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    Heracleum sphondylium

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    REMEDY ABBREV.

    Her-s.

    MASTER PROVER

    1) Dr. G.Mattitsch, Dr. K.Krassnig, Austria

    2) Dr. R.Tscherteu, Austria

    YEAR

    1) 19862) 1987

    PROVING METHOD

    single blind trial

    PLACEBO?

    no placebo given

    BLINDING?

    1) remedy unknown to the 10 provers

    2) remedy unknown to the 10 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Fa. Dr. G. Peithner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Heracleum sphondylium, the hogweed

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Heracleum sphondylium, dem Wiesen- Bärenklau

     

    Proving document currently only available in German

     

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.9

     

     

    Arzneimittelprüfung von Heracleum

     

    Name der Pflanze: Heracleum sphondylium (Syn. H.branca-ursina All.), Wiesen-Bärenklau oder Unechte Bärenklau, Farn. Umbelliferae.


    Namensursprung:

    Der Gattungsname „Heracleum“, den Plinius gebraucht hat, ist von unsicherer Bedeutung. Er soll von dem Heros Herakles oder Herkules, der die Heilkraft der Pflanze entdeckt haben soll, abgeleitet sein. Sphondylium ist ein altgriechischer Pflanzenname, dessen Herkunft nicht feststeht. Bärenklau und verschiedene andere volkstümliche Bezeichnungen (wie Bärenpfote, Bärentatz'n, Ochsenzunge, Rauhmaul) gehen auf die Gestalt und die Behaarung der Blätter zurück. Die Bezeichnungen Pferdekümmel, Roßkemmich bezeichnen den Bärenklau als kümmelähnliche Pflanze. Da sie eine Nahrung für Schweine und Kaninchen bildet, nennt man sie in der Schweiz z. B. auch Säuchrut, Süschärlig.

     

    Botanisches

    Die Pflanze ist ein 60—150 cm hohes, 2jähriges oder ausdauerndes Kraut, mit einem röhrigen, kantig-gefurchten, meist borstig behaarten Stengel, der im Frühjahr einen scharfen gelblichen Saft führt. Die Laubblätter sind unterschiedlich behaart, gelappt oder fiederschnittig (die unteren können bis zu 60 cm groß werden). Die Blüten sind weiß, grünlich oder rötlich und stehen in großen Doppeldolden mit ungleich langen Doldenstrahlen. Die Doppelfrüchte sind behaart mit zwei deutlichen Ölstriemen und riechen scharf. Blütezeit ist von Juni bis September. Die Pflanze ist in Eurasien allgemein verbreitet und findet sich besonders auf feuchten, nährstoffreichen Böden, wie auf gut gedüngten Mähwiesen, wo sie durch kräftige Kaliphosphatdüngung vernichtet wird. Zur Herstellung der Urtinktur (Ø) wird das frische Kraut verwendet.

     

    Volkstümliche und medizinische Anwendung

    Die Wurzel galt als verdauungsfördernd und als Mittel gegen Epilepsie, Dysenterie und Krankheiten der Milz. Die gekochte Wurzel wurde zum Aufweichen von Geschwüren, besonders der Leber, aufgelegt. Im Osten wird der Bärenklau von den Litauern und Polen schon seit langem zur Herstellung einer Art Bier benutzt. Er kann auch als natürlicher Wespenfänger bezeichnet werden, denn sein Blütenhonig berauscht die Wespen so stark, daß sie kaum noch fliegen können und zur Erde fallen. Matthiolus (1926) rühmt Kraut und Wurzel bei Leberleiden und gegen Geschwüre. Orne sah in 3 von 5 Fällen bei Epilepsie, verbunden mit Flatulenz und erhöhter Empfindlichkeit des Magens, gute Erfolge durch Wurzel und Blätter. Die Wurzel soll nach Schulz bei Dysenterie wirksam sein, Wurzel und Blätter bei Geschwüren.
    Leclerc beobachtete gute Erfolge bei sexueller Neurasthenie. Nach Heinigke wirkt Heracleum auf Verdauungsorgane, Geschlechtsorgane und Haut.

     

    Inhaltsstoffe

    Ätherische Öle (haben aus Blüten und Früchten, beziehungsweise Wurzeln
    und Blättern verschiedenartige Zusammensetzungen).
    Furocumarine, wie Bergaptin (früher“ „Heraclin“), Phellopterin, Xanthotoxin.
    Phenolsäuren (Chlorogen- und Kaffeesäure) sowie das Ferment Chlorophyllase.

     

    Pharmakologie und Toxikologie

    Der Wiesen-Bärenklau kann eine akute Dermatitis erzeugen. Als Ursache dieser „Wiesendermatitis“ sind die in allen Pflanzenteilen vorkommenden Furocumarine anzusehen. Sie sind im ätherischen Öl enthalten, das besonders reichlich in den Früchten und den farblosen, leicht abbrechenden Haaren vorkommt. Die Furocumarine üben wegen ihrer fluoreszierenden Eigenschaften eine photosensibilisierende Wirkung auf die Haut aus. Die Lichtsensibilisierung beruht auf einer Veränderung der Absorptionsfähigkeit der Haut. Nach den Untersuchungen von H. Kuske wird die menschliche Haut durch die Furocumarine für das langwellige UV-Licht, besonders im Spektralgebiet um 334—336 mu, sensibilisiert. Die Haut wird also in einem Spektralbereich, in dem sie normalerweise gar nicht absorbiert, reaktionsfähig. Kuske konnte durch frische Preßsäfte, die er 40 Minuten lang einwirken ließ, an der Haut erythematöse und bullöse Reaktionen mit starker sekundärer Pigmentierung hervorrufen.


    Nach Lewin bekamen Rinder, die viel von der Pflanze fraßen, Schäumen aus dem Maul, Augentränen, Taumeln, Niederstürzen, konvulsive Stöße, Zuckungen und Stöhnen, wonach Wiederherstellung erfolgte. Die Wurzel ist auch als Gemüse eßbar, sie wird in Polen als Wildgemüse verwendet.
    Wie im „Lehrbuch für biologische Heilmittel“ von G. Madaus beschrieben, wird Heracleum nur selten in der Phytotherapie verordnet: Gelegentlich bei Muskelkrämpfen mit gastritischen Störungen, bei Verdauungsbeschwerden, Diarrhö, Dysenterie, Gastritis, Enteritis infolge Erkältung (hier in Verbindung mit Tormentilla). Weiter hat es sich bei Dermatopathien, auch Seborrhoea capillitiia, hysterischen Krämpfen und nervösen Leiden bewährt. Von Eisenberg wird das Mittel bei Kropf und Basedow empfohlen. Bei Husten, Heiserkeit, Zungenlähmung und -geschwiiren läßt L. Bastian 30 Tropfen der Urtinktur auf 1 Glas stündlich schluckweise nehmen.

     

    Eine Arzneimittelprüfung ist in der „Zeitschrift für spezifische Heilkunst, Hygea“ beschrieben: Rosenberg hat Vinca minor und Heracleum an sich und 3 anderen geprüft. Es finden sich verschiedene Kopfbeschwerden, zum Beipiel heftiges Jucken der Kopfhaut, beim Kratzen derselben werden die Fingerspitzen fettig; übermäßige ölige Ausdünstung am Kopfe.
    Für eine AMP sind aber die Angaben über Menge des Arzneimittels und Dauer der Prüfung nicht ausreichend (verwendet wurden 20—60 Tropfen der Tinktur)

     

    Bisherige Verwendung in der Homöopathie:

    Voisin empfahl Heracleum bei Schmerzen des rechten Ovars sowie bei Kopfschmerz, schlimmer an der frischen Luft, besonders bei Arthritikern. Heinigke gibt Heracleum bei Seborrhö des behaarten Kopfes an.


    In Allens Materia Medica ist Heracleum wie folgt beschrieben: Geist und Gemüt: Hypochondrische Zweifel, ärgerlich, übellaunig, schweigsam. — Schwindel beim Lesen und im Sitzen. —
    Kopf: Kopfschmerzen, bes. im Okziput und in der Stirn, mit Nausea, Neigung zum Schlafen, schlechter in der frischen Luft, besser beim Einbinden des Kopfes mit einem Tuch. — Übermäßige ölige Ausdünstung am Kopfe. — Heftiges Jucken an der Kopfhaut. Beim Kratzen derselben werden die Finger fettig.
    Auge: Tränen und Schwäche der Augen beim Lesen.
    Nase: Häufiges Niesen, mit Stechen in der Gegend der Milz.
    Mund: Bitterer Geschmack im Mund.
    Rachen: Zunehmende Ansammlung von Schleim, Krächzen, Wundheitsgefühl, Kratzen im Hals. Druck im Rachen, wie von zähem Schleim.
    Magen: Hunger, mit Nausea, mit Durst vor jedem Essen. — Starker Durst. — Süßes und bitteres Aufstoßen. — Übelkeit, bitteres, galliges Erbrechen, mit Schmerzen im Magen und heftiger Kongestion des Kopfes. — Druck im Magen, mit Übelkeit und Druck in der Magengrube, nach dem Essen, wie von einem Stein.
    Abdomen: Pulsieren und Schmerz in der Gegend der Milz. — Flatulenz und Kolik, mit Übelkeit und widerlichem Aufstoßen. — Heftige, anhaltende Kolik, welche zum Zusammenkrümmen zwingt.
    Stuhl: Dünne, widerlich stinkende Stühle. — Verstopfung mit Drängen und Schmerz am Anus —.
    Sexualorgane: Ziehen im Penis, Stechen in der Glans des Penis. — Ausfluß. — Flüchtiges Stechen in den Labien.
    Respiratorische Organe: Trockener, abgehackter Husten, mit Wundheitsgefühl und Stechen in der Brust. — Atemnot beim Bergsteigen.
    Brust: Druck auf der Brust mit Herzklopfen. — Druck auf der Brust mit Kältegefühl. — Stiche in der Brust beim Einatmen.
    Untere Extremitäten: Gichtische, rasende Schmerzen in den Gliedern. — Stechen und Brennen der Füße.
    Generelle Symptome: Erschöpfung, Indolenz und Schwäche.
    Haut: Heftiges Jucken der Haut, nässende Ausbrüche, wie Krätze. — Trockene Ausbrüche an der Brust, brennend nach Kratzen. —Jucken und Beißen am Skrotum.
    Fieber. Kältegefühl mit oftmaligem Gähnen und Neigung zu schlafen, am Nachmittag.

     

    Boericke beschreibt Heracleum in seiner Materia Medica so:
    Empfohlen als Stimulans der Wirbelsäule; bei Epilepsie mit Blähsucht, gichtischen und Hautsymptomen.
    Kopf: Schmerz mit Benommenheit, Verschlechterung durch Bewegung im Freien. Kopf mit Tuch einhüllen bessert. Viel Schweiß auf dem Kopf und heftiges Jucken. Seborrhoe des Kopfes. Kopfschmerz mit Unbehagen.
    Magen: Schmerz mit Brechneigung. Bitteres Aufstoßen und bitterer Geschmack, Hunger, aber Essen unmöglich. Bauch- und Milzschmerzen.

     

    Die Arzneimittelprüfung

    Von Heracleum existierte bisher, wie erwähnt, nur eine einzige Arzneimittelprüfung von Rosenberg, aus der sich aber kaum Hinweise für eine therapeutische Anwendung ergaben.
    Im Hinblick auf die Tagung der österreichischen homöopathischen Ärzte in Grado 1986, die sich mit Arzneien mit Lichtbeziehungen (also auch Photo-Sensibilität und -allergien) beschäftigte, initiierte Dr. Günter Mattitsch, der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin, eine Prüfung von Heracleum in Klagenfurt, Kärnten. Wie aus den Beschreibungen des Wiesen-Bärenklaus in der Pharmakologie und Toxikologie hervorgeht, wurde eine photosensibilisierende Wirkung dieser Arznei angenommen, die allerdings nur bei einer Prüferin nach Abbruch der AMP (wegen zunehmend unreiner Haut an den seborrh. Prädilektionsstellen) während ungewöhnlich starker Sonnenexposition (einmal bald nach der AMP nach dem Skifahren und einmal Monate später während eines Aufenthalts in Griechenland) deutlich wurde. Bei allen anderen Prüfern schien eine derartige Empfindlichkeit auch in der Anamnese nicht auf.
    Unter der Leitung von Dr. Günter Mattitsch und Dr. Kati Krassnig fand nun eine erste Prüfung von Februar bis April 1986 mit 13 Teilnehmern statt. Geprüft wurden jeweils 3 Wochen lang (zum Teil bei einigen Prüfern kürzer) D 3, D 12 und D 30. Von dieser 1. Prüfung (I) wurden später 10 Prüfungsprotokolle in die Auswertung aufgenommen, wobei leider das Protokoll mit der Sonnenallergie nach der AMP nicht zugänglich war, das Wichtigste aber bei der Prüferin selbst erhoben werden konnte.
    Da es aufgrund der kalten Wetterperiode während dieser 1. Prüfung einige Abbruche, besonders wegen grippaler Infekte gab, und um die Kälteempfindlichkeit, beziehungsweise die Photosensibilität dieser Arznei auch in den Sommermonaten zu testen, erfolgte unter meiner Leitung eine 2. Prüfung im Juni/Juli 1987 (während einer ziemlich schwül-heißen Wetterperiode). An dieser Nachprüfung (II) nahmen 14 Prüfer, wie bei der 1. Prüfung vorwiegend Ärzte/-innen mit homöopathischer Erfahrung und deren Angehörige, teil. Geprüft wurde diesmal nur in der 30. Dezimalpotenz, 3—4 Wochen lang, wobei wiederum 10 Protokolle ausgewertet wurden.


    Die Arznei wurde von der Firma Austroplant Dr. Gerhard Peithner KG zubereitet und freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Weiters wurde das Protokollheft von Dr. M. Stübler und Dr. G. Bayr verwendet.


    Da sich aus der Literatur (Rosenberg, Voisin, Allen, Boericke) eher mangelhafte Hinweise auf das Arzneimittelbild von Heracleum ergeben, wählte ich zur größeren Absicherung eher viel Prüfungsprotokolle im Vergleich zu anderen bisher in Österreich durchgeführten Prüfungen, insgesamt 20, aus, auch solche mit vorzeitigen Abbrüchen und verkürzten Einnahmeperioden. Ausgeschieden wurden symptomarme Protokolle und solche mit mangelhaften Aufzeichnungen.
    Die Nachanamnese erfolgte zum Teil erst bei Abfassung dieses Berichtes, war meist ergiebig und durch die persönliche Bekanntschaft mit den meisten Prüfern leicht und genau durchzuführen. Schon während der beiden Prüfungen hatten Besprechungen stattgefunden, deren Ergebnisse für die Auswertung vorlagen.


    Danken möchte ich an dieser Stelle besonders den Mitgliedern des Klagenfurter Arbeitskreises für homöopathische Medizin, einerseits für die Teilnahme an der Prüfung und andererseits, und hier bin ich besonders Dr. Günter Mattitsch zu Dank verpflichtet, für die fachliche Unterstützung.

     

    Übersicht über die Daten der ausgewerteten Prüfungsprotokolle

    1. Prüfung: Nummerierung der Protokolle von I/l (=1. Prüfer der 1. Prüfung) bis 1/20 (= 20. Prüfer der 1. Prüfung), wobei die nicht in die Auswertung hereingenommenen Protokolle nicht mitgezählt werden.
    2. Prüfung: Nummerierung der Protokolle von II/l—II/10 (nach obigem System) 2 Prüferinnen hatten schon an der 1. Prüfung teilgenommen, nämlich II/6 (= I/2) und II/7 (= I/5).

     

    1. Prüfung

     

     

     

     

     

    Prüfnummer

    Alter/Geschlecht

    Dauer der

    Verumeinnahme von

     

    Abbruch bzw. AMP-Pausen wegen

     

     

    D3

    D12

    D30

     

    I/1

    31a, weibl.

    17 Tage

    12 Tage

    17 Tage

    Zystitis

    I/2

    31a, weibl.

    14 Tage

    12 Tage

    14 Tage

    Kopfschmerzen

    I/3

    38a, männl.

    13 Tage

    14 Tage

     

    Seborrhoisches Ekzem

    I/4

    35a, männl.

    20 Tage

    11 Tage

     

    psych. (Gereiztheit)

    I/5

    38a, weibl.

     

     

    15 Tage

    Sinusitis, Tracheitis,

    I/6

    34a, weibl.

    14 Tage

    13 Tage

    14 Tage

    Diarrhö, psych.

    I/7

    33a, weibl.

    1 Woche

    1 Woche

    1 Woche

    Gelenkschmerzen

    I/8

    41a, männl.

    13 Tage

     

     

    „grippaler Infekt“

    I/9

    37a, männl.

    3 Wochen

    3 Wochen

    3 Wochen

     

    I/10

    35a, männl.

    3 Wochen

    3 Wochen

    3 Wochen

     

     

     

     

     

     

     

    2. Prüfung

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    D30

     

    II/l

    34a, weibl.

     

     

    21 Tage

     

    II/2

    56a, weibl.

     

     

    21 Tage

     

    II/3

    32a, weibl.

     

     

    19 Tage

    Zunahme der Akne

    II/4

    38a, männl.

     

     

    21 Tage

     

    II/5

    38a, weibl.

     

     

    24 Tage

    Mastitis

    II/6(= I/2)

    31a, weibl.

     

     

    28 Tage

     

    II/7(= I/5)

    38a, weibl.

     

     

    28 Tage

    Lumbago

    II/8

    39a, weibl.

     

     

    20 Tage

    Migräne, Regelbeschwerden

    II/9

    41a, männl.

    1 Woche

    1 Woche

    1 Woche

     

    II/10

    31a, männl.

     

     

    15 Tage

    Gelenkschmerzen

     

    Zur 1. Prüfung muß noch ergänzt werden, daß es keine Placebophase gab und eine Prüferin (I/5) nur D 30 einnahm.
    Bei der 2. Prüfung wurde bei 2 Prüfern eine Placebophase vorgeschaltet, diese beiden Protokolle kamen aber nicht zur Auswertung, da bei einem keine wesentlichen Symptome auftauchten und das andere gar nicht zurückgeschickt wurde.
    Wie mir erst nach Aufstellung und Abfassung aller Prüfungssymptome bekannt wurde, hatte Prüfer II/9 die Prüfung kurz nach der 1. Prüfung, aber allein in Vorarlberg durchgeführt, und zwar je 1 Woche D 3, D 12 und D 30 und nicht, wie von mir zuerst irrtümlich angenommen, nur in der 30. Potenz. Er erscheint daher unter der 2. Prüfung, weil eine nachträgliche Korrektur eine vollständige Umarbeitung erfordert hätte.
    Schon jetzt sei vorausgeschickt, daß es eigentlich zwischen der 1. und der 2. Prüfung keine wesentlichen Unterschiede in den Prüfungssymptomen gab, sondern im Gegenteil Symptome der 1. Prüfung, die man auf die kalte Witterung zurückführte (Rhinitis, Tracheitis, „grippale Erscheinungen“, . . .) bei der Nachprüfung (im Hochsommer!) wieder auftraten

     

    Die Prüfungssymptome

     

    Allgemeinsymptome

    Auffallend ist die starke Müdigkeit, mit zum Teil bleiern schweren Extremitäten oder allgemeinem Schweregefühl und Zerschlagenheit, die bei den Prüfern unterschiedlich am Morgen, nach dem Essen, am Nachmittag, am Abend oder auch über den ganzen Tag verteilt auftrat, und die sich zum Teil durch Liegen und Schlafen, zum Teil durch Betätigung bessert. Aufgelistet werden die einzelnen Symptome bei „Geist und Gemüt“, da sie im Zusammenhang mit der psychischen Befindlichkeit stehen. Die allgemeine Verschlechterung zu den Tageszeiten findet sich unter „Ergänzende Rubriken“, beziehungsweise unter „Geist und Gemüt“, wobei keine durchgehende tageszeitliche Schwankung auffällt.
    Kälte verschlechtert immer, besonders nasse Kälte und Wind. Wärme bessert fast immer. Häufig bessert auch frische Luft mit bedecktem Kopf (siehe auch „Ergänzende Rubriken“).

     

    Geist und Gemüt

    Es fällt die depressive Verstimmung mit Müdigkeit, Gereiztheit, Lustlosigkeit und Drang zum Weinen (wobei Weinen bessert) auf, zum Teil kommt es zu einem Wechsel zwischen depressiver und euphorischer Stimmung, zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen guter Laune und Aggressivität, zwischen Müdigkeit und vermehrter Aktivität. Im Sinne eines offenbar therapeutischen Effektes fühlen sich manche Prüfer viel ausgeglichener, leistungsfähiger und ruhiger als sonst.
    Ängste werden nur bei drei Prüfern angegeben, finden aber zum Teil ihren mehr unbewußten Niederschlag in Alpträumen während der Nacht (siehe „Schlaf und Traum“). Eine Krampfneigung der Arznei (wie in der Literatur beschrieben) kann nur erahnt werden — aus der zum Teil vorhandenen Anspannung und aus krampfartigen Lokalsymptomen (wie später beschrieben).

    I/l

    Vormittags bis nachmittags sehr müde mit bleiernen Extremitäten, nach Schlaf am Nachmittag besser. Stimmungsabfall mit Arbeitsunlust (wegen Dysurie, siehe „Niere“), möchte nur schlafen (gegen Ende der AMP, ab 36. Tag., D 30).

     

    I/3

    Müdigkeit am Nachmittag, gegen Abend zunehmend, mit Kopfdruck (in 1. drei Tagen, D 3). Lustlos, schnell betroffen, weint (. . . Tod von Olaf Palme!, 9. Tag, D 3).

     

    I/4

    Häufiges Auftreten erotischer Gedanken tagsüber (für Prüfer ungewöhnlich), auch öfter erotische Träume (s. „Schlaf“), (25.Tag, D12).

     

    I/6

    Sehr gereizt und unnachgiebig (4. Tag, D 3). Plötzliches Erwachen nach Mitternacht mit Herzklopfen und Angst, Weinen löst die Verspannung, ist hellwach und findet erst nach 1 Stunde wieder Schlaf (12. Tag, D 3).
    Später starke Müdigkeit den ganzen Tag mit Erschöpfungsgefühl, besonders zu Mittag, die Arbeit geht langsam und mühsam von der Hand (ab 18. Tag, D 12).
    Niedergedrückt auch morgens und abends, mit Drang zum Weinen
    abends, Weinen löst (22. Tag, 23. Tag, D 12).
    Starker Tätigkeitsdrang trotz Müdigkeit (24. Tag, D 12).
    Bei Beginn der normalen Menses große Traurigkeit, Adynamie, Krankheitsgefühl (31. Tag, D 30). Am nächsten Tag lustlos, mit Besserung durch Ablenkung (Telefonanruf; wobei sich die meisten Symptome durch Ablenkung bessern, auch körperlich).

     

    I/7

    Trotz 8 Stunden Schlafs müde und abgeschlagen in der Früh, den ganzen Tag müde, zerschlagen, etwas gereizt, abends Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen (vom 4.—6. Tag, D 3).

     

    I/8

    Am Nachmittag, ab ca. 16h, zunehmend Müdigkeit, kann kaum die Arbeit verrichten. Auch auffallend Volle und Müdigkeit nach dem Abendessen, (4., 5. Tag, D 3).

     

    I/9

    Bei diesem Prüfer wird die wechselhafte Befindlichkeit, wie sie oben beschrieben wurde, besonders deutlich:
    Vormittags entspannt, am Nachmittag nervös (5. Tag, D 3).
    Morgens nervös, abends ruhiger (17., 21 Tag, D 3).
    Am Nachmittag gereizt, launisch, abends ruhiger (40. Tag, D 12). Beim Einschlafen Platzangstgefühl, oftmaliges Wenden, erst mit großer Konzentration eingeschlafen (6. Tag, D 3).
    Positives Empfinden bei leichter Spannung, die aber nicht unangenehm ist, dabei Bedürfnis nach körperlicher Umgebung (9.—11. Tag, D3).
    Dann ausgeglichen mit gutem Selbstgefühl (12.—14. Tag), es folgen 2 Tage mit leicht depressiver Stimmung beziehungsweise Gefühl von Leere, das aber nicht unangenehm ist. Am späten Nachmittag sehr beschwingt, am Abend depressiv (28. Tag, D 12).
    Wechsel von Traurigkeit und aufgedrehter Stimmung (31. Tag, D 12).

     

    I/10

    Müde, lustlos, Gefühl von innerer Kälte und starke Traurigkeit am Abend (3., 4. Tag).
    Dann 2 Träume nachts (siehe „Schlaf“).
    Gereizt, aufmüpfig, lustlos (5. Tag, D 3).

     

    II/1

    Besonders am Vormittag große Unruhe und hektisches Gefühl, zeitweise müde, könnte auf der Stelle einschlafen, dann Alpträume nachts. (6. Tag, D 3).
    Abends von 18h bis 19h starke Müdigkeit, ab 22h wieder frisch (6. Tag).
    Unerträglich müde und schläfrig auch am folgenden Tag zwischen 19h und 20h, dann wieder fit, dann spätes und schlechtes Einschlafen (tritt wiederholt auf!).

     

    II/2

    Fühlt sich (nach 1 Woche) während der ganzen AMP gelöster, heiterer und stabiler in der Stimmung als sonst. Schläft auch auffallend gut durch und ist leistungsfähiger als sonst (siehe „Schlaf“).

     

    II/3

    Oft während der AMP müde, besonders zwischen 16 und 18, 19h (besonders 2., 8. Tag). Ansonsten während der AMP eher leistungsfähiger als sonst, trotz viel Streß ausgeglichener.

     

    II/4

    In den ersten Tagen der AMP beste Stimmung trotz gedrängten Zeitplanes. Zwischen 20 u. 21h ungewöhnlich müde (4., 5. Tag, ist sonst sehr selten!), auch an folgenden Tagen sehr müde (Dienst!). Abends wie gerädert, schläft sofort ein (12. Tag).

     

    II/5

    Abends ab 21h todmüde, unfähig etwas zu tun und schläft als stillende Mutter neben dem Baby ein (sonst nie!) — (2., 3., 9., 20. Tag).
    An anderen Tagen der AMP abends hellwach, schläft bis lh nicht ein (5., 6. Tag). Dann fröhlich und leistungsfähig (7. bis 10. Tag).
    Wieder sehr müde, besonders nach dem Essen am Abend (9. Tag). Aggressiv, kratzbürstig, fühlt sich dauernd angegriffen (18., 19. Tag). Deprimiert, sentimental, kraftlos, empfindlich, abends sehr müde, zum Teil schon nachmittags (20.—21. Tag).

     

    II/6

    Während der ganzen AMP (ab. 9. Tag) große Müdigkeit morgens,
    Aufstehen fällt schwer, trotz tiefen Schlafs. Müdigkeit mit Schwere in den Extremitäten, steigert sich bis zu Mittag, möchte sich am liebsten nach dem Essen hinlegen.
    Gedrückte Stimmung schon am Morgen, hält den ganzen Tag an, kann sich zu nichts aufraffen, keine Lust zu reden, selbst kurze Antworten fallen schwer. (13. Tag), am nächsten Morgen gebessert.

     

    II/7

    Zunehmende Ungeduld mit den Kindern, Kindergeschrei macht nervös, vielleicht auch auf die hartnäckige Lumbago zurückzuführen (siehe „Rü, Extr.“), (11., 12. Tag), auch an den folgenden Tagen noch gereizt, bessert sich ab dem 17. Tag.

     

    II/8

    Gereizt und ungeduldig (bei unruhigem Schlaf), Müdigkeit am Nachmittag, abends Einschlafstörungen wegen Gedankenflut (6., 7. Tag).
    Innere Ablehnung gegen Arzneieinnahme mit Müdigkeit schon am Morgen (8. Tag). Ab dem nächsten Tag wieder fröhlicher; unruhiger Schlaf bei Müdigkeit am Nachmittag aber weiterhin.
    Am Tag muß äußerer Ärger runtergeschluckt werden, gelingt nicht ganz — in der darauffolgenden Nacht heftiger Migräneanfall (siehe „Kopf“), (19. Tag).

     

    II/9

    In der Früh sehr müde, aber optimistisch, ab Mittag unerklärliche depressive Stimmung (4. Tag).
    Von Morgen bis Nachmittag unerklärliche Unruhe und Unsicherheitsgefühl unter Menschen (6., 9., 12. Tag, D 12).
    Verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Kritik (auch sonst eher empfindlich!, 11. Tag). Mittags und nachmittags gute Leistungsfähigkeit, abends körperlich und geistig erschöpft (12. Tag, D 12).
    Morgens leichter Angstzustand ohne Ursache, beim Einkaufen das Gefühl, „als ob er sich unter lauter Fremden befände“ (12. Tag). Vormittags (ca. 2. Stunden) und am folgenden Tag abends unerklärliche Unruhe (17. Tag, D 30).

     

    II/10

    Von 16—17h schläfrig (2. Tag). Tags darauf leichte innere Unruhe, sonst Wohlbefinden, vom 13—14h sehr müde (3. Tag).
    Bei Nichtstun sofort müde und schläfrig, Beschäftigung bessert, jedoch wenig Lust etwas zu tun (6., 7. Tag). Kommt am 8. Tag frisch und munter von der Arbeit, aber nach dem Essen so müde, daß er sich hinlegen muß und 3 Stunden schläft (8. Tag). Während eines Auslaßversuches bessern sich die Symptome, bei Neubeginn neuerlich starke Müdigkeit, besonders bei Nichtstun, Prüfer bricht deswegen und wegen Gelenksbeschwerden die AMP ab.

    Schlaf und Traum

    Es kommen Einschlaf- und Durchschlafstörungen vor. Es scheint eine Beziehung zur Vollmondzeit zu bestehen: Bei einer Prüferin (II/3) schlechter Schlaf bei Vollmond, bei einer anderen (II/6) therapeutischer Effekt. Viele Träume wurden berichtet.

     

    I/2

    Traum „Auf einem Bahnhofsgelände werden mein Mann und später ich von Männern mit Maschinenpistolen erschossen. Ich sehe dem aber wie unbeteiligt zu, ohne Angst.“ (41. Tag, D 30). Traum in folgender Nacht: „Ich flüchte mit meinem kleinen Sohn durch Bahnhöfe und Straßentunnels vor Terroristen mit Maschinengewehren“ (für die Prüferin erstaunlich gut erinnerbare Träume).

     

    I/4

    Auffallend erotische Trüume (17., 19. Tag, D 3).

     

    I/5

    Sehr guter Schlaf mit lebhaften Träumen in der 1. Woche der AMP (D30).

     

    I/6

    Erwacht plötzlich nach Mitternacht mit Herzklopfen und Angst. Weinen löst die Verspannung. Ist hellwach und findet erst nach 1 Stunde Arbeit wieder Schlaf (12. Tag, D 3).

     

    I/7

    Einschlafstörungen, nachdem schon den ganzen Tag müde und zerschlagen und unruhiger Schlaf mit Angstträumen und häufigem Erwachen (6. Tag und folgende Tage, D 120).

     

    I/8

    Nach Wiederaufnahme der AMP Traum von Feuersbrunst — Heimathaus brennt ab (5. Tag, D 3). In folgender Nacht bedrückender Traum von KZ-artiger Situation, in darauffolgender Nacht bedrückender Traum von Verantwortung, Zeitnot und Erschöpfung (Prüfer kennt diesen Traum).

     

    I/9

    Beim Einschlafen Platzangstgefühl, Unruhe, erst durch starke Konzentration eingeschlafen (6. Tag, D 3).

     

    I/10

    Träume: „In einem Haus wird ein Zimmer durch Einreißen der Zwischenmauer vergrößert“ und „Liege am Strand in der Sonne“ (4. Tag, D3).

     

    II/1

    Alpträume nachts (6. Tag). Wiederholt zwischen 19 und 20h unerträglich müde, dann wieder munter, dafür spätes und schlechtes Einschlafen (ab 8. Tag).

     

    II/2

    Traum, daß sie an Wettschwimmen teilnimmt, mit großer Angst vor tiefem Wasser, dann froh, endlich wieder am Boden zu stehen (Prüferin kennt diese Angst), (4. Tag). Trotz oft aufregender Träume während der ganzen AMP aufallend guter Schlaf und gut leistungsfähig tagsüber (sonst häufig Durchschlafstörungen).

     

    II/3

    Traum von Kopfschmerzen, erwacht davon (siehe „Kopf“) — wurde im Traum als geistig zu stark beschäftigt gedeutet (6. Tag).
    Traum von Auseinandersetzung mit Freundin (welche die Prüferin vermeidet), (7. Tag).
    Schläft bei Vollmond schlecht ein und erwacht auch in der Nacht (sonst keine auffallende Empfindlichkeit auf Vollmond), (12. Tag). Traum von viel Zärtlichkeit zu kleiner Nichte; Traum von Patienten (im Urlaub!), (16. Tag).

     

    II/5

    Abends hellwach, bis nach lh (5., 6. Tag), an anderen Tagen schläft die Prüferin neben dem Baby abends ein, wegen der ausgeprägten Müdigkeit (2., 3., 9. Tag).
    Traum von autogenem Training, daß sie dabei fast einschläft, was ihr sehr unangenehm ist (16. Tag).
    Traum von Bauchwandbruch, Bauchinhalt ist die Milz (!), den sie sich nur mühsam selbst reponiert, mit unangenehm zuschnappendem Gefühl im linken Oberbauch (17. Tag). Viele bunte, realistische Träume (18. Tag).

     

    II/8

    Unruhiger Schlaf, Durchschlafstörungen mit Gedankenflut im Halbschlaf (ab 4. Tag) belastende Träume. (18. Tag).

     

    II/6

    Trotz tiefen Schlafes während der ganzen AMP, auch zur Zeit des Vollmondes, in der sonst der Schlaf unruhig ist, ungewöhnlich müde schon am Morgen, so daß Aufstehen sehr schwer fällt.

     

    II/10

    Kann nicht einschlafen, kommt von Gedanken nicht los (4. Tag), während der ganzen AMP bei Nichtstun und besonders auch nach dem Essen müde und schläfrig.

     

    Kopf und Schwindel

    Es kommt zu Kopfschmerzen, häufig in der Stirn, auch im Schläfen- und Hinterhauptsbereich, zum Teil einseitig (eher links), zum Teil beidseitig oder in Mitte, manchmal verbunden mit Übelkeit bis zum Erbrechen, bei einem Prüfer mit Schwindel. Die Kopfschmerzen bessern sich zumeist durch Hinlegen, sowie in der frischen Luft bei bedecktem Kopf, verschlimmern sich durch jede Bewegung. Bei einer Prüferin kommt es zur Auslösung eines Migräneanfalls in der Nacht, nachdem sie am Tag Ärger verdrängen mußte (II/8). Eine Prüferin (II/3) träumt von Kopfschmerzen, bei zuviel geistiger Beschäftigung und wacht davon auf.
    Schwindel tritt eher selten, nämlich bei drei Prüfern auf (eventuell wegen Hypotonie).

     

    I/2

    Nach Mitternacht mehrmals Erwachen mit starken, dumpfen Stirnkopfschmerzen, durch Drehen zur anderen Seite vorübergehend erleichtert, so daß Prüferin einschlafen kann. Beim Erwachen in der Früh starke Schmerzen, durch Aufstehen nimmt die Intensität zu. Dumpfer Druck über beiden Augen mit Übelkeit, Brechreiz, starker Blässe, muß sich hinlegen. Dabei tritt ein Druckgefühl auf, als ob ein Gürtel um den Kopf geschnallt wäre (20. Tag, D 12). Priiferin kennt keine Migräneanfälle und muß die AMP einen Tag unterbrechen.

     

    I/3

    Am frühen Nachmittag leichte Müdigkeit mit Kopfdruck im Schläfenbereich links mehr als rechts, gegen Abend zunehmend, ab 22h weg (3. Tag, D 3). Kopfdruck. Gefühl gegen Mittag bis gegen 16h ansteigend, ab 22h weg (11. Tag, D 3).

     

    I/4

    Beim Aufwachen Schwindel, so wie zu Beginn größerer Anstrengungen (2., 4. Tag, während der Prüfer fastet, und am 20. Tag).

     

    I/5

    Pulsierende Schmerzen in der linken Stirnhöhle, besonders beim Bücken, offenbar bedingt durch eine Sinusitis (siehe „Nase“), auch beim Schneuzen, besser in frischer Luft bei bedecktem Kopf, gegen Mittag ärger werdend und am Abend unerträglich stark, bei jeder kleinsten Bewegung auftretend. Hinlegen und Schlafen bessert (2.-5. Tag, D 30), mit Abklingen der Sinusitis leichter, Kopfschmerzen kommen täglich um 9h, erreichen zu Mittag Höhepunkt und verschwinden gegen Abend. (13. Tag).

     

    I/6

    Kopfdruck im Stirnbereich am Nachmittag, beim Aufsetzen (nach
    Liegen), auch im Hinterkopf drückende Schmerzen (2. Tag, D 3).

     

    I/7

    Gegen Abend zunehmende Kopfschmerzen, dumpf, im Schläfenbereich (9. Tag, D 12). Dumpfe Kopfschmerzen am Nachmittag im Schläfenbereich (15. Tag, D 30).

     

    I/8

    Kopfschmerzen beim Husten, drückend, in der Stirne, bis zersprengend beim Hustenstoß (während Reizhusten), (5. Tag nach Neubeginn der AMP, D 3).

     

    II/2

    Leichter Kopfschmerz in der Stirnmitte, ein paar Mal nur kurz auftretend, drückend eher am Vormittag (2., 3., 5. Tag; Prüferin neigt auch sonst zu Kopfschmerzen, aber eher migräneartig, über einem Auge).

     

    II/3

    Kopfschmerzen in der Stirn, mehr rechts als links, stärker nach dem Essen (2. Tag). Erwacht in der Nacht mit Kopfschmerzen im rechten Stirnhöcker, hat davor von diesem Kopfschmerz geträumt, was als „geistig zu sehr beschäftigt“ im Traum gedeutet wurde (6. Tag). Am Vormittag plötzlich stechende Stirnkopfschmerzen rechts, später auch beidseitig, mehr drückend, ca. 2 Stunden lang (9. Tag).

     

    II/5

    Hinterkopfschmerzen von 11—13h (2. Tag). Zweimal leichtes Schwankschwindelgefühl (6. Tag), gelegentlich Schwindelgefühl beim Schließen der Augen für Bruchteile von Sekunden (11., 12. Tag).
    Morgens Kopfschmerz in Stirn und Schläfe, links mehr als rechts (12. Tag), immer wieder Kopfschmerzen, nie klar im Kopf, besonders Schläfe und Stirn (17. Tag, auch während der AMP-Pause vom 18.—20. Tag, da besonders am Vormittag, wahrscheinlich bedingt durch Nasen-Rachenkatarrh, siehe „Atmungsorgane“).

     

    II/8

    Nachmittags leichte Kopfschmerzen, dumpfes Gefühl im Hinterkopf (2.—4. Tag, 16. Tag). Gegen Mittag Stirnkopfschmerz beidseits, besser in frischer Luft (9., 13. Tag). In der Nacht heftiger Migräneanfall mit Erbrechen (links wie auch sonst), bis 530 morgens (20. Tag, Prüferin mußte am Tag zuvor Ärger runterschlucken, was nicht ganz gelang).

     

    II/9

    Ab Mittag ständig leichter Druck in der Schläfengegend mit leichtem Benommenheitsgefühl (3. Tag). Am Vormittag Druck im Hinterkopf (5. Tag, D 3).
    Um halb neun Uhr Gefühl, ohnmächtig zu werden, für ein paar Sekunden. Am Abend Kopfschmerz in Stirn und Schläfen (8. Tag, D 12). Am Vormittag vereinzelt kurze Schwindelanfälle mit Druckgefühl in der Stirn (15. Tag, Prüfer neigt zu Migräne bei geistiger Überbelastung und zu Hypotonie).

     

    Gesicht

    Im Gesicht kommt es vor allem an den seborrhoischen Prädilektionsstellen zur Verschlechterung des Zustandsbildes der Haut, sowie anderen Hautreizungen.

     

    I/3

    Verstärkung des schuppenden Hautausschlages im Gesicht, Schuppen größer und fester haftend als bei sonst vorhandener seborrhoi sehen Dermatitis (ab dem 3. Tag, D 3). Ab dem 11. Tag nimmt die Trockenheit immer mehr zu, auffallend starke Schuppung wie nach einem Sonnenbrand. Die Schuppung bessert sich dann während der AMP-Pause.

     

    I/5

    Nach Abbruch der AMP auffallend unreine Haut an den seborrhoischen Prädilektionsstellen, wie Nase, perioral, weiters über dem Sternum und dem Rücken, erst nach 2 Monaten langsam gebessert.

     

    I/6

    um 20:30 hochrotes Gesicht, trocken (2. Tag).
    Morgens auf der linken Kinnhälfte 2—3 mm große Plaques, weißlich (11. Tag, D 3). Furunkel am linken Nasenorificium mit Rötung und Schwellung, berührungsempfindlich. (12. Tag). „Hörn an der Stirn“, Vi cm im Durchmesser große Plaques, Komedonen an Oberlid, Wange, Stirn. Erythemartiges Exanthem linke Wange (in AMP-Pause nach 6 Tagen D 12 am 20. und 21. Tag).
    Exanthem am rechten Mundwinkel, dann Rhagade am linken Mundwinkel (28. u. 29. Tag, D 12).
    Juckende Flecken linke Kinnhälfte abends (3 mm groß), einige Stunden lang (33. Tag, D 30).

     

    I/8

    Hitzegefühl im Kopfbereich, fiebrig—während Grippe (7. Tag, D 3).

     

    II/3

    Während der AMP Aufflammen der Akne im Gesicht.

     

    II/4

    Fette, pickelige Haut und fette Haare (ab dem 15. Tag, bis Ende der AMP wieder gebessert).

     

    Augen

    Es kommt zu Entzündungserscheinungen wie Konjunktivitis (besonders bei Einwirkung von Kälte und Wind) und Gerstenkörnern.

     

    I/2

    Morgens beim Gehen im Freien (leichter Schneefall) tränen beide Augen, tagsüber bei angestrengtem Schauen (Lesen, Mikroskopieren) vermehrte Tränensekretion und öfters Gefühl klebriger Augen, es läßt sich aber kein Sekret abwischen (12., 23. Tag).
    Verstärkte Gefäßzeichnung der Konjunktiva rechts am folgenden Tag (14., D 3).
    Vermehrte Tränensekretion und Augenbrennen beim Lesen (15. Tag, D12).
    Tränen der Augen besonders bei Nässe und Wind (16.—19. Tag, D12).

     

    I/6

    Augen morgens verklebt, ziliare Injektion rechts (am 9. Tag von D30).

     

    I/10

    Am rechten oberen Lidrand (Mitte) ein gelbes „Gerstenkorn“, Umfeld nicht gerötet, stört nicht und tut nicht weh (9. Tag, D 3), am folgenden Tag kleiner geworden und tags darauf verschwunden. (Anmerkung: Prüfer hatte schon Gerstenkörner).

     

    II/1

    Augenbrennen am 2. Tag.

     

    II/6

    (= I/2) Erwacht mit Schmerzen im rechten Unterlid medial beim Augenschließen — leichte Schwellung und Rötung im Bereich des Tränenpünktchens, Schwellung im Laufe des Tages zunehmend, mit stechenden Schmerzen bei Lidbewegung (3. Tag).
    Am nächsten Tag weiter Schwellung und Rötung, teigig hellrot, 1 cm im Durchmesser mit stechend-drückenden Schmerzen beim Schließen der Augen.
    Am folgenden Tag Abklingen der Rötung, noch leichte Schwellung des Unterlides, Druckgefühl und über zwei Tage anhaltender Juckreiz an Stelle der Entzündung. Nach 3 Wochen Schwellung und Rötung des linken Unterlides — verläuft wie zuvor auf der rechten Seite, mit dumpfen, stechenden Schmerzen beim Augenschließen und nachts, am 2. Tag weiße Erhebung 1 mm medial vom Tränenpünktchen, wie ein eitriges Knötchen, nach Rückbildung noch 2 Tage Juckreiz an der Stelle.
    Am 58. Tag (Nachbeobachtungszeit) wieder auf der rechten Seite entstehend: Auf Druck entleert sich Eiter (rahmig-gelb), am nächsten Morgen rahmiges Sekret im medialen Augenwinkel, eitriges Knötchen völlig rückgebildet, Schwellung klingt ab. (Anmerkung: die Prüferin hatte noch nie derartige Augenentzündungen!).

     

    Ohren

    Es zeigen sich Empfindungsstörungen und kurzdauernde Reizzustände, die plötzlich kommen und verschwinden.

     

    I/6

    Plötzlich kurzzeitig auftretender, heftig einsetzender Schmerz im rechten Ohr — einige Sekunden — beim Radfahren (7. Tag, D 3), wiederholen sich einige Male in den nächsten Tagen, meist rechts, 2 mal auch links, immer nur kurze, aber starke, tief im Ohr fühlbare Stiche. Am 6. Tag von D 30 plötzlich kurzzeitig auftretende, heftig einsetzende Ohrenschmerzen (Dauer: 1 Minute) nachmittags.

     

    I/8

    Kurzer pochender Schmerz im linken Ohr (1. Tag, D 3).

     

    I/10

    Abends leichter ziehend-brennender Schmerz im linken Ohr — strahlt etwas auf linke Kopfhälfte aus (1. Tag, D 3).

     

    II/2

    Leichtes Ohrensausen, eher links, nur kurz dauernd (9. Tag).

     

    II/5

    Stechen in den Ohren bei Rachenkatarrh, der in die Ohren zieht (17., 18. Tag), nach zwei Tagen besser.

     

    II/4

    Schuppen und Jucken über dem linken Ohr, krustig (8. Tag).

     

    II/7

    Kindergeschrei geht auffallend auf die Nerven und macht nervös (sonst nicht empfindlich darauf), könnte auf die Hartnäckigkeit der Lumbago zurückzuführen sein (11., 12. Tag).

     

    Nase und Nebenhöhlen

    Im Bereich der Nase finden sich Katarrhe, die auf die Nebenhöhlen und den Rachen übergreifen, mit zuerst serösem, wundmachenden, später zäheitrigen und teilweise blutig tingierten Sekret. Die Erscheinungen traten sowohl bei der 1. Prüfung im Winter, wie bei der 2. Prüfung in den Sommermonaten auf!

     

    I/5

    Eine fast abgeheilte Erkältung mit Schnupfen wird wieder schlechter (am 2. Tag) — mit Schmerzen in der linken Stirnhöhle, pulsierend, besonders beim Bücken und Schneuzen, Nase durchgängig, spärlich weißes Sekret. (Anmerkung: Prüferin neigt zu solchen Stirnhöhleninfekten, aber bisher ausnahmslos rechts!). 2 Tage später 1 Stunde nach der Einnahme die selbe Symptomatik bei freier Nase, Wärme tut gut (besonders Inhalieren mit feuchter Wärme). Siehe auch „Kopf“.
    Am 5. Tag Kopfschmerzen (schlechter durch Bewegung, besser durch Liegen und in frischer Luft bei bedecktem Kopf) etwas besser, es kommt eine geringe Menge stark blutig tingierten Sekrets aus der Nase. Trotz AMP-Pause und Beginn mit Hydrastis steigert sich der Kopfschmerz gegen Mittag, so daß sie sich hinlegen muß, abends dann besser. Während der Pause am 6. Tag nur noch leichter Kopfschmerz gegen Mittag, kein Sekret, hie und da Niesen. Bei Wiedereinnahme der Arznei am 7. und 8. Tag vormittags leichter Kopfschmerz, der ab Mittag verschwindet. Wegen neuerlicher Zunahme der Kopfschmerzen („wahnsinnig“), Pause (am 9, 10. Tag). Am 11. Tag tritt eine massive Tracheitis mit grünem, gummiartig fadenziehender Schleim auf—Einnahme von Kalium bichromicum ab dem nächsten Tag bessert, während die Kopfschmerzen täglich bis Mittag ihren Höhepunkt erreichen, um am Abend völlig zu verschwinden.
    Ab dem 14. Tag treten zusätzlich massive Schmerzen in beiden Oberkieferhöhlen auf — mit Übelkeit, Schwindel, ohne Fieber (bis 15. Tag, dann Abbruch der AMP).

     

    II/7

    = I/5. Am Morgen dicker Schleim in Nase links, Nase verstopft, Schleim läßt sich nur mit dem Taschentuch entfernen. Es besteht keine Erkältung! Nase tagsüber durchgängig, kein Schleim (2.—12. Tag). Am 13. Tag weniger Schleim, Nase auch am Morgen durchgängig. Am 16. Tag Nase wieder verklebt, dicke gelblich-grüne Krusten. Am folgenden Tag am Morgen linkes Nasenloch verklebt, vormittags Schmerz in der Oberkieferhöhle und Stirnhöhle, besser durch Liegen, Wärme. Am Nachmittag kommt helles, farbloses Sekret. Am 18. und 19. Tag gebessert. Während des Auslaßversuches die folgenden 6 Tage bessert sich die Nase rasch. Bei Wiederaufnahme (26.-28. Tag) stellen sich nach drei Tagen wieder die Symptome der Nasenschleimhaut ein — linkes Nasenloch morgens verklebt, etwas zäher, schwer zu entfernender Schleim.

     

    I/6

    Nase rinnt — dünnflüssiges, wundmachendes Sekret, Verschlimmerung abends (1. Tag). Am nächsten Tag morgens starker Schnupfen, rechte Nase verstopft (anamnest. besteht Neigung zu Wundheit der rechten Nasenmuschel, Borkenbildung und Verstopfung der rechten Nase). Abends kurzzeitige Besserung der Rhinitis, Verschlimmerung um 23 Uhr, Besserung im Liegen. In der AMP-Pause am 4. Tag abends linkes Nasenloch verstopft, häufiges Niesen, rechte Nase rinnt. An dem 6. Tag dann eitrige Rhinitis.
    Abends Schmerzen linker Nasenflügel, Berührung verschlimmert (11. Tag, D 3), am folgenden Tag entstehen Furunkel mit Rötung und Schwellung an der linken Nasenöffnung. Zähe, schleimige Sekretabsonderung der Nase, verkrusteter Naseneingang, wunde Nasenhöhle mit blutigen Krusten (27. Tag, D 12). Wundheitsgefühl in beiden Nasenhöhlen und -eingängen mit schlechter Heilungstendenz (ab 32. Tag 4 Tage lang, D 30. Anmerkung: auch in der Anamnese, siehe oben).

     

    I/7

    Am Nachmittag Rhinitis mit starker seröser Sekretion (10. Tag, D 12), am nächsten Tag völlig abgeklungen.

     

    I/8

    Bei rezidivkrender Rhinitis mit morgens borkiger Nase, zäher Verschleimung in der Anamnese: Eher zähe Verschleimung Nase, Tube links, schon vor der AMP bestehend. (1. Tag, D 3). Wegen Kopf- und Gliedergrippe Abbruch der AMP am 6. Tag, darauf am 4. Tag der Pause leichtes Fieber, scharf-brennender Schnupfen, nachts und im Liegen stärker. Heftig anhaltender Niesreiz, dann am 6. Tag zähe Verschleimung mit Tubenkatarrh, bis zum 10. Tag.
    Bei Neubeginn der AMP am 1. Tag bald wieder grippales Gefühl in Nase und Hals. Am nächsten Tag tatsächlich die gleiche Symptomatik, die zum Abbruch führte, nämlich vermehrte Kälteintoleranz, trockener Husten, Gliederschmerzen, Nase auffallend frei! Die Tage davor war zähes Sekret vorhanden gewesen, das sich untertags gut löste. Am nächsten Tag Nase morgens verlegt, leicht löslich, abends frei. In den folgenden 2 Tagen morgens weniger Nasensekret.

     

    I/10

    Am 1. Tag rinnt Nase ein wenig, dann auffallend, daß Nase längere Zeit offen ist (ab 3. Tag, D 3. Anmerkung: Prüfer hat meist eine eher verstopfte Nase!). Am 15. Tag Nase sehr gut offen (therapeut. Effekt!).

     

    II/5

    Am 18. Tag AMP-Pause wegen „grippalen Gefühls“ mit Rachenkatarrh und schleimig-eitrigem Schnupfen, der vorwiegend in den Rachen rinnt. Auch die folgenden 3 Tage (AMP-Pause) reichlich lockerer, gelblicher Schleim in der Nase, muß ausgeschneuzt werden, rinnt sonst in den Rachen. Nach zwei Tagen neuerlicher Einnahme wieder schleimiger Schnupfen, der nicht von allein nach vorn rinnt. Am Tag darauf Niesanfälle, gehäuft um 15 Uhr, reichlich Schleim.

     

    II/6

    Immer wieder Wundsein am Naseneingang, abwechselnd rechts und links Schmerzen nur bei Berührung (7.—20. Tag).

     

    II/9

    Verstärkte morgendliche Rhinitis (11. Tag, D 12, auch sonst besteht Neigung dazu). Morgens Druckgefühl in der Stirn, vermehrte wäßrige Sekretion aus Nase (18. Tag).

     

    Hals und Atemwege

    Im Rachen finden sich Katarrhe wie in der Nase und den Nebenhöhlen, oft in Verbindung mit diesen, mit eher zähem, fadenziehendem Sekret. Die Halsbeschwerden werden vor allem durch Kälte ausgelöst, sind zum Teil auch brennend-stechend, in die Ohren ausstrahlend. Weiters findet sich häufig ein trockener Reizhusten, besonders morgens, zum Teil mit Expektoration eines zähen Schleims. Bei 2 Prüfern trat auch Dyspnoe auf.

     

    I/4

    Vermehrter Hustenreiz am Morgen, abklingend am Vormittag (1.—3. Tag, D 3), dann Hustenreiz geringer, aber Gefühl von trockenem Hals bleibt (4.-5. Tag).

     

    I/5

    Nach vorhergehendem Nasennebenhöhlenkatarrh (siehe auch „Nase“) Auftreten einer massiven Tracheitis mit grünem, gummiartig fadenziehendem Schleim (11. Tag, D 30). Am folgenden Tag deswegen AMP-Pause und Einnahme von Kalium bichromicum, das bessert (13. Tag).

     

    II/7

    = I/5. Am 5. Tag stechender Schmerz rechte Tonsille (manchmal bei kaltem Wetter auch sonst auftretend), durch Tuch um Hals ist der Schmerz morgens weg.

     

    I/6

    Morgens trockener Hals (ab 3. Tag, D 3), vermehrtes Räuspern durch Absonderung eines zähen Sekretes im Rachen (10. Tag). Während der ganzen AMP bleibt dieses zähe Rachensekret mit dem Gefühl, dauernd schlucken zu müssen, sowie vermehrtes Räuspern. Besser durch Ablenkung, schlechter durch Drandenken.

     

    I/8

    Nach neuerlichem Beginn der AMP (die vorher wegen Kopf- und Gliedergrippe abgebrochen worden war, wieder ähnliche Beschwerden. Gliederschmerzen, erhöhte Kälteintoleranz und erneut trockener, pfeifender Husten, Kitzelhusten retrosternal. Husten bessert Kitzel nicht. Husten beim Tiefatmen. Am folgenden Tag Reizhusten besonders abends, aber geringer. Tag drauf abends um ca. 22 Uhr Hustenanfall, nachts ruhig. Nach weiteren 2 Tagen mit Husten Abbruch. In den nächsten 14 Tagen zwei weitere Versuche, schließlich muß die AMP endgültig wegen des Reizhustens abgebrochen werden (wegen bevorstehendem Konzert, für das Stimme geschont werden muß).

     

    I/9

    Am Abend vor dem Einschlafen Platzangstgefühl mit schneller, unregelmäßiger Atmung (6. Tag, D 3).

     

    II/2

    Plötzlicher Reizhustenanfall in der Früh im Bett und dann bei Aufenthalt im Freien, klingt am selben Tag ab (5. Tag).

     

    II/4

    Morgendlicher Husten mit äußerst zähem Schleim, Schleim im Hals (3., 4. Tag, dem Prüfer von früher bekannt), am 5. Tag etwas besser, muß noch mühsam Schleim heraufwürgen. Am folgenden Tag nur wenig Schleim morgens und abklingender Husten.

     

    II/5

    Ab dem 12. Tag rauher Hals mit Schmerzen wie bei beginnender Verkühlung, ab dem 16. Tag brennend-stechendes Halsweh, ab spätem Nachmittag zunehmend, zieht in die Ohren mit gelegentlicher Heiserkeit (kommt auch sonst bei der Prüferin vor), sowie Reizhusten (am 16. Tag abends mit gelbem Schleim).
    Knapp vor einem Gewitter vormittags Gefühl „wie Zentnerlast“ auf der Brust mit Luftnot (16. Tag).
    An folgenden Tagen Kehlkopfentzündung mit Schmerzen besonders abends, weniger nachts und morgens, Kehlkopf „wie zugeschwollen“ Reizhusten mit „Gefühl, beim Einatmen nicht tief genug Luft schöpfen zu können“ (18.—20. Tag. = Pause). Abhusten von gelbem, zähem Schleim — von Nasenkatarrh? (21. Tag), nach vorübergehen dem Rückgang wird das Halsweh (am 22. Tag) wieder stärker. Morgens ganz trockener Hals, Heiserkeit, Hustenreiz mit Brennen und Stechen, in die Ohren ausstrahlend, wie eine Neuralgie, besonders mittags und nachmittags (23. Tag). Absetzen der AMP — Rückgang der Beschwerden (24. Tag).

     

    II/8

    Gefühl von Verschleimung am Morgen — Abhusten von weißlichem Schleim aus Rachen (18. Tag).

     

    Herz und Kreislauf

    Auf Herz und Kreislauf scheint Heracleum weniger zu wirken. Eine Hypotonie, die man aufgrund der großen Müdigkeit bei vielen Prüfern annehmen möchte, konnte nicht nachgewiesen werden, da kein Blutdruck gemessen wurde.

     

    I/9

    Puls am Abend deutlich spürbar (5. Tag, D 3). Am Abend Platzangst mit Dyspnoe (6. Tag).

     

    II/2

    Prüferin hat sonst häufig stechende Herzbeschwerden (besonders bei psychischen Belastungen), keine während der AMP, bei der sie sich überhaupt wohler fühlt.

     

    II/5

    Vor einem Gewitter Druck auf der Brust („wie Zentnerlast“) mit Luftnot (16. Tag). Während einer Kehlkopfentzündung Gefühl, beim Einatmen nicht genug Luft zu schöpfen (19. Tag).

     

    II/9

    Leichtes Stechen in der Herzregion, einige Male in unregelmäßigen Abständen und mit unregelmäßiger Dauer — ohne Angstgefühl (9. Tag, D 12).

     

    Mund

    Die Schleimhautreizung drückt sich aus in verstärktem Speichelfluß, beziehungsweise — als Ausdruck der Bipolarität — in vermehrtem Trockenheitsgefühl. Weiters treten Fieberblasen, Rhagaden und Aphthen auf. Die gestörte Darmfunktion führt zu Zungenbelag.

     

    I/2

    Ab 17 Uhr verstärkter Speichelfluß, muß dauernd schlucken. Dabei „Gefühl, als ob die Mundschleimhaut trockener wäre als sonst“ (samtartig), zugleich füllt sich der Mund schon wieder mit flüssigem Speichel, dauert bis zum Einschlafen (5.). Auch die folgenden 5 Tage (D 3) tagsüber einige Male 1/2 Stunde lang vermehrter Speichelfluß und ständiges Schlucken bei Gefühl von trockener, rauher Mundschleimhaut. Speichelsekretion dabei unabhängig von Essen, Trinken.

     

    I/4

    Zunge sehr empfindlich gegen Kanten im Gebiß mit schalem Gefühl und leicht saurem Geschmack im Mund (17., 20. Tag, D 3; kennt Prüfer aus Zeiten, in denen er sich schlecht fühlt).

     

    I/6

    Vermehrter Speichelfluß (5. und 6. Tag, D 3). Ekzem rechter Mundwinkel, dann Rhagade linker Mundwinkel (10.—12. Tag von D 12).

     

    I/9

    Trockener Mund (4., 15. bis 18. Tag, D 3), trockener Mund mit pelziger Zunge (37., D 12).

     

    I/10

    Fieberblase auf Oberlippe, in der Mitte (5. Tag, D 3); sonst sehr selten vorkommend, nur wenn sich Prüfer geschwächt fühlt, was hier nicht der Fall war).

     

    II/2

    Sehr trockene Kehle und Durstgefühl, besonders nach Mitternacht, muß trinken (ab 3. Tag).

     

    II/5

    Zunge weiß-grau belegt am Zungengrund (7. und 8. Tag).

     

    II/8

    Trockenheit im Mund, trotzdem kein Bedürfnis zu trinken (2. Tag). Zunge etwas weißlich belegt mit fahlem Geschmack (5. Tag), die folgenden Tage wird Belag stärker und ist dann dick-gelblich (7. Tag), dann wieder mehr weißlich. Zunge bleibt weiterhin belegt, besonders am späteren Nachmittag.

     

    II/9

    Auftreten einer kaum schmerzhaften Aphthe an der Mundschleimhaut, die folgenden Tage bestehen bleibend (11. Tag. anamnest. bis vor 2 Jahren des öfteren). Auftreten einer 2. Aphthe (16. Tag, D 3).

     

    II/10

    Sofort nach Einnahme Brennen der Schleimhaut, besonders der Lippen und Zungenspitze — etwas schwächer als Pfefferoni (1. Tag).

     

    Appetit, Durst / Verlangen und Abneigung

    Es besteht zum Teil gieriger Appetit, er kann auch fehlen (unter anderem auch als therapeutischer Effekt). Durst oft in Verbindung mit gutem Appetit groß, oder auch gering. Verlangen besteht nach süß. Bei zwei Prüfern wurde die Nikotinsucht deutlich gedämpft.

     

    I/6

    Heftiger Durst abends (ca. 18 Uhr), trinkt sehr viel Wasser (3. Tag der D 12). Morgens Inappetenz (5. Tag der D 12).

     

    I/8

    Nach dem Abendessen auffallend Volle und Müdigkeit (4. und 5. Tag).

     

    I/9

    Wenig Appetit, dabei Kaffeelust (2. Tag), Durstgefühl (4. Tag), wenig Durst und wenig Appetit, Würgegefühl beim Rauchen.
    Verlangen nach süß, mit viel Appetit (7. und 10. Tag).
    Wenig Appetit (15. Tag), Genuß am Essen und Trinken (19. Tag, D 3).
    Viel Appetit, gefräßig (40. Tag, D 12), Verlangen nach süß (43. Tag).

     

    I/10

    Wenig Verlangen nach Nikotin, raucht wenig Zigaretten (ab 15. Tag, D 3) — während der ganzen AMP, während AMP-Pausen ist Nikotinverlangen sehr stark!

     

    II/1

    Während der ganzen AMP auffallend appetitlos, beziehungsweise wenig Appetit mit Abneigung gegen alle Speisen (mit Luftaufstoßen und Übelkeit besonders vormittags) bei Wohlbefinden (Prüferin möchte gern abnehmen!). Gegen Mitte der AMP 2 Tage lang Appetit mit zum Teil Heißhunger (10., 11. Tag), dann wieder kein Hunger, aber großer Durst (am 12. Tag), ab folgenden Tag wieder wenig Appetit und wenig Durst. Seit Ende der AMP ist die Gier auf Fleisch anhaltend geringer geworden!

     

    II/2

    Auffallend durstig besonders nach Mitternacht, muß trinken, trockene Kehle (ab dem 3. Tag).

     

    II/3

    Während der ganzen AMP Abneigung gegen Zigaretten (Prüferin raucht sonst mäßig). Gegen Ende der AMP (3. Woche) eher wenig Hunger und wenig Appetit (bei flauem Gefühl im Magen), besonders abends, nur psychisches Bedürfnis nach Nahrungszufuhr.

     

    II/4

    Auffallendes Verlangen nach süß (7. Tag); wenig Appetit, kein Bedürfnis (9. Tag).

     

    II/5

    Während der ganzen AMP gesteigerter Appetit und hungrig, besonders abends (18—19h) und dauernd Zwischenhunger (mehr Appetit als Hunger), besonders abends oft gefräßig und unbeherrscht (besonders Brot, Käse). Durst meist auch groß.

     

    II/8

    Durstiger als bisher (5. Tag), Verlangen nach kaltem Wasser (6. Tag). Verlangen nach süß (7. Tag), auch sonst oft!), danach Kopfschmerzen, auch in den folgenden Tagen oft Verlangen nach süß (besonders Nachmittag). Kein Appetit, nur schwarzer Tee wird vertragen (am 20. Tag).

     

    II/9

    Starkes Verlangen nach süß (4.Tag, bekannt!), wenig Durst (5., 6. Tag, D 3), wenig Appetit den ganzen Tag über (10. Tag, D 12).

     

    Magen, Leber, Galle

    Die Verdauungsschwäche dieser Arznei zeigt sich in vielen Oberbauchbeschwerden und der starken Müdigkeit und Volle nach dem Essen. Die Magensymptome reichen von einem flauen Gefühl (zum Teil mit Übelkeit und Brechreiz), das bei fast allen Prüfern vorkommt bis zu drückenden, brennenden, zum Teil auch krampfartigen Schmerzen. Auch Beschwerden im Leber-, Gallen-, Milzbereich kommen vor.
    Die Milzbeziehung, die in der älteren Literatur angegeben wird, drückt sich vielleicht auch in einem Traum aus (siehe „Schlaf und Traum“ — II/5).

     

    I/1

    Magenschmerzen ohne erklärbare Ursache, besonders am Vormittag und späten Nachmittag, drückend in Magengegend, auch am folgenden Tag schlimmer bei Kaffeetrinken (37., 38. Tag, D 30; Prüferin hatte vor 10 Jahren ähnliche Magenbeschwerden).

     

    I/2

    Ab 16 Uhr Druckgefühl in der Magengrube, zeitweise brennende Schmerzen, unverändert durch Essen, Trinken, bis zum Einschlafen dauernd bestehend (34. Tag, D 30).
    Nach dem Mittagessen (normal!) Druck und Volle im Magen, dann im gesamten Bauchraum Vi Stunde schneidende Schmerzen, in die linke und rechte Flanke ausstrahlend, besser durch Bewegung (37. Tag).

     

    I/4

    Um 17 Uhr, kurz nach der Einnahme, flaues Gefühl im Magen (10. Tag, D 3).

     

    I/6

    Flaues Gefühl im Magen, schlechter durch Drandenken und beengende Kleidung (am 5. Tag von D 12), am Tag drauf Magenkrämpfe.

     

    I/8

    Kurz nach der Einnahme leiser, mehrmals stechender Schmerz im Gallenbett (2. Tag, dem Prüfer bekannt), mehrmals nach der Einnahme diffuser „Leberschmerz“, einmal auch Stechen im Milzbereich. Auffallend Volle und Müdigkeit nach dem Abendessen (4., 5. Tag, D 3).

     

    I/9

    Druckgefühl im Magenbereich (7. Tag, D 3).

     

    II/1

    Magenschmerzen am Vormittag (wie seinerzeit bei einem Ulcus ventriculi) und Luftaufstoßen (1., 2. Tag), Druck im Magenbereich (16. Tag).

     

    II/3

    Zwischen 18 und 19h Übelkeit, trotzdem Bedürfnis zu essen (aber nur wenig!) sowie flaues Gefühl im Oberbauch, bis in den Unterbauch ausstrahlend (5., 10. Tag). Fast brennendes Gefühl im Magen bei Tiefdurchatmen (12. Tag), die folgenden Tage wiederholt sich das flaue Gefühl im Magen, besonders abends, bei wenig Appetit, nach dem Essen besser.

     

    II/4

    Flaues Gefühl im Magen, leichte Übelkeit (8. und 9. Tag), am folgenden Tag etwas besser.

     

    II/8

    Leichtes Druckgefühl im rechten Oberbauch (3. und 6. Tag).

     

    II/9

    Druckgefühl in Magengegend, Volle (5. Tag, D 3), Völlegefühl im Oberbauch mit verstärkter Abneigung gegen beengende Kleidung (14. Tag, D 12), leichtes Stechen im Oberbauch mit leichter Übelkeit (15. Tag, D 30).

     

    Darm, Anus und Stuhl

    Die Peristaltik des Darmes ist bei nahezu allen Prüfern verstärkt. Die auffallend häufigen Stühle sind weich, massig oder breiig-dünn, manchmal auch stinkend. Abgang von Winden und Stuhl erleichtert. Die Blähungen können schmerzhaft sein.
    Bei einigen Prüfern traten am Anus bekannte Schleimhautreizungen auf — mit Rötung, Feuchtigkeit bis zum nässenden Ekzem mit Wundheitsgefühl und Juckreiz.

     

    I/l

    Nach 1 Woche während der ganzen AMP morgens massige, dünne Stühle, bis zu 3mal tagsüber (sonst besteht Neigung zu Obstipation!). Dann sogar Durchfälle, schmerzlos, von 16h bis nachts ca. 5mal dünne, hellbraune Stühle (34. Tag, D 30).

     

    I/2

    Stuhl massig und schwer, wie fetthaltig (vom 38.—41. Tag, D 30).

     

    I/3

    In der 3. Woche (während AMP-Pause, D 12) tritt das anamnest. bekannte und immer im Zusammenhang mit dem seborrhoischen Ekzem am übrigen Körper auftretende perianale Ekzem wieder auf, mit leichtem Juckreiz abends. Während der unregelmäßigen Einnahme (D 12) in der Woche darauf leichte subjektive Besserung, in der nächsten Woche wieder Verschlechterung; Ekzem näßt, deswegen Abbruch der AMP.

     

    I/4

    Entdeckt Blutspuren am Toilettenpapier (9.—11. Tag), sonst keine Beschwerden (Anmerkung: Prüfer hatte vor 5 Jahren Hämorrhoidalbeschwerden).
    Öfters am Tag Entleerung von wenig weichem Stuhl (13.—18. Tag, D 3; sonst nur lmal täglich Stuhl mit normaler Konsistenz), dabei Gefühl von feuchtem Anus, zum Teil (18. Tag) extrem feucht mit penetrantem Körpergeruch.
    Dann wieder normaler Stuhl (unter D 12, bis zum 26. Tag). Dann wieder häufiger und weicher Stuhl mit Feuchtigkeit am Anus (27.-29. Tag, D 12), normalisiert sich in der 1. Woche nach der AMP.

     

    I/6

    Dreimal täglich Diarrhö, flüssig-stinkend (19. Tag, D 12).
    Morgens 2mal Stuhlgang, breiig-stinkend mit Bauchschmerzen (28. Tag, D 12, bei Prüferin besteht seit dem Kleinkindalter Neigung zur Diarrhö). Wundheitsgefühl perianal, mit Rötung und Feuchtigkeit (32. Tag, D 30).

     

    I/8

    Bei anamnest. bestehenden chronisch rezidivierenden Durchfällen (colitische Reizzustände), Afterjuckreiz und blutenden Hämorrhoiden: In den ersten 3 Tagen der AMP (D 3) vermehrter Stuhlgang (bis zu 4mal täglich), Blähungen, Abgang von Winden und Stuhl erleichternd. Nach Neubeginn der AMP After nachts juckend, nässend, wie wund, Kratzen erleichtert nur vorübergehend (1. Tag). Tags darauf besser, auch harter Stuhl (therapeutischer Effekt!), 2 Tage später aber wieder 3—4mal Stuhl.

     

    I/9

    Dünne Stühle bis durchfallartig (17.-20. Tag, D 3).

     

    I/10

    Blähungen, gehen aber leicht ab (am 5. Tag, D 3), während der AMP arbeitet Darm auffallend gut (deutliche Peristaltik spür- und hörbar, bei sonst normaler Darmtätigkeit), nach AMP-Pause reproduzierbar.

     

    II/1

    Plötzlich Blähungen (7., 8. Tag).

     

    II/2

    Leichter Durchfall (10. und 12. Tag, sonst normaler Stuhl).

     

    II/8

    Stuhl weicher als normal (4. und 5. Tag), dann Obstipation (7. Tag, wie sonst auch), tags drauf schmerzhafte Stuhlentleerung.

     

    II/9

    Stuhl härter als normal, schmerzhaft (3. Tag), Blähungsgefühl im Bauch (10. Tag, D 12).

     

    Niere, Blase

    Bei vielen Prüfern finden sich ausgeprägte Reizungen der Harnwege mit Pollakisurie, brennenden Schmerzen besonders kurz nach der Miktion, verstärktem Harndrang, manchmal auch verzögerter und geringerer Harnabgang. Schmerzen im Nierenlager treten auf, meist abwechselnd rechts und links. Die Erscheinungen sind vor allem durch Kälte ausgelöst und bessern sich durch Wärme.

     

    I/l

    Kurzzeitig brennend-drückender Schmerz in der Urethra um ca. 9h, 1730 und 2230 (2. Tag). — Schmerz unabhängig von Miktion. Brennen in der Urethra um ca. 9h, 5 Minuten lang (5. Tag, D 3). Abends leichtes Brennen in Urethra (40. Tag, D 30).
    Morgens Brennen bei Miktion, tagsüber besser (41. Tag). Am nächsten Tag heftiges Brennen morgens nach der Miktion, hält den ganzen Tag an, vormittags Frostgefühl (bei 25°), Pollakisurie, Schmerzen nach der Miktion, nachmittags kurz besser durch Wärmeflasche und heißes Bad. Bis Mitternacht aber ständig Harndrang und Brennen nach der Miktion. Deswegen Abbruch der AMP am nächsten (43.) Tag, aber morgens und vormittags weiter Miktionsbeschwerden, starke Dysurie, ständiger Harndrang, Frostgefühl, Wärme bessert. Harn-Streifentest ohne Befund! Durst dabei nicht sehr groß, trinkt aber trotzdem viel, weil dadurch Harn nicht so konzentriert und Schmerzen nachlassend. Auch am folgenden Tag vormittags gleiche Beschwerden, die am darauffolgenden Tag (45). abklingen. (Anmerkung: Prüferin neigte bis vor 1/2 Jahren zu Dysurie bei Abkühlung, zum Beispiel durch eine nasse Badehose).

     

    I/2

    Nach dem Mittagessen plötzlich verstärkter Harndrang, reichlich wasserheller Harn, ohne daß vorher etwas getrunken wurde (15. Tag, D12).
    Morgens Brennen beim Urinieren in der Endphase, tagsüber verstärkter Harndrang und brennende Schmerzen, die besonders nach dem Urinieren noch einige Sekunden anhalten, besser durch Wärme (23. Tag, D 12). Am folgenden Tag leichtes Brennen bei verstärktem Harndrang. Einen Tag später tagsüber leichtere Beschwerden, am Abend nach längerem Stehen im Freien (Wind und Kälte!) starker und häufiger Harndrang, ziehende Schmerzen im Unterbauch beidseits (Zudecken und Wärmeflasche bessern), auch die folgenden 3 Tage noch leichte Beschwerden.
    Der verstärkte Harndrang und das leichte Brennen beim Urinieren noch bis Ende der AMP. Die Prüferin, die vor der AMP keine Beschwerden dieser Art hatte, hat noch 1/2 Jahr nach der Prüfung eine leichte Urethritis mit Pollakisurie und Harndrang (ohne volle Blase), wenn sie sich der Kälte aussetzt.

     

    I/7

    Während der ganzen AMP auffallend keine dysurischen Beschwerden bei anamnest. bekannter chronisch rezidivierender Reizblase (seit dem 3. Lebensjahr, Harnbefund immer o. B.), seit der AMP ist die Reizblase auch nicht mehr aufgetreten!

     

    I/8

    Die ersten 2 Tage der AMP vermehrt Harn (bei größeren Stuhlmengen), dann morgens verzögerter Harnstrahl trotz großen Drangs, häufiger Harndrang tagsüber (6mal große Mengen) (3. Tag, D 3), daraufhin Harn wieder unauffällig. Nach Wiederaufnahme der AMP am 2. Tag Nierenlager schmerzhaft mit diffusem Wehtun.

     

    I/10

    In Abständen am Abend (zwischen 17 und 21h) leichter, ziehender Schmerz im Nierenbereich, erst rechts, dann links (1. Tag, D 3). Am folgenden Tag (2.), aber in kürzeren Abständen, diese Beschwerden, am nächsten Tag (3.) länger anhaltend.

     

    II/1

    Nachts Nierenstauung (am 7. Tag), im Laufe des Tages guter Harnabgang (bei anamnest. chronischer Zystopyelitis mit Hämaturie). Wieder Nierenstauung, aber diesmal mit wenig Harnabgang (mit leicht geschwollenen Fingern) und Ausbleiben der Regel, die dann tags drauf eintritt.

     

    II/2

    Während der ganzen AMP auffallend weniger Nykturie bei gleicher Flüssigkeitsmenge (schläft daher auch gut durch).
    Von Mittag bis späten Nachmittag Beschwerden in der rechten Nierengegend, ziehend, Wärme und Einreiben sowie Berberis bessern bis Abend (18. Tag), am nächsten Tag auch im linken Nierenlager ziehende Beschwerden (zur gleichen Zeit wie tags zuvor rechts. Berberis bessert).

     

    Geschlechtsorgane / Sexus

    Bei den weiblichen Prüfern ist die Regel zumeist stärker und verspätet, aber schmerzlos (bis auf eine Prüferin II/8). Seltener ist die Regel schwächer und verkürzt. Bei einer Prüferin kam ein typisches prämenstruelles Syndrom vor (I/6) mit Adynamie, Traurigkeit und Krankheitsgefühl. Eine Prüferin (II/1) hatte bis 1/2 Jahr nach der AMP keine prämenstruellen Brustschmerzen (mit Schwellung) mehr. Bei einer Prüferin (II/5) kam es zu Erscheinungen wie bei einer Mastitis. Bei einem männlichen Prüfer (I/4) kam es zu erotischen Gedanken, bei einem anderen (I/9) zu einem Gefühl wie bei verstärkter Erektion.

     

    I/l

    Beginn der Regel am 1. Tag der AMP. Am 5. Tag nur noch wenig bräunlicher Ausfluß, um 16 Uhr plötzlich einschießender Schmerz im Unterbauch, wie Seitenstechen — nur 1 Minute lang. Am folgenden Tag wieder leichte genitale Blutung, schmerzlos, hellrotes Blut — 2 Tage lang (6., 7. Tag, D 3).
    Nächste Regel wie immer schmerzlos, aber sehr stark, eher dünnflüssiges, helles Blut am 1 Tag, (31. Tag, D 30), dann normal, 5 Tage dauernd.
    Neuerliche vaginale Blutung, eher stark, hellrot, keine Beschwerden, 5 Tage nach der Regel (40. Tag), die folgenden 2 Tage nur noch leicht, dann mit bräunlichem Ausfluß endend. Nächste Regel nach der AMP wieder normal, ohne Nachblutung!

     

    I/2

    Normale Regel, wie sonst eher verfrüht, eine am 26., die andere am 24. Zyklustag.

     

    I/4

    Sexus eher träge (um den 3. Tag der AMP, aber während einer Fastenperiode). Bei normalem Sexus häufig erotische Gedanken (25. Tag, D 12 und 2 Wochen nach AMP nochmals aufflammend), auch öfter erotische Träume (siehe „Schlaf“).

     

    I/6

    Mensesbeginn am 30. Zyklustag, stark, keine Krämpfe (15. Tag, D12, sonst nicht so starke Regel). Bei Beginn der nächsten Menses während der AMP (40. Tag, DP 30), am 25. Zyklustag, Adynamie, große Traurigkeit, Krankheitsgefühl bei unauffälliger Dauer und Stärke. Auch am folgenden Tag lustlos, besser durch Ablenkung.

     

    I/7

    Am 9. Tag der AMP Eintritt der Regel, am 32. Zyklustag (auch sonst verspätet), Regel auffallend schwach (sonst stark und lang!).

     

    I/9

    Kleine wäßrige Papeln am Penis (41. Tag, D 12) — 1 Woche lang. Pralles Gefühl im Penis, ähnlich einer starken Erektion (49. Tag, D30).

     

    II/l

    Regel setzt vier Tage verspätet ein (sonst um den 30. Tag, am 17. Tag der AMP), davor auch Nierenstauung und geschwollene, bamstige Finger. Spärliches und schwarzes Blut, diesmal auffallend vor und während der Regel kein Brustschmerz! Regel dauert nur 5 Tage (sonst 7—8 Tage), schmerzlos.
    Auch Monate nach der AMP keine Brustschmerzen mit Anschwellung mehr!

     

    II/3

    Regel verspätet sich noch mehr als sonst (meist um den 30. Tag) — um 3—4 Tage, an den Tagen vor der Regel öfters Gefühl des Unwohlseins im Unterbauch mit flauem Gefühl auch im Oberbauch. Regel setzt wie sonst ohne Beschwerden ein und ist normal stark und 4—5 Tage lang, wie sonst (19. Tag).

     

    II/5

    Bei stillender Priiferin beginnen die Brustwarzen wehzutun, ohne äußerliche Zeichen einer Entzündung, keine Rhagaden. Schmerzen besonders am Beginn des Saugens des Babys (11. Tag). Weiterhin schmerzende Brustwarzen, auch sonst übermäßig empfindliche Brust. Ein Schlag gegen die rechte Brust tut nachhaltig weh. Das Baby unruhig, unzufrieden, ißt wenig, schläft viel. Am 22. und 23. Tag sehr empfindliche Brustwarzen bei reichlich Milchproduktion. Am nächsten Tag Abbruch der AMP, weil Verdacht auf Mastitis — pflaumengroße Verhärtung, links mehr als rechts, ohne Rötung, keine Temperatur, aber vergrößerte Lymphknoten axillar links. Mit Bryonia am folgenden Tag abklingend.
    Kreuzschmerzen und angeschopptes Gefühl im Becken, wie prämenstruell (5. Tag nach AMP).

     

    II/8

    Stark einsetzende Menses mit Krämpfen, stärker als die letzten Monate (2. Tag nach AMP.)

     

    Rücken und Extremitäten

    Es finden sich viele rheumatoide Schmerzen und besonders stechende und reißende Gelenkschmerzen, besonders in den großen Gelenken, also Schulter-, Hüft-, Knie-, Fuß- und Handgelenken. Auch das Gefühl „wie verrenkt“ beziehungsweise „verstaucht“ wird angegeben. Schmerzen in der Wirbelsäule, besonders Hals-, Lenden- und Kreuzbereich, sind häufig. Die Beschwerden bessern sich zum Teil durch Ruhe, auch durch Bewegung sowie durch Wärme.

     

    I/l

    Nach dem Aufwachen um 630 verspannter Hals mit stark eingeschränkter Beweglichkeit, ca. l/2 Stunde dauernd, dann völlig schmerzfrei (21. Tag, D 12).

     

    I/2

    Mittags plötzlich intensiv ziehende Schmerzen im linken Oberarm, streifenförmig an der Innenseite zur Schulter hin, „als ob sie ein schweres Gewicht heben würde“, dauert nur wenige Minuten (36. Tag, D 30).

     

    I/3

    Um 830  Uhr ziehende Muskelschmerzen links dorsal oberhalb des Beckenkammes, schlechter durch Bewegung, besser durch Wärme, 1 Stunde lang, am Abend ähnliche Schmerzen, nur leichter (2. Tag, D 3).

     

    I/4

    1 Stunde nach der Einnahme Stechen in den Gelenken, besonders Fuß- und Handgelenke (10. Tag). Stechen im rechtem Fuß- und Handgelenk (17. Tag, D 3).
    Stechen in Fußgelenken um ca. 11h, 1 bis 2 Stunden mit gleicher Intensität (19. Tag). Fuß- und Handgelenke, besonders rechts, zeitweise schmerzhaft (26. Tag, D 12).

     

    I/5

    Plötzlich beim Spazierengehen ein in die linke Hüfte einschießender Schmerz, „wie verstaucht“, kann kurz nicht mehr auftreten. Nach Minuten wieder völlig verschwunden (3. Tag, D 30).

     

    II/7

    = I/5. Leichter Schmerz im Sinne einer Verspannung am med. Rand des rechten Schulterblattes — besser auf Druck (Massieren), Wärme (3. Tag, dieser Schmerz ist der Prüferin von früher bekannt). 2 Tage später Schmerz immer intensiver werdend, besser durch Wärmebestrahlung, Massage.
    Schmerz im Kreuz, am Morgen besser, schlechter durch Bewegung, besser durch Ruhe, Liegen, Wärme. Ursache war eventuell Überheben (Prüferin darauf empfindlich! 9. Tag). Ab dem nächsten Tag nehmen die Beschwerden zu, sind am Morgen jeweils fast weg, erst nach 3. Tag (13. Tag) leichte Besserung durch Wärmebehandlung. Neuerliches Auftreten der Lumbago (18. Tag), im Liegen schmerzfrei; Beschwerden auch während der AMP-Pause (20.—25. Tag).

     

    I/6

    Geringe Schmerzen linkes Kniegelenk, unabhängig von Bewegung (10. Tag, D 3). Nervöse Zuckungen linker Daumen, kurz andauernd. (19. Tag, D 12).

     

    I/7

    Vormittags leichte reißende Gelenksbeschwerden, hauptsächlich obere Extremität (4. Tag). Besonders morgens und vormittags Schmerzen im linken Handgelenk, welche sich durch Wärme und Bewegung bessern (6. Tag, D 3). Reißende Schmerzen linke Schulter (8. Tag). Zunehmend sehr unangenehme reißende Beschwerden linkes Handgelenk, linkes Schulter- und linkes Kniegelenk, bessern sich etwas durch Bewegung und Wärme nachts (9.—12. Tag, D 12; anamnest. nicht bekannt!).
    Zusätzlich Schmerzen in beiden Kniegelenken (15. Tag, D 30), dann auch im Bereich der HWS, besonders bei Bewegung. Gelenkbeschwerden bis zum Ende der AMP bestehend.

     

    I/8

    Mit Beginn einer Grippe starke Gliederschmerzen (Handgelenke besonders), die in Kälte unerträglich sind, auf Druck stärker, ebenso bei Bewegung, 1 Woche (auch in AMP-Pause) anhalten (ab 5. Tag, D 3). Nach Neubeginn der AMP wacht Prüfer mit Schmerzen in der rechten Schulter auf — umschrieben, fingerkuppengroß, auf Druck stärker als bei Bewegung (7. Tag, D 3).

     

    I/9

    Rückenschmerzen in Wirbelsäulenmitte, besonders abends (3.-5. Tag, D 3).
    Gefühl wie Verstauchung des Knöchels (20. und 21. Tag). Starke Schmerzen im linken Wadenmuskel, morgens und vormittags besonders (25., 26. Tag, D 12). In der Nacht plötzlich ein äußerst schmerzhafter Krampf im rechten Wadenmuskel, 3 Minuten lang, „als ob der Muskel zerrissen oder gequetscht würde“ mit starkem Schweißausbruch am ganzen Körper. — Am Abend Ziehen in der Schulter und im Nacken — in unregelmäßigen Intervallen kommend (28. Tag, D 12).
    Leichte Schmerzen im linken Knie und in der linken Schulter, in Intervallen von 10 Minuten (31. Tag). Am Abend wieder Ziehen in der linken Schulter, 1/2 Stunde lang in Intervallen — ca. alle 5 Minuten eine halbe Minute lang (35. Tag, D 12).

     

    I/10

    Starkes „rheumatisches“ Ziehen in den Beinen, besonders abends (5.-13. Tag, D 3).

     

    II/1

    Kreuzschmerzen nur nachts (vom 10.—12. Tag, Überbelastung?). Handgelenke und Fingergelenke schmerzen, steife, bamstige Finger (17.—18. Tag, vor der Regel, während Nierenstauung).

     

    II/2

    Ziehende Nackenschmerzen nachts, bis in die Schultern ausstrahlend, „wie von naßkaltem Wetter“ (3. Tag).
    Nachts Oberarmschmerzen von Ansatzpunkt des Deltoids bis in die Schulter stark ziehend (Bryonia bessert, 4. Tag). Wieder Schulterschmerzen links mehr als rechts abends nach dem Zubettgehen (6. Tag, sich noch öfter während AMP wiederholend, anamnest. besteht Neigung zu rheumatoiden Schmerzen der Schulter).

     

    II/3

    Wacht mit schmerzhafter Verspannung am linken Trapezius auf, Bewegung bessert, Ursache eventuell Durchzug (16. Tag, es besteht Neigung zu „Hexenschuß“ im Nacken).

     

    II/5

    Rechte Hüfte schmerzt abends, in Ruhe, „als ob ein Band zu kurz oder in Unordnung wäre“ (14. Tag).
    Knieschmerzen rechts — besonders in Ruhe (15. Tag, anamnest. bekannt).
    Wacht mit dumpfem Schmerz im Kreuzbereich auf, nicht ausstrahlend. Weiters Schmerzen im rechten Knie, bei Herumgehen besser (venöser Stau! — siehe „Venen“, 16. Tag). Hüftgelenkschmerzen rechts, wie verrenkt (20., 21. Tag).
    Nachts Wadenkrampf (23. Tag).
    Morgens zersprengendes Kreuzweh, vergeht mit Bewegung (2., 3. Tag nach Ende der AMP). Rechte Hüfte wie verrenkt, alle Fingergrundgelenke empfindlich (4. Tag nach AMP). Fingergrundgelenke eher schlechter in Ruhe, auch Hand- und Sprunggelenke betroffen, Kreuzschmerzen mit Gefühl der Anschoppung im Becken (5. Tag nach AMP).

     

    II/9

    Am frühen Nachmittag 2 Stunden lang leichter Druck in der LWS-Region (2. Tag, anamnest. bei körperlicher Überbelastung LWS-Beschwerden).
    Schmerz in der linken Schulter und Schwächegefühl in der rechten Hüfte (4., 5. Tag, D 3 anamnest. dem Prüfer auch bekannt). Verstärktes Druckgefühl in Sitzbeingegend beim Sitzen auf harter Unterlage (7. Tag). Nach längerem Sitzen Steifheitsgefühl der LWS (11. Tag, D 12).

     

     

    II/10

    Brennende Schmerzen in der linken Großzehe um ca. 20h, drückende, ziehende Schmerzen am rechten proximalen Radius um ca. 22h (1-Tag).
    Steifigkeitsgefühl besonders im Kreuz und Fersen sowie allen Gelenken, den ganzen Tag lang, kann sich kaum bewegen. Nach Ruhe und morgens stärker (14. Tag, nach 2 Tagen neuerliche Einnahme, vorher 4 Tage Pause). Am folgenden Tag wieder sehr große Steifigkeit, besonders Kreuz und Fersen, kann sich kaum bewegen, deshalb (und wegen großer Müdigkeit) Abbruch der AMP.

    Anmerkung: Das Auftreten von Krämpfen, besonders im Wadenmuskel (I/9, II/5) sowie das Auftreten von Zuckungen am linken Daumen (I/6) lassen vielleicht die Beziehung von Heracleum zu generalisierten Krampfzuständen erkennen, wie sie in der älteren Literatur angegeben sind und im Tierversuch (siehe Einleitung) ausgelöst wurden.

     

    Haut, Haare

    Hervorzuheben sind die seborrhoischen Erscheinungsbilder, die sich bei den Prüfern entweder verschlechterten oder therapeutisch beeinflußt wurden (fette Haut wird trockener und umgekehrt). Bei vielen Prüfern trat Juckreiz auf, entweder lokalisiert oder generell, zum Teil auch mit ekzematischen Hautveränderungen (besonders perianales Ekzem).
    Eine gewisse Gefäßfragilität kann angenommen werden: bei einem Prüfer kam es zu Hämatom ohne Trauma (I/4), eine Prüferin hatte multiple Hämatome bei Varikosis (II/5).

     

    I/3

    Verstärkung des schuppenden Hautausschlages im Gesicht, die Schuppen sind größer und fester haftend als sonst, besonders im Gesicht (ab 3. Tag, D 3).
    Ab dem folgenden Tag Verstärkung auch des Ausschlages auf der Brust mit verstärktem Jucken und etwas mehr geröteten Papeln und leichter Schuppung (in den letzten Jahren nie mehr so stark aufgetreten!).
    Nachlassen des Juckreizes, größere Vulnerabilität bei den bekannten Effloreszenzen, bei weiterhin großen festhaftenden Schuppen (8. Tag). Stetige Zunahme der trockenen Haut und vermehrte Schuppung, Juckreiz aber geringer bis fehlend (11., 12. Tag, bei Reduzierung der Einnahme auf 1—2 x täglich). Dermatitis an der Brust schlechter, rote flache Knötchen, zum Teil juckend, beim Kratzen leicht verletzliche Haut — besonders am Rücken (16. Tag, D 12). Unter der AMP-Pause die 5 folgenden Tage Besserung der seborrhoischen Dermatitis im Gesicht und auf der Brust, aber Auftreten eines perianalen Ekzems, mit Juckreiz abends. Während der unregelmäßigen Einnahme in der Woche darauf leichte Besserung, dann wieder Verschlechterung in der folgenden Woche, Ekzem ist nässend, daher Abbruch der AMP.

     

    I/4

    Auftreten eines Hämatoms am Bizeps links, ohne jede spürbare äußere Einwirkung (12. Tag, D 3), nach vier Tagen abgeklungen. Eitrige Pusteln am Handgelenk, die auch am folgenden Tag bleiben (22. Tag, D 12). Zeitweise Juckreiz am ganzen Körper, besonders am Abend, verschlechtert bei Mosttrinken (23. Tag, D 12). Jucken am Vormittag (25. Tag, D 12), „Jucken wie in einem Brennesselhaufen“, 3 Stunden lang am Vormittag (30. Tag, D 12).

     

    I/5

    Nach der AMP sehr unreine Haut an den seborrhoischen Prädilektionsstellen, wie Nase, perioral, über dem Sternum und zwischen den Schulterblättern — erst nach zwei Monaten wieder besser.

     

    I/6

    Kurzzeitig Juckreiz am distalen Unterschenkel (2. Tag).
    Am rechten Oberarm an der Innenseite eine etwa 2 cm im Durchmesser große Macula, polyzyklisch, rauh, nicht schuppend, verschwindet in 3 Tagen (6. Tag, D 3). Morgens auf der linken Kinnhälfte 2—3 mm große weißliche Plaques (11. Tag, D 3). Furunkel am linken Nasenorificium, mit Rötung und Schwellung, berührungsempfindlich (12. Tag). „Hörn an der Stirn“: Vi cm im Durchmesser große Plaques, Komedonen an Oberlid, Wange und Stirn. Erythemartiges Exanthem linke Wange (20., 21. Tag, in AMP-Pause nach 6 Tagen D 12). Kleine 1—2 mm große Papel am linken Unterarm, stark juckend, am nächsten Tag verschwunden (20. Tag).
    Exanthem rechter Mundwinkel, tags darauf Rhagade am linken Mundwinkel (28. Tag, D 12). Juckende Plaques, 3 mm groß, linke Kinnhälfte abends, einige Stunden lang (33. Tag, D 30). Flüchtiges Erythem am linken Unterarm für einige Stunden (32. Tag, D 30). Am linken Fußrücken ca. 1 cm große Erhabenheit, weich, wie Lipom imponierend, verschwindet nach 2 Tagen (35. Tag). Anmerkung: Prüferin hatte nie Probleme mit Haut!

     

    I/8

    Juckreiz über Sakralbereich, Unterschenkel und Schultern; abends (nach der 2. Einnahme) am Haaransatz und Nacken, fressend, durch Kratzen kaum besser (am 1. Tag des Neubeginns der AMP). Außerdem während der AMP Verstärkung der seborrhoischen Dermatitis im Kopfbereich.

     

    I/9

    Haare werden auffallend nicht fett, sind trocken (ab 9. Tag, während der ganzen AMP).
    Kleine juckende Papeln am Unterschenkel und Unterarm (34. Tag, D 12).
    Kleine wäßrige Papeln am Penis (41. Tag, 1 Woche lang).
    Am Abend Jucken an Armen und Beinen, durch Kaffeegenuß stärker (48., 49. Tag, D 30).

     

    I/10

    Seit der AMP anhaltend deutliche Zunahme der vorher kaum bemerkten Schuppen an der Kopfhaut (bis heute, 2 Jahre später!).

     

    II/2

    Juckreiz und hirsekorngroße weißliche Papeln in allen Zwischenfingerräumen, besonders zwischen 2. und 3., und4. und 5. Finger, rechts mehr als links, Kratzen verschlechtert (7. Tag). Die folgenden Tage ebenso, am Kinn Jucken und Rauhigkeit durch kleine Papeln, möchte kratzen, was verschlechtert (der Prüferin unbekannt!).
    Haare auffallend weniger trocken als sonst, weniger spröde, fein und leichter frisierbar (während der ganzen AMP).

     

    II/3

    Aufflammen der Akne an den seborrhoischen Prädilektionsstellen im Gesicht und über dem Sternum. Haut mehr fett, aber weniger trockene Schuppen als sonst an der Kopfhaut (während der ganzen AMP).

     

    II/4

    Jucken der Kopfhaut (7. Tag), Schuppen und Jucken über dem linken Ohr, krustig (8., 9. Tag); fette, pickelige Haut und fette Haare (ab 15. Tag).

     

    II/5

    Diverse blaue Flecken an den Beinen (bei Varikosis rechts mehr als links), besonders an den Oberschenkeln (ab dem 12. Tag).

     

    Venen, Ödeme

    Bei 2 Prüferinnen (II/5, II/8) verstärkte sich die vorher bestehende Varikositas, eine Prüferin hatte Ödeme im Zuge einer Nierenstauung (II/1).

     

    II/1

    Vor der verspäteten Regel bamstige Finger bei wenig Harnabgang (13.-16. Tag).

     

    II/5

    Venen stärker sieht- und spürbar als sonst (bei anamnest. Varikosis rechts mehr als links, 7. Tag). Schwere in den Beinen, bei allerdings sehr heißem, schwülem Wetter, Schmerzen im rechten Unterschenkel außen (8. Tag).
    Morgens im Gesicht verschwollen (9. Tag), Venenschmerzen weiterhin (ab 10. Tag). Diverse blaue Flecke an den Beinen, besonders Oberschenkelbereich (ab 12. Tag). Schmerzen im rechten Knie, bei Herumgehen im Laufe des Vormittags besser (16. Tag). Schmerzen auch im linken Unterschenkel (ab 21. Tag), schmerzhafte Stelle handbreit ober dem Innenknöchel links (23. Tag).
    Nach der AMP-Pause Rückgang der Beschwerden, Venen erscheinen besser tonisiert, allerdings wird das Wetter auch kühler.

     

    II/8

    Am linken Unterschenkel Venenschmerzen (3., 7. Tag), auch später wieder, mit ödematöser Stauung und allgemeinem Gefühl des Gestautsein (20. Tag).

     

    Wärmeregulation und Schweiße

    Auffallend ist die Kälteempfindlichkeit bei vielen Prüfern, bei der 2. Prüfung wird auch die große, schwüle Hitze schlecht ertragen. Weiters treten häufig Schweißausbrüche nachts auf, auch tagsüber, es sind oft übelriechende Schweiße.

     

    I/1

    Starker Frost am Vormittag, trotz 25 ° Raumtemperatur (sonnig gelegen), bei Beginn einer Zystitis (47., 48. Tag, D 30).

     

    I/4

    Kalte Füße und Hände (3., 4. Tag, D 30).
    Am Nachmittag subjektiv starker Körpergeruch (11. Tag, D 3), unangenehmer Körpergeruch (21. Tag, D 12).

     

    I/6

    Starkes Hitzegefühl einerseits, Frieren trotz warmen Zimmers andererseits (15. Tag, D 12).

     

    I/8

    Starkes Schwitzen die ganze Nacht hindurch, heiß, kontinuierlich, Bettwäsche dadurch feucht (3., 4. Tag, nach Neubeginn der AMP).

     

    I/9

    Schwitzen beim Einschlafen, nachts (5., 6. Tag) beziehungsweise am Abend Schwitzen am Kopf (15.—17 Tag). Während eines Wadenkrampfes in der Nacht starker Schweißausbruch am ganzen Körper (28. Tag, D 12).

     

    II/1

    Am Abend Frösteln und Verlangen, warm zu duschen, bei sehr heißem Wetter! (7. Tag.)

     

    II/2

    Öfters Rückenschweiß nachts (ab 5. Tag öfter auftretend).

     

    II/3

    Schlechte Hitzeverträglichkeit, schwitzt sehr viel, oft Bedürfnis zu duschen (4., 5. Tag).

     

    II/8

    Schweißausbrüche und leichte Übelkeit bei Kopfschmerzen, die die ganze Nacht anhalten, sich bis zur Migräne steigern (19. Tag).

     

    II/9

    Verstärkte Kälteempfindlichkeit (9., 16. Tag).

     

     

    Ergänzende Rubriken

    Seitenbeziehung

     

     

     

     

     

     

    rechts

     

    links

     

     

     

     

     

    Kopf

     

     

     

     

     

    II/3

    Stirnkopfschmerzen mehr rechts

    I/3

    Kopfdruck, mehr linke Schläfe als rechte

     

     

     

    I/5

    ulsierender Schmerz in der linken Stirnhöhle (sonst immer rechts!)

     

     

     

    II/5

    Stirn- und Schläfenschmerzen, mehr links

    Gesicht

     

     

     

     

     

     

     

    I/6

    alle Hauterscheinungen mehr links

    Augen

     

     

     

     

     

    I/2

    Konjunktivitis rechts

     

     

     

    I/6

    ziliare Injektion rechts

     

     

     

    I/10

    Gerstenkorn rechts

     

     

     

    II/6

    zweimal „Gerstenkorn" rechts

    II/6

    Einmal „Gerstenkorn" links

    Ohren

     

     

     

     

     

    I/6

    heftige Ohrschmerzen, meist rechts,

     

    zweimal auch links

     

     

     

    I/8

    pochender Schmerz links

     

     

     

    I/10

    ziehender/brennender Schmerz im linken Ohr

     

     

     

    II/2

    Ohrensausen eher links

     

     

     

    II/4

    Schuppen und Jucken über dem linken Ohr

    Nase und Nebenhöhlen

     

     

     

     

     

     

     

    I/5

    Sinusitis links (sonst rechts!)

     

     

     

    II/7

    verstopfte Nase links

     

    I/6

    rechte Nase verstopft rechte rinnt.

    I/6

    dann linke Nase verstopft, Nasenfurunkel links

     

    I/8

    Zähe Verschleimung Nase, Tube links

     

     

     

    II/6

    Immer wieder Wundsein am Naseneingang, einmal rechts,

     

    dann links

     

     

     

     

     

    Seitenbeziehung

     

     

     

     

     

     

    rechts

     

    links

    Hals und Atemwege

     

     

     

     

     

    II/7

    Stechender Schmerz in der rechten Tonsille

     

     

    Mund

     

     

     

     

     

    I/6

    Ekzem am rechten Mundwinkel,

     

    dann Rhagade am linken Mundwinkel

    Niere/Blase

     

     

     

     

     

    I/10

    Ziehender Schmerz im Nierenlager, erst rechts,

     

    dann links

     

    II/2

    Ziehen im rechten Nierenlager,

     

    am folgenden Tag im linken Nierenlager

    Brust

     

     

     

     

     

     

     

    II/5

    Verdacht auf Mastitis, links mehr als rechts

    Rücken u. Extremitäten

     

     

     

     

     

     

     

    I/2

    ziehende Schmerzen im linken Oberarm

     

     

     

    I/3

    ziehende Schmerzen, links, dorsal, oberhalb Beckenkamm

     

    I/4

    Stechen in Fuß- u. Handgelenk besonders rechts

     

     

     

    II/7

    Schmerzhafte Verspannung im rechten Schulterblatt

    I/5

    linke Hüfte wie verstaucht

     

     

     

    I/6

    Schmerzen im linken Kniegelenk, nervöse Zuckungen im linken Daumen

     

     

     

    I/7

    Schmerzen in gr. Gelenken links

     

    I/8

    Schmerz in der rechten Schulter (umschrieben)

     

     

     

    I/9

    Schmerzhafter Krampf im rechten Wadenmuskel

     

    starke Schmerzen in der linken Wadenmuskel, Schmerzen in der linken Schulter, linker Oberschenkel

     

     

     

    II/2

    Schulterschmerzen mehr links als rechts

     

     

     

    II/3

    schmerzhafte Verspannung im linken Trapezius

     

    II/5

    Rechte Hüfte schmerzt „wie zu kurzes Band" Knieschmerzen rechts, Hüfte „wie verrenkt"

     

     

     

    II/9

    Schwächegefühl in der rechten Hüfte

     

    Schmerzen in der linken Schulter und in linker Großzehe

     

    II/10

    Schmerzen rechts proximal Radius

     

     

    Haut

     

     

     

     

     

     

     

    I/4

    Hämatom am Bizeps links (ohne Trauma)

     

    I/6

    Exanthemartige Hauterscheinungen am rechten Oberarm

     

    linke Gesichtshälfte, linken Unterarm, wie ein Lipom am linken Fußrücken

     

    II/2

    Jucken und Exanthem in Zwischenfingerräumen, rechts mehr als links

     

     

     

     

     

    II/4

    Jucken und Schuppen - linkes Ohr

     

    Alternierende Symptome, Wechselbeziehungen

    I/6

    Exanthemartige Erscheinungen in linker Gesichtshälfte, aber Konjunktivitis rechts.

     

    II/6

    „Gerstenkörner“, abwechselnd rechts, dann links und wieder rechts auftretend. Augen rechts (Entzündungserscheinungen), Ohren mehr links schmerzend, dabei Nase und Nasennebenhöhlen auch eher links von Katarrh betroffen.

     

    I/6

    Linke Nase verstopft, rechte rinnt.

     

    II/6

    Wundsein einmal rechtes, dann linkes Nasenloch, abwechselnd.

     

    I/10

    Ziehende Schmerzen im Nierenbereich abwechselnd rechts und links.

     

    II/2

    An einem Tag ziehende Schmerzen im rechten Nierenlager, nächsten Tag im linken.

     

    I/9

    Schmerzen im linken Wadenmuskel, dann Wadenkrampf rechts.

     

    II/9

    Schwäche in der rechten Hüfte, Schmerzen in der linken Schuter.

     

    II/10

    Schmerzen rechts proximal Radius sowie an der linken Großzehe.

     

    I/6

    Juckende Exantheme am rechten Oberarm, linker Unterarm.

    Besonders häufig alternieren die Geist- und Gemütssymptome! z.B.: siehe I/9, II/9.

     

    Zeit
    Verschlechterung am:

    Müdigkeit und Gemüt

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

    I/l

    I/l

     

     

     

    I/3→

    I/3 (zunehmend)

     

    I/6

    I/6

    I/6

    I/6 (nach Mittern.)

    I/7

    I/7

    I/7

    I/7 Ein- und Durchschläfst.

     

    I/8

    (ab 16h) u. nach Abendessen

     

    I/9

    I/9

    I/9 (- immer alternierd.), mit Einschläfst.

     

     

     

     

    I/10

    II/1

     

    II/l(18-19h,20h)
    II/3 (18-19h)
    II/4(20-21h)

    II/1 Einschläfst.

     

    II/5 (nach Essen)

    II/5 (20-21h)

    II/5 Einschläfst.

    II/6 → Mittag!

    II/6

    (nach Essen)

     

    II/8

    II/8

     

    II/8 Ein- u. Durch-schläfst., Migräne

    II/9 (Angst!) - →

    II/9

    II/9

     

     

    II/10 (nach Essen), 16-17h

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Kopf

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

     

     

     

    I/2 (nach Mittern.)

     

    I/3 (bis 16h↑, ab 22h weg.)

     

     

    I/4 (Schwindel)

     

     

     

    I/5 (9h) → ↑

    I/5 und auch am Abend.

     

     

     

    I/6

     

     

     

    I/7 →

    I/7

     

    II/2

     

     

     

     

    II/3 (nach Essen)

     

    II/3

    II/5 bes. (wie auch am ganzen Tag)

     

     

     

     

    II/8

     

    II/8 (bis in der Füh)

    II/9 (auch Schwindel)

    II/9

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Augen

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

    I/2,I/6; II/6

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Ohren

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

     

    I/6

    I/10

     

     

     

     

     

    Nase u. NNH

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

    I/5, = II/7,I/6,
    I/8, II/9

    I/5, II/5

    I/6

    I/8

     

    Zeit
    Verschlechterung am:

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

     

     

     

     

    Hals, Atemwege

     

     

     

    I/4,I/6, II/2,
    II/4 II/8

    II/5

    I/8

     

     

     

     

     

    Herz. u. Kreislauf

     

     

     

    II/9 (über ganzen Tag)

     

     

    I/9

     

     

     

     

    Mund

     

     

     

     

    I/2 (ab 17h)

    bis Einschlafen

     

    II/8

     

    II/2 (nach Mittern.)

     

     

     

     

    Appetit, Durst

     

     

     

    I/6 (Inapp.)

    II/8 (Süß-Verlg.)

    I/6 (Durst!), II/3

    II/2 (Durst!)

     

     

    II/5 (Hunger!)

     

     

     

     

     

    Oberbauch

     

     

     

    I/l, II/l

    I/l, I/2 (ab 16h), I/4

    I/8 (nch Essen), II/3

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Vormittag

    Nachmittag

    Abend

    Nacht

     

     

     

     

    Darm

     

     

     

    I/6

    I/l (ab 16h)

    I/8

     

     

     

     

     

    Niere, Blase

     

     

     

    I/l (9h), I/2

    I/l (1730), I/2 nach Essen), II/2

    I/l (2230), I/2

    II/l

     

     

     

     

    Rücken, Extremitäten

     

     

     

    I/l, I/3,I/4
    I/7,I/9,II/10

    I/2

    I/3,I/9,I/10, II/5

    I/9, II/l

     

     

     

     

    Haut

     

     

     

    I/4

     

    I/4,I/6,I/8,I/9

     

     

     

     

     

    Schweiße

     

     

     

     

     

     

    I/8,I/9,II/2, II/8

     

     

     

     

    Kälte, Frost

     

     

     

    I/l

     

    II/l

     

     

    Beziehung zu Vollmond
    II/6 Tiefer Schlaf zur Zeit des Vollmondes, in der sonst Schlaf gestört ist.
    II/3 Schläft bei Vollmond schlecht ein und erwacht nachts öfters.

     

    Menses
    Beschwerden vor und während Regel: I/6, II/l, II/3

    nachher (Nachblutg.): I/l

     

    Ruhe u. Bewegung

     

     

     

     

    Ruhe

     

    Bewegung

    bessert::

    verschlechtert::

    bessert:

    verschlechtert:

    Kopf:

     

     

     

    I/5, = II/7

     

     

    I/5,I/6

     

     

     

     

    Rücken u.Extr.

     

     

     

    II/7, = I/5

    II/10

    I/7,II/3,II/5,II/10

    I/5, = II/7, I/8

     

     

    Beweglichkeit:
    ist eher eingeschränkt, wegen z.T. bleiern schwerer Extremitäten. Verspannung mit eingeschränkter Beweglichkeit: I/l (Hals), II/3 (Trapezius)
    Nach längerem Sitzen Steifheitsgefühl der LWS: II/9
    Steifigkeitsgefühl in Kreuz u. Fersen und allen Gelenken, kann sich kaum bewegen: II/10.

     

    Wärme u. Kälte

     

     

     

     

    Wärme

     

    Kälte

    bessert::

    verschlechtert::

    bessert:

    verschlechtert:

     

     

     

     

    bei Nase, NHH: I/5,

    allg.: II/3

     

    Augen: I/2

    Sinusitis: II/7

    Venen: II/5, II/8

     

    Blase: I/l, I/2

    Tonsille: II/7

     

     

    Extr., Rü: I/8

    Blase, Niere: I/l, I/2, II/2

     

     

    Rü, Extr.: I/3,II/7, = I/5,I/7

       




    Druck
    bessert: Niere: I/2, Rü, Extr.: I/5, = II/7
    verschlechtert: Oberbauch: II/9 (als beengende Kleidung). Rü, Extr.: I/8

     

    Berührung
    verschlechtert: Haut (I/6)
    Kratzen verschl.: II/2,I/3 bzw. bessert kaum: I/8

     

    Luft

     

     

     

    frische Luft bessert:

    Kopfschm. (I/5, II/8)

    verschl.:

    Hustenreiz (II/2)

    Kälte u.Wind verschl.:

    Augen (I/2)

    Kälte u. Nässe verschl.:

    allg. (I/8,I/3), Blase (12), Extr. (II/2)

     

    Blutungen
    Auftreten eines Hämatoms ohne Trauma am Bizeps: I/4
    stark blutig tingiertes Sekret aus Nase: I/5
    Blutspuren auf Toilettenpaper: I/4
    multiple Hämatome bei Varikosis: II/5

     

    Nahrung
    Verlangen nach Süß: I/9, II/4, II/8, II/9
    Süß verschlimmert: Kopfschmerz (II/8)
    Verlangen nach Kaffee: I/9; Kaffee verschl. Magenschmerzen: I/l, Hautjucken: I/9
    nach kaltem Wasser: II/8
    bes. nach Käse, Brot: II/5
    Verlangen nach Fleisch geringer: II/1
    Abneigung gegen alle Speisen: II/1, II/3
    gegen Zigaretten: II/3,I/9

     

    Schmerzqualitäten:

     

     

     

     

    dumpf:

    Kopf (I/2,I/7, II/5, II/8)

     

    Rü, Extr. (II/5)

    drückend:

    Kopf (I/2,I/3,I/6,I/8,II/2, II/3, II/9) „als ob Gürtel um Kopf geschnallt“
    (I/2)

     

    Augen (II/6)

     

    Magen (I/l, I/2,I/9, II/1, II/3, II/8, II/9)

     

    Rü, Extr. (II/9,II/10)

    pulsierend:

    Kopf, bei Sinusitis (I/5)

    pochend:

    Ohr (I/8)

    krampfartig:

    Magen (I/6)

    Menses (II/8)

    Rü, Extr. (I/4,I/9, II/5)

    zersprengend:

    Kopf (I/8)

     

    Rü, Extr. (II/5)

    schneidend:

    Bauch (I/2)

    stechend:

    Kopf(II/3)

    Herz(II/9)

     

    Augen (II/6)

    Milz, Galle (I/8)

     

    Ohr (I/6, II/5)

    Unterbauch (I/1)

     

    Hals (II/5)

    Rü, Extr. (I/4)

    wie verstaucht,
    verrenkt:

    Rü, Extr. (I/5,I/9, II/5)

    ziehend:

    Ohr (I/10)

     

    Niere (I/10, II/2)

     

    Rücken, Extr. (I/3,I/9,I/10, II/2,II/10)

    reißend:

    Rü, Extr. (I/7) „als ob ein Band zu kurz oder in Unordnung wäre“: Extr. (II/5)

    brennend:

    Hals (II/5)

    Urethra (I/l)

     

    Mund-SH (II/10)

    Extr. (II/10)

     

    Magen (I/2, II/3)

    Haut (Juckreiz) - (I/4,I/8)


    Beziehung zu Licht

    Bei einer Prüferin, deren Protokoll leider nicht verwendet werden konnte, trat nach Abbruch der AMP (3 Wo. D3, 2 Wo. D12) eine vorher nicht bekannte Sonnenallergie auf. Wenige Wochen nach Abbruch kam es nach dem Schifahren (mit extremer Sonnenbestrahlung) zu Erythem mit roten Papeln im Gesicht (sonnenexponiert) sowie zu Fieberbläschchen, einige Tage anhaltend, aber wenig Juckreiz. Im Sommer nach der AMP bei Griechenlandaufenthalt trat eine Sonnenallergie am ganzen Körper auf: Bläschen mit wäßrigem Inhalt, langsam sich rückbildend.

     

    Modalitäten

    Besserung:

    im Liegen (bes. bei Kopfschmerz, Gliederschmerzen), durch Ruhe
    durch Tätigkeit, Ablenkung (bes. bei Müdigkeit)
    durch Wärme (lokal und allgemein) u. frische Luft bei bedecktem Kopf (bes. Kopf)
    durch Druck, Massieren (außer Oberbauch!)

    Verschlechterung:

    durch Kälte und Nässe, Wind
    durch Berührung (Haut!)
    durch Bewegung (bes. Kopf, Glieder), z. T. aber auch Besserung dadurch.

     

    Zusammenschau

    Wie aus dem Prüfungsbild hervorgeht, konnte mit der zweifachen Klagenfurter Prüfung von Heracleum eine an Merkmalen reiche Arznei neu entdeckt werden. Daß es eine „moderne“ Arznei ist, also dem Menschen von heute entspricht, wird dadurch belegt, daß sie bei den meisten Prüfern eindriickliche und gut verwertbare Symptome hervorrief.
    So ungehemmt, wie sich der Bärenklau auf unseren Wiesen ausbreitet und so deutlich, wie der frische Pflanzensaft auf unserer Haut Spuren hinterläßt, so haben wir auch bei Heracleum einen Menschen vor uns, der sich sehr deutlich zur Schau stellt, ob in Euphorie, vermehrter Aktivität und guter Leistungsfähigkeit, oder in depressiver Verstimmung mit Apathie, Gereiztheit und Lustlosigkeit, wobei diese beiden Extreme abwechselnd auftreten können. So wechselhaft die Stimmung sein kann (wenn, wie oft, nur Stunden zwischen Hoch und Tief sind), so veränderlich kann die körperliche Symptomatik (mit den Tagesschwankungen und der wechselnden Seitenbeziehung) sein.


    In der gereizten Depression reagiert ein Mensch, der Heracleum brauchen könnte, zumeist mit Rückzug, entweder ins Bett (Liegen bessert) oder von der Kommunikation („selbst kurze Antworten fallen schwer), aber auch mit vermehrter Aktivität, zu der er sich zwingen muß (Betätigung, Ablenkung bessert) oder mit Suchtverhalten (Verlangen nach Süß, Kaffee, Nikotin, viel Essen und Trinken, Abwechslung). Das gereizte Wesen dieser Arznei kann sich bis zur Aggressivität steigern, wobei eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber der am eigenen Leib verspürten Aggression besteht („fühlt sich dauernd angegriffen“). Schließlich wird aber die Aggression doch gegen das eigene Selbst, das früher vielleicht allzusehr überhöht wurde, gewendet: Es kommt zur tiefen Melancholie mit zwangsweisem Weinen (was aber löst!) und zu Ängsten, wie z.B. der Unsicherheit und Angst unter Fremden, wie der Angst, sich dem Schlaf zu überlassen, die sich in Ein- und Durchschlafstörungen wie Alpträumen äußert.


    Somit drückt sich schon in der psychischen Befindlichkeit aus, welcher Diathese Heracleum zugeordnet werden kann. Es besteht wohl kein Zweifel darüber, daß wir es mit einer sykotischen Arznei zu tun haben.


    Das unruhige, gereizte und hektische Wesen von Heracleum äußert sich auch in den körperlichen Symptomen, in den vielen Reizzuständen der Organe, im „lithämischen“ (driickend-stechenden, bis zersprengenden) Kopfschmerz in Katarrhen der Atemwege (mit zuerst wundmachend-serösem, später eitrigzähen Sekreten), driickend-stechenden bis brennenden Oberbauchbeschwerden (Magen, Leber, Milz), Diarrhö mit z. T. schmerzhafter Flatulenz, rezidivierenden Reizzuständen an Urethra, Blase und Nieren (bes. durch Nässe und Kälte ausgelöst) und vielen rheumatoiden Gelenks- und Muskelschmerzen (ziehend, stechend, reißend, krampfartig, wie verrenkt oder verstaucht). Es werden eher blasse Menschen sein mit einer ungesunden Hautfarbe, einer trocken schuppenden oder fetten Haut mit vielen Unreinheiten, bes. an den seborrhoischen Prädilektionsstellen. Wie die Neigung, zu Suchtmitteln zu greifen auffällt, so fällt auch die „Süchtigkeit“ der Haut auf. Alle Arten von Ausschlägen können auftreten, trockene und nässende Ekzeme (bes. perianal), Seborrhö und Akne (Gesicht, Rücken und Brust). Bei einer Prüferin trat auch die erwartete Lichtsensibilität der Arznei auf, in Form eines allergischen Exanthems nach intensiver Sonnenbestrahlung. Verbunden mit diesen Hauterscheinungen ist fast immer ein starker, „fressender“ Juckreiz, der auch ohne sichtbare Hautveränderung auftreten kann.


    Die körperlichen Symptome wechseln genauso häufig Ort, Zeit des Auftretens oder Schmerzqualität (wobei auch alternierende Symptome auftreten), wie wir es bei den psychischen Befindlichkeiten gefunden haben. Somit liegt in allen Facetten eine lithämische Arznei vor uns, deren Anwendung in der homöopathischen Praxis die Daten für ein Arzneimittelbild liefern wird.


    Als Verfasserin dieser Zeilen würde ich mich freuen, wenn es mir gelungen sein sollte, Sie zur Anwendung von Heracleum anzuregen, gleichzeitig bitte ich, mir Erfahrungsberichte zukommen zu lassen, um sie zu sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt zu dokumentieren.

     

    Literatur

    • Allen: Encyclopedia of Pure Materia Medica, Vol. IV. Jain B. Publishers, New Delhi.
    • Boericke: Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen. Verlag Grundlagen und Praxis, Leer.
    • Documenta Homoeopathica, Band 6/85 und Band 8/87.
    • Hoppe, H.: Drogenkunde, Band 1. Walter de Gruyter, Berlin 1975.
    • Hygea: Zeitschrift für specifische Heilkunst, Band X. Carlsruhe 1839.
    • Leeser, O.: Lehrbuch der Homöopathie, Band 4: Pflanzliche Arzneistoffe II. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1987.
    • Madaus, G.: Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band II. Olms Verlag, Hildesheim 1976.

     

    (Anschrift der Verfasserin: Dr. med. Rosemarie Tscherteu, August-Jaksch-Str. 12, A-9020 Klagenfurt)