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    Nigella sativa

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    REMEDY ABBREV.

    Nig-s.

    MASTER PROVER

    Dr. B.Schmid, OEGHM, Austria

    YEAR

    ???

    PROVING METHOD

    single blind trial

    PLACEBO?

    no placebo given

    BLINDING?

    remedy unknown to the 9 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Frau Mag. Leisser, Stadtapotheke Retz, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Nigella sativa, the fennel flower or blackseed

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Nigella sativa, dem Schwarzkümmel

     

    Proving document currently available only in German

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.19

     

     

     

    Nigella sativa – der Schwarzkümmel

     

    Im Zuge der Vorbereitung eines Seminars über die Ranunculaceae stieß ich auf eine Pflanze aus dieser Gruppe, die mir als solche nicht bekannt war, da ich die Ranunkeln allesamt als giftig einstufte, den Schwarzkümmel. Dieser war mir aus der Praxis aus 2 Gründen bekannt: Einerseits gehört er, wie viele wissen, zu den Gewürzen vor allem der arabischen, orientalischen, indischen Küche, andererseits galt/gilt das Schwarzkümmelöl als bewährtes Externum bei Neurodermitikern. In der Homöopathie fand ich zwar im Synthesis bei den Arzneimitteln im Verzeichnis sowohl Nigella sativa, als auch die in unseren Gärten manchmal anzutreffende Nigella damascena, die Jungfer im Grünen, so ist ihr gebräuchlicher Name, aber es gab keine einzige Rubrik, in der die Nigellen zu finden waren. So begann nun die Suche nach Material zu dieser alten Kulturpflanze, und meine Neugier verlangte nach mehr, als zu finden war. Die einzige Materia Medica, die etwas über den Schwarzkümmel schreibt, ist die von Murphy, die Angaben beziehen sich aber nahezu alle auf die Anwendungen in der Volksmedizin.

     

    Es gibt nach meinen Erkundungen keine Prüfung dieser Arznei, (außer einem kurzem Protokoll einer Verreibungsbeobachtung, welches ich kurz vor dem Schreiben dieses Artikels erhielt), und so entschloß ich mich diese Arznei in unserem Arbeitskreis zu prüfen, um ihr, dieser doch eigenwilligen Arznei, ein wenig näherzukommen. Bevor ich jedoch über die Prüfung berichte, möchte ich ihnen einiges aus der Geschichte und dem Brauchtum, welches zu dieser Blume gehört, erzählen, da es meiner Ansicht nach nicht nur kulturhistorisch interessant ist, sondern auch auf die homöopathische Wirkweise einen Blick wirft, die man unter dem Gesamtaspekt der Hahnenfußgewächse nicht vernachlässigen darf.

     

    Der Schwarzkümmel ist in der Medizin des vorderen Orients genauso ein fixer Bestandteil gewesen, wie in der Küche. Die Verwendung als Heilmittel beginnt nach unterschiedlichen Angaben sehr früh, angeblich soll er in der ägyptischen Medizin eine große Rolle gespielt haben. Die Angaben sind umstritten, da meist von einem „Schwarzen Samen“ gesprochen wird, der dann als Schwarzkümmel interpretiert wird. Angeblich soll man unter den Grabbeigaben des Tutenchamun eine Amphore mit Schwarzkümmelöl gefunden haben, die Schönheiten Ägyptens, wie die sagenumwobene Nofretete (14. Jhdt. v. Chr.), und die von Cäsar heißgeliebte Kleopatra (30 v. Chr.), sollen ihre Haut damit dauerhaft gepflegt haben.(Nun gut, Kleopatra wurde ja nicht sehr alt – ca. 29 Jahre, aber der Mythos währt schon sehr lange). Eine andere, ungefähr zeitgleiche Quelle, einige hundert Jahre spielen dabei keine Rolle, findet sich im AT bei Jesaja (28, 23–29), wo Gott durch seinen Propheten sagen läßt: ‚Horcht auf meine Stimme, gebt acht, hört auf mein Wort! Pflügt denn der Bauer jeden Tag, um zu säen, beackert und eggt er jeden Tag seine Felder? Nein, wenn er die Äcker geebnet hat, streut er „Kümmel“ und Dill aus, sät den Weizen und Gerste und an den Rand den Dinkel. So unterweist und belehrt ihn sein Gott, damit er es recht macht. – Ob hier tatsächlich Schwarzkümmel gemeint ist, ist nicht völlig sicher, aber in anderen als in der Einheitsübersetzung ist von „Schwarzem Koriander“ und „Schwarzem Kumin“ die Rede und diese Bezeichnungen waren bei uns früher üblich, wenn man eben Schwarzkümmel meinte. (Ein fundierter Quellenforscher mit Zugang zu möglichst originalen Texten stand mir nicht zur Verfügung, es ist auch unklar, ob ein solcher dieses Problem lösen könnte). Ebenso ist nicht klar, ob Hippokrates (460–375 v. Chr.) mit „Melanthion“ den Schwarzkümmel gemeint hat. Es ist eine Vermutung, da Melanthion zu deutsch Schwarzblume heißt, die Nigella aber weißlich, bläulich blüht. Diese Pflanze wird unter eben diesem Namen bei Dioscurides gegen Kopfschmerzen, Leberflecke, Verhärtungen und Aussatz als Umschlag empfohlen, bei Spulwürmern, als Emmenagogum, Diureticum und Milchsekretion förderndes Mittel soll sie innerlich verabreicht werden. Erste zuverlässige Quellen stammen aus der östlichen und orientalischen Medizin, und so finden wir bei Mohammed (570–632 n. Chr.) in seinem Buch Hadith: „Schwarzkümmel heilet jede Krankheit außer den Tod“ Und Madaus schreibt zu der Verwendung im orientalischen Bereich: „… deshalb nehmen die Mohammedaner jeden Morgen eine Prise des Samens in Honig ein, um den Appetit anzuregen“. Schon vor der Zeit der Kreuzzüge, die ja einiges aus der arabischen Medizin nach Europa brachte, war hier der Schwarzkümmel bekannt, vielleicht kam er durch die Mauren über Spanien herauf.

     

    Wirklich große Verbreitung erfuhr Nigella sativa dann in Europa durch Karl den Großen (742–814), der in seinem „Capitulare de villis“ im Jahre 807 per Gesetz vorschrieb, welche Pflanzen in seinen Pfälzen und wahrscheinlich auch Klostergärten angebaut werden mußten. Unter diesen 60 Pflanzen befand sich unser Schwarzkümmel, damals als „Schwarzer Koreander“ oder „Git“ bekannt. Heutzutage ist er vielen nicht mehr als die Heilpflanze bekannt, die er einmal war. Erst die Wiederentdeckung des Öls brachte ihn bei Hauterkrankungen ins Bewußtsein. Vielleicht ist es auch unsere Zeit, die mit ihrer Suche nach Neuem, Exotischem, Fremdartigen beitrug, so manche alte Heilpflanze wieder zu entdecken. Die Idee, Schwarzkümmel als Arznei zu prüfen, habe ich bei Großmeister Hahnemann abgeschaut. Ich hatte vor 2 oder 3 Jahren einmal über das Arzneimittelbild von Graphites zu sprechen, und in der Vorbereitung dazu las ich im Quellenstudium natürlich auch in den Chronischen Krankheiten. Hier stand einiges an Überlegungen Hahnemanns, wie er die äußere Anwendung des Graphit sah, um dann diese Arznei auch innerlich zu versuchen.

     

    Noch einmal zurück zur Geschichte: auch Hildegard von Bingen hatte mit ihrer klostergärtlichen Erfahrung den Schwarzkümmel in ihr Heilpflanzenrepertoire aufgenommen. In ihrer Schrift „Physika“ setzt sie ihn gegen Kopfhautgeschwüre und Fliegenplage ein, eine Verfütterung an Tiere wird angeraten.

     

    In unseren Breiten galt der Samen als offizinell, und war in allen Gärten im 16. und 17 Jhdt. verbreitet. Bis ins 18. Jhdt. hinein blieb der Schwarzkümmel eine beliebte Heilpflanze, um dann doch in Vergessenheit zu geraten. Es erging ihm wie vielen weiteren Heilpflanzen. Im arabisch-indischen Bereich hingegen wurde er weiterhin geschätzt.

     

    Hier möchte ich – vielleicht ist diese Form der „Heilung“ schuld an der Vergessenheit – auf einen alten Brauch, den Schabab, mit seinen Schababkräutern hinweisen, die ja sehr viel mit Liebe zu tun haben. Schabab ist das Symbol für verschmähte Liebe, Liebesverweigerung, Verachtung aus verschiedenen Gründen, und hier finden wir auch den Anschluß an die Ranunkeln, bzw. zu einem der Themen, die hier eine wesentliche Rolle spielen. Die Schababblume schlechthin ist die Jungfer im Grünen, eine Zierform des Schwarzkümmels. Andere, die auch in so einen Schababkorb gehörten, waren die Kornrade, die Schafgarbe, die Kornblume, das Kreuzkraut und der Augentrost. Sie alle dienten dazu, jemandem durch die Blume zu sagen: Ich mag dich nicht. Meist wurden diese Blumen in einen Korb getan und am Dorfplatz dem Ungeliebten, dem Ungebetenen im Korb überreicht. Daher kommen wohl auch unsere Redewendungen: „Jemandem einen Korb geben“, oder „etwas durch die Blume sagen“. In ganz Europa findet sich bis fast in unsere Zeit dieser alte Brauch. In England heißt vielleicht auch deshalb Jungfer im Grünen ‚love in a mist’ – ‚die Liebe im Nebel’. Im „Schwitzerdütsch“ kennt man noch den Begriff „Tschabgsi“, was soviel heißt wie beschämt. Dieses Wort soll aber früher auch für übriggebliebene Jungfern und Junggesellen üblich gewesen sein. Nach Luther müssen die geistlichen Väter der Welt „keerich und schabab“ sein. Schabab ist der Verachtete, der Verspottete, und in diesem Sinne weist auch ein alter Liedtext aus dem Kölner Liederbuch 1580 hin: „Gut Gesell, und du mußt wandern / Das Mägdlein liebet einen andern, / Welches ich geliebet hab, / Bey der bin ich Schabab“. In einem anderen Text heißt es: „Kein andern dank krieg ich davon / leer stroh hab ich gedroschen / ein körbel schabab ist mein lohn / die lieb ist ausgeloschen.“ Heinrich Marzell, ein dt. Volkskundiger in der Botanik, schreibt im Wörterbuch der Deutschen Pflanzennamen: „Weil der Raden oder das Kraut Nigella unter dem Roggen so unnütz ist und ausgesiebt werden muß, so heißt es Schabab“. Der Same wird als leicht narkotisch beschrieben, sie werden im Erscheinungsbild die Ähnlichkeit / die Signatur zu einigen Mohngewächsen bemerken, und so sollte dieser Samen deshalb in unseren Breiten nicht ins Brot gelangen. Wie weit hier christliche Wertprägungen gegen islamische standen und das Volk verunsicherten, kann nicht belegt werden, die Vermutung liegt nahe, daß die Nigella ein islamisches Brotgewürz war. Der andere Grund war die angenommene berauschende Wirkung, die im christlichen abendländischen Denken nicht geschätzt wurde, dem Bier ist ähnliches widerfahren, mit seinen Zusätzen – „Pils“ soll vom Bilsenkraut kommen.

     

    Kurz zur Volksmedizin:

    Die Anwendungen sind vielfältiger Art, und es bedarf hier der Trennung der Spreu vom Weizen. Die Indikationen reichen von Fieber, Schwindel, Schnupfen, Bronchitis … bis hin zu Bissen tollwütiger Hunde. (Diese wurden wohl wegen ihrer Bedrohlichkeit mit allem nur Erdenklichen behandelt und wahrscheinlich größtenteils aussichtslos).

    Die Anwendung als Futterzusatz bei Pferden zur Stärkung der Abwehr bei Zeiten erhöhter Infektanfälligkeit war geläufig, es soll auch bei katharrhalischen Infekten bei diesen Tieren helfen.

    Laut Madaus ist Nigella sativa als Karminativum, Galaktogogum und Diureticum indiziert. Andere Indikationen sind auch Enteritis, Hepatitis, Ikterus und Würmer.

     

    Chemisch analysierte Inhaltsstoffe sind vor allem ungesättigte Fettsäuren (60% mehrfach, 20–30% einfach ungesättigt, nur ca. 15% gesättigte Fettsäuren). Der Gesamtanteil an Fett beträgt 35%, 21% sind Eiweiß, 38% Kohlenhydrate, 6% andere Bestandteile. Eine Aufzählung aller Inhaltsstoffe möchte ich ihnen und mir ersparen, einen möchte ich hervorheben, es ist die Arachnoidonsäure, die als Vorstufe der Prostaglandine gilt. Ein Stoff ist sogar nach der Pflanze benannt, heißt Nigellon, und soll vor allem als Asthmatherapeutikum gut sein. Hier sei auf zwei Bücher hingewiesen, wo genaueres nachgelesen werden kann: „Natürlich heilen mit Schwarzkümmel“ von Drs. med. Schleicher und Saleh, Südwestverlag, und „Heilen mit Schwarzkümmel“ von Formann/Niederwieser.

     

    Zur Botanik:

    Nigella ist ein einjähriges Krautgewächs aus der Gruppe der Ranunculaceae, welches eine Höhe von ca. 30–40cm erreicht, die Stengel erscheinen verzweigt, sind rauhhaarig und stehen aufrecht, die Blätter sind gefiedert (zwei- bis dreifach mit haarigen Zipfeln), die Blütenblätter sind blau oder weiß, der Rand ist häufig bläulich oder grünlich verfärbt, dieser verleiht ihnen ein spitzenähnliches Aussehen. Interessant ist die einer Mohnkapsel nicht unähnliche Samenkapsel. Diese ist häufig in Trockenblumengestecken zu finden. Die Löffelhöhle, in der sich der Nektar befindet, ist bei der Jungfer im Grünen durch einen federnden Deckel verschlossen. Nur kräftige Insekten kommen so an den Nektar heran. (Schabab: Nur der Starke, der Andere; der Schwächere kriegt einen Korb). Ähnliches wissen wir von der Akelei, ebenfalls zu den Ranunculaceae zählend, die nur den kräftigen Hummeln den Nektar gibt. Die Blütezeit ist eher der Spätsommer, wirklich heimisch ist sie in den Oasen Ägyptens und im Jemen (angeblich höchste Qualität), und anderen Ländern des Orients.

    Mit diesem Vorwissen ausgestattet, begann die Suche nach einer geeigneten Arznei, und die wurde uns von der Stadtapotheke Retz, von Frau Mag. Leisser zur Verfügung gestellt, und zwar aus den Samen der Pflanze. Aus den Samen deshalb, weil die Fette praktisch nur in den Samen vorkommen, sie gerade aus den naturheilkundlichen Erfahrungen ausschlaggebend sind für viele Wirkungen. Die Samen für unsere Arznei stammen aus der Türkei.

     

    Arzneimittelselbsterfahrung

    An der Arzneimittelselbsterfahrung mit Nigella sativa C30 nahmen 7 Prüferinnen (2, 4–9) und 2 Prüfer (1, 3) teil.
    Mit „P“ werden mitprüfende Partner der jeweiligen Prüfer genannt. Ein weiterer Prüfer, H.Z., hat aufschlußreiche Träume beigesteuert. Die Arznei wurde einmal täglich, bis zum Auftreten von Symptomen, höchstens 5 Tage eingenommen.
    Leitung: Dr. Bernhard Schmid

     

    Gemüt

    1

    Gut aufgelegt (1/1)
    Lustig trotz körperlicher Beschwerden (2/1)
    Weite Kleider und Schlabberblusen, weil Enge? nicht erträglich, ganz ungewöhnlich für sie, lege keinen Wert auf „korrekte“ Kleidung (2/2)
    Unternehmungslustig und recht fröhlich (2/2)

    5

    Lustig und guter Dinge, Radio beim Visitenfahren auf voller Lautstärke und singe mit, seltsamerweise tut das Getöse in den Ohren nicht weh (2/3)
    Grantig, gereizt, nörgle herum gegen Abend (2/4)
    Schusselig, hektisch (2/9)
    Dinge fallen aus der Hand (2/9)
    Verwirrt, vergeßlich – gehe in ein Zimmer weiß dann nicht, was ich dort will (2/9)

    10

    Erzähle Leuten die selben Geschichten zum wiederholten Male (2/9)
    Euphorische Stimmung, in der Ordination trotz viel Arbeit zum Spaßen und Blödeln vor allem mit Kindern aufgelegt. (3/1)
    Sehr aktiv, depressive Verstimmung der letzten Woche verschwindet, leiste mehr als ich von mir erwarte, bin abends lange nicht müde (3/1)
    Gelassenheit, obwohl meine Frau einen Autoschaden hatte; nicht darüber verärgert oder erregt (3/2), sonst sehr sensibel in diesem Bereich
    Blödel hin und blödel her, wie schon lange nimmer mehr – Witzelsucht, liebe Reime (3/2–5)

    15

    Gefühl der Hellsichtigkeit – in der Patientenbegegnung auch real (3/2)
    Übermütig – steckt sich Blume ins Haar, wie verliebt, (3P/2,–4)
    Empfindlich auf Kritik (3/3), leicht kränkbar (3/6)
    Gleichgültigkeit und Gelassenheit bei einem Exitus bei einer Nachtvisite (3/4)
    Fehlender – unüblich – Ekel vor Erbrochenem bei Reanimation (3/4)

    20

    Seufzen (3/4–9),
    Ängstlichkeit, muß darüber reden (3/5ff)
    Weinen, scheinbar grundlos, kann dann doch nicht, aber weinerlich (3/7–15)
    Vergeßlichkeit, mit Angst zu verblöden (3/7–17)
    Nervös und gereizt, aber noch immer eine spritzige, witzelnde Art mit den Patienten (3/9)

    25

    Selbstmitleid, beginne mich zu bedauern(3/8–12)
    Produktiv, erledige viel Arbeit (4/4)
    Sprechen, im Gespräch öfters einen Stopper drinnen, als ob ich kurz weg wäre (4/7)
    Äußerst gut gelaunt, geduldig und tolerant mit den Kindern (6/2ff)
    Mißmutig ohne Grund (6/5)

    30

    Stimmungsschwankungen, äußeren Anlässen nicht entsprechend (6/8)
    Sehr produktiv ohne Streß (6/7ff)
    Verwirrung mit Fehlleistung (Leere Suppe in Salatteller) – unkonzentriert – heftiges Gelächter (8/3)
    Distanziertheit, eigenartige, mit Witzelsucht, nehme Patienten nicht ernst in ihrer Erkrankung, mache blöde Witze und wende mich ab (8/4)
    Euphorische Stimmung, ohne Teilnahme am Geschehen (8/4)

    35

    Unkonzentriertheit, beginne 3–4 Dinge gleichzeitig ohne sie zu beenden (8/6)
    Vergeßlichkeit (8/6)
    Ungeschickt, mußte darüber lachen (4/1)
    Pünktlichkeit, schaffe das sonst nie (4/1)
    Musik unerträglich (7/6)

    Schwindel

    40

    Gleich nach Einnahme leichter Schwindel, erfrischende Leichtigkeit (3/1)
    Schwindel wie eine Tonsur im Kopf (3/1) (3/2)

     

    Kopf

    Schmerzen – stechend über den Augen am Nachmittag – 16 Uhr 30 – für 10 min (2/2)
    Klarheit im Kopf, war aber letzte Woche krank, hatte verstopfte Nase jetzt frei ganz plötzlich (Heilanzeige) (3/1 + 3P/1)
    Schmerzen halbseitig rechts (3/2)

    45

    Schmerzen, stechend, rechtsseitig, Bücken verschlechtert (3/4)
    Schmerzen, stechend linke Schläfe 2–3x kurz hintereinander (4/2)
    Hyperästhesie der Kopfhaut (nur bis zum Scheitel, nur links), Schmerzen beim Frisieren (5/4)
    Schmerz linke Schläfe, stechend morgens (5/5–7)
    Gefühl, der Schädel zerplatzt – Kopfschmerzen (7/6)

    50

    Kopfhaut beim Haare waschen sehr schmerzhaft (7/6)
    Werde wider Erwarten nach Zubettgehen mit nassen Haaren nicht krank (7/6–7)

     

    Augen

    Abends Augenbrennen (rechts mehr als links), welches zu ständigem Reiben veranlaßt (1/1)
    Absonderung der Augen – gelbe Brösel und Schleim (1/1)
    Zucken rechtes Unterlid (3/1)

    55

    Stiche hinter dem linken Auge heftig, 2–3x, dann wieder weg (4/2)
    Schwere der Augen (5/2)
    Schmerz drückend linkes Auge, erwacht um 4 Uhr deswegen, gelegentlich bis zur Stirn ziehend (5/2, 3)
    Schmerzen, ziehend durch die Augäpfel, ins Ohr, in die Nase, mit Verlangen dagegen zu drücken, was aber nicht erleichtert, Gefühl als ob die Augäpfel hineingezogen würden (7/6)

     

    Sehen

    Trübes Sehen manchmal (1/1)

     

    Ohr

    60

    Schmerz drückend und stechend im linken Ohr (5/3)
    Schmerz neuralgisch einschießender, linker Gehörgang und präaurikulär, stärker beim Schlucken und beim Öffnen des Mundes und beim Bücken (5/4)
    Schmerz, einschießend, mit Erwachen nachts (5/5)
    Summen im linken Ohr nachmittags – kurz (8/4)
    Gehör überempfindlich (8/4)

    65

    Echoempfindung der eigenen Stimme (7/6)
    Hyperakusie, sodaß ich flüstere (7/5–8)

     

    Nase

    Plötzlich freie Nase ca. 3/4 Std. nach Einnahme (3/1)
    Sekretion, serös aus der Nase nachts (8/7)
    Verstopfung linkes Nasenloch (8/7)

     

    Mund

    70

    Schmerzen im linken Gaumensegel beim Schlucken, dann ins linke Ohr ausstrahlend, verstärkt beim Trinken von kalten Flüssigkeiten (5/4)

     

    Gesicht

    Drei Bläschen auf der Unterlippe mittags, für 2 Std., dann wieder weg (8/7)
    Hitze des Gesichtes, glühend heiß (7/6)

     

    Abdomen

    Übelriechende, schmerzlose Blähungen, vor allem nachmittags und abends (1/1–6)
    Mußte 3 Stunden nach der ersten Einnahme dringend die Kleider wechseln, weil sie glaubte aus dem Rock zu platzen (2/1),

    75

    Bauch sieht aus wie im 5. Schwangerschaftsmonat und spannt, tut aber nicht richtig weh, diese Spannung hält bis zum Abend an, wird aber eher als lustig empfunden. (2/1–2)
    Verstopfung (2/2)
    Bauchschmerzen, stark – finde es aber nach wie vor lustig (2/3)
    Schmerz Unterbauch, ziehend in die Nierengegend ausstrahlend (2/3)
    Wie fürchterlich aufgeblasen (2/3)

    80

    Blähungen (3/6–9)
    Explosionsartige Stuhlentleerungen(3/5–10)
    Bauch, im Spiegel betrachtet, wie schwanger, Gewicht aber gleichgeblieben (4/6)
    Blähungen während der gesamten Einnahmezeit (6)

     

    Rektum und Stuhl

    Blutauflagerungen am Stuhl, schmerzlos, bei nicht harter Konsistenz ungewöhnliches Ausmaß (5/9)

     

    Blase, Harn

    85

    Nykturie, 1x (4/4)
    Druck auf der Blase, reichlich und häufiges Harnlassen, auch nachts mehrmals (7P/2, 3)
    Harn sehr hell, mit großem Druck (7P/3)

     

    Weibliche Genitalien

    Mittelschmerz deutlich gespürt (4/6)
    Menses: plötzliches Aufhören nach 3 Tagen ohne Schmierblutung (6/4)

    90

    2 Tage nach Ende der Menses Beginn von täglichen Schmierblutungen wechselnder Intensität eine Woche anhaltend (6/6ff)

     

    Brust

    Druck auf der Brust, zunehmende Atemnot, mit Erschöpfung (3/5)
    Schmerzen hinter dem Brustbein beim Husten, brennend (4/2–3)
    Häufiges Gähnen (4/4f), (8/5, 6)
    Atemnot während des gesamten Tages (8/5)

    95

    Große Atemnot beim Bergsteigen, Stiegensteigen (8/7)

     

    Husten

    Schlimmer Husten mit Atemnot nachts (3/4)
    Hustenanfall um 1 Uhr 30 nachts aus dem Schlaf heraus mit Angst zu ersticken, wurde subjektiv ärger empfunden, meine Frau schlief nebenbei ruhig weiter (3/5)
    Sputum: gelbe, aus dem Mund fliegende Brocken (3/5)
    Husten mit Schwitzen (4/2)

    100

    Husten bellend, heftig, mit grünlichem Sputum mit intensivem, stinkendem Geschmack (4/2)
    Husten mit Erbrechen von glasigem Sputum – heftiger Hustenanfall (4/5)
    Husten abends bis zum Einschlafen (4/5)
    Husten, schlimmer nachts (4/4)
    Reizhusten, trocken und hart, quält bis zum Einschlafen, hindert daran (4/6)

     

    Wirbelsäule

    105

    Als ob der 7. oder 8. Brustwirbel heraushüpfen würde (3/3)
    Schmerzen im Bereich der BWS (sonst nie) (6/2), heftig ziehend, Gehen bessert (6/3,5)

     

    Extremitäten

    Die rechte Schulter, „rheumatisch“, schmerzt seit Einnahmebeginn nicht mehr (2/2), am 3. Tag bei Einnahmepause wieder Schmerzen, am 5. Tag neuerliche Einnahme – gegen Abend wird die Schulter wieder gut (2)
    Varizen: Optisch weniger prominent, tun aber weh, ständig ein leichtes Ziehen, besonders am rechten Oberschenkel innen (2/6)
    Stiche linke Leiste, von vorne in die Gesäßgegend ziehend – sehr unangenehm, 17 Uhr (3/1)

    110

    Hautausschlag an Daumen und Zeigefinger, bläschenförmig rechte Hand (3/5)

     

    Haut

    Haut etwas schöner als sonst (1/3–6)
    Muß schon einige Tage meine Hände nicht mehr eincremen – sonst nötig, Haut scheint insgesamt fetter zu sein – normalerweise trocken (2/6)
    Jucken, leicht, zuerst linker Unterarm, dann rechtes Ohr, leichtes Kratzen bessert (3/1)
    Jucken an verschiedenen Hautstellen, die Stelle wechselnd (3/2)

    115

    Haut an den Ellenbeugen ist um diese Jahreszeit sonst rauh, es fällt auf, daß die Haut glatter aussieht, obwohl ich sie schon länger nicht geschmiert habe (4/5)
    Haut der Hände rauher als üblich, nötigt zu öfterem Schmieren (6/6ff)
    Jucken, heftig am gesamten Rücken, und an der Brust den ganzen Tag über im warmen Zimmer (8/4)
    Flecken, kleine rote Bläschen rechte Brust, im Gesicht, am linken Unterkiefer (8/7)

     

    Schlaf

    Schwerer Schlaf mit nächtlichem Erwachen wegen Herzrhythmusstörungen, nicht unbekannt, aber die Intensität erschreckt (3/3)

    120

    Schlaflos nach Mitternacht mit zynischen Gedanken (3/3)
    Schlaf gestört durch Husten (4/3–4)
    Erwachen nachts (4/5)
    Trotz früheren Aufstehen gut ausgeschlafen (6/2)
    Tiefer guter Schlaf während der ganzen Einnahmezeit (6)

    125

    Einschlafen nachmittags 15–17 Uhr, beim Erwachen trotzdem müde (8/5, 6)
    Tiefer Schlaf ab 21 Uhr ohne aufzuwachen – normalerweise seichter Katzenschlaf, mit stündlichem Erwachen (8/6)
    Müde, aber zu aufgedreht zum Schlafen, geht zu Freunden tratschen (7/5)

    128

    Tiefer fester Schlaf (7/6)

     

    Träume

    Traum von einer weißen Schlange, die von unserem Kater gefressen wird. Eigenartig ist, daß mir einzelne Traumfrequenzen fehlen, und dies mich beunruhigt (3/1)
    Erotischer Traum, Verhältnis mit einem anderen Mann (4/3)
    Träume wie im Film*) von einem Rhesusäffchen, das den Garten betreute, Unkraut zupfte …*) von einem süßen Pony mit einer langen Mähne, alles sehr deutlich und klar zu sehen (5/8)
    Traum, bekomme von einer Patientin einen Blumenkorb mit einer Eule, ich streichle die Eule, sie fliegt im Zimmer herum (8/6)
    Traum sexuell, erotischer Art, superschön und schmutzig, erotische Anbahnung positiv (7P/4)
    Traum trifft mit Frau in Amerika seinen Sohn, schöne Begegnung (7P/6)
    Träume eines weiteren Prüfers (H.Z.):

     

    Traum 1

    Altersheim … lauter praesenile alte Herren voller Eigenheiten, verschroben … einer hat sich einige vollgeschenkte Biergläser versteckt … einige werden in kleinen Rollstühlen herumgefahren … sie merken nicht so recht, was passiert … freundlich aber abgebaut. – Kann mich selber nur sehr mühsam erinnern beim Aufschreiben des Traums, kratz mich verlegen am Hinterkopf, wo es heftig juckt.
    Traumfetzen: Mein Vater und ich … ich hab Urin in einen Papp-Papierkorb geleert … will ihm erklären, warum … weiß es aber selber nicht.

     

    Traum 2

    Greise Frau, „sehr alt“, von sehr langsamer Auffassung, „begriffsstutzig“, schwerhörig, Kollegin, bewirbt sich (gemeinsam mit mir?) um eine Stelle. Ich muß das für sie machen, nehme ihre Daten auf, frage mehrmals nach ihrem Geburtsjahr … erschrecke: Jahrgang 1939, … nur zwei Jahre älter als ich! – die Senilitas blickt mich an.
    Im Niederschreiben dieses Traums fallen mir Traumbilder, die vor diesem Traum da waren, ein.
    Ich soll eine Abstimmung leiten, ob in meinem Geburtsort (aber da bin ich doch gar nicht geboren in diesem alten, in der Zeit wie steckengebliebenen Bauernnest ohne Charme, es ist nur brav und altvaterisch … ist mein Vater da geboren?) Lauter betagte Menschen, ein halbes Altersheim … ich denke, da sind so viele, die gar nicht begreifen, wozu sie da abstimmen sollen … ja? … nein? … da fällt mir eine dritte Möglichkeit ein … ich weiss nicht!
    Die Stimmung des Traums: Bauerndorf, alles furchtbar konservativ, „Nur nichts Neues!“, erstarrt ohne Lebendigkeit, hohle Hülsen, abgelebt.
    Vorm Wiedereinschlafen erschrecke ich: Ich hab’ mich ja selber identifiziert mit dem nein in der Abstimmung, ich wollte auch Ruhe, nicht den Lärm, die Belästigung durch das Sägewerk … und ich erinnere mich: vor der Abstimmung wollte ich fliehen, weg von allen diesen Leuten; ich war auch einfach aus dem Raum weggegangen … aber ich kam ihnen nicht aus.

     

    Traum 3

    Arno G. (ein sehr sympathischer Mitmaturant von mir, der für mich unkomplizierte Lebendigkeit, Vitalität, auch Frauen gegenüber verkörpert) kommt in eine Zweiergruppe von Ärzten – so wie ich ihn kenne: blond, strahlend, voller Offenheit, humorvoll-verschmitzt, man spürt sein Wohlwollen – und sagt in seiner gewinnenden Art: „Kollegen, ich bin da, ich möchte diese F.X. Mayr-Stelle übernehmen!“ Eisige Ablehnung der Kollegen: „Wer sagt Ihnen, daß Sie kommen sollen?“ Er reagiert offen, ehrlich ohne jede Kränkung.
    Ich bin als nicht anwesender Zuschauer dabei und denk mir … „Arno, warum bewirbst du dich da … du bist doch ein renommierter Nuklearmediziner, du hast es doch nicht nötig, dich da anzubiedern …
    Im Nachsinnen frühmorgens vorm Wiedereinschlafen bin ich betroffen, Gedanken kommen: Ist das meine Angst vor dem Älterwerden, dem Senilwerden?
    Ich will würdigen, mit Liebe ansehen den Alters-starr-sinn (nein, das ist viel zu hart gesagt … Alters-festigkeit) meines Vaters (diese gehört doch notwendig zu jedem Alternsprozeß dazu) gerade ER war doch bis zu seinem Tod mit 92 Jahren geistig ganz wach und rege und immer noch für Neues offen …
    Die getrocknete Nigella-Pflanze, die seit einem Monat neben meinem Bett liegt, fällt mir plötzlich ein … mit welcher Anmut bewahrt sie ihre Struktur, diese Leichtigkeit des Seins ihrer luftigen Blätter …

     

    Allgemeines

    Müdigkeit früh am Abend (2/1) (Föhnwetter?) (5/2)

    130

    Beginn der Verschlimmerung am späteren Vormittag – 2. Gipfel nachmittags (2/2)
    Appetit gut trotz Völlegefühls (2/2)
    Leistungfähig – körperlich (2/2)
    Müdigkeit muß mich aufstützen, als ob der Blutdruck zu niedrig wäre (3/4–8)
    Appetitverlust, esse deutlich weniger, habe während der Einnahmezeit 4kg abgenommen (3/2–7)

    135

    Verlangen nach Speck und Brot (esse seit 2 Tagen nichts anderes) (3/6–9)
    Durst vermindert (3/6–8)
    Anstrengung – körperliche wird besser vertragen als üblich, leistungsfähiger (4/2)
    Appetit vermindert (4/7), (6/4)
    Verlangen abends, sich warm einzuhüllen (4/5)

    140

    Müdigkeit während des ganzen Tages, mit viel Gähnen (8/4)
    Extreme Müdigkeit während der ganzen Einnahmezeit, trotz genügend Schlafs (7/3–6)

     

    Sonstiges Wissenswertes

    Ich habe, weil meine Nase binnen einer 3/4 Stunde nach der Arzneieinnahme frei war, in einer Euphorie meiner Frau – würde ich sonst nie mit einer unbekannten Arznei machen, – 5 Globuli Nigella gegeben, auch sie erlebte eine wesentliche Erleichterung der Nasenatmung. Sie verlangte nach 2 Tagen wieder danach, weil ihr Schnupfen zurückkehrte, die Wirkung war nicht mehr so stark, aber deutlich. Sie erlebte eine schöne Zeit, mit gehobener verliebtheitsähnlicher Stimmung.

    Bei der Besprechung der Arzneimittelprüfung fiel auf, daß es zwei Grundreaktionen gab, die eine mit Witzelsucht und Blödeleien, hier wurde alles von der leichten Seite genommen, die anderen erlebten eine Phase von Müdigkeit und eher depressiver Verstimmung. Bei der gemeinsamen Fahrt (3, 4, 6,) zur Abschlußbesprechung fiel vor allem der hysterisch anmutende Husten von 4 auf, sowie die Empfindlichkeit auf Hitze im Auto von 6, während 3 noch einiges an Wärme vertragen hätte.

    Beim Schreiben dieses Artikels litt ich sicher noch, oder schon wieder, unter dem Einfluß dieser Arznei unter extremen Konzentrationsstörungen, schrieb gedankenlos oberflächlich dahin. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viele Buchstaben verdreht, ausgelassen oder Wörter sonst wie verunstaltet zu haben. Ich habe mich bemüht dies alles auszubessern, und ging damit an den Rand der Erschöpfung. (Ist entschuldigt; die Redaktion)

    Als Essenz dieser Arznei steht für mich eine relativ kurze Wirkdauer, auch in der 30. Potenz, die Stimmung war, egal ob müde, depressiv oder eu/dysphorisch bei allen auf eine gewisse Weise distanziert, als wolle diese Pflanze uns sagen: Nimm’s nicht so schwer. Ich bin nur die Würze nicht das Brot.

    Dr. Henriette Schramm gab die Arznei, offenbar in einer Euphorie, einige Tage nachdem sie ihre Einnahme beendet hatte, als Therapeutikum.

    Patient 25 Jahre, männlich, erhielt wegen eines langjährigen rezidivierenden juckenden und nässenden Bläschenausschlags am Gluteus rechts mit einer Ausdehnung von ca. 5cm 5 Globuli Nigella. Daraufhin erfolgte ein sofortiges Eintrocknen der Bläschen, der Juckreiz nahm ab, nach 2 Tagen war er gänzlich verschwunden und die Effluoreszenz bis auf einen kleinen roten Fleck abgeheilt. Nach 2 Tagen morgens geringe seröse Sekretion aus der Nase.

     

    Krankengeschichte Dr. Bernhard Schmid

    Patientin J.P. 44 Jahre kommt wegen starker Blähungen und Völlegefühls, mit dem Gefühl der Unförmigkeit, mit lautem Rumoren im Bauch. Seit mehreren Nächten schon träumt sie vom unaufgeräumten Haus, wo sie an mehreren Stellen gleichzeitig begann aufzuräumen, nichts weiterbrachte, was sie nicht wirklich störte. Sie fand sich auch im Haus nicht zurecht und erwachte aus diesem Traum mit Müdigkeit. Seit einigen Tagen litt sie auch an einem grippalen Infekt mit triefender Nase und Husten. Sie erhielt von mir Nigella C30 am 29.10.98 und kam nach 5 Tagen wieder, um sich diese Kügelchen nochmals zu holen, da sie so gut getan hatten. Wiederholung der Arzneigabe am 2.11.98 nachmittags. Seither ist sie gesundet – von „Grippe“, Bauchbeschwerden, Schlafstörungen und schlechten Träumen.

    Eine weitere Krankengeschichte: Anfang März dieses Jahres (1999) kam eine Patientin H.K. 14 Jahre, mit einer seit Jahren bestehenden Neurodermitis in meine Ordination. Ich kenne sie schon mehrere Jahre, hatte aber immer nur Teilerfolge. Nun suchte sie meine Ordination mit dem Akutbild eines massiven Herpes labialis auf. Rund um den Mund fanden sich zahlreiche wäßrige Bläschen, die die Patientin weniger vom Aussehen her störten, sie konnte sogar darüber scherzhafte Äußerungen machen, aber ihr Problem war ein extremer Juckreiz dieser wäßrigen Bläschen. Da mir nur wenig Zeit für diese akut eingeschobene Patientin blieb, gab ich ihr – mich an die AMSE erinnernd – Nigella sativa C6. Sicherlich hatte mich auch ein früher gutes Ansprechen auf Pulsatilla (die ja zur gleichen Pflanzengruppe gehört) dazu verleitet, diese Arznei zu versuchen. Ich wurde nicht enttäuscht. Binnen zwei Tagen verschwanden die Bläschen, es war nur mehr eine kleine Reströtung zu sehen. Unhomöopathischer, aber durchaus verständlicher Kommentar der Mutter dieses Mädchens: „Bei meiner nächsten Fieberblase nehm ich’s auch“.

    Literatur

    • Madaus, Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Olms Verlag 1976
    • Beuchert, Symbolik der Pflanzen, Insel Verlag, 1995
    • Schleicher/Saleh, Natürlich heilen mit Schwarzkümmel Südwest Verlag 1996
    • Forman/Niederwieser, Heilen mit Schwarzkümmel, Goldmann Mosaik 1998
    • diverse andere kleinere Schriften und Hinweise.

    B. Schmid