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    Natrium phosphoricum

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    REMEDY ABBREV.

    Nat-p.

    MASTER PROVER

    Dr. R.Flick, OEGHM, Austria

    YEAR

    1999

    PROVING METHOD

    single blind, placebo controlled trial

    PLACEBO?

    yes, one of 11 provers received placebo

    BLINDING?

    remedy unknown to the 11 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Mag. Robert Münz, Remedia pharmacy, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Natrium phosphoricum

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Natrium phosphoricum

     

    Proving document currently only available in German

     

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.20

     

     

    Natrium phosphoricum

    Arzneimittelselbsterfahrung

     

    An der Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE) nahmen zwischen September und November 1999 insgesamt elf Probanden, zehn weibliche und ein männlicher teil. Sie wurde im Rahmen der Homöopathie-Ausbildung der ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin) mit Teilnehmern des Ausbildungslehrganges veranstaltet.

    Geprüft wurde die C30-Potenz, hergestellt nach der Mehrglasmethode. Der Einnahmemodus war folgender: dreimal täglich je fünf Globuli bis zum Auftreten von deutlichen Symptomen, höchstens aber zwölf Gaben. Bei einer Probandin wurde die Anzahl der Einnahmen auf vierzehn erhöht. Es traten keine unerwünschten länger anhaltenden Symptome auf. Die meisten verschwanden innerhalb weniger Tage wieder.

     

    Die Probanden kannten die Arznei nicht und wußten nicht Bescheid, ob sie Verum oder Placebo erhalten hatten. Es waren vom Hersteller zwanzig Arzneien mit fortlaufenden Nummern zur Verfügung gestellt worden (achtzehn Verum und zwei Placebo), aus denen die Probanden eine Phiole auswählten. Der Schlüssel war verschlossen und wurde erst am Ende der Ausarbeitung geöffnet. Zehn Probanden hatten Verum gezogen, einer Placebo (der einzige männliche Proband).

     

    Von den elf Protokollen wurden zehn in die Studie aufgenommen. Drei Probandinnen entwickelten nur wenige Symptome, sieben Probandinnen protokollierten deutliche Reaktionen.

     

    Drei Probandinnen nahmen auch während der Zeit der Arzneimittelselbsterfahrung orale Kontrazeptiva ein. Diese stellen eine Kontraindikation für die Teilnahme an einer homöopathischen Arzneimittelprüfung dar. Da jedoch bei der Arzneimittelselbsterfahrung im Rahmen der homöopathischen Ausbildung von den Kolleginnen nicht verlangt werden konnte, die Einnahme auszusetzen, wurden sie trotzdem in die Arzneimittelselbsterfahrung aufgenommen. Dies sollte auch als Versuch dienen, inwieweit unter dem Einfluß der Pille die Reaktion auf homöopathische Arzneien möglich ist, und inwieweit die auftretenden Symptome verwertbar sind. In die Auswertung wurden natürlich nur Symptome aufgenommen, die in keinem Zusammenhang mit dem weiblichen Hormonhaushalt stehen. Durch den Vergleich mit den Symptomen der alten Prüfung aus dem letzten Jahrhundert konnten wir feststellen, daß auch diese drei Probandinnen hochwertige charakteristische Symptome der Arznei entwickelten.

     

    In Anbetracht der Häufigkeit der Einnahme von oralen Kontrazeptiva sollte von homöopathischer Seite her überdacht werden, ob diese Frauen weiterhin berechtigterweise von Arzneimittelselbsterfahrungen ausgeschlossen werden sollten.

     

    Zur Problematik der Infekte während der AMSE in der kalten Jahreszeit:

    Während der AMSE erkrankten einige Probandinnen entweder kurz vor der Einnahme, unmittelbar nach der ersten Mitteleinnahme oder im Verlauf der Nachbeobachtungszeit an grippalen Infekten. Diese Infekte stellten ein Problem bei der Beurteilung der Symptome dar. Begannen die Infekte bereits vor der ersten Einnahme, wurde zweimal die Einnahme abgebrochen und erst nach dem Abklingen des Infekts erneut begonnen. Begannen die Infektsymptome erst nach der ersten Einnahme, war es äußerst schwierig zu unterscheiden, ob der Infekt durch die Einnahme ausgelöst worden war oder es sich um ein rein zufälliges Zusammentreffen der Ereignisse handelte. Da auch im Rahmen der durchgemachten Infekte keine charakteristischen neuen Symptome auftauchten, wurden die Symptome der Infekte nicht in die Symptomenliste aufgenommen.

     

    Auf Grund der in dieser Arzneimittelselbsterfahrung gemachten Erfahrungen kommen die Autoren zu dem Schluß, daß die Wahl des richtigen jahreszeitlichen Zeitpunktes für die Durchführung einer Arzneimittelselbsterfahrung von großer Bedeutung für die Verläßlichkeit der aufgetretenen Symptome erscheint, und wir in Zukunft der wärmeren Jahreszeit den Vorzug geben werden.

     

    Die Ausgangssubstanz

    Die Arznei wurde nach Paragraph 7 HAB von Mag. Robert Müntz, Firma Remedia, Eisenstadt hergestellt und kostenlos zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle sei dem Hersteller herzlichst dafür gedankt. Die Originalarznei ist zu beziehen über die Salvator Apotheke, Hauptstraße 2, A–7000 Eisenstadt, Tel. +43-2682-62654.

     

    Die Probanden

    Probandin 1, Ärztin, insgesamt 8–11 Einnahmen (zweimal am ersten Tag, wegen Wiederaufflackern eines vor der Einnahme bestandenen Infekts, dann 6 Tage Pause, ab dem 7. Tag weitere 6–9 Gaben. Da das Protokollheft auf dem Postweg verlorengegangen war, mußten die Symptome den Aufzeichnungen des Betreuers entnommen werden.)
    Probandin 2, 40 Jahre, Ärztin, insgesamt 11 Einnahmen
    Probandin 5, 40 Jahre, Ärztin, insgesamt 9 Einnahmen
    Probandin 6, 36 Jahre, Ärztin, insgesamt 14 Einnahmen
    Probandin 7, 29 Jahre, Ärztin, insgesamt 3 Einnahmen
    Probandin 10, 36 Jahre, Ärztin, insgesamt 9 Einnahmen (anfangs 4 Gaben an 2 Tagen, Unterbrechung wegen eines hochkommenden Infekts, am 8. Tag neuerlicher Beginn der Einnahme)
    Probandin 12, 35 Jahre, Ärztin, insgesamt 12 Einnahmen
    Proband 14, 38 Jahre, Arzt, erhielt Placebo
    Probandin 16, 38 Jahre, Ärztin, insgesamt 12 Einnahmen
    Probandin 19, 29 Jahre, Ärztin, insgesamt 3 Einnahmen
    Probandin 20, 34 Jahre, Ärztin, insgesamt 12 Einnahmen

     

    Ausgangspunkt der Prüfung

    Natrium phosphoricum wurde 1877 unter der Leitung von Farrington mit 13 Probanden geprüft, und die Ergebnisse in „Hahnemannian Monthly 12, 172“ publiziert. Die weitaus meisten Symptome traten dabei bei Proband Nr. 13 auf, der die Arznei über einen Zeitraum von 141 Tagen, teilweise in kurzen Abständen hintereinander, in unterschiedlichen Potenzen von der Urtinktur über C6, C9, C200 bis zur 1M und 30M einnahm. Es ist nicht klar zu erkennen, ob es sich bei den M-Potenzen um Korsakoff- oder Fluxionspotenzen handelte. Auch die meisten Symptome der Farrington-Prüfung, die in unserer AMSE wieder auftauchten, beziehen sich auf Proband 13. In T. F. Allens „The Encyclopedia Of Pure Materia Medica“ finden sich 389 Symptome.

     

    Weiteres Material und eine Fülle zusätzlicher Symptome finden sich in J. T. Kents Arzneimittellehre. Die Beschreibungen Kents über Salze wurden von vielen seiner Zeitgenossen heftig kritisiert. Aus welchem Grund? Kent gibt in seinen „Lectures on Homoeopathic Materia Medica“ keine Hinweise über die Ursprünge der von ihm genannten Symptome: aus der Arzneimittelprüfung?, der klinischen Erfahrung?, oder rein spekulativ? Es wurde ihm vorgehalten, er habe einzelne Symptome einfach auf Grund der beiden Komponenten des Salzes konstruiert. Aus den Erfahrungen des Autors mit Natrium arsenicosum (publiziert in „Documenta Homoeopathica 16“, S. 169ff) wurde deutlich, daß manche der Symptome Kents in der klinischen Erfahrung bestätigt werden können, andere aber – vor allem Modalitäten – oft gegensätzlich ausfallen können. Auch in der hier beschriebenen Arzneimittelselbsterfahrung trat eine erhebliche Zahl der von Kent beschriebenen Symptome auf. Sie wurden extra gekennzeichnet.

     

    Eine dritte Quelle für das Wissen über die Wirkungen von Natrium phosphoricum waren die Beschreibungen von Schüssler (2), der es in die Reihe seiner Gewebsmittel aufnahm. Er hielt Natrium phosphoricum für ein wichtiges intrazelluläres Salz, unter dessen Einfluß Milchsäure in Kohlensäure und Wasser aufgespalten wird. Er hielt es für das Mittel für Störungen des Milchsäurehaushaltes. Als Beispiel führte er Kinder an, die zuviel Milch und Zucker zu sich genommen hatten und davon Verdauungsstörungen bekamen. Er hielt Natrium phosphoricum auch für ein wichtiges antiurikämisches Mittel. Mezger (6) stellt dazu fest, daß Natrium phosphoricum „fast nur auf das bewährte Symptom Sodbrennen und Säurebeschwerden des Magens verordnet wird“. Er weist Schüsslers Empfehlungen als leere Spekulationen zurück.

     

    Kent (5) hingegen ist der Ansicht, daß die meisten der Beobachtungen Schüsslers klinisch bestätigt wurden, auch Clarke (2) zitiert Schüsslers Beschreibungen ausführlich. Interessanterweise hielten die amerikanischen Homöopathen des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts die Aussagen Schüsslers – wiewohl eindeutig theoretisch konstruiert – für ernstzunehmende Teilaspekte der Mittelwirkungen, die sich in der klinischen Praxis meistens bewährt hatten. Heutzutage betrachten Homöopathen Schüsslers Indikationen eher skeptisch.

     

    Trotz der guten Prüfung Farringtons und der weiteren Erfahrungen Kents und Schüsslers wurde Natrium phosphoricum bis vor kurzem wenig eingesetzt. Erst die modernen Einsatzmöglichkeiten nach dem gemäß der Gruppenanalyse von Jan Scholten (7) entwickelten Gemütsbild haben neue Einsatzmöglichkeiten eröffnet.

     

    Bei der Ausarbeitung unserer Arzneimittelselbsterfahrung, die mit zehn Probanden nur einen Bruchteil der Symptome der ursprünglichen Prüfung ergab (99 Symptome), legten wir besonderes Augenmerk auf den Vergleich der Symptome in den einzelnen Kapiteln zwischen der alten Prüfung, den Beschreibungen in Kents Arzneimittellehre und der neuen Arzneimittelselbsterfahrung. Dabei waren wir anfangs erstaunt über die manchmal genaue Übereinstimmung einzelner Symptome (bis hin zu einem sehr ähnlichen Wortlaut trotz 120 Jahren Sprachunterschied). Natürlich traten in unserer Arzneimittelselbsterfahrung auch Symptome auf, die bisher unbekannt waren.

     

    Erklärungen

    • Die erste Zahl in der Klammer nach dem Symptom gibt die Nummer des Probanden an.
    • die zweite Zahl nach dem Schrägstrich den Tag, an dem das Symptom erstmals auftrat.
    • mit „+“ hinzugefügte weitere Zahlen geben weitere Tage des Auftretens des Symptoms an.
    • mit „–“ hinzugefügte Zahlen nach der Tageszahl weisen darauf hin, daß ein Symptom vom Tag A bis zum Tag B beobachtet wurde. Fehlt nach dem „–“ die zweite Zahl, so trat das Symptom mehrmals auf, ohne daß die exakte Dauer aus dem Protokoll ersichtlich war.
    • GS bedeutet geheiltes Symptom.
    • VS steht für verändertes Symptom, das dem Probanden zwar bekannt ist, jedoch in Intensität, Dauer, Auslösung oder Lokalisation verändert auftrat.
    • SS bedeutet Symptom, das bisher nur in der Schwangerschaft aufgetreten war.
    • BS steht für dem Probanden bekanntes Symptom, das öfter bei ihm/ihr auftritt.
    • « bedeutet Verschlechterung (agg., Aggravation) durch eine Modalität.
    • » bedeutet Verbesserung (amel., Amelioration).
    • v bedeutet in dieser AMSE neu aufgetretenes Symptom, das weder bei Farrington, noch bei Kent und Schüssler bekannt war.
    • K nach den Tageszahlen bedeutet, daß das Symptom in Kents Arzneimittellehre (5) beschrieben ist (die englischen Textzitate in Klammern geben die Originalzitate wieder).
    • A nach der Tageszahl bedeutet, daß das Symptom bei Allen (1) beschrieben ist und sich auf die Arzneimittelprüfung von Farrington bezieht (die englischen Texte in Klammern geben die Originalzitate wieder).

    Geist und Gemüt

    v Fühlt sich schmutzig, wie verstärkter Schweißgeruch, duscht deswegen öfter (10/11–13)
    Grundlose Heiterkeit abends, allein vor dem Spiegel, wie zum Lachen (12/02) K: (Times of great mirthfulness)
    Aggressiv und streitsüchtig (2/04–05) K: (Anger over trifles, and complaints from vexation)
    Traurig, depressiv, empfindlich, nicht belastbar, fühlt sich minderwertig, Dinge werfen sie mehr aus der Bahn. Sie fühlt sich nicht geschätzt, muß weinen (vom Ehemann, von den drei Stiefkindern). (2/02–04) K: (Sadness in the evening, his friends call him suspicious, weeps easily, discouraged)

     

    Schwindel

    Schwindel morgens beim Aufstehen vom Sitzen, die Umgebung scheint sich im Uhrzeigersinn zu drehen (12/SS–02+05) A
    Schwindel beim schnellen Umdrehen, muß genau fixieren, v die fixierten Gegenstände scheinen zu wackeln (12/05–09) K
    Schwindel beim Bewegen des Kopfes, v beginnt beim Mittagessen (11/02–03)

     

    Kopf

    Morgens beim Erwachen intensiver Kopfschmerz, bekannte Lokalisation: Nacken, entlang der Schädelbasis bis zu den Augenhöhlen, veränderte Modalitäten: »Druck auf die Schläfen, « Essen (12/07) A
    Bohrende, drückende Schmerzen in der Stirn über der Nasenwurzel im Rahmen einer erstmals aufgetretenen Stirnhöhlenentzündung (12/08–11) A

    Kopfschmerz, zuerst wellenförmig, parietal, rechts mehr als links, anfangs drückend, nach 1–2 Stunden ziehender Dauerschmerz eher frontal, fast betäubend, « Bewegung, Licht, Lärm » Druck, Ruhe, v kalte Luft, v Liegen (jede Lage). Sie v strahlen von der Stirnhöhle in die Kieferhöhlen aus, beginnen kurz nach der ersten Einnahme, werden nach der zweiten Einnahme heftiger mit Übelkeit, Aufstoßen. Brechreiz. Sie erbricht einmal im Schwall. Beim Schlafengehen Lokalisation links mehr als rechts. (7/01) K
    Kopfschmerz frontal mit leichter Übelkeit nach der dritten Einnahme, dabei extrem müde, kränklich, Kältegefühl (7/02) K
    Dumpfer Kopfschmerz im Stirn- und Scheitelbereich (7/03–06) K
    Morgens bohrender stechender Schmerz im Bereich der rechten Schläfe, « bei jedem Aufrichten vom Bücken, bis 1600 andauernd (6/29) K
    Kurz einschießender Schmerz vom Hinterkopf (bekannte Lokalisation), v ausstrahlend über dem Ohr nach vorne, zuerst rechts, dann links, jeweils etwa eine Minute andauernd (5/01) A

    Die vor der Einnahme täglich auftretenden Kopf- und Nackenschmerzen, sowie die Verspannungen im Schulterbereich verschwinden zur Gänze, kehren erst nach drei Wochen wieder (GS–10/02–23) A
    v Fette Haare (2/03–25)

     

    Augen

    Große Lichtempfindlichkeit der Augen, sowohl bei Sonnenlicht als auch bei Kunstlicht, dreht etwa alle Lampen weg, die auf sie gerichtet sind (12/02–06) K
    v Schwierigkeiten beim Fixieren eines Punktes mit den Augen, kann nicht lange durchgehalten werden, sie muß wegschauen. Dabei werden die Augen unruhig, die Augäpfel scheinen hin und herzurucken, besonders beim Blick nach rechts (laut Beobachtung des Gatten jedoch kein sichtbarer Nystagmus (12/05–07)
    Zucken des v linken Oberlids (bei Farrrington rechts!), teilweise den ganzen Tag über (5/22–30) A
    Ein interessantes Detail am Rande: ((Zucken des linken Oberlids (BS, tritt bei ihm häufig auf) trat sieben Wochen lang nach der Einnahme nicht auf (GS – 14/Proband erhielt Placebo) A))

    Sehr schwere Augenlider, die sie kaum offenhalten kann, bei insgesamt „imperativer Müdigkeit“, schläft im Sitzen ein (10/01) A
    Einzelne Stiche im linken Auge (20/01) A

     

    Ohr

    Heißes Ohr rechts (20/01) A!!! (Lobe of right ear burns and itches so intolerable, he has to scratch it, until it bleeds)
    v Verschlagene Ohren links mehr als rechts (12/10–11)
    Mehrfach täglich summendes Ohrgeräusch links, etwa 1 Minute andauernd (im Rahmen des Infekts) (12/10) K

     

    Nase

    Einseitig verstopfte Nase vor allem links (veränderte Lokalisation bei Schnupfen mit klarer wäßriger Sekretion) (12/08–11) A!
    wäßriger Schnupfen morgens (2/12) K

     

    Gesicht

    930 heftiger, plötzlich einschießender Schmerz von der Mitte der Stirn über die Nase bis zur Oberlippe, nur einige Sekunden, blitzartig, zuckt vor Schreck zusammen (12/03) A!
    Gegen Mittag heftiger, plötzlicher Schmerz von der rechten Schläfe zur Wange, dem Oberkiefer bis in die Zähne (12/04) A! (Shooting pain in right cheek)
    Pickel am Kinn und an den Schläfen (5/28–29) K

    v Fettige Gesichtshaut (2/03–16)

     

    Mund

    Mundtrockenheit mit Durst (7/01–03)(12/01)(2/05) K
    Mundtrockenheit v mittags ab 1200–1600 (2/01–02)
    Mundtrockenheit vormittag mit Durst (2/04–05) K
    v Geschmacksverlust 1200–1500 (2/02–03)

     

    Magen

    Ab 1600 großer Durst auf Wasser und Orangensaft, trockener Mund, v trinken stillt den Durst nicht (12/01) K
    Auffallend verstärkter Durst mit Mundtrockenheit (7/01–03) K
    verstärkter Durst (20/16) K
    Abendliches Aufstoßen von Luft verschwindet während der Einnahme (GS–5/01–05) K
    Heftige wellenförmige Magenkrämpfe, beginnend morgens ab 600 (30 Minuten nach dem Aufstehen), konnte nicht gerade stehen, saß mit angezogenen Beinen auf einem Sessel. Dabei mehrfach erbrochen. (1/12) K

     

    Abdomen

    Blähungen, Rumpeln im Bauch, eher nicht riechende Winde, unabhängig vom Essen (12/03) A
    Blähungen v morgens im Bett, stinkende Winde (12/23) A
    Sehr unangenehme Blähungen, mit teilweise geruchlosen, teilweise stinkenden Winden, zeitweise auch mit Bauchschmerzen (16(01–11) A
    Blähungen v morgens (16/03–11) A
    Übelriechende Blähungen, unabhängig vom Essen, den ganzen Tag über, keine Verbesserung durch Stuhlgang (6/01–24)

    Ihre üblichen Blähungen sind während der Einnahmezeit fast verschwunden (GS–5/01–05) A
    v Stechender Schmerz linke Leiste im Sitzen, » Stehen, Bewegung, Ausstrahlung in den vorderen und medialen Teil des Oberschenkels (16/26–27)

     

    Rectum

    Morgens im Bett Blähungen, stinkende Winde, starke schneidende Bauchschmerzen, gleich nach dem Aufstehen zweimal voluminöse, v fettige, teilweise unverdaute Stühle. Nach dem Stuhlgang Erleichterung, Ein Völlegefühl im Rectum und ein Wundheitsgefühl im Unterbauch bleibt über mehrere Stunden erhalten (12/11) A
    Voluminöser, weicher, v fettiger Stuhl gleich nach dem Aufstehen (12/23–24) A
    Nach dem Aufstehen Durchfall mit leichten Bauchkrämpfen (20/04) A

    Harter knolliger Stuhl (7/02-31) K
    Stuhlgang seltener, nur jeden zweiten Tag, Menge vermindert, als ob der Stuhl nicht herauskäme (2/10-16) A
    Unergiebiger Stuhl, eher kleine Mengen (16/02) A
    Der üblicherweise weiche Stuhl wird während der Einnahme fest (GS–5/03–05) A

     

    Harnorgane

    Stechen in der Harnröhre mit leichtem Harndrang (7/07) K

    Vermehrter Harn bei gleicher Trinkmenge (1/10–11) A

     

    Genitalia

    Menses erscheint drei Tage zu früh (12/30) K
    Menses zwei Tage verlängert (12/39) K
    v Drückender, teilweise ziehender Schmerz in der Gebärmuttergegend, erstmals während Koitus, » Aufsetzen, Anziehen der Beine (6/8–13)
    v Stechender Schmerz im Becken, ausstrahlend in den linken Oberschenkel und die linke Patella, den ganzen Abend über (19/04)

     

    Respirationstrakt

    Hustenreiz von der hinteren Rachenwand ausgehend, nachher brennt der Rachen (20/18) A
    Nächtlicher Hustenanfall durch Reizung der hinteren Rachenwand (20/19) A
    v Süßlich-fad schmeckender Auswurf (20/21–22)

     

    Brust

    Herzklopfen morgens kurz nach der Mitteleinnahme (1/07–08) K

     

    Rücken

    Steifigkeit Nacken rechts morgens, erwacht damit (7/02+15+24–31) K

    v Schmerz lumbal, « aufrechtes Sitzen, Durchstrecken, » Zusammenkrümmen, lokale Wärme, begleitet von Bauchschmerzen, abends zwischen 2100 und 100 (19/03)
    v Starke Schmerzen der Brust- und Lendenwirbelsäule sowie der Nierengegend, anfangs bei 38,5° Fieber. Dabei ausgeprägtes Kältegefühl vor allem des Oberkörpers und der Arme. Die Rückenschmerzen halten auch nach dem Abfiebern noch zwei Tage lang an. (1/12–14)

     

    Extremitäten

    Unsicherheit beim Gehen, als ob der Boden uneben oder weich wäre, auch die Knöchel oder Knie erscheinen instabil (12/05–09) A!!!
    Hand- und Fußgelenke fühlen sich weich und schwach an (im Rahmen von bekannten Gliederschmerzen während eines Infekts) (12/12) A!!! (Sudden giving way of legs while walking, as though they would be paralyzed)
    v Erwacht um 120 mit Hitzegefühl in den Beinen, vom Becken abwärts bis zu den Fußsohlen, vor allem auf den Innenseiten der Beine, dabei große Munterkeit und Wohlbefinden, etwa 20 Minuten andauernd (5/03)

    v Um 410 Erwachen mit krampfartigem Stechen in der linken vorderen Achselfalte, einige Minuten andauernd (5/20)
    Bleierne Schwere der Arme und Beine (5/03–05) K
    Schweregefühl der Beine (16/27) K
    v Stechender Schmerz linke Leiste im Sitzen, » Stehen, Bewegung, Ausstrahlung in den vorderen und medialen Teil des Oberschenkels (16/26–27)
    v Stechender Schmerz im Becken, ausstrahlend in den linken Oberschenkel und die linke Patella, den ganzen Abend über (19/04)

    Schmerzen der Fußsohlen vor allem der Fersen beim Spazierengehen, wie nach einem langen Marsch (20/01–) A
    Brennende Fußsohlen beim Gehen, Auftreten und Stehen. Vor allem an den Fersen, versucht nicht auf die Ferse aufzutreten, zieht zu Hause deswegen die Schuhe aus. (20/03–10) K
    Kribbeln und Brennen in den distalen Unterschenkeln, an der Vorderseite (20/03+09) K
    Unruhige Füße abends beim Einschlafen, muß sie dauernd bewegen, mit Kribbeln und Brennen (20/03+8) K
    Leicht stechende Schmerzen linkes Handgelenk (sonst nur rechts) (VS–20/03) A

     

    Träume

    Die nachfolgenden Symptome stellen einen repertorialen Auszug dar. Den genauen Wortlaut der Trauminhalte lesen Sie bitte im Abschnitt „Träume“ nach:

    v Träume von Tieren (10/13)(20/05–34)
    v Träume von Wasser (20/05–34)
    v Träume zu schwimmen (20/05–31)
    v Träume von Booten (20/05–34)
    v Traum von Vergewaltigung des Sohnes (16/28)

    v Realistische Träume (5/2–22)

     

    Schweiß

    Hitzegefühl und Schweiß nachts, erwacht völlig durchnäßt (12/06–07) K

     

    Haut

    Pickel am Kinn und an den Schläfen (5/28–29) K
    Eiternde Pickel perioral (7) K
    Eitergefüllte Pickel im Gesicht, besonders am Kinn (10/06–11) K

     

    Allgemeines

    v Ausgeprägtes Kältegefühl, sitzt etwa abends dick eingehüllt und trotzdem zitternd vor innerer Kälte (12/05–25)
    v Extremes Kältegefühl, vor allem in den Armen und im Oberkörper, die Fußsohlen sind aber warm. Teilweise sitzt sie in Decken eingehüllt. (1/07–12)
    Hitzegefühl nachts mit massivem Schweiß (12/06–07) K
    v Starke Abneigung (teilweise Ekel) vor fetten Speisen (12/05–11)
    v Heißhunger auf Süßes (7/01–03)

    v Starkes Verlangen nach Süßem, vor allem Schokolade (5/09)
    v Verstärktes Verlangen nach Süßem, vor allem Schokolade (20/03–16)
    Kurzes Stechen an mehreren Stellen, unterer Brustkorb, Schulter, rechter Mittelfuß, linke Großzehe, linke Kniekehle (5/03–06) A
    Große Müdigkeit mit schweren Augenlidern (10/01) K
    Bleiernes Schweregefühl im ganzen Körper, vor allem der Arme und Beine, als ob sich die Anziehungskraft der Erde verstärkt habe, es zieht sie nach unten, dabei auch Entspannung und Langsamkeit (5/03–05) K

     

    Träume

    Es wurden in der angegebenen Auswahl der Träume der Probanden nur jene berücksichtigt, die für die Probanden äußerst ungewöhnlich, beziehungsweise sehr intensiv waren. Die angeschlossenen persönlichen Gedanken zu diesen Träumen stellen nur Vermutungen dar, die vielleicht in Zukunft durch klinische Erfahrungen bestätigt werden können.
    Die Zahlen in Klammern nach dem Traum bezeichnen den Tag ab der Mitteleinnahme, an dem der Traum auftrat.

     

    Probandin 10
    Krokodile sind sehr nahe bei ihr. Sie will weglaufen. Keine Ängstlichkeit nach dem Erwachen. (13)

     

    Probandin 16
    Sie wird Zeugin, wie ihr Sohn von einem Mann vergewaltigt wird. Sie erwacht mit Entsetzen. (28)

     

    Probandin 20
    Sie befindet sich auf einer Reise mit einer Gruppe. Sie sitzen auf einem Floß im Wasser. Einem Freund fällt ein Papagei ins Wasser. Sie springt hinein und holt ihn heraus. (05)
    Gruppenausflug. Sie schwimmen im Meer. (08)
    Sie ist mit ihrem Mann in einem Auto unterwegs. Irgendwie ist sie in einen Mordfall verwickelt, mit dem Abtransport einer Leiche beschäftigt. Später schwimmen sie im Meer und sehen einen Wal, der ganz nahe kommt. Sie fürchtet sich, glaubt, es sei ein Hai. Jemand nimmt das Tier in den Arm und zeigt, daß es ganz zahm ist. (12)
    Beim Bergwandern kommt sie zu einer Quelle, wo Wasser aus einem Schlauch sprudelt. Ihre Mutter badet darin ihre Füße. (13)
    Eine Krähe schnappt wild nach ihren Kindern, die gerade Brote essen. Dann schwimmt sie in einem Becken, in dem auch ein Seehund ist. (14)
    Auf einem Ausflug schwimmen sie und die anderen in herrlich kühlem, sehr erfrischendem Wasser. Nachher beim Schifahren begegnet sie einem grauenhaften insektenartigen Tier, vor dem sie sich fürchtet. Doch sie geht auch immer wieder in dessen Nähe. (31)
    Sie fahren mit einem Motorboot auf einem riesigen Fluß durch große Schluchten, wobei es bergauf und bergab geht. Nachher fliegen sie. (34)
    Es fällt uns schwer, aufgrund dieser Träume über mögliche Themen von Natrium phosphoricum Vermutungen anzustellen. Fast alle Träume (bis auf 2) stammen von der Probandin Nr. 20, die normalerweise kaum träumt. In ihren Träumen dominieren zwei Themenbereiche:
    1) Wasser, Schwimmen im Wasser, Boote oder Schiffe
    2) Tiere
    Die Träume zum Thema „Tiere“ werden durch den Traum von Probandin 10 bestätigt.
    Der emotional sicher sehr intensive Traum von der Vergewaltigung ihres Sohnes (Probandin 16) steht isoliert da.

     

    Auffallende Veränderungen der Probanden

    Probandin 1 reagierte sofort heftig auf die beiden ersten Einnahmen mit starker Übelkeit und dem Aufflackern eines Infekts, der vor der Einnahme bestanden hatte. Daher wurde die Einnahme abgebrochen und am siebenten Tag wieder aufgenommen. Auffallend bei ihr waren das ausgeprägte Kältegefühl, das vor allem Oberkörper und Arme betraf, sowie eine am sechsten Tag nach der zweiten Einnahme aufgetretene Symptomatik einer akuten Gastroenteritis mit markanten Symptomen, für die es keinen stimmigen Grund außer die Arzneiwirkung gab. Sie nimmt orale Kontrazeptiva.

    Probandin 2 reagierte anfangs stark psychisch: einerseits depressiv und weinerlich, verletzbarer, fühlte sich im Familienkreis zu wenig geschätzt. Auffallend waren weiterhin über Wochen fettigere Haare und Gesichtshaut, sowie anfangs deutliche Mundtrockenheit und Geschmacksverlust.

     

    Probandin 5 ihre ständig bestehenden Verdauungsbeschwerden, wie Luftaufstoßen und Blähungen, verschwanden während der Einnahmezeit vom ersten Tag an, der weiche durchfällige Stuhl wurde ab dem dritten Tag fest. Ihr Körper fühlte sich weniger schwer und träge als üblich an, als ob er etwas abgehoben wäre. Nach der Einnahmezeit kehrten die ursprünglichen Beschwerden schnell wieder.
    Ab dem dritten Tag verstärkten sich ihre bekannten Minderwertigkeitsgefühle deutlich. Sie war äußerst leicht gekränkt, reizbarer wegen Kleinigkeiten und wegen leisester Kritik, leicht zu Tränen gerührt (3.–6. Tag)

    Probandin 6 nimmt orale Antikontrazeptiva ein. Am Tag vor der Einnahme begann ein Infekt. Da sie trotzdem die Einnahme begann und die Symptome des Infekts uncharakteristisch waren, wurden diese nicht in die Auswertung aufgenommen. Einzige Auffälligkeit waren auch bei ihr die langanhaltenden Blähungen.

     

    Probandin 7 reagierte ab der ersten Einnahme wiederholt kurzfristig mit massiven Kopfschmerzen, die ihr sonst fremd sind. Mehrfach rechtsseitige Nackensteifigkeit morgens. Psychische Veränderungen traten nicht auf.

     

    Probandin 10 reagierte nach den Einnahmen mit starker Müdigkeit. An zwei Tagen trat Schwindel während des Mittagessens auf. Ihre häufig vorhandenen Kopfschmerzen und Schulterverspannungen verschwanden ab dem zweiten Tag drei Wochen lang. Einige Tage lang fühlte sie sich schmutzig und duschte häufig, um sich dieses Gefühls zu entledigen.

     

    Probandin 12 fror 3 Wochen lang auffallend stärker als üblich. Zweimal traten neuralgiforme Schmerzen im Gesicht auf. Einige Tage lang litt sie unter Koordinationsstörungen wie Schwindel beim schnellen Umdrehen, unsicherem Gang und Problemen beim Fixieren von Gegenständen. Sie entwickelte eine ausgeprägte Abneigung gegen fettige Speisen. Zweimal traten morgendliche Durchfälle mit voluminösen fettigen Stühlen auf. Keine psychischen Veränderungen.

     

    Proband 14 erhielt Placebo. Er erlebte keine neuen Symptome oder Veränderungen. Einzig retrospektiv fiel ihm auf, daß zwei bei ihm häufig auftretende Symptome, Extrasystolen und Zucken des linken Oberlids während der gesamten Nachbeobachtungszeit nicht auftraten.

     

    Probandin 16 nimmt orale Kontrazeptiva ein. Vom ersten Einnahmetag an entwickelte sie starke, unangenehme Blähungen. Weiters traten gegen Ende der Beobachtungszeit stechende Schmerzen links inguinal auf, begleitet von Schweregefühl der Beine. Keine psychischen Veränderungen außer einem Traum, in dem sie mit Entsetzen sieht, wie ihr Sohn vergewaltigt wird.

     

    Probandin 19 reagierte kaum. Es traten nur an zwei Einnahmetagen Schmerzen lumbal und im Becken auf, die teilweise in den Oberschenkel ausstrahlten.

     

    Probandin 20 reagierte auf vielen Ebenen. Sie war deutlich weniger kälteempfindlich als üblich. Sie spürte mehr Energie, vermehrten Schwung für die Hausarbeit, arbeitete Liegengebliebenes auf, war weniger müde. Sie entwickelte ein äußerst reges Traumleben, in dem sie weniger ängstlich und selbstkritisch agierte, als es ihrer normalen Haltung entsprochen hätte. Die Inhalte fokussierten um die Themen Wasser, Schwimmen im Wasser und Tiere. Auf der körperlichen Ebene entwickelte sie ein auffallendes Symptom, das 10 Tage anhielt: brennende Fußsohlen beim Gehen und Stehen.

     

    Auffallende Symptome (neue und Vergleich mit alten Quellen)

    Während der Arzneimittelselbsterfahrung traten 31 Symptome aus der Farrington-Prüfung wieder auf, zusätzlich 36, die in Kent, Arzneimittellehre angeführt sind, jedoch nicht aus der bezeichneten Prüfung stammen. 28 neue Symptome konnten beobachtet werden, 8 neue Modalitäten/Orte/Erstreckungen.

     

    Vergleich zur Farrington-Prüfung

    Kopfschmerzen: alle bekannten Lokalisationen traten auf, neu war die Erstreckung vom Okziput über das Ohr nach vorne, einige neue Modalitäten.

    Schwindel trat bei Farrington selten auf (nur zwei Symptome), bei der Arzneimittelselbsterfahrung beobachteten wir zahlreiche zusätzliche Modalitäten.

    Augensymptome wurden bestätigt: stechende Schmerzen, zuckende Lider (andere Seite), schwere Augenlider.

    Blähungen bei Farrington nur nach dem Essen und tagsüber, bei der Arzneimittelselbsterfahrung einige weitere Modalitäten, meistens unabhängig vom Essen und zweimal morgens.

    Stuhlsymptome: sowohl verminderte als auch vermehrte Stuhlmengen traten in beiden Prüfungen auf, auch das Restgefühl nach Stuhlgang, die morgendliche Diarrhoe, neu war fettiger Stuhl bei einer Probandin.

    Agg. nach Koitus: betrifft bei Farrington Stuhl- und Harndrang, bei der Arzneimittelselbsterfahrung Schmerzen im Becken.

    Die in unserer Arzneimittelselbsterfahrung aufgetretenen Rückenschmerzen waren in dieser Form nicht bekannt.

     

    Vergleich zu Kents Arzneimittellehre

    Symptome aus seiner Arzneimittellehre, die in unserer Arzneimittelselbsterfahrung ebenfalls auftraten:

    Lichtempfindlichkeit
    Mundtrockenheit und großer Durst
    Menses zu früh und verlängert
    Extremitäten: Schweregefühl der Glieder, Brennen der Fußsohlen, unruhige Beine, sowie Taubheitsgefühle der Beine

     

    Zusammenfassung der Auffälligkeiten

    Bekannte Symptome

    • zahlreiche Schwindelsymptome
    • schwere Augenlider, kann sie kaum offenhalten
    • Zucken des Oberlids
    • Hitze der rechten Ohrmuschel!!!
    • einseitig verstopfte Nase links
    • großer Durst
    • massive Blähungen
    • vermehrter Harndrang
    • Husten durch Kitzeln (Reizung) im Rachen
    • Unsicherheit beim Gehen mit Schwäche der Knöchel
    • bleierne Schwere des ganzen Körpers, vor allem der Glieder
    • kurz stechende Schmerzen
    • ausgeprägte Frostigkeit
    • starke Müdigkeit

    Neue Symptome

    • Schwindel beim Mittagessen
    • Schwierigkeiten beim Fixieren
    • Kombination von Mundtrockenheit mit Durst (beides in der Farrington-Prüfung getrennt aufgetreten)
    • fettige Haare und Gesichtshaut
    • verschlagene Ohren links
    • Geschmacksverlust
    • fettiger Stuhl
    • Schmerzen im Uterus und Becken (zwei Probandinnen), einmal Ausstrahlung in die Beine
    • süßlich-fader Auswurf
    • Extreme Frostigkeit, kann sich nicht erwärmen
    • Verlangen nach Süßem, vor allem Schokolade
    • Ekel vor fetten Speisen

    Abschließende Betrachtungen

    Die Nachprüfung eines bereits früher genau geprüften Arzneimittels kann interessante Aufschlüsse bringen:

    Welche der bisher bekannten Symptome können in einer neuerlichen Arzneimittelselbsterfahrung bestätigt werden? In unserem Fall gelang es, 31 der in der Farrington-Prüfung aufgetretenen Symptome wieder hervorzubringen! Diese Symptome scheinen für die Arznei besonders charakteristisch zu sein.

    Was in unserem Fall besonders erstaunt: es konnten 36 der in Kents Arzneimittellehre aufgefundenen Symptome (die nicht von Farrington stammen) bestätigt werden (aus welcher Quelle auch immer sie stammen). Wir müssen also an dieser Stelle Kent (im oben andiskutierten Punkt seiner Darstellungen zu aus Salzen gewonnenen Arzneien) rehabilitieren. In vielen Punkten waren seine Beschreibungen eher allgemein und konnten in unserer Arzneimittelselbsterfahrung präzisiert werden, was jedoch – zumindest im Falle von Natrium phosphoricum – seinen enormen Schatz an therapeutischer Erfahrung zu bestätigen scheint. (Bemerkung: Man gestatte bitte dem Erstautor einige kritische Bemerkungen zu einem der ganz Großen der Homöopathie. Er hat damit weder die Absicht, die Leistungen Kents für die Weiterentwicklung unserer Heilmethode zu schmälern noch sich auf eine Stufe mit dem genannten zu stellen. Doch erscheint ihm die kritische Auseinandersetzung mit den Aussagen der Vorfahren als wichtiger Schritt.)

     

    Eine kleine Nachbemerkung: In der heutigen Zeit können des öfteren folgende Argumente vernommen werden: Die Menschen haben sich im Vergleich zu der Zeit vor 100 bis 150 Jahren verändert; sie denken anders, sie fühlen anders, daher brauchen sie auch andere Arzneien als damals.

     

    Dies mag auf einigen Ebenen auch stimmig sein. Natürlich verfügen wir heute über eine wesentlich genauere Kenntnis der psychischen Vorgänge im Menschen als vor 150 Jahren. Daher können wir heute Gemütsbilder exakter und dynamischer beschreiben als damals. Aber ist es nicht in höchstem Maße erstaunlich, daß 120 Jahre nach der ersten Prüfung einige körperliche Symptome in fast dem gleichen Wortlaut wieder auftauchen. Ich zitiere die Symptome:

    • Hitze der rechten Ohrmuschel (ist doch wirklich selten!)
    • Einschießende Schmerzen der rechten Gesichtshälfte
    • Die Schwäche der Fußgelenke beim Gehen wird heute fast mit den gleichen Worten beschrieben wie damals.

    Haben sich die Menschen wirklich so sehr verändert?

     

    Literatur

    • (1) Allen, T.F.: „The Encyclopedia of Pure Materia Medica“, Jain Publishers, New Dehli
    • (2) Clarke, J.H.: „A Dictonary of Practical Materia Medica“, Indian Books and Periodicals, India
    • (3) Hahnemann, S.: „Organon der Heilkunst“, 6. Auflage, Haug Verlag, Heidelberg 1987
    • (4) Hering, C.: „The Guiding Symptoms of our Materia Medica“, Jain Publishers, New Dehli
    • (5) Kent, J.T.: „Lectures on Homoeopathic Materia Medica“, Indian Books and Periodicals, India
    • (6) Mezger, J.: „Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre“, Haug Verlag, Heidelberg
    • (7) Scholten, J.: „Homöopathie und Minerale“, Stichting Alonnissos, Utrecht
    • (8) Schroyens, F.: „Synthesis 6“, Archibel, Belgien