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    Paeonia officinalis

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    REMEDY ABBREV.

    Paeon.

    MASTER PROVER

    1) Dr. S.Diez, OEGHM, Austria

    2) Dr. S.Diez, Dr. B. Schmid, OEGHM, Austria

    YEAR

    1) ???2) 1997

    PROVING METHOD

    1) single blind trial

    2) single blind trial

    PLACEBO?

    1) no placebo given

    2) no placebo given

    BLINDING?

    1) Remedy unknown to the 7 provers

    2) Remedy unknown to the 18 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    1) Mag. Heidemarie Brunner, Stadtapotheke Retz, Austria

    2) Fa. Peithner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of paeonia officinalis, the peony

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Paeonia officinalis, der Pfingstrose

     

    Proving documents currently available only in German

    Published in the Austrian jounal Documenta Homoeopathica No.19

     

    2.proving in German available Here

     

     

    PAEONIA OFFICINALIS

     

     

    Arzneimittelselbsterfahrung I
    7 Prüfer: 6 weibliche Prüfer (1, 2, 3, 4, 5, 7), 1 männlicher Prüfer (6).
    Die Prüfung wurde einfachblind durchgeführt und fand als AMSE im Rahmen der homöopathischen Ausbildung als Arbeitskreisarbeit unter Supervision statt.


    Einnahmemodus: einmal täglich C30 eine Woche lang oder bis zum Auftreten von Symptomen.
    Prüfungsleitung: Dr. S. Diez.
    Arzneihersteller: Mag. Heidemarie Brunner (Stadtapotheke Retz).
    NB = Nachbeobachtungszeit, die Zahl nach NB bezeichnet den Nachbeobachtungstag; die Zahl nach den Zitaten aus dem Prüfprotokoll bezeichnet die Probandennummer.

     

    Kopf

    1

    Kopfschmerzen morgens nach dem Aufwachen (3, 4)
    Kopfschmerzen drückend (2-NB, 3), schwer mit spitzen Schmerzen dazwischen (4)
    Druck hinter den Augen, als würden die Augen herausgedrückt (3)
    Kopfschmerzen vom Nacken zu Schläfe und Stirn ziehend (2-NB, 4),

    5

    Pulsierende Schmerzen beim Bücken links, schlechter durch Anstrengung (2-NB)
    Schmerzen besser durch: Aufstehen, Bewegung, Gegendruck (3)
    schlechter durch Anstrengung, geistige Anstrengung (2-NB), Ruhe (4)
    Kopfschmerzen mit Frösteln (2-NB)
    Auffallend weniger Kopfschmerzen als üblich (häufiger dumpfer und stechender Nackenkopfschmerz bei Anspannung) (6)

    10

    Schädeldach fühlt sich wund an (4)
    Empfindliche schmerzhafte Haarwurzeln (1, 2, 4) „Haarband und Haarknoten tut weh“ (4)
    Trockene Hitze zum Kopf aufsteigend mit Atembeschleunigung gleich nach der Einnahme, dann wieder 3 Uhr und 15 Uhr (2)
    „Als ob ein warmer Strom vom Kopf zu den Fingern fließen würde“ gleich nach der Einnahme. Das Gefühl, „als ob alles im Denken klarer würde“, „als würden Wolken aufklären“ (3)
    Heißer Kopf nachmittags (5, 6)

    15

    Heißer roter Kopf, kalte Hände und Füße (4, auch bei ihrer kleinen Tochter)
    „Benommener schwerer warmer Kopf nachmittags, wie in Trance, bemerke nicht, was ich rede, schreibe aber richtig“ „als wäre ich nicht gewesen“, 16 Uhr (6)

     

    Augen

    Augenbrennen abends (2)
    Gefühl, nicht scharf zu sehen, müde, „wie zwischen Wachen und Schlafen“ „bin zu müde, um zu sehen“ (1)
    Tränenfluß (3), Druck auf den Augen (3, 6)

     

    Gesicht

    20

    Geschwollene Tränensäcke morgens (2, 3)
    Gefühl eines geschwollenen gedunsenen Gesichts (4, 5)
    Gerötetes Dreieck auf der linken Wange (2)
    Rotes heißes Gesicht (1, 4)
    Gesichtsröte wie bei einem Flush besonders abends 18 Uhr, schlechter nach Kaffee, Tee, Alkohol (7)

     

    Nase

    25

    Abklingender Schnupfen wird plötzlich wieder mehr, mit verändertem Sekret (rahmig, gelblich, zäh), Nase wird wund. Besser im Freien (1)
    Nach der Einnahme plötzlich wäßriges Sekret aus der linken Nase ohne Schnupfen, dann vermehrtes Niesen und ständig feuchte Nase (2)
    Nase rechts morgens trocken, verkrustet, wäßriges Sekret (3)
    Scharfes wundes Brennen in der Nase nach Bewegung in frischer Luft (5)

     

    Ohren

    Juckreiz im linken Ohr abends, Bohren bessert (2)

    30

    Pulsierender Schmerz im rechten Ohr „als ob die Raumwahrnehmung auf dieser Seite erhöht wäre“ (5)
    Sehr lärm- und geräuschempfindlich (1,2,4,6) – das laute Sprechen „erschüttert sie“ und „nimmt sie körperlich her“ (2)
    Empfindlich auf helle Töne, Tellerklappern und Reden (1)
    Kann den Lärm der Kinder nicht aushalten (1, 4, 6)

     

    Mund

    Trockener Mund (1, 5)

    35

    Wundheitsgefühl am Gaumen (3)
    Ganze Schleimhaut empfindlich, rauh, leichtes Brennen, metallisches Gefühl (1)
    Taubheit an der Zungenspitze (1)
    Dicker weißer Belag am Zungengrund (2, 4)
    Ziehende „Zahnschmerzen“ im Oberkiefer nachmittags 16 Uhr (1)

    40

    Speichelfluß vermehrt, besonders nach dem Essen (4)

     

    Hals, Rachen

    Trocken, kratzig (1, 3) mit zähem Schleim (1) zäher Schleim rinnt den Rachen hinunter (3)
    Gefühl, „als ob ein Brösel stecken würde“, reizt zum Husten; „Juckender Kloß im Hals“ (2)

     

    Lunge

    Reizhusten vom Hals ausgehend, abends (4)
    Hustenreiz unmittelbar nach dem Hinlegen (6)

    45

    Ein bestehender quälender Reizhusten war schlagartig weg (1)
    Schnellere und tiefere Atemzüge bei Hitzegefühl. Gefühl, wenig Luft zu bekommen (2)

     

    Herz

    Herzklopfen bei Hitzegefühl (3, 4) – „es drängt zum Hals“ (4)

     

    Brust

    Diffuses Druckgefühl linke Brustseite (6)
    Juckreiz linke Mamma (3)

     

    Magen

    50

    Vermehrter Appetit (2, 3, 4, 5, 6)
    „Könnte unendlich viel essen, kein Sattheitsgefühl“ (2), ißt öfter als sonst und gibt auch den Kindern ständig zu essen (3), Gefühl zu verhungern, wenn sie nicht ständig etwas zu essen mitnimmt (5)
    Ißt trotz leichter Übelkeit (4)
    „Übelkeit im Kopf“ (4)
    Verlangen nach Pudding und Kakao – danach Übelkeit (4)

    55

    Verlangen nach Süß (2, 4) Pudding (3, 4) Cremetorten (2, 1)
    Verlangen nach Kaffee und Tee, um wach zu bleiben (1, 4)
    Abneigung gegen üblichen Kaffee, „weil er Energie wegnimmt“ (2-NB)

     

    Bauch, Rektum, Stuhl

    Blähungen morgens nach dem Aufstehen, am späteren Nachmittag und abends (2, 3, 5)
    Hörbares Gurgeln und Kollern im Bauch (2, 5)

    60

    Hitzegefühl in den Gedärmen, auch nachts (2)
    Stuhl weicher als sonst (3)
    Der üblicherweise weiche Stuhl wird knollig (4)
    Ockergelber Stuhl (2)
    Stuhl mehrmals täglich (2)

    65

    Plötzlicher explosiver Stuhlgang, „von Tag zu Tag entleert sich der Stuhl noch schneller“ (2)
    Brennendes Gefühl nach dem Stuhlgang (2)
    Übliche Hämorrhoidenbeschwerden sind verschwunden (7)

     

    Muskel, Gelenke

    Morgens steife Gelenke, erwacht mit ziehenden Gelenksschmerzen „wie ein alter Arthrotiker“, rechtes Knie leicht geschwollen und schmerzhaft, Schmerz linke Hüfte und links lumbal. Überlegt deshalb, ob sie eine ganz kurze Strecke lieber mit dem Auto fahren soll. Steifer Nacken. Die Stelle einer alten Unterschenkelthrombose schmerzt wieder
    Beine bläulich geschwollen „wie venöse Stase“; total frostig (1)

    70

    Brennendes Druckgefühl auf den Fußsohlen morgens beim Auftreten (3)
    Muskelkatergefühl der Hand- und Fußmuskel (3)
    Nachts sind beide Arme mehrmals eingeschlafen, besonders rechts (3)
    Schwere Beine, wundes Gefühl der gesamten Unterschenkelmuskulatur „wie nach einem langen Fußmarsch“ (4)
    Fühlt sich ganz leicht beim Aufwachen, keine (sonst üblichen leichten) Beinödeme, „Beine fühlen sich federleicht an, nachmittags das Gefühl eines leichten federnden Ganges“ (6)

    75

    Schweregefühl der Beine, besonders an einem Regentag (3)
    Wallendes Hitzegefühl in den Händen, heiße Hände, Gedunsenheitsgefühl; Kraftminderung beim Schreiben (2)
    Leichtes Zittern der Hände (2, 3)
    Beine unruhig, kribbelig, wackelig (3)
    „Schreibe leserlicher und flüssiger“ (6) „Schrift schrecklich, verschreibe mich oft“ (6-NB)

    80

    Allgemeines Schwere- und Schwellungsgefühl am ganzen Körper besonders morgens „über Nacht“, 5kg Gewichtszunahme während der AMP (7)

     

    Haut

    Ein seit einem Jahr bestehendes Handekzem rechts ist erstmals abgeheilt (4)
    Livides Knötchen mit kleinem Bläschen zwischen dig. II und dig. III links, schmerzt bei Berührung (4)
    Druckschmerzhafte Pickel auf der Haut (3)

     

    Schweiß, Frost, Hitze

    Total erfroren, sehr kalte Füße, erwärmt sich im Bett nicht (1, 5) und kann deshalb auch nicht einschlafen (1)

    85

    Hände und Füße kalt, fröstelt, nachts fröstelt beim Erwachen (3)
    Ungewöhnliche Wärme von der Brust aufwärts (4)
    Verlangen nach sehr heißer Dusche (3)
    Gleich als sie die Arznei in die Hand nahm, wurde die linke Hand bläulich und kalt (1)
    F Beobachtung: bei der Nachbesprechung ist allen im Zimmer kalt, obwohl es fast 25 Grad im Zimmer hat! Auffallenderweise sitzen aber alle mit rotem Gesicht da, bis auf eine Probandin (2)

     

    Genitale, Menses

    Zervikalschleim bei der Ovulation war zäher und gelber als sonst (1)

    90

    Am 2. Tag der Einnahme abends ziehende Schmerzen im Unterbauch wie vor der Regel (3)
    Menses um 4 Tage verspätet, auffallend schwach und helles Blut.
    Am 1. Regeltag geht es ihr sehr schlecht, zunehmendes Schwächegefühl, herabdrängendes Gefühl im Unterleib, ziehende Schmerzen bis in die Füße.
    Sie fährt gedankenlos Auto, um 13 Uhr Stiche im rechten Unterbauch und im rechten Nierenlager, völlig erschöpft, fröstelig, muß sich hinlegen, fast wehenartiges Abwärtsziehen im Bauch. Liegen, Ruhe, Wärme und Handauflegen auf den Bauch bessern (2)
    Bei der nächsten Menses (NB) sehr starke Blutung mit faustgroßen fast schwarzen Blutklumpen, die ganz plötzlich abgingen „wie eine Geburt, als hätte ich Plazenta verloren“

    95

    Bei den beiden darauffolgenden Regelblutungen (NB) starkes Ziehen in der Nierengegend beidseits, wie bei den Geburten, Menses stinkt „nach altem Blut“
    Fühlt sich die ganze Zeit schlecht, „wie in eine dunkle Wolke gehüllt“ (2)
    Ziehende Schmerzen in den Leisten bis zu den Schamlippen wie in den letzten Wochen der Schwangerschaft
    Spürt wieder das Gefäßbett der Vulvavarizen, die sie in der Schwangerschaft hatte
    Stechende Schmerzen im Damm (4)

     

    Schlaf

    100

    Aufwachen 3 Uhr bis 3 Uhr 30, morgens müde und wie zerschlagen (7)

     

    Allgemeinbefinden, Stimmung

    „Eine zunehmende Müdigkeit holt die Aktivität ein“, zunehmende Gelenksschmerzen
    Hat plötzlich kein Gefühl mehr für ihre Kinder, empfindet sich distanziert und teilnahmslos. „Ich hätte meine Kinder am liebsten aus dem Fenster geworfen, ich kann nicht mehr!“

     

    Halber Schlafzustand tagsüber, halber Wachzustand nachts. Plötzlich auch hellwach nachts. Sie kann nichts Konstruktives schaffen.


    Vision vom Alter, empfindet dabei aber „stoische Ruhe“, eine gewisse Gelassenheit, fast Heiterkeit: „Als wäre ich ganz alt, so muß man sich fühlen, wenn man nicht mehr laufen kann und auf den Tod zugeht, dann ist alles einfach vorbei.“ und: „Erleben wir Dinge aus früheren Leben wieder?“ Beschäftigt sich viel mit Fragen, die sich um den Tod drehen. Die Kinder fragen sie: „Mami, wie lange bleibst du noch bei uns?“ (1)


    Hatte mehrmals die Idee: „Was wäre, wenn es brennen würde, was würde ich retten?“
    Erst aufgewühlt, dann zunehmend müde, gelassen und gleichgültig („als würde mir Energie aus dem Körper gezogen“). Auch die Mutter meinte, sie mache einen unsicheren schwachen Eindruck.
    Fühlt sich lange Zeit wie in dunkle „rot-schwarze“ Wolken gehüllt, wie unter einem Fluch. (Sie assoziiert diese Wolken mit der klumpigen Regelblutung). „Sehe alles durch eine dunkle Brille, resigniere früher, bin ängstlicher. Gefühl der Bedrohung von außen, durch böse Mächte (durch distanzlose Drogensüchtige – „Drogensüchtige sind Menschen, die Liebe suchen, und glauben, sie in den Drogen zu finden, dann ergreifen die Drogen Macht über sie und bestimmen ihr Leben“ –; psychisch Kranke; im Dunkeln alleine in der Wohnung; Angst, geprüft zu werden, was sie für ein Mensch sei; unbestimmte Zukunftsängste als allgemeines Gefühl der Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in sich und die Welt. „Als gebe es eine dunkle Kraft, eine negative Energie, einen bösen Geist oder etwas Animalisches, das mich bedroht“) Während der AMP hatte sie mehrmals das Gefühl, „jemand“, ein böser Geist, sei in der Wohnung.
    In dieser Zeit mußte sie häufig an eine Arbeitssituation denken, wo sie ihren Chef „als Teufel, als Dämon“ erlebt hatte. Sie hatte Angst, dieser Mensch könnte sie bedrohen. „Dort war alles von Grund auf falsch“. Dieser Chef war ein geldgieriger Machtmensch, der andere Menschen als Mittel zum Zweck mißbrauchte und seine Mitarbeiter unterdrückte. „Ich hätte damals sagen müssen, daß ich weggehe“.
    War während der AMP übermäßig geräuschempfindlich „die schützende Grenze zwischen mir und der Außenwelt fehlte.“ Das Draußen als ausgegrenzte fremde böse Macht (das Laute, Lärmende, das Neue, der Puls der Zeit, alle Möglichkeiten, schnelles Leben, Vergänglichkeit, Materielles, Geld, Image, …)
    Ereignisse während der AMP: Gatte der Probandin entwickelte aus heiterem Himmel über Nacht eine akute Appendizitis, die operiert werden mußte.
    Sie selbst fuhr an einem Unfall vorbei und konnte nicht anhalten.


    Hat sich mehrmals geschnitten, in den Finger, in die Nase, … „Nichts hat funktioniert“ (2)
    Fühlt sich gelassen und kann sich von den cholerischen Ausbrüchen ihres Gatten gut distanzieren. Nachmittags (15 Uhr) extrem müde, trotzdem hell und klar im Kopf. Fühlt sich quirlig und unternehmungslustig, unternimmt viel, kann bis spätabends Hausarbeit machen.
    Empfindet sich selbst als besser gelaunt, nichts erschüttert sie. Nichts geht so, wie sie es geplant hat, desorganisiert, sie erlebt es aber distanziert und „wie weit weg“. Ihr Mann erlebt sie als aggressiv. Sie meint, sie wäre während der AMP ein ganz anderer Mensch gewesen, spontaner, leichtlebiger, dabei irgendwie ungeschickter und schusselig. (3)
    Extrem müde, mußte mittags schlafen. Der Anblick der Hausarbeit macht „Endzeitstimmung“. „Ich halte die Kinder besonders schlecht aus“. Trotzdem ist sie gut gelaunt und schläft gut. Ab dem 5. Einnahmetag viel Streit mit dem Gatten.
    Nicht so einfühlsam der Tochter gegenüber: „Sage ihr, was ich ihr immer schon sagen wollte“.
    Ihre einjährige Tochter, die sie noch gelegentlich stillt, schlief während der AMP besonders in der ersten Nachthälfte sehr schlecht, wachte ständig auf, unruhig, weinen, auch Stillen hilft nur wenig. Am 2. Tag hat sie wenig gegessen, kein Appetit, wenig getrunken, öfters Weinen, würgt beim Weinen und dabei auch einmal erbrochen. Am 3. Tag heißer Kopf mit kalten Händen und Füßen ohne Fieber. Findet den ganzen Tag keinen Schlaf außer kurz mittags. (4)

    105

    Angst vor der Zukunft, Angst in ein schwarzes Loch zu fallen. Alles erscheint grau-schwarz. Gereizt beim Autofahren. Übersensibel auf alles, verträgt es nicht, wenn man ihr nicht ganz freundlich begegnet. Will nirgends hingehen, fühlt sich eingesperrt und gehemmt, „wie in einem Panzer“, Gefühl der „Starre“. (5)
    Müde, leer, trotzdem wie aufgezogen. Trotz Grippe und viel Arbeit gelöst, beschwingt locker und heiter. (6)
    „Als ob es eine Trennung gebe zwischen meinem Willen und meinem Körper“. Bild: Es wäre leicht, sich in einen Sarg zu legen, alles loszulassen, und alles wäre vorbei.


    Ein neues Gefühl: Wenn ich etwas wirklich will, geschieht es schon von selbst, da muß ich nichts dazutun.
    Ein neues Thema: Anderen Menschen Grenzen setzen, damit sie mich nicht so leicht verletzen können. Das Thema der Grenzen beschäftigt sie jetzt überhaupt sehr, „die Empfindsamkeit an der Grenze spüren“.
    In ihrer Familie war der Vater dominant („er versuchte, dominant zu sein“) und verletzte die Grenzen der Frauen in der Familie, die alle nicht ausreichend wertgeschätzt wurden. Die Mutter hat immer alles hingenommen („wir alle haben viel hingenommen“).
    Ihr verstorbener Vater beschäftigt sie wieder: „Ich hatte eine spirituelle Begegnung mit ihm, er ist irgendwie mein Begleiter“.
    Sie fühlt sich alt, kraftlos, aber nicht freudlos. Sie spürt „das welke Fleisch“. „Als hätte ich etwas erlebt, was in 30 Jahren kommen wird“. Das Alter, wie das Welken einer Blüte, erlebt sie doppelt: geistig heißt es, einen Sinn suchen und Gott entgegengehen, körperlich bedeutet es, weniger Kampfkraft zu haben, auch weniger Abwehrkraft gegen Krankheiten. Körperlich heißt alt sein Verfall und Tod. (7)

     

    Träume

    • In einer Traumserie in einer Nacht sind viele Menschen gestorben …
    • Ein geräumiges schönes Holzhaus, dort lebe ich mit der Familie in völliger Harmonie …
    • Ich bin bei einer Freundin zu Besuch in einem alten Bauernhaus, riesige Fenster als Mauerersatz, es waren verschwommene Grenzen, und man hat hinein und hinaus gesehen. Ich hatte das Gefühl: Ist es den Nachbarn nicht unangenehm, daß wir von drinnen alles sehen, was draußen ist? (2)
      Bearbeitung des 3. Traumes: zu „Nachbarn“ assoziiert sie: das, was draußen lebt; zu „draußen“: das, was nicht meine Welt ist – die moderne Welt, der Konsum, der Lärm, das Unwesentliche, was mich vom Wesentlichen ablenkt. Wesentlich sind die Familie und mitmenschliche Kontakte. „Draußen“ in der Stadt; sie selbst liebt mehr die Natur, die durch das gemütliche warme Bauernhaus mitten in seiner natürlichen Umgebung repräsentiert wird.
    • Ein Grab am Friedhof. Ich stehe außerhalb des Grabes, es ist mein Grab, ich schaue auf mich selber … aber es ist nicht schrecklich. Mehrere Leute stehen um das Grab … ich schaue eher aus dem Grab heraus … (3)
      Bearbeitung des Traumes: Es fällt ihr sofort die verstorbene Mutter ein, mit der sie sich identifiziert. „Ich finde es ungerecht, daß sie jetzt da draußen liegt“. Ihr Vater war sehr dominant und unterdrückte die Mutter, die sich nur durch Rückzug wehren konnte.
    • Traum vom toten Onkel, der im KZ war.(3)
    • Eine Gruppe von Seminarteilnehmerinnen wartet auf meinen Mann, er soll vortragen. Einige der Teilnehmerinnen sind esoterisch angehaucht. Ich begleite meinen Mann zum Vortrag, wir sind zu spät dran. Er will im Bärenkostüm auftreten, um die esoterischen Damen zu provozieren. Ich frage, ob das nicht übertrieben ist und bitte ihn, den Bärenkopf erst dort aufzusetzen, sonst könnte man ihn im Wald für einen echten Bären halten und erschießen … (3)
      Bearbeitung des Traumes: Zum Bären fällt ihr ihr Mann ein, der stark, lieb und kuschelig ausschaut, darunter aber verbirgt sich die versteckte Gefahr der Zähne, besonders wenn man ihn reizt. Ihr Gatte ist übermächtig und dominant wie ihr Vater, besonders wenn er aggressiv wird. Sie ist genauso wie ihre Mutter dieser Übermacht ausgesetzt. Das Thema: Einem Übermächtigen ausgeliefert sein und sich nicht wehren können, sich aber wehren müssen.
      Die Übermacht ist der Wille des Vaters (Partners). Der Bär steht für sie für einen großen mächtigen Menschen, der Ruhe und Frieden braucht, an den man nur gelegentlich überhaupt herankommen kann, der beschützen kann, der aber die Kontrolle über seine Kraft verlieren kann und dann bedrohlich wird. Ihr Vater war viel abwesend aber als Bedrohung ständig präsent. „Wie ein Hirtenhund, der seine Schäfchen ständig beisammenhalten will und sie deshalb kontrolliert“. Das Schutzgeben und das Freiheitgewähren stehen einander gegenüber. Es geht um Loslösung von der Familie, von Mutter und Vater. Sie hat sich immer an starke Menschen angeschlossen um akzeptiert zu werden. Loslösung würde selbständiges Dazugehören bedeuten. (3)
    • Träume von Pflichten, Pflichtgefühl (6)
    • erotische Träume (6)
      Anmerkung: Bei Probandin (1) wird 4 Monate später eine Hyperthyreose diagnostiziert.

    S. Diez.

     

    zwischen den vielen abschieden
    bin ich
    in der seligkeit einer umarmung
    allewig
    in deinem kuß