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    Pteridium aquilinum

    Requests: If you need specific information on this remedy - e.g. a proving or a case info on toxicology or whatsoever, please post a message in the Request area www.homeovision.org/forum/ so that all users may contribute.


    REMEDY ABBREV.

    Pter-a.

    MASTER PROVER

    1) Marie Geary Welsh School of Homeopathy

    2) Dr.Drach, Dr. F. Swoboda, OEGHM, Austria

    YEAR

    1) 20002) 2005

    PROVING METHOD

    1) according to Jeremy Sherr's book: The Dynamics and Methodology of Homeopathic Provings

    2) Classical, single blind trial

    PLACEBO?

    1) yes, one of 7 provers received placebo

    2) no placebo given

    BLINDING?

    1) remedy unknown to the 7 provers

    2) remedy unknown to the 7 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    1) Helios Pharmacy, UK.

    2) Mag. Heidemarie Brunner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Pteridium aquilinum, the Common bracken

    Eine homoöpathische Arzneimittelprüfung von Pteridium aquilinum, dem Adlerfarn

     

    Proving document of the Welsh proving available Here

    Proving document of the Austrian proving (currently only in German) see below

     

    The Austrian proving is published as well in the Documenta Homoeopathica No.27

     

    Doris Drach, Franz Swoboda

     

    Adlerfarn, Pteridium aquilinum

    Eine Arzneimittelprüfung mit Hindernissen

     

    Im September 2005 entschlossen sich sieben Prüfer, vier Frauen und drei Männer, an einer Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE) unter der Leitung von Dr. Franz Swoboda teilzunehmen. Einige von ihnen hatten bereits Erfahrungen mit dem Prüfen von Arzneien. Dem Leiter war als einzigem die von ihm gewählte Arznei bekannt.
    Die Beschaffung der frischen Pflanze und die Herstellung der Arznei lag – wie bei vielen unserer Prüfungen – in den Händen von Frau Mag. Heidemarie Brunner, Salzburg. Für diese Arznei im Speziellen und für all die anderen sagen wir herzlich Dank. Dank schulden wir ferner Frau Mag. Leisser von der Stadtapotheke Retz, Niederösterreich. Sie hat uns die Arznei ebenso wie viele davor zur Verfügung gestellt.


    Neben den täglichen Aufzeichnungen in ein Protokollheft sollten die Prüfer Telefonkontakt zu einer Supervisorin halten. Hier begann die erste Schwierigkeit, die uns durch die AMSE begleiten sollte. Die Supervisorin war nicht auf sieben Anrufe am Tag vorbereitet. Die Anrufe kamen oft zeitlich ungelegen. Die Kommunikation funktionierte nicht. Es wurden Anweisungen weitergegeben, die nicht im Sinne des Prüfungsleiters waren. Schließlich wiederholten zwei Prüferinnen die AMSE nach einigen Wochen, diesmal mit direktem Telefonkontakt zum Prüfungsleiter. Eine Nachbesprechung war geplant. Sie verzögerte sich, weil eine zweite kleine Gruppe die Arznei ebenfalls prüfen wollte. Es wurde zugewartet. Als wir die Prüfung endlich abschließen wollten, waren die Protokolle der anderen Gruppe unauffindbar. Keiner wollte drängen oder Druck machen. Wir entschlossen uns, unseren Teil alleine niederzuschreiben. Es wurde nicht mehr darüber gesprochen.


    Im Herbst 2006 begannen wir die Protokolle durchzuarbeiten. Als das Treffen unserer Gruppe im Jänner 2007 zustande kam, konnten sich viele Prüfer an ihre genauen Symptome erst wieder erinnern, als sie ihr Protokoll lasen. Vielleicht hat der lange Abstand zur Durchführung der Prüfung den Vorteil gebracht, dass einige ihre Symptome aus dem Kontext heraus besser verstehen konnten: welche Situation beispielsweise so eine tiefe Depression auslösen konnte, und was das Spezielle daran war. Außerdem wurde das Geheimnis gelüftet: Ein Farn war geprüft worden? Der Adlerfarn?
    Seit der Besprechung sind weitere neun Monate vergangen. Der Alltag war zu präsent, da blieb keine Zeit für Zusätzliches. Und es war kein befriedigendes Bild von der Arznei entstanden, weder auf der Gemüts-ebene noch auf der körperlichen Ebene. Das schien eine Menge Arbeit zu werden, das war nebenher nicht zu schaffen.
    Warum ich von diesem Chaos berichte? So sollte eine gut geplante AMSE ja nicht ablaufen. Im Rückblick half uns gerade das, was da während der Durchführung passiert war, die Arznei zu begreifen.

     

    Ergebnisse der AMSE

    Lesen Sie zunächst, wie es unseren Probanden ergangen ist.

    Prüfer I wirkt auf die Umgebung fröhlicher als sonst. Auffallend sind zwei realitätsnahe und bedrohliche Träume.

    Prüfer II erlebt den Alltag als Überforderung, bemitleidet sich und neigt zu Tränen. Bekannte ziehende Schmerzen im Kreuz und in der Kniekehle verschwinden über Monate, ebenso eine bekannte Psoriasis der Kopfhaut.

    Prüfer III leidet unter Symptomen im Urogenitalbereich: die Miktion ist unvollständig und von brennenden Schmerzen und Hitze im Bereich der Harnröhre begleitet, der Harn ist konzentrierter als sonst. Wenige Tage später treten Symptome einer Balanitis auf.


    Der Proband hat einen Traum von körperlicher Anstrengung und einen zweiten Traum, in dem er sich entgegen der Realität erfolgreich gegen die Wünsche seiner Umgebung behauptet.

     

    Prüferin IV reagiert nicht auf die Arzneigabe.

    Prüferin V bemerkt zunächst ein Brennen an den Fußsohlen, das links über Tage anhält und nach proximal bis zur Mitte des Unterschenkels reicht. Zwei Tage nach der Einnahme hat sie ein starkes Krankheitsgefühl mit Hitze und wiederkehrenden Schweißausbrüchen: begonnen haben die Beschwerden mit Übelkeit und Krampfschmerzen im Oberbauch, begleitet werden sie von wandernden Gliederschmerzen.
    Weiters bemerkt sie ein Würgegefühl im Kehlkopfbereich, das sich beim Reden und beim Schlucken verstärkt. Dazu kommt ein Stechen im rechten Ohr und in den Kieferhöhlen.

     

    Prüferin VI leidet über Tage an Halsschmerzen, die beim Schlucken erträglicher werden, weil der Hals sich dadurch weniger trocken anfühlt. Schlucken löst gelegentlich Hustenreiz aus. Während des kratzigen Gefühls im Kehlkopf räuspert sie über Tage glasigen bis weißlichen Schleim aus dem Larynxbereich und den Bronchien hoch. Die Stimme ist hauptsächlich am Morgen beeinträchtigt. Die Probandin fühlt sich in den ersten Tagen nach der Einnahme nervös, gehetzt. Alles ist ihr zuviel, wobei sie zum Zeitpunkt der Arzneieinnahme als Mutter von drei Schulkindern zu Schulbeginn tatsächlich sehr beschäftigt ist.

     

    Prüferin VII beeinträchtigt besonders das Gefühl, banale Alltagsdinge nicht zu schaffen. Der Abstand zu fremden Schicksalen geht verloren und stimmt sie weinerlich. Daraus entwickelt sich ein depressiver Zustand mit Suizidgedanken, der von der Umgebung nicht bemerkt wird. Ereignisse aus der Vergangenheit, die bereits bewältigt schienen, beschäftigen sie erneut und werden erst nach einem Gespräch endgültig abgeschlossen sein. Im Vergleich zu früheren depressiven Verstimmungen ist die Intensität dieser Episode auffallend und, dass ihr Zustand unbemerkt bleibt.
    Im Traum erlebt sie sowohl nach der ersten Einnahme als auch bei der Arzneiwiederholung die Umarmung durch einen Mann aus dem Bekanntenkreis als angenehm und „spürt“ die Berührung noch eine halbe Stunde nach dem Erwachen.
    Viele körperliche Beschwerden treten plötzlich auf und verschwinden ebenso plötzlich, teils auch mehrmals hintereinander oder an aufeinanderfolgenden Tagen: Kopfschmerzen, Jucken am Unterschenkel, Gefühl von flush im Gesicht. Die Wärmeregulation scheint insgesamt beeinträchtigt. Die Probandin beschreibt Schweißausbrüche ebenso wie Frösteln und kalte Füße. Ein Druckgefühl im Larynx tritt schon nach kurzem Sprechen auf, als habe sie stundenlang geredet.

     

    Prüferin VIII bemerkt ziehende Schmerzen in den Knochen, die Lokalisationen wechseln ständig. Die Extremitäten sind besonders im distalen Bereich betroffen. Auch am Kopf und im Gesichtsbereich schmerzen die Knochen; wiederholt tritt ein Stechen im Ohr auf. Die Schmerzen kommen plötzlich, sind mäßig stark und werden am Abend in Ruhe gehäuft wahrgenommen.
    Einmal fällt das linke Gesichtsfeld über einige Minuten teilweise aus. Bei der Wiederholung der Arzneieinnahme brennen und tränen die Augen, verstärkt an der frischen Luft. Ähnlich wie andere Prüfer beschreibt sie, dass das Sprechen anstrengt und der Hals sich dabei zugeschnürt und trocken anfühlt.
    Auch sie entwickelt ein Gefühl der Überforderung durch den Alltag, die Tränen sitzen locker. Während sie selbst den Zustand in der Situation nicht als verändert empfindet, wirkt sie auf die Angehörigen depressiv.

    Im Kopf-zu-Fuß-Schema nummerieren wir die Symptome fortlaufend. (I, E 2) bedeutet, dass Prüfer I das Symptom am zweiten Einnahmetag notiert hat. NB 1 ist der erste Tag der Nachbeobachtungszeit. I, II und III sind unsere männlichen Prüfer. VII und VIII haben die AMSE wiederholt (Wh).

    Geist und Gemüt
    1 Fröhlicher als sonst (I, E 2)
    2 Traum: realitätsnaher Traum von bewaffnetem Überfall zu Hause (I, NB 1); träumt sonst kaum
    3 Traum, er wird in seiner Funktion als Kinderarzt zu Akutsectio gerufen: erwacht und glaubt, es sei real (I, NB 8)
    4 Bei einer Autofahrt Verzögerung wegen eines geschlossenen Bahnschrankens; weint, weil ihm alles zu viel ist, überfordert; (II, NB 4); ist ihm peinlich, beschäftigt ihn über Tage
    5 Mittags befällt ihn Traurigkeit, als sei alles zuviel, obwohl er an diesem Tag nur mit den Kindern spielt; unterdrückt Weinen, weil es ihm unangenehm ist; (II, NB 8); Selbstmitleid
    6 Traum: Anstrengung beim Klettern, alles ist mühsamer als gewohnt, ärgerlich (III, NB 1)
    7 Traum: Lässt sich zunächst überreden gegen seine Überzeugung einen weiteren Hund anzunehmen, letztlich macht er die Vereinbarung aus schlechtem Gewissen gegenüber dem alten Hund und aus Vernunftgründen rückgängig und ist froh, sich erfolgreich zur Wehr gesetzt zu haben (III, NB 5); in der Realität ist
    der Proband oft zu nachgiebig und hat Probleme, nein zu sagen.
    8 Unaufgelegt zu Arbeit, die dringend erledigt werden sollte (III, NB 10-15)
    9 Nervosität, wie getrieben; mangelnde Konzentration und Vergess-lichkeit wie nach Schlafmangel (VI, NB 1). Am nächsten Tag ist die Nervosität geringer, das Problem mit der Konzentration unverändert, und der Kopf fühlt sich wie ein Ballon an.
    10 Gefühl als sei alles zuviel, mit großer Müdigkeit, abends (VI, NB 2)
    11 Plötzlich voller Tatendrang gegen 21 Uhr, Computerarbeit und Wohnung aufräumen, alles muss schnell gehen (VII, E 2, 3, NB 2)
    12 Wütend, als ihr Kind sich brüllend anklammert, weil es nicht in den Kindergarten will. Kann sich beherrschen, es nicht zu schlagen, obwohl ihr danach ist. Ihre Emotionen sind ihr nicht anzusehen (VII, NB 1)
    13 Traum von einer Umarmung, die sie auch nach dem Erwachen intensiv und anhaltend zu spüren glaubt, angenehm (VII, NB-Wh 5)
    14 Weint, weil sie sich überfordert fühlt, wenn sie häufig mit den Kindern alleine ist. Gespräch erleichtert (VII, NB-Wh 6)
    15 Traum: Körperkontakt mit männlichem Bekannten, kein sexueller Traum, aber das Gefühl der körperlichen Berührung hält nach dem Erwachen an, ist angenehm; entspannt (VII, NB-Wh 7)
    16 Traurige Themen im Fernsehen berühren sehr; kämpft mit den Tränen (VII, NB-Wh 8)
    17 Distanz zum Schicksal von Patientin fehlt (VII, Wh-NB 11)
    18 Banale Dinge, die sie sonst ärgern, führen nun zu Verzweiflung; alles wird zuviel; Gefühl den Alltag nicht mehr zu schaffen; wei-nerlich (VII, NB-Wh 19-25) daraus entwickelt sich langsam eine tiefe Depression mit wiederkehrenden Suizidgedanken, wie gegen Brückenpfeiler zu fahren, Pulsader aufzuschneiden oder wo runter zu springen … Es fällt der Umgebung nicht auf. Sie schafft es erst nach Tagen sich mitzuteilen, mit heftigem Weinen, das erleichtert. Dabei werden auch drei lang zurückliegende Fehlgeburten vorübergehend wieder zum Thema, obwohl sie sie davor nicht mehr beschäftigt hatten. Wirkt danach (!) traurig auf Außenstehende.
    19 Muss beim Gespräch mit Lehrerin Tränen unterdrücken, als sie erfährt, dass die Tochter in diesem Schuljahr weniger genau arbeitet; weiß, dass sie daran nichts ändern kann, weil ihr die Zeit fehlt; sieht keinen Ausweg (VIII, NB-Wh 5)
    20 Weinerliche Stimmung bei Autofahrten unter Termindruck (VIII, Wh. etwa NB 7), aus Überforderung durch den Alltag (prämenstruell?), vermittelt offensichtlich einen depressiven Eindruck, weil Partner und Eltern spontan Hilfe anbieten (VIII, Wh. ab NB 11)

    Im gemeinsamen Abschlussgespräch wird deutlich, dass während der AMSE Emotionen als peinlich empfunden und deshalb zurückgehalten wurden. Solange Tränen möglich waren, war die Stimmung für andere sichtbar. Die tiefe Depression mit Suizidgedanken war dann ohne Tränen und für andere nicht erkennbar.

    Kopf
    21 Psoriasis der Kopfhaut geheilt (II, NB 44-?)
    22 Kopf fühlt sich wie ein Ballon an (VI, NB 1)
    23 Pickel besonders am Haaransatz, entzünden sich und nässen nach dem Ausdrücken (VII Wh-NB 13)

    Kopfschmerzen
    24 Mittags treten schubweise drückende Kopfschmerzen im Stirnbereich auf, mit beschwerdefreien Intervallen (V, NB 3)
    25 Frösteln am Abend, bei leichtem dumpfem Kopfschmerz in der Stirn (NB 5)
    26 „Dumpfe Kopfschmerzen“, drückend, ziehend, am Scheitel, eine Stunde nach der Einnahme, unverändert durch Schlaf (VI, E1, NB 1)
    27 Kopfschmerzen beim Erwachen, als würden ihr büschelweise Haare ausgerissen; später berstend, am stärksten im Stirnbereich; wellenförmig verlaufend, mit Übelkeit und Empfindlichkeit gegen Geräusche. Fester Druck mit der kalten Hand auf die Stirn bessert. Druck im Nacken verschlimmert den Stirnkopfschmerz (VII, NB-Wh 5); nachmittags kalte Hände und Füße. Kopfschmerz und Kälte vergehen am späteren Abend nach zwei Gläsern Wein; am folgenden Tag immer wieder Schmerz über wenige Minuten.
    28 Kopfschmerz, am Scheitel, im Knochen (VIII, NB 3-6)
    29 Erwacht mit Kopfschmerzen rechts parietal, der sich beim Einsetzen der Menses vorübergehend bessert (VIII, NB-Wh 14)
    30 Drückender Schmerz am Scheitel (VIII, Wh-NB 12)

    Schwindel
    31 Schwindelgefühl, wie leer im Kopf, bei stürmischem Wetter (VIII, NB 20)

    Gesicht
    32 Druck in den Kieferhöhlen mit Stechen im rechten Ohr und Kratzen im Hals (V, NB 4)
    33 Wiederkehrendes Gefühl als sei das Gesicht dunkelrot und heiß (VII, Wh-NB 5), wie ein Flush (VII, Wh-NB 7, ab NB 19 ?)
    34 Ziehen im Oberkiefer links, plötzlich ein heftiger Stich im linken Ohr (VIII, NB 1), Ziehen vom Kieferwinkel links entlang dem Mandibulahinterrand zum Kiefergelenk; ziehender Schmerz im linken Ohr (VIII, NB 7), in den folgenden Tagen eher drückender Schmerz (VIII, NB 8, 9, 10) mit gelegentlichen Stichen; am NB 11 Schmerz im rechten Ohr und Mastoid, Stechen beidseits (VIII, NB 12,15)
    35 Dunkle Verfärbung am Oberlid lateral, wie „geschminkt“, ohne Schwellung (VIII, NB 9-13)

    Augen, Sehen
    36 Stechen hinter dem rechten Auge über etwa zehn Minuten, am Nachmittag (III, NB 7)
    37 Brennen der Augen mit Müdigkeit (VII-Wh, NB 3)
    38 Augen brennen, schlimmer beim Schließen der Augen, trockenes Gefühl (VII, Wh-NB 9)
    39 Zunehmende Unschärfe des linken Gesichtsfeldes bis zum fast völligen Ausfall während eines Patientengesprächs, einige Minuten anhaltend (VIII, NB 8)
    40 Tränenfilm am linken Auge eine Stunde nach der ersten Einnahme, dann auch wässrige Absonderung aus dem linken Nasenloch (VIII, E 1)
    41 Brennen der Augen links mehr als rechts, sie tränen an der frischen Luft (VIII, NB 2-8), die Konjunktiven sind gerötet, aber nicht injiziert; Schließen der Augen verschlimmert vorübergehend; Tränenfilm ab NB 9 eher im inneren Augenwinkel.

    Nase
    42 Nase verstopft, mit leicht gelb gefärbtem Sekret, zugleich Rückenschmerzen (V, NB 6)
    43 Wiederkehrende Empfindung als würde die Nasenwurzel nach hinten gezogen (VII, Wh?)
    44 Beißendes Kitzeln an der Nasenspitze und am Septum, muss ständig an der Nase reiben (VIII, Wh – etwa ab NB 15, fast täglich)

    Mund
    45 Zunge weißlich belegt mit Zahneindrücken, während Übelkeit (III, NB 9)
    46 Bitterer Mundgeschmack beim Erwachen aus dem Mittagsschlaf (III, NB 11)
    47 Bitterer Geschmack am Gaumen, etwa eine Stunde nach der Einnahme (V, E 1)
    48 Abends Trockenheit am Gaumen, Gefühl wie zugeschnürt im Hals, Sprechen strengt an (VIII, Wh-E 1)

    Ohren
    49 Rau im Hals, schlimmer beim Schlucken (V, NB 4), Stechen im rechten Ohr und Druck in beiden Kieferhöhlen. (V, NB 4)
    50 Stechen im rechten und linken Ohr mit ziehenden Schmerzen in der Mandibula (VIII, NB 1-15)

    Innerer Hals/Larynx
    51 Würgender Druck im Kehlkopfbereich, durch Schlucken und Re-den verstärkt; die Stimme ist nicht betroffen; hält von mittags bis zum Abend an (V, NB 2), dabei durstlos.
    52 Nachmittags Brennen und Kratzen im Hals, mit dumpfem Druckgefühl im Kehlkopf, schlimmer bei Kälte, Verlangen nach warmem Getränk, aber ohne Durst (V, NB 5)
    53 Drei Stunden nach der Einnahme Halsschmerzen als hätte sie zu viel gesprochen oder geschrien; fühlt sich trocken an, Schlucken bessert. Auch beim Erwachen am nächsten Morgen kratzender Schmerz und zusätzlich Brennen in der Nase, was nach fünf Minuten vergeht. Zunächst Gefühl, als habe sie Schleim im Hals; zwei Stunden später räuspert sie zähen, glasigen Schleim hoch. Trinken von kaltem Wasser bessert die Halsschmerzen (VI, E 1-NB 10)
    54 Harter Druck, streng im Larynx lokalisiert; nach kurzem Sprechen, als hätte sie stundenlang gesprochen (VII, NB 2,3,5)
    55 Sprechen strengt an, als wäre der Hals zu trocken, wie ein Kloß im Hals (VIII, NB 4-6)
    56 Hals wie zugeschnürt, Sprechen strengt an (VIII, Wh-E 1)

    Magen/Abdomen
    57 Flaues Gefühl im Magen, Übelkeit, etwa zehn Minuten anhaltend, nachmittags (III, NB 8), wiederholt sich am nächsten Vormittag; Zunge weiß belegt mit Zahneindrücken (III,NB 9)
    58 Ziehender Schmerz im Unterbauch (V, E 1)
    59 Am Morgen Übelkeit und Druck in der Magengegend, Essen bessert (V, NB 2), Abdomen gebläht, ab 22 Uhr mit Übelkeit; hält die Nacht über an. Kann nicht erbrechen (V, NB 2-3). Am nächsten Morgen Krämpfe im Oberbauch und Gliederschmerzen; allgemeines Hitzegefühl ohne Fieber, will dennoch zugedeckt sein. Mittags treten schubweise drückende Kopfschmerzen im Stirnbereich auf mit beschwerdefreien Intervallen; nach zwei Stunden Schlaf Übelkeit vergangen, aber weiterhin appetit- und durstlos (mit Ausnahme einer Heißhungerattacke auf Schokolade gegen 22 Uhr abends). Die Gliederschmerzen sind dumpf drückend und brennend, in Hand- und Fußgelenken und Rücken, Lokalisation und Intensität sprunghaft wechselnd. Am nächsten Tag mehrere Schweißausbrüche am ganzen Körper (V, NB 4), schnell Völlegefühl nach dem Essen.
    60 Appetit vermindert; wenig Hungergefühl, begleitet von Übelkeit; schon nach kleinen Portionen gebläht, besonders nach Brot (VII, E 2, NB 2)
    61 Starkes Verlangen nach warmer Mahlzeit (VII, Wh-NB 1-2), abwechselnd Salz- und Süßverlangen (NB 1)
    62 Etwa 30–60 min nach dem Essen brennender Schmerz im Epigastrium, gefolgt von Sodbrennen, vergeht langsam (VIII, NB 3)

    Harnwege
    63 Brennen beim Urinieren, Hitzegefühl vor allem am Ende der Harnröhre beim Urinieren, Harn riecht intensiv und ist dunkler als sonst (erinnert an den Geruch alter inkontinenter Patienten), obwohl Proband viel trinkt (III, E 2, NB 1); über Tage anhaltend: Gefühl nicht fertig geworden zu sein und nochmaliges Harnlassen nach zehn bis fünfzehn Minuten (E 2 ff – NB 7)

    Genitale männlich
    64 Morgens nach dem Aufstehen Vorhaut und Glans des Penis gerötet, mit winzigen Papeln auf der Glans; leichtes Brennen im geröteten Bereich; Duschen bessert vorübergehend; Mictio und Harn unauffällig (III, NB 10), am nächsten Morgen leichter Azetongeruch des Urins, Balanitis fast abgeklungen.

    Genitale weiblich
    65 Menses drei Tage verspätet, am 31. Zyklustag, Brustspannen vorher geringer als üblich (VII)
    66 Menses schmerzlos, weniger Brustspannen als üblich vor der Regel (VII, Wh-NB 10). Blut weniger klumpig (VII, Wh-NB 11)
    67 Ausfluss am Ende der Menses cremig, mild, geruchlos (VII, Wh-NB 15)
    68 Dicke weiße Leukorrhoe (VIII, NB 9,10), ab NB 10 Brustspannen, stärker als sonst.
    69 Blutung nicht klumpig wie üblich, schwächer (VIII, Wh-NB 14).

    Heilungssymptom aus der AMSE-Gruppe, deren Protokolle unauffindbar sind: Warze an den großen Schamlippen abgeheilt (Mitteilung vom Prüfungsleiter).

    Rücken
    70 Vier Wochen nach der AMSE festgestellt, dass weder ziehende Schmerzen in der Kniekehle noch ziehende Kreuzschmerzen beim Hinlegen aufgetreten sind. Nach einer AMSE mit Rhus tox waren Kreuzschmerzen für zwei Jahre ausgeblieben. Kreuzschmerzen treten erst wieder nach Sommerurlaub, neun Monate später, auf; Schmerzen im Knie vorübergehend nach vier Monaten, dann aber auch tagsüber – verändertes Symptom (II)

    Extremitäten, Gliederschmerzen
    71 Juckreiz im Achselbereich rechts nach drei Jahren wieder aufgetreten (II, NB 40, 41)
    72 Hitzegefühl an den Fußsohlen („glühen“), palpatorisch unauffällig (V, E 1), am nächsten Tag abends Brennen an der linken Fußsohle, den Unterschenkel hochsteigend (V, NB 1, 2, 4-8), einmal zeitgleich Brennen im Hals (NB 1), fallweise auch nachts aufsteigende Hitzewellen links von der Fußsohle bis zur Mitte des Unterschenkels (V, NB 7).
    73 Juckreiz über den Fibulaköpfchen links mehr als rechts, an scharf begrenzter Stelle, über ein bis zwei Minuten (VII, Wh-NB 1)
    74 Ziehen vom rechten Handgelenk nach proximal, wie rheumatische Schmerzen (E 1), wechselnde Lokalisationen in den folgenden Tagen. Symptome verschwinden jeweils nach 10–15 Minuten (VIII): rechtes Daumengrundglied – Mittelfußknochen rechts – Daumen rechts (NB 3), linke Wade (Tiefe des Schmerzes nicht lokalisierbar) – Handgelenk rechts – Unterarm radialseitig, schlimmer in Ruhe (NB 4); Unterarm beidseits – Unterschenkel links (NB 5); Unterarm und Handgelenk rechts, beim Schreiben verstärkt – linkes Bein an wechselnden Lokalisationen – Oberschenkel rechts; Handgelenk rechts – Schulter links – Handgelenk links, Mittelfuß und Zehen links – Finger links (NB 7), beide Handgelenke – beide Beine im Ganzen (NB 8); Fersenbein links, beide Füße (NB 9), Schulter rechts (NB 11), gesamte untere Extremität mit wechselnder Lokalisation (NB 11), linkes Bein, im Bereich des Fußgewölbes schlimmer auf Druck (NB 12); Fersenbein beidseits, verstärkt beim Gehen (NB 16)
    75 Brennen in der Tiefe der rechten Axilla, „wie durch eine Entzündung“, lässt nach einer Stunde deutlich nach (VIII, Wh-NB 1)
    76 Abends im Bett plötzlich heftig ziehender Schmerz am linken Malleolus medialis (VIII, Wh-NB 1); Ziehen in den Grundgelenken der linken Zehen, deutlicher medial; – im ersten Mittelfußknochen über längere Zeit anhaltender Schmerz (NB 4); in den folgenden Tagen immer wieder ziehende Schmerzen, in deutlich umschriebenen Bereichen wechselnder Lokalisation, abends verstärkt: Linker Malleolus medialis (NB 7), Ferse links – Handgelenk links – Unterarm radialseitig links – Tibia links – Handgelenk rechts (NB 8) beide Handgelenke, linkes Fersenbein – Zehengelenke links; linker Calcaneus. Am Scheitel drückender Schmerz; Fußgewölbe im Knochenbereich, nicht im Gelenkbereich; abends plötzlich heftiger Schmerz an der rechten Tibia, distal, medial, kommt und geht (NB 12); rechter Fuß und Unterschenkel (NB 21); dritte und vierte Zehe rechts (NB 23) Zehen außerhalb des Gelenksbereichs (NB 32); linkes Fersenbein (NB 34) und linkes Daumengrundglied (NB 36)

    Schlaf
    77 Überwältigende Müdigkeit, wie benebelt, abends in Gesellschaft (I, NB 9)
    78 Schläfrigkeit; gehäuft zwischen 14 und 15 Uhr (VII-WhE 1, NB 2-4), zum Teil mit Augenbrennen (Wh-NB 3), besser an der frischen Luft.
    79 Schläft untertags wegen ungewohnter Müdigkeit eine Stunde lang am Vormittag (VII-Wh, NB 1), bzw. nachmittags (VII-Wh, NB 2).
    80 Erwacht gegen 1.30 Uhr wegen kalter Füße; nach dem Gang zur Toilette friert sie am ganzen Körper (VII,Wh- NB 1)
    81 Beim Abendessen fallen ihr beinahe die Augen zu, sie schläft aus Erschöpfung im Wohnzimmer ein und erwacht mehrmals für wenige Minuten; als sie um Mitternacht zu Bett gehen will, fühlt sie sich „wie geprügelt“; das Zerschlagenheitsgefühl spürt sie besonders in den Oberschenkeln, so dass sie kaum die Treppe hinaufkommt (VII, Wh-NB 3);
    82 Sie erwacht durch das Läuten des Weckers aus tiefem Schlaf, während sie sonst auch ohne Wecker rechtzeitig erwacht (VII, Wh-NB 7-8)

    Frost
    83 Frösteln am Abend (V, NB 5)
    84 Frösteln am Abend, kann sich nicht erwärmen (VII, NB 7)
    85 Frösteln mit kalten Füßen und Schweiß am Oberkörper (VII, Wh-NB 8), sorgt sich, dass sie krank werden könnte und wie sie dann alles bewältigen würde (VII, Wh-NB 8)

    Hitze

    86 Hitzegefühl ohne Fieber (V, NB 3 ff), mit Krämpfen im Oberbauch und Gliederschmerzen; will zugedeckt sein; gefolgt von mehreren Schweißausbrüchen am nächsten Tag.

    Schweiß
    87 Schweiß am Oberkörper mit kalten Füßen (VII, Wh-NB 8)

    Haut

    88 Ab Zyklusmitte schmerzhaft entzündete Papeln, nässend, langsam abheilend am Kinn, Hals, Haaransatz im Nacken und entlang des Mandibulabogens (VII, nach etwa einem Monat)
    89 Pickel am Haaransatz, nässend, entzünden sich (VII, Wh-NB 13)

    Annäherung an die Arznei

    Was ist charakteristisch?

    Es war nicht unsere erste AMSE. Warum verlief diesmal alles so anders? Unsere vielen Anläufe, sie zum Abschluss zu bringen, weisen auf die Themen hin, die wir beim Ausarbeiten bei den Prüfern fanden.

    Da war am Anfang eine Supervisorin, die völlig überfordert war von den täglichen Telefonaten, mit denen sie, wie sie sagte, nicht gerechnet hatte. Warum sie es nie ausgesprochen hat, wissen wir nicht. Wir haben auch nie danach gefragt, auch später nicht. Die Prüfer ihrerseits waren verärgert, äußerten den Ärger aber auch nicht. Als sie im Nachhinein ihren Unmut zum Ausdruck brachten, war die Prüfung längst beendet. Vielleicht war auch die Art der Protokollführung ein Symptom der Arznei: Ein Protokoll wurde rückblickend nach der Krise vervollständigt, weil die sonst sehr gewissenhafte Prüferin gar nicht mehr bemerkt hatte, dass und wie tief sie in der Depression steckte. In einem anderen Fall waren die Notizen chaotisch geführt, wurden erst später ins Protokollheft geschrieben, weil die Prüferin verärgert war, dass sich die Symptome nicht prägnant beschreiben ließen. Vieles trat mal da, mal dort auf, und war, kaum aufgetreten, schon wieder weg, die Tiefe der Beschwerden war nicht zu lokalisieren – es war nichts greifbar.

    Eine Prüferin hatte heftige Symptome eines scheinbar grippalen Infektes. Als sie Hilfe suchte, konnte sie die Supervisorin nicht erreichen. Sie war auf sich allein gestellt, was sie verärgerte. Dass der „Infekt“ ein Symptom der Arznei war, erkannten wir erst in der Zusammenschau der Symptome zwei Jahre später – sehr spät.
    Dann folgte allgemeines Chaos. Protokolle waren unauffindbar, niemand reagierte und die Arbeit blieb liegen. Wieder und wieder fehlten Antrieb und Zeit, eine nicht fassbare AMSE aufzuarbeiten. Resignation? Unangenehmes wird aufgeschoben – auch das findet sich unter den Prüfungssymptomen.

    Überrascht hat uns bei der Ausarbeitung zunächst, dass wenig Geist- und Gemütssymptome protokolliert waren. Das ist in der heutigen Zeit bei einer AMSE unüblich. Und bei genauem Hinsehen waren viele Symptome nicht einmal Symptome im Sinn des §153. Denn wer von uns empfindet nicht bisweilen Aggressionen gegenüber seinen Kindern, weiß sich aber zu beherrschen? Wer weint schon hemmungslos bei einem traurigen Film oder kämpft doch eher mit den Tränen? Wer weint aus Überforderung im Alltag, ohne sich seiner Emotionen zu schämen? Was ist ein Symptom, was nicht? Die Arznei ist so schwer zu fassen. Es ist wieder und wieder unbefriedigend.
    Aber genau da finden wir auch das Spezielle, eben Unspektakuläre dieser Arznei. Kein schreckliches Drama wirft den Prüfer aus der Bahn. Es ist der gewöhnliche Alltag, der nicht mehr machbar scheint. Am Beginn der AMSE gibt es noch Emotionen, die schützen, da kommen noch Wut, Ärger, Gewalt – zumindest im Traum – oder als körperliche Empfindung, als Kopfschmerz, „als würden büschelweise Haare ausgerissen“.

    Es gibt bereits eine homöopathische Prüfung des Adlerfarns von Marie Geary aus dem Jahr 2000, ebenfalls mit sieben Prüfern. Bei einem der Prüfer zeigte sich sogar eine enorme Gewaltbereitschaft, zunächst nur gedanklich, emotionslos, später erwürgte er beinahe seinen Hund. Er hätte ihn beinahe umgebracht. Es bleibt offen, was den Prüfer in diese Situation gebracht hat.

    Diese nach außen gerichtete Aggressivität konnten wir in unserer AMSE nicht feststellen. Die Bereitschaft zur Gewalt beschreibt Prüferin VII erst in einer Phase der tiefen Depression – ebenfalls beinahe emotionslos: der Wunsch das Leben gewaltsam zu beenden – die Pulsadern aufzuschneiden, sich wo hinunterzustürzen oder mit dem Auto dagegen zu fahren. Hier sehen wir aber bereits das schutzlose Bild, es gibt eine andere Motivation für die Gewaltbereitschaft, die dann gegen sich selbst, nicht gegen die Außenwelt gerichtet ist.

    Am Anfang, da gibt es noch die Energie, um das Notwendige rasch zu erledigen; es gibt auch noch Nähe, die Umarmung, die als angenehm empfunden wird, aber nein – eigentlich war es doch nur ein Traum, … im späteren Verlauf fehlt jeder Schutzmechanismus, da gibt es nur noch die Einsamkeit, das Unvermögen, die Gefühle zu kommunizieren, den Selbstmord als letzten Ausweg aus einer ausweglosen Alltagssituation. „Und keiner hat was bemerkt“ heißt es in solchen Fällen.


    Es geht nicht um das Versteckenwollen der Emotionen, wie wir voreilig aus den Symptomen schließen könnten. Es ist in einer leistungsorientierten Gesellschaft tatsächlich nicht üblich, Schwächen zu zeigen. Emotionen sind peinlich. Die Problematik hier liegt tiefer. Es hat gar keinen Sinn mehr zu zeigen, wie es einem geht. Wenn man das Alltägliche nicht mehr schafft, kann einem auch keiner helfen. Es geht nicht um das Gefühl, „mir wird es zuviel“, sondern: JETZT schaff ich es nicht mehr, mir IST alles zuviel, ausweglos zuviel.

    Ein Prüfer beschreibt seinen Traum vom Klettern. Wir würden einen schönen Traum erwarten, weil er von seinem Hobby handelt. Diesmal jedoch ist alles anders. Es ist mühsam, er muss sich mehr anstrengen als gewöhnlich. Derselbe Prüfer beschreibt in einem weiteren Traum, wie er es erst beim zweiten Anlauf schafft, seine Wünsche zu artikulieren. Dann war er erleichtert. Er hätte einen zweiten Hund annehmen sollen, das hätte noch mehr Arbeit für ihn bedeutet. Es war nicht so einfach für ihn gewesen, sich dem Begehren seiner Umgebung zu widersetzen, wie er es im Gespräch formulierte. Weil man es sowieso schafft, schaffen muss?
    Wiederholt fällt Prüfern auf, dass das Sprechen anstrengt. Schon nach wenigen Worten muss man sich sogar beim Sprechen anstrengen. Es geht nicht mehr von selbst, man muss es bewusst tun. Ist es ein Zufall, dass auch durch körperliche Symptome der Kontakt zur Außenwelt erschwert ist? Letzten Endes kann es auch (lebens) bedrohlich sein, wenn der Hals (wie) zugeschnürt ist.

    Wir begegnen dem Mühsamen dieser Arznei auch in den körperlichen Symptomen. Schmerzen treten auf und vergehen nicht wirklich. Sie verschwinden nur, um woanders wieder aufzutauchen. Interessant ist im Zusammenhang mit den wandernden Gelenkbeschwerden, die von der Prüferin „wie rheumatisch“ beschrieben wurden, dass in der Volksheilkunde der Adlerfarn zum Füllen von Matratzen gegen Gicht und Rheuma verwendet wurde. In China wird eine Abkochung der Rhizome und Blattstiele in Wein gegen Rheuma getrunken.

    Beschwerden enden nicht oder nur vorübergehend. Es gibt nichts Planbares, es gibt nicht die Hoffnung, dass die Schmerzen tagsüber oder nachts oder durch irgendeine verlässliche Modalität zum Verschwinden zu bringen sind. Es gibt keine Aussicht auf ein Ende, ebenso wenig wie bei den Gemütssymptomen. Es gibt vor allem nichts, was der Betroffene aktiv tun könnte, um seine Beschwerden zu lindern.

    In einem anderen Zusammenhang beschreibt eine Kollegin während der AMSE ganz ähnliche Gelenkbeschwerden: Hitzegefühl wie durch Fieber, Übelkeit und abdominelle Beschwerden, Gelenkbeschwerden von wechselnder Intensität und Lokalisation, Schweißneigung – das Bild eines fieberhaften Infektes, ähnlich Eupatorium perfoliatum, aber ohne Durst. Nachträglich wurde klar, dass auch das eine Seite der Arznei ist, nicht etwa ein interkurrenter Infekt wie zunächst vermutet. Ob es ein Zufall war, dass die Prüferin in dieser Situation ihre Supervisorin nicht erreichen konnte und auf sich gestellt blieb, wissen wir nicht, es passt aber sehr gut ins Bild, das sich von dieser Pflanze zunehmend abzeichnet.

     

    Der Weg über „kleinere“ Symptome

    Ein paar „kleine“ Symptome sind es wert, näher betrachtet zu werden.
    • Da gibt es ein Brennen der Augen, das schlimmer wird beim Schließen der Augen. Das ist ungewöhnlich. Bei Augenbrennen erwarten wir eher eine Linderung durch das Schließen der Augen. Im Repertorium gibt es dazu nur elf Arzneien. Eine davon ist Lycopodium, eine Pflanze, die der Gruppe der Echten Farne botanisch und auch vom Alter her nahe steht: Beide Pflanzengruppen stammen entwicklungsgeschichtlich aus dem Karbon, dem Zeitalter vor 350 Millionen Jahren. Damals bildeten die Farne, Schachtelhalme und Bärlappgewächse riesige Wälder, die Grundlage der heutigen Steinkohlevorkommen. Alle drei Pflanzengruppen gehören zu den farnartigen Pflanzen oder Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyten), der Schwesterngruppe der Samenpflanzen (Spermatophyten); Blütenpflanzen gab es zu dieser Zeit ebenso wenig wie Säugetiere. Innerhalb der Pteridophyten sind Schachtelhalme und die Echten Farne botanisch nahe verwandt, während die Bärlappgewächse nicht zu den Farnen zählen.


    Allen Sporenpflanzen gemeinsam ist die besondere Art der Fortpflanzung durch Generationswechsel. Bei den Farnen sitzen an der Blattunterseite Sporangien, die nach dem Aufplatzen ihre haploiden Sporen aus den Kapseln schleudern. Diese werden vom Wind verbreitet und keimen, wenn sie auf geeignetem Boden landen, zu einem – ebenfalls haploiden Gametophyten heran. Diesen nennt man bei Farnen Prothallium. An seiner Unterseite wachsen wurzelähnliche Gebilde und die Geschlechtsorgane: männliche (Antheridien) und weibliche (Archegonien). Wenn Wasser vorhanden ist, können die begeißelten Spermatozoiden zu den weiblichen Organen schwimmen und die Eizelle befruchten. Daher gedeihen Farne bevorzugt in feuchtem Klima. Nun kann aus der befruchteten Eizelle, der Zygote, durch Mi-tose eine neue diploide Farnpflanze, ein Sporophyt, heranwachsen.


    Gemeinsam ist den Vertretern der Gefäßsporenpflanzen, dass sie widrigste Umweltbedingungen beinahe unverändert überstanden haben. Während andere Pflanzen und Tiere sich an veränderte Bedingungen anpassten, durch die Evolution neue Arten kamen und gingen, überdauerten die Gefäßsporenpflanzen Millionen von Jahren und büßten dabei einzig ihre Größe ein. Anstatt in die Höhe zu wachsen, kriechen sie am Boden und unter der Oberfläche entlang, denken wir an das „Schlangenmoos“ Lycopodium und an die unterirdischen Sprosse der Farne, die beim Adlerfarn bis zu 60m lang werden können. In Finnland hat man bei Adlerfarnrhizomen ein beachtliches Alter von bis zu 1500 Jahren nachweisen können. Sie bilden den eigentlichen Stamm der Pflanze, die Wedel stellen den Blattanteil dar. Beim Adlerfarn stoßen die Blattwedel in linienförmiger Aufreihung einzeln aus dem Rhizom in die Höhe, der Wurmfarn fasst mehrere Blattwedel zu einem trichterförmigen Gebilde zusammen.


    Entwicklungsgeschichtlich stellt das Blatt bei den Echten Farnen erstmals das Hauptorgan dar. Es ist im Gegensatz zu höher entwickelten Pflanzen bis in die Blattspitze wachstumsfähig und kann Wurzeln bilden, wenn es den Boden berührt („wanderndes Blatt“). Die faszinierende Artenvielfalt der Farne und die Fülle der Formbildung, die wir heute kennen, entstand erst in der Kreidezeit. Einzig die Gruppe der Urfarne gilt heute als ausgestorben. Die Baumfarne, die man im tropischen und subtropischen Klima findet, erinnern noch an die einstigen Riesenfarne. Oliver Sacks´ Beschreibung einer Reise der New Yorker Farngesellschaft nach Mexiko auf der Suche nach neuen Farnen lässt die Faszination, die von dieser uralten Pflanzenfamilie ausgeht, in einer viktorianisch anmutenden Gesellschaftsstudie erahnen.

    Der Adlerfarn ist beinahe über den gesamten Erdball verbreitet und stellt in manchen Wäldern heute für die heimische Vegetation ein Problem dar. Er hat eine effektive Verteidigungsstrategie gegen konkurrierende Pflanzen entwickelt. Erstens hemmt er deren Wachstum durch Ausdünsten von Farnesol, das die Wirkung eines Pflanzenhormons imitiert, welches anderen Pflanzen „Winterruhe“ signalisiert und damit ihr Wachstum bremst. Zweitens enthalten die Adlerfarnblätter Phenolverbindungen wie Zimtsäure und Benzoesäure, die sich nach Regen und dem Verrotten der Blätter im Boden anreichern und hemmend auf die Keimung anderer Pflanzen wirken. Jungpflanzen können im Schatten der Farne schlecht gedeihen. So werden häufig Waldlichtungen, umso mehr nach Kahlschlag, nach Waldbränden oder auch der Waldboden in lichten Kieferwäldern völlig vom Adlerfarn überwuchert. Seine Blätter enthalten zudem das Insektenhormon Ecdyson, das bei der Häutung eine Rolle spielt. Damit bleibt er vor Insektenfraß bewahrt.

     

    Da der Adlerfarn für viele Tierarten toxisch ist, stellt er auch für die heimische Fauna eine Bedrohung dar. Umgekehrt wiederum ist dadurch sein Überleben gesichert. Speziell Schweine und Pferde sind sehr empfindlich auf das Enzym Thiaminase, das die Zerstörung von Vitamin B1 bewirkt und so zu zentralnervösen Störungen führt. Kühe reagieren auf andere Giftstoffe und verenden an inneren Blutungen. Verantwortlich dafür scheint das Karzinogen Ptaquilosid zu sein, das erstmals in den 70er-Jahren von einer japanischen Forschergruppe isoliert werden konnte (Abb. 3). Es ist eine instabile Verbindung, die nach der Abspaltung ihres Zuckeranteils in basischem Milieu direkt an der DNA-Bindung ansetzt. Ptaquiloside sind wasserlöslich und werden vom Regenwasser in den Boden ausgeschwemmt. Das kann zu einer Verunreinigung des Grundwassers führen, wie eine dänische Studie zeigte. Dabei war der Gehalt des Karzinogens in Schattenbereichen geringer als im offenen Gelände, ebenso spielten der pH-Wert des Bodens und die klimatischen Bedingungen eine Rolle. Besonders hoch ist der Gehalt in jungen Pflanzen, generell enthalten aber alle Pflanzenteile diese Substanz. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass die Milch von Kühen, die von den Pflanzen fraßen, das Karzinogen enthält. Ptaquilosid wirkt suppressiv auf das Knochenmark und retinotoxisch. Somit stellt die Ausbreitung des Adlerfarns nicht nur für die Forstwirtschaft, sondern auch für die Landwirtschaft ein Problem dar. Der Adlerfarn zeigt sich zudem als sehr resistent gegen Viren, Pilzerkrankungen und chemische Substanzen. Er scheint auch in der heutigen Zeit den widrigsten Umständen zu trotzen. Sein Fortbestehen scheint nicht gefährdet. Das Bild der wuchernden Krebszellen, die sich ungehindert ausbreiten, drängt sich als Assoziation beinahe auf.

    • Von speziellem Interesse sind in diesem Zusammenhang auch die Magensymptome während der AMSE, „wie Brennen im Magen“, Übelkeit, Magenschmerzen nach dem Essen, und Blähungen nach Genuss von Brot. Die Rhizome der Adlerfarne sind stärkehältig und werden beispielsweise in Neuseeland als Vorrat für Hungersnöte zu einer Art Mehl gestampft, um einen Brotersatz zu backen. Im südostasiatischen Raum waren Bewohner hochgelegener Bergdörfer auf das „Warabi-Mehl“ angewiesen, ein Stärkemehl, das aus den meterlangen Wurzeln gewonnen wurde, wenn der Reisanbau nicht ertragreich genug war. Diese mühevolle Arbeit ist inzwischen fast in Vergessenheit geraten, musste man doch erst die Wurzeln weich klopfen (wir erinnern uns an das Zerschlagenheitsgefühl in der AMSE) und mehrmals wässern, um die Bitterstoffe auszuschwemmen (Assoziationen dazu: Zwei Prüfer berichteten von einem bitteren Mundgeschmack nach der Arzneieinnahme; die Milch von Kühen, die Adlerfarn gefressen haben wird ebenfalls bitter; in Europa und Sibirien wurden früher Adlerfarnrhizome zur Erzeugung von Bier anstelle von Hopfen verwendet). Anschließend wurde das Pulver getrocknet.


    Daneben wurden junge Triebe und Blätter als Wildgemüse verwendet. Mittlerweile hat man eine erhöhte Ösophaguskarzinom- und Magenkrebsrate bei Japanern und in den USA mit der Zubereitung junger Adlerfarntriebe als Delikatesse („fiddleheads“) in Zusammenhang gebracht. Diese jungen Triebe enthalten noch keine Sporen und galten daher allgemein für gesundheitlich unbedenklich. Sie werden auch als Tierfutter verwendet. Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass der Gehalt an Giftstoffen wie Thiaminase, Blausäureglykosiden (Prunasin) und Pteridin gerade in jungen Blättern hoch ist, und dass die Giftstoffe auch durch Trocknen der Pflanzenteile nicht verloren gehen. Von den älteren Pflanzen nimmt man an, dass auch deren Sporen kanzerogen wirken, weshalb man Waldarbeitern in farnreichen Gegenden auch das Tragen von Schutzmasken anrät.


    Kanzerogenität ist auch ein Thema bei einer anderen Farnarznei, die in der Homöopathie Verwendung findet, Scolopendrium vulgare (scolo-v). Der Hirschzungenfarn ist eine der Arzneien in der Rubrik Mund, Krebs, und es ist die einzige Arznei, die unter „Krebs am harten Gaumen“ im Repertorium angegeben ist.

    • Eine weitere Besonderheit fanden wir in den Rubriken Nase, Jucken, reibt die Nase (15 Arzneien) bzw. Gesicht, Jucken, Nasenspitze, die wieder Lycopodium, aber auch Cina enthält. Cina ist als Arznei für Kinder mit Würmern beschrieben, wenn sie ständig an der Nase reiben. In der Volksheilkunde gilt nicht nur der Wurmfarn, sondern auch der Adlerfarn als bewährtes Wurmmittel. Clarke beschreibt das Symptom „Jucken der Nase bei Würmern“ auch bei Filix mas (botanisch Dryopteris filix mas, der Wurmfarn). Boericke berichtet von der Verwendung des Amerikanischen Wurmfarns, Aspidium anthamanticum bei Bandwürmern. Der Wurmfarn enthält – wie der Tüpfelfarn – Polypodium vulgare, einen Inhaltsstoff, der vor allem Bandwürmer vorübergehend lähmt, sodass sie nach der Einnahme eines Abführmittels ausgeschieden werden können. Vonarburg berichtet von der Verschreibung der Wurmfarnwurzel für Friedrich den Großen und von Vergiftungen im Rahmen von Wurmkuren. Filix mas ist in unserer Materia Medica gut beschrieben; so etwa, dass an Würmern erkrankte Personen oft blaue Ringe um die Augen haben. In unsrer AMSE fällt der Prüferin vor dem Auftreten des Kitzelreizes eine dunkle Verfärbung an den Oberlidern auf, „wie geschminkt, ohne Schwellung“.
    Dryopteris filix mas wird in Zusammenhang mit Sehstörungen gebracht. Bei Vergiftungsfällen wird in einem hohen Prozentsatz von Sehstörungen bis hin zur Erblindung berichtet – Filix-Amblyopie und Amaurose. Das oben erwähnte Ptaquilosid, das im Adlerfarn und in mindestens 30 weiteren Farnarten gefunden wurde, wird auch als retinotoxische Substanz beschrieben. Besonders bei Schafen ist Retinadegeneration eine Folgeerkrankung der Intoxikation mit Adlerfarn. Während der AMSE kam es in einem Fall zu einer vorübergehenden linksseitigen Sehstörung. Charakteristisch für die Arznei erschien uns dabei wieder die emotionslose, unbeteiligte, passiv zuwartende Haltung der Prüferin: „Man kann es nicht ändern“. Anwesenden Personen ist nichts aufgefallen.

    • Nicht zuletzt seien die Symptome eines männlichen Prüfers erwähnt, die das Bild eines Harnwegsinfektes mit häufigem Urinieren und auffallendem Harngeruch, gefolgt von einer Balanitis widerspiegeln. Im Vergleich mit verwandten Pflanzengruppen werden wir an den Schachtelhalm erinnert, der eine Vielzahl von Symptomen an den Harnwegen hervorrufen bzw. heilen kann.

     

    Vergleich mit der Prüfung von Marie Geary

    Nach Abschluss der AMSE stellte sich natürlich die Frage, ob und inwiefern sich unsere Symptome und unser Eindruck von der Arznei mit der vorangegangenen Prüfung des Adlerfans von Marie Geary, auf die wir erst im Nachhinein stießen, decken würden. Die depressive, freudlose Seite mit Rückzugstendenz war auch in der englischen Prüfung ein wichtiger Aspekt, hatte jedoch nicht die Schwere unserer Prüfung. Beschrieben werden die Abneigung zu sprechen (aber auch das Gegenteil – anhaltender Rededrang), die Abneigung gegen Gesellschaft, das Gefühl, gleich in Tränen ausbrechen zu müssen und ein Gefühl von Überforderung. Auch das angenehme Gefühl von Nähe und Wärme ohne sexuellen Aspekt wird in einem Traum wahrgenommen. Interessant, dass beide Beobachter ausdrücklich formulierten, dass ihr Traum nichts mit Sexualität zu tun hatte. Dass Sexualität unter den Prüfungsbedingungen keine große Rolle spielt, kann zu einer Pflanze, deren Fortpflanzungsorgane nicht auf der Mutterpflanze, sondern einem Vorkeim, dem Prothallium, sitzen, passen. Der zweigeschlechtliche Teil der Vermehrung geschieht bei der Farnpflanze fern von der Ursprungspflanze.


    Erwähnenswert erschien der Autorin das völlige Fehlen von Ängsten. Sie fragt, ob es sich beim Adlerfarn um eine herzlose, angstlose Arznei handelt. Tatsächlich waren auch in unserer Prüfung keine Angstsymptome berichtet worden. In der Zusammenschau nehmen wir an, dass der Mensch, dem Adlerfarn helfen kann, vieles nicht an sich heranlässt, um zu überleben. Wir haben mehrfach eine Emotionslosigkeit in Situationen beobachtet, in denen wir uns eine emotionale Reaktion erwartet hätten.

    Ein besonderer Schwerpunkt der Prüfung von Geary war der Magen-Darmtrakt mit Übelkeit, Blähungen und Krämpfen. Auch von Halsschmerzen wird bei einigen Prüfern berichtet, ebenso das Gefühl eines „Knödels“ (Kloßes), der sich durch Schlucken nicht verändert (M. Geary assoziierte die Schmerzhaftigkeit der Symptome mit den Schmerzen bei onkologischen Erkrankungen im Bereich von Ösophagus und oberem Atem- oder Verdauungstrakt); vermehrter Durst war mehrmals protokolliert. Anders als bei unserer AMSE waren auch die Atemwege betroffen mit Husten und Atemnot. Ähnlichkeiten fanden wir bei Störungen der Wärmeregulation, zum einen mit Frösteln, andrerseits aber auch mit Hitzewallungen und Nachtschweiß, was die Autorin an den Einsatz der Arznei bei menopausalen Beschwerden denken ließ.

    In der Zusammenschau ergänzen sich die beiden Arzneimittelprüfungen sehr gut und lassen das Bild einer tiefgreifenden Arznei entstehen, an die man besonders denken wird, wenn das psychische Bild von Depression und emotionalem Rückzug ausgeprägt ist.

    Symptome wie die tiefliegenden Knochenschmerzen dieser kanzerogenen, neurotoxischen Pflanze lassen in konventioneller miasmatischer Betrachtungsweise an das Syphilis-Miasma denken. Dass unsere Prüfer ihre Situation als ausweglos und hoffnungslos erlebten, jede Reaktion sinnlos zu sein schien, bringt uns in moderner Anschauungsweise der Miasmen ebenfalls auf die Idee, dass der Adlerfarn dem syphilitischen Miasma nahe steht.

     

    Die erste Krankengeschichte

    Hilfreich für ein tieferes Verständnis einer Arznei kann eine erfolgreiche Behandlung sein, deshalb die folgende, obwohl erst knapp zwei Jahre beobachtete Krankengeschichte.

    Seit mittlerweile 18 Jahren ist Herr B., geb. 1940, bei Dr. Franz Swoboda wegen einer Encephalitis disseminata in homöopathischer Behandlung. Die Erkrankung brach nach einer Grippe im Alter von 25 Jahren aus. Nach jahrelanger Remission verläuft sie nun schleichend, ohne Schübe: die Spastizität ist auf der rechten Seite deutlicher, der Schwindel nicht sehr ausgeprägt – Herr B. beklagt sich nicht.

    Herrn B.s Erziehung war geprägt von Grundsätzen, wie: Man isst auf, was am Teller ist – Ein Mann weint nicht. Die Mutter wurde als sehr dominante Person erlebt, der Vater als eher schwache. In seiner universitären Ausbildung erlebte Herr B. Prüfungen angstbesetzt, eine lähmende Angst sei es gewesen. Seine Frau ist mehrere Jahre älter. Sie macht ihm Vorwürfe, dass er vor der Hochzeit nicht gesagt habe, dass er an MS leide; er hingegen hielt es nicht für notwendig, weil er doch in Remission war – schließlich sei sie auch nicht mehr so gesund wie in jungen Jahren, kontert er. Über seine Homosexualität weiß die Frau Bescheid, ebenso, dass er seinen Lebenspartner, der in England verheiratet ist, bei seinen Fahrten nach Wien trifft. Seinem Homöopathen hat er erst Jahre später nach und nach Einblick in diese ungewöhnliche Konstellation gewährt.

    Verschiedene Arzneien haben ihm bisher geholfen, wobei Herr B. sehr rasch zufriedenzustellen war. Lycopodium bekam er über mehrere Jahre und war ausgesprochen „glücklich“ damit, obwohl die Symptome der MS langsam zunahmen. Die homöopathischen Konsultationen glichen eher einem Small Talk. Symptome waren dem Patienten ebenso schwer zu entlocken wie eigene Meinungen zu unterschiedlichen Themengebieten. Lycopodium hatte sich von den Symptomen her immer wieder angeboten und der Patient war so glücklich damit, es half bei Magenbeschwerden und einigem anderen. Jedoch vermittelte er dem Behandler nicht ganz das Gefühl, das dieser bei Langzeit-Lycopodium-Patienten häufig bekommt: Herr B. scheint nie beeindrucken zu wollen mit eigenen Standpunkten oder Erreichtem, scheint an solchem nicht mal interessiert zu sein. Vielmehr hat man den Eindruck, Herrn B. ist ein eigener Standpunkt nicht bewusst. Er hält sich lieber an die vorherrschende Meinung, jedenfalls eckt er nicht mit einer eigenen an. Er bleibt nicht greifbar, passt sich einer angebotenen Sichtweise an – oder gewinnt er ihr mehr ab als der eigenen zuvor?
    Als Homosexueller lebt er ein scheinbar „normales“ Leben; es ist für ihn nicht nötig, darüber zu reden; als Patient spricht er nicht über seine Erkrankung und klagt kaum über Beschwerden. Er arrangiert sich mit der jeweiligen Situation und kommt allein ganz gut zurecht.
    Eines Tages jedoch meldete er sich telefonisch, nachdem er an einem Bissen Fleisch beinahe erstickt wäre. Dieser musste gastroskopisch entfernt werden. Nachträglich stellte sich heraus, dass es bereits vor zwei Jahren einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte, und dass er generell ein Problem hat, trockenere Speisen, insbesondere Fisch zu schlucken.

    Pteridium aquilinum C9 täglich wurde verschrieben: die Arzneiwahl erfolgte aufgrund der Kenntnis der Symptome aus der AMSE und der botanischen Verwandtschaft der Farne und der Bärlappgewächse, nachdem Lycopodium über Jahre hilfreich gewesen war.
    Von da an ist manches anders: Die Anrufe erfolgen regelmäßiger und in kürzeren Intervallen. Der Patient ist begeistert von der neuen Arznei, unter deren Einnahme die Schluckbeschwerden vergangen sind. Erstmals ist es ihm möglich, über Gefühle zu sprechen. Er sagt, es sei für ihn immer schon schwer gewesen, Gefühle zu zeigen. Herr B. spricht davon, was er noch tun möchte in seinem Leben. Er hat seine Wünsche vorher nie formuliert. Man hat den Eindruck, es werden ihm seine Gefühle und Wünsche nun erstmals bewusst. Oder erlaubt er sich, sie erstmals zu äußern? Zwei Jahre nimmt Herr B. die Arznei nun, seit einigen Monaten in der C12. Die Zunahme der Symptome der MS scheint sich verlangsamt zu haben.
    Herrn B.s Krankengeschichte gibt uns die Gelegenheit, mehr über den Adlerfarn zu lernen. Warum hat der Farn gerade ihm geholfen?
    Die Familie der Farne hat Millionen von Jahren überdauert. Dazu muss eine Pflanze äußerst anpassungsfähig sein, denn die Lebensbedingungen verändern sich. Gerade der Adlerfarn kommt zudem in fast allen Gebieten und Kontinenten der Erde vor. So eine Pflanze darf keine großen Bedingungen an die Umwelt stellen, sie muss eigentlich genügsam sein.

    Genau dieses Phänomen sehen wir beim Patienten: Herr B. scheint zufrieden zu sein. Er hat einen Weg gefunden, sich der Umgebung anzupassen, trotz Erkrankung. Er hat von Kind an gelernt, seine Bedürfnisse hintanzustellen. Er passt auch seine Sprache der Umgebung an. Er wirkt in gewisser Weise als Erwachsener kindlich in seinem Bestreben, den anderen gleich zu sein: das Austauschen der Liebkosungen mit der Partnerin oder die Argumentationsweise, warum er seine Erkrankung verschwiegen hat. Im Gespräch mit dem Arzt versucht er, sich selbst in belanglosen Themenbereichen dessen Meinung anzupassen im Sinne einer „Verbrüderung“. Er nimmt keinen eigenen Standpunkt ein, als würde ihm der Verzicht auf Individualität in der Menge Schutz bieten. Er möchte gewissermaßen nicht wahrgenommen werden und nimmt sich vielleicht selbst nicht wahr; er kann seine Beschwerden und Empfindungen nicht formulieren, das Gespräch endet im belanglosen Small Talk – es ist Herrn B. nicht möglich, mehr von sich preiszugeben.

    In der AMSE hat es ein Prüfer wörtlich gesagt: „Es ist so schwer, die eigenen Bedürfnisse zu formulieren“. Die Wünsche der Umgebung wurden erfüllt, die Anforderungen des Alltags bewältigt – die Probleme traten erst auf, wenn der Druck von außen größer wurde. Wenn Emotionen ausgelöst wurden, wurden sie als beschämend erlebt, in anderen Fällen gar nicht wahrgenommen – weder vom Prüfer noch von der Umgebung. Es war in der Prüfung auch bei körperlichen Beschwerden mehrfach schwierig, diese präzise wahrzunehmen und zu formulieren; die Empfindsamkeit war verändert.
    Retrospektiv lässt sich auch verstehen, dass in der Prüfung so große Defizite in der Kommunikation aufgetreten sind. Es war allgemein schwierig, sich mitzuteilen.
    Der Adlerfarn erobert keinen Lebensraum, wächst nicht invasiv wie etwa Pilze. Er besiedelt Brachland, daher der englische Ausdruck „bracken“. Jeder Farnwedel kann selbst für die Fortpflanzung, für die Verteidigung gegen konkurrierende Pflanzen und schädliche Insekten sorgen und schützt sich mit seinen Giftstoffen davor, gefressen zu werden. Dennoch wächst er nie allein stehend, sondern praktisch als Monokultur in riesigen Gruppen.
    Auch Herr B. ist offensichtlich bestrebt, sich nicht von seiner Umgebung zu unterscheiden. Es scheint ihm nicht schwer zu fallen, sich anzupassen. Damit verbindet er keine unangenehmen Emotionen. Herr B. scheitert nicht an hochgesteckten Erwartungen. Er ist bestrebt, trotz seiner Erkrankung weiterhin zu bewältigen, was bisher möglich war. Er kommt damit zurecht – unter Seinesgleichen. In Prüfungssituationen jedoch fehlt der Schutz der Gruppe, da ist er wie gelähmt vor Angst. In ungewöhnlichen Situationen scheint jede Anstrengung zwecklos, so wie es Herr B. auch erlebt hat, als er beinahe erstickt wäre.


    Ähnlich verhält es sich in der AMSE: Erst als die Prüfer das Gefühl haben, ihren Alltag nicht mehr bewältigen zu können, kommen Emotionen zum Vorschein und machen verletzlich. Wiederum waren es keine großen Ziele, die verfolgt wurden, die letztlich zum Scheitern führten. Es wird aber als inakzeptabel erlebt, wenn man das, was alle anderen schaffen, nicht schafft – dann fällt man auf; man ist dann kein Teil der Gruppe mehr.
    Kommunikation ist in diesem Zusammenhang entweder nicht nötig, weil der andere ohnehin weiß, was ich denke, oder gefährlich: Der andere könnte erkennen, dass ich eigentlich ein Andersgesinnter bin und nicht zur Gruppe gehöre; dann geht mein Schutz verloren. Auf den Punkt gebracht, heißt das: Ich genieße den Schutz der Gruppe, wenn ich auf Individualität verzichte.

    Inwieweit diese Arbeitshypothese zutreffend ist, werden Erfahrungen mit Patienten zeigen. Herrn B.s Therapieerfolg hat uns jedenfalls geholfen zu verstehen, was uns während der AMSE Schwierigkeiten bereitet hat.

    Vorschläge zu Repertoriumsrubriken:

    (Die Zahl entspricht der Nummer des Symptoms in der AMSE)

    Geist und Gemüt
    – Arbeit; Abneigung gegen 8
    – Betätigung, Aktivität; abends; 21 Uhr 11
    – Erschöpfung, Entkräftung, geistige; abends 10
    – fröhlich 1
    – Furcht, ihre Pflicht nicht erfüllen zu können 85
    – mitfühlend 16, 17
    – Ruhelosigkeit, Nervosität 9
    – Teilnahmslosigkeit, Apathie, Gleichgültigkeit; bei Sehstörungen 39
    – Traurigkeit; stille 18
    – Träume; Arbeit 3
    – Träume; ärgerlich 6
    – Träume; Entscheidungen, trifft 7
    – Träume; klettert; angestrengt 6
    – Träume; mühselig 6
    – Träume; Räubern, Einbrechern von; überfallen zu werden 2
    – Träume; Umarmung, von 13
    – Träume; wahr; scheinen beim Erwachen 3, 13
    – Schwermut, Depression, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit; allgem. 4, 5
    – Schwermut, Depression, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit; Gespräch amel. 18
    – Schwermut, Depression, Traurigkeit, Niedergeschlagenheit; mit Selbstmordneigung 18
    – Überforderung; Gefühl der; mit Weinen 4, 5, 14, 18, 19, 20
    – Verzweiflung; mit Selbstmordneigung 18
    – Wahnideen; Körperteile; Nase, als würde die Nasenwurzel nach hinten gezogen 43
    – weinen; kann nicht 18
    – Weinen; Mitgefühl mit anderen, aus 16
    – Weinen, leicht; bei Überforderung 4, 5, 14, 18, 19, 20
    – Zorn, Ärger; Widerspruch, durch 12

    Kopf
    – Ausdehnung; Empfindung von; aufgeblasen, fühlt sich wie 9, 22
    – gezogen; Empfindung als würde am Haar 27
    – Hautausschläge; Pickel, Blütchen; Stirn; Ränder 23
    – Hautausschläge; Psoriasis der Kopfhaut 21
    – leer, hohl, Empfindung wie; mit Schwindel 31
    – leer hohl, Empfindung wie; Wind starker agg. 31

    Kopfschmerzen
    – Kälte; mit; der Hände und Füße 27
    – Erwachen beim 27, 29
    – Menses; amel. wenn Menstruationsfluss einsetzt 29
    – Wein amel.27
    – Knochen, Schädel; Scheitel 28
    – Seiten; rechts; beim Erwachen 29
    – berstend; Stirn; Druck amel. 27
    – berstend; Stirn; Druck am Hinterkopf agg. 27
    – berstend; Stirn; Anwendungen kalte amel. 27
    – drückend; Stirn; mittags agg. 24
    – drückend; Stirn; anfallsweise 24
    – drückend; Scheitel 30
    – dumpf; Stirn; Frost mit 25
    – dumpf; Scheitel 26
    – gezogen würde; Schmerz, als ob am Haar gezogen würde 27

    Schwindel
    – Wetter, bei windigem 31

    Gesicht
    – Farbe; Verfärbung; dunkel; Augen, Lider, Oberlider 35
    – Hautausschläge; Pickel; Stirn; Haarrändern, an den 23
    – Hitze, Empfindung von 33
    – Hitze; Hitzewallungen; fliegender Hitze, Empfindung von 33
    – Jucken; Nase, Nasenspitze; reibt die Nase 44
    – Schmerz; Kiefer; Oberkiefer; mit Stechen im linken Ohr 34
    – Schmerz; Kiefer; Unterkiefer; Kieferwinkel; erstreckt sich zum Kiefergelenk 34

    Augen, Sehen
    – Tränenfluss; links; mit Absonderung linkes Nasenloch 40
    – Tränenfluss; Luft, im Freien agg. 41
    – Trockenheit; Empfindung von, mit Brennen 38
    – Schmerz, brennend; mit Müdigkeit 37
    – Schmerz brennend; Schließen der Augen agg. 38, 41
    – Schmerz, stechend; Augen, hinter den 36
    – Verlust des Sehvermögens, Blindheit, vorübergehende; einseitig 39
    – Verlust des Sehvermögens, Blindheit, vorübergehende; links 39

    Nase
    – Schmerz drückend; Nebenhöhlen, Kieferhöhlen; mit stechendem Schmerz im rechten Ohr 32, 49
    – Absonderung; gelb, gelblich weiß 42
    – Gezogen; Gefühl als würde die Nasenwurzel nach hinten gezogen 43
    – Jucken; reibt die Nase 44
    – Jucken, innerlich; Septum 44
    – Verstopfung der Nase; mit Absonderung 42
    – Verstopfung der Nase; mit Schmerzen im Rücken 42

    Mund
    – Belag, belegt; Zunge; während Übelkeit 45
    – Eindrücke, Vertiefungen; Zunge; während Übelkeit 45
    – Trockenheit; Gaumen 48
    – Geschmack bitter; mittags, beim Erwachen 46
    – Geschmack bitter; am Gaumen 47

    Ohren
    – Schmerz ziehend; links 34
    – Schmerz stechend; rechts, mit Druck in den Kieferhöhlen 32, 49
    – Schmerz stechend; rechts mit Schmerz im Hals 32, 49
    – Schmerz stechend; links; mit Ziehen im Oberkiefer 34
    – Schmerz stechend; links, dann rechts 34
    – Schmerz stechend; mit Ziehen im Unterkiefer 50
    – Schmerz; erstreckt sich zum Knochen, Mastoid 34

    Innerer Hals
    – Kloß, Klumpen, Pflock; Empfindung von einem; mit Trockenheit 55
    – Trockenheit; Empfindung von Trockenheit 53, 55
    – Trockenheit; Empfindung von Trockenheit; Schlucken amel. 53
    – Schleim im Hals, allg; morgens 53
    – Schleim im Hals; gelatineartig 53
    – Schmerzen; Schlucken agg. 49
    – Schmerzen; Getränke kalte amel. 53
    – Schmerz brennend; Kälte agg., mit Druck im Larynx 52
    – Schmerz, brennend; Getränke warme amel. 52
    – Zusammenschnüren; Empfindung von 48

    Magen
    – Auftreibung, Ausdehnung; mit Übelkeit 59, 60
    – Auftreibung, Ausdehnung; Essen, nach; durch geringe Mengen 60
    – Auftreibung; Brot, nach 60
    – Sodbrennen; Essen agg., nach 62
    – Übelkeit allgem. 57, 59
    – Übelkeit; mit wandernden Gliederschmerzen 59
    – Übelkeit , Erbrechen; schwierig, kann nicht 59
    – Übelkeit, Essen; amel. nach 59
    – Schmerz, brennender; Essen agg, nach einer Stunde 62

    Abdomen
    – Schmerz, krampfartig; mit Gliederschmerzen 59, 86
    – Schmerz, krampfartig; mit Hitzegefühl 59, 86

    Blase
    – Urinieren; unbefriedigend; Blase nicht entleert worden, als sei die 63

    Harnröhre
    – Schmerz brennend; Mündung; während Urinieren 63

    Urin
    – Farbe dunkel 63
    – Geruch; stark, kräftig, durchdringend 63

    Männliche Genitalien
    – Farbe; rot, Rötung; Penis; Glans 64
    – Farbe; rot, Rötung; Penis; Vorhaut 64
    – Hautausschläge; brennend, Penis; Glans 64
    – Hautausschläge; brennend; Penis; Vorhaut 64
    – Hautausschläge; papulös; Glans 64

    Weibliche Genitalien
    – Menses; spät, zu; drei Tage zu spät 65
    – Fluor, Ausfluss; nach Menses 67
    – Fluor, Ausfluss; dick 67, 68

    Larynx, Sprechen
    – Druck, Empfindung von; Kehlkopf 51, 52, 54
    – Druck, würgend; Kehlkopf; Sprechen agg. 51
    – Druck würgend; Kehlkopf; Schlucken agg. 51
    – verengt, Empfindung wie; Kehlkopf 51, 54

    Brust
    – jucken, Achselhöhlen; rechts 71
    – Schwellung; Mammae; vor Menses 68
    – Schweiß; während Frösteln 85
    – Schweiß; mit Kälte der Füße 87
    – Schmerz, brennender; Achselhöhlen; rechts 75

    Extremitäten, Gliederschmerzen
    – Hitze, allgemeine Arzneien 72
    – Hitze; Beine; Füße; Fußsohlen 72
    – Hitze, brennend; Beine; Füße; Fußsohle links, erstreckt sich nach oben 72
    – Hitze; Hitzewellen; erstreckt sich nach oben 72
    – jucken; Beine; Unterschenkel; an kleinen Stellen 73
    – Kälte; Beine, Füße; im Schlaf 80
    – Kälte; Beine, Füße; weckt aus dem Schlaf 80
    – Kälte; Beine; Füße; während Schweiß 85, 87
    – Schmerz; Knochen 76
    – Schmerz; rheumatisch 74
    – Schmerz; wund, Schmerz mit Empfindlichkeit wie wund und zer– schlagen; Beine; Oberschenkel; nach kurzem Schlaf 81
    – Schmerz; wund, Schmerz mit Empfindlichkeit wie wund und zer– schlagen; Beine; Oberschenkel; Treppensteigen, beim 81
    – Schmerz; ziehend 74
    – Schmerz; wandernder; von einer Stelle zur anderen 74, 76

    Schlaf
    – Schläfrigkeit; Augen; mit Brennen in den Augen 78
    – Schläfrigkeit; Essen, während 81
    – Schläfrigkeit; überwältigend; tagsüber 79
    – Schläfrigkeit; überwältigend; abends 77
    – Schlaf; tief; morgens agg. 82

    Frost
    – frösteln; abends 83, 84
    – frösteln; mit Schweiß 85

    Haut
    – Hautausschläge; Papeln, papulös 88
    – Hautausschläge; Pickel, Blütchen; nässend 89
    – heilt schwer 88, 89

    Allgemeines
    – Hitze; Hitzewallungen; mit Schweiß 86
    – Hitze; Hitzewallungen; mit Schmerzen 86
    – Speisen und Getränke, Speisen warme; Verlangen 61
    – Speisen und Getränke, Salz; Verlangen; und Süßigkeiten 61
    – Speisen und Getränke, Süßigkeiten; Verlangen; Salz, und 61
    – Schmerz; Knochen 74,76

     

    Literatur
    Boericke, W.: Handbuch der homöopathischen Materia Medica. Haug Verlag, Heidelberg 1994
    Clarke, Der neue Clarke. Eine Enzyklopädie für den homöopathischen Praktiker. Verlag für homöopathische Literatur, Bielefeld 1990
    Geary, M.: A homeopathic Proving of pteridium aquilinum, Bracken.2000
    Pelikan, W.: Heilpflanzenkunde, 2. Band, Philosophisch Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach 1977
    Sacks, O.: Oaxaca Journal. National Geographic Directions, Washington, 2002
    Simonis, W.: Heilpflanzen Band I, Novalis Verlag, Neuhausen 1981
    Vonarburg, B.: Homöotanik, 1. Band, Haug Verlag, Stuttgart 2002
    Zandvoort, R.v.: Repertorium Universale. Similimum Verlag, Ruppichteroth 2003
    http://www.welshschoolofhomeopathy.org.uk/Bracken.pdf
    http://www.hortipedia.org/de/index.php?title=Farne
    http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761556439/Farne.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Farne
    http:www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Adlerfarn/adlerfarn.html
    http://members.aol.com/woinem3/html/kitplante/adlrfarn.html (sic!)

     

    Anschriften der Verfasser:

    Dr. Doris Drach, A–2353 Guntramsdorf, Veltlinerstraße 1
    Dr. Franz Swoboda, A–1070 Wien, Mariahilferstraße 110