.Schmutzer, Dr, Krassnig, Austria

    YEAR

    2002

    PROVING METHOD

    single blind, placebo controlled trial

    PLACEBO?

    yes

    BLINDING?

    remedy unknown to the 13 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Homeocur, and Pharmacy "zum weissen Engel, Retz", Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Agrimonia eupatoria, Agrimony, the sticklewort

    Eine homöopathische Selbsterfahrung, HAMSE (Arzneimittelprüfung) von Agrimonia eupatoria, dem Odermenning, Leberklette

     

    Proving document currently only available in German

     

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.23

     

    The foto is taken from Wikipedia (6/11), released to the public domain by the author of this work (license: see here). Thank you very much!

     

     

    Agrimonia eupatoria

    Arzneimittelselbsterfahrungen

     

    „…mir grauet vor der Götter Neide
    des Lebens ungemischte Freude
    wird keinem Irdischen zuteil…“

    (Aus: „Der Ring des Polykrates“)

     

    Odermennig, Königskraut, Ackermennig, Hagamundiskraut, Leberklette, Steinwurz, Bruchkraut.
    Rosacea: eine krautige Pflanze der Unterfamilie der Spiraeoideae.


    „Minerva, die den heiligen Quellen bei Thermopylae Heilkraft gab und den Schlangenstab der Heilenden in Händen hatte, ist verbunden mit Agrimonia“, sagt Plinius. Er berichtet vom Gegengift „Mitritat“, ein Kompositum, in dem das Kraut enthalten ist, dem Wundermittel des Mitritates, Eupator von Pontius im nördlichen Kleinasien.


    Im neunten Jahrhundert wurde Odermennig im Klostergarten der Insel Reichenau gezogen. Abt Walahfrid Strabo hat ihn als Pflanze seines Lehrgedichtes „Hortulus“ beschrieben: ein Heilkraut gegen Magenschmerz und Stichwunden, vom feindlichen Messer. Bei Strabo heißt es „Sarcocolla“, vom griech. Sarx – das Fleisch und kolla – der Leim. Odermennig leimt also das Fleisch zusammen.
    In den Apotheken hieß das Kraut Lappula hepatica. Der Name Leberklette weist auf die Wirksamkeit des Krautes hin.

     

     

    Spiraeoideae

    Rosoideae

    Maloideae

    Prunoideae

    Habitus

    Holzpflanzen oder Kräuter

    oft Kräuter

    Holzpflanzen

    Holzpflanzen

    Frucht

    Balgfrucht, Kapsel, Balgkapsel, Nüsschen

    Nüsschen, Sammelnüsschen, Sammelsteinfrucht; keine Beeren

    meist
    Kernapfelfrucht, Steinapfelfrucht

    Steinfrucht

    Obstform

    „Beeren“obst

    meist Kernobst

    Steinobst

    Tabelle 1: Wichtige Differenzialmerkmale zwischen den Unterfamilien der Rosaceae

     

    Hieronymus Bock hält die Pflanze für „das fürnembst Kraut der Alten zu allen verstopften Leberen, auch verruckte Spannadern bringt er zurecht, dient der Verrenkung der Glieder, Biiß giftiger Tiere, ungeschickten Mälern, hilft gegen Darmgegicht Kalten Seich, Gilb (Gelbsucht), Fieber und Würm“.


    Mit Eisenkraut zusammen ist Odermennig ein Liebesmittel.


    Odermennig als Inhaltsstoff der Salbe einer Wetterhexe beschreibt es Ludwig Bechstein in seinen Hexengesschichten.
    „Odermennig, dieses sanfte Leberkraut wirkt sich allgemein günstig auf den Stoffwechsel aus. Besonders bei Menschen, die ihre Eindrücke lange behalten und bei denen die Verdauung langsam vor sich geht“, sagt „Kräuterpfarrer“ Hermann Josef Weidinger.

     

    Botanik

    Odermennig zählt zu den Spiraeoidae, einer Untergruppe der Rosaceae. Die Pflanze entwickelt einen wenig behaarten Stängel, der bis zu einem Meter hoch werden kann. Am Stängel stehen große bis zu 20 cm lange, ebenfalls behaarte unpaarig gefiederte Laubblätter. Der Blütenstängel endet mit einem Blütenstand, der als lange lockere Ähre bezeichnet werden kann. Die Früchte besitzen Häkchen, die sich an den Fellen von Tieren festsetzen und so weiterverbreitet werden.
    Man findet den Odermennig in Nord- und Mitteleuropa, am Balkan, in Asien und Nordeuropa.
    Das ganze blühende Kraut ohne Wurzel wird zur Arzneiherstellung verwendet.

     

    Pharmakologische Inhaltsstoffe

    - Gerbstoffe
    - Diterpene, herzwirksame Glykoside
    - ätherische Öle
    - Schleimstoffe
    - Flavonoide: Koenzym der Oxydoreduktasen

    Agrimony war die erste Pflanze, die Edward Bach, ein englischer Arzt bei seiner Wahrnehmung von Pflanzen in neuer Dimension entdeckte. In der Heilpflanze fand er ein Mittel für Menschen, die Sorge, Kummer und innerlichen Schmerz hinter einer oberflächlichen Fröhlichkeit verbergen. Ist jedoch die Lebensfreude durch inneren Kummer und Qual vergiftet, oder künstlich und vorübergehend durch Alkohol und Drogen (Lebergifte) angefacht, dann ist Agrimony angezeigt.

     

    Zwei Arzneimittelselbsterfahrungen (AMSE)

    Agrimonia eupatoria

    Beginn 11.03.2002
    Die Arznei wurde von der Apotheke zum Weißen Engel in Retz, Fa. Homeocur, unentgeltlich zur Verfügung gestellt.
    - Die Herstellung der Arznei erfolgte aus der blühenden Pflanze ohne Wurzel, Verreibung bis zur C3, dann flüssige Weiterpotenzierung bis zur C30.
    - Die Teilnehmer wussten nicht, ob sie Verum oder Placebo erhalten.
    - Ausfüllen des Anamneseheftes vor der Arzneieinnahme.
    - Einnahme der Arznei soll kontinuierlich erfolgen (Ausnahme nur nach Rücksprache); Einnahmemodus: dreimal fünf Globuli der C30 (morgens, mittags, abends) bis zum Auftreten von eindeutigen Symptomen (geistig, seelisch oder körperlich).
    - Maximale Einnahmedauer: fünf Tage.
    - Prüferin 5 nahm am 26. Tag nach der Einnahme der C30 eine Gabe C200 ein. Prüftagebuch: die Probanden protokollieren ihre Beobachtungen in Form eines Tagebuches, möglichst zeitnah, mindestens einmal täglich, mit genauen Angaben zum Einnahmetag der Prüfsubstanz. Symptome, die während der Prüfung auftreten, sollen vollständig beschrieben werden, mit Art der Empfindung, Zeit des Auftretens und zeitlichem Verlauf, Lokalisation und Erstreckung, Modalitäten und Begleitumständen. Die Beschreibung soll in freiem Text erfolgen.
    - Telefonische Besprechung der Prüfsymptome mit dem Prüfungsleiter jeden zweiten Tag.
    - Beobachtungszeit zwei Monate.
    - Abschließende Arzneimittelselbsterfahrungskonferenz aller Teilnehmer.


    - Die Auswertung der Symptome erfolgt durch:
    1. Probanden (Ärzte und Laien)
    2. Prüfarzt
    3. Einen weiteren erfahrenen homöopathischen Arzt, der nicht an der AMSE teilgenommen hat.
    - Nachbeobachtungszeit: ein halbes Jahr, Treffen aller Arzneimittelprüfer und Abschluss mit Endbesprechung der AMSE.

    Folgende Daten wurden verwendet:

     

    Arzneimittelselbsterfahrungsgruppe in Graz

    Leitung: Dr. Katharina Ch. Krassnig;
    AMSE Prüfungsprotokolle 8–13;
    Beginn der AMSE mit 6 Probanden: 3 weiblich, (1 Ärztin, 1 Studentin, 1 Künstlerin) und 3 männlich (1 Erzieher, 1 Student, 1 Lehrling).
    Ende der AMSE mit 5 Probanden: 3 weiblich und 2 männlich.
    Prüfungsdesign:
    Tagesprotokoll der Prüfer;
    Protokollheft der telefonischen Besprechung mit den Prüfern jeden zweiten Tag;
    Nach sechswöchiger Nachbeobachtungszeit Treffen mit Schlussbesprechung in Graz.

     

    Arzneimittelselbsterfahrungsgruppe in NÖ

    Leitung: Dr. Ulrike Schmutzer;
    AMSE Prüfungsprotokolle 1–7;
    Beginn der AMSE mit 11 Probanden: 6 weiblich und 5 männlich.
    Ende der AMSE mit 8 Probanden: 6 weiblich (4 Ärztinnen, 1 Musikerin, 1 Theaterwissenschafterin) und 2 männlich (Ärzte).
    Prüfungsdesign:
    Tagesprotokoll der Prüfer;
    Protokollheft der telefonischen Besprechung mit den Probanden jeden zweiten Tag;
    7.6.2002: Schlussbesprechung in Wien.
    3.6.2002: Meditation im Arbeitskreis Dr. Helmar Feigl, Amstetten – Agrimonia eupatoria C200 in die Hand genommen, gerochen. Meditationsdauer: eine Viertelstunde; Protokoll M1 bis M4.

     

    Geist / Gemüt / Stimmung

    Die Träume einer Arzneimittelprüfung stellen ein Grundgerüst der geistig-seelischen Symptome dar. Wenn Prüfer unabhängig voneinander Zustände mit gleichen Worten beschreiben, handelt es sich um den Ausdruck der Arznei.
    Die Protokolle der Arzneimittelmeditation wurden den Geist- und Gemütssymptomen beigefügt. Während der Arzneimittelmeditation entwickelt der Proband Erstsymptome. An dieser Stelle erwähne ich §137 Organon, der sich mit der Arzneimittelprüfung beschäftigt:


    „Je mäßiger – bis zu einem gewissen Grad – die Gaben einer zu solchen Versuchen bestimmten Arznei sind, desto deutlicher kommen die Erstwirkungen und nur diese, als die wissenswürdigsten, hervor und keine Nachwirkungen oder Gegenwirkungen der Lebenskraft. Voraussetzung ist, dass man die Beobachtung durch die Wahl einer wahrheitsliebenden in jeder Beziehung gemäßigten, feinfühligen Person, welche die gespannteste Aufmerksamkeit auf sich richtet zu erleichtern sich bestrebt …“


    Julius Mezger hingegen schreibt in seiner Arbeit „Über meine Erfahrungen mit Arzneimittelprüfungen“: „… bei einem Arzneiversuch, bei dem zu Beginn des Versuches Prüfstoff gereicht wurde, werden Erwartungssymptome nicht selten beobachtet. Deshalb sind diese anfänglichen Symptome einer besonders kritischen Beobachtung zu unterziehen. Es ist dienlich, in solchen Fällen eine Scheinarznei einzulegen und später dann den gleichen Arzneistoff in einem neuen Fläschchen zu reichen …“


    Die Symptome der Arzneimittelmeditation wurden aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit den Prüfungssymptomen beigefügt. Da sie mit dem Buchstaben „M“ gekennzeichnet sind, können sie speziell bewertet werden.

    - M1: Ich bin hellwach auf einer Almwiese, entspannt, kann mich fallen lassen, ich empfinde Frische, ein intensives Leben, ein Streben mit der Natur; Liebe, Versöhnung, Verzeihung, Trauer
    Ein intensives Leben kann aus sein – es folgt Verlust und Trauer


    - M1: Traum in der Nacht nach der Meditation: Ich bin schwanger, ich gebäre, es ist kein Kind, sondern eine Katze. Wo ist mein Kind? Es ist in der Abstellkammer; eine Frühgeburt, ich darf es nicht mehr sehen, es war die letzte Chance zur Geburt.


    - M2: Ich erlebe eine schöne Situation auf der Alm, eine tiefe spirituelle Begegnung; sie geht vorbei, ich kann sie nicht behalten oder zurückgewinnen. Die Vollkommenheit, die Einheit, sie kann vorbei sein. Die Arznei hat mit Liebe zu tun, meine Empfindung ist vollkommene Liebe und Verlust, Freude und Dankbarkeit über das Sein, empfangen und durchatmen, geben und nehmen, ich wollte bei der Meditation die Hand offen lassen. Ich habe ein Gefühl der Helligkeit auch bei geschlossenen Augen.


    - M3: Wolken, blauer Himmel, Holzschweine bewegen sich in einer Gruppe, der Hirte trägt einen Chinesenhut, er ist Chinese. Die Holzschweine werden zu echten fetten rosafarbigen. Ich sehe ein verletztes Schwein, der Hirte beugt sich hinunter – ein anderer Hirte setzt den Bogen an und erschießt es. Es liegt tot am Rücken, starr, die Beine nach oben.
    Chinesen stehen an der Mauer im Seidengewand mit Chinesenhut. Daneben Wachtürme und Menschen auf der Flucht. Plötzlich erkenne ich, dass die Menschen nicht Chinesen, sondern Indianer in Sackleinen gekleidet sind. Ich sehe Menschen im Krieg auf der Flucht, einen Behinderten im Rollstuhl, er hat den Krieg überlebt.

     

    1 (fortlaufende Nummer der Symptome) 12 (Prüfer)/15 (Tag): Traum von einer Rinderherde, vor der ich schutzsuchend auf einen hohen großen, schwer zu erklimmenden Anhänger klettere (Bedrohung, sie sind mir nach, ich war in ihrer Laufrichtung, sie kamen auf mich zu). Die Umgebung war wie bei mir zu Hause, hinter der Hütte steht auch so ein großer roter Anhänger.


    2 2/2 Traum: Ich arbeite in einem Krankenhaus als Arzt und bemerke, dass die Pfleger eine Liste haben mit Privatpreisen, nach denen die Patienten alles privat bezahlen müssen. Mein Gefühl: es handelt sich um einen bodenlosen Skandal, aber man kann nichts machen.

     

    3 6/15: Ich bin sehr stabil und hatte einen Verlusttraum, das Verlassenheitsgefühl hat mich den ganzen Tag noch überkommen: Ich sitze am Schreibtisch und mein Freund sagt, er hätte eine japanische Freundin, die er nur an einem bestimmten Ort trifft: eine Mischung aus harmlos und bedrohlich, ein absurder Zustand.


    4 13/6: Habe wieder sehr schlecht geschlafen, fühle mich unausgeruht und matt. Habe wirr geträumt mit lebhaften Bildern von Verfolgung und Flucht.


    5 7/20 Traum: Ich stehe in einem Raum nackt, in einem anderen Raum stehen andere, sie fliehen, auf mich kommt ein Pferd im Galopp zu.


    6 6/30 Traum: Ich habe ein Schlagwerkzeug in der Hand und hole damit aus, um es von hinten jemandem über zu schlagen. Ich wache vollkommen ohne Emotionen auf.


    7 6/17 Traum: Ich baue Betten auf, bin hoch oben, ich könnte herunterfallen. Plötzlich fällt mir die unsichere Position auf und ich weiß nicht wie ich herunterkommen soll, mir schwindelt.


    8 5/4 Traum: Ein Luftkissenboot flog in der Luft und stürzte dann ab. Alles geschah neben meinem Elternhaus. Meine Schwester erkannte, dass alle Leute fremd waren.

     

    9 7/14 Traum: Ich stehe an einer Klippe, ich sehe fliegende Pferde und Reiter über den Klippen. Einer stürzt ab, an mir vorbei mit einem Sog. Ich muss mich festhalten, dass ich nicht mitgezogen werde.


    10 5/5 Traum: Ich hatte eine Lifestyle-Party. Ein Mann hatte eine Vorführung. Er war ungehalten, weil nicht mehr Leute anwesend waren. Ich ergriff die Flucht, ich hatte überirdische Kräfte: ich entfloh fliegend. Ich wurde immer wieder munter, träumte weiter und konnte immer wieder fliegen. Ich konnte den Mann für Momente verzaubern.


    11 6/1-10: Unangenehme Nervosität mit Herzklopfen im Hals, Enge und Trockenheit im Hals, die Sprache fällt schwer. Symptome verschwinden durch körperliche Bewegung.


    12 6/25–30: Bin unruhig, ungeduldig; wenn ein Kind viel fragt, bin ich sonst geduldig, jetzt aber mürrisch.


    13 13/1: Am Nachmittag Stimmungsverfall und äußerst üble Laune ohne Ursache. Kein Sinn für Humor, jede Kleinigkeit führt zu enormem Verdruss. Wunsch, mich zurückzuziehen und niemandem zu begegnen.


    14 10/6: Meine Wohnungskollegin hat gemeint, dass ich reizbar bin wie noch nie. Eine Kleinigkeit reicht aus, mir wird ganz heiß, ich spüre einen Knödel im Bauch und ärgere mich maßlos. Gleichzeitig ärgert mich, dass ich so reizbar bin. Wo ist meine Gelassenheit hin?


    15 10/7: Heute wollte ich ein Geschenk kaufen gehen und wusste auch schon was, doch im zweiten Geschäft, in dem ich war, ärgerte ich mich schon wieder so sehr darüber, dass ich nichts fand, und überhaupt – sodass ich nichts kaufte. Ab da nervte mich fast alles – spielende Kinder kamen mir vor wie kleine Ungeheuer, die Lärm machten um mich zu ärgern.


    16 10/14: Bin abends beim Fortgehen ohne Grund immer kurz mürrisch, ein Gefühl, das ich ansonsten nicht kenne. Es kann natürlich auch sein, weil ich bereits den fünften Tag mit meiner Freundin bei ihrem Bekannten unterwegs bin. Trotzdem mir völlig unbekannte Anfälle von Unmut.


    17 2/27: Der Bewegungsmangel der vergangenen Woche gipfelte heute in dem Gefühl „überzuschnappen“: Besserung durch schnelles Laufen und dann Gehen, danach waren die innere Unruhe und das Gefühl durchzudrehen weg.


    18 2/28: Werde das Gefühl, Amok laufen zu müssen, nicht los, fühle mich getrieben. Besser durch Bewegung, ich bin voll Energie. Getriebensein, Unruhe: es geht etwas los, ich kann es nicht ändern, es geht nicht. Es ist bedrohlich, weil es nicht aufhört, ich habe Angst, ich laufe unkontrolliert in die Donau.


    19 6/2–5: Ich erlebe eine eigenartige Einengung des Gesichtsfeldes, als würde ich durch eine Kreisblende schauen, als hätte ich Scheuklappen.


    20 10/8: Ich bin mit dem Auto gefahren, und Ed hat mir etwas aus dem Gesicht gewischt, wodurch ich ganz verunsichert wurde und ihn angeschrieen habe. Ich hatte das Gefühl, mein ganzes Blickfeld sei eingeschränkt. (Kurz darauf war ich dann nur noch verärgert, weil er mich so verunsichern konnte.)


    21 1/1–33: Meine Unbekümmertheit fällt mir auf. Eine Stationsschwester hatte mir etwas über mich erzählt, ein Ereignis vor ein paar Wochen; ich hatte das Gefühl, als wäre das nicht ich gewesen.


    22 1/34: Die auffallende Unbekümmertheit ist vorbei, ich fühle mich ziemlich niedergeschlagen.


    23 1/29: Immer wieder bemerke ich Gedächtnislücken oder ich frage mich, habe ich dies oder jenes gestern getan oder gesehen? Wollte ich es nur tun oder habe ich es bloß geträumt?


    24 11/2: Unkonzentriertheit während des Tages, einfache Dinge werden anders als sonst wahrgenommen. Vergesse morgens Kaffee in den Filter zu geben, übersehe beim Rad fahren einen Bus und werde beinahe überfahren. Ich kann mich einfach nicht konzentrieren.


    25 13/2: Beim Einkauf merke ich Konzentrationsschwächen (lege meine Sachen dreimal in fremde Einkaufswägen und muss meinen suchen). Am Nachmittag habe ich das Gefühl eines Gedächtnisausfalls, da ich mich unmittelbar nach einer Handlung nicht mehr an sie erinnern kann. Tagsüber habe ich ein paar Mal das Gefühl, hinter mir zu stehen und die Welt von außen zu betrachten, distanziert und fremd. War ein lustiges Gefühl.


    26 10/03: Heute habe ich begonnen, für die erste Prüfung zu lernen. Ich kann mich kaum konzentrieren. Die Gedanken kreisen, doch wenn ich mich auf sie konzentriere, sind sie weg. Ich ertappe mich, dass ich lange auf ein Wort starre ohne zu wissen was es bedeutet. Es ärgert mich, dass nichts weitergeht.


    27 12/17: Ein neues Symptom ist Kurzzeitvergessen, dass ich Gedanken unmittelbar darauf wieder vergessen habe.


    28 12/18: Eindruck des Vergessens – eine einzigartige, unangenehme Erfahrung – ich habe einen Gedanken und kurz drauf ist er weg. Gefühl, dass ich ihn verloren habe.


    29 10/6: Ich bin heute ein bisschen zerstreut. Bei der Prüfung habe ich die Fragen meist falsch verstanden, obwohl sie im selben Wortlaut im Skript gestanden sind.


    30 10/19: Morgen habe ich eine Prüfung und ein Referat, doch habe ich das Gefühl, dass ich ins Leere schaue, wenn ich das Skript zu lesen versuche. Ich lese eine Zeile, und wenn diese aus ist, weiß ich schon nicht mehr, was drinnen gestanden ist. Ich bin müde und träume von Urlaub und Ferien und kann mich nicht konzentrieren. Ich hab das Gefühl, dass ich inkonsequent und eine Versagerin bin und trotzdem überlege ich, ob ich nicht früh schlafen gehen sollte, auch wenn ich nicht genug vorbereitet bin. Ich bin einfach so müde.


    31 1/9: Ich beobachte in den letzten Tagen eine gewisse Lustlosigkeit, Trägheit, Schwerfälligkeit Aufgaben zu erfüllen. Weiters fällt mir auf, dass ich bei meiner Arbeit im Krankenhaus eine eigentlich ziemlich eindeutige Diagnose erst im Gespräch mit Kollegen realisierte: Ich war geistig wie gelähmt. Ich war so weit weg aus einem Gefühl der Sicherheit heraus – zuviel der Sicherheit und Gedankenlosigkeit.


    32 1/18: Am Nachmittag spüre ich Sekret in der Nase, bin in völliger Gedankenlosigkeit, die Gedanken schwinden. Plötzlich bin ich sehr froh, an die Möglichkeit einer Selbstbehandlung zu denken.


    33 1/20: In der Nachmittagsordination weiß ich nicht, was ich verordnen soll. Oder ich habe bei der Verordnung ein flaues Gefühl, wenn ich verordne, überlege, hoppla, wie habe ich das sonst gemacht. Zum Teil bekümmert es mich. Bin noch gelassener als sonst bei Dingen, die mich stören sollten. Bin nicht unzufrieden. Wenn ich länger nachdenke, weiß ich nicht mehr, habe ich das geträumt, oder ist es wahr.


    34 3/3: Traum: Mein Mann hat eine Freundin, zumindest interessiert er sich für eine andere Frau. Ich beobachte, aber bleibe ungerührt.


    35 10/37: Ich habe einen Traum gehabt, der wie ein Krimi aufgebaut war, er schien mir sehr lang zu dauern. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, außer, wir fressen etwas aus und niemand darf etwas davon mitkriegen. Ich hatte das Gefühl, denselben Traum schon einmal geträumt zu haben und dass viele Gesichter vorgekommen sind.


    36 13/16: Ich gehe in die Oper. Das wird zu einem komischen Erlebnis. Während der Aufführung beginne ich über das Leben, die Musik, die Kunst nachzudenken und mich und alles um mich herum distanziert zu betrachten und sogar lächerlich zu finden. Selbst mich in meiner Beziehung finde ich lächerlich und dies führt zu ernsthaftem Streit.


    37 3/6: Ich bin distanzierter und lasse mir manches abnehmen, zum Beispiel die Versorgung meiner kranken Mutter. Das hätte ich früher nicht gemacht.


    38 1/22: Es gibt Vorkommnisse, an die ich mich nach ziemlich kurzer Zeit nicht mehr erinnern kann.


    39 3/8: Ich habe Rechtschreibprobleme, vor allem Groß- und Kleinschreibung.


    40 1/27: Traum, erinnerlich aus den letzten Tagen: In einer Art Hof oder Atrium führt eine Treppe in den ersten Stock, dort besuche ich eine alte Dame mit Sohn, auf der Treppe treffe ich alte Bekannte. Erwacht weiß ich nicht, wem ich begegnet bin.


    41 3/34–37: Die Stimme reißt manchmal ab, – hysterisch?, muss schlucken, damit sie wiederkommt.


    42 1/39: Die Stimmung wird allmählich besser aber ich spüre eine deutliche Blockierung im Sinne von Wortfindungsstörungen.


    43 2/13: Bin weinerlich, kann schwer Kontakt aufnehmen mit der Umwelt, fühle mich betäubt im Kopf.


    44 2/13 Traum: Ich stand vor der alten Universität und hatte den Eindruck, ich würde jetzt endlich weiter studieren, Theologie und Philosophie. Als ich hineinging, stand da eine kleine Gruppe von Studenten und Professoren in den Gängen der fast baufälligen Universität. Sie gingen einige Meter vor mir und dann einen Stock tiefer. Ich wollte ihnen folgen, aber ich wurde durch eine zweite Treppe daran gehindert, die ebenfalls in die Tiefe führte, meinen Weg aber blockierte. Eine Zeit lang fühlte ich mich in dem alten Treppenhaus fast gefangen. Nach dieser Beunruhigung konnte ich endlich die Mensa der Universität finden, wo viele Studenten zusammen waren und gute Stimmung herrschte.


    45 2/15: Ich fühle mich „neutralisiert“, kann mich für nichts enthusiastisch einsetzen. Der Vortrag, den ich halten soll, ist mir „egal“, ich kann mich nicht einstimmen. Nicht einmal Witze sind lustig.

     

    Allgemeinsymptome

    Schlaf
    46 3/12–42: Tiefer fester Schlaf, tief und erholsam, kein Grübeln seit der AMSE trotz Stress.
    47 4/15–25: Auffallend tiefer Schlaf, wie im Koma, kein Geräusch weckt mich.

    Müdigkeit, Energie
    48 3/12–42: Bin hochaktiv und voll Energie trotz stressiger Situation.
    49 6/15: Bin den ganzen Tag hochaktiv und habe das Gefühl, ein neues Leben anzufangen, fühle mich den ganzen Tag aktiv und arbeite viel.
    50 10/2: Habe das Gefühl, dass ich viel Energie habe, aber sie nicht ausleben kann – weiß nicht warum.
    51 6/2–10: Bin morgens niedergeschlagen und müde, habe keine Lust zu arbeiten. Wenn ich am Nachmittag zu arbeiten beginne, tut es mir gut und ich fühle mich prächtig, diese wechselhaften Stimmungen bin ich nicht gewohnt.
    52 3/2–3: Ich bin müde, wie zerschlagen, wie gerädert gegen Mittag, vormittags hatte ich alle Mühe, die Augen offen zu halten; gähnte häufig, Aktivität beginnt gegen 14 Uhr.
    53 3/4: Müdigkeit mit beginnendem Kopfschmerz (siehe Kopfschmerz: Symptom 73).
    54 2/2–10: Morgens fühle ich mich erschöpft mit dumpfem Kopfschmerz (siehe Kopfschmerz: Symptom 75).
    55 3/1–20: Ich erwache immer sehr müde.
    56 2/2–15: Tagsüber Frösteln und Müdigkeit.
    57 13/1–13: Fühle mich sehr müde und schlapp, die Müdigkeit beginnt schon in der Früh, abends falle ich ins Bett und schlafe auf der Stelle ein.
    58 13/2: Kopfweh nur mehr in Ansätzen spürbar (siehe Kopfschmerz: Symptom 76), aber Müdigkeit und Mattigkeitsgefühl sind ausgeprägt. Lege mich deswegen öfters hin für kurze Zeit.
    59 12/1–11: Ab 16 Uhr auffallende Müdigkeit, häufiges Gähnen, „wie gebremst“.
    60 11/2–5: Fühle mich leer und ausgepumpt, ohne Energie.

    Sexualität
    61 1/24: Mein sexuelles Verlangen ist gesteigert, bin lockerer, sagt meine Frau.
    62 3/5–46: Mangelndes bis fehlendes sexuelles Verlangen, vergesse, dass es das gibt.
    63 6/5–28: Starke Libido.

    Schwindel
    64 5/6–11: Schwindel wie betrunken mit Müdigkeit (siehe Magen/Darm: Symptom 126) und viel hellem weichen Stuhl.
    65 13/11–14: Am Nachmittag wird mir kurz schwarz vor Augen beim Aufstehen.

    Appetit
    66 3/10,11: Gesteigerter Appetit, ich weiß nicht was ich essen will.
    67 12/5: Habe große Frustesslust nach Butterkeksen, sonst esse ich fast nie Süßes.
    68 11/20–25: Beginn der Phase, keinen Hunger zu haben, aß nur ein paar Brote pro Tag und verspürte trotzdem keinen Hunger. Normalerweise esse ich überdurchschnittlich viel.
    69 13/35–40: Heißhunger auf Süßes.

    Durst
    70 12/10–11: Starkes Durstgefühl auf kalte Getränke.
    71 3/1–15: Durst auf kaltes Wasser.

     

    Körpersymptome

    Kopf
    72 5/36: Habe heute Morgen einmal fünf Globuli der C200 eingenommen, bin ziemlich müde und gereizt, gegen 13 Uhr bekomme ich wahnsinnige Kopfschmerzen, wie noch nie in meinem Leben: ein Stechen in der rechten Kopfhälfte, Stechen im linken Auge mit Erbrechen und hellem übel riechendem Stuhl, die Beschwerden dauern die ganze Nacht an, Besserung um 15 Uhr des nächsten Tages.
    73 3/4,36: Müdigkeit und gegen 11 Uhr linksseitiger Kopfschmerz von der Schulter über den Nacken zum linken Auge bzw. Orbitalrand ziehend; begleitet von Übelkeit, in Magen und Hals empfunden, wiederkehrend verstärkte Intensität; Verschlimmerung durch geistige Anstrengung, Schmerzqualität: „weh“.
    74 4/26,28: Kopfschmerz, dumpf, wie bei Überarbeitung, parietal und frontal, das Gedächtnis nicht beeinträchtigend; bei der Arbeit nicht wahrgenommen, nur in Ruhe oder beim Darandenken.
    75 2/2–15: Am Morgen gegen 4 Uhr fühle ich einen dumpfen Kopfschmerz im Stirnbereich, der besser beim Aufstehen ist.
    76 13/1: Ab 10 Uhr (zwei Stunden nach erster Einnahme) starke Kopfschmerzen: stechende Schmerzen von der Schädeldecke in das Gehirn hinein, wie von einem Messer, die den ganzen Tag anhalten, Ruhe bessert den Schmerz. Ich fühle mich müde und schlapp.
    77 12/2: Mein Kopf ist heiß und ich spüre leichten Druck im Knochen zwischen Augenbrauen und innerem Augenwinkel beidseits, der sich wie in Spiralen nach innen bewegt, hält den ganzen Tag an, besser in Ruhe.

    Augen
    78 1/1–39: Zucken des linken unteren Augenlides, immer wieder – im Spiegel kaum sichtbar, aber deutlich zu spüren.
    79 1/2: Beide Konjunktiven injiziert, schmerzhaft brennend, besser bei geschlossenen Augen.
    80 3/7: Jucken und Brennen im medialen Augenwinkel, Verschlimmerung durch Reiben.
    81 2/9: Starke Rötung der Konjunktiven und unangenehmes Gefühl der Reizung.
    82 2/6–42: Filiforme Warze am linken Oberlid, juckend.
    83 6/10–15: Habe am rechten Auge eine Schwellung und Rötung am Unterlid, wie ein beginnendes Gerstenkorn.
    84 2/8–46: Rechts verstärkter Tränenfluss, wie Fett aus den Augen; schlimmer bei Stress: als ob ich inneren Schmerz habe und innerlich weinen muss; als ob ich abgewiesen werde und allein bin.
    85 10/38: Beim Erwachen beide Augen verklebt.
    86 8/1: Gegen Abend ist das rechte Auge rot, als ob es zu trocken wäre und reibt.
    87 8/6: Die Augen brennen schon in der Früh beim Aufstehen, als ob die Augen während der Nacht offen gewesen wären.

    Sehen
    88 10/4: Am Vormittag stechendes Ziehen in der Stirn vom linken Auge bis zum Haaransatz, wie eine Sternschnuppe. Danach hatte ich das Gefühl, dass ich Personen und Dinge ein bisschen weiter weg sehe. Die Empfindung wiederholt sich um etwa 15 Uhr 30.
    89 10/4: Etwa um 15 Uhr 30 stechendes Ziehen in der Stirn, links von der linken Augenbraue, ein paar Sekunden. Danach hatte ich das Gefühl, dass ich die Personen und Dinge weiter weg sehe – das dauerte auch nur einige Sekunden lang.
    90 10/19: Ich habe das Gefühl, dass ich ins Leere schaue (siehe Geist/Gemüt/Stimmung: Symptom 30).
    91 6/2–5: Ich erlebe eine eigenartige Einengung des Gesichtsfeldes, so als würde ich durch eine Kreisblende schauen, als hätte ich eine Scheuklappe.

    Ohren, Hören
    92 12/16: Ich habe den Eindruck, dass ich mich verhöre in Situationen mit Kindern, deren Sprache mir nicht so geläufig ist.

    Nase
    93 3/5: Wässrige Nasensekretion, spärlich, ohne Niesen.
    94 1/14: Niesen und schleimiges Nasensekret.
    95 4/2–17: Wässrige Nasensekretion, gelegentlich verstopft, rechts mehr als links.
    96 6/6: Verstopfte Nase, besser am Nachmittag.
    97 4/17–46: Blutiges Sekret, blutige Krusten.

    Mund
    98 2/6,7: Zunge wie verbrannt, hauptsächlich bei Berührung des Gaumens und der Speisen.
    99 4/18–22: Schleimhautulkus, weiß auf rotem Grund am harten Gaumen, Gefühl wie verbrannt.

    Zähne
    100 11/2: In der Nacht plötzlich pulsierender Schmerz im linken oberen Backenzahn, höllische Schmerzen, Schlaflosigkeit, die Schmerzen dauern bis zum Vormittag an und hören plötzlich auf. (Anmerkung: Bei zahnärztlicher Kontrolle wurde kein Grund für diese Schmerzattacke gefunden.)

    Gesicht
    101 1/5–8: Unter der linken Unterlippe im Bartbereich kleine Stelle mit Spannungsgefühl und geringem Schmerz bei Berührung – ein beginnendes Furunkel?
    102 12/16: Fieberblase auf der Oberlippe rechts in der Mitte.
    103 1/13–36 Kleines Ekzem am Kinn unter der linken Unterlippe.
    104 3/12–31: An Kinn, Stirn, Haaransatzlinie Pickel, Eiter und Talg exprimierbar – Haut insgesamt in diesem Bereich gerötet, warm. Haut trocken im Bereich von Kinn und Augenbrauen, zum Aus-der-Haut-fahren.
    105 6/19: Nicht nur die Augen sind am Morgen verschwollen (das passiert immer, wenn ich zuviel schlafe), sondern ich habe das Gefühl, die ganze rechte Gesichtshälfte ist geschwollen, auch die Ohren ein wenig, löst sich durch Bewegung.

    Hals
    106 1/3,13–30: Morgens brennende Halsschmerzen nach dem Erwachen mit starkem Trockenheitsgefühl in Hals und Rachen, werden tagsüber weniger.
    107 3/3, 37: Erwache mit Rauhigkeit im Hals, rechts mehr als links, keine Ausstrahlung, verstärkt beim Speichelschlucken, leichtes Stechen in der rechten Mandelloge, Ausstrahlung bis ins rechte Ohr, Besserung bis zum Abend.
    108 5/3–10: Kratzen im Hals morgens beim Erwachen mit Schleimabsonderung und Reizhusten, der sich im Laufe des Tages bessert.
    109 2/2–5: Halsschmerzen beidseits, ein Würgen und Schmerzen beim Schlucken; schlimmer am Abend und in der Nacht; vermehrter Speichelfluss und Verlangen zu schlucken; die Nase ist zu, alles ist trocken.
    110 6/6–10: Gefühl, als wäre mein Hals zugeschwollen, jedoch ohne Schmerzen. Ich kann kaum sprechen, Gefühl von Trockenheit in den Stimmbändern, besser am Nachmittag (siehe Herz: Symptom 114).
    111 11/12–16: Rechte Tonsille beginnt anzuschwellen und sich damit bemerkbar zu machen. Sie schwillt an und gibt Sekrete ab, sodass ich einen üblen Mundgeruch habe.

    Herz
    112 6/1: Nach der zweiten Arzneieinnahme zu Mittag habe ich leichtes Herzklopfen und das Gefühl, das Herz sitze im Hals.
    113 6/2: Nach der mittäglichen Arzneieinnahme wieder Herzklopfen, diesmal starkes Einengegefühl um den Hals, als bekomme ich keine Luft, was nicht der Fall ist.
    114 6/18: Zu Mittag fällt mir wieder die unangenehme Nervosität auf mit Herzklopfen im Hals; der Hals ist eng und trocken, Sprechen fällt schwer.
    115 12/2–5: Vor 23 Uhr beim Lesen im Bett, plötzlich, unvermittelt und einmalig ein durchstechender Herzschmerz, zwei Momente lang. Die Aufmerksamkeit bleibt noch eine Weile dort, der Schmerz ist weg, kehrt die nächsten vier Abende in derselben Weise wieder.

    Magen, Darm
    116 2/3–13: Magenschmerzen nach dem Essen, ein dumpfes Wehtun und gelegentliches Krampfen.
    117 3/30,31: Aufstoßen bei jedem Getränk, vor allem mit Kohlensäure, und nach jedem Essen, kann es nicht zurückhalten.
    118 2/2–21: Dumpfer Bauchschmerz, ein Spannungsschmerz im Mittelbauch mit Blähungen und stinkenden Winden.
    119 3/25: Schmerzen während der Menses vom Unterbauch Richtung Oberschenkel ziehend bis zu den Knien; außerdem nach sakral ziehende Schmerzen, auseinander ziehend, kann kaum stehen. Besserung durch lokale Wärme, Ruhe.
    120 1/2: Gelegentlich ist meine Darmtätigkeit spürbar und hörbar.
    121 1/10–15: Stuhl weich, noch geformt, riecht säuerlich.
    122 1/26: Anstrengende schmerzhafte Defäkation, großkalibrig.
    123 4/4–11: Beim Stuhlgang habe ich das Gefühl, als ob ein Glassplitter im Anus stecke.
    124 3/1–12: Heller, weicher, voluminöser Stuhl.
    125 5/36: Heller übel riechender Stuhl während wahnsinninniger Kopfschmerzen, nach der Einnahme der C200 (siehe Kopf: Symptom 72).
    126 5/6–11: Bin müde, habe viel hellen weichen Stuhl, und Schwindel wie betrunken.
    127 2/2: Habe morgens zweimal Stuhlentleerung, der ist weicher als gewöhnlich.
    128 3/17–19: Stuhl spärlich trocken, schafskotartig.
    129 3/12–32: Hämorrhoiden, brennend, juckend, beißend; blutend bei harter Defäkation, anschließend im After Gefühl wie Muskelkater, der lange anhält. Schlimmer beim Gehen, besser durch Wärme.
    130 11/12–13: Beginn eines starken Durchfalls, der zwei Tage anhalten sollte mit leichten Bauchschmerzen.
    131 12/2–8: Wenig kleinknolliger Stuhl.
    132 13/6–7: Der Stuhl heute Früh ungewöhnlich hell, fast weiß, obwohl ich nichts Ungewöhnliches gegessen habe.
    133 2/7–20: Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, wie eine Kapselspannung, ist ständig im Hintergrund spürbar; manchmal nachts über zwei bis drei Stunden deutlich spürbar.

    Wirbelsäule
    134 3/41–43: Starke Schmerzen in der Wirbelsäule, wie gerädert, wie zerschlagen. Höhe Th8–I2; in der Höhe L4–S1. Gefühl, als ob ich hier abbrechen würde, kann nicht aufrecht gehen, kann nicht aufrecht sitzen, trotzdem insgesamt gute Laune.
    135 2/31–35: Schmerzen lumbal rechts, ein drückender Dauerschmerz (L4, L5), schlimmer beim Sitzen in bestimmter Schräglage, besser durch aufrechte Haltung, Ablenkung, Anlehnen an einen festen Gegenstand, Liegen und Gehen.
    136 6/19: „Gelenkschmerzen“ im LWS-Bereich und in den Hüftgelenken, nach unten in die Beine ziehend, Bewegung löst die Schmerzen.
    137 6/24,29,33: Wieder diese ziehenden Schmerzen besonders im LWS-Bereich, nach beiden Seiten ausstrahlend, links bis ins Bein, auch Schmerzen im linken Schultergelenk. Gestern Nachmittag fiel das Stiegensteigen schon schwer.
    138 10/15: Den ganzen Tag über Rückenschmerzen in der Nierengegend.

    Extremitäten
    139 1/2 und 2/3,5,13: Kältegefühl, besonders in den Händen.
    140 3/3–33: Füße sind schweißwarm, stinkend.
    141 5/36–1. Tag der Einnahme der C 200: Nach Unterkühlung des rechten Fußes spüre ich einen ziehenden Schmerz unter dem rechten Knie, ringförmig; Wärme und Ruhe bessern.
    142 1/14,15: Schmerzen im rechten Hüftgelenk, nicht ausstrahlend, nur bei flottem Gehen.
    143 6/19: Schmerzen in den Hüftgelenken in die Beine ziehend, besser durch Bewegung; (siehe Wirbelsäule: Symptom 136).
    144 1/15,17: Schmerzloses Knacksen in der Hüfte beim Gehen.
    145 3/19,21: Dumpfer Schmerz medial des inneren Skapularandes, schlimmer bei Bewegung.
    146 2/8: Schmerzen unter dem rechten Schulterblatt in die Schulter rechts einstrahlend, als ob ein Balken darauf liege, schlimmer beim Kopfdrehen.
    – M4 Schmerzen stechend in der rechten Schulter, die sich bis in die Hand erstrecken, während der Meditation, besser in Ruhe.
    147 2/25: Schmerzen in den Gelenken, ein Wehtun, vorwiegend betroffen sind die Schultergelenke und Ellenbogengelenke, eher rechts, schlimmer bei Bewegung.
    148 4/8–12: Juckende blassrote Stellen an beiden Handgelenken, radialseitig.
    149 4/12: Juckende blassrote Stellen vorn an beiden Oberschenkeln.
    150 13/5–14: Ziehende Schmerzen in den Beinen, besonders beim Vorbeugen. Fühlt sich an wie bei Fieber, in Muskeln und Knochen. Ruhe und Wärme helfen.

    Urogenitalbereich
    151 5/37: Am zweiten Tag nach C200 Schmerzen in der linken Niere „wie ein Panzer“, wiederkehrend, bin gereizt, Ruhe bessert.
    152 4/1,4,14: Stechende Schmerzen im rechten Nierenlager, erwache davon um 23 Uhr.
    153 3/7–19: Vulva: ohne Anlass Rötung, manchmal Brennen, etwas gelblicher Fluor.

    Harn/Wasserlassen
    154 13/10-12: Harn hat einen eigenartigen, intensiv mandelartigen Geruch.

    Haut
    155 2/: Hautjucken an mehreren Stellen, ohne Exanthem.

    Weitere Hautsymptome siehe Gesicht und Extremitäten

     

    Auswahl auffallender Symptome

    Kopf
    73 (Symptom) – Stechende Kopfschmerzen.
    74 Kopfschmerz beeinträchtigt das Denken nicht, wird nur in Ruhe und nicht bei der Arbeit wahrgenommen.

    Augen
    91 Einengung des Gesichtsfeldes, als würde ich durch eine Kreisblende schauen.
    85 Beim Erwachen beide Augen verklebt.
    87 Die Augen brennen schon in der Früh beim Aufstehen, als ob die Augen während der Nacht offen gewesen wären.
    88 Ich habe das Gefühl, dass ich die Personen und Dinge weiter weg sehe.
    90 Ich habe das Gefühl, dass ich ins Leere schaue.

    Hören
    92 Ich habe den Eindruck, dass ich mich verhöre.

    Zähne
    100 In der Nacht plötzlich pulsierender Schmerz im linken oberen Backenzahn, höllische Schmerzen, Schlaflosigkeit, die Schmerzen dauern bis zum Vormittag an und hören plötzlich auf.
    113 Nach der mittäglichen Arzneieinnahme wieder Herzklopfen, diesmal starkes Einengegefühl um den Hals, als bekomme ich keine Luft, was nicht der Fall ist.
    114 Unangenehme Nervosität mit Herzklopfen im Hals.

    Magen/Darm
    133 Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, wie eine Kapselspannung, ist ständig im Hintergrund spürbar; manchmal nachts über zwei bis drei Stunden deutlich spürbar.

    Wirbelsäule
    134 Starke Schmerzen in der Wirbelsäule, wie gerädert, wie zerschlagen. Höhe Th8–l2; in der Höhe L4–S1 Gefühl als ob ich hier abbrechen würde, kann nicht aufrecht gehen, kann nicht aufrecht sitzen, trotzdem insgesamt gute Laune.

    Urogenitalbereich
    151 Am zweiten Tag nach C200 Schmerzen in der linken Niere „wie ein Panzer“, wiederkehrend, bin gereizt, Ruhe bessert.

    Allgemeinsymptome
    46 Tiefer fester Schlaf, tief und erholsam, kein Grübeln seit der AMSE trotz Stress.
    49 Bin den ganzen Tag hochaktiv und habe das Gefühl, ein neues Leben anzufangen, fühle mich den ganzen Tag aktiv und arbeite viel.
    52 Ich bin müde wie zerschlagen, wie gerädert gegen Mittag, vormittags hatte ich alle Mühe, die Augen offen zu halten; gähnte häufig, Aktivität beginnt gegen 14 Uhr.
    - Verlangen nach Kaffee und Unverträglichkeit von Kaffee
    - Verlangen nach Süßem
    - Durst vermehrt
    - Schmerzen: stechend, ziehend, drückend
    - Kältegefühl
    - Stuhlgang voluminös, häufig
    - Rechtsseitigkeit

    Modalitäten
    - Wechselhaft, plötzlich
    - Besser durch: Ablenkung, Ruhe, Wärme
    - Schlechter durch geistige Anstrengung, am Morgen, nachts, durch Kälte

     

    Schwerpunkte bei Geist-/Gemütssymptomen

    Beschreiben das Gefühl, das schöne intensive Leben zu verlieren:
    M2 Ich erlebe eine schöne Situation auf der Alm, eine tiefe spirituelle Begegnung; sie geht vorbei, aber ich kann sie nicht behalten oder zurückgewinnen. Die Vollkommenheit, die Einheit, sie kann vorbei sein. Die Arznei hat mit Liebe zu tun, meine Empfindung ist vollkommene Liebe und Verlust, Freude und Dankbarkeit über das Sein, empfangen und durchatmen, geben und nehmen.
    M1 Ein intensives Leben kann aus sein, es folgen Verlust und Trauer.

    Träume mit Angst, von großer Höhe zu fallen:
    7 Ich baue Betten auf, bin hoch oben, ich könnte herunterfallen. Plötzlich fällt mir die unsichere Position auf und ich weiß nicht, wie ich herunterkommen soll, mir schwindelt.
    8 Ein Luftkissenboot flog in der Luft und stürzte dann ab. Alles geschah neben meinem Elternhaus. Meine Schwester erkannte, dass alle Leute fremd waren.
    9 Ich stehe an einer Klippe, ich sehe fliegende Pferde und Reiter über den Klippen. Einer stürzt ab, an mir vorbei mit einem Sog. Ich muss mich festhalten, dass ich nicht mitgezogen werde.

    Unbekümmertheit und Vergesslichkeit:
    21 Meine Unbekümmertheit fällt mir auf. Eine Stationsschwester hatte mir etwas über mich erzählt, ein Ereignis vor ein paar Wochen; ich hatte das Gefühl, als wäre das nicht ich gewesen.
    35 Ich habe einen Traum gehabt, der wie ein Krimi aufgebaut war, er schien mir sehr lang zu dauern. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, außer, wir fressen etwas aus und niemand darf etwas davon mitkriegen. Ich hatte das Gefühl, denselben Traum schon einmal geträumt zu haben und dass viele Gesichter vorgekommen sind.
    23 Immer wieder bemerke ich Gedächtnislücken, oder ich frage mich, habe ich dies oder jenes gestern getan oder gesehen? Wollte ich es nur tun oder habe ich es bloß geträumt?
    28 Eindruck des Vergessens – eine einzigartige, unangenehme Erfahrung – ich habe einen Gedanken und kurz drauf ist er weg. Gefühl, dass ich ihn verloren habe.

    Wahrnehmungsstörungen und Sinneseindrücke:
    91 Ich erlebe eine eigenartige Einengung des Gesichtsfeldes, so als würde ich durch eine Kreisblende schauen, als hätte ich eine Scheuklappe.
    88 Ich habe das Gefühl, dass ich Personen und Dinge weiter weg sehe.
    90 Ich habe das Gefühl, dass ich ins Leere schaue.
    92 Ich habe den Eindruck, dass ich mich verhöre.
    41 Die Stimme reißt manchmal ab.
    42 Eine deutliche Blockierung im Sinne einer Wortfindungsstörung fällt mir auf.
    21 Ich habe das Gefühl, als wäre das nicht ich gewesen.
    23 Wollte ich es nur tun oder habe ich es bloß geträumt?
    100 In der Nacht plötzlich pulsierender Schmerz im linken oberen Backenzahn, höllische Schmerzen, Schlaflosigkeit, die Schmerzen dauern bis zum Vormittag an und hören plötzlich auf.
    112 Nach der zweiten Arzneieinnahme zu Mittag habe ich leichtes Herzklopfen und das Gefühl, das Herz sitze im Hals.
    133 Ich habe Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, wie eine Kapselspannung.

     

    Mögliche Themen von Agrimonia eupatoria

    - Ein intensives Leben kann aus sein.
    - Vollkommenheit kann aus sein.
    - Träume mit Angst aus großer Höhe zu fallen. (Wenn wir die Rubrik „Fear of falling from height“ betrachten, finden wir

       als Vergleichsmittel: Aurum, Hyoscyamus, Thuja.)
    - Vollkommene Liebe und Verlust.
    - Zuviel Sicherheit und Gedankenlosigkeit.
    - Die Realität nicht wahrnehmen wollen.
    - Bin gelassener für Dinge, die mich stören sollten.
    - Habe das Gefühl, als wäre das nicht ich gewesen.

    Allgemeinsymptome
    - Spannungsschmerz
    - Stechende Schmerzen
    - Rechtsseitigkeit
    - Kältegefühl

    Mögliche Ätiologie
    - Folge von Kränkung
    - Folge von enttäuschter Liebe
    - Konstitution, die durch Sykose verursacht wird.

    Vergleichsarzneien
    - Thuja: Angst aus großer Höhe zu fallen, sykotische Konstitution, Kälte verschlimmert.
    - Aurum muriaticum: Angst aus großer Höhe zu fallen, Folge von Kränkung, von enttäuschter Liebe, sykotische Konstitution.
    - Hyoscyamus: Angst aus großer Höhe zu fallen, Folge von enttäuschter Liebe, Verschlimmerung durch Kälte, Besserung durch Wärme.

     

    Agrimonia eupatoria – ein erster Behandlungsbericht

    Patientin A, geb. 1950, kommt wegen häufiger Harnwegsinfekte.
    Die Patientin leidet seit ihrer Kindheit mit Latenzphasen unter rezidivierenden Cystitiden. Nach einem Kuraufenthalt im Jahr 2000 in einem Schwefelbad wegen Morbus Scheuermann und Omarthrose beidseits wurde die chronische Krankheit wieder aktiv.
    Die Patientin berichtet: „Ich war ein unerwünschtes Kind. Später wurde ich zu sehr verzärtelt und meine Mutter hat mich nicht losgelassen. Ich habe mich vor allem Neuen gefürchtet. Bin eine Perfektionistin, möchte alles genau machen und bin unzufrieden, dass ich nicht mehr leiste. Ich bin Schulleiterin in einer Volksschule und muss mich überwinden, ins Lehrerzimmer zu gehen, denn ich möchte mit allen gut auskommen. Mein Mann sagt: ‚Dich fürchten sie zu wenig’. Früher hatte ich Lebensängste, dass ich nicht klug genug bin und mit nichts fertig werde. Jetzt geht es mir psychisch gut wie noch nie. Ich habe Angst vor der Mathematikschularbeit, Angst vor Konflikten mit den Schülern in der Klasse. Bewegung tut mir gut, wenn ich an Depressionen leide. Ich habe Lebensangst und bin traurig. Freude konnte ich nie wirklich erleben, ich war immer niedergedrückt. Ich brauche viel Zeit zum Entspannen. Mir fehlt die Leichtigkeit des Seins. Alles Neue ist eine Nervenbelastung. Ich mache mir ständig Sorgen. Bei meiner Matura hatte ich Galgenhumor, ich war lustig, obwohl man weiß, dass da eine schwierige Arbeit kommt.
    Mein Vater war Laienschauspieler und ging gern ins Kino. Ich sah ihn dort bei einer Sache, die nicht ideal war: Er hatte im Dunkeln Kontakt mit einer anderen Frau. Ich bin nicht hinausgegangen, aber ich war sehr traurig. Seither habe ich den häufigen Harndrang und dann begannen auch die Blasenentzündungen.
    Mein Mann ist ein liebenswürdiger Tyrann. Es macht mich wütend, wenn er mich herablassend behandelt. Am Schulschluss bin ich nervös und bekomme Wallungen, ich bin müde vor Anstrengung. Ich versuche alles gut zu machen und lass mich ausnützen, ich kann schwer nein sagen.
    Die Blasenschmerzen treten auf, wenn ich mich unterkühle, ich muss dann ständig Harn lassen und habe ein Hitzegefühl in der Blase.


    Verordnung am 4.2.2002: Allium cepa C30, dreimal fünf Globuli bei Bedarf, nach folgender Symptomenauswahl:
    - Undefinierbare Angst
    - Häufiger Harndrang
    - Wärmegefühl in der Blase
    - Erkältungsneigung
    - Strangurie nach nassen Füßen
    - Urin rot


    Am 25.3.2003 sehe ich die Patientin wieder:
    Nach einer Thermalbädertour in Ungarn Aufflammen der Harnwegsinfekte. Schon während der Kuraufenthalte war der Harn nicht in Ordnung, Erythrozyten und Eiweiß waren immer wieder enthalten – während der Kur behandelte sich die Patientin selbst mit Dulcamara. Sie konnte damit eine gewisse Besserung erreichen. Die Beschwerden haben sich verändert. Die Patientin habe jetzt wieder häufigen Harndrang, die Schmerzen sind jetzt stechend in der Blase. Im Harn kann man ständig Erythrozyten nachweisen. Sie leidet wieder unter Kältegefühl, besonders in den Füßen, im gesamten Glutealbereich und an den Oberschenkeln. Das führt häufig zu Erkältung und Entzündung der Blase. Außerdem spürt sie gelegentlich starke stechende Schmerzen im LWS-Bereich, die sie zusammenziehen, sie kann sich kaum aufrichten. Die Schmerzen sind schlimmer beim Liegen und Husten, besser bei fortgesetzter Bewegung, beeinträchtigend sind diese Schmerzen nicht. Der Stuhl ist ziegenkotartig trocken, die Patientin muss sich plagen ihn abzusetzen.
    In den Ohren habe sie einen Juckreiz vom Chlorwasser. Es lösen sich Schuppen aus dem äußeren Gehörgang.
    „Ich hatte immer Schuldgefühle, weil mein Mann 25 Jahre älter ist und wir noch zwei Kinder haben, obwohl er eine Tochter in meinem Alter aus erster Ehe hatte. Die Beziehung zur Stieftochter war immer sehr schlecht.
    Ich wollte mich immer wieder scheiden lassen, aber wegen unserer Kinder tue ich das nicht. Wenn ich traurig bin über unsere Ehe, sagt mein Mann, ich soll zum Psychiater gehen“.

    Träume
    Mein Mann ist mit dem Gesicht zur Wand an einem steil abfallenden Ufer gerade abgestürzt.
    Ein Kind fällt eine Wand hinunter.
    Ich fahre mit dem Auto über das Wasser und springe hinein, um schneller zu sein. Ich wundere mich, dass ich nass bin und laufe weiter über das Wasser mit nassen zerknitterten Kleidern.

    Frühere Krankheiten
    1996 wurde ein Myoma uteri operativ entfernt. Bis vor zwei Jahren wiederholt Sinusitiden.

    Familienananmnese
    Vater Myokardinfarkt

    Rubriken zur Arzneiwahl
    - Träume vom Fallen aus großer Höhe (siehe oben Symptom 7, 8, 9)
    - Folge von Kränkung
    - Folge von enttäuschter Liebe
    - Folge von Erkältung
    - Vermehrter Harndrang
    - Stechende Schmerzen in der Blase unabhängig vom Harnlassen
    - Stechende Schmerzen im LWS-Bereich, kann sich kaum aufrichten
    - Anstrengende Defäkation
    - Ziegenkotartiger Stuhl
    - Ein weiterer Traum kann als Bestätigung herangezogen werden: Dass die Patientin in ihrem Traum im Wasser nicht versunken ist, ähnelt dem Traum AMSE Symptom 10. In beiden Fällen endet eine gefährliche Situation glücklich.

    Verordnung
    Agrimonia eupatoria C30
    3x5, bei Blasenbeschwerden.
    Folgeordination am 26.4.2003: Patientin verwendete Agrimonia eupatoria zweimal erfolgreich; nach Einmalgabe einer C200 bleibt die Patientin beschwerdefrei (Stand: September 2003).


    Weiterführende Literatur
    Frohne, D., Jansen, U.: Systematik des Pflanzenreiches. 5. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 1998
    Gallwitz, E.: Kleiner Kräutergarten. 1. Auflage, Insel Verlag, Frankfurt 1992
    Kremer, D., Wied, H.: Neue Therapien mit Bachblüten. Band 1, Ansata Verlag, Bern
    Willfort, R.: Gesundheit durch Heilkräuter. Trauner Verlag, Linz

     

    Anschrift der Verfasserin

    Dr. Ulrike Schmutzer, A–3361 Aschbach, Bernsteinweg 9