New provings

    Fluoricum acidum

    Requests: If you need specific information on this remedy - e.g. a proving or a case info on toxicology or whatsoever, please post a message in the Request area www.homeovision.org/forum/ so that all users may contribute.


    REMEDY ABBREV.

    Fl-ac.

    MASTER PROVER

    Dr. W. Kuehnen, OEGHM, Austria

    YEAR

    1986

    PROVING METHOD

    Double blind, placebo controlled trial

    PLACEBO?

    yes

    BLINDING?

    Remedy unknown to the 10 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Pharmacy "Roter Krebs", Vienna, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- offluoricum acidum

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Fluoricum acidum, der Fluorsaeure

     

    Proving document available currently only in German

    published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.8

     

    Acidum fluoricum

    Versuch einer Arzneimittelprüfung

     

    Zweck der Doppelblindstudie war die Nachprüfung und Erweiterung des Arzneimittelbildes (AMB) von Acidum fluoricum (Ac. fl.) in der D 30 durch 4 weibliche und 6 männliche Prüfer. Insgesamt wurden 15 Prüfungsprotokolle erstellt, d. h. 2 weibliche und 3 männliche Prüfer haben zweimal die gleiche Prüfung durchgeführt. Ein weiterer Zweck lag in der Erprobung des von König und Swoboda ausgearbeiteten Prüfprotokolls.


    Es handelt sich also strenggenommen um 2 Arzneimittelprüfungen AMP derselben Zubereitung (Freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Apotheke „Roter Krebs", Wien). Die Arznei wurde von einem Kollegen (Dr. Mattitsch) ausgesucht und bestellt, der nicht an der Prüfung oder Auswertung teilnahm. Die Arzneifläschchen, je 2 pro Prüfer, waren mit N-l bzw. N-2 beschriftet und wurden vom Verfasser, der als Prüfungsleiter fungierte, an die Prüfer verteilt. Der erste Prüfungszeitraum begann für die 10 Prüfer am 19.10.1985. Täglich waren 5 Globuli N-l (= Verum) durch 2 Wochen einzunehmen. Im Anschluß daran wurde unmittelbar fortgesetzt mit der Einnahme von 5 Globuli täglich N-2 (= Plazebo) durch 4 Wochen. Daran sollte sich eine Nachbeobachtung von weiteren 2 Wochen anschließen.


    Vor Beginn war Anamnese und Status bei jedem Prüfer zu erheben und in die Protokollhefte einzutragen.
    Der zweite Prüfungstermin, zu dem 5 der oben genannten 10 Prüfer nochmals mit der Einnahme von N-l und nach 2 Wochen mit der Einnahme von N-2 in der gleichen Weise begannen, war der 1.2.1986. Auch protokolliert wurde in der gleichen Weise. Man erhoffte sich dadurch die Ausschaltung bestimmter äußerer Faktoren oder zumindest ihre Relativierung. So sollten Wettereinflüsse oder jahreszeitliche Veränderungen als Fehlerquellen besser aufgedeckt werden.
    Aufgelistet werden in der Folge alle Symptome, die nur einigermaßen deutlich waren und ohne direkten Kausalzusammenhang mit Umständen des Alltags standen. Z. B. wurde I aufgenommen: „Schwindelepisoden, kurzzeitig am Vormittag nach einer Nacht mit 4 Stunden Schlaf", wenn bei diesem Prüfer Schlafmangel sich meistens so auswirkt.

    Zeichenerklärung: Zur besseren Übersicht wird im Anschluß an jedes Symptom die Nummer des Prüfprotokolls erwähnt, darauffolgend das Geschlecht des Prüfers (m oder w) und der oder die Tage, an dem man (an denen) das Symptom aufgetreten ist.
    3m = 4m bedeutet, daß Protokoll 3 und 4 vom selben Prüfer stammen, wobei Nr. 3 das Protokoll bedeutet, das mit 19. 10. 85 begann, und Nr. 4 jenes, das mit 1.2.86 begann. Ebenso gilt 5w= 15w, 8m = 9m, llw = 12w, 13m = 14m. Die Protokolle 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10,11 und 13 begannen mit dem 19. 10. 85. Die Protokolle 4, 15, 9, 12 und 14 begannen mit dem 1. 2. 86. Die Beobachtungsdauer betrug jeweils maximal 8 Wochen = 56 Tage. Die Prüfer waren ausschließlich Ärztinnen, Ärzte und deren Angehörige. Das Alter der Prüfer lag zwischen 25 und 45 Jahren.

     

    Verlauf

    Die AMP war durch eine hohe Ausfallquote gekennzeichnet. So kam es in 6 von 15 Fällen zum Abbruch, bei drei weiblichen Prüfern und bei drei männlichen. In einem Fall waren es hartnäckige, täglich wiederkehrende Kopfschmerzen, in anderen Fällen waren es u. a. interkurrente Erkrankungen, die der Prüfung ein vorzeitiges Ende setzten. Anamnese und Status praesens ließ — wie bei Ärzten nicht selten — manchmal zu wünschen übrig.

     

    ERHOBENE ARZNEIMITTELPRÜFUNGSSYMPTOME

    Allgemeinsymptome

    Wenig Müdigkeit trotz kurzen Schlafes 4m, 6.
    Von allein erwacht, ohne Wecker, nach kurzer Nacht (4, 5 Stunden Schlaf)
    4m, 14.
    Frösteln am Oberkörper 4m, 7.
    Phasen von Hitze und Schweiß, tagsüber 4m, 10.
    Frösteln im geheizten Raum, abends 4m, 25.

     

    Geist und Gemüt

    Frische, kann gut arbeiten 3m, 12, 13;
    mißgelaunt, gereizt 8m, 3, 4;
    reizbar, innere Unruhe 13m 53 = 14m, 5, 13 (das heißt, hier ist das gleiche Symptom beim selben Prüfer bei der Wiederholungsprüfung wesentlich früher aufgetreten).
    Will nicht angesprochen werden 14m, 13, hört und erlebt andere wie auf Distanz 14m, 12, 26,
    nervöse Anwandlungen, wie früher vor einer Prüfung, wie Knödel im Hals lw,6,
    Hat vergessen, den Wecker für den nächsten Morgen zu richten, was so gut wie nie vorkommt 4m, 8.
    Morgens körperlich frisch, vital 4m, 6, 7, 8, 9, 10, gehobene Stimmung, aktiv 7m, 11 und 5w, 13.
    Fröhlichkeit trotz Periodenschmerzes (Urlaubsstimmung) 5w, 3. Frühes Erwachen, in Frische 2m, 25 bis 29, 39 und 3m, 7.
    Auffallend ist die geringe Zahl von Geist und Gemütsymptomen, insbesondere bei Prüfung der 30. Dezimalpotenz.

     

    Kopf und Sinnesorgane

    Kopfweh beim Erwachen über beiden Augen lw, 3, 8.
    Anfallsartiger Kopfschmerz etwa von 15—17 Uhr, Schlaf bessert, lw, 7,9,10,
    11. Führt zum Abbruch der Prüfung am Tag 12!
    Supraorbitaler Kopfschmerz, ab 12—14 Uhr, drückend, Umhergehen bessert
    2m, 17, 38 und 3m, 10.
    Fremdkörpergefühl im rechten Auge, dann im linken, abends einige Minuten
    trotz verschiedener Manipulationen nicht zu beseitigen 4m, 11.
    Flimmern vor den Augen, wie „Mouches volantes", abends, sehr beständig das
    Gesichtsfeld etwa auf ein Rechteck einschränkend, Dauer: einige Minuten
    4m, 34 (wenig Schlaf in der Nacht vorher).
    Fibrillieren der Lippen beim Kauen alten Brotes, geschlossenem Mund 4m, 48
    (22 Uhr 30).

    Stirnkopfschmerz,
    a) drückend, morgens beginnend 8m, 2, 3 = 9m, 17,
    b) beim Erwachen, Aufstehen besser llw, 3, 6,
    c) Liegen bessert 12w, 28, 29
    d) nachts, und tagsüber anhaltend llw, 15, 22, 24.

    Schläfenkopfschmerz,
    a) dann Stirnkopfschmerz, tagsüber zunehmend llw, 14
    b) abends llw, 22 = 12w, 49
    c) tagsüber, mit Stirnkopfschmerz (s. o.) llw, 23, 24 = 12w, 21, 51

    Mandibularast, aufsteigender druckschmerzhaft von dorsal 3m, 48.Unterkiefer links dorsal, Schmerzen wie von Weisheitszahn llw, 4.
    Oberkiefer Schwellung llw, 18.
    Kieferhöhlen beiderseits schmerzhaft 12w, 30, 31, 32.
    Gefühl, das Ohr sei „zugeschnappt" (verlegt) für einige Sekunden 12w, 3,4,6.

    Ohr links „verschlagen" (verlegt),
    a) beim Erwachen 4m, 23,
    b) nach Daraufliegen, ca. 30 Sek. 4m, 56.

     

    Schlaf und Traum

    Morgendliche Schlafunterbrechung 3m, 25, 26 und 14m, 10. Nach Schlafunterbrechung (wegen eines Kindes) beim Wiederzubettgehen Gedankenzustrom von unerledigten Sachen, und Sorge, nicht wieder einschlafen zu können 4m, 7.
    Nachts zweimal aufgewacht, Gefühl, als könnte er wegen belastender Gedanken nicht wieder einschlafen 4m, 45.
    Wirre Träume mit gleichzeitigem Wissen, daß es nur Träume sind lw, 3. Traum von einem furchterregenden Gesicht 3m, 15.
    Traum von einer pilzartigen Erkrankung zwischen den Beinen 4m, 7 und Traum vom Abflug eines Bekannten, der ihn vor langer Zeit gekränkt hatte 4m, 7.
    Traum mit Prüfungssituation 4m, 11.
    Mußte im Traum ein Eichkätzchen essen, dessen Schwanz im Mund stecken blieb 5w, 37.
    Traum von einem Tischler, der ihr beim Röntgenologen die Zähne richtet 5w, 10, Kann nicht einschlafen 5w, 14.

     

    Atmung

    Schwere Atmung (nervös?), wie Knödel im Hals lw, 6.
    Erstickungsgefühl, muß im Halbschlaf nach Luft schnappen 3m, 27.
    Krusten, auch blutige, in der Nase, schon ein paar Tage 4m, 6. Langwierige Erkältung, Nasen-Nasennebenhöhlen, Pharynx, in die Bronchien absteigend 4m, 9 bis 52.

     

    Verdauungsorgane

    Lippenbrennen 4m, 16.
    Hartes Knötchen am Gaumen 7m, 24, 25, 26.
    Schleimhautdefekt Oberkiefer, 0 ca. 3 mm, brennend 8m, 9, 10, 11.
    Zungenbrennen, Aphten an der Unterseite, brennend 8m, 14, 15, 16, 17.
    Zahnfleisch, Gefühl „wie geschwollen" 13m, 20.
    Blähungen, stinkend, auffallend ausgeprägt 4m, 2, 8, 21 und 13m, 31 bis 54!
    = 14m, 32, 46 bis 55!
    Blähungen, auffallend viel, geruchlos 4m, 3, 4, 10, 11, 16 und 15w, 26, weicher Stuhl, explosionsartig, mit Winden 4m, 16.
    Gefühl, als ob noch etwas im After stecke. Gefühl, als ob der distale Teil des
    Rectums nach außen gestülpt wäre, während eines krampfhaften Versuches der Entleerung 4m, 30.

     

    Harn- und Geschlechtsorgane

    Ausfluß morgens milchig, tagsüber schleimig llw, 6.
    Ausfluß klar schleimig llw, 31 bis 38.

     

    Bewegungs- und Stützapparat

    Steifigkeit und Gefühl der Verdickung der Hände und Finger seit Tagen 4m,
    15.
    Schmerzen und Schwellungsgefühl Grundgelenk 5. Finger links und Metacarpale V links distal. Schreiben verschlechtert, ebenso Extension, Spreizen und Faustschluß 4m, 16 bis 24.
    Hände steifer und Finger dicker, Ehering kann nicht abgestreift werden vom 4. Finger links 4m, 17 bis 24.
    Ziehen im Ileosakralgelenk rechts (seit Monaten nicht mehr gespürt) 4m, 18.

     

    Haut

    Gefühl des „Austrocknens", nervöses Jucken der Haut 15w, 5,6,7,14 bis 30. Hände heftig gerötet, rauh 15w, 6 im Bett fast weg 15w, 7.
    Oberschenkel gerötet, juckend, kratzen bis es blutet 15w, 14, 23.
    Juckreiz im Gehörgang beiderseits 4m, 36, 37.
    Verdickung der Kuppe des 4. Fingers links (war schon im Laufe der ersten Prüfung (3m) aufgefallen und vor ca. 3 Wochen fast vollständig abgeklungen) 4m, 23.
    Kuppe des 4. Fingers links häutet sich. Die Sensibilität normalisiert sich 4m, 28.
    Neuerliche Verdickung der Kuppe 4. Fi. li. mit herabgesetzter Sensibilität 4m, 46.
    Einschlafen des ulnaren Teils der rechten Hand und der Finger 4 und 5, Prickeln, Wiederholung einige Male 3m, 20, 22.
    Verhärtung und Verhornung der Kuppe des 4. Fingers links 3m, 28. Hat schon vor Tagen begonnen. Kuppe schält sich und wird wund 3m, 31. Alle Fingerkuppen werden „bamstig" (pelzig) 3m, 32.
    Unreine Haut, Comedo am Hals links unter dem Ohr llw, 4, 5, 6.
    Knötchen am Kreuzbein links, nach Eröffnung talgige Entleerung 12w, 25. Glutäalabszeß rechts 13m 33 bis 41, links 13m 35 bis 41.
    Hyperästhesie Unterarm links, kurzzeitig, unter einem Baumwollhemd 4m, 41.
    Hypästhesie der ulnaren Finger 3 bis 5 rechts, wie „eingeschlafen" 4m, 7. Kälteempfindung linke Hand, Mittagszeit 4m, 7.
    Kältegefühl im 4. Finger links, abends, kurz 4m, 8.
    „Ganglion" am Daumengrundgelenk links, das schon seit Jahren bestand, während der AMP verschwunden 3m.
    Warzen am Endglied 2. Finger links, breitbasig, sehr hart, teils konfluierend, im Laufe der AMP aufgetreten oder bald danach, wurden rissig und begannen zu bluten (15w), die Prüferin erhielt etwa 3 Monate nach Abschluß der AMP versuchsweise nochmals eine Gabe Ac.fl. D 30 (N-l), worauf sämtliche Warzen nahezu vollständig verschwanden.

     

    Diskussion des Prüfungsergebnisses

    Der Vergleich der Symptome aus der vorliegenden Doppelblindstudie mit Plazebophase mit den Standardwerken bringt interessante Übereinstimmungen. Im wesentlichen wurden als Referenzwerke die „Guiding Symptoms" von Hering sowie die „Encyclopedia" von Allen herangezogen. Hering war es auch, der Ac. fl. in die Therapie eingeführt hat. Das Arzneimittelbild kann in seiner kurzgefaßten Arzneimittellehre nachgelesen werden.
    Die Allgemeinsymptome zeigten Phasen von Hitze (4m, 10), von Frösteln (4m, 7 u. 4m, 25), was mit der geringen „Toleranzbreite" des Ac.-fl.-Patienten gegenüber Wärme und Kälte korreliert.
    Bei Geist- und Gemütsymptomen fiel zunächst die morgendliche ungewohnte Frische auf (3m, 12,13u.4m,6—10). Derselbe Prüfer (3m = 4m) beobachtete sie jeweils in der 2. Woche der Verum-Phase. Gehobene Stimmung und Aktivität (7m, 11 u. 5w, 13) gehören auch hierher. Es bestätigt sich eines der bekannten Leitsymptome, das von Hering bzw. seinem Mitprüfer Campos und weiteren 4 gesunden männlichen Prüfern ebenfalls nach mehrmaliger Gabe der 30. Dilution beobachtet wurde.
    Auch die Fröhlichkeit, die eine Prüferin (trotz Periodenschmerzes) wahrgenommen hat (5w, 3), findet sich in den Prüfungsprotokollen von Hering. Weniger deutlich bestätigten sich Reizbarkeit u. ä. (8m, 3, 4 u. 14m, 5, 13). Der anfallsartige Kopfschmerz (lw, 7—11), der sogar zum Abbruch der Prüfung führte, trat nachmittags auf, also in der Verschlimmerungszeit von Ac. fl. Die ungewöhnliche „pünktliche" Wiederkehr zwischen 15 und 17 Uhr an 4 aufeinanderfolgenden Tagen spricht sehr für ein Prüfungssymptom. Diese Zeit-Modalität scheint in den alten Prüfungen nicht auf. Dagegen war die vorwiegende Lokalisation „über den Augen" und „Stirn" schon bekannt. Bei Kopf- und Sinnesorganen finden sich ebenfalls Übereinstimmungen. So beschreibt Hering ein „Sandgefühl" in den Augen. Bei 4m, 11 wurde ein ähnliches Fremdkörpergefühl berichtet.
    Das Flimmern wie „mouches volantes" mit Einschränkung des Gesichtsfeldes (4m, 34) ist aufgrund des vorausgegangenen Schlafentzugs nicht besonders beeindruckend. Immerhin findet man bei Hering: „Retinal excitement with red Photopsia,... flashes like lightening before the eyes" und auch „Dark spot before eye".
    Ein einmaliges Ereignis blieb auch das Fibrillieren der Lippen beim Kauen (4m, 48). Auch wenn es sehr deutlich und eher ungewöhnlich war, trat es doch sehr spät auf. Ähnliches wurde früher nur als ein Zittern im Bereich von Trizeps und Bizeps beschrieben. „Contractions" der alten Prüfungen sind eher als Zusammenschnürung oder Verkrampfung zu verstehen und betrafen auch eher den Hals (auch die Zunge).
    Die Beziehung zum Kiefer wurde durch Schmerzen und Schwellung insbesondere am Unterkiefer deutlich. Für diese spezielle Lokalisation finden wir in früheren Prüfungen keinen Anhalt, wenn auch sonst die tiefgreifende Wirkung von Ac. fl. bis auf den Knochen bekannt ist.
    Zumindest ein Traum ist auffällig: Der Traum vom Hautpilz zwischen den Beinen am 7. Tag. Wir kennen die Beziehung von Ac. fl. zur Haut, zum Schweiß und zu Mykosen. Sind Träume bloß Schäume?
    Zum Bewegungsapparat: Schwellung und Schmerzen an den langen Röhrenknochen sind bekannt. Rheumatoide Beschwerden betreffen in der Sammlung von Hering mehr den Schulterbereich, in der vorliegenden Prüfung mehr die Hände, auch die Hüften.


    Am Deutlichsten kamen wohl die Sensibilitätsstörungen hervor: Unterarm, Hand, ulnare Fingergruppe, z. T. mit Kälteempfindung. Die Taubheit wurde, wie in den alten Prüfungen, nicht durch das Daraufliegen hervorgerufen. Die Warzen, die bei der Prüferin 15w auftraten, haben auch nach der Prüfung noch auf seltene Gaben von Ac. fl. D 30 reagiert, kehrten im Laufe von Monaten allmählich wieder, um nach einer weiteren Gabe sich wieder zurückzubilden.
    Das Protokollheft hat sich gut bewährt und kann für weitere Arzneimittelprüfungen empfohlen werden.
    Jahreszeitliche Unterschiede konnten zwischen 1. und 2. Prüfungstermin nicht beobachtet werden.

     

    Zusammenfassung

    Das von Hering geprüfte und in die Therapie eingebrachte Acidum fluoricum wurde von 10 Prüfern in der 30. Dezimalpotenz durch 2 Wochen (1mal tgl. 5 Glob.) eingenommen (Doppelblind, mit Plazebophase). Die Nachbeobachtungszeit betrug 6 Wochen. Die Symptome wurden ausgewählt, zusammengefaßt und kommentiert. Trotz zahlreicher Abbruche in Einnahme und Protokollierung konnten einige Symptome der Heringschen Prüfungen bestätigt werden. Ungeklärt bleibt die auffallende Armut an Geistes- und Gemütssymptomen.

    (Anschrift des Verfassers: Dr. med. Wolfgang Kühnen, Liechtensteinstraße 63, A-1090 Wien)