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    Paeonia officinalis 2

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    REMEDY ABBREV.

    Paeon.

    MASTER PROVER

    2) Dr. S.Diez, Dr. B. Schmid, OEGHM, Austria

    YEAR

    2) 1997

    PROVING METHOD

    2) single blind trial

    PLACEBO?

    2) no placebo given

    BLINDING?

    2) Remedy unknown to the 18 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    2) Fa. Peithner, Austria

     

    Description of the substance

    PAEONIA OFFICINALIS  (2.Proving)

    This proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- is currently only available in German language

     

    Arzneimittelselbsterfahrung II
    18 Prüfer: 5 männliche Prüfer (3, 6, 9, 14, 21), 13 weibliche Prüfer (7, 8, 10, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 23, 25, 28).
    Prüfer mit geraden Protokollnummern prüften D30, mit ungeraden Nummern C30.
    Die Arznei wurde einfachblind geprüft, die Potenz (C oder D) doppelblind.
    Einnahmemodus: 1 mal tgl. 1 Gabe C/D30, 1 Woche lang oder bis zum Auftreten von Symptomen.
    Die AMP fand anläßlich einer Fortbildungsveranstaltung für tschechische Homöopathische Ärzte in Tichonice, CZ im November 97 statt.
    Arzneihersteller: Firma Peithner, Wien.
    Prüfungsleiter: Dr. Susanne Diez, Dr. Bernhard Schmid.

     

    Kopf

    1

    Stechende Kopfschmerzen im Nacken (3, 6, 28) beim Erwachen, durch nichts zu bessern (3)
    Kopfschmerzen mittags bis nachmittags, drückend, stechend, Stirn, vom Nacken zur Stirn ziehend oder über/hinter den Augen (7, 8, 9, 16, 25)
    Besserung durch Druck der Hand auf schmerzende Stelle (7, 8, 10)
    Seitenwechsel der Kopfschmerzen an Stirn und Schläfe (8, 10)

    5

    Kopfschmerzen mit Nausea (8)
    Kopfschmerzen mit Schwindel (6, 8, 10, 17)
    Stechende Paraesthesien am Haarboden und rechte Gesichtshälfte, muß ständig hingreifen (3)

     

    Schwindel

    Mehrmals kurze Schwindelattacken (3, 6, 8, 10, 17, 23, 28)
    Unsicherheit beim Gehen, hat sich neben den Sessel gesetzt (10)

    10

    Abends Schwindel mit Schwäche, Schwitzen, Sehstörung „wie unter Wasser, wellig“ und große Ängstlichkeit (14)
    Abends Schwindel mit bleischwerem Gefühl im Kopf, gleich danach starker wäßriger Fließschnupfen mit Niesen einige Minuten lang (18)

     

    Augen

    Unscharfes Sehen (6, 7, 14, 15, 18, 21)
    Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt – „schaue durch den Patienten hindurch, eine Hälfte bei mir funktioniert, die andere nicht“ (15)
    Unsicherheit und schlechte Orientierung durch unscharfes Sehen (21)

    15

    Putzt ständig die Brille oder reibt die Augen wegen unscharfen Sehens (6, 7, 18)
    Nachmittags sieht er die untere Hälfte des Gesichtsfeldes (linkes Auge) verschwommen (9)
    Zucken der unteren Augenlider (3, 23)
    Lichtempfindlich (15)

     

    Nase

    Schnupfen mit wäßrigem Sekret, Niesreiz und salvenartigen Niesanfällen morgens, vormittags (9, 13, 18)

     

    Ohren

    20

    Hört viel schlechter (9, 17)
    Lautes Pfeifen im linken Ohr morgens (18)
    Glaubt mehrmals, das Telefon läuten zu hören (3)

     

    Mund

    Trockener Mund (6, 10, 15, 16, 17) mit großem Durst (10, 15, 17)
    Trockene Lippen (16, 17, 19)

    25

    Brennendes Gefühl in Mund und Hals mit Durst (10, 17)
    Empfindliche Zahnhälse morgens beim Zähneputzen (20)
    Blutwallung zum Kopf mit Hitze und Rötung des Gesichts (3, 10)
    Gefühl eines versteiften starren Gesichts (14, 28)
    „Kann meine Gefühle mit meiner Mimik nicht ausdrücken“ (14)

    30

    „Kann nicht gut artikulieren, wie betrunken“ (28)
    Dauernder Juckreiz – Unterkiefer (9), über der Nasenwurzel (28)

     

    Magen

    Starkes Sodbrennen (7, 8, 28) – durch nichts zu bessern, schlechter durch Essen (8)
    – bei Nüchternheit abends (28)
    „Um 22 Uhr furchtbares Zerschneidungsgefühl im Magen“ (17)

    35

    „Nachmittags stechender Schmerz im Magen, erstreckt sich nach links“ (16)
    Übelkeit nach dem Essen, besser durch Erbrechen (9, 23)
    „Morgens nach dem Frühstück dumpfer Magenschmerz, Schwitzen, Übelkeit – konnte es nicht aushalten ohne zu erbrechen. Nach Erbrechen ist alles wieder gut.“ (23)
    Nausea unabhängig vom Essen (20)

     

    Bauch, Rektum, Stuhl

    Besserung der üblichen Blähungen während der AMP (3, 16, 23)

    40

    Jeden Tag Blähungen von 16 Uhr–18 Uhr. (6, 14)
    Intensive Peristaltik und Blähungen (17)
    Drückende Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, mehrmals (23)
    „Verkrampfte Peristaltik“, Stuhldrang treibt sie morgens aus dem Bett, Stuhl dabei härter als sonst. Verkrampfung zieht sich ins linke Hüftgelenk. (15)
    Harter Stuhlgang die ganze Zeit während AMP (9)

    45

    Vormittags plötzlich heftige stechende durchdringende Afterschmerzen, hören plötzlich auf (8)
    Geschwollene Leistendrüse links, schmerzlos (19)

     

    Brust

    Drückende Schmerzen am Brustbein, „als ob ich was am Herzen hätte“ (3)
    Mittags stechende Schmerzen rechte Mamma beim Einatmen, nachmittags stechende Schmerzen unter dem linken Schulterblatt (25)
    Stechende Schmerzen linke Mamma unabhängig von Bewegung (8)

    50

    Keine sonst übliche gelegentliche Extrasystolie während der gesamten AMP (3, 18)
    Abends kurze intensive Extrasystolie (10)
    Kurz nach Arzneieinnahme Brennen, danach angenehme Wärme am Oberkörper (10)

     

    Husten

    Trockener Reizhusten morgens (16, 19, 25) und nachmittags (25)
    Husten während der Niesanfälle morgens (18)

    Niere, Blase

    55

    Häufiges Urinieren vormittags krampfartig (15) den ganzen Tag (14)

     

    Genitale

    Menses verspätet um 12 Tage (15)
    Unübliche krampfartige Dysmenorrhoe am 1. Tag der Menses, besser durch Krümmen (7)

     

    Rücken

    Stechende Schmerzen LWS (3, 7, 10, 13, 25)
    Abends starker krampfartiger Schmerz im Nacken, in die Dorsalregion ausstrahlend (28)

    60

    Lumbalschmerzen strahlen in den rechten Bauch aus, wie bei einer Nierenkolik (13)
    Am rechten Sitzbein das Gefühl, „als ob er auf einem Nadelpolster säße“ (3)

     

    Extremitäten

    Gefühl, als wären die Waden geschwollen (13, 18)
    Beine schwer wie Blei (6, 18)
    Gefühl schwerer Beine, „als würden sie lahm werden“; Schwellungsgefühl der rechten Wade „wie wenn man einen Reifen aufbläst“ und „ich ertrage das eigene Bein nicht“. Zittern und Ameisenlaufen von den Beinen bis in die Schultern und Oberarme. Koordinationsstörungen beim Gehen, als wäre sie betrunken. Auch der Kopf ist wie die Beine bleischwer (18)

    65

    Morgens bei kolikartigem Stuhldrang kalte Arme und Beine mit stechenden Schmerzen in beiden Knien, linker Hüfte, rechtem Ellenbogen – „Krisengefühl“ (15)
    Aktivierung einer vor 15 Jahren aufgetretenen Peronäusparese ab dem ersten Einnahmetag bis 2 Wochen in der NB – Zeit, „ging wie ein Hahn“ (7)
    Im linken Glutaeus ein Gefühl wie gequetscht; linke Hand kälter als rechte, linker Handrücken stark gerötet nach einem Spaziergang. Morgens kalte Hände und Schwellungsgefühl der Finger. (25)
    Stechende Schmerzen im rechten Hüftgelenk, Gefühl „die Extremitäten versagen ihre Funktion“ (8)
    Stechende Schmerzen in den Fingergrundgelenken der rechten Hand und rechten Großzehengrundgelenk. Schwellungsgefühl der Gelenke mit eingeschränkter Beweglichkeit. (28)

    70

    Stechende Schmerzen im linken Schultergelenk (14, 20)
    Zerschlagenheitsgefühl nachts (20)
    Kribbeln der Finger der linken Hand (10)
    Zittern der Hände (14)
    Schwäche und Unsicherheit in den Beinen (10 – links eingeknickt) morgens, vormittags (19)

    75

    Brennende Fußsohlen (10, 25)
    Brennen der Kniegelenke und beider Handflächen abends (13)
    Auffallende Morgensteifigkeit der Gelenke, „wie der Gang einer verhurten Bettlerin“ (9)

     

    Haut

    Jucken am Oberkörper ohne Ausschlag (19, 25)
    Schmerzhafte Rhagaden an den Fußsohlen, erst links dann rechts (14)

    80

    Pickel vereinzelt am ganzen Körper (3) Oberkörper (13) über dem rechten Schlüsselbein (20)

     

    Appetit

    Auffallend wenig Hunger (13, 14, 16, 17, 18, 25)
    Abneigung gegen Fleisch (7, 20)
    Abneigung gegen den gewohnten Kaffee (13) bzw. gegen den gewohnten Tee (28)
    Verlangen nach Süß, danach Übelkeit und Abneigung gegen Süß (13)

    85

    Viel Durst auf kalte Getränke (6, 8, 10, 14, 17, 19, 28)
    Heißhunger auf Scharfes (6, 15)
    Großer Durst (3, 10, 15, 17)
    Durst auf kalte Getränke ohne Besserung durch Trinken (3, 15, 17)

     

    Hitze/Frost

    Hitziger und warmblütiger als üblich, weniger erfroren (3, 7, 8, 10, 13, 14, 16, 18, 19, 23)

    90

    Heiße Blutwallung zum Kopf, gerötetes Gesicht, angenehme Wärme im Brustkorb (10)
    Noch erfrorener als sonst – „rot vor Kälte“(25), „zugluftempfindlich“(20)
    Kann vor Hitze am Körper nicht schlafen (3)
    Hitze mit Kälte der Extremitäten

     

    Schlaf

    Aufwachen 3 Uhr (14, 16, 18)

    95

    Unruhiger Schlaf (15, 16)
    Brauche weniger Schlaf als sonst (3, 14, 18, 20)
    Der normalerweise schlechte Schlaf ist auffallend besser (10, 13, 17, 23)

     

    Geist – Gemüt

    Während der ganzen Zeit der AMP müde, muß oft gähnen. Fühlt sich ruhig und gelassen im Umgang mit seinen Patienten, kann gut zuhören, „aber ich tue das nicht, um geliebt zu werden!“ (3)
    Große Müdigkeit. Gefühl einer Gleichgültigkeit, es stört ihn eigentlich nichts und trotzdem ist er gereizt im Umgang mit Menschen, besonders, wenn jemand nicht tut, was er von ihm erwartet. Dann kann er aggressiv werden. Seine Angriffslust erlebt er als lustvoll. So schimpft er z.B. auf seine Sekretärin. Er erlebt die Gleichgültigkeit und gleichzeitige Gereiztheit als zwei miteinander unvereinbare Gefühle, als „Schizophrenie“ (6)
    Stärkere Müdigkeit als sonst, Gähnen. „Ein Patient will von mir, daß ich seine Geschichte ernst nehme, aber ich beginne zu lachen und sage ‘Sie sind blöd!’“. Gereiztheit und Unruhe, besonders wenn ich mich in eine Situation hineingedrückt fühle, in der ich nicht sein will und ich keinen Ausweg habe. Normalerweise werde ich mit solchen Situationen besser fertig, fühle mich jetzt dabei aufgeregt und nicht in der Lage, „nein“ zu sagen. Fühle mich eigenen Problemen und üblicherweise angstbesetzten Situationen gegenüber distanziert. (7)
    Müder als sonst, schlafe nach dem Mittagessen ein, was ungewöhnlich ist. Diffuse Angst vor Unbekanntem. (8)
    Große Schläfrigkeit und viel Gähnen. Gefühl der inneren Unruhe und zeitlichem Streß. Fühle mich von meinen Problemen distanziert. (10)
    Gefühl der Ruhe und besseren Leistungsfähigkeit, bin den Patienten gegenüber besser gelaunt, positiver gestimmt und freundlicher. Ja, ich habe sogar das Gefühl, desto freundlicher und besser gelaunt zu werden, je ekelhafter die Umgebung ist. Es ist eine Art langsame Freundlichkeit.
    Das Gehirn bleibt wach bis spät in die Nacht, ich kann gut und aufmerksam denken. Wie eine „liebenswürdige Langsamkeit“, „aktive Apathie“, Gefühl einer großen Liebe zu den Menschen. So gelingt mir mehr als sonst.
    Zu einer Patientin sage ich ganz überraschend „Sie sind ein Huhn“, selbst bezeichne ich mich plötzlich als Hure. (13)
    Mehrmals kurzer Schwindel mit großer Angst vor Krankheit (14)
    Ruhige, gute Kommunikation. Entzweiung mit mir selbst, als würde ich mich selbst von außen betrachten wie ich arbeite. Diesen Zustand kennt sie vom Meditieren und holotropen Atmen. Ein Teil von ihr existiert automatisch und ein anderer Teil schaut zu „als würde ich aus der Praxis der Vergangenheit arbeiten statt mit vollem Bewußtsein“. Andere beobachten sie und erleben sie als „daneben“. Sie spricht langsamer und vollendet beim Sprechen immer wieder ein Wort nicht. (15)
    Fühle mich wohl, bin auffallend weniger müde. Gefühl einer inneren Gereiztheit. Stocken beim Reden. Rasche Stimmungswechsel. Erst Ruhe, dann sogar eine Art „Apathie“. (16)
    Nachmittags nicht so müde wie sonst, Gefühl erhöhter Leistungsfähigkeit. (17)
    Weniger müde als sonst, aber Gefühl der Gleichgültigkeit allem gegenüber. „Die Arznei verändert mich, ich bin nicht ich“. Empfindung von Gleichgültigkeit und Vergeblichkeit aller Mühe. Ich mußte mich beherrschen, den Menschen nicht „die Wahrheit“ taktlos ins Gesicht zu sagen. Gefühl über allem zu stehen, distanziert zu sein, Abstand von allem zu haben. Fühlt sich nicht wie üblich in die Patientenproblematik ein, ist objektiver und kann dadurch besser Arzneien finden. Fühlt sich dabei aber nicht gut und ist sich selbst fremd. „Ich bin viel zu gleichgültig, zu rational, gefühllos und unempfindsam“. Körperlich überwiegt das Gefühl der Schwere. (18)
    Sehr müde aber weniger ärgerlich und zornig als sonst. Gelassen aber nicht gleichgültig. Streitet weniger. (20)
    Gefühl der Unsicherheit und Desorientierung. Fühlt sich in den Träumen verunsichert, ängstlich, bedroht und schutzbedürftig. (21)
    Weniger müde als üblich. Konnte gut arbeiten, gelassen und ruhig. Freut sich, mit allem alleine fertig zu werden. (23)
    Sehr müde, besonders um 11 Uhr und 14–15 Uhr. Ist sogar tagsüber eingeschlafen. Fühlt sich „depressiv“ und weinerlich. (25)

     

    Träume

    • Ich vergewaltige meine Frau, bin dann so frustriert über mich selbst, daß ich mir den Penis abschneide. (3)
    • Ich mußte einen Kollegen mit massiver Psoriasis behandeln und hatte Angst dabei. (3)
    • Ich träume zweimal (!) den selben Traum: Ich sehe Augen, die in einer sehr schönen Landschaft „herumschwimmen“. (7)
    • Ich gehe zu einem Homöopathievortrag. Dort sind viele Leute. Ich komme nur flüchtig und oberflächlich mit ihnen in Kontakt. Ich fühle mich einsam. Es ist eine lustige Gesellschaft, eine Frau singt ein polnisches Lied. Auch ich soll etwas singen, kann nur ein frivoles Lied singen. Dann gehen alle weg und ich fühle mich wieder einsam.
      Gefühl im Traum: ich habe nicht wirklich laut gesungen und außerdem verurteilt man mich, weil ich ein frivoles Lied singe. Ich bin wieder einmal „nur die Zweite“, obwohl insgeheim den Leuten mein Lied besser gefallen hat und sie sich dabei gut unterhalten haben. Trotzdem fühlte ich mich neidisch, als die andere Frau sang. (13)
    • Ich muß auf zwei kleine Mädchen aufpassen, die jüngere von beiden ist böse, die ältere ist braver. Es ist eine zweite Aufsichtsperson da, wir stehen irgendwie in einem Wettbewerb, wer von uns beiden die bessere Pflegeperson ist. Wir waren uns dessen bewußt, daß das jüngere Mädchen ein Fratz ist, und es war mir egal, daß ich keine gute Tante bin.
      Gefühl im Traum: Ich erwarte mit einer gewissen unangenehmen Spannung, daß etwas auf mich zukommt … (13)
    • Abenteuerliche, wirre Träume: Ich bin im Wald, umgeben von meterhohen Riesenpilzen … Ich veranstalte einen Kurs, doch der Bus fährt weiter und bringt mich weit weg …
      Gefühl: Das System ist verlorengegangen, dadurch werden meine Probleme größer.
    • Eine Szene wie in der Fernsehserie „Dallas“ : Ich spiele eine interessante Rolle und bin von vielen Schauspielern dieser Fernsehserie umgeben. Die Spieler sind alle dumme Leute „wie eine Versammlung geistig Behinderter“. Ich und meine Familie mußten für sie sorgen. Die Menschen um mich waren physisch größer und hübscher als ich. Ich hatte das Gefühl, selber geistig höher zu stehen als sie. „Ich werde mit dieser Horde pflegebedürftiger Menschen schon gut fertig werden“. (18)
    • Ich fahre im Wagen, zwei Kinder fallen von einem Felsblock auf die Straße, ich fahre weiter und kümmere mich nicht darum, es ist mir egal, was mit den Kindern geschieht. Dann denke ich mir, daß das doch nicht möglich ist, fahre zurück und tue meine Pflicht. (18)
    • Ich träume von einer Hügellandschaft, trockenes Grasland, gelegentlich ein Baum. Da und dort Häuser, Wirtschaftsgebäude. Da soll ich alleine leben, doch ich habe sonst immer Angst vor dem Alleinsein. Nachts wundere ich mich, daß ich allein bin, ich wehre mich nicht dagegen. Im Haus ist es angenehm, es gibt einen gemütlichen Ofen. Doch ich muß weg und nach Lyon fahren, um dort für eine Freundin als Trauzeugin zu erscheinen. Ich sehe jetzt die Landschaft und das Haus von hoch oben, die Häuser sehen aus wie aus Streichhölzern gebaut. Ich erlebe das Gefühl von Ruhe ohne besondere Emotionen. (20)
    • „Schreckensträume“ … Ich lebe in den arabischen Emiraten, fahre in eine fremde Stadt und soll wieder zurückfahren in meine Heimatstadt, deren Namen ich vergessen habe. Ich irre umher und versuche mich an den Namen der Stadt zu erinnern. In den Straßen halten sich gefährliche Araber auf, die einander bedrohen und voneinander Mautgeld kassieren. Sie wollen von mir Geld, aber ich habe kein fremdes Geld bei mir. Ich fühle mich desorientiert. Zwei Araber wollen mir helfen, ich lasse es nicht zu, weil mir gesagt wurde, ich sehr vorsichtig sein und dürfe niemandem trauen, selbst wenn er mir helfen will. Die Menschen hier sind anders und fremd. „Du mußt achtgeben auf dich und darfst niemandem glauben“. Ich habe ein Geldpaket mit 1000$-Noten übergeben und wurde übertölpelt …
      Assoziationen zum Traum: Ich komme aus Prag, das ist die Stadt, aus der auch mein schrecklichster Patient kommt. Dieser Mann ist 1. sehr arm, 2. wollte ich selbst nicht schlecht vor ihm dastehen. 3. Habe ich Angst, meine Rückkehr (wohin?) zu gefährden, wenn ich mein Geld nicht hergebe. Aber wo verstecke ich das Geld? Ich werde das Versteck nie wieder finden. (21)
    • Ich träume viel, das ist ungewöhnlich, da ich sonst wenig und selten träume. Ich fahre zu einem Homöopathievortrag, ich fahre mit dem Auto. Ein Kollege sitzt am Steuer. Plötzlich hält er in einem Wald, legt seine Hand auf mein Knie und gesteht mir seine Liebe … aber leider: mein Mann weckt mich auf! (23)
    • Ein eigener Traum nach der Einnahme von Paeonia C30 abends vor dem Schlafengehen und dem festen Vorsatz zu träumen:
      Ich sehe meinen kürzlich verstorbenen Vater im Sarg im Grab liegen. Der Sarg ist geöffnet und ich sehe den vertrocknenden Leichnam meines Vaters. Der Leichnam ist in eigenartigen Bewegungen des Verrottens. Das macht mir keine Angst, berührt mich lediglich. Ich erlebe es als völlig natürlichen Vorgang des Sterbens und Vergehens.

    Anm.: Paeonia findet sich in der Rubrik: Traum vom Tod von Verwandten.

    Aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten war es nicht möglich, die Träume der tschechischen Kollegen weiter assoziativ zu bearbeiten. Ich möchte diese Träume daher kommentarlos lediglich als Phänomene stehen lassen und sie somit den Assoziationen des Lesers überlassen.

     

    Freie Assoziationen der Prüfpersonen zur geprüften Arznei

    Es geht um die Fähigkeit und die Lust, den Leuten die „Wahrheit“ ins Gesicht zu sagen.
    Themen: Taktlosigkeit, Gelassenheit, gesunde Distanz zu den Problemen der Patienten wie den eigenen. Diese objektive Distanz des Arztes zu den Beschwerden seiner Patienten ist notwendig, um heilen zu können. Es ist eine gesunde Gelassenheit, die den Arzt zur notwendigen Objektivität befähigt. Jedem Heilungsprozeß muß der Arzt auch das entsprechende Mysterium lassen können, nicht alles ist begründbar, nicht alles kann gewußt werden. Wir müssen den Raum für das Geheimnis der Heilung offen lassen.

    Es drängt sich eine Ähnlichkeit zu Helleborus auf: „Dullness of sensorium“ – „die Augen sind in Ordnung, aber sie sehen nicht“ … Helleborus als Folge enttäuschter Liebe, Paeonia als Folge schlechter Nachrichten.

     

    Die Pfingstrose als Pflanze

    Die Pfingstrose läßt sich im Garten nicht leicht verpflanzen und versetzen, sie ist traditionell bodenständig und liebt ihren angestammten Platz. Sie braucht viele Jahre bis zur ersten Blüte. Die Blüten sind schwer, neigen sich zur Erde. Während Rosen bis zum Verblühen meist die Form wahren, hinterlassen Pfingstrosen beim Abfallen der Blütenblätter eine heillose Unordnung. Unter dem Pfingstrosenstrauch wächst kein Unkraut, die Pfingstrosen selbst sind von Ameisen bevölkert, die offensichtlich gut mit ihnen gemeinsam leben.

    Der Duft der Pfingstrose ist erst lieblich frisch und süß, später schwer und morbid. Zuletzt trägt er den widerlichen Hauch der Verwesung; eine Frühlingsblume, deren Blütenblätter von den Kindern bei der Fronleichnamsprozession auf den Weg gestreut werden. Die Blüte verlockt – aber der Fruchtstand sieht aus wie ein dicker Hämorrhoidalknoten. Eine nekrophile morbide Blume, schwer und ohne alle Leichtigkeit. (Zur Stimmung während der Arzneimittelprüfung: „Wir kommen heiter herein, dann wird die Stimmung immer schwerer und müder …“)

    Assoziationen zu Asklepios, dem großen Heiler der Antike und zum Märchen vom „Gevatter Tod“ der Gebrüder Grimm.

     

    Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Wirkung von Paeonia C30 und D30. (Gerade Protokollnummern D30, ungerade Protokollnummern C30).
    Anm.: Schon in mehreren Arzneimittelprüfungen wurde kein Unterschied in der Wirkung zwischen C30 und D30 Potenzen festgestellt (1995 Phosphor C/D30, 1996 Tarantula C/D30, 1997 Drosera C/D30)

    S. Diez