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    Salicylicum acidum

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    REMEDY ABBREV.

    Sal-ac.

    MASTER PROVER

    Dr. Leisigang, Dr. Kuehnen, OEGHM, Austria

    YEAR

    1987

    PROVING METHOD

    Double blind, placebo controlled trial

    PLACEBO?

    Yes

    BLINDING?

    remedy unknown to the 19 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Fa. Peithner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Salicylic acid

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Acidum salicylicum, der Acetylsalicylsäure

     

    Proving document currently only available in German

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.10

     

     

    Acidum salicylicum - eine Arzneimittelprüfung

     

    Anlage und Durchführung der Prüfung

    In einer doppelblinden und placebokontrollierten Arzneimittelprüfung (AMP) wurde die 30. Dezimalpotenz von Acidum salicylicum geprüft. Die Auswahl der Prüfsubstanz erfolgte durch Prof. DORCSI. 1 X täglich wurden von jedem Probanden 5 Globuli der Arznei oder des Placebo eingenommen. (* In dankenswerter Weise von der Fa. Peithner zur Verfügung gestellt.)
    Jeder der 19 Probanden bekam nach 4 Tagen der Vorbeobachtung zwei Wochen Verum oder Placebo, gefolgt von 2 Wochen Einnahmepause,
    an die sich die zweite 14tägige Einnahme-Periode anschloß (cross over).

     

    Vor Prüfungsbeginn hatten die Probanden (durchwegs Ärzte und deren Angehörige) Anamnese und Status präsens zu erstellen. Danach erhielten sie je zwei Fläschchen (Globuli) mit folgender Beschriftung: AMP 111/87, Probanden- und Fläschchennummer (1 oder 2), samt Prüfungsanleitung und Protokollheft persönlich überreicht. Es handelt sich um die Protokollhefte von SWOBODA und KÖNIG, die jetzt auch in der BRD verwendet werden.

     

    Die Auswertung

    Von 19 abgegebenen Protokollen waren 13 auswertbar. Die folgende Übersicht zeigt Protokoll-(Probanden-)Nummer, Geschlecht und Alter mit den einzelnen Prüfungsphasen.

     

    5 ♀ und 8 ♂ zwischen 17 und 44 Jahren nahmen teil.
    Laboruntersuchungen waren nicht vorgeschrieben. Es gab zahlreiche interkurrente Infekte, wohl durch die jahreszeitlich bedingte Infektanfälligkeit. Kein Prüfer mußte die AMP wegen zu heftiger Reaktionen unterbrechen oder beenden.
    Nach Sichtung der Protokolle wurden die Symptomlisten erstellt und in den folgenden Protokoll-Zusammenfassungen nach den einzelnen Prüfungsphasen geordnet.
    111 Symptome wurden dabei als mögliche Verum-Symptome gewertet. Ein persönlicher oder telephonischer Kontakt erfolgte in etwa wöchentlichen Abständen zwischen Probanden und Prüfungsleitern. Von 19 eingegangenen Protokollen wurden 6 ausgeschieden. Ein Proband mußte die Prüfung krankheitshalber abbrechen, es bestand jedoch kein Zusammenhang mit der Prüfsubstanz.
    Die Auswertung begann mit Auflistung der Symptome in Datenlisten. Dann wurde versucht, Placebo- und Verumphase zu entschlüsseln, was nur in 50% der Fälle gelang. Danach wurden die Verum-Symptome repertorisiert, wobei nach DORCSIS Symptomenverzeichnis Acidum oxalicum und nach dem KENTschen Repertorium Acidum picrinicum in die engste Wahl kamen. Dann erst wurde das Arzneimittel bekanntgegeben. Schließlich wurden die Symptomlisten erstellt, die Protokolle zusammengefaßt und bewertet.

     

    Bisher bekannte Daten des Prüfstoffs

    Toxikologie

    Laut WIRTH et al. kommt es bei leichter Vergiftung mit Salicylaten zu Nausea, Erbrechen, Magenschmerzen, Schwindel, Ohrensausen. Bei hohen Dosen treten dann Verwirrtheit, Somnolenz, Kollaps, Konvulsionen und Anurie in Erscheinung. Gleichzeitig besteht eine zentral ausgelöste starke Hyperventilation. Die tödliche Dosis von Natriumsalicylat wird mit 30 bis 40 g bei Erwachsenen angegeben, Todesfälle seien aber auch bei erheblich geringen Mengen beobachtet worden. Bei einem 6jährigen Kind führten 5 g tgl. durch 10 Tage zu Schläfrigkeit, Nasenbluten, Erbrechen und Muskeltetanie. Bei Kleinkindern ist die Empfindlichkeit entsprechend höher. Hier sollen schon wenige Tabletten zu 0,5 g zu einer tödlichen Vergiftung führen.
    Die diagnostischen Kriterien der Vergiftung sind Hyperpnoe oder Atemnot, starkes Schwitzen, Zyanose fehlt, dazu kommen die oben genannten Symptome, außerdem Ohrensausen, Hörverminderung, eventuell auch anhaltendes Erbrechen, Unruhe, Reizbarkeit und Verwirrung, die in ein somnolentes Stadium übergeht. Das Gesicht ist gerötet und gelegentlich tritt ein periokuläres Ödem auf. Relativ häufig sind allergische Reaktionen wie Exantheme oder Asthma bronchiale.

     

    Frühere Arzneimittelprüfungen von Acidum salicylicum

    In ALLENS Enzyklopädie sind Angaben zu Acidum salicylicum zusammengestellt. Einige dort ebenfalls aufgenommene Krankengeschichten deuten darauf hin, daß Acidum salicylicum dabei ebenfalls vorwiegend als Antipyretikum und Antiphlogistikum in üblicher klinischer Dosierung verwendet wurde.
    Von LEWI stammt eine Selbstbeobachtung nach Einnahme einer C 1 Potenz. Die dort geschilderten Symptome finden sich alle in HERINGS Guiding Symptoms, die wohl die umfangreichste Darstellung von Acidum salicylicum ist. Insgesamt handelt es sich um eine sehr mangelhaft geprüfte Substanz, von der uns weniger Prüfungssymptome als Nebenwirkungen bekannt sind.

     

     

    Arzneimittelprüfungssymptome

    (Die Zahl in Klammer gibt die Symptom-Nummer an)

     

    Müdigkeit
    Massive Müdigkeit (Symptom 1) und Abgeschlagenheit (Symptom 2)
    Müdigkeit trotz guten Schlafs (Symptom 3).
    Besserung der Leistungsfähigkeit, Ausbleiben der vorangegangenen oder
    gewohnten Müdigkeit (Symptom 7-9) sind als Arzneimittelwirkung zu
    verstehen.

     

    Gedrückte Stimmung
    (Symptom 11), niedergeschlagen, antriebslos (Symptom 10). Nervosität, Reizbarkeit und Aggressivität (Symptom 7-9).

    Ungeschicktheit
    Werkzeug fällt aus der Hand, stößt sich an jeder Ecke oder Kante (Symptom 16), Versprechen und Verschreiben (Symptom 17).

     

    Schlaf und Träume
    Träumt, daß sie schwanger sei (Symptom 18). Eine verheiratete Mutter von 3 Kindern hat im Traum Sorge, nicht geheiratet zu werden (Symptom 19). Träumt, daß ihr jüngstes Kind tot ist, ohne zu erschrecken (Symptom 20). Träumt von einer Löwenfamilie (Symptom 24). Träumt von einer Ausstellung („Wunschtraum", Symptom 21). Problemgeladene Träume (Symptom 25). Traumlos während der gesamten Verum-Einnahme, während sie sonst häufig und lebhaft träumt (Symptom 26).

    Kopf
    Kopfschmerz über den Augen, erschwertes Sehvermögen (Symptom 27). Schläfendruck rechts mit allgemeinem Hitzegefühl und Übelkeit, Gegendruck bessert (Symptom 28).

     

    Augen
    Flimmern vor den Augen mit verschwommenem Sehen (Symptom 31). Wiederkehrendes Zucken des Unterlides links (Symptom 32).

     

    Ohren
    Knacken im Ohr links, beim Bewegen des Ohres oder beim Öffnen des Mundes (Symptom 33).

     

    Nase
    Schnupfen, zäher, dicker Schleim (Symptom 34). Schnupfen wird schleimig (Symptom 34). Blutiges Sekret (Symptom 36). Keine Sekretion, die Nase bleibt trocken (bei allergischer Rhinitis bei sonst täglichem, morgendlichem Niesen und Laufen der Nase, Symptom 38). Nasenbluten nachmittags (Symptom 39).

     

    Gesicht

    Gefühl wie gedunsen, dickes Gesicht (Symptom 40). Entzündungsherd an der rechten Oberlippe von Stecknadelkopfgröße (Symptom 41). Um die Orbita rechts unten stechender Schmerz beim Draufdrücken (Symptom 42). Faulecken am rechten Mundwinkel. (Symptom 43).

     

    Zunge
    Brennen der Zungenspitze, der Unterlippe und des Rachens (Symptom 44).

     

    Hals innen
    Schluckschmerzen im Rachen links (Symptom 46).

     

    Äußerer Hals
    Verspannung der Nackenmuskulatur. Schmerzen bei Bewegung des Kopfes, Druck am Schulterblatt (Symptom 48). Schmerzen am zervikothorakalen Übergang bis in die Schulter. Drehbewegung des Kopfes eingeschränkt, steifer Nacken (Symptom 49). Zucken im Nacken links (Symptom 50).

     

    Herz, Kreislauf
    Abendliche Tachykardie (Symptom 51). „Starkes Herzklopfen" bei einem Puls von 60/min. Jeder Pulsschlag rauscht im Kopf (Symptom 52). Gefühl eines zappelnden Fisches oder wie ein leichter Stromstoß in der Brust (Symptom 53).

     

    Atmungsorgane
    Reizhusten trocken (Symptom 54). Wundheitsgefühl der Bronchien. Husten beim Niederlegen und Erwachen (Symptom 55).

     

    Magen
    Leichte Übelkeit vom Magen (Symptom 56).

     

    Abdomen
    Gefühl wie gedunsen, leichte Übelkeit im Magen (Symptom 58).
    Schmerzen in der Magengegend, stechend, messerartig (Symptom 59). Krampfartiger Bauchschmerz (Symptom 60). Stechender Bauchschmerz, plötzlich stechende Schmerzen im Rektum (Symptom 61).
    Wellenförmiger, heftiger, fast schneidender Bauchschmerz (Symptom 62). Unterbauchkoliken (Symptom 63). Meteorismus bei krampfartigen Schmerzen im Mittel- und Unterbauch (Symptom 65). Afterschmerz stechend (Symptom 66).

     

    Verdauung, Stuhlgang
    Stuhldrang nach dem Zubettgehen (Symptom 70). Wäßriger Stuhl, der nur mit Anstrengung zu entleeren ist (Symptom 71). Muß stark pressen, obwohl der Stuhl weich bis ungeformt ist (Symptom 72).

     

    Harnorgane
    Starke Harnflut (Symptom 73). Häufiger Harndrang (Symptom 74).

     

    Geschlechtsorgane
    Eierstockschmerzen mehr linksseitig (Symptom 76). Ziehende Hodenschmerzen (Symptom 78). Ziehender Schmerz in der Leistengegend und Hodenschmerzen (Symptom 79).

     

    Wirbelsäule und Thorax
    Plötzlicher Stich im Bereich der BWS (Symptom 80). Morgendliche Verspannung paravertebral (Symptom 81). Stechende Schmerzen 4. Rippe links (Herzgegend) vertebral (Symptom 82). Beengungsgefühl im Rücken und Rippenbereich, wie eine Last empfunden (Symptom 83). Schmerzen am zervikothorakalen Übergang der Wirbelsäule bis in die Schulter, am nächsten Tag bis in die untere BWS (Symptom 85).
    Ziehende Kreuzschmerzen, besser durch Zusammenkrümmen (Symptom 88).

     

    Extremitäten
    Leichte Schulterschmerzen (Symptom 89).
    Morgens nach dem Erwachen Schwellungsgefühl und Schmerzen, stechend, hineinschießend am rechten Handrücken, sodaß er nichts anpacken kann, Bewegung und Schütteln der Hand bessert (Symptom 92). Pronation des linken Handgelenks ulnarseitig sehr schmerzhaft (Symptom 94). Zucken in der Gesäßbacke links (Symptom 95). Heftige Knieschmerzen, rechts medial (Symptom 99). Stechende Schmerzen im linken Kniegelenk (Symptom 100).
    Schweregefühl in beiden Beinen, wie Gewichte, ziehende Schmerzen in beiden Unterschenkeln (Symptom 101). Nächtliche Wadenschmerzen mit Krampf linksseitig (Symptom 20).

     

    Haut und Haare
    Juckende Haut am ganzen Körper (Symptom 104). Erwacht um Mitternacht mit starkem Juckreiz, Kratzen bessert (Symptom 105). Nässen hinter den Ohren (Symptom 106).
    Eine Warze am Unterarm rechts verändert sich, bildet sich zurück (Symptom 107). Eine Warze entwickelt sich am dritten Finger rechts (Symptom 108). Haut besonders trocken (der Proband ist gewohnt, reichlich, sogar beim Essen, zu schwitzen, Symptom 111).

     

    Diskussion einzelner Prüfungssymptome

    Ein Symptom, das in der Verumphase oder in der anschließenden Pause bzw. Nachbeobachtung auftrat, kann prinzipiell ein Arzneisymptom oder ein Placebosymptom sein. Deshalb werden Ausdrücke wie „Verumsymptom" oder Ähnliches vermieden. Vielmehr ist es korrekter, von Symptomen zu sprechen, die „unter Verumgabe" oder „am Tag X der Verumeinnahme" auftraten. Für die Bewertung spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:

    --- Intensität
    --- Lokalisation
    --- Modalität

    und die Veränderung dieser Faktoren gegenüber einer vorausgegangenen Vorbeobachtung oder gegenüber einer vorausgegangenen Placebophase. Selbstverständlich kann prinzipiell jedes Symptom, das in einer Placebophase auftritt, die nach der Verumphase gelegen ist, ein verspätetes Verumsymptom sein („Spätreaktion"). In der vorliegenden Arbeit wurden diese Symptome jedoch weitgehend ausgeschieden, um den Begriff der Spätreaktion nicht übermäßig zu strapazieren. Außerdem ist der Wert einer Placebogabe nach Verum grundsätzlich in Frage zu stellen. Symptome, die sich gegenüber der Vorbeobachtung bzw. Anamnese nicht merklich veränderten, wurden nicht aufgenommen. Und das betraf in einem Fall sogar ein ganzes, mit peinlicher Sorgfalt geführtes Protokoll, das ausgeschieden werden mußte, da nur bekannte Symptome wiederholt wurden. Andere Protokollhefte mußten wegen mangelnder Protokollierung ausgeschieden werden. Daß im Einzelfall keinerlei Reaktion vom Probanden wahrgenommen wurde, mag an einer übersteigerten Erwartungshaltung oder an mangelnder Fähigkeit zur Selbstbeobachtung liegen, zumal solche Probanden auch in der Vorbeobachtungsphase keinerlei ernährungs- oder umweltbedingte oder seelische Unpäßlichkeiten schildern. Auch war der AMP keine Auswahl der Probanden („sensibel" oder „nicht sensibel") vorausgegangen.


    Es gab insgesamt wenig herausragende oder besonders auffallende Symptome. Wohl aber konnte man in einem relativ frühen Stadium den lithämischen Charakter der geprüften Arznei erkennen. Eindrucksvoll waren manche Träume (Symptom 18-25) sowie auch beim Probanden 1 das Fehlen der Träume bei einem sonst lebhaft und häufig träumenden Menschen (Symptom 26).
    Das Symptom 51 (Tachykardie abends und Beschwerden wie bei Hyperthyreose) ist zwar nur pathognomonisch für die später diagnostizierte Hyperthyreose, nur war diese bis zur Arzneimittelprüfung nicht bekannt, sodaß die Frage einer Auslösung durch die AMP diskutiert werden muß. Für eine solche arzneimittelbedingte Induktion spräche auch die völlige Normalisierung der Schilddrüsenfunktion nach nur wenigen Tagen.


    Der Schmerzcharakter war hauptsächlich stechend, brennend, ziehend, hineinschießend.


    Eine gestörte Wärmeregulation kam nur wenig zum Ausdruck. Vom toxikologischen Bild her könnte man sich mehr Bezug zur Schweißsekretion erwarten. In diesem Zusammenhang gab es allerdings nur den Hinweis eines Prüfers, der entgegen seiner üblichen Schweißneigung eine auffallend trockene Haut entwickelte (Symptom 111).
    Eine statistische Absicherung ist selbstverständlich mit der vorliegenden Prüfung weder möglich noch beabsichtigt.

     

    Vergleich der AMP mit den HERiNGschen Guiding Symptoms

    Im Vergleich mit den Angaben aus den Guiding Symptoms kann man von einer Bereicherung durch die vorliegende Arzneimittelprüfung in manchen Bereichen sprechen. So lagen bisher keinerlei Traumsymptome vor. In der jetzigen Arzneimittelprüfung sind sie gut repräsentiert. Die gemüthaften Veränderungen zeigen eine Korrespondenz bei Melancholie, Unruhe und Gereiztheit. Hinzugetreten ist die auffallende Müdigkeit.


    Der Bezug zu den Sinnesorganen ist in der AMP nicht so eindrucksvoll wie in der Toxikologie (Ohrgeräusche, Sehstörungen). Der brennende, stechende Schmerzcharakter deckt sich mit dem bekannten Bild sowohl im Magen-Darm-Bereich als auch in den Extremitäten.


    Die Stuhlentleerung hat in der AMP und gegenüber der bekannten Darstellung eine neue Modalität insofern, als weiche oder auch flüssige Stühle nur schwierig zu entleeren sind (Symptom 71, 72). Auch der Stuhldrang nach dem Zubettgehen (Symptom 70) ist nicht ganz gewöhnlich. Ob die Hautsymptome (Verschwinden einer Warze bei einer Probandin, Auftreten einer neuen Warze bei einer anderen Probandin) Eingang in die Therapie finden werden, sollte durch den praktischen Einsatz von Acidum salicylicum als Warzenmittel herauszufinden sein. Immerhin stellt diese AMP eine Anregung dazu dar.

     

    Die besondere Affinität von Acidum salicylicum zu Muskeln, Sehnen und Gelenken hat sich in der AMP sehr deutlich gezeigt und bestätigt den bisherigen Einsatz (auch homöopathisch) bei entzündlichen und degenerativen Gelenkserkrankungen und bei sogenanntem Muskelrheumatismus.

     

    Besprechung der Prüfung

    Erschwert wurde die Beurteilung der registrierten Symptome durch das Auftreten von Infekten vorwiegend im Bereich des Respirationstraktes, die bei einer Prüfung in der kalten Jahreszeit naturgemäß zu erwarten waren. Wir haben jeweils bei den einzelnen Symptomen dazu Stellung genommen. Bei einigen Prüfern ergab sich eine Besserung vorher geschilderter Symptome im Sinne einer Arzneimittelwirkung, so z. B. das auffallende Wohlbefinden bei einer Probandin, die sonst eher depressiv und gereizt ist (Symptom 7), oder die völlige Traumlosigkeit einer Probandin, die noch während der Vorbeobachtung über ihre häufigen Träume ein Traumtagebuch führte (Symptom 26). Weitere Schwierigkeiten bei der Beurteilung der Symptome hatten wir bei Probanden, die während oder knapp vor der Verum-Einnahme andere Arzneien verwendeten (ein besonders krasses Beispiel war die Xyloneuralinjektion in die Tonsillennarbe 6 Tage vor Verumbeginn, aber auch die Anwendung diverser Homöopathika bei manchen Prüfern).


    Wir haben auch hier bei der Besprechung der Symptome jeweils darauf hingewiesen. In manchen Protokollen sind aufgetretene Symptome nur sehr kurz angeführt. Es fehlt dabei eine genauere Beschreibung, was für die Erstellung eines Arzneimittelbildes erschwerend war. Auf die wirklich regelmäßige, ausführliche Protokollierung eines „vollständigen" Symptoms - also auch mit Zeitangaben, zeitlichem und örtlichem Verlauf, Sensationen dabei und Modalitäten - müßten in zukünftigen Arzneimittelprüfungen wohl noch mehr hingewiesen werden.

     

    Weiterführende Literatur:

    1. Allen, T. F.: Enzyklopädie. Jain Publishers, Neu Delhi 1988
    2. Barthell Klunker: Synthetisches Repertorium. Haug Verlag, Heidelberg, 2. Aufl. 1981.
    3. Bayr et ab Berberis vulgaris. Haug Verlag, Heidelberg, 1984.
    4. Bayr: Persönliche Mitteilungen.
    5. Dorcsi, M.: Arzneimittellehre. Haug Verlag, Heidelberg, 2. Aufl. 1985.
    6. Dorcsi, M.: Symptomenverzeichnis Haug Verlag, Heidelberg, 3. Aufl. 1985
    7. Dreisbach: Handbook of poisoning. Lange medical publications. Hemel Hempstead 1983.
    8. Hering: Guiding Symptoms. Nachdruck durch Jain Publishers, Neu Delhi 1989.
    9. Kents Repertorium. Haug Verlag, Heidelberg 1985.
    10. König/Swohoda: Arzneimittelprüfung von Acidum succinicum. In: Documenta homoeopathica. 8, Haug Verlag, Heidelberg, 1987.
    11. Lewi: Ein Prüfungsfragment zur Salicylsäure. In Hirscheis Zeitschrift für Homöop. 20: 106 (1875)
    12. Martindale: The extra Pharmacopocia, 29. Auflage, The pharmaceutical press, London, 1989.
    13. Mezger, J.: Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre. Haug Verlag, Heidelberg, 1988.
    14. Stauffer: Klinische homöopathische Arzneimittellehre. Johannes Sonntag-Verlagsbuchhandlung, Regensburg 1974.
    15. Wirth et al: Toxikologie, Thieme Verlag, Stuttgart 1985.

     

    Anschrift des Verfasser: Dr. med. Helga Lesigang und Dr. med. Wolfgang Kühnen, Ludwig-Boltzmann-Institut für Homöopathie (Leiter: Prof. Dr. M. DORCSI und Doz. Dr. M. HAIDVOGL), Mariahilferstr. 110, 1070 Wien