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    Ambra grisea

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    REMEDY ABBREV.

    Ambr.

    MASTER PROVER

    Dr. Krassnig, OEGHM, Austria

    YEAR

    1985

    PROVING METHOD

    Classical

    PLACEBO?

    one prover received placebo

    BLINDING?

    Remedy unknown to the 10 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    unknown

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Ambra grisea

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Ambra grisea

     

    proving document available currently only in German

    published in the Austrian journal "Documenta Homoeopathica No.7"

     

    The 2nd foto is taken from Wikipedia (6/11), it is released to the public domain bythe National Oceanic and Atmospheric Administration (License: see here). Thank you very much for this contribution!

     

     

    Eine Arzneimittelprüfung mit Ambra D 30

     

    Idee

    Eine Gruppe, zusammengesetzt aus homöopathisch wirkenden und interessierten Ärzten und Laien in Klagenfurt führte diese Prüfung im Frühjahr 1985 durch. Anlaß war die Tagung über die Meeresmittel in Grado. Diese Prüfung war ein Beitrag, den die Klagenfurter Gruppe homöopathisch interessierter Ärzte zu der Tagung leistete.

     

    Durchführung

    Von den 20 ausgegebenen Protokollen mit je 2 Fläschchen mit Globuli (Plazebo- und Verum-Phase) wurden 10 verwertbare Prüfungen durchgeführt und dokumentiert: Eine Prüfung wurde rein mit Plazebo durchgeführt. 4 Prüfer nahmen durch die gesamte Zeit der Prüfung Verum ein. 5 Prüfer hatten je ein Fläschchen mit Plazebo und eines mit Verum. Die Plazebo-Phase lag durchwegs am Anfang der Prüfungszeit in den ersten 2 Wochen. Die Gesamtdauer der Prüfung betrug 4 Wochen. Geprüft wurde Ambra D 30.

    Der Prüf Stoff sollte 1mal täglich eingenommen werden. Diese Forderung wurde von 10 Prüfern im großen und ganzen erfüllt. 2 Prüfer berichteten in ihren Protokollen, daß sie einige Male die Einnahme vergessen hätten.

     

    Auswertung

    Die 10 Protokolle wurden auf der Meeresmitteltagung in Grado in Gruppenarbeit gesichtet, und es wurde versucht, das Mittel herauszufinden. Das Arzneimittel wurde in kurzer Zeit anhand der beschriebenen Symptome spielerisch herausgefunden.

    Die Nachbesprechung nach einigen Wochen war aus organisatorischen Gründen nicht mit allen Prüfern durchführbar. In der Auswertung sind in diesen Fällen Symptome, die nach Absetzen der Arznei auftraten, nicht berücksichtigt.

     

    Bei der nachfolgenden Aufzählung haben wir die Symptome nach dem Kopf-zu-Fuß-Schema geordnet und mit der Nummer des jeweiligen Prüfers gekennzeichnet. Dies soll vor allem die Ähnlichkeit und Ordnung der Symptome, aber auch die Verschiedenheit der individuellen Reaktionsweise der Prüfer deutlich machen. Das Mittelbild entsteht aus der Gesamtschau.

    Im Vergleich zur Hahnemannschen Prüfung scheint diese Prüfung, obschon viel weniger ausführlich, das Wesentliche an Ambra anschaulich darzustellen.

     

    Literatur

    Im Anschluß an die bei unserer Prüfung aufgetretenen Symptome führen wir die in der Literatur beschriebenen zum Vergleich an. Ambra ist vor allem von Hahnemann geprüft worden („Reine Arzneimittellehre", Band 6, 3. Auflage 1983). Das Arzneimittelbild ist von späteren Beobachtern durch klinische Symptome ergänzt worden. Wir verwenden als vergleichende Literatur die Angaben von Hering („Guiding Symptoms of our Materia Medica"), welcher sich auf die Hahnemannsche Prüfung stützt; weiters jene von Leeser, welcher der Hahnemannschen Prüfung kritisch gegenübersteht, ferner Mezger. Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Band 1, 6. Auflage 1985 sowie Veröffentlichungen von Herbert Schindler und Helma Frank, Fritz Donner und Karl Henke.

    Über den Modus von Hahnemanns Prüfung ist zu sagen, daß weder die genaue Anzahl der Prüfer noch die Potenz der verwendeten Arznei bekannt sind. Anzunehmen ist die C 3-Verreibung, da diese in der Vorrede für therapeutische Zwecke empfohlen wird.

     

    Die Symptome

    Geist und Gemüt

    ( 5)

    (4 Wochen Verum = V/V)

    Ausgesprochen heiter und gut gelaunt, große Aktivität, große Nervosität (auffallend) — Abwechselnd mit zeitweiser großer Nachdenklichkeit und Verstimmung und zunehmender Müdigkeit, Optimismus, voll von neuen Plänen, vormittags sehr guter Laune, aktiv — nachmittags auffallend müde, niedergeschlagen und faul, Müdigkeit bessert sich durch Schlaf nicht, Deprimierte und energielose Zustände abwechselnd mit fröhlich-heiteren-gesprächigen, optimistisch, aber energielos, Müdigkeit und Schwächegefühl.

    ( 7)

    (V/V)

    auffallende Müdigkeit und Schwächegefühl.

    (15)

    (V/V)

    Anfänglich mürrisch, unlustig, erschöpft, depressiv, vergeßlich — kann die Prüfungsaufzeichnungen tagelang nicht finden, im weiteren Verlauf zunehmende Beschwingtheit, Beweglichkeit und Klarheit der Gedanken — wegen auftretender Organsymptome, die ihr Angst machen, setzt die Prüferin das Mittel ab und fährt nach einer Pause mit der Prüfung in einer D 200-Potenz (lmal pro Woche) fort: auffallend sind dann eine Klarheit der Gedanken, die sie als eigenartig empfindet (,,als ob sie nahe daran wäre, alle Rätsel des Universums zu durchschauen und die Beweggründe der Natur und der Mitmenschen zu kennen"). Diese Gedankenklarheit war trotz der Angst wegen der starken Organsymptome vorhanden.

    (16)

    (2 Wochen Plazebo, 2 Wochen Verum = P/V)

    Zunehmende Verstimmung, Antriebslosigkeit — abends stärker nach dem Zubettgehen, gereizt, zornig.

    (17)

    (P/V)

    Unkonzentriert, unaufmerksam der Umwelt gegenüber, abwesend — mit den Gedanken woanders, dann wieder siegessicher, gute Stimmung trotz Belastungen im Beruf, große Gesprächigkeit.

    (20)

    (V/V)

    Anfänglich müde, gereizt, schreckhaft; abwechselnd: erhabenes Gefühl, über den Dingen stehend — Minderwertigkeitsgefühl und große Empfindlichkeit auf Kritik, verwirrt, chaotisch, mißtrauisch, wachsam, „dumpfe" Psyche, große Vergeßlichkeit, die Prüferin vergißt alltägliche Pflichten, was sie sehr beunruhigt, Angst, geisteskrank zu werden, Angst bis zur Panik, wahnsinnig zu werden (daraufhin Abbruch der Prüfung in der 4. Woche, Gabe von Pulsatilla als Ausleitungsmittel, auf welches sich diese beängstigenden Zustände rasch legen).

    (23)

    (P/V)

    In der Plazebophase keine auffälligen Gemütsund Geistsymptome — dann zunehmende Reizbarkeit und Weinerlichkeit, zunehmende Vergeßlichkeit, gedämpfte Heiterkeit, Trägheit, gereizt, nörglerisch, Müdigkeit zu Mittag, Unfähigkeit zu denken.

    Hahnemann: „Er ist wie im Traume, schlechtes Gedächtnis, arge Schwäche im Kopfe, Gemüt so unruhig und aufgeregt, gereizte Stimmung, ängstliche Gedanken steigen in ihm auf, große Niedergeschlagenheit, traurige Gedanken steigen in ihm auf, er ist lange Zeit trübe gestimmt, gleich weinerlich, dann ärgerlich und zänkisch, steter Wechsel von Niedergeschlagenheit und Leidenschaftlichkeit, sehr gelassene Gemütsstimmung".

    Hering berichtet zusätzlich: fear of becoming crazy, confusion of head.

    Leeser reiht Ambra unter die „Nervina" ein, als Mittel für das „präneurotische" Syndrom, in dem schon eindeutige Dysregulatio-nen im geistig-seelischen Bereich auftreten, mit oben genannten Symptomen.

    Schlaf

    ( 1)

    (V/V)

    Auffallende Müdigkeit den ganzen Tag über (während der gesamten Prüfungszeit).

    ( 5)

    (V/V)

    Zunehmende Müdigkeit, der Schlaf ist kurz, aber gut, am nächsten Tag auffallende Munterkeit, große Kauflust; — Verschlechterung des Schlafes, mehrmaliges Aufwachen in der Nacht — ständiger Wechsel zwischen großer Aufgekratztheit nach guter Laune, aktiv — nachmittags auffallend müde, niedergeschlagen und faul, Müdigkeit bessert sich durch Schlaf nicht, Deprimierte und energielose Zustände abwechselnd mit fröhlich-heiteren-gesprächigen, optimistisch, aber energielos, Müdigkeit und Schwächegefühl.

    ( 7)

    (V/V)

    auffallende Müdigkeit und Schwächegefühl.

    (15)

    (V/V)

    Anfänglich mürrisch, unlustig, erschöpft, depressiv, vergeßlich — kann die Prüfungsaufzeichnungen tagelang nicht finden, im weiteren Verlauf zunehmende Beschwingtheit, Beweglichkeit und Klarheit der Gedanken — wegen auftretender Organsymptome, die ihr Angst machen, setzt die Prüferin das Mittel ab und fährt nach einer Pause mit der Prüfung in einer D 200-Potenz (lmal pro Woche) fort: auffallend sind dann eine Klarheit der Gedanken, die sie als eigenartig empfindet („als ob sie nahe daran wäre, alle Rätsel des Universums zu durchschauen und die Beweggründe der Natur und der Mitmenschen zu kennen"). Diese Gedankenklarheit war trotz der Angst wegen der starken Organsymptome vorhanden.

    (16)

    (2 Wochen Plazebo, 2 Wochen Verum = P/V)

    Zunehmende Verstimmung, Antriebslosigkeit — abends stärker nach dem Zubettgehen, gereizt, zornig.

    (17)

    (P/V)

    Unkonzentriert, unaufmerksam der Umwelt gegenüber, abwesend — mit den Gedanken woanders, dann wieder siegessicher, gute Stimmung trotz Belastungen im Beruf, große Gesprächigkeit.

    (20)

    (V/V)

    Anfänglich müde, gereizt, schreckhaft; abwechselnd: erhabenes Gefühl, über den Dingen stehend — Minderwertigkeitsgefühl und große Empfindlichkeit auf Kritik, verwirrt, chaotisch, mißtrauisch, wachsam, „dumpfe" Psyche, große Vergeßlichkeit.

    ( 7)

    (V/V)

    Auffallende Müdigkeit den ganzen Tag über.

    (15)

    (V/V)

    Nach 1 Woche erschöpfter Zustand, besonders mittags und nachmittags um 16 Uhr, trotz guten Schlafes vormittags müde, muß sich nachmittags hinlegen, ständig müde trotz oder wegen langen Schlafs.

    (16)

    (P/V)

    Frühes Erwachen, trotzdem müde, sehr große Müdigkeit, großes Schlafbedürfnis.

    (17)

    (P/V)

    Kurzer Schlaf mit Müdigkeit im Wechsel mit tiefem Schlaf trotz Sorgen; in der 2. Woche der Verum-Einnahme schläft sie den ganzen Tag über.

    (18)

    (P/V)

    Am 3. Tag der Verum-Einnahme: Aufwachen während der Nacht mit Harndrang (ungewöhnlich), Müdigkeit am Nachmittag.

    (20)

    (V/V)

    Müdigkeit nachmittags, großes Schlafbedürfnis am Abend wegen Unruhe und Gereiztheit, das Schlafbedürfnis hält an trotz langen Schlafs; müde bei geringster Anstrengung; erwacht voller Schrecken in der Nacht, weil sie etwas vergessen hat.

    (23)

    (P/V)

    Mittags lähmende Müdigkeit mit Unfähigkeit zu denken. Aufgekratztheit wie schon lange nicht mehr, so daß sie nicht einschlafen kann.

    Hahnemann: Tagesschläfrigkeit, Mattigkeit früh im Bett, Schlaflosigkeit vor Mitternacht, öfteres Erwachen in der Nacht, schreckhaftes Auffahren in der Nacht.

    Leeser: „Ambra ist indiziert bei Schlafstörungen nervöser, früh gealterter Menschen, der Schlaf ist durch Gemütsunruhe beeinträchtigt".

    Alle Autoren bestätigen diesen Wirkungsbereich von Ambra.

     

    Traum

    (5)

    (V/V)

    Angenehme Träume anfangs (sie träumt von einem Baby), dann unangenehme Träume, im Wechsel mit lustigen Träumen, nach 2 Wochen viele erotische Träume.

    (15)

    (V/V)

    Lebhafte bunte Träume; Traum von Gewalttätigkeit.

    (20)

    (V/V)

    Nach 1 Woche unruhige Träume (jemand wird wütend auf sie, bedroht sie mit einem Stock; alter Opa fingert an Kindern herum), angstvolle Träume).

    3 Prüfer beschreiben auffallende Träume in dieser Zeit, welche sich mit Angaben in alten Aufzeichnungen decken, z. B. bei Hahnemann § 445: Schlaf unruhig mit ängstlichen Träumen („als werde er mißhandelt und könne sich nicht wehren").

    Leeser: affektbetonte Unruhe, viele geile Bilder, auch im Traum.

     

    Kopf

    ( 5)

    (V/V)

    Ab dem 4. Tag der Einnahme: Schweres Gefühl im Kopf, Kopfschmerzen mit Schwindel, dann täglich öfter kurzdauernde stechende Kopfschmerzen linksseitig.

    (10)

    (P/V)

    Kopfschmerz mit Druck über den Augen (12—15 Uhr) mit Müdigkeit.

    (20)

    (V/V)

    Dumpfes Gefühl in der Stirn, mit Druck auf beide Augen, Druck in der Stirn, Kopfschmerzen, dumpf, „wie behämmert", Kopfweh „wie von Klammern", von wechselnder Intensität, stärker am Abend.

    (16)

    (P/V)

    Dumpfer Kopfschmerz „wie mit Watte umwickelt"; an rechter Schläfe und Stirn stechende, pulsierende Kopfschmerzen, berstender Kopfschmerz in der Stirne — Verschlimmerung beim Husten, Kopfschmerz mit Schwindel.

    Alle von den Prüfern beschriebenen Symptome finden sich in der Prüfung von Hahnemann, der in §§ 20—45 allein 75 verschiedene Kopfschmerzsymptome beschreibt, welche anzuführen hier den Rahmen sprengen würde.

     

    Schwindel/Gesicht/Augen/Ohren

    (17)

    (P/V)

    Schwindel mit dumpfem Kopfschmerz vormittags, Augen fühlen sich angestrengt an.

    (20)

    (V/V)

    Druck auf den Augen, Zucken unter dem rechten Augenlid abends, täglich Augenbrennen mit Sehschwäche, besonders am Abend.

    (23)

    (P/V)

    Gesicht „wie verquollen", mittags Ohrenrauschen, Augenjucken vormittags und nachmittags, starkes Ohrenrauschen — vergeht nach 15 Minuten von selbst.

     

    Auch in diesem Bereich ist die Prüfung von Hahnemann viel ausführlicher: „Arger Schwindel, ungemeiner, ja gefährlicher Schwindel, Schwindel beim Gehen im Freien, wegen Schwindels und Schwächegefühls mußte sie liegenbleiben".

    Bezüglich der Augen- und Ohrensymptome beschreibt Hahnemann 28 verschiedene Bilder. Symptome wie „Nasenbluten", „Lippenschmerzen" und „Kinnschmerzen" konnten bei der vorliegenden Prüfung nicht beobachtet werden.

    Allerdings beschreiben 3 Prüfer andere Nasensymptome, wie: häufiges Niesen zwischen 13 und 14 Uhr, durchsichtiges Sekret aus der Nase, Schnupfen, dünnflüssig schleimig, wäßriggelbes Sekret in großer Menge.

    Auch diese Symptome finden sich fast wortwörtlich bei Hahnemann.

     

    Hals/Atmung/Husten

    ( 5)

    (V/V)

    Halsschmerzen stechenden Charakters in der Früh beim Schlucken.

    (15)

    (V/V)

    Morgendliche Halsschmerzen; morgendlicher Husten, der tagsüber bis zum Abend hin zunimmt, Hustenreiz nach dem Biertrinken; trockener Husten ohne Auswurf — bei jedem Hustenstoß berstender Kopfschmerz, trockener Husten morgens um 6 Uhr.

    (16)

    (P/V)

    Täglich zwischen 15 und 16 Uhr Kitzeln im Kehlkopfbereich mit Hustenreiz; Kratzen im Hals.

    (18)

    (P/V)

    Auswurf in der Früh.

    (20)

    (V/V)

    Ein bestehender Husten mit schleimig-weißem Auswurf wird unter der Prüfung besser und verschwindet ganz.

    ( 1)

    (V/V)

    Starker Hustenreiz am Nachmittag mit anfallsartigem trockenen Husten, sodaß Würgereiz auftritt — Besserung nach einigen Minuten, stechende Schmerzen im rechten oberen Thoraxbereich, die vor allem bei tiefer Inspiration auftreten — gleichzeitig Kreuzschmerzen 1 Stunde lang, um Mitternacht plötzlich auftretender starker Hustenreiz, der das Liegen unmöglich macht — die Prüferin muß sich aufsetzen; gleichzeitig stechende Thoraxschmerzen; Schlafen ist nur sitzend möglich — beim Flachliegen treten Hustenreiz und Atemnot sofort wieder auf; Besserung nach 2 1/2 Stunden.

     

    Hahnemann beschreibt in §§255—285 150 Symptomenbilder für den Atmungsbereich. Alle von unseren Prüfern erlebten Symptome finden sich darunter.

    Hering empfiehlt Ambra bei Krampfhusten („erst Kitzel im Hals, dann heftige Hustenanfälle"). Schindler und Frank empfehlen Ambra für Verlegenheitshusten und asthmaartige Zustände psychogener Art. Leeser führt als Symptome „Atembeklemmung und krampfartigen Husten mit Aufstoßen" an.

    Uns erscheint die Anwendung von Ambra bei Keuchhusten („dumpf, bellend, vom Sprechen ausgelöst und von Brechwürgen begleitet, von einem ständigen Kitzel im Hals unterhalten") — ausgehend von den Prüfsymptomen — möglich.

     

    Herz und Blutdruck

    ( 7)

    (V/V)

    Vor dem Einschlafen einige Extrasystolen, vor allem beim Liegen auf der linken Seite, Besserung des Herzklopfens beim Liegen auf dem Rücken, starkes Herzklopfen um 23 Uhr, um 18 Uhr starkes Herzklopfen im Sitzen.

    (15)

    (V/V)

    Herzklopfen mit Schweißausbruch nach Kaffeetrinken.

    ( 5)

    (V/V)

    „Vibrieren in der Brust", immer wieder kurzzeitiges auffälliges Herzklopfen.

     

    Bei Hahnemann finden wir: „Herzklopfen im Freien mit Gesichtsblässe, starkes Herzklopfen mit Pressung in der Brust, als ob da ein Klumpen läge".

    Hering schreibt von „oppression, beginning in heart, palpitation".

    Leeser sieht diese Symptome unter dem Begriff der psychogenen Kreislaufsituation: „Beklemmung und Beengung auf der Brust und Unruhe — kann nicht tief atmen; Ängstlichkeit, als ob ein Klumpen in der Brust wäre; nervöse Herzsensationen."

     

    Mund/Zunge/Zähne

    (15)

    (V/V)

    Zahnfleischbluten morgens (neu aufgetreten), nach 10 Tagen Zahnfleisch schmerzhaft geschwollen, u. a. am Oberkiefer — die Zähne schmerzen stark beim Putzen (dieses Symptom bleibt während der gesamten Prüfung bestehen); Schmerzen beim Mundspülen und beim Genuß heißer Speisen, bes. am rechten oberen Prämolaren.

    (16)

    (P/V)

    Zahnfleischjucken, Schmerzen und Entzündung des Zahnfleisches des linken Ober- und Unterkiefers, ständiges Jucken an den oberen Schneidezähnen ( = Stiftzähne), Brennen der vorderen Zungenhälfte (erstmals nach 1 Woche Einnahme aufgetreten — Verschlimmerung auf warme Getränke und Speisen.

    (18)

    (P/V)

    Zähne sehr temperaturempfindlich — besonders plombierte Kauzähne.

    (20)

    (V/V)

    Empfindliches Zahnfleisch links oben.

    (23)

    (P/V)

    „Spürt die linke Seite der Zunge stärker im Mund"; „in der Nacht um 0.30 Uhr plötzlich intensiver bohrender Schmerz im 3er links unten, schier zum Verrücktwerden". Nach 15 Minuten hört der Schmerz von selbst wieder auf.

    ( 7)

    (V/V)

    Im rechten Oberkiefer tritt während der Prüfung im Bereich der sanierten Zähne eine Zahnfleischentzündung auf.

     

    Hahnemann beschreibt in §§ 85—95 Zahn- und Zahnfleischsymptome wie: „Schmerz im hohlen Zahn, abends, ziehende Schmerzen bald in den rechten, bald in den linken Zähnen am Tage und in mehreren Nächten, Bluten der Zähne" — um nur einige zu nennen.

    Mezger führt keine Zahnsymptome an.

    Nach unserer Erfahrung aus der Prüfung sollten Symptome aus diesem Bereich im Arzneimittelbild berücksichtigt werden.

     

    Verdauungsorgane

    Magen/Leber/Galle/Darm/Anus/Stuhl

    ( 7)

    (V/V)

    Krampfartige Bauchschmerzen — anschließend Durchfall, täglich einige Tage lang — zwischen 16 und 17 Uhr. Bei Einsetzen der Menstruation Sistieren dieser Symptome.

    (23)

    (P/V)

    Unter der Prüfung und im Anschluß daran Besserung der bestehenden Hämorrhoidalbeschwerden. Abends Übelkeit mit drückenden Schmerzen im rechten Oberbauch. Spätnachmittags Ödheitsgefühl vom Magen aufsteigend — immer wieder Zusammenfließen großer Mengen Speichels im Mund, tagsüber. Zunehmende Übelkeit bis zum Abend — bis zum Erbrechen. Nach dem Erbrechen elendes Gefühl. Übelkeit ab 14 Uhr — nach dem Abendessen stärker. Schwäche bei den gewohnten Arbeiten bis zur Übelkeit.

    (18)

    (P/V)

    Appetitlos, trotzdem großes Verlangen nach Naschereien.

    (17)

    (P/V)

    Übelkeit am Abend, auffallend harter Stuhl; appetitlos.

    (16)

    (P/V)

    Abends Übelkeit; Verstopfung („bleistiftförmiger" Stuhl), wenig Appetit, ständig leichte Übelkeit; Abneigung gegen alles trotz Hungers.

    (15)

    (V/V)

    Verlangen nach Pikantem, Abneigung gegen Tabakrauch (s. § 125), nach Biergenuß Kältegefühl im Magen mit Hustenreiz, er erwacht um 2 Uhr morgens mit großem Verlangen nach Bier; große Eßlust; pausenlos Verlangen nach deftigem Essen, fetten Speisen und Fleisch. Abends um 17 Uhr beginnende Übelkeit; Schmerzen ziehenden Charakters in Bauch und Lendengegend — Besserung nach Abgang von Blähungen; große Mengen breiigen Stuhls.

    ( 5)

    (V/V)

    Starker Durst, Verlangen nach Saurem, Obst und Pikantem. Von einem Tag auf den anderen stark abwechselnd Verlangen und Abneigung gegen Essen. Weichflüssiger Stuhl, oft weiche Stühle, Blähungen, abends Bauchschmerzen (ziehend). Starke Abneigung gegen Fleisch. Wenig Appetit. Am Abend flaues Gefühl im Magen — Besserung über Nacht. Einige Tage später auch morgens flaues Gefühl im Magen.

     

    Hahnemann beschreibt in §§ 125—195 mannigfaltige Symptome von Seiten des Verdauungstraktes, die im Charakter den von uns nachgeprüften entsprechen.

    Leeser sieht auch diese Symptome im Rahmen der neurotischen Störung als psychovegetative Begleiterscheinungen und empfiehlt, diese nicht als bestimmend für die Mittelwahl zu nehmen, sondern nur in der Gesamtschau zu bewerten. Auffällig ist die Abendverschlimmerung.

     

    Harn- und Geschlechtsorgane

    (15)

    (V/V)

    Nach 1 Woche Einnahme wäßriger, übelriechender, schießender Ausfluß, kein sexuelles Verlangen mehr. Vormittags dumpfer Schmerz im linken Nierenlager, ziehend, hört nach 2Vi Stunden von selbst auf. Beim Harnlassen krampfartiger, schießender Schmerz im rechten Unterbauch, ausstrahlend in rechte Leisten- und Lendengegend. Ungewöhnlich starke Brustschmerzen vor der Regel, die auch mit Einsetzen der Menstruation nicht besser werden, was der Prüferin neu ist. Die Brustschmerzen werden während der Regel stärker: Brennende, ziehende Schmerzen von großer Intensität, so daß die Prüfung unterbrochen werden muß (die Prüferin nimmt 4 Wochen lang, 1mal pro Woche, 5 Globuli Ambra D 200). Auch bei der nächsten Menstruation sehr starke Spannungsschmerzen in den Brüsten, vor, während und nach der Regel. Nach der 4. Gabe D 200 tritt diese Symptomatik nicht mehr auf.

    (17)

    (P/V)

    Vermehrt weißer Ausfluß, dunkler bis rötlicher Urin; um 22 Uhr plötzlich starker stechender Schmerz „durch den Unterleib fahrend".

    (20)

    (U/V)

    Keine Menstruationsanomalien. Auffallend ist für die Prüferin ein großes Bedürfnis nach Zärtlichkeit während der Prüfungszeit.

    ( 7)

    (V/V)

    Ein bestehender Harnwegsinfekt klingt während der Prüfung ab — schon nach einigen Tagen Einnahme, es wurden keine anderen Medikamente eingenommen.

     

    Im Vergleich zur Hahnemannschen Prüfung, der in §§ 205—235 Symptome aus dem Urogenitalbereich beschreibt, traten bei dieser Prüfung wenige Symptome in diesem Bereich auf. Die Empfindungen in den Geschlechtsorganen wie „Jucken, Brennen, Wollustgefühl" wurden von unseren Prüfern nicht beschrieben. Auffallend ist bei unserer Prüfung lediglich, daß nur weibliche Prüferinnen mit diesem Organsystem reagierten. Um Menstruationsanomalien nachzuprüfen, müßte die Prüfung wohl länger angesetzt werden. Zur Sexualität wurden bis auf „vermindertes Verlangen und großes Zärtlichkeitsbedürfnis" keine Angaben gemacht.

    Von Hering werden ausführlich Symptome in diesem Bereich beschrieben — „Jucken, Kitzel in den äußeren Schamteilen, Nymphomanie" etc., was dort nachzulesen ist.

    Leeser diskutiert die erotische Komponente im „psychogenen Ambra-Syndrom" und spricht von einer „erotischen Reizung bzw. Überreizung", welche durchaus mit den oben genannten Empfindungen in Einklang gebracht werden kann.

     

    Thorax/Rücken/Extremitäten

    ( 1)

    (V/V)

    Nach 2 Wochen Einnahme treten im rechten oberen Thoraxbereich stechende Schmerzen auf, die sich bei tiefer Inspiration verstärken und 1 Stunde anhalten. Gleichzeitig starke Kreuzschmerzen — links stärker als rechts.

    (20)

    (V/V)

    Schmerzen zwischen den Schulterblättern von krampfartigem Charakter (fast ständig in der 3. und 4. Prüfungswoche).

    (17)

    (P/V)

    Wirbelsäule „wie verkrampft" — sofort Besserung beim Überstrecken nach hinten. Die Prüferin muß oft aus dem Sitzen aufstehen „um das Kreuz durchzukrachen".

    (16)

    (P/V)

    Stechendes Gefühl in der Ringfingerbeere, rechts stärker als links, Auftreten ist an keine feste Zeit gebunden. Dauer 10 Minuten „als ob ein Spieß oder eine Nadelspitze darin stecken würde.

    (15)

    (V/V)

    Ziehende Schmerzen in der linken Lendengegend mit Ausstrahlung ins linke Bein — vormittags stärker. Abwechselnd damit ziehende Schmerzen im rechten Sakroiliakalgelenk und an der rechten Hüfte ohne Ausstrahlung.

    Krampfartige Schmerzen zwischen den Schulterblättern beim Sitzen — Besserung bei Bewegung.

    Vor der Menstruation stark ziehende Schmerzen in der Lendengegend, welche sich bei Bewegung verschlechtern. Stark ziehende Schmerzen in der Nackengegend, welche zum Innenrand der linken Skapula ausstrahlen — Besserung bei langsamer Bewegung.

    Ziehende einschießende Schmerzen, mal am Innenrand der linken Skapula, dann im rechten Sakroiliakalgelenk und im linken Knie. Schmerzen in der LWS und im Sakroiliakalgelenk, die beim Bücken und Aufrichten auftreten — Besserung bei Bewegung.

    ( 5)

    (V/V)

    Nach 1 Woche Einnahme mäßige ziehende Schmerzen im rechten Arm an der Ulnarseite bis in den 4. und 5. Finger. Schwäche und unangenehmes lähmiges Gefühl in der rechten Hand. Schwellung des 4. und 5. Fingers der rechten Hand. Verstärkt diffuse Schmerzen in Grund- und Mittelgelenken des 3., 4., 5. Fingers rechts, die die Fingerbeugung fast unmöglich machen. Anmerkung: Diese Symptomatik tritt seit Jahren chronisch rezidivierend auf! — 10 Tage später tritt eine deutliche Besserung ein, keine Schmerzen mehr, nur noch leichte Einschränkung der Beugung, welche nach weiteren 3 Tagen vollständig möglich wird und dies zum Zeitpunkt der Nachanamnese noch immer ist.

     

    Bei Hahnemann finden wir zahlreiche Symptome aus diesem Bereich (§ 350—395), in welchen die von uns erhobenen Symptome ohne Ausnahme zu finden sind.

    Leeser berichtet von Empfindungen wie „Eingeschlafensein, Taubheit, Brennen und Kälte an verschiedenen Körperstellen" sowie von Hyperreflexie und leichten erratischen Schmerzempfindungen verschiedener Art". Bei Prüfer Nr. 5 glauben wir, durch die Prüfung eine Heilwirkung erzielt zu haben.

     

    Haut/Haare

    (16)

    (P/V)

    Verstärkung eines seit Jahren rezidivierenden Exanthems an Füßen und Unterschenkeln (Purpura pigmentoria progressiva) — verstärkter Juckreiz. Dazu plötzlich Neuauftreten eines purpurartigen Exanthems am rechten Ober- und Unterarm an der Innenseite, welches gegen Ende der Prüfung wieder abklingt.

    (20)

    (V/V)

    Nach einigen Tagen Einnahme Auftreten eines noch nie dagewesenen Ausschlags: Beginn mit kleinen roten Flecken auf linker Brust, dann Ausbreiten auf Oberbauch, rechten Oberarm und Oberschenkel. Anfänglich kein Juckreiz.

    (Einzeleffloreszenz rötlich erhaben, trocken, feinschuppend). Dann weitere Ausbreitung: Achseln-Leiste, Brust, Bauch, Rücken (Durchmesser der Flecken: 1,5—3,5 cm).

    Während der Abtrocknungsphase zunehmender Juckreiz, um 22 Uhr im Bett „bis zur Unerträglichkeit" gesteigert. Nach 2 Wochen nur mehr bräunlich verblassende Flecken. Wegen anderer massiver Symptome wird diese Prüfung abgebrochen, Pulsatilla D 6 als Ausleitungsmittel gegeben; weitere Besserung des Ausschlags.

    (15)

    (V/V)

    Auftreten roter Knötchen an der Streckseite der Oberschenkel unter der Prüfung, die dem Prüfer von einer Chlorallergie bekannt sind (Zur Zeit der Prüfung keine Chlorexposition).

     

    Hahnemann betrachtet Ambra als Antipsorikum und auch als Ausleitungsmittel — „treibt den Krätzeausschlag auf die Haut, mit vielem Jucken, Jucken fast überall, selbst am Bauche, bringt die Flechten wieder zum Vorschein — § 405".

    Leeser bestreitet diese Wirkungsweise von Ambra vehement und führt diese Ansicht Habnemanns auf seine „Voreingenommenheit mit seiner speziellen Psoratheorie zurück".

     

    Temperaturregelung

    ( 7)

    (V/V)

    Kältegefühl am ganzen Körper.

    (18)

    (P/V)

    Kältegefühl in den Fingerspitzen, welches er sonst nur bei viel niedrigeren Temperaturen gewohnt ist.

    (17)

    (P/V)

    Kalte Hände und Füße; Kältegefühl am ganzen Körper; großes Kältegefühl in der Nacht, morgens beim Aufwachen schweißgebadet.

    (16)

    (P/V)

    Hitzegefühl im Kopf, kalte Hände und Füße.

    (15)

    (V/V)

    Frösteln bei Temperaturänderungen, starkes Wärmebedürfnis, abendliches Frösteln.

    ( 5)

    (V/V)

    Bedürfnis nach frischer, kühler Luft, oder empfindlich auf Kälte.

    Unausgeglichene Temperaturregulation — Wechsel von Frösteln auf Hitzegefühl; Kältegefühl, gleichzeitig Hitze in rechter Hand; Kälteempfindlichkeit bei auffallend warmen Händen.

     

    Auch diese Symptome sind in §§ 455—465 bei Hahnemann beschrieben. Leeser sieht auch hier vor allem die vegetative Begleitsymptomatik einer psychogenen Störung.

     

    Modalitäten — Allgemeinsymptome

    Die Beschwerden am Bewegungsapparat scheinen sich bis auf die knapp vor der Regel bestehenden durchwegs bei Bewegung zu bessern, allerdings nur bei leichter Bewegung. Zu der Zeitmodalität stellen wir fest, daß in vielen Bereichen eine auffällige Abendverschlimmerung berichtet wird, in einigen Bereichen wiederum eine Verschlimmerung am Morgen, in der 1. Tageshälfte und zu Mittag besteht. Diese unterschiedliche Betonung der Zeit scheint uns zu keiner eindeutigen Aussage diesbezüglich zu berechtigen.

     

    Diskussion und abschließende Betrachtungen

    Ziel einer Prüfung ist es, Anhaltspunkte für den therapeutischen Gebrauch einer Arznei herauszuarbeiten und auch alte Prüfungen neu zu sichten und zu ergänzen. Im vorliegenden Fall ist als grundlegend die von Hahnemann und v. Gerstdorff durchgeführte Prüfung zu betrachten. Bei unserer Prüfung liegt bis in detaillierte Symptombeschreibungen eine große Ähnlichkeit mit der Hahnemannschen Prüfung vor, die allerdings genauer ist, speziell in einigen Bereichen, auf die schon hingewiesen wurde. Die von uns durchgeführte Prüfung sollte als Nachprüfung und als Beweis für die Sicht Hahnemanns von Ambra Gültigkeit haben.

    Ebenso Leesers Sicht von Ambra als „Nervinum" — hauptsächlich in den funktionellen, psychovegetativen Bereich eingreifend — kann durch unsere Nachprüfung bestätigt werden. Die Kritik Leesers, der Ambra als Antipsorikum abgelehnt hat, können wir nicht teilen, da Ambra deutliche Hinweise für seine antipsorische Wirkung lieferte.

    Im geistig-seelischen Bereich können wir die bisher gemachten Erfahrungen mit Ambra vollständig nachvollziehen: Ambra — als Nervinum wirksam bei Schlafstörungen durch Gemütsunruhe verursacht; bei übergroßem Gedankenzustrom angenehmer und unangenehmer Inhalte. Ambra scheint hier an der Grenze zwischen Bewußtem und Unbewußtem zu stehen und diese aufzulockern. Dadurch wird die bewußte, geistige Kapazität geschwächt — alle Prüfer berichten von Müdigkeit, Vergeßlichkeit, Mattigkeit und Erschöpfung, was sich im Körperlichen widerspiegelt. „Angst, die Kontrolle zu verlieren" tritt auf. Vegetative Dysregulationen sind begleitend zu beobachten — Krampfneigung der glatten Muskulatur im Atmungstrakt (Krampfhusten), im Verdauungstrakt (s. Magen-Darmbeschwerden). Die Beziehung zum Urogenitalbereich konnte nicht in dem Ausmaß wie von Hahnemann beschrieben dargestellt werden. Auch die Wirkung auf den Menstruationszyklus konnten wir nicht nachweisen.

    Im Sexualbereich erhielten wir nur spärliche Angaben wie „kein Verlangen nach Sex, großes Zärtlichkeitsbedürfnis". Allerdings ist die Mitteilung gerade dieser Erscheinungen an ein tieferes Vertrauensverhältnis gebunden, welches in dieser Probandengruppe aus organisatorischen Gründen nicht gegeben war. Auffallend war die Wechselhaftigkeit der psychischen wie körperlichen Beschwerden — lustige Geschwätzigkeit und Melancholie, körperliche Symptome traten bei demselben Prüfer mal hier, mal dort auf und zeigten wechselnden Charakter.

    Beim Verfassen dieses Artikels bemühten wir uns um eine möglichst genaue Wiedergabe der von den Prüfern formulierten Symptome, um damit erfahreneren Homöopathen möglicherweise neue Hinweise zu Mittelwahl und Indikationen für Ambra zu erschließen.

     

    Zusammenfassung

    Die bei einer Prüfung mit Ambra D 30 gewonnenen Symptome werden, nach Prüfern geordnet, im Kopf zu Fuß-Schema widergegeben. Von bisherigen Prüfungen wird vergleichend berichtet. Vom Prüfungsbild ausgehend werden Indikationen für Ambra besprochen.

    Nachsatz: Für die Bereitstellung der Arznei danken wir der Fa. Koch, Biologische Heilmittel, Herrenstraße 2, A-4020 Linz.

     

    Literatur

    • Hahnemann, S.: Reine Arzneimittellehre (Band 6), 3. Auflage, S. 3 ff. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1983.

    • Hering, M. D.: Guiding Symptoms of our Materia Medica. B. Jain Publishers, New Dehli.

    • Leeser, O.: Lehrbuch der Homöopathie 2. spezieller Teil: Arzneimittellehre Band C: Tierstoffe, S. 239. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1980.

    • Mezger, J.: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, 6. Aufl., Band I, S. 132. Karl F. Haug-Verlag, Heidelberg 1985.

    • Schindler, H. und Frank, H.: Tiere in Pharmazie und Medizin, S. 316. Hippokrates Verlag, Stuttgart.

    (Anschrift der Verfasserin: Dr. med, Christine Krassnig, Fledermausgasse 9, A-9020 Klagenfurt)