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    Astacus fluviatilis

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    REMEDY ABBREV.

    Astac.

    MASTER PROVER

    Dr. D.Drach, Dr. F.Swoboda, OEGHM, Austria

    YEAR

    2002

    PROVING METHOD

    single blind trial

    PLACEBO?

    no placebo given

    BLINDING?

    Remedy unknown to the 6 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Mag. Heidemarie Brunner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Astacus fluviatilis, the sweetwater crab

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Astacus fluvialtilis, dem  Edelkrebs (Flusskrebs)

     

    Proving document currently only available in German

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.23

     

     

    Astacus astacus

    Eine Arzneimittelselbsterfahrung und einiges mehr

    Der Krebs – das Wort beschreibt ein Tier in einer erstaunlichen Artenvielfalt; die Bezeichnung Krebs wird aber auch verwendet in der Astronomie, der Astrologie, der Musik, der Medizin – der Krebs als Erkrankung – und auch in der Homöopathie: der Krebs, genauer der Flusskrebs, Astacus fluviatilis, als Arznei (hier schließt sich der Kreis, das Tier wird verrieben zur Arznei) – aber was verbindet alle diese Bereiche, was prägt unser Bild vom „Krebs“? – und was davon kann uns eine Hilfe beim Erkennen und Erlernen der Arznei sein?

    Das deutsche Wort „Krebs“ wie auch der niederländische Name „kreeft“, beide abgeleitet aus dem ahd. crebiz, chrebaz, im mhd. Krebiz, stehen für „krabbeln“ und beziehen sich auf die Fortbewegungsart des Tieres. Das lateinische Wort „cancer“ hat bereits eine dreifache Bedeutung und beschreibt das Tier, das Sternbild und die Krankheit.

    Es hat seinen Ursprung im Altindischen, wo „karkatas“ Krebs bedeutet, „kankatas“ der Panzer. Aus derselben Wurzel leitet sich das griechische Wort ab, das wir als Karzinom im medizinischen Sprachgebrauch wieder finden. Warum sich dieser Name eingebürgert hat, ist nicht geklärt. Tatsache ist, dass in früheren Jahrhunderten viele zur damaligen Zeit unheilbaren Krankheiten mit schmerzhaften Geschwüren als „Krebs“ bezeichnet wurden. So stammt beispielsweise der Name für die Geschlechtskrankheit Schanker vom französischen Wort „chancre“ ab.


    Die Bezeichnung Krebs für ein Sternbild ist verknüpft mit einer Sage aus der griechischen Mythologie: die Göttin Hera schickt der Hydra von Lerna im Kampf gegen den unehelichen Sohn ihres Göttergatten, Herakles, einen Krebs zu Hilfe. Dieser zwickt den Helden in die Ferse, wird aber letztlich von Herakles zertreten, worauf Hera den Krebs als Sternbild an den Himmel versetzt. So ist er uns als eines der zwölf Zeichen des Tierkreises bekannt.
    In Mitteleuropa wird das Sternzeichen durchwegs als Flusskrebs dargestellt. Betrachtet man jedoch das Sternbild, kann man mit der rundlichen Form eher eine Krabbe assoziieren, und Wissenschaftler vermuten, dass ursprünglich die Ägypter den Scarabäus diesem Sternbild zugeordnet haben.
    Der Hauptstern Acubens heißt wörtlich aus dem Arabischen übersetzt „Schere“. Zur Zeit, in der die Sonne im Sternbild des Krebses steht, erreicht sie ihren nördlichen Wendekreis, der daher auch Wendekreis des Krebses genannt wird.
    In einem anderen Sternbild, nämlich im Stier, befindet sich der sogenannte Krebsnebel, Überreste einer Supernova vom 4. Juli 1054.

     

    Verbreitung der Flusskrebse

    Krebse gibt es seit dem Kambrium (vor etwa 500 Mio. Jahren). Sie gehören damit zu den ältesten Tierarten. Salzwasserkrebse, die dem Flusskrebs nahe standen, fand man im Muschelkalk (über 200 Mio. Jahre alt). Während der Hummer, der ebenfalls in der Homöopathie Verwendung findet, im Salzwasser beheimatet ist, kommt der Flusskrebs (Astacus fluviatilis), aus derselben Ordnung innerhalb der höheren Krebstiere, den Zehnfüßern, ausschließlich im Süßwasser vor. Heute gibt es unter den Flusskrebsen weltweit etwa 600 Arten aus drei Familien, den Astacidae (Europa und westliches Nordamerika), den Cambaridae (Nord- und Mittelamerika) und den Parastacidae (auf der Südhalbkugel; Australien, Südamerika, Madagaskar und Südostasien). In Afrika – ausgenommen Madagaskar – kommen keine Flusskrebse natürlich vor, in Kenia wurden mittlerweile im Lake Naivasha Krebse angesiedelt.
    Flusskrebse sind die einzigen Wirbellosen, die in den europäischen Binnengewässern leben und dem Menschen als Nahrungsquelle dienen. Vor 10.000 Jahren, kurz nach der Eiszeit, dürften sie von den wärmeren Regionen aus die Alpen besiedelt haben.

    In Österreich sind ursprünglich vier verschiedene Flusskrebsarten aus der Gattung Astacus heimisch:
    - Der Europäische Flusskrebs (Edelkrebs, Astacus astacus) war über Jahrhunderte die am weitesten verbreitete Krebsart in Mitteleuropa. Seine Rückzuggebiete sind etwas wärmere Fließgewässer ab etwa 40 cm Tiefe. In Österreich sind die häufigsten Vorkommen in Oberkärnten und im nördlichen Waldviertel, beispielsweise findet man den Edelkrebs im Oberlauf des Kamp.
    - Der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) gilt heute als der häufigste heimische Krebs. Da er wegen seiner geringeren Größe wirtschaftlich nie von Bedeutung war, entspricht seine Verbreitung dem ursprünglichen Lebensraum. Er lebt bevorzugt an kiesigen und steinigen Bächen, typischerweise in Quellregionen und Oberläufen von Bächen, er ist besser an kühlere Gewässer und stärkere Strömung angepasst als der Edelkrebs. In Österreich ist er besonders in Unterkärnten, an den Zuflüssen südlich der Donau und im südlichen Waldviertel zu finden.
    - Der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) wird bis zehn Zentimeter groß. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in Westeuropa, wo er z.B. in Spanien und Großbritannien die einzige einheimische Krebsart ist. In Österreich findet man ihn nur in Oberkärnten und in Westösterreich. Die Dohlenkrebsgewässer liegen meist in bewaldeten Gebieten außerhalb landwirtschaftlicher Einflusszonen.
    - Der Europäische Sumpfkrebs (Galizierkrebs, Astacus leptodactylus) kommt ursprünglich aus dem asiatischen und osteuropäischen Raum und findet sich bei uns nur im Osten des Landes, am Neufelder See, an der Leitha und im Wiener Becken. Er lebt bevorzugt an stehenden oder langsam fließenden Gewässern und scheut selbst schlammigen Boden nicht. An seinen auffallend langen, geraden Scheren ist er leicht zu erkennen.

    Dass die ursprünglich in Europa beheimateten Krebse heute zu den vom Aussterben bedrohten Tieren zählen, hat mehrere Ursachen: um 1880 wurde ein Großteil des europäischen Bestandes durch die Krebspest, eine Fadenpilzerkrankung, eliminiert. In Schweden stellte das nicht nur ein wirtschaftliches Problem dar, sondern auch ein gesellschaftspolitisches, da die traditionellen, volksfestartigen Krebsessen kaum noch durchführbar waren. Daraufhin erteilte die schwedische Regierung unter dem Druck der Öffentlichkeit den Auftrag zur Untersuchung möglicher Alternativen zum Edelkrebs. Man hat 1969 zunächst in Schweden und in den folgenden Jahren in Österreich und anderen europäischen Ländern den Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), einen weiteren „Astacus“, eine nordamerikanische Art, die gegen diese Erkrankung resistent sein soll, angesiedelt, die heute unserem heimischen Flusskrebs seinen ohnehin durch Flussbegradigungen und Wasserverunreinigung knapp gewordenen Lebensraum streitig macht und selbst als Überträger der Krebspest gilt. Ebenso wurde in den folgenden Jahren der Kamberkrebs (Orconectes limosus) aus Pennsylvania mehrfach eingesetzt, er hat jedoch als Speisekrebs nie wirklich Bedeutung erlangt, als Fischfutter wurde er gerne verwendet. Auch er überträgt die Krebspest und stellt durch seine geringen Ansprüche eine Gefahr für die heimischen Arten dar. Er scheint jedoch die Flussoberläufe, ein Rückzuggebiet heimischer Arten, zu meiden. Neben den bewusst ausgesetzten Arten droht aber auch Gefahr v. a. vom „Roten amerikanischen Sumpfkrebs“ (Louisiana Sumpfkrebs, Procambarus clarkii), der über den Speisekrebs- und Aquarienhandel 1973 nach Spanien kam und sich binnen weniger Jahre über Europa ausbreitete, in Österreich wurde er bislang in freier Natur noch nicht gefunden. Diese Spezies ist besonders resistent gegen Kälte und Trockenperioden und kann sich bis zu sechs Meter tief in den Boden eingraben. Dieser Sumpfkrebs gräbt an den Ufern weitläufige Höhlensysteme und wandert auch beachtliche Strecken über Land.


    Nach der Krebspest blieben vom Edelkrebs Kleinpopulationen nur dort zurück, wo unüberwindliche Hindernisse wie Wasserfälle, Trockenstrecken oder Staubereiche eine Übertragung der Krankheit verhindert haben. So findet man die größten Populationen heute an den Flussoberläufen mit klarem und kühlerem Wasser. Da dies am ehesten den ursprünglichen Lebensbedingungen der Steinkrebse entspricht, ist dies heute in Österreich die am häufigsten anzutreffende Art. Während der Flusskrebs auch mit organischer Wasserverunreinigung relativ gut zurechtkommt, führt chemische Verschmutzung durch Industrie oft zum Verschwinden ganzer Krebspopulationen. Niedrige pH-Werte führen zu Problemen beim Aufbau des Panzers, Werte unter pH 5 schließen Edelkrebsvorkommen nahezu aus. Bei extremem Sauerstoffmangel verlassen die Krebse das Gewässer, um am Ufer oder am Stein sitzend Luft zu atmen.


    Flusskrebse bevorzugen in flachen Gewässern Blätter, Wurzeln und Steine als Versteck, bei steileren lehmigen Ufern graben sie eine Wohnhöhle, die laufend der Körpergröße angepasst wird. Hier hält sich der Krebs tagsüber gern auf. Bei Gefahr zieht er sich zurück und verteidigt sich mit Hilfe seiner Scheren. Aale zählen neben Vögeln und Barschen zu seinen größten Feinden, sie verfolgen ihn bis in sein Versteck und ziehen ihn aus seiner Behausung heraus. Daher findet man in Gewässern, in denen Aale für den Fischfang ausgesetzt wurden, entsprechend selten Krebse. Auch von Bisamratten, Fischottern, Reihern und vom Waldkauz werden Krebse gefressen. Flüsse, Bäche und Seen mit Versteckmöglichkeiten durch Totholz, Tiefen und Breitenvarianz bieten dem Flusskrebs ausreichend Schutz, während er schlammigen Untergrund als Wohnstätte meidet und nur zur Jagd und als Weidegebiet nutzt. Strikt gemieden werden ständig driftende Sandböden und flach auslaufende schlammige Ufer.


    Der Edelkrebs benötigt während der Sommermonate eine Wassertemperatur von mindestens 16°C, weil sich bei kühleren Temperaturen die Geschlechtsorgane nicht entwickeln können. Das Optimum liegt zwischen 18°C und 21°C. Nur kurze Zeit ertragen sie Temperaturen über 25°C, stellen dann aber die Nahrungsaufnahme wegen Sauerstoffmangels ein.
    Zur Nahrungsaufnahme verlässt der Flusskrebs sein Versteck in der Dämmerung. Auf seinem Speiseplan stehen Schnecken, Muscheln und Larven. Krebse gehören nur bedingt zu den Aasfressern, im allgemeinen fressen sie nur jüngst verendete Fische, aber auch vor Kannibalismus schrecken sie nicht zurück; das mag ein Grund dafür sein, dass die Häutung in einer Population synchron verläuft, da die Tiere in der Häutungsphase besonders verletzlich sind. Mit zunehmendem Alter ernähren sich die Tiere vermehrt von Wasserpflanzen, da sie mit entsprechender Größenzunahme schwerfälliger für die Jagd werden. Die ganz jungen Krebse ernähren sich von Algen und Kieselalgen. Mit der Nahrung nimmt der Krebs auch Kalk auf, den er zum Aufbau seines Panzers benötigt.

     

    Die Biologie der Flusskrebse

    Der Krebskörper besteht aus Cephalothorax (14 Segmente), Abdomen (6 Segmente, fälschlicherweise oft als „Schwanz“ bezeichnet) und Endglied (1 Segment). Diese Unterteilung ist allen höheren Krebsen gemeinsam.
    Das Kopfbruststück weist an der Unterseite 14 Segmente auf, vom Rücken aus gesehen besteht es aus einer durchgehenden Schale. Im Gegensatz zu anderen Arten ist der Körper beim Edelkrebs glatt, ohne Dornen und Höcker, die Scheren sind hingegen stark gekörnt mit zwei Höckern am unbeweglichen Scherenfinger. Ganz vorne am Körper ist die Krebsnase (Rostrum) mit den Stielaugen, die unabhängig voneinander blicken. Am auffälligsten sind die beiden langen Antennen, die mit ihren Tastborsten als Tastorgane dienen. Die kleinen Fühler davor tragen Riechanhänger, an ihrer Basis befindet sich der Gehörsack, der auch als Gleichgewichtsorgan dient. Auf den Sinnesborsten ruhen Sandkörnchen, sog. Statolithen, die bei Änderung der Körperlage Reize ausüben, die das Tier zu Ausgleichsbewegungen veranlassen. In Experimenten hat man anstatt dieser Sandkörner, die nach jeder Häutung erneuert werden müssen, Eisenfeilspäne zur Verfügung gestellt. Bei Einwirkung eines Magneten hat sich das Tier daraufhin mit der Bauchseite anstatt nach unten jeweils dem Magneten zugewandt.
    Kaudalwärts folgt der Kauapparat. Der Krebs ergreift seine Beute mit den kräftigen Scheren, seinem größten Gliedmaßenpaar, und zerstückelt sie mit Hilfe der vorderen Geh- und Kieferfüße, dann wandert die Nahrung über die drei Kieferpaare und erst dann durch den eigentlichen Mund in den zweigeteilten Magen. Im vorderen Bereich verreiben sogenannte Magenzähne die Nahrung weiter, der Brei gelangt über eine Filtervorrichtung in die zweite Magenhälfte, während unverdauliche Teile wieder ausgewürgt werden.
    Der Fortbewegung dienen vier Brustbeinpaare, die ebenfalls kleine Scheren tragen. Gewöhnlich schreiten Krebse langsam am Gewässergrund dahin. Bei Störungen schwimmen sie stoßartig nach rückwärts, wozu sich der Hinterleib blitzschnell und kraftvoll nach vorne gegen den Bauch einschlägt. Diese Fortbewegungsart hat zum sprichwörtlichen „Krebsgang“ (steht für eine ängstliche, konservative Haltung) geführt, weil man der Irrmeinung erlag, dies sei die typische Fortbewegungsart. In der Musik blieb uns aus demselben Grund der Ausdruck Krebs als Form der kontrapunktischen Verarbeitung eines Themas erhalten, bei der das Thema der Hauptstimme rückwärts abgelesen wird. Nach J. S. Bach verwendete man vor allem in der Zwölftonmusik diese Technik von Krebs und Spiegelkrebs.


    Der Krebs ist ein Kiemenatmer, der Edelkrebs trägt seine acht Kiemenpaare geschützt unter der Schale an der Basis der Kieferfüße und der Gehfußpaare. Somit ist die Atmung im Wasser und auch an Land möglich.
    Das Herz ist ein sechseckiges Organ mit sechs Öffnungen, die Organe werden nicht durchblutet, sondern umspült. Die Harnblase liegt beim Krebs vorne, in der Nähe des Gehirnes, der Harn wird durch eine kleine Öffnung am Ansatz der Fühler ausgeschieden; der dünne Darm verläuft gerade durch den Körper bis zum After am Schwanzende.
    Beim Männchen sind die beiden vordersten Beinpaare zu Hilfsorganen (Griffel) für die Begattung umgewandelt. Dazu packt das Männchen das Weibchen mit den großen Scheren und wirft es gewaltsam auf den Rücken. Dann setzt es seine Samenflüssigkeit ab und formt aus der Samenmasse etwa einen Zentimeter lange Spermatophoren, die es neben die Geschlechtsöffnung und an den Schwanzfächer des Weibchens klebt. Dieses legt wenige Tage später im Oktober/November zwischen 10 und 200 Eier ab, wobei es sich auf den Rücken dreht, den Hinterleib nach vorne krümmt und zuerst Schleim absondert, dann werden die Eier in diesem Schleimzelt befruchtet und an den kräftig ausgebildeten Hinterleibsgliedmaßen angeheftet.


    Das Larvenstadium wird im Ei selbst durchlaufen (anders als bei anderen Dekapoden, wie z.B. dem Hummer, bei denen zunächst Larven schlüpfen). Nach ca. 26 Wochen Tragzeit schlüpfen im Mai/Juni Jungkrebse, die sich weiterhin an den Beinen der Mutter festhalten, zumindest bis sie sich nach etwa einer Woche erstmals gehäutet haben. Bis zu diesem Zeitpunkt tragen sie zwar noch einen Dottervorrat und unterscheiden sich von den erwachsenen Tieren in der Anzahl der Beine, sind aber ansonsten fertige junge Krebschen. Bald nach der Verkalkung ihres Panzers verlassen die jungen Krebse das Muttertier, bleiben jedoch noch einige Zeit in ihrer schützenden Nähe. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Jungen von anderen brütenden Weibchen genauso durch deren chemische Stoffe angezogen werden wie von ihrer eigenen Mutter. Es handelt sich also um ein speziesbezogenes, nicht individuenbezogenes Verhalten. Wegen des harten Außenskeletts können Krebse nicht kontinuierlich wachsen. Es sind Häutungen erforderlich, die jeweils einen Wachstumsschub auslösen. Der alte Panzer wird durch einen größeren ersetzt. Im ersten Jahr durchlaufen die jungen Krebse acht Häutungen. Mit dem langsamer werdenden Wachstum geht die Zahl der Häutungen bis auf eine pro Jahr zurück, in kälteren Gewässern wachsen Krebse langsamer und häuten sich auch seltener. Zum Zweck der Häutung wird der ursprüngliche Panzer weicher und elastischer, indem Kalk ausgelagert wird. Sobald die Haut zwischen Kopfbrustteil und Hinterleib (Abdomen) aufplatzt, schiebt sich der Krebs durch pumpende Bewegungen aus seinem Panzer. Dabei werden auch alle Gliedmaßen, die Fühler, die Schwimmbeinchen am Hinterleib und der Schwanzfächer sowie Teile des Magens mitgehäutet! Die Panzer dieser beiden Körperteile werden dabei je als Ganzes abgestreift. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten. Gibt es Probleme beim Abwerfen des Panzers an den Scheren, sind die Überlebenschancen gering, die Tiere sterben rasch an Erschöpfung. Der neue Panzer ist bereits fertig angelegt. Da er größer sein soll als der alte, ist er vorerst weich und elastisch. Durch Wasseraufnahme wird er regelrecht aufgepumpt. Dann dauert es noch etwa acht Tage, bis der neue Panzer hart wird. Man nennt die Tiere in dieser verletzlichen Phase „Butterkrebse“. In dieser Zeit können sie nicht fressen und verlassen ihren Unterschlupf niemals freiwillig.


    Die Kalkreserven, die für die Bildung des Panzers nötig sind, werden über Wochen als Krebssteine, sog. Gastrolithen, als bis zu acht Millimeter große Halbkugeln an den Seiten der Magenwand aufgebaut und bei Bedarf von Verdauungssekreten aufgelöst und über die Blutbahn transportiert, nicht benötigte Gastrolithen werden später wieder ausgewürgt. In kalkarmen Gewässern findet man solche „Krebsaugen“ fast nie, weil sie beim Aufbau des Panzers aufgebraucht werden.
    Der Europäische Flusskrebs (Astacus astacus) unterscheidet sich von anderen heimischen Krebsarten durch seine rote Färbung an der Unterseite, besonders im Bereich der Beingelenke, es gibt aber auch beige bis hellbraune und sogar vereinzelt blaue Individuen. Die Oberseite ist dunkelbraun bis olivbraun gefärbt. Die Färbung setzt sich aus roten, grünen, blauen und braunen Farbpigmenten zusammen. Beim Erhitzen, wie es beim Kochen geschieht, werden alle Farbpigmente bis auf die roten zerstört, davon leitet sich die Bezeichnung „krebsrot“ ab. So sind die Krebse auch auf Stillleben vorwiegend des 17. Jahrhunderts mehrfach abgebildet, zum Beispiel auf jenen Georg Flegels oder früher bei G. Arcimboldo (1566, „Wasser“).
    Der Europäische Flusskrebs ist mit etwa 14 cm Körperlänge (ohne Scheren) ausgewachsen und erreicht ein Alter von bis zu 20 Jahren.

     

    Geschichtliches

    Seit jeher wurden Krebse als Nahrung durch den Menschen genutzt, vermutlich schon in der Steinzeit. Sie sind leicht zu fangen und die Zubereitung ist denkbar einfach, man braucht nur ein Gefäß mit siedendem Wasser. In Tirol beispielsweise ist der Krebsfang bis in das Jahr 1321 zurück belegt. Aufzeichnungen über den Krebsfang findet man etwa im Erfurter Büchlein 1498 oder im Fischereibuch Kaiser Maximilians 1504. Hier wird mit Liebe zum Detail der nächtliche Krebsfang mit Fackeln, Stöcken und Wassernetzen dargestellt, die Krebse werden auch mit bloßer Hand gefangen und in Körben eingesammelt. Der Edelkrebs war eine beliebte Fastenspeise bei Klerus und Adel, das Fischrecht blieb meist diesen Ständen vorbehalten. Bereits im 13. Jahrhundert gab es in Wien Am Hof einen Markt, auf dem es neben Bäckern und „Fischkäuflern“ auch sog. „Krebslerinnen“ gab, denn Flusskrebse mussten getrennt von den Fischen feilgeboten werden. Neben Fleisch- und Fischbeschauern gab es auch eigene „Krebsenrichter“. Die Händler waren verpflichtet, ihre Ware ohne Mantel und Kopfbedeckung feilzubieten wie man es auch an einer Plastik am Benediktinerplatz in Klagenfurt, dem „Steinernen Fischer“ sieht, um zu verhindern, dass die Ware lange aufgehoben wird und verdirbt. Im Jahr 1475 gab es Am Hof von der Gemeinde Wien 17 Krebsstände. Heute erinnert noch die „Apotheke zum roten Krebs“ an diesem Platz daran. Sie erhielt ihren Namen vom damals benachbarten Krebsenhause, Nr. 524, das nach dem regen Krebsenhandel benannt war und später mit dem Apothekerhaus zusammengelegt wurde. Bald legten Klöster und Adelige in ihren Besitzungen auch Teiche an, weil Krebse zunehmend zur Delikatesse und Fastenspeise wurden. Im Salzburger Erzbistum gab es ab 1665 „Hofkrebsenträgerinnen“, die die Krebse aus dem Zeller See nach Salzburg trugen.


    Gleichzeitig wurden Krebse in der Kunst verewigt: man findet eine überlebensgroße Krebsskulptur am Dach der berühmten Fischerkanzel in Traunkirchen am Traunsee/Oberösterreich aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine ähnliche Darstellung eines Krebses, der dem Hl. Franz Xaver sein Kruzifix wiederbringt, das er auf einer seiner Missionsfahrten im Boot verloren hatte, findet man in Rottenbuch, wo Reliquien des Heiligen aufbewahrt werden.
    Es verwundert so auch nicht, dass sich der Krebs in vielen Wappen wieder findet, etwa in jenem des deutschen Kardinals Nikolaus von Kues (1401–1464).
    Ortsbezeichnungen und Flussnamen wie Kroisen-, Groissen- oder Kreuzenbach deuten darauf hin, dass Krebse im Alpenraum früher häufig vorkamen. In Kärnten findet man viele Orte mit dem slowenischen Ausdruck „rak“ (=Krebs) oder rakovica (=Krebsenbach), z.B. Raggane im Lavanttal, Raglach u.v.a.

     

    Medizinische Verwendung

    Bereits im Mittelalter haben Krebse in der Volksmedizin Verwendung gefunden. In älteren Büchern wird häufig von der heilenden Wirkung von „Krebsaugen“ berichtet, es handelt sich hierbei um die sogenannten Krebssteine (Gastrolithen). Gesner empfiehlt sie 1670 gegen Geschlechtskrankheiten und als Mittel, um weiße Zähne zu bekommen. Der Benediktiner Basilius berichtet in seinem „Letzten Testament“ (1769) über ihre heilende Wirkung bei Nierensteinen, Husten, verschiedenen Verletzungen und bei Ejaculatio praecox. Burdach erwähnt, dass Krebsbrühe bei Krankheiten der Haut gerühmt sei. Anderen Quellen wiederum ist deren Einsatz bei Sodbrennen zu entnehmen, aus Kroatien stammt die Empfehlung, Krebsaugen mit Pfirsichmandel gestoßen und in Wein gekocht bei Harnverhalt einzunehmen. Und im Jahre 1908 wird berichtet, dass es immer noch gebräuchlich sei, durch Einlegen von Krebsaugen in den Augenbindehautsack Fremdkörper durch den entstehenden Tränenstrom zu entfernen.


    Dioskurides empfiehlt die Asche gebrannter Flusskrebse mit Enzianwurzel vermischt beim Biss „toller“ Hunde; mit gekochtem Honig heile sie Risse an Händen und Füßen, Frostbeulen und krebsige Geschwüre; zerrieben und mit Eselsmilch vermengt helfe es bei Schlangen- Spinnen- und Skorpionbissen (dieses Zitat finden wir später in der AMP von Buchner), und zu guter Letzt: mit Fleischbrühe gekocht sei sie gut für Lungenkranke.
    Einem Fallbericht Bethmanns zufolge scheinen Flusskrebse nicht jedem so gut zu bekommen, er beschreibt in der Allgemeinen Homoeopathischen Zeitung Band X, S. 172 ff. über die Folgen nach Krebsgenuss:
    Ein vornehmer Mann, in einem Alter von 47 Jahren, bekam, nachdem er sich recht satt an Krebsen gegessen hat, heftige Schmerzen in der Regio epigastrica, besonders aber in der Gegend des Zwölffingerdarms. Es stellte sich hierauf ein heftiger Anfall von Urticaria mit Hepatitis und später Gelbsucht ein.
    Als die Gelbsucht vollkommen eingetreten war, gab sich die Hepatitis und der Patient erlangte eine verhältnismäßig gute Gesundheit und Heiterkeit des Geistes. – Ein Druck in der Gegend, wo der Zwölffingerdarm lag, verursachte indessen immer Schmerz. Der Patient blieb viele Monate in diesem Zustande und hatte einen hohen Grad der Gelbsucht. Der Harn, der Speichel, die Thränen, der Nasenschleim und das Serum des Blutes enthielten sämmtlich viel Galle und dennoch trat nicht die geringste Quantität durch den Gallengang in den Darm, indem der Stuhlgang stets weiß wie Pfeifenthon war.
    Die ganze Zeit über war der Appetit des Patienten gut, der Genuß der Speisen verursachte ihm keine Unbehaglichkeit und der Stuhlgang war reichlich und regelmäßig. Endlich stellte sich eine Rückkehr der Hepatitis ein, und nach derselben ein Abgang von Fettsubstanz aus dem Darmkanal. Er sah aus wie geschmolzenes Fett und besaß nach dem Erkalten etwa die Konsistenz der Butter. Diese schwamm im Wasser, zerschmolz bei mäßiger Wärme und war äußerst brennbar.
    Manchmal waren Portionen dieser Fettsubstanz mit dem Darmkothe vermischt, in der Regel aber waren beide Substanzen voneinander abgesondert.
    Die Farbe der Fettsubstanz war manchmal dunkler, manchmal heller, aber immer gelb. Gleichzeitig mit dem Erscheinen der Fettsubstanz bekam der Stuhlgang eine dunklere Farbe, nie aber diejenige des mit gesunder Galle gefärbten Darmkothes. Man machte überdies die Bemerkung, dass, wenn keine Fettsubstanz mehr abging, der Stuhlgang wieder so bleich wie anfangs wurde; er erlangte indessen immer die dunklere Farbe wieder, sobald sich die Fettsubstanz von Neuem einstellte.
    In der letzten Woche des Lebens dieses Patienten bemerkte man nichts von Fettsubstanz, und während dieser ganzen Zeit hatte der Stuhlgang die Farbe des weißen Pfeifenthons.
    Um die Zeit, wo die Fettsubstanz zum Vorschein kam, stellte sich zugleich ein anderes neues Symptom ein. Bisher war er ganz von Übelkeit frei gewesen, jetzt dagegen verging kaum ein Tag, ohne dass er den Inhalt des Magens durch Erbrechen ausleerte; das Erbrechen stellte sich fast ohne alle Anstrengung ein, wie in dem Fall, wo dasselbe blos durch eine Striktur des Pylorus veranlasst wird. Der Patient hatte keinen Ekel, der Appetit war gut und unmittelbar nach dem Erbrechen hatte er die größte Begierde, Nahrung zu sich zu nehmen, und so verhielt es sich mit ihm bis zu seinem Tode. Der Stuhlgang war regelmäßig bis ans Ende. Patient starb 10 Monate nach dem Genuß der angeführten Krebse.
    Bei der Section fand man alle innern und äußern Theile des Körpers von dunkelgelber Farbe.
    Der Magen war sehr groß und enthielt 3 bis 4 Pinten einer dunklen Flüssigkeit, welche nach Bier und Wein roch; die Häute desselben waren verdickt und die innere Membran gefäßreicher, als im natürlichen Zustande. Unmittelbar unter dem Pylorus wurde eine harte Masse entdeckt, die hauptsächlich aus einer Portion des Zwölffingerdarms, dem oberen Theile der Bauchspeicheldrüse, einigen absorbierenden Drüsen und verdichteter Zellsubstanz bestand. Der Zwölffingerdarm war gegen die Mitte so sehr zusammengezogen, dass die Cavität desselben größtenteils obliteriert war, und zwar in solchem Grade, dass das stärkere Ende eines gewöhnlichen Lötrohres kaum Durchgang finden konnte. Die Leber bot in ihrer Striktur keine krankhafte Veränderung dar, außer derjenigen, welche man in der einfachsten Form von chronischer Entzündung bemerkt. Sie erschien voluminöser, als gewöhnlich, indem die Pori biliarii in ihrer Substanz enorm erweitert waren, was auch vom Ductus hepaticus, den gewöhnlichen Gängen und der Gallenblase galt. Die Mündung des Ganges war völlig verschlossen. In keinem anderen Theile war eine Krankheit zu bemerken, und nicht die geringste Anzeige von bösartiger Krankheit vorhanden – Cloyd in the London medical Gazette. Januar, 1833.

    Und Bethman kommentiert:
    … die krankmachende Eigenschaft der Krebse, bei manchen Personen, ist bekannt; doch ist meines Wissens ein solcher Fall, wie der vorstehende, noch nicht öffentlich vorgekommen. Bei Unterleibskranken verdienen die Krebse hohe Beachtung. Überhaupt gibt es in diätetischer Hinsicht noch sehr viel zu beachten, zu untersuchen und zu prüfen. Unruhigen Nachtschlaf und starke Aufregung der Genitalien sah ich mehrmals nach ihrem Genuß erfolgen.

    Dieser und ein weiterer Fall von Unverträglichkeit waren Dr. Buchner aus München bekannt, was ihn vermutlich veranlasste, die Arznei 1842 einer Arzneimittelprüfung zu unterziehen.
    Ebenfalls in der Allgemeinen Homoeopathischen Zeitung, Band XXII, S. 62 ff. schreibt er unter der Rubrik „Lesefrüchte“:
    Cancer fluviatilis – Stein, Studiosus, ein gesunder und kräftiger junger Mann, 20 Jahre alt, von biliöser Constitution aß am 28. Februar (-7° R.-Nordostwind) Mittags 1 Uhr mehrere Krebse mit gutem Appetit, sobald er sie aber genossen hatte bekam er sogleich einen Widerwillen gegen dieselben. Nach Verlauf einer kleinen Stunde thränten die Augen, er empfand heftiges Jucken am Nacken, zugleich kolikartige Schmerzen um die Nabelgegend (4 Stunden lang) mit Auftreibung des Unterleibes, dass er schon in Bälde nach dem Genusse der Krebse das Bändchen der Unterhose lösen musste. Unter starkem Jucken ward ihm die Haut roth, es fuhren ihm, wie er sich ausdrückte, Beulen in der Halsgegend auf, so dass er ein beginnendes Scharlachfieber befürchtend, mich um einen baldigen Besuch bitten ließ; es entwickelte sich ein nesselartiger Ausschlag auf der Brust, dem Rücken, an den Armen, der inneren Schenkelfläche und in der Kniekehle, die größern Flecken von 5 Zoll Länge und geringer Breite waren stark erhaben, roth begränzt und luden beständig zum Kratzen ein, flossen allmählig (nach 4 Stunden) zusammen, so dass Arme, Schenkel, Brust wie aufgeblasen erschienen. Dabei noch Kopfweh mit Druck gegen die Augen, erweiterte Pupillen, Hitze, Röthe, Gedunsenheit des Gesichtes, Fieberbewegungen, leichte Transpiration. Nachts brach ein leichter Schweiß aus, gegen Morgen Nasenbluten mit Erleichterung. Sämmtliche Zufälle nahmen den Tag über allmählig ab, mit Ausnahme der stechenden Schmerzen in den Schläfen, die bis zum Abend anhalten. Das Nasenbluten wiederholte sich eine Woche lang täglich in der Frühe.

    Es folgt ein Bericht von Dr. Noack über Krebse (und es ist verblüffend, wie sehr einander die Reaktion bei empfindlichen Personen nach Genuss von Flusskrebsen, einem Süßwassertier, und nach Hummer, einem Meeresbewohner, gleichen):
    Dr. Menage erzählt in der Gazette med. 25. April 1840 von sich, dass wenn er in einem Alter von 20 bis 22 Jahren bei seinen Mahlzeiten auch in der geringsten Quantität Hummern aß, er sogleich krank wurde, obgleich andere Personen, die mit ihm davon aßen, keinen Nachtheil davon verspürten. Er hatte durchaus keinen Widerwillen dagegen, aber 5-6 Stunden nach der Mahlzeit überfiel ihn jedes Mal ein Frösteln, Ekel, der Kopf wurde eingenommen, das Gesicht wurde roth und aufgetrieben, die Augenlider schwollen an, die Augen thränten und es stellte sich eine Mattigkeit der Gliedmaßen und ein Paar Mal selbst ein schwaches Delirium ein. Nach 8-24 Stunden brach über den ganzen Körper ein rother, juckender, nesselartiger Ausschlag aus, und nach einigen Tagen kam Alles wieder in seine vorige Ordnung. Seit seinem 22. Jahre hat er noch zuweilen die nämlichen Zufälle, wenn gleich in viel geringerem Grade gehabt. Auf die von der Epidermis entblößte Haut gebracht, erregte das Fleisch dieser Schaalthiere keine derartigen Zufälle. Muscheln, Mollusken, mit Ausnahme der Austern, hatten ungefähr die nämlichen Zufälle zur Folge, aber keinen Nesselausschlag, wohl aber eine Rose im Gesichte, die 7-8 Tage stand und sich dann mit Abschilferung endete – Dazu bemerkt der Referent in Frickes Zeitschrift 14. Bd. 3. Heft, S. 173, dass er einen jungen Mann gekannt, bei dem sich diese Erscheinungen jedes Mal nicht allein nach dem wirklichen Genuß von Krebsen, sondern wenn sie nur ins Zimmer gebracht wurden, äußerten, und die den nämlichen Grad erreichten, wenn er nicht eilte das Zimmer zu verlassen.

     

    Frühere Arzneimittelprüfungen

    Buchner prüfte 1842 Astacus fluviatilis an drei Personen (Hygea, Bd. XVII, S. 1ff.); es hat uns bei der Ausarbeitung unserer Arzneimittelselbsterfahrung manche Übereinstimmung auch in kleinen Symptomen überrascht und wir wollen daher den Wortlaut dieser 160 Jahre alten Prüfung wiedergeben, wir vermerken Querverbindungen aus der aktuellen AMP:
    Manche Tiere und Pflanzen vermögen außerdem, dass sie, auf ihre Weise zubereitet, größtentheils ohne Nachtheil assimilirt werden können, noch solch eigenthümliche Wirkungen hervorzubringen, dass es zweifelhaft erscheint, ob man selbe den Nahrungs- und Arzneimitteln beizählen soll, während andere durch ihre Zubereitung die arzneiliche Kraft mehr oder minder verlieren, wie wir dies unter andern vom Spargel, von dem aus Belladonnabeeren bereiteten Oele wissen, und wieder andere Arzneien gelten, die vermöge ihrer üblich schlechten Bereitung weder Arzneikraft besitzen, noch zu Nahrungsmitteln sich eignen, was von vielen Extracten durch Erfahrung erhärtet ist, oder nur zu gewissen Zeiten und an bestimmten Orten gesammelt schädliche Nebenwirkungen äußern, wie Mytilis edulis. So zeichnet sich auch der gesottene Flusskrebs, ohne den Absud genossen, mehr als Nahrungs- denn als Heilmittel aus, während die aus dem rohen zu Brei gestossenen und mit Weingeist ausgezogenen Krebse bereitete Tinctur weit mehr Störungen im Körper hervorbringt, als man ohne vorangegangene Prüfung erwarten möchte. – Abgesehen von der thierischen Kalkerde und Gallerte, so haben Krebse wie Eidechsen etwas eigenthümlich Reizendes in ihrem Fleische, welches dem der Fische durch seinen Gehalt an Ammonium und die schnelle mit ganz besonders heftigem Geruche verbundene Verwesbarkeit sehr nahe kommt; sie bringen bekanntlich bei manchen Personen einen eigenthuemlichen Hautausschlag, der bei seinem öfteren Vorkommen nicht mehr als Idiosynkrasie zu betrachten (vgl. Organon, §117, Anm. d. Verfasser), stark juckende Nessel, leichte Röthe mit juckend-stechendem Schmerze des Augenweisses, Thränen der Augen, Niesen, ohnmachtartige Zufälle u.a. hervor, wodurch sie sich wesentlich von den Erscheinungen nach dem Genusse von Garneelen (Cancer Crangon), einer Lieblingsspeise der Holländer unterscheiden. – Herbst, welcher sich um die Geschichte der Krebse so verdient gemacht hat, musste den Genuss derselben entbehren, weil er ein unangenehmes Jucken auf dem ganzen Leibe und Wasserblasen bekam, Symptome, die öfters bemerkt wurden, wie in nachstehenden zwei Fällen (an dieser Stelle zitiert Buchner den obigen Fall von Vergiftung aus den „Lesefrüchten“ sowie einen Bericht in lateinischer Sprache aus Ephem. Nat. cur., dec II, ann.3, obs. 25; Anm. der Verfasser).

    Dass die Krebse nicht nur zunächst auf die Haut und durch vermehrte Blutbewegung auf das Hervorbrechen des Exanthems, sondern auch auf die übrigen Systeme zu wirken vermögen, haben ebenfalls ältere Autoren erfahren; so erzählt Bonetus, dass ein Mann vom Genuss warmer Krebse allezeit stumm wurde, bis sie wieder weggebrochen waren, und Plenk (Bromatologie p. 157) führt von ihnen an, dass sie durch eine Art Schärfe und vermöge eines alkalischen Salzes das Blut auflösen und Blutspeien und Schwindsucht verursachen. – Bei einer Wechselfieberkranken brachte schon der Geruch gekochter Krebse den Paroxysmus zurück. Eine Schwester derselben bekömmt jedes Mal selbst auf etwas Krebsbutter an den Speisen, auch wenn sie nichts davon während der Mahlzeit bemerkt hat, eine starke Kolik, die heftigsten Schmerzen im Unterleibe (ohne Brechen oder Stuhlgang), welche stundenlang fürchterlich anhalten. – Einen weiteren Beweis, welche Veränderungen Krebse in Leber und Zwölffingerdarm, somit in der Chymifikation hervorbringen können, liefert folgende in der Londoner med. Ztg. Jan.1833 enthaltene Krankengeschichte; (es folgt nun die bereits erwähnte tödlich endende Krankengeschichte, Anm. der Verfasser.)

    Den eben erwähnten arzneilichen Kräften gemäss konnte der Gebrauch des Krebses bei den alten Aerzten nicht beschränkt sein, wie aus der Literatur leicht nachweisbar. Die vorzüglichsten Krankheiten, in denen er Anwendung fand, waren: Geschwüre fast aller Art, Fieber, Wunden, Phtisis, Steinbeschwerden, Impotenz, Wasserscheu u.s.w. – Allein wir können dieser Anwendung weder Vertrauen schenken, noch viel Nutzen daraus ziehen, ebenso wenig, als aus der Klinik der alten Schule in den Handbüchern der Arzneimittellehre, wo Alles buntscheckig und chaotisch durcheinander liegt, wie dies auch mit den in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung (Bd. 21) angeführten Mittel der arabischen Aerzte der Fall ist; aller wissenschaftlichen Basis ermangeln diese Angaben.

    Um die Wirkung des Krebses auf Gesunde näher zu erforschen, wurden nachstehende Versuche angestellt.

    1. Eine 30jährige Dienstmagd, biliöser Constitution, nahm auch bei grössern Gaben keine deutlichen Erscheinungen wahr.

    2. L, ein gesunder Mann von 27 Jahren, von biliöser Constitution, schwarzhaarig, nahm vom Flusskrebs (in einem Mörser zerstossen, mit 3 Theilen Weingeist übergossen) am 14. Mai 1840 um 8 Uhr Morgens, nachdem er um 7 Uhr regelmässige Stuhlentleerung gehabt hatte, eine Unze der Tinctur mit etwas Zucker. Der thierische Geschmack der Tinctur ging bald in einen pappigen über (2/6 Prüfer bemerkten einen starken metallischen Geschmack während unserer Prüfung, Anm. d. Verfasser); gegen 10 Uhr vermehrte sich die Wärme des Körpers und der Vorderkopf wurde etwas eingenommen; bald darauf Kneipen im linken Unterbauche, die Lebergegend schmerzte bei starker Berührung, zweimaliges Überlaufen von Kälte. Um 10 ½ Uhr Stechen im rechten innern Ohre, 6 Stunden lang, das in einen stumpfen Schmerz übergeht. Früh gleich nach dem Erwachen spürte er Reissen und Stechen in der Mitte des Daumens, kurze Zeit. Nachdem er um 6 Uhr früh 150 Tropfen genommen, zwang ihn die Rauheit des Halses öfters zum Räuspern (auch das Räuspern kam uns bekannt vor, mehrere Prüfer beschrieben ein Globusgefühl im Hals, das sie durch Räuspern versuchten, wegzubekommen). Der entleerte Stuhl war dunkler gefärbt, denn sonst. Hustenreiz vom Kehlkopfe ausgehend. Scharriges Gefühl im Halse bei beständigem Hustenreiz und Kitzel im Kehlkopf den ganzen Tag über.

    16. Mai: Nachdem er vor und während dem Stuhlgange kolikartiges Leibweh gehabt, nahm er um 7 Uhr 1½ Unze. Sonst hustete er Morgens etwas Bronchialschleim aus, heute aber hat sich dazu ein lichtgelber Auswurf gesellt, bei Rauheit der Brust. Hustenreiz mit trockenem Husten wie gestern; es geht ein wenig heller Schleim; nach dem Husten vorübergehender süsslicher Geschmack im Munde. Seit 3 Uhr ist der Husten häufiger, so dass die Brust schmerzt, dabei speichelartiger und weissschleimiger Auswurf. Um 4 Uhr Drängen in den Ohren nach aussen, 5 Minuten lang (bei Prüferin III und IV war Druck in den Ohren beim Schlucken in Zusammenhang mit einem Kloßgefühl im Hals auffallend, wörtlich beschreibt Prüferin IV: „als ob von innen gegen das Trommelfell gedrückt würde“), später Druck im obren Theile des rechten Auges. Kitzel in der Stimmritze oder tiefer im Kehlkopfe, der zum Husten reizt, das Athmen ist mühsamer als gewöhnlich (wiederum wörtlich aus den Aufzeichnungen unserer AMP: „Gefühl, ein bisschen zu wenig Luft zu bekommen, weil ich nicht tief durchatmen kann“ , Tag 1 und „beim Singen auffallender Lufthunger, ich muss viel öfter Luft holen als gewöhnlich“, Tag 4, Prüferin IV. Prüferin VI notiert: „plötzlich brennender Schmerz im gesamten Thorax, Gefühl der Atembeklemmung, besser wenn ich tief einatme“). Abends 6 Uhr Zitterfrost der obern Extremitäten. Nach 8 Uhr kurzes anhaltendes Zwicken im linken Unterbauche bei grosser Müdigkeit. Er ging etwas spazieren, ohne dass ihn der Husten belästigte, sobald er sich aber wieder setzte, belästigte ihn der Husten wieder. Abends 10 Uhr Stuhlgang, da der am Morgen nicht ergiebig war.

    17. Mai: Die Nacht über war der Schlaf gut, er erwachte aber früher als an andern Tagen. Morgens nach 5 Uhr breiiger Stuhl („Rumoren im Bauch führt zum Erwachen um 5.30h. Stuhlgang treibt sie aus dem Bett“, ein Symptom der aktuellen Prüfung); Husten und gelber Auswurf weniger als gestern. Um 7 Uhr nahm er ½ Unze der Tinctur, worauf der alte Kitzelhusten wieder zurückkehrte; Trübsichtigkeit. Nach Tisch weicher, etwas schleimiger Stuhl, darauf Kratzen im Mastdarme. Um 5 Uhr ass er vier gesottene Krebse; um 6 ½ Frostschauder an den obern Extremitäten. Spät am Abend zeigte sich wieder der süssliche fade Geschmack des durch Husten ausgeworfnen Schleimes.

    18. Mai: Um 6½ Uhr nahm er 2 Unzen der Tinctur; nach einer halben Stunde kam der Husten stärker als gestern, zweimal hatte er eine lichtgelben Auswurf, später warf er nur Schleim und Speichel aus. Erst Husten, dann Räuspern, worauf der Schleim losgeht. Plötzliches Reissen von der rechten Lumbalgegend bis zur Niere im Sitzen. (Zitat aus einem Protokoll: sehr steif beim Aufwachen, im Lumbalbereich wie ein Krampf, erst links, dann rechts, Prüferin VI). Viel Husten ohne Auswurf den Vormittag über, besonders um 11 Uhr. Mittags drückende Eingenommenheit des Vorderhauptes. Beklommenheit der Brust (vgl. „Druck auf der Brust wie von einem schweren Gewicht auf dem Sternum“, wörtlich aus dem Protokoll, Prüferin IV). Den ganzen Tag über keine Stuhlentleerung.

    19. Mai: Heute darf er nur sehr wenig husten, weil sich der geringe Auswurf leicht durch Räuspern löst. Die Conjunctiva ist etwas injicirt und merklich gelblich gefärbt. Um 10 Uhr Druck in den Schläfen und im Vorderhaupte. Spärlicher, unter Drängen brockenweise abgehender Stuhl. Eine viertel Stunde nach dem Mittagessen kolikartige Schmerzen unter dem Nabel, dass er sich krümmen möchte (lesen Sie dazu, was Prüferin IV schreibt: „heftige Magenschmerzen 1 Stunde nach dem Mittagessen, wie ein Klumpen, um den sich der Magen zusammenzieht“; bei Prüferin VI klingt es so: „schneidende Darmkrämpfe um den Nabel mit leichter Übelkeit für ¼ Stunde, besser beim Zusammenkrümmen und festem Druck; kehren immer wieder für 5 Minuten zurück; kein Durchfall“, und Prüferin III beschreibt Magenschmerzen mittags, nach dem Essen so heftig, dass sie sich hinlegen muss); hierauf erfolgte ein weicher, zuletzt breiiger, dunkelbraun gefärbter Stuhl. Um 3 Uhr nahm er 200 Tropfen. Zittern der linken Hand, als er ein Buch frei hielt; Zittergefühl der Arme, wenn er sich darauf stützt. Röthe und erhöhte Wärme des Gesichtes den ganzen Nachmittag, bei Brennen in der linken Wange, Hitze und Röthe der Ohren; auch kehrte der ziehende Schmerz im linken Daumen wieder (Prüferin IV beobachtet stechende Schmerzen im Kleinfinger rechts, radialseitig). Unbehaglichkeit in der Milzgegend, Ziehen im rechten Harnleiter. Bei fortdauernder Hitze und Röthe des Gesichtes Jucken am Nacken gegen 6 Uhr (bei der Ausarbeitung der AMP fiel uns auf, wie viele Symptome sich im Schultergürtel und im Nackenbereich abspielen: Beginn der Urtikaria, Verspannung, Knacken in der Zervikalregion, Schmerzen im Schulterbereich, Schmerzen von der Achselregion aus in den Arm ausstrahlend; beschäftigt man sich mit der Ausgangssubstanz, so fällt auf, dass der Krebspanzer bei der Häutung genau am Übergang von Cephalothorax zum Abdomen gesprengt wird – ein möglicher Zusammenhang mit der Empfindlichkeit dieser Region?). Brennen des Gesichtes.

    Am 20. Mai fühlte er nach dem Genusse einer Unze Tinctur ausser den gewöhnlichen Erscheinungen Prickeln im linken Beckenbein. Frostschauder, Abgeschlagenheit der Arme, gegen 12 Uhr einiges Ziehen in den Zähnen und bald darauf Stechen im rechten Ohr. Die vielen, durch das schlechte Wetter in die Länge gezogenen Beschäftigungen hinderten ihn für heute am weitern und genauen Beobachten.

    Den 21. Mai trank er nach ergiebigem, unter Drängen erfolgtem Stuhle eine Unze der Tinctur, worauf Husten mit einiger Anstrengung und Räuspern stärker wiederkehrten, als am verflossenen Tage. Gegen 10 Uhr im Gehen Brennen an der vorderen Fläche des linken Schenkels, wie von einer Säure, so dass er erschrocken mit der Hand untersuchte (Sie können sich unser Erstaunen vorstellen, nachdem Prüferin III folgendes Symptom beschrieben hatte: „Gegen 20 Uhr brennendes Gefühl am linken Oberschenkel ventral, bandförmig ca. eine Handbreite über dem Knie; schmerzt bei Berührung, sogar die Berührung mit der Bettdecke ist unangenehm, fast schmerzhaft“).
    Zucken unterhalb der Niere rechts; Gefühl im Bauche, als komme ein schmerzhafter Kolikanfall, darauf Kneipen im linken Unterbauche. – Nach Tisch nahm er wieder eine halbe Unze; danach Druck in der Milzgegend und gegen Abend Spannen als ob die Gefäße angezogen würden. Drücken in der Blasengegend mit dem Gefühl von Schwere darin. Den rheumatischen ähnliche Schmerzen an verschiedenen Körpertheilen, bald am rechten Schlüsselbein, bald am linken Arme; zuckendes Ziehen im linken Unterarme. Schmerzhafte Eingenommenheit des Unterleibes den ganzen Nachmittag über.

    22. Mai: Vor 7 Uhr Grimmen im Leib, darauf ungenügsamer Stuhl. Da durch den rauen Nordostwind und die kalte Witterung der Kopf etwas angegriffen war, so wollte er die weitern Erscheinungen nicht aufzeichnen. – Den folgenden Tag nahm er 2 Unzen, wonach er eine Leichtigkeit der Arme bei Kribbeln und Zittergefühl in den Händen verspürte; ferner arge Beklommenheit tief in der Magengegend, die sich auch auf den untern Theil der Brust erstreckte. Um 5 Uhr saures Erbrechen, nach Tabakrauchen.

    Derselbe nahm den 19. April 1842 (das ist etwa 2 Jahre später, Anm. der Verfasser) einen Kaffeelöffel voll mit Syrup; die Nacht war unruhig; der Schlaf oft unterbrochen, voll geiler Träume, dabei die Hauttemperatur erhöht. Fernere Versuche gaben mit den früheren übereinstimmende Resultate.

    3. C., 27 Jahre alt, reizbar, früher etwas mit Gicht behaftet, nahm den 25. September 1841 morgens 6 Uhr 2 Kaffeelöffel voll Krebstinctur; gleich darauf waren die Geruchsnerven von dem Krebsgeruch vorübergehend stark afficirt, das rechte Ohr zeigte eine Empfindung, wie wenn ein fremder Körper im Gehörgang stecke und dadurch leichte Taubheit verursachte. Eingenommenheit des Vorderhauptes, drückender Schmerz auf der Zunge (Prüferin V bemerkt, dass sie plötzlich das hintere Drittel der Zunge spürt – wie einen Fremdkörper), im Schlunde und in der Magengegend, letzteres öfter bis gegen Mittag, leichtes Spannen von den Knien abwärts bis gegen den Vorderfuss; Appetit geringer als sonst. 80 Pulsschläge in der Minute. Mittags 1 Uhr Bauchgrimmen mit Stuhlzwang und Mattigkeit, Nachlass beim Sitzen, Wiedereintritt beim Gehen. Um 3 Uhr Entleerung von 1 Quart strohgelben Urines (24°R), sauer reagierend. Stuhlentleerung gelblich gefärbt, consistent, dann breiig und stinkend mit Erleichterung des Leibwehs.

    26. Sept.: Morgens 6½ Uhr 3 Kaffeelöffel voll. Puls 50. Bald nachher Eingenommenheit des Vorderhauptes, Drücken an der Stirn, Druck und hartes Athmen in den Bronchien (auch das hatten wir bereits!; es erinnert an den Krebs, der aus dem Wasser geht, um an Land zu atmen, wenn das Wasser nicht mehr genug Sauerstoff enthält), Erscheinungen an den Ohren wie gestern; Congestionen nach der Brust mit härterem Athem und Blutspucken. Urin hellgelb, schwach sauer reagirend. Appetit vermindert, Bauch etwas angegriffen und aufgetrieben. Um 2½ Uhr 80 Pulsschläge. Abends Frost am ganzen Körper, der besonders unter den Achselhöhlen sehr empfindlich war (dieses Frösteln bemerkte auch Prüferin III, Kammerer sieht dieses innere Frösteln als sehr spezifisch für Astacus an und kuriert bei einer typhusartigen Epidemie in Ulm Patienten im Stadium der Rekonvaleszenz: „mag auch die Hitze“, schreibt er, „noch so groß sein, so wird, wenn nur das Symptom dabei ist, dass das innere Frieren und die Empfindlichkeit gegen die Luft bei Entblößung noch stärker und anhaltender hervortreten, der Cancer fluviatilis das hilfreichste Mittel sen. Es hilft schneller und sicherer als Aconit, was man in solchen Fällen anzuwenden gewohnt war“).

    Den 27. Sept., zur selben Zeit wie gestern, 4 Kaffeelöffel voll. Gleich darauf leichtes und schnelles Nasenfliessen wie bei einem leichten Katarrh; Druck in der Magengegend u.a. wie am verflossenen Tage. Kopf gegen die Stirn stark eingenommen. Brennen in der Herzgrube, consensueller Drang zum After, Aufstossen und etwas mehr Wärmegefühl, Ekel, Druck und Schwere in den Armbeugen. – Der Kopfschmerz zieht sich nach dem Hinterhaupt, ist besonders an der rechten Schläfen- und Ohrengegend fühlbar. Nach 2 Stunden Mattigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Sticheln an der linken Brustseite unter der Warze. Um 10 Uhr Leibschmerzen um den Nabel, Druck und Spannen an den Achselgelenken und Deltamuskeln; Magen eitel und empfindlich, drückend mit stetem Drücken an der Stirn und häufigem Gähnen. Nachmittags Urin von goldgelber Farbe; unmittelbar aus der Harnröhre hatte er 30°R., im Glase 26°R, anfangs nicht sauer reagirend, später schwach sauer; leichte Flocken schwammen darin. Gekocht machte er viele Blasen, enthielt viel Luft und etwas abgedampft zeigte er viel Eiweiss. Nachts Erwachen mit Schweiss besonders am Unterleib, darauf in der Luftröhre und dem Kehlkopfe Ansammlung von Schleim, der wie angeklebt war (Trockenheit im Halsbereich war auch ein Thema in der aktuellen AMP). Des andern Tages sehr eingenommener Kopf, heftige Bangigkeit und Beängstigung auf der Brust; Nachmittags Beginn heftigen stumpfen Zahnschmerzes in einem cariösen Zahne; Abends vermehrte Wärme am ganzen Körper und leichte Aufgeregtheit des Sensoriums, ein Zustand von Sopor; Schlaf 7 Stunden mit ununterbrochenen Träumen, beim Erwachen Kopf etwas leichter, Drücken auf dem ganzen Sternum. Urin dunkelgelb mit Sediment. Blähungen, mit Drang zum Stuhle.

    In seiner abschließenden übersichtlichen Zusammenstellung ergänzt Buchner die Prüfungssymptome durch den Vergiftungsfall „Stein“, weiters zählt er einzelne Symptome auf, deren Ursprung für uns nicht erkennbar war, sie werden gesondert gekennzeichnet in der unten angeführten Symptomenliste.

    Zusammenfassend meint Buchner:
    Die Wirkung dauert mindestens 8 Tage, die Gabengröße richtet sich nach dem Heilzweck; in einem Fall genügen Kügelchen der sechsten Verdünnung, in einem anderen ist die Tinctur nothwendig; ein allgemein gültiges Gesetz ist hierüber nicht aufstellbar.
    Das physiologische Gegenmittel ist die Kreuzspinne (Fluviatilis cancer tritus, si potetur cum lactae asinae, confert contra morsum aranearum citrinarum pessimarum et scorpionum, Rhazes), das chemische Citronsäure.
    Aus den angeführten Erscheinungen fällt die Verwandtschaft der Wirkungen der Krebstinctur mit der von Ararnea Diadema und Calcarea unwillkürlich in Augen. – Die Krankheiten in denen Cancer angewendet zu werden verdient, sind die der Regio epigastrica und unter diesen vorzüglich die der Leber und Milz, vielleicht auch des Pancreas, chronische gelbsüchtige Zustände, qualitativ veränderte Gallenabsonderung (mit wenig Pikromel), Anschwellung des kleinen Leberlappens mit Drücken auf den Magen, Kolikschmerzen, die fehlerhafter Chymifikation ihr Entstehen verdanken, Gliederschmerzen von Krankheiten der Leber, Fieber, wie sie Dr. Kammerer l.c. bezeichnete, Schwindsucht (tuberculöse) vermag die Krebstinctur unter Umständen zu heilen. Inwiefern sie von Wechselfiebern, torpiden Geschwüren u.a. dienlich ist, vermag ich gegenwärtig nicht anzugeben. Weitere Erfahrungen haben aber an dieser Bearbeitung einen kleinen Stützpunkt.

    C. Hering übernahm einen Großteil der Symptome aus Buchners AMP und führt einige wenige Symptome (ohne Quellenangabe) zusätzlich an. Dokumentiert ist, dass C. Hering selbst 1825 eine Tinktur aus einem ganzen Krebs hergestellt hatte, die bis 1867 ihren spezifischen Geruch und auch die Fähigkeit Symptome hervorzurufen, beibehalten hat. Ob es sich dabei um die ergänzten Symptome handelt ist leider nicht überliefert.

    Ältere Krankengeschichten sind uns bis auf Kammerers Bericht nicht bekannt. Clarke, der in seiner Arzneimittellehre die Symptome von Hering übernommen hat, berichtet, dass die Lackarbeiter im Osten den Flusskrebs als ideales Antidot gegen den Giftsumach, Rhus toxicodendron, den sie bei ihrer Arbeit benutzten, verwenden. Er geht jedoch nicht näher darauf ein, in welcher Form Astacus zur Anwendung kommt. Am Beginn der 80-er Jahre hat sich der Heilpraktiker Andreas Krüger mit dem Flusskrebs auseinandergesetzt und eine AMP an vier Prüfern durchgeführt. Es ist unbestritten, dass gerade bei diesem Tier Eigenheiten aus der Biologie Assoziationen aus dem Geist- und Gemütsbereich nahe legen. Krügers Hauptinteresse gilt dem Gemütsbereich, unter den wenigen genauer beschriebenen körperlichen Symptomen fielen uns folgende besonders auf:
    - Die Lippen sind wund und aufgesprungen, große Hautfetzen lösen sich von den Lippen, nach 2 Tagen völlige Häutung der Lippen. (An dieser Stelle fällt auf, dass bei der Häutung der Krebse die Körperoberflächen bis hinein zum Magen mitgehäutet werden, Anm. d. Verfasser).
    - Juckreiz und Schorf im Gesicht, linke Achselhöhle, linkes Schlüsselbein
    - Zähneknirschen nachts, so stark, dass Zahn zerbrochen ist

    Die Gemütssymptome wie „Aufbauschen von Ärgerlichkeiten“ und „keifende, genervte Atmosphäre“ sind leider nicht näher erörtert; es wäre interessant zu wissen, ob sich die Konflikte – so wie später in unserer Prüfung – nur im Familienkreis abgespielt haben. A. Krüger zieht den Schluss aus seiner AMP, dass das Thema von Astacus ein Gefühl der Schutzlosigkeit und des Ausgeliefertseins sei, „alles dringt ohne jegliche Kontrolle in die Tiefe“, nachvollziehbar anhand der Situation als „Butterkrebs“. A. Krüger ergänzt seine AMP durch drei Krankengeschichten.

    Warum wollten wir Astacus prüfen?
    Eine Herausforderung (des Prüfleiters und Koautors) stand am Anfang dieser AMSE. Dr. Hans Ziller hatte im Band 22 der Documenta Homoeopathica die Heilung einer Patientin mit Astacus C200 beschrieben. Die Arznei heilte homöopathisch, wurde aber nicht über Symptome gefunden, sondern über Einsichten von Dr. Günter Mattitsch, was Dr. Ziller in seiner Arbeit erläutert.
    Darin sah ich die Herausforderung: Ich wollte das Wissen um den Flusskrebs durch eine AMSE erweitern, wollte wissen, ob da Symptome kämen, die verständlicher machten, warum Astacus astacus die Patientin Hans Zillers so eindrucksvoll heilen konnte. Ob die AMSE ein Erfolg in dieser Richtung war, möge der Leser selbst beurteilen. Dass sie für alle Beteiligten eindrucksvoll wurde und uns über Monate beschäftigt hat, liegt in der Gründlichkeit, mit der „meine“ Prüferinnen die AMSE bewältigt haben. Ich danke Ihnen sehr dafür.

     

    Prüfungsanordnung

    An der Arzneimittelprüfung mit Astacus fluviatilis C30 nahmen im Rahmen der Diplomausbildung sechs Prüferinnen teil. Leitung der Prüfung: Dr. Franz Swoboda. Aufgrund der geringen Prüferanzahl wurde auf ein Placebo verzichtet, die Prüfung wurde also „einfach blind“ durchgeführt. Während der Nachbeobachtung gab es regelmäßige Aussprachen zwischen Prüfungsleiter und Prüfern, nicht jedoch unter den einzelnen Prüfern.
    Die Einnahme erfolgte zweimal täglich an drei aufeinander folgenden Tagen, also höchstens sechs Gaben, wenn sich nicht früher erste Symptome einstellten. Die Nachbeobachtungszeit bis zum Verschwinden der letzten Symptome betrug maximal sechs Wochen. Bei einer Prüferin (Prüferin III) wurde nach drei Monaten die Prüfung mit Astacus C200 wiederholt, um Klarheit über einige Symptome, die durch einen abklingenden Infekt des Respirationstraktes verschleiert waren, zu gewinnen. Die Arzneieinnahme erfolgte diesmal in 12-stündlichem Abstand, insgesamt dreimal.
    Ausgangssubstanz der Prüfarznei war ein Edelkrebs aus der Thaya (NÖ). Die Prüfarznei war handpotenziert von Frau Mag. Heidemarie Brunner, Salzburg und wurde uns zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns sehr herzlich!

     

    Prüfer:

    I weiblich, 37 Jahre, Ärztin, 6 Gaben
    II weiblich, 32 Jahre, Ärztin, 6 Gaben
    III weiblich, 35 Jahre, Ärztin, 6 Gaben, bzw. 3 Gaben (C200)
    IV weiblich, 30 Jahre, Ärztin, 6 Gaben
    V weiblich, 39 Jahre, Ärztin, 5 Gaben
    VI weiblich, 38 Jahre, Ärztin, 5 Gaben

    Die römischen Ziffern geben jeweils die Prüferin an, die arabischen Ziffern den Tag, an dem das entsprechende Symptom auftrat, während der Einnahmezeit (E), bzw. in der Nachbeobachtungszeit (NB). Bei Prüferin III wird die höhere Potenz gesondert angeführt.
    Ergänzt werden die Symptome durch jene von Buchner und Hering. Diese werden nicht durchnummeriert.
    B-V Vergiftungsfall Stein;
    B-P2 Prüfer 2;
    B-P3 Prüfer 3 (Prüfer 1 hatte keine Symptome, wird also nicht angeführt).
    Es folgt der Tag des Auftretens des jeweiligen Symptoms, wobei regelmäßig Krebstinktur eingenommen wird bis zum Abschluss der Aufzeichnungen, daher steht E für Einnahme vor dem jeweiligen Tag.
    B-? von Buchner angeführt in seiner Zusammenstellung, aber ohne Quellenangabe.
    H-? bei Hering angeführt, Quelle unbekannt.
    Vereinzelt führen Autoren neue Symptome ohne Quellenangaben an, die als solche angefügt werden.

     

    Symptomenliste

    Gemüt

    1 Heitere Distanz, z.B. Patienten erscheinen lustiger als sonst, Erzählungen berühren nicht (I, E3); gegenüber Kollegen (I, NB2).
    2 Redseligkeit abends, wacher als üblich bis Mitternacht, 1h30 bzw. 2h30; in Gesellschaft; sonst müde um 22 Uhr (I, E2, NB1, 3, 5).
    3 Grantig, gereizt, wegen Kleinigkeiten genervt, kann über Kleinigkeiten schlecht hinwegsehen, rasch ungeduldig (II, NB1, 6, 8), vor allem gegenüber der Familie.
    4 Sehr depressiv, antriebslos (II, NB8, 13, 26).
    5 Vergesslich, weiß auf dem Weg dorthin nicht mehr, was sie wollte (II, NB8).
    6 Traum von Tieren, beim Erwachen nicht weiter erinnerlich (III, E3).
    7 Im Wegdrehen erscheint es, als würde das Auto ein Stück nach hinten rollen (III, E3).
    8 Traum: kann einer Freundin bei einer Prüfung nicht helfen, obwohl sie die eigenen Fragen beantworten kann. Befürchtet, man glaubt, es wäre Absicht. Angst vor der Meinung anderer (III, NB1).
    9 Traum: will ihren Sohn in einer Entscheidung beeinflussen, was aber misslingt (III, NB2).
    10 Alles geht leicht von der Hand, übernimmt zusätzliche Pflichten ohne zu überlegen, wie sie es bewältigen wird (III, NB2, 3, 14).
    11 Reizbarkeit, schimpft pausenlos mit der Tochter, die sich gegenüber ihrer jüngeren Schwester nicht verteidigen kann und stattdessen laut schreit. Das schrille Schreien ist unerträglich, die Situation eskaliert, als es besonders hektisch ist (III, NB6, 9).
    12 Ärgert sich über die andauernden Missgeschicke ihrer Tochter, reagiert beim geringsten Anlass ungehalten, schimpft, schreit, bestraft sie unangemessen (III, NB14, 15, 17; III 200, E2, NB10). Deren Hilflosigkeit reizt sie umso mehr. In einer solchen Situation setzt sie das Kind vor die Tür und sperrt ab, lässt es im Ungewissen. Realisiert, wie ungerecht sie ist, hat ein schlechtes Gewissen, trotzdem gelingt es nicht, anders zu handeln. Möchte in Ruhe gelassen werden, ärgerlich sobald Kinder etwas von ihr brauchen. Ungeduldig, weiß, dass sie beim geringsten Anlass heftigst reagiert, versucht auslösenden Situationen zu entkommen. Zornig besonders gegenüber hilflosen, schwächeren Familienmitgliedern, die wenig Widerstand bieten (III, 200, III 200, E2, NB12–14, 19). Trost kann sie nicht geben, hat starke Abneigung gegen körperliche Nähe bei 3 ihrer 4 Kinder (III, NB14, 15, 17).
    13 Plötzlicher Gedanke, es könnte etwas passieren, sodass sie ihre Kinder nicht mehr wiedersieht, nach ungewohntem „Abschiedsschmerz“ des jüngsten Kindes, als sie von zuhause weggefahren ist (III, NB 16).
    14 Traum: löst eine Aufgabe in der Schule, die sie eigentlich nicht beherrscht; Erstaunen (III, NB9).
    15 Traum: Geld zum Einkaufen vergessen, als sie das Geld am nächsten Tag nachbringen will, merkt sie beim Zahlen, dass sie diesmal nur ausländische Münzen hat. Ist ihr sehr unangenehm. Der Weg dorthin führt durch ein sehr verwinkeltes Gebäude, ist nicht sicher, ob sie zurückfinden wird (III 200, E2).
    16 Traum: Kirchenbesuch in Festtagstracht an einem Feiertag; alles erscheint eigenartig und unpassend, das Gebäude erinnert an eine Veranstaltungshalle, die anwesenden Leute plaudern und spielen in Gruppen am Boden sitzend (III 200, NB1).
    17 Ruhelosigkeit, innerlich; unfähig, sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren; Gedanken schweifen ab; unterbricht jede angefangene – v.a. geistige – Beschäftigung, um wahllos irgendetwas zu essen (III 200, NB1–7).
    18 Beim Lesen erscheinen die Buchstaben weit entfernt, wie aus einer großen Distanz (III 200, NB1).
    19 Traum: alle Schüler der Maturaklasse fahren mit der Straßenbahn zum Abschlussgottesdienst in die Kirche, werden von einem überlebensgroßen orthodoxen Priester einzeln hineingeführt, eigenartiges Zeremoniell, alles erscheint fremd (III 200, NB4).
    20 Traum: Laboruntersuchungen der längst abgeschlossenen Dissertation müssen nochmals wiederholt werden, zweifelt, ob es noch gelingen wird. Der Weg ins Labor führt über die Dächer, geht ohne Angst bis zum Abgrund; im Labor selbst hat sich alles verändert, fühlt sich dort fremd (III, NB6).
    21 Traum: Ausflug mit Campingbus in einsame Tallandschaft, nur Wald; Nächtigen an einem Gebirgsbach bei schlechtem Wetter, weiß von der Gefahr. Besuch eines Wallfahrtsortes, einer Kathedrale inmitten einer unbewohnten bewaldeten Gegend, eine Prozession schreitet die Freitreppe herunter, ein Priester kommt auf sie zu und führt sie in ein Nebengebäude, wo sich farbenprächtig mit Blumen dekorierte Gruppen von Kindern und eine Gruppe von Tieren – Pinguine? – aufhalten. Alles ist fremdländisch, eigenartig, kann das Gesehene nicht einordnen. Es tauchen Assoziationen zu fremden Kulturen auf, Inkas, Nepal? (III 200, NB25).
    22 Traum: Wird benachrichtigt, dass Onkel, Tante und Großmutter tot in einem Zugsabteil aufgefunden worden waren, alle durch Kopfschuss getötet, Schädel völlig zertrümmert, der Tathergang sei noch unbekannt. Reagiert sehr distanziert und emotionslos, findet die Todesart unwürdig. Nur die Schwester, die selbst irgendwie Betroffene ist, aber nur eine Verletzung im Kieferbereich hat, ist an der weiteren Aufklärung interessiert. Szenerie wiederholt sich zweimal mit wechselnden „Hauptdarstellern“ aus dem Verwandtenkreis. Will fürs Begräbnis einen Hut mit Schleier vor dem Gesicht kaufen (III 200, NB27).
    23 Traum: vor der Entlassung nach der Entbindung werden zwei Knoten in der Brust diagnostiziert, die rasch operiert werden sollen, das Kind wird weggebracht, niemand benachrichtigt. Im Krankenzimmer sind nur Patienten mit sehr schlechter Prognose, erst nach dem Wochenende kommt zufällig ein befreundeter Chirurg, der sich um sie kümmert, im Moment der Erleichterung erwacht sie aus dem Traum. Gefühle von Verzweiflung und Alleingelassenwerden im Traum (III 200, NB29).
    24 Traum: Ärgert sich während einer Autofahrt über das aggressive Fahrverhalten ihres Vaters, geht lieber zu Fuß weiter, treffen sich bei der Großmutter. Die Familie kritisiert ihre Überempfindlichkeit und ignoriert sie, lässt sie am Abend allein zurück, die Schwester gibt ihr Geld für die Heimfahrt. Fühlt Wut, Verlassenheit, erwacht mit Tränen in den Augen (III 200, NB 29).
    25 Geistesabwesend (IV, E2, NB13), hat auf Fragen automatisch geantwortet, ohne die Fragen zu verstehen (IV, E2, NB13).
    26 Reizbarkeit, möchte in Ruhe gelassen werden (IV, NB5), über Kleinigkeiten (IV, NB5).
    27 Sehr ungeduldig und gereizt mit den Kindern (IV, NB14), „könnte vor Wut springen“, Anschreien, gefolgt von Reue (IV, NB14), gegenüber der Mutter wegen Kleinigkeiten, kann nichts recht machen (IV, NB12).
    28 Traum: auf der Autobahn in ein hochgelegenes Gebirgsdorf gefahren, schlechtes Wetter mit Regen und Wind, Dunkelheit; in einem Laden mit Steinskulpturen beschädigt sie einen wertvollen Stein und soll unglaublich hohe Summe dafür bezahlen; Hat das Gefühl, Ladeninhaber will sich an ihr bereichern und flieht deshalb mit ihrem Mann, muss sich verstecken und entkommt schließlich mit dem Auto (IV, E1).
    29 Traum: Schwiegervater hat sie kurz vor seinem plötzlichen Tod zu erreichen versucht, sie hat Telefon nicht abgehoben; Schuldgefühl (IV, E2).
    30 Traum: Zugfahrt, keine Lust zu einem Gespräch mit Mitreisendem; beobachtet Landschaft vorbeiziehen (IV, NB1).
    31 Traum: Fahrt am Fahrrad in ebener Landschaft, nicht weiter erinnerlich (IV, NB?).
    32 Vergaß die Ordination abzusperren und hat keine Erinnerung daran (V, NB15), muss auch unter normalen Umständen häufig zur Kontrolle zurückgehen.
    33 Traum: Schwangerschaft, nicht weiter erinnerlich (V, E1).
    34 Heftiges Weinen beim Lesen einer traurigen Geschichte, abends (Flüchtlingsgeschichte, Familie wird auseinandergerissen, einige sterben), kann sich gar nicht mehr erinnern, wann sie zuletzt geweint hat (VI, E3).
    35 Streit angezettelt mit Ehemann und Schwiegermutter, über Kleinigkeiten, aus entspannter Stimmung heraus, wundert sich über sich selbst, anschließend bis 1 Uhr schlaflos aus Wut, nachtragend, über zwei Tage nicht mehr mit den Betroffenen gesprochen (VI, NB2, 3).
    B-? Melancholische Stimmung.
    H-? Leichtes Delirium mit Nesselausschlag (als mögliche Quelle dazu fanden wir die oben angeführte Überempfindlichkeit auf Hummer, bei der auch andere Schalentiere erwähnt werden, Anm. d. Verfasser).

     

    Schwindel

    36 Zunehmender Schwindel nachmittags, v.a. beim Aufstehen aus dem Sitzen, gegen Abend weiter zunehmend; Gefühl, als könnte sie kollabieren (II, E2, 3; NB10, 12).
    37 Nach kurzer, unruhiger Nachtruhe Schwindelgefühl morgens, Appetit dennoch gesteigert wie in den Tagen zuvor (III 200, NB5).
    38 Drehschwindel beim Aufstehen aus dem Bücken, mit Herzklopfen und Engegefühl in der Brust, besser durch Hinsetzen (IV, E2), gefolgt von innerer Unruhe.
    H-? Schwindel

     

    Kopf

    39 Juckende Papeln, rot, in Gruppen stehend, in Schüben kommend, an der gesamten Kopfhaut, wie Insektenstiche, aber kleiner, heilen nach etwa einer Woche ab (III 200, NB27–30).
    40 Vorübergehend Wärmegefühl an Stirn und Schläfe mit leichtem Schwindel und Schmerz im Hinterkopf, 15 Minuten nach der Einnahme (V, E1).
    41 Schwindel mit leichtem Kopfschmerz (V, E3).
    H-? Entzündung mit roten Flecken, gefüllt mit Serum an Kopf, Hals und Brust, verschwinden nach Schweiß.
    H-? Dicker, krustiger Ausschlag an der Kopfhaut, mit vergrößerten Lymphdrüsen.

     

    Kopfschmerz

    42 Kopfschmerzen beginnen plötzlich, supraorbital rechts mehr als links, drückend, am zweiten Tag der Menses, halten bis zum nächsten Tag an und verschwinden im Laufe des Vormittags (III, NB13, 14).
    43 Kopfschmerzen linksseitig, von der Stirn über den Scheitel zum Atlantookzipitalgelenk ausstrahlend, nimmt rasch an Intensität zu, dabei vorübergehend heftiges Tränen des linken Auges, sieht wie durch einen Schleier. Druck in der Stirn, als würde der Kopf platzen, Druck am Scheitel. Übelkeit mit mehrmaligem Erbrechen gegen Mittag, im Liegen besser. Appetit und Durst fehlen. Essensgeruch verschlechtert. Schmerzen im linken Auge durch Licht. Schädelknochen schmerzen beim Draufliegen, besonders im Bereich der Atlantookzipitalgelenke, liegt unruhig. Beim Aufstehen gegen 17 Uhr kollapsig, zittrig, mit Schweißausbruch; hat das Gefühl, im nächsten Moment umzufallen. Im Liegen abwechselnd Hitzegefühl an den Wangen mit Schweiß im Brustbereich, Bauch und axillar bei kalten Extremitäten, beim Abdecken Frösteln. Nach dreimaliger Einnahme von Natrium muriaticum D6 im Abstand von jeweils einer halben Stunde beginnt das linke Auge wieder heftig zu tränen und brennen für etwa eine Stunde, die Schmerzen nehmen rasch ab. Am kommenden Morgen Tränen beidseits, links mehr als rechts, zittriges Gefühl in den Beinen, Kopfschmerzen besser an der frischen Luft, verschwinden nach zwei weiteren Einnahmen von Natrium muriaticum D6 im Laufe des Vormittags (III 200, NB16–17).
    44 Dumpfer Kopfschmerz hauptsächlich im Stirnbereich, links mehr als rechts, bei Kopfdrehen verstärkt; im Tagesverlauf zunehmend, wie ein Gewicht am Scheitel, Schmerzen im linken Auge, Sehen strengt an. Wie Nadelstiche links parietal und von den Kopfgelenken ins Gehirn, mit Hitzegefühl links parietal und in den Wangen, zugleich Frösteln, Finger marmoriert, Fingernägel livide (III 200, NB21–23).
    45 KS, frontal, drückend, mit Ausstrahlung in den Hinterkopf, um 22 Uhr (IV, E1).
    B-V Kopfweh mit Drücken gegen die Augen.
    B Drückende Eingenommenheit des Vorderhauptes (P3, E1–2).
    B Drücken an der Stirn (P3, E2).
    B Druck in den Schläfen und am Vorderhaupt (P2, E6).
    B Der Kopfschmerz zieht sich nach dem Hinterhaupt, ist besonders an der rechten Schläfe und Ohrengegend fühlbar (P3, E3).
    B-V Stechender Schmerz in den Schläfen.
    H Übermäßiger Schmerz durch gewaltsames, krampfhaftes Niesen (Hering bezieht sich hier auf die von Buchner angegebene Quelle in lateinischer Sprache, s. unter Atmung, krampfhaftes Niesen, Anm. d. Verfasser).


    Augen
    46 Trockenheitsgefühl in den Augen, obwohl sie tränen, teilweise stechend bei Augenbewegungen, morgens und abends (III 200, NB1, 2, 5, 7, 8, 9); Jucken im inneren Augenwinkel bei Trockenheitsgefühl, reizt zum Reiben und Blinzeln (III 200, NB2, 3, 7), später eher ein Brennen mit Trockenheitsgefühl (III 200, NB19, 20) wie bei einer Konjunktivitis, schlechter bei Anstrengung der Augen; schließlich nur noch Brennen morgens und abends (III 200, bis NB70).
    47 Ständiges Zucken am linken Oberlid, lateral, von außen nicht zu sehen, hält über mehr als zwei Wochen an und verschwindet in etwa gleichzeitig mit dem Brennen der Augen (III 200, NB50–70).
    48 Brennen in den Augen mit schweren Oberlidern tagsüber; Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten, besser im Freien, mit (NB11) und ohne (NB1) Müdigkeit (IV, NB1, 11).
    B-V Thränen der Augen.
    B-V Erweiterte Pupillen.
    B Druck im oberen Theil des rechten Auges (P2, E3).
    B Die Gefässe der Conjunctiva etwas injicirt (P2, E6).
    B Bindehaut merklich gelb gefärbt (P2, E6).
    B Trübsichtigkeit (P2, E4).
    B-? Er sieht verschiedene gefärbte Flecken beim Lesen.
    H-? Augenbewegungen schmerzhaft.
    H-? Das Drehen der Augen schmerzt; schwindlig, nervös, Schauder am ganzen Körper.
    Noack und Trinks (1847), Possart (1851)-? Anschwellung der Augenlider (das Symptom ist in Noacks Artikel über Krebse beschrieben, konkret jedoch als Überempfindlichkeit auf Hummer. Es stellt sich die Frage, ob hier von Hummer auf Schalentiere generell geschlossen wurde, oder aber ob mit Hummer möglicherweise gar nicht der Meeresbewohner gemeint war).


    Ohr
    B Stechen im rechten Ohr. Stechen im rechten innern Ohr mehrere Stunden lang, das in einen dumpfen Schmerz übergeht (P2, E1+7).
    B Das rechte Ohr zeigt eine Empfindung, wie wenn ein fremder Körper im Gehörgange stecke und dadurch leichte Taubheit verursacht werde (P3, E1–2).
    B Drängen in den Ohren nach außen (P2, E3).


    Nase
    49 Niesanfälle tagsüber mit viel klarem Sekret, mehrere Male hintereinander max. zweimal täglich (II, E1, 3, NB1–3, 5–7).
    50 Absonderung, erst klar, nach zwei Tagen etwas gelb (III, NB7–11).
    B-V Nasenbluten mit Erleichterung der Zufälle.
    H-? Niesen, mit Gähnen und Aufstoßen.


    Gesicht
    51 Dem Ehemann fällt auf, dass sie trotz des Aufenthaltes im Freien an Bräune verliere und blass aussehe (II, NB15).
    52 Lippen und Mund trocken (III 200, NB20).
    53 Brennen rings um den Mund, mit brennenden Augen wie nach Wind, abends (III 200, NB26).
    54 Juckreiz im Naseneingang und in den Augen, unmittelbar nach der Arzneieinnahme, besser durch Kratzen bzw. Reiben (V, E2), im Gesicht, Kratzen bessert (V, E3).
    55 Fieberblase an der Mitte der Unterlippe, die schon fast abgeheilt war und ihr gar nicht mehr aufgefallen ist, brennt beim Essen von etwas Salzigem plötzlich wie Feuer, strahlt aus in rechten Ober- und Unterkiefer und rechten Hals; besser nach Spülen mit kaltem Wasser, gehäuftes Auftreten von Fieberblasen (VI, NB2, 4).
    B-? Es fährt ihm periodenweise wie ein Blitz von der Schläfe zur Wange.
    B-? Hitze und Röthe der Ohren.
    B-V Gesichtsröthe. Hitze, Röthe und Gedunsenheit des Gesichtes.
    B Brennen des Gesichtes (P2, E6).
    B Röthe und erhöhte Wärme des Gesichtes bei Brennen an der linken Wange (P2, E6).
    B Jucken im Nacken bei Hitze und Röthe des Gesichtes. (P2, E6).
    H-? Erysipel (Rotlauf) mit Nesselausschlag.


    Mund
    56 Aphthen am Gaumen, Innenseite der Unterlippe und Uvula (II, NB17–19).
    57 Während Halsschmerzen Trockenheit im Mund und am Gaumen, bessert sich nach Trinken nur für ganz kurze Zeit (III 200, NB1, 7, 11); leer schlucken fällt schwer (III 200, NB7, 14, 23).
    58 Kitzeln an der Wangenschleimhaut links und an der Zunge, als würde sie jede Berührung intensiver spüren, hält für ein paar Minuten an (III 200, NB28).
    59 Mehrere Aphthen zugleich; an der Wangenschleimhaut (IV, NB6).
    60 Metallischer Geschmack im Mund, während Magenschmerzen mit Übelkeit (IV, NB10, 12).
    61 Vermehrter Speichel, 10h30–13 Uhr , muss häufiger Schlucken (V, E3, NB1, 2), mit metallischem Mundgeschmack, zugleich Fremdkörpergefühl am hinteren Drittel der Zunge (V, NB2), an zwei Tagen abends Magenschmerzen, in den Rücken ausstrahlend, für etwa eine Stunde, schlechter nach Trinken von einem G’spritzten (Wein, mit Kohlensäure, kalt getrunken), besser durch Druck und Nach-vorne-Beugen (V, NB1, 2).
    B Ziehender Schmerz in den Zähnen (P2, E7).
    B-? Zahnschmerz im ganzen rechten Unterkiefer mit Kältegefühl in einem Augenzahn.
    B-? Periodischer Zahnschmerz, als ob der Zahn herausgerissen würde.
    B Heftiger stumpfer Schmerz im cariösen Zahne (P3, E4).
    B-? Es ist ihm als stecke ein Brocken im Munde.
    B Drückender Schmerz auf der Zunge, im Schlunde und der Magengegend, letzterer öfters bis gegen Mittag (P3, E1+3).
    B Geschmack pappig, süsslich nach dem Husten (P2, E1–3).
    H-? Geschwürige Flecken im Mund, Skorbut.
    H-? Fischgeschmack am Gaumen, später weiter hinten und unten, nach Riechen der Tinctur.


    Hals
    62 Trockenes Gefühl im Rachen, rechts mehr als links, fühlt sich beim Schlucken rau an, besonders im Gebiet um die rechte Tonsille (II, NB2).
    63 Starke Halsschmerzen beim Schlucken, „grippiges“ Gefühl, Kopf fühlt sich heiß und voll an (II, NB16, 17).
    64 Aphthen am Gaumen und Uvula, Innenseite der Unterlippe (II, NB17–19).
    65 Nach einem Infekt Trockenheitsgefühl am Gaumen mit dauerndem Schlucken, als könnte man dadurch etwas Störendes aus dem Hals entfernen. Hüsteln, bessert aber nicht (III, NB3–6, 8, 10).
    66 Nach längerem Sprechen bei starkem Hintergrundgeräusch zunehmende Heiserkeit, zwingt zum Räuspern (III, NB4, 5, 8, 9, 11).
    67 Brennen und trockenes Gefühl an Gaumen, Rachen und im Hals (III 200, NB 11–22), Hals wie zugeschnürt mit Kloßgefühl, möchte schlucken, was aber schwierig ist wegen der Trockenheit und nicht bessert (III 200, NB19, 20), Ausstrahlung in die Ohren beim Schlucken (III 200, NB22), Halslymphknoten druckschmerzhaft (III 200, NB21, 22); zugleich Druck, später Brennen im Sternumbereich (III 200, NB23, 24).
    68 Globusgefühl im Kehlkopfbereich und darunter, Druck setzt sich in die Ohren fort, mit Druck auf der Brust (Beklemmungsgefühl) und Herzklopfen, in den Karotiden spürbar, schlechter im Liegen, in Ruhe; mehrmals täglich (IV, E2–NB17).
    69 Engegefühl im Hals (V, E2).
    B Hustenreiz vom Kehlkopfe ausgehend. Hustenreiz und Kitzel im Kehlkopfe den ganzen Tag über (P2, E1).
    B Kitzelhusten (P2, E3–4).
    B Kitzel in der Stimmritze oder tiefer im Kehlkopfe, der zum Husten reizt (P2, E3).
    B Die Rauheit des Halses nöthigt ihn zum Räuspern. Scharrigkeit des Halses, die öfters zum Räuspern nötigt (P2, E5).
    B Nachts beim Erwachen Schleim im Kehlkopfe und der Luftröhre, wie angeklebt (P3, E3).


    Äußerer Hals
    70 Kleiderdruck am Hals im Bereich des Larynx als störend empfunden (III 200, NB23).


    Magen
    71 Verlangen nach kalten Getränken (aus dem Kühlschrank), während Halsschmerzen, bessern aber nicht, Warmes war unangenehm, aber nicht schmerzhaft (II, NB16).
    72 Bedürfnis zu essen nachmittags (v.a. Brot), sonst Kollapsneigung (II, NB1).
    73 Gesteigerter Appetit ohne Sättigungsgefühl, isst wahllos alles durcheinander, gleichzeitig Ruhelosigkeit, unfähig sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren (III 200, NB1–7).
    74 Magenschmerzen beginnen gegen 11 Uhr, nach dem Mittagessen verschlechtert, Ausstrahlung zum Rücken in den Bereich Wirbelsäule/Skapulaunterrand; Magengrube auf Druck empfindlich, vermehrtes Verlangen zu essen unbeeinträchtigt; nach Eiscreme besser (III 200, NB5).
    75 Starker Hunger morgens mit Magenknurren und Leeregefühl, besser durch einen Bissen Brot (IV, NB2–6).
    76 Leeregefühl im Magen etwa eine Stunde nach dem Essen, Gefühl, als ob sich der Magen um einen Klumpen zusammenziehen würde, wie ein Stein im Magen (IV, NB3), z.T. mit Übelkeit (NB10), die durch Süßes verschlechtert wird (NB13); Druckschmerz im Epigastrium, verschlechtert auch die Übelkeit; zugleich eigenartiger – metallischer? – Mundgeschmack (NB10, 12). Essen bessert nur vorübergehend, besser durch Trinken von kaltem Saft (NB3, 12, 14); (IV, NB3, 7–14).
    77 Trotz Appetit rasches Völlegefühl, abends, gefolgt von bleierner Müdigkeit (VI, NB17).
    B Appetit geringer als sonst (P3, E1).
    B Aufstoßen und etwas mehr Wärmegefühl (P3, E3).
    B-? Leeres Aufstoßen. Brechreiz.
    B-? Erbrechen der gesottenen Krebse ¼ Stunde nach dem Genusse mit großer Übelkeit; die Person bricht sonst gern Galle, hat aber diesmal nur die Krebse gebrochen.
    B-? Saures Erbrechen der gesottenene Krebse; vor dem Erbrechen Stuhlgang und Aengstlichkeit, dass er nicht weiss, wo er hingehen soll, darnach Wohlbefinden, Bauch aufgetrieben und elastisch.
    B Magen eitel und empfindlich drückend mit stetem Druck an der Stirn und häufigem Gähnen (P3, E3).
    H-? Fischgeschmack, gefolgt von Übelkeit, breitet sich durch die Brust aus.
    H-? Völlegefühl und Druck im Magen; Brennen im Epigastrium.


    Abdomen
    78 Spürbares Rumoren im Bauch mit Meteorismus und hörbarem, geruchlosem Blähungsabgang, 14–16 Uhr (I, E2–3, NB1).
    79 Durchfall, schmerzlos, nach einiger Zeit brennend, Geruch normal, mit Glucksen im Bauch, abends (II, E2).
    80 Rumoren und Zwicken im Bauch morgens und abends, bessert sich nach einem heißen Bad (III 200, NB1).
    81 Rumoren im Bauch führt zum Erwachen um 5h30, Stuhlgang treibt sie aus dem Bett. Stuhl unauffällig (III 200, NB5).
    82 Ziehen im Unterbauch vor der Regel, mit Brustspannen (III 200, NB9–15).
    83 Starke Blähungen mit Rumoren im Bauch, untertags (IV, NB8).
    84 Ziehen im Unterbauch, nach G’spritztem (Wein, mit Kohlensäure, kalt getrunken) (V, E2).
    85 Über 15 Minuten schneidende Darmkrämpfe um den Nabel, mit leichter Übelkeit, besser beim Zusammenkrümmen und durch festen Druck; immer wiederkehrend im Tagesverlauf über jeweils 5 Minuten, abends über eine Stunde mit Blähungen und Rumpeln im Bauch. Entsprechende Symptomatik vor zwei Jahren schon einmalig beobachtet, allerdings nach Zorn und Unterkühlung, hat damals gut auf Colocynthis angesprochen (VI, E3).
    B schmerzhafte Eingenommenheit des Unterleibes den ganzen Tag (im Prüfungsprotokoll heißt es Nachmittag, Anm. d. Verfasser; P2, E8).
    B Vollheit im Magen und in der Herzgrube. (Vergiftungsfall aus Seherin von Prevorst 1, 124: Drei Löffel voll Krebssuppe, die sie aß, lagen ihr sogleich sehr schwer in dem Magen und sie bekam starke Wallungen; nach einigen Minuten musste sie ihre Glieder unwillkürlich hin und herbewegen. Sie sagte, es käme ihr vor, als müsste diese Bewegung sein, um dies verdauen zu können. Die Bewegung hielt eine halbe Stunde an und dann meinte sie, das Genossene nicht mehr so schwer zu fühlen, es sei nun verdauter. Die Muskelbewegungen verloren sich nun bald.)
    B Brennen in der Herzgrube (P3, E3).
    B Unbehaglichkeit in der Milzgegend (P2, E6).
    B Druck in der Milzgegend (P2, E8).
    B Die Lebergegend schmerzt bei starker Berührung (P2, E1).
    B Gefühl im Bauch, als käme ein schmerzhafter Anfall von Kolik (P2, E8).
    B Bauchgrimmen mit Stuhlzwang und Mattigkeit; Nachlass beim Sitzen, Wiedereintritt beim Gehen (P3, E1).
    B-V Kolikartige Schmerzen um die Nabelgegend vier Stunden lang mit Auftreibung des Unterleibes.
    B Kneipen im linken Unterbauch, kurz andauerndes Zwicken darin (P2, E1+3).
    B Nach Tisch kolikartiger Schmerz unter dem Nabel, dass er sich einwärts beugen muss (P2, E6).
    B Grimmen im Leib vor der Stuhlentleerung (P2, E9).
    B Consensueller Drang zum After (P3, E3).
    B Blähungen mit Drang zum Stuhle (P3, E5).
    B Vor und während dem Stuhlgange Kolikschmerzen (P2, E3).
    B Vor der spärlichen Stuhlentleerung Grimmen im Leib (P3, E1)
    B Stuhl mit Drang. Nicht ergiebiger Stuhl mit Drang (P2, E8).
    B Spärlicher, unter Drängen brockenweise abgehender Stuhl (P2, E6).
    B Nach der Entleerung Minderung des Leibwehs (P3, E1).
    B Stuhlgang am Abend, da der am Morgen nicht ergiebig war (P2, E3).


    Stuhl
    B Stuhl dunkler gefärbt als sonst (P2, E1).
    B Breiiger Stuhl. Weicher, dann breiiger dunkelbrauner Stuhl (P2, E6).
    B Weicher, etwas schleimiger Stuhl, danach Kratzen im Mastdarm (P2, E6).


    Urogenitaltrakt
    86 Ausfluss, zähflüssig, mild, weißlich-gelb, am Vortag der Regelblutung (II, NB19).
    87 Wunder Schmerz wie roh im Bereich der Vulva, „wandert“ über den Damm zum Anus (III, NB 5–6).
    88 Blutung beginnt mit dem 30. Tag ungewöhnlich früh für die Probandin („normal“ sind fünf Wochen, vorgekommen bisher von 31 Tagen aufwärts bis zu neun Wochen), abends, ohne die sonst üblichen Schmerzen; am zweiten Tag beginnen die üblichen krampfartig ziehenden Schmerzen (III, NB13).
    89 Beginn der Menses am 29.Tag (anstelle von zumeist fünf Wochen bei unregelmäßiger Menstruation, mit einer Variationsbreite von 31 Tagen bis zu neun Wochen) mit krampfartigen Bauchschmerzen wie gewohnt, Ausstrahlung zur LWS und in die Beine, neu ist die Ausstrahlung in den Beckenkamm. Blutung am ersten Tag stärker als sonst (III 200, NB15).
    90 Beginn der Menses nach 26 Tagen (anstelle der üblichen fünf Wochen, bei unregelmäßiger Menstruation, mit einer Variationsbreite von 31 Tagen bis zu neun Wochen); Verlauf wie üblich (III 200, NB42).
    91 Brennen in der Vagina wie von Feuer (V, E2).
    92 Kleines kugeliges Knötchen von 5mm Durchmesser, druckempfindlich, rechte Schamlippe, fühlt sich an wie kleiner Abszess, kein Sekret ausdrückbar (V, NB3, 4).
    93 Menses d 28 (normalerweise 26–28d), mit deutlich weniger Brustspannen am Vortag als üblich (1 Tag, geringgradig) (VI, NB6).
    94 Menses d 23, so kurzes Intervall zuletzt in der Pubertät, kaum Brustspannen am Tag davor, Verlauf sonst unverändert (VI, NB6).
    95 Mensesintervall in weiterer Folge 28 d, 21 d, 28 d, 22 d, 25 d (normalerweise 26–28d) (VI, ab drei Monate nach Einnahme).
    B-? Stechender Schmerz in der rechten Nierengegend, beim Einathmen vermehrt.
    B Zucken unterhalb der rechten Niere (P2, E8).
    B Ziehen im rechten Harnleiter (P2, E6).
    B Druck in der Blasengegend mit dem Gefühl der Schwere (P2, E8).
    B Urin dunkelroth mit Sediment (im Protokoll heißt es „dunkelgelb“, Anm. d. Verfasser; P3, E5).
    B-? Braunrother Harn mit röthlichem Bodensatz.
    B Urin strohgelb (30°R.), sauer reagirend (ein andersmal schwach sauer), leichte Flocken darin. Gekocht macht er viele Blasen, enthält viel Luft, und abgedampft zeigt er viel Eiweiß (P3, E1+3).
    B-? Brennen bei und nach dem Uriniren bei wenig Urinabgang und Vollheitsgefühl in Blase und Harnröhre.
    B-? Drang zum Uriniren bei wenig Urinabgang und Vollheitsgefühl in Blase und Harnröhre.
    B-? Harnstrenge, als er nachts uriniren wollte.
    B Verminderung des Geschlechtstriebes. Abneigung vor Beischlaf. (Nostratibus astacus prae aliis in pretio est ob succum grate salsum, quo Bacchi et forsan Veneris desiderium excitat. Mundii op. Med. phys. Lugd. Bat. 1685, p. 284).
    B-? Geringer Samenerguss im Beischlafe.
    B-? Schlappheit des Hodensackes.
    B Unruhiger Nachtschlaf und starke Aufregung der Genitalien (Allg. Hom. Ztg. Bd. X, 173, siehe Kommentar Bethmanns, Anm. d. Verfasser).
    H-? Harn riecht nach Fisch.


    Stimme
    96 Beim Sprechen wird die Stimme heiser und belegt (III 200, NB1).


    Brust, Atmungsorgane
    97 Brustspannen eine Woche vor der Regelblutung (III 200, NB8, 9).
    98 Brennen direkt hinter dem Sternum, mit Schwächegefühl im linken Arm, als würde der Arm einschlafen, Abduktion verstärkt das Schwächegefühl; hält mehrere Stunden an (III 200, NB24).
    99 Brustspannen eine Woche vor der Regelblutung, Menses wieder nach 28 Tagen, nach mehreren 24-Tagezyklen (V, NB21, 27).
    100 Beim Joggen nach den ersten Schritten starkes Brennen in gesamter Lunge, beunruhigend, verschwindet aber bei fortgesetzter Bewegung (VI, NB3).
    101 Vormittags um 11 Uhr plötzlich brennender Schmerz im gesamten Thorax mit dem Gefühl der Atembeklemmung, besser durch tiefes Einatmen, geht über in Stechen vom rechten Schulterblatt zur rechten Brust, anschließend brennend-drückende Schmerzen rund um das rechte Schulterblatt mit Ausstrahlung bis in den rechten Nacken und Unterarm, hält eine Stunde lang an (VI, NB6).
    B Krampfhaftes Niesen (Ephem. Nat. cur, decur. II, ann. 4, obs. 25, in Latein, Anm. d. Verfasser).
    B Nasenfliessen wie bei leichtem Katarrh (P2, E3).
    B-? Trockner Hustenreiz.
    B Druck und hartes Athmen in den Bronchien (P2, E1–3).
    B Viel Husten ohne Auswurf, den ganzen Vormittag über (P2, E5).
    B Sonst hat er nur Morgens etwas Schleim ausgehustet, jetzt hat sich dazu ein lichtgelber Auswurf gesellt (P2, E2–5).
    B Husten mit etwas lichtgelbem Auswurfe am Morgen, später ging nur Schleim und Speichel (P2, E3+5).
    B Süßlich fader Geschmack des durch Husten ausgeworfenen Schleimes (P2, E3–4).
    B Es geht beim Husten ein wenig heller Schleim, nach dem Husten vorübergehender süßlicher Mundgeschmack (P2, E3).
    B Nachmittags ist der Husten häufiger und heftiger, so dass die Brust schmerzt, dabei speichelartiger und weisschleimiger Auswurf (P2, E3).
    B Er ging abends spazieren ohne husten zu müssen, sobald er sich aber niedersetzte, belästigte ihn der Husten wieder (P2, E3).
    B Bangigkeit und Beängstigung auf der Brust; viel Schleimrachsen. Athmen mühsamer als gewöhnlich (P3, E4).
    B Druck auf dem ganzen Sternum (P3, E5).
    B Congestionen nach der Brust mit härterem Athem und Blutspucken (P3, E2).
    B Rauheit, Beklommenheit der Brust (P2, E5+10).
    B Leichtes Sticheln in der linken Brustseite unter der Warze (P2, E3).
    B Puls am Morgen 50, später 80 (P3, E2).
    H-? Schmerz vorne unter der rechten Schulter.


    Rücken
    102 Verspannung linke Schulter, den M. trapezius entlangziehend, nach einem Tag Verspannung im Nacken wie nach einem Autounfall vor zwölf Jahren (seither aber nie mehr gespürt); hält über Tage an mit Ausstrahlung in den Hinterkopf, später auch die Wirbelsäule entlang nach unten mit einer brennenden Stelle unterhalb des rechten Schulterblattes (II, NB5); Ruhe und Wärme bessern, harter Druck bessert (II, E1–2, NB1–5).
    103 Steifigkeit im Nacken abends, Knacken in den Atlantookzipitalgelenken beim Drehen des Kopfes (III; E1; III 200 NB 20), Gefühl, als wäre der Kopf zu schwer für die Wirbelsäule (III 200, NB20).
    104 Ziehender, z.T. auch stechender Schmerz im rechten Iliosakralgelenk beim Erwachen, später eher in der Tiefe der rechten Gesäßbacke; Ausstrahlung rückwärts ins Bein hinab bis Mitte des Oberschenkels, Bewegung bessert, Stehen verschlechtert, Druck verschlechtert (III, NB1–3).
    105 Ziehen entlang der Wirbelsäule, Ausstrahlung in den Hinterkopf, gerade sitzen bessert (III 200, NB 9).
    106 Gefühl, als ob sich ein Knoten im Nacken zusammenziehen würde, mit Ausstrahlung in den Hinterkopf und beide Schultern während Kopfschmerzen, Ausstrahlung nach unten in den Lumbalbereich, Druck verschlechtert, im Sitzen; besser durch Schulterkreisen; ab 22 Uhr; Knacken in der HWS beim Vorbeugen und Drehen des Kopfes (IV, E1).
    107 Allgemeine Steifigkeit beim Aufwachen, im Lumbalbereich links krampfartiger Schmerz, wechselt nach 15 Minuten auf die rechte Seite, besser durch Bewegung (VI, E2).
    B Jucken im Nacken. Bei Hitze und Röthe des Gesichtes Jucken im Nacken (P2, E6).
    B Plötzliches Reissen von der rechten Lumbalgegend bis zur Niere, im Sitzen (P2, E5).
    B Prickeln im linken Beckenbein (P2, E7).


    Extremitäten
    108 Abends geschwollene Beine bis zum Unterschenkel hinauf, während Urtikaria (II, NB16).
    109 Starke stechende Schmerzen in den Fingerbeeren auf Druck, mit stecknadelkopfgroßen Verhärtungen an Fingerbeeren und Fußsohlen, kann Dinge nicht angreifen vor Schmerzen; Schmerzen auch an den Fußsohlen, beim Auftreten; damit klingt die Urtikaria aus, siehe unter Haut, Symptom 124 (II, NB18).
    110 Hyperästhesie am linken Oberschenkel, eine Handbreit über dem Knie wie ein zehn Zentimeter breites Band – bis auf einen kleinen Bereich dorsal – zirkulär ums Bein verlaufend, bei Berührung brennender Schmerz, im Abklingen nur noch auf festen Druck empfindlich (III, NB4–5, 29). Beim wiederholten Auftreten zugleich Hyperästhesie am linken Oberarm, dorsal, schmerzhaft bei Berührung (III, NB 29).
    111 Unterhalb des rechten Knies ringförmig ein ganz feines Prickeln und Kribbeln, Berührung wird normal empfunden. Wie ein 3 Querfinger / 5 cm breiter Gürtel, nicht schmerzhaft; nach 30 Minuten spontan verschwunden. Kurze Zeit später am linken Unterschenkel lateral ein Fleck mit der gleichen Empfindung, nach weinigen Minuten vorüber. Symptome rechts wiederholen sich an den folgenden Tagen noch zweimal für kurze Zeit (IV, NB18, 20, 23).
    112 Stechender Schmerz am Kleinfingerendglied rechts, radialseitig (V, E2).
    113 Kalte Füße im Bett (V, E2).
    114 Ziehende Schmerzen von der Axilla in den rechten Arm ausstrahlend (V, E3).
    B Zittergefühl in den Armen, wenn er sich darauf stützt (P2, E6).
    B Ziehen im linken Arm (P2, E8).
    B Druck und Spannen in den Achselgruben und Deltamuskeln (P3, E3).
    B-? Abgeschlagenheit in den Oberarmen und Schmerz beim Befühlen.
    B-? Druck und Schwere in beiden Armbeugen.
    B-? Zuckendes Ziehen im linken Unterarm.
    B Morgens Reissen und Stechen im linken Daumen, kurze Zeit während (P2, E1+6).
    B Brennen an der vordern Fläche des linken Schenkels (P2, E8).
    B Leichtes Spannen von den Knien abwärts bis gegen den Vorderfuss (P3, E1).


    Gliederschmerzen
    115 Ziehende Schmerzen an der Vorderseite des rechten Oberschenkels, plötzlich über Nacht gekommen, Gefühl wie Muskelkater (II, NB 2, 3, 4).
    116 Ziehende Schmerzen entlang dem Beckenkamm beidseits, schlechter im Stehen und bei Drehbewegungen, besonders aber beim Bücken (III 200, NB 3–4).
    B Rheumatische Schmerzen im linken Arm (und im rechten Schlüsselbein, Anm. d. Verfasser, P2, E8).


    Schlaf
    117 Tiefer, ruhiger Schlaf, ungestört (II, NB1).
    118 Schwierigkeiten, die Augen offen zu halten wegen übermäßiger Müdigkeit mittags (III 200, NB1, 3) und nachmittags (III 200, NB3, 4).
    119 Den ganzen Tag über müde und abgeschlagen, mit schweren Lidern und brennenden Augen (IV, NB11).
    120 Beim Abendessen rasches Völlegefühl bei gutem Appetit, mit bleierner Müdigkeit, kann kaum die Augen offen halten; Gefühl, als falle sie gleich vom Sessel, muss sich hinlegen, erwacht nach 15 Minuten nicht erquickt (VI, NB17).
    121 Bleierne Müdigkeit nachmittags ab 14 Uhr (NB2).
    B Unruhiger Schlaf mit oftmaligem Erwachen. Schlaf sieben Stunden mit ununterbrochenen Träumen (P3, E4).
    B Nachts Erwachen mit Schweiss, besonders am Unterleib (P3, E3, ähnlich bei B-V).
    B Nacht unruhig, Schlaf oft unterbrochen, voll geiler Träume, Hauttemperatur dabei erhöht (P2, 2 Jahre nach der 1. Prüfung).
    B Frühzeitiges Erwachen am Morgen (P2, E4).


    Frost
    122 Frösteln, sofort beim Betreten des kühlen Zimmers (III 200, E2, NB1), aus der Sommerhitze (kühler Raum wird sonst im Sommer als angenehm empfunden) hält den ganzen Tag über an (III, E2).
    B Frostschauder und kaltes Überlaufen des ganzen Körpers am Morgen (P2, E1).
    B Abends Frost am ganzen Körper, der besonders unter den Achselhöhlen sehr empfindlich ist (P3, E2).
    B Inneres Frieren und Empfindlichkeit gegen die Luft, bei Entblössung noch stärker und anhaltender, mag auch das Gesicht von Hitze scheinbar glühen (Hyg. XV, 19: Kammerer gibt l.c. die Anzeigen zur Anwendung des Cancer fluv. in benanntem Zustande an. Es ist aber nicht von reiner, physiologischer Wirkung, sondern von Heilerfolg beim Typhus bei Kammerer die Rede).
    B Frostschauder der obern Extremitäten (P2, E3–4).
    B Zitterfrost der Oberglieder (P2, E3).


    Fieber

    123 Gefühl von Hitze in den Wangen während Kopfschmerzen, zugleich Frösteln, Finger marmoriert, Nägel livide, während Kopfschmerzen (III 200, NB22).
    B Vermehrte Wärme des Körpers (P2, E1).
    B Abends vermehrte Wärme am ganzen Körper und leichte Aufgeregtheit des Sensoriums (Zustand von Sopor) (P3, E4).


    Haut
    124 Heftiger Juckreiz, vor allem. an Armen und Beinen, muss kratzen, teils bis es blutet, Kratzen bessert (II, NB11, 12–21). Ein Tag später kleine Quaddeln am rechten Arm, konfluierend, stark juckend, beim Kratzen schmerzhaft, kann aber trotzdem nicht aufhören; an dieser Stelle dann honigfarbene Krusten; kleine punktförmige Erhebungen und Verhärtungen, geschwollen und schmerzhaft (NB14), Quaddeln breiten sich am Unterarm und Übergang Nacken zur rechten Schulter aus (NB 12–15), Schwellung der nuchalen Lymphknoten (NB15,16). Beim Abklingen o.g. Hautveränderungen treten auf Druck empfindliche, stecknadelkopfgroße Verhärtungen an Fingerbeeren und Fußsohlen auf, siehe Extremitäten, Symptom 109.


    Fast auf den Tag ein Jahr später tritt erneut eine „massive Urtikaria“ auf, diesmal am Oberschenkel, Schmerz und Dauer wie beim ersten Mal. (Anm. der Autoren: Ist dies ein Hinweis auf jährlich periodische Wiederkehr der Beschwerden, wie wir das von einigen Arzneien kennen, besonders von solchen tierischen Ursprungs?)
    125 Juckender Hautausschlag im Bereich der linken Schulter und am linken Oberarm, wie Insektenstiche, in Gruppen stehend, gerötet, muss kratzen. Im Tagesverlauf neue Herde entlang der Wirbelsäule nach unten hinzukommend, allmählich verschwindend innerhalb einer Woche (III 200, NB 9, 10).
    126 Keine Schwellung, nur geringe Rötung und vor allem kein Juckreiz nach Bienenstich. Bedürfnis zu kratzen bleibt aus. (Normalerweise starke Schwellung und heftiger Juckreiz mit dem Maximum am 3. Tag, muss kratzen bis ihr übel wird.) (VI, NB1).
    B Jucken an verschiedenen Theilen der Haut (im Nacken P2, E6; B-V).
    B-V Nesselartiger Ausschlag, zum Kratzen einladend.
    B-V Nesselausschlag, später ineinander fliessend. Erhöhte Hauttemperatur.
    H-? Gelbsucht bei kleinen K

    indern.
    H-? Milchschorf (s. unter Kopf).
    Vermeulen-? Gelbfärbung nach Zorn.


    Allgemeines
    127 Bessere Hitzeverträglichkeit als üblich, keine Gemütsveränderung, keine Kreislaufprobleme (II, NB18).
    128 Abends völlig erschöpft, geht wesentlich früher schlafen als gewohnt (III 200, E2, NB15), nach einem hektischen Tag; mit Krankheitsgefühl einhergehend, gefolgt von einer Migräne am darauffolgenden Tag, siehe Symptom 43 (III 200, NB 15).
    B Minderung der Beschwerden im Freien, Vermehrung in der Ruhe (P3).
    B Drückende Schmerzen (P3).
    B Gastrische und biliöse Beschwerden (P3).
    B Abgeschlagenheit und Mattigkeit (P2, P3).
    B Zittergefühl, Müdigkeit (P2).


    Repertoriumsrubriken
    Der Repertorisation liegt die deutsche Ausgabe des Complete Repertory (R. v. Zandvoort) zugrunde, angeführt werden nur Symptome der aktuellen AMP.
    Gemüt, Abneigung gegen Annäherung (12)
    Gemüt; Antworten; Automatisch, ohne zugehört zu haben (25)
    Gemüt; Ärger, Zorn, Wut; allgemein, Familie, gegenüber der (27)
    Gemüt; Ärger, Zorn, Wut; allgemein, Kleinigkeiten, über (12, 26, 27)
    Gemüt, beleidigend, schimpfend, verletzend; Kindern, gegenüber ihren (11, 12)
    Gemüt, Distanziertheit mit Heiterkeit (01)
    Gemüt, Elan, Schwung, Ausgelassenheit; abends (02)
    Gemüt; Empfindlich, überempfindlich; allgemein; traurige Geschichten (34)
    Gemüt, Entfernung, unrichtige Beurteilung von (18)
    Gemüt, Gedächtnis, Schwäche, Verlust des; getan hat, für das, was er gerade (32)
    Gemüt, Gedächtnis, Schwäche, Verlust des; tun wollte, für das, was er gerade (05, 32)
    Gemüt, Geistesabwesenheit (32)
    Gemüt, Geschwätzigkeit, Redseligkeit; abends (02)
    Gemüt; Gesellschaft, Gemeinschaft, Geselligkeit; Abneigung gegen (26)
    Gemüt, Gleichgültigkeit, Apathie, Teilnahmslosigkeit; Traurigkeit, Trübsinn, bei (04)
    Gemüt; Grauenhafte Dinge, traurige Geschichte, stark angegriffen durch (34)
    Gemüt, Initiative, Mangel an, bei Traurigkeit (04)
    Gemüt, Lustigkeit, Ausgelassenheit, Lebhaftigkeit; Mangel an Einfühlungsvermögen, mit (01)
    Gemüt, mürrisch, verdrießlich, schlecht gelaunt, vergrämt (27)
    Gemüt, Rage, rasende Wut; abwechselnd mit Reue, schneller (27)
    Gemüt, Rage, rasende Wut; Reue, gefolgt von (27)
    Gemüt; Reden, redet; Abneigung zu, Schweigsamkeit; Zorn, nach (35)
    Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit; allgemein; Ehemann, gegenüber dem (03)
    Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit; allgemein; Familie, gegenüber ihrer (03, 35)
    Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit; allgemein; Kindern, gegenüber (11, 12, 27)
    Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit; allgemein; Kleinigkeiten, durch (03, 12, 26, 35)
    Gemüt, Reizbarkeit, Gereiztheit, allgemein, Traurigkeit, mit (04)
    Gemüt, Ruhelosigkeit, Nervosität; allgemein (17, 73)
    Gemüt, Ruhelosigkeit, Nervosität; allgemein; Appetit, mit gewaltigem (17, 73)
    Gemüt, Ruhelosigkeit, Nervosität; allgemein; innerlich, nach Schwindel (38)
    Gemüt, Streitsucht, zänkisch; Familie, mit der eigenen; Ehemann, mit dem (35)
    Gemüt; Streitsucht, zänkisch; Familie, mit der eigenen; Kindern, mit den (27)
    Gemüt, Streitsucht, zänkisch; Familie, mit der eigenen, Mutter, mit der (27)
    Gemüt, Streitsucht, zänkisch: Familie, mit der eigenen; Schwiegermutter, mit der (35)
    Gemüt, Streitsucht, zänkisch; Kleinigkeiten, über (35)
    Gemüt, Tatendrang, allgemein (10)
    Gemüt, Träume; Alpträume (28)
    Gemüt, Träume; angstvoll (28)
    Gemüt, Träume; aufwecken, die den Patienten (24)
    Gemüt, Träume; Bach (21)
    Gemüt, Träume; Beten (16)
    Gemüt, Träume; Blamage, Beschämung (15)
    Gemüt, Träume; Blut, verstümmelte, übel zugerichtete Überreste, und (22)
    Gemüt, Träume; Emotionen, ohne; bei der Nachricht von der Ermordung ihrer Verwandten (22)
    Gemüt, Träume; fahren, Fahrrad (31)
    Gemüt, Träume; fahren, Straßenbahn (19)
    Gemüt, Träume; fahren, Wagen, in einem (24, 28)
    Gemüt, Träume; Familie, eigene (9, 22, 24)
    Gemüt, Träume; Feierlichkeiten (16, 19, 21)
    Gemüt, Träume; Geld, leihen (24)
    Gemüt, Träume; Geld, Probleme mit (15)
    Gemüt, Träume; Gefahr, drohende (21)
    Gemüt, Träume; Haus; Eingang, mit verborgenem (20)
    Gemüt, Träume; hilfloses Gefühl (23)
    Gemüt, Träume; Kirchen (16, 19, 21)
    Gemüt, Träume; Klettern, über Dächer (20)
    Gemüt, Träume; Körper, Gesicht entstellt (22)
    Gemüt, Träume; Krankheit; eigene Krankheit (23)
    Gemüt, Träume; Meinung anderer, Angst vor (08)
    Gemüt, Träume; Menschen, versammelt (16, 19, 21)
    Gemüt, Träume; Mord (22)
    Gemüt, Träume; Projekt, Pläne; misslingen im Traum (09)
    Gemüt, Träume; Prozessionen (21)
    Gemüt, Träume; Prüfung, bestandene (14)
    Gemüt, Träume; Reise; entlegene Gebiete, in (21, 28)
    Gemüt; Träume; Reise; Bahn, mit der (30)
    Gemüt; Träume; Reise; Wagen, mit dem (28)
    Gemüt, Träume; Riesen (19)
    Gemüt, Träume; Schießen, erschossen werden (22)