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    Serum anguillae

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    REMEDY ABBREV.

    Ser-ang.

    MASTER PROVER

    Dr. Anton Rohrer, OEGHM, Graz

    YEAR

    1) 1987 2) 1989

    PROVING METHOD

    Classical, single blind trial

    PLACEBO?

    no placebo given

    BLINDING?

    1) Remedy unknown to the 6 provers in 1987

    2) unknown to the 10 provers in 1989

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Dr. Peithner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Serum anguillae,  the Serum of the eel

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Serum anguillae, dem  Aalserum

     

    Proving documents available currently only in German

    Published in the Austrian journal "Documenta No. 8"

    The 2. proving of Ser-ang. is published in "Documenta No.11"  and availableHere

     

     

    Aalserum

    Eine Arzneimittelprüfung

    Zuerst möchte ich den Lebenslauf des Aals kurz beschreiben, nicht nur weil er interessant ist und vielen von uns unbekannt sein dürfte, auch weil sich Analogien ergeben, die uns zur Anwendung des Heilmittels führen. Aale unterscheiden sich rein äußerlich von anderen Fischen durch ihren schlangenförmigen Körper. Sie sind Raubfische und ernähren sich von Fischen, Krebsen, Würmern, Schnecken. Ihre Herkunft blieb lange ein Rätsel, und einige Punkte ihrer Lebensgeschichte sind auch heute noch unbekannt. Schon Aristoteles interessierte sich für Aale. So schrieb er über ihre Fortpflanzung, daß durch Urzeugung aus dem Schlamm Erdwürmer entstünden, die dann die Aale gebären würden. Erst im 18. Jahrhundert konnten die Eierstöcke nachgewiesen werden. Da man noch keine männlichen Geschlechtsorgane gefunden hatte, nahm man eine Fortpflanzung durch Jungfernzeugung an. Die männlichen Tiere entdeckte man im 19. Jahrhundert. Diese leben vor allem in den küstennahen Gewässern. Eine der ersten eigenen Forschungen Sigmund Freuds war eine histologische Arbeit über die Geschlechtsdrüsen der Aale, über die man zu seiner Zeit noch nichts wußte. Sie hat den Titel „Beobachtungen über Gestaltung und feineren Bau der als Hoden beschriebenen Lappenorgane des Aales".

    Was wissen wir heute über den Aal?

    Sein Laichplatz wurde Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt, es ist das Sargassomeer im Westatlantik, nahe dem sog. Bermudadreieck, das ist 4000—7000 km von seinem späteren Aufenthaltsort entfernt, zumindest trifft man hier Larven von ca. 6 mm Länge, die kleinsten, die wir kennen. Die Larven besitzen einen glashellen Körper, der später weidenblattförmig aussieht. Sie werden vom Golfstrom erfaßt und gelangen quer über den Atlantik an die Küsten Europas, die sie nach 3 Jahren erreichen. Hier wandeln sie sich in die ca. 6 cm langen farblosen Glasaale um, dabei wird ihr Körper schlank und rund. Ein Teil bleibt in Küstennähe, während die anderen flußaufwärts ins Süßwasser ziehen. Sie können während ihrer Reise stromaufwärts auch schwierige Hindernisse überwinden, wie z. B. den Rheinfall bei Schaffhausen, wobei ein Großteil zugrunde geht und die Nachkommenden auf den toten Leibern der Vorangegangen emporrutschen. Sie werden jetzt Steigaale genannt. In ihrem 3. oder 4. Jahr im Süßwasser beginnt die Schuppenentwicklung. Tagsüber verstecken sich die Aale im Schlamm oder zwischen Wurzelwerk und gehen in der Dämmerung auf Nahrungssuche, wobei ihnen ihr außerordentlicher Geruchssinn hilft.


    Nach 10—15 Jahren im Süßwasser beginnt eine Umwandlung. Die Augen vergrößern sich, der Kopf wird spitz, der Rücken färbt sich schwarz, der Bauch silberglänzend. Die Gelbaale wandeln sich in Blankaale um. Sie stellen die Nahrungsaufnahme ein, der Darmkanal bildet sich zurück, sie bereiten sich auf ihre Wanderung zum Sargassomeer, ihrem Laichplatz, vor. Im Spätsommer und Herbst ziehen sie in der dunklen Nacht Richtung Meer, dabei verlassen sie abgeschlossene Binnenteiche und schlängeln sich nachts über feuchte Wiesen, um in den Fluß zu kommen, der sie dem Meer näherbringt. Die großen Fettreserven dienen dabei als Nahrungsquelle. In Aquarien kann ein Blankaal bis zu 4 Jahren ohne Nahrung existieren. Wie die Aale die Sargassosee erreichen, ist immer noch ein Rätsel. Bis jetzt wurden erst 3 Fälle publiziert, wo man im Atlantik einen Aal gefangen hatte. Einen fand man im Magen eines Pottwales. Auch in der Nordsee werden nur sehr selten abwandernde Aale gefangen. Angeblich konnte noch nie ein laichfertiger Aal gefangen werden. Hindert man den Aal an der Abwanderung ins Meer, kann er 25—50 Jahre alt werden. Nach dem Ablaichen in der Sargassosee gehen sie zugrunde.


    Ich sehe in dieser Lebensgeschichte die Wirkung einer geheimnisvollen Kraft der Natur, die ein Tier eine Wanderung fast um den halben Erdball unternehmen läßt, erst um ein geschlechtsreifes Tier zu werden und um dann dieselbe Strecke nocheinmal zurückzulegen, um wieder an den Ort der Geburt zu gelangen und dort zu sterben.

     

    Heilmittel Aalserum

    Aalserum, aus dem Aalblut gewonnen, wirkt auf andere Organismen giftig und ist sehr ähnlich dem Gift der Viper, die auch homöopathisch verwendet wird. Man kann durch Injektion von auf 60 °C erhitztes Aalserum eine Immunität gegen Viperngift erzeugen. Das Gift, auch Ichthyotoxin genannt, wird durch Erhitzen auf 100 °C unwirksam.
    Die wichtigsten Erkenntnisse über die klinischen Indikationen wurden aus Tierversuchen gewonnen. Es wurde hauptsächlich eine Wirkung auf Blut, Niere, Leber und Herz beobachtet. Es kommt zu Krämpfen oder Muskellähmungen, Hämolyse, und immer ist irgendwie die Niere beteiligt mit Hämoglobinurie, Albuminurie, akute Nephritis, bis zur Oligurie und dann Anurie. Blut und Eiweiß im Harn ist ein konstantes Symptom, das bei jedem Tierversuch auftritt.
    Neben Nekrosen in den Glomeruli und Tubuli der Nieren zeigt sich eine Nekrose der Leberzellen und Entzündung der kleinen Gallengänge. Auch die Pulsfrequenz wird beeinflußt. Wir finden Pulsverlangsamung oder Beschleunigung, hauptsächlich Arrhythmien. Aufgrund der Tierversuche und massiven pathologischen Befunde wurde Serum anguillae (Aalserum) besonders in der französischen Homöopathie klinisch eingesetzt. Aalserum ist ein Nierenmittel. „Wenn im Verlaufe einer Herzerkrankung die Nieren, die vorher gut gearbeitet haben, plötzlich angegriffen und in ihrer Funktion behindert sein sollten und Arrhythmien auftreten, können wir gute Resultate erwarten" sagt Jousset. Er stellt Aalserum zwischen Digitalis und Crataegus und verwendet es bei dekompensierter Herzinsuffizienz, wenn noch keine Ödeme vorhanden sind. Dig. hat die Trias: Art. Hypertonie—Oligurie—Ödeme.
    Aalserum hat: Art. Hypertonie—Oligurie— und keine Ödeme.
    Dig. ist eher ein Herzmittel, Aalserum eher ein Nierenmittel.
    Wir haben einen Patienten mit schwachem, arrhythmischen Puls vor uns, mit Dyspnoe besonders bei Bewegung und langsamem Puls in Ruhe, aber bereits beim Aufsitzen, Aufstehen oder geringer Bewegung wird der Puls schnell. Wenn eine Oligurie besteht oder Leberstauung, sollten wir an Aalserum denken, mit dem wir noch eine Diurese erreichen können. Diese schmerzhafte Leberschwellung finden wir öfter bei Patienten mit Herzinsuffizienz. Das ist uns zwar von der Pathologie her durch die Stauung verständlich, wird aber von uns therapeutisch selten beachtet. Es gibt Autoren, die von einer „hepatogenen Myokardose" sprechen, d.h. nichts anderes, als daß es Zusammenhänge zwischen dem Myokardstoffwechsel und der Leberfunktion gibt. Eine Verbesserung der Leberfunktion kann entscheidend zur Überwindung einer Myokardinsuffizienz beitragen. Die Leber ist das Ernährungsorgan des Herzens, deshalb kann Card. mar. bei einem Altersherz günstig wirken. Nebstbei ist auch Dig. ein wichtiges homöopathisches Leberdrainagemittel. Aalserum wird verwendet bei organischen Herzerkrankungen mit Atemnot und wenig Harn. Differentialdiagnostisch kommen Dig. und Iberis in Frage. Bei Dig. ist der Puls arrhythmisch und langsam, auch wenn die Patienten auf und in Bewegung sind. Zum Unterschied von Aalserum, wo der Puls bei jeder Bewegung sofort schnell wird.


    Iberis hat Herzklopfen mit Schwindel, stechende Herzschmerzen, Herzklopfen beim Treppensteigen oder schnellen Gehen, so daß er sich niederlegen muß, aber schlimmer beim Liegen auf der linken Seite. Der Puls ist unregelmäßig, setzt aus, die Unregelmäßigkeit wird durch Anstrengung verschlimmert. Scharfe Schmerzen „wie von Nadeln" in der Herzgegend, auch Ausstrahlung in den linken Arm kommt vor. Iberis ist ein Mittel entweder für die vegetative Dystonie, wo Herzbeschwerden im Vordergrund stehen oder für Herzinsuffizienz mit den Symptomen der Angina pectoris. Serum ang. hat auch ein schmerzhaftes Zusammenschnüren der Brust, aber nicht diese scharfen Schmerzen.
    Nach Jousset wirkt Aalserum bei akuter Nephritis nach Unterkühlung. Als klinische Indikation haben wir die Nephritis in jeder Form, mit Anurie, Albuminurie und Hypertonie, dunklem, spärlichem Harn bis zum großen Durst, aber nur kaum Ödeme. Bei stärkeren Ödemen denken wir eher an Mittel wie Helleborus oder Apocynum.


    Es findet Verwendung bei chron. Herzklappenfehlern. Aalserum wird eher bei Insuffizienz des linken Ventrikels eingesetzt, dazu passen die Verschlimmerung durch Liegen auf der linken Seite, durch Bewegung oder Sprechen, und Besserung durch Ruhe und Rückenlage, Dyspnoe bei Anstrengung und beim Sprechen, Herzklopfen und Beklemmung, was am Einschlafen hindert, schon eine kleine Anstrengung ruft stärkere Pulsbeschleunigung hervor. Zur Herzinsuff. mit Leberstauung passen Symptome wie die Auftreibung des Oberbauches mit Völlegefühl, häufiges Aufstoßen, Übelkeit, die durch Aufstoßen gebessert wird.


    Nach der französischen Schule (Voisin, Jousset) wird Aalserum bei Krankheitszuständen verwendet, bei denen es noch nicht zur Ödembildung gekommen ist.


    Nach der Erfahrung indischer Ärzte, wie uns Dorcsi mitgeteilt hat, ist Aalserum auch ein wichtiges Ödemmittel und findet Anwendung beim Lymphödem nach Mammaoperation, Aszites bei Herz- u. Nierenversagen, Anasarka, Elephantiasis, Stauungsödemen bei Karzinompatienten. Auch in der Veterinärmedizin wird Aalserum gerne verwendet beim postpartalen Euterödem bei Kühen. Aalserum ist also ein wertvolles Ödemmittel.


    Es existierte bisher eine Arzneiprüfung, die von Picard an einer einzigen weiblichen Prüfperson durchgeführt worden war. Diese AMP hatte 7 Tage gedauert, bei der Prüfperson handelte es sich nach Leeser um eine gute Beobachterin. Im März 1986 wurde Serum anguillae von Grazer Ärzten nachgeprüft, von 10 teilnehmenden Prüfern konnten 6 Protokolle ausgewertet werden. Wegen der geringen Anzahl von Prüfern wurde auf eine Plazebo-Gruppe verzichtet. Die Arznei wurde in der D 12,2x tgl. für 3 Wochen eingenommen, daran wurde eine Nachbeobachtungsphase angeschlossen. Die Einnahme mußte von einer Prüferin (3) wegen zunehmender Verschlechterung der Augensymptome vorzeitig abgebrochen werden. Heute, bei Abfassung dieser Zeilen, 7 Monate später, haben sich diese aufgetretenen Augensymptome noch nicht vollständig zurückgebildet.


    Die Bewertung zur Aufnahme der Symptome in die Liste der Prüfungssymptome mußte wegen der fehlenden Kontrollgruppe streng erfolgen.

     

    Die Prüfungssymptome

    Psyche

    Trotz der gravierenden körperlichen Symptome, die doch bedrohlich erlebt werden, treten kaum Angstsymptome auf, wie wir es analog zu anderen Tiergiften erwarten könnten.
    Dies kann natürlich durch ungenaue Beobachtung der Prüfer entstehen, die für diese Symptome unsensibel sind, oder durch eine inadäquate Prüfungspotenz zustande kommen, die nicht in der Lage ist, Angstsymptome zu produzieren. Ich werde versuchen, dieses Fehlen in einer Zusammenfassung in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und bin mir dabei der Gefahr der Spekulation durch das Interpretieren von Phänomenen bewußt.


    Wir finden, wie bei vielen Arzneien, den gesteigerten Antrieb, vermehrte Aktivität, eine heitere Stimmung, gesteigerte sexuelle Phantasie und als Ausdruck der Bipolarität Antriebslosigkeit, Unlustgefühl, ähnlich den Beschwerden, wie sie Menschen äußern, die an niedrigem Blutdruck leiden. Deshalb könnte die Antriebssteigerung, die während der Prüfung entstand, ein therapeutischer Effekt sein. Von Reizbarkeit und Ärgerlichkeit durch Geräusche wird berichtet, von Verlangen nach Alleinsein, sich zurückzuziehen, alles sei anstrengend.


    Jede Bewegung wird als Anstrengung empfunden, Ortsveränderung fällt lästig. Dieses Symptom ist interessant in der Beziehung zur Biographie des Aals, der einen ausgeprägten Wandertrieb hat.

    Dieses Symptom läßt sich nicht auf eine Müdigkeit zurückführen, es ist ein Zustand der Gleichgültigkeit, eine Willenslähmung, der Prüfer will nicht gestört werden, jeder Einfluß von außen ist lästig, weil damit der Organismus zu einer Aktivität aufgefordert wird. Abneigung gegen Bewegung findet sich nach C. B. Knerr, Repertory of Herings Guiding Symptoms noch bei: Aloe, Chel, Helon, Lues, Nat. mur, Zinc; bei Angina pectoris: Phytolocca und bei unterdrückter Menses: Cycl. Die psychischen Beschwerden werden auffallend gebessert durch das Einsetzen der Regelblutung.
    Es kommt bei einer Prüferin zu Erinnerungsstörungen. Dieses Symptom wird erwähnt, obwohl es nur bei einer Prüferin auftritt, da es auch in der Picardschen Prüfung vorkommt.

     

    Geist / Gemüt

    [*) Nummer der Prüfperson **) Tag des Auftretens der Symptome]

    (1)

    *) Unlustgefühl den ganzen Tag über (4. Tag)**).

    (1)

    Schlechtere Laune als sonst, Gefühl des inneren Getriebenseins. Trotzdem das Bedürfnis sich hinzulegen und nichts zu tun (5. Tag).

    (1)

    „Wäre heute am liebsten ganz allein gewesen, habe das Gefühl gehabt, ich müsse mich irgendwo zurückziehen und mit mir allein sein" (6. Tag).

    (1)

    „Antriebslos, mußte mich zur Arbeit zwingen, auch ungeduldig" (7. Tag).

    (1)

    Kann sich einfach nicht erinnern ob sie die Arznei eingenommen hat (8. Tag).

    (1)

    „Lethargisch" (nicht „müde" gleichzusetzen), gewisse Gleichgültigkeit (11. Tag).
    (1) „Aufgekratzt", gegen Mittag angriffslustig, eher weniger müde als sonst (12. Tag).

    (3)

    „Fühle mich sehr aktiv, erledige Dinge, die ich schon Monate hinausgeschoben habe. Kraft, Mut, Unternehmungslust. Starke Durchblutung aller Organe (2. Tag).

    (3)

    Keine Müdigkeit wie sonst am Nachmittag (3. + 4. Tag).

    (3)

    „Fühle mich trotz psychischer Belastung sehr gut, sehr aktiv, keine Müdigkeit" (10. Tag).

    (3)

    Müde, will nichts unternehmen, alles ist zuviel, alles ist anstrengend 15. + 16. Tag).

    (3)

    Sehr müde, möchte zu Hause bleiben, das Gefühl, sich verkriechen zu wollen (17. + 18. Tag).

    (3)

    „Wehre mich gegen Ortsveränderung, schnell erschöpft und müde" (19. Tag).

    (3)

    „Möchte mich zurückziehen, müde und kraftlos" (20. Tag).

    (3)

    „Liege den ganzen Tag herum und bin sehr ärgerlich, wenn mich jemand stört" (21. Tag).

    (4)

    Traurig, lustlos, trostlos, verstärkte Müdigkeit 5. — 9. Tag, dann Abbruch der AMP wegen Müdigkeit, Schwäche und Depression.

    (5)

    „Abends große Gereiztheit und wütend, durch Geräusche ausgelöst, was ich sonst nicht als so störend empfinde. Jedes Geräusch irritiert" (7. Tag).

    (6)

    „Am Vormittag Müdigkeit, Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper, alle Muskeln schlaff, jede Bewegung ist anstrengend. Ich möchte mich überhaupt nicht bewegen. Die Bewegung ist nicht schmerzhaft, aber ich möchte nur sitzen und Ruhe haben. Jede Störung ist unangenehm und nervend" (1. Tag).

    (6)

    „Unternehmenslustig, energiegeladen, fröhlich, sehr gerne in Gesellschaft, auch Reden ist sehr anregend, ich habe den ganzen Tag nur geredet. Zerschlagenheitsgefühl im Hintergrund vorhanden, ich habe es übergangen" (4. Tag).

    (6)

    „Muß öfter an Sexuelles denken".

    (6)

    „Sehr müde den ganzen Tag. Morgens am schlimmsten. Aufstehen fällt sehr schwer. Jede Bewegung fällt schwer. Ich will nur meine Ruhe haben. Sehr geräuschempfindlich. Lärm und Geräusche machen nervös, weil sie die Ruhe stören. Muß Geräusche abstellen, bei längerer Dauer kommt es zu einem Wutanfall. Ich kann z. B. Radio als Hintergrundmusik kaum ertragen was ich sonst gerne habe. Das Weinen der eigenen Kinder macht sehr nervös, reizbar und wütend. Wenn die Katze mit Legowürfeln spielt, werden diese Geräusche als äußerst unangenehm und störend empfunden, sie machen extrem nervös" (7. Tag).

    (6)

    Ein euphorischer, energiegeladener Zustand, aktiv. Viel Arbeit wird mit Schwung erledigt ohne müde zu werden (9. Tag).

    (6)

    Müde, gereizt, zerschlagen, erschöpft (11. — 15. Tag).

    (6)

    Seit Einsetzen der Regel allgemeine Besserung, gehobene Stimmung, weniger müde, alle Beschwerden verschwunden (18. Tag).

     

    Schlaf und Traum

    Aalserum erzeugt lebhafte Träume. Es fallen Reiseträume auf, die wieder die Beziehung zur Lebensweise des Aals herstellen. Gereiztheit und Geräuschempfindlichkeit erwähnten wir bei den psychischen Symptomen — auch die Träume haben mit dem Hören zu tun: Der Traum einer Prüfperson läuft geräuschlos ab.

    (6)

    Sehr tiefer Schlaf, traumreich (3. Tag). (6) Traum von Naturkatastrophe mit Sturm, Überschwemmung, aber nicht beängstigend. „Alles im Traum war sehr leise. Habe alles nur gesehen
    aber nichts gehört" (6. Tag).

    (6)

    Reisetraum, Planung einer weiten Reise mit einer Bekannten. Die Abfahrt war für den Stephanitag nach Weihnachten geplant (7. Tag).

    (5)

    Schlaf gut, aber lebhafte Träume.

    (5)

    Schlangentraum, von einer schwarzen Schlange mit schöner gelben Musterung (sonst nie vorgekommen), lebhafte, spannende Träume, nicht ängstlich gefärbt, sehe im Traum alles klarer und heller als sonst.

    (1)

    Großes Schlafbedürfnis, nach kurzem Schlaf am späten Nachmittag wieder ganz fit und munter.

     

    Konzentration—Geist

    Wir sehen Benommenheit, Gedankenlähmung bis zur Erinnerungsstörung. In der französ. AMP finden wir: „Gedankenabwesenheit und eine Art Verstörtheit", so daß sie Schwierigkeit hat aufzufassen, was gefragt wird, und versucht ist, eine verkehrte Antwort zu geben" (Leeser).

    (6)

    Benommenheit im Kopf, „als ob die ganzen Gedanken gelähmt wären". Jedes Nachdenken ist erschwert, alles im Kopf ist wie gelähmt. Konzentration ist sehr anstrengend (3. Tag).

    (6)

    Gedanken fallen sehr schwer, Unbesinnlichkeit. Nachdenken nur unter
    äußerster Anstrengung möglich (7. Tag).

    (1)

    „Ich kann mich einfach nicht erinnern, ob ich die Arznei genommen habe oder nicht" (8. Tag).

    (3)

    Kann geistig nichts mehr aufnehmen, „wie eine Scheibe vor den Gedanken" (27. Tag).

     

    Kopf

    Es kommt zu Kopfschmerzen, die hauptsächlich rechtsseitig auftreten, verbunden mit Übelkeit, Hitzewallungen um Kopf und Gesicht als Ausdruck einer gewissen Gefäßlabilität. Nackenkopfschmerzen.

    (1)

    Am Vormittag plötzliches Heißwerden von Gesicht und Kopf, danach
    Gefühl zu kollabieren (1. Tag).

    (1)

    Dumpfer Kopfschmerz mit leichter Übelkeit (4. Tag). (1) Den ganzen Vormittag über dumpfer Kopfschmerz über rechtem Auge
    und rechter Schläfe, Besserung bei Arbeit und Bewegung (10. Tag).

    (3)

    Abends Druckgefühl, das sich von den Augenwinkeln über die Stirne
    zieht. „Kopf wie vergrößert" (4.-6. Tag).

    (3)

    Kopfschmerz am Morgen von der HWS ausgehend (8. Tag + 14. Tag).

    (4)

    Um 12 Uhr plötzlich dröhnende Kopfschmerzen. Um 20.30 Uhr Kopf
    weh, plötzlich vom Hinterkopf nach vorne und leichte Übelkeit, boh
    rend in der rechten Schläfe (1. Tag).

    (6)

    Tagsüber Kopfschmerzen, in der Nacht verschwunden (17. Tag). (6) Auf der Kopfhaut, in den Augenbrauen und über der Nasenwurzel juckende Schuppen. Muß am Kopf kratzen.

     

    Gesicht

    Im Gesicht werden Kälte- oder Hitzeempfindungen vermerkt. Eine Patientin bemerkt ein Verschwinden der Gesichtsfalten, die Haut wird glatter, schöner. Die sprichwörtliche „Aalglätte" kommt uns in den Sinn. Dieses Symptom konnte ich später auch klinisch bestätigen, als eine Patientin bemerkt hat, daß nach 1 Gabe Aalserum D 200 sich ihre Gesichtshaut verjüngt hat. Möglicherweise entsteht dieser Effekt durch eine geringgradige Wasserretention in der Subcutis, ich halte diese Glättung der Haut für ein Verschwinden von Falten, die durch nervöse innere Spannung, Unausgeschlafensein und vor allem Erschöpfung entstehen.
    Es kommt zu einer Verbesserung des Hautturgors. Ich glaube nicht, daß der normale Alterungsprozeß der Haut beeinflußt wird, das bedarf noch der klinischen Nachprüfung.

    (6)

    Wie sonst vor der Regel im Gesicht Wimmerl, nur diesmal mehr im Gesicht, hinter den Ohren, am Hals (11. Tag).

    (5)

    Abends um die Augen und beiden Oberlidern ein Kältegefühl, „als ob mit
    Pfefferminzöl gestrichen". Ich muß öfter die Augen berühren um mich
    davon zu überzeugen, ob nichts drauf ist.

    (1)

    Am Vormittag plötzliches Heißwerden von Gesicht und Kopf, danach das
    Gefühl zu kollabieren (1. Tag). (1) Gegen Mittag vorübergehende Blässe (4. Tag).

    (1)

    Auftreten eines juckenden Knötchens unter dem Kinn (2. Tag).

    (3)

    Bemerke, daß die Gesichtsfalten verschwinden (9. Tag).

    (3)

    Haut ist viel schöner (16. Tag).

     

    Schwindel

    Der Schwindel bei Aalserum ist verbunden mit Kollapsneigung, auch mit Übelkeit, Schwarzwerden vor den Augen beim schnellen Aufstehen oder Aufrichten vom Gebücktsein. Diese Symptome werden häufig bei erniedrigtem Blutdruck angegeben. Leider wurden während der Prüfung keine Blutdruckwerte ermittelt.

    (1)

    Um 15 Uhr: plötzlicher Schwindel mit Gefühl umzufallen (2. Tag).

    (3)

    Leichter Schwindel (15. + 16. Tag, 17. Tag, 19. + 20. Tag, 21.-27. Tag).

    (4)

    Vormittags leichter Schwindel mit Übelkeit (2. Tag).

    (4)

    Schwindel mit Funkensehen beim Aufrichten (4. Tag).

    (4)

    Kaum Luft zum Atmen, beinahe Kollaps beim Treppensteigen (6. Tag).

    (6)

    Durch zu schnelles Aufstehen oder durch Bücken Schwindel, schwarz vor
    den Augen, verschwindet aber gleich wieder (18. Tag).

     

    Augen und Sehen

    Wir finden neben Empfindungsstörungen am äußeren Auge wie Jucken, Brennen oder Kältegefühl eine Verschlechterung der Sehkraft, was zu unscharfem Sehen führt, „wie durch eine Mattscheibe". Es treten auch Sehstörungen mit Blitzen und Funken auf, die Prüferin dachte bereits an eine Netzhautablösung.

    (6)

    Oft Jucken der Augäpfel, durch Reiben entsteht Brennen (15. Tag).

    (5)

    Abends um Augen und beide Oberlider ein Kältegefühl „als ob mit Pfefferminzöl bestrichen". „Ich muß öfter die Augen berühren, um mich da von zu überzeugen, daß nichts drauf ist. Ich muß öfter die Augen auswischen" (16. Tag).

    (4)

    Augenbrennen (5. Tag).

    (4)

    Schwindel mit Funkensehen beim Aufrichten (4. Tag).

    (3)

    Abends Druck im Kopf mit Funkensehen (3. Tag).

    (3)

    Abends wieder Druckgefühl über den Augen (5. Tag).

    (3)

    Sehe alles unscharf (15. Tag).

    (3)

    Sehkraft verschlechtert sich (16. Tag).

    (3)

    Beim Lesen schwimmen die Buchstaben, kann sie nur mit äußerster Konzentration ordnen (17. Tag).

    (3)

    Sehkraft sehr schlecht (18.-21. Tag).

    (3)

    Augen sehr schlecht, alles unscharf (22.—27. Tag). Wie eine Glasscheibe vor den Augen, alles verschwommen.

    (1)

    Um 15 Uhr plötzlich Schwindel mit Gefühl umzufallen. Kurz danach im linken Auge 1/4 Std. dauerndes Blitzen, dabei klare Sicht. („Im ersten Moment dachte ich an eine Netzhautablösung.") Anschließend dumpfer, leicht erträglicher Schmerz hinter dem linken Auge und am Scheitel, verlor sich gegen Abend.

    (1)

    Am Nachmittag Zucken am linken Unterlid für einige Minuten (7. Tag).

    (1)

    Plötzliches ca. 20 Min. andauerndes Blitzen und Leuchten in beiden Augen, links stärker, dabei leichte Sehstörungen. „Ich war gerade beim Einkaufen. Das ganze Geschäft zuckte und blitzte um mich herum. Ein bandförmiger Lichtkranz im oberen Gesichtsfeld verursachte große Unsicherheit beim Gehen. Ich konnte mich im Spiegel nicht genau erkennen, da alles vor den Augen blitzte. Ich konnte die Augen oder Pupillen nicht genau erkennen. Das Gesicht war weiß, ich fühlte mich aber nicht kollapsig.“
    Nach festem Schließen der Lider kurzzeitig besseres Sehen. Kein Angstgefühl dabei. Danach längere Zeit Kopfschmerz über den Augen, und hinter dem linken Auge ein Druckgefühl.
    „Ich habe das Gefühl, daß alles durch Müdigkeit und Blutdruckerniedrigung ausgelöst worden ist." Ein Kaffee brachte Besserung (8. Tag).

    (1)

    Wieder am linken Auge: Auftreten von Blitzen und Lichterscheinungen, leichter Augendruck dabei. Diesmal kürzer dauernd, ca. 7 Min. Danach leichtes Kopfweh (13. Tag).

    (5)

    Sehe im Traum alles heller und klarer als sonst.

     

    Ohren und Hören

    Nicht nur die Augen werden überempfindlich, es entwickelt sich eine Geräuschempfindlichkeit, die nervös und gereizt werden läßt. Geräusche werden auch deutlicher wahrgenommen. In der traditionellen chinesischen Medizin ist der Funktionskreis Niere und Blase mit dem Sinnesorgan Ohr in Verbindung.

    (5)

    Jedes Geräusch irritiert (7. Tag).

    (5)

    Jedes Geräusch wird deutlicher wahrgenommen (8. Tag).

    (6)

    Schmerzhaftes Knötchen an der Tragus-Innenseite des linken Ohres (2. Tag).

    (6)

    Lärm und Geräusch machen nervös, weil sie die Ruhe stören. Muß Geräusche abstellen, bei längerer Dauer Wutanfall (7. Tag).

    (6)

    Habe im Traum alles nur gesehen, nichts gehört (7. Tag).

    (6)

    Schuppen im Gehörgang, auf und hinter der Ohrmuschel, seit 1 Woche (8. Tag). Im Gehörgang juckt es nicht, trotzdem das Bedürfnis darin zu kratzen (8. Tag).

    (6)

    Kopfschmerzen strahlen ins rechte Ohr aus, extrem geräuschempfindlich (16. Tag).

     

    Mund

    (4)

    15 Min. nach der Einnahme Blutgeschmack im Mund (1. Tag).

     

    Herz — Kreislauf

    Bei der Grazer Prüfung treten Ziehen in der Herzgegend auf, Herzangst, Beklemmung, Atemnot beim Stiegensteigen. In der französischen Prüfung wurden ebenfalls Dyspnoe bemerkt und unregelmäßiger Puls: Aufrichten aus liegender Stellung, Gehen und stärkere Bewegung riefen jeweils Pulsbeschleunigung hervor. Bewegung, Gehen und Sprechen verschlimmerten die Dyspnoe. Sie war auch von Herzklopfen begleitet. Herzklopfen und Dyspnoe waren schlimmer beim Beginn des Gehens und beim Niederlegen, so daß das Einschlafen behindert war. Zusammenschnüren und Klopfen in der Brust, es kam eine schmerzhafte Stelle in der linken Brustseite vor, die sich durch Druck unter die letzte Rippe besserte. Soweit die franz. Prüfung (zit. nach Leeser).

    (5)

    Zeitweise, tagsüber, eine Empfindung „mein Herz zu spüren". Es ist ein leichtes Ziehen in der Herzgegend, nicht beunruhigend, plötzlich auftretend und nach 15 min vergehend (9.—11. Tag, 16. + 17. Tag).

    (4)

    Herzangst, Beklemmung, Atemnot bei Stiegensteigen am Nachmittag
    15 h. 3. Tg.

    (4)

    Kaum Luft zum Atmen, beinahe Kollaps beim Treppensteigen (6. Tag).

    (6)

    Verlangen nach Kaffee, der jetzt den Kreislauf nicht belebt (3. Tag).

     

    Appetit

    Es kommt zu vermehrtem oder vermindertem Appetit oder Durst. Es besteht
    ein Verlangen nach Salz und Pikantem. Das Verlangen nach Kaffee entsteht
    eher aus dem Wunsch den Kreislauf zu beleben.

    (4)

    Abneigung gegen Essen (3. Tag).

    (6)

    Verlangen nach Kaffee (3. Tag).

    (6)

    Appetit vermindert (4. Tag, 7. Tag).

    (6)

    Am Abend Heißhunger (10. Tag).

    (3)

    Kein Appetit (angenehme Empfindung), aber mehr Durst (3. Tag, 4. Tag,
    5. + 6. Tag, 7.-9. Tag).

    (1)

    Großer Appetit. Verlangen nach Pikantem, Salzigem, sonst besteht eher
    ein Verlangen nach Süß (3. Tag).

    (1)

    Großer Appetit — wenig Durst (5., 6., 11. Tag).

     

    Übelkeit — Magen

    Die Übelkeit steht oft im Zusammenhang mit dem Kopf. Es kommt zu Magenschmerzen, Oberbauchschmerzen. In der französischen Prüfung kam es zu Speichelfluß, Aufstoßen und Übelkeit, diese von einer Trockenheit im Pharynx ausgehend, schlimmer durch Schlucken und Tiefatmen, von Zurücklehnen und Bewegung, durch Fahren im Wagen, durch Gerüche. Es kam zu mangelndem Appetit, das hinderte nicht am Essen, die Übelkeit wurde durch Essen gebessert.

    (6)

    Übelkeit durch Migräne, wenig Appetit (16. Tag). (2) Morgendliche Übelkeit (8., 11., 12. Tag).

    (2)

    Magenschmerzen und flaues Gefühl im Magen (15. Tag, 18. Tag).

    (2)

    Schmerz im Epigastrium und leichte Übelkeit (16. Tag). (4) Übelkeit mit Kopfweh einsetzend (1. Tag).

    (4)

    „Als ob ein schwerverdauliches Essen im Magen läge", nach einigen Bissen
    Völlegefühl, saures Aufstoßen (6. Tag).

    (4)

    Übelkeit vormittags (4., 5., 8. Tag).

    (4)

    Drückende, bohrende Schmerzen am Vormittag im Epigastrium. Schlechter bei Anstrengung (11. Tag).

    (5)

    Am Vormittag schmerzhaftes Ziehen im Oberbauch, vom Magen ausgehend (8. Tag).

    Bauch

    Es kommt zu einem Aufgeblähtsein im Bauch oder zu Ziehen im Oberbauch.

    (1)

    Leichtes Ziehen im rechten Oberbauch (7. Tag).

    (6)

    Am Nachmittag ziehende Schmerzen und Völlegefühl im Bauch, wie vor der Regel, am Abend besser (10. Tag).

    (5)

    Vormittags schmerzhaftes Ziehen im Oberbauch, vom Magen ausgehend (8. Tag).

     

    Niere und Blase

    Die Harnmenge ist vermehrt. Im vorderen Teil der Harnröhre kommt es bei einem männlichen Prüfer zu einem ziehenden Schmerz. Bauchschmerzen entstehen durch Harnverhalten.
    Die Nierenwirkung des Aalserums, die im Tierversuch so deutlich zu Tage tritt, findet in dieser Prüfung nur wenig Symptome. Es liegen keine Harnuntersuchungen vor.

    (5)

    Morgens nach dem Wasserlassen schmerzhaftes Ziehen im vorderen Teil der Harnröhre, nach 15 Min. langsam vergehend (7. Tag).

    (6)

    „Durch eine Autofahrt mußte ich den Harn länger verhalten. Nach dem Wasserlassen vom Unterleib ausgehend schmerzhafter Druck im ganzen Bauch mit Aufblähung wie bei Regelbeschwerden" (5. Tag).

    (1)

    Vormittags vermehrtes Urinieren (1. Tag).

    (1)

    Obwohl nicht viel getrunken oftmaliges Urinieren ohne Beschwerden (12. Tag).

     

    Menses

    Alle körperlichen und seelischen Beschwerden verschwinden mit Einsetzen
    der Regelblutung.

    (6)

    Die Regel kommt nicht zum gewohnten Termin, ich habe trotzdem schon tagelang das „Gefühl als ob sie käme". Ich bin niedergeschlagen, wehleidig, müde, ruhebedürftig (15. Tag).

    (6)

    Am Morgen Einsetzen der Regel. Dadurch Besserung aller Beschwerden (Kopf, Übelkeit, Stimmung) (17. Tag).

    (6)

    Seit Beginn der Regel allgemeine Besserung, weniger müde. Alle Beschwerden verschwunden (18. Tag).

     

    Rücken und Extremitäten

    Die Gelenksschmerzen wandern von den peripheren Gelenken nach zentral, von den Zehen zu Knie und Hüfte oder von den Fingern zu Ellenbogen und Schultern. Die Beine sind unruhig, man kann nicht mehr sitzen, man muß dauernd in Bewegung sein, oder Zerschlagenheitsgefühl mit Abneigung gegen jede Bewegung. Finger und Zehen krümmen sich nach innen, sie lassen sich nicht ausstrecken (als ob die Sehnen zu kurz wären?).

    (3)

    Starke Unruhe in den Beinen. Kann nicht ruhig sitzen, muß immer in Bewegung sein (5.-7., 9. Tag).

    (3)

    Schmerzen in den Fingergelenken (21., 22. Tag).

    (3)

    Schmerzen in Fingergelenken und Zehen (23. Tag).

    (3)

    Schmerzen in Fingern, Zehen, Ellbogen und Kniegelenk (24. Tag).

    (3)

    Schmerzen bis zum Hüftgelenk (25. Tag).

    (3)

    Alle Gelenke schmerzen, die Finger und Zehen lassen sich nicht ausstrecken, krümmen sich nach innen. Gegenstände fallen aus der Hand (26. Tag).

    (6)

    Zerschlagenheitsgefühl am ganzen Körper, alle Muskeln schlaff (1.—3. Tag).

    (5)

    Jede Bewegung ist Anstrengung.

    (5)

    „Am Morgen alle Muskeln wie nach Überanstrengung", besser nach Bewegung in frischer Luft (8. Tag).

    Haut

    Jucken und Schuppenbildung auf der Haut. Als therapeutischer Effekt wird die Haut faltenarm, glatt, schöner.

    (5)

    Jucken in der Rima ani. Reiben tut gut. Durch Wasser nach dem Duschen zwischen den Zehen Jucken und Brennen, wie bei Fußpilz (7. Tag).

    (5)

    Jucken in den Ohren (11. Tag).

    (6)

    Schmerzhaftes Knötchen auf der Innenseite des linken Ohres (2. Tag).

    (6)

    Seit 1 Woche Schuppen im Gehörgang, auf und hinter der Ohrmuschel.
    Auch in den Augenbrauen und über der Nasenwurzel Schuppen. Auf der
    Kopfhaut juckende Schuppen (8. Tag).

    (6)

    Kopfhaut sehr viele Schuppen (11., 15. Tag).

    (3)

    Bemerke, daß die Gesichtsfalten verschwinden (9. Tag).

    (3)

    Haut ist viel schöner (16. Tag).

    (1)

    Auftreten eines juckenden Knötchens unter dem Kinn (2. Tag).

     

    Venen

    Schwere, Ziehen und Druck werden in den Venen und Beinen gespürt. Aalserum hat eine Beziehung zum Viperngift, und Vipera berus hat diese Beziehung zur venösen Stase mit dem „Gefühl, als ob die Venen platzen wollten".

    (1)

    Vormittags Venenschmerzen im linken Unterschenkel, später rechts. Gefühl der Schwere in den Beinen (3. Tag).

    (1)

    Leichtes Ziehen in den Venen des rechten Unterschenkels (10. Tag).

    (6)

    Beine schwer und Druck in den Waden (1. Tag).

     

    Schweiß und Hitze, Frost

    Innere Hitze, Abnahme der Kälteempfindlichkeit, Abneigung gegen überhitzte Räume oder starkes Frostgefühl besonders am Vormittag. Hitzewallung im Gesicht. Der Körperschweiß bekommt einen süßlichen Geruch.

    (1)

    Hitzig am ganzen Körper, bei geringster Belastung oder Bewegung tritt
    leicht Schweiß auf (4., 7. Tag).

    (1)

    Tagsüber mehrmals innere Hitze, Warmwerden am ganzen Kopf und
    Oberkörper (5. Tag).

    (1)

    „Mir ist in den letzten Tagen auffallend wärmer" (8. Tag).

    (3)

    Keine Kälteempfindlichkeit mehr (5. Tag). „Starke Durchblutung aller
    Organe" (2. Tag).

    (3)

    „Die gewohnte Zimmertemperatur erdrückt mich, suche kühle Orte auf"
    (6. Tag).

    (3)

    „Angenehmes Wärmegefühl, fühlbare Durchblutung aller Organe" (7., 8., 10., 11., 17.-20. Tag).

    (6)

    Bei Müdigkeit Frösteln am ganzen Körper, großes Wärmebedürfnis, es kann im Raum nicht warm genug sein (1. Tag).

    (6)

    Körperschweiß riecht anders als sonst, nicht unangenehm, eher ins Süßliche gehend (6. Tag).

    (6)

    Schweiß am Körper mit süßlichem Geruch, nicht so scharf wie sonst (7. Tag).

    (6)

    Trotz Wärme großes Kältegefühl im Bett (16. Tag).

    (6)

    Wärmegefühl, „komme ins Schwitzen" (17. Tag).

    (4)

    Frösteln mittags (1. Tag).

    (4)

    Plötzlich Frösteln „bis in die Haarspitzen um 11 Uhr" (4. Tag).

    (5)

    Am Vormittag starkes Frostgefühl am ganzen Körper, kann mich auch im warmen Zimmer nicht erwärmen (1. Tag).

     

    Zusammenschau

    Blicken wir noch einmal ganz kurz auf die Lebensgeschichte des Aals. Er nimmt sich eine Reise fast um die halbe Erdkugel vor, um wieder an den Ort seiner Geburt zu gelangen. Geburtsort und Sterbeort sind eins. Wir sehen hier räumlich vor uns ausgebreitet den Kreislauf allen Lebens, auch des menschlichen. Wir sind vom Staub genommen und kehren zu Staub zurück. Der Aal hat die Beziehung zum Tod. Welche Kraft und Anstrengung nimmt er auf sich, um in den Fluß zu gelangen, der ihn dem Meer näherbringt! Der Aal beginnt sein Leben durchsichtig, glasklar und erst im Lauf seiner weiten Reise, während er tiefer ins Materielle absteigt, bekommt er Farbe:
    Er wird dann am Rücken schwarz und der Bauch silberglänzend. Er wird bestimmt von Nacht und Mond und wird geschlechtsreif. Auch der Mensch erlebt seine Leiblichkeit am Tiefsten in der Sexualität.
    Der Aal versucht seine Leiblichkeit zu überwinden, auf der Reise zurück zur Sargassosee stellt er die Nahrungsaufnahme ein, sein Verdauungstrakt bildet sich zurück, er braucht ihn nicht mehr. Der Aal überwindet das Triebhafte und kehrt zu seinen geistigen, kosmischen Anfängen zurück. Wir sehen hier die Beziehung zu Transformation und Sublimation triebhafter Energien. Es kann ja kein Zufall sein, daß der Forscher zu Anfang unseres Jahrhunderts, der sein Leben der Erforschung der Sublimation sexueller Triebkraft gewidmet hat, nämlich Sigmund Freud, seine wissenschaftliche Laufbahn als 20 jähriger mit einer histologischen Arbeit über die Hoden des Aals begonnen hat.
    Zuerst wendet der Aal viel Kraft und Anstrengung auf um an den Ort zu gelangen, wo er geschlechtsreif wird. Bei der AMP kam es zu gesteigerten sexuellen Phantasien. — Aalserum ist ein Mittel für Menschen, die ihre Sexualität transformieren und geistigen Zielen opfern. In der Prüfung kamen Schlangenträume vor: Die sexuelle Kraft wird in östlichen Lehren oft als Schlange dargestellt, die vergeistigt werden soll. Bildlich gesprochen steigt dann die Kundali-ni, wie die Schlangenkraft genannt wird, über die verschiedenen Chakren entlang der WS aufwärts, im Idealfall bis zur Entfaltung des Hinterhauptchakra, was der Erleuchtung gleichkommt. Auch der Yoga deutet diesen Sinn der menschlichen Entwicklung an, nämlich das Freimachen sexueller Triebkraft für geistige Ziele, Erleuchtung im weiteren Sinne. Diesen Prozeß sehen wir im Aal vor uns.
    Dorcsi beschreibt in seiner AML den Serum-ang.-Menschen als blaß, fahl, wächsern, gedunsen, erschöpft, destruktiv. Es hat eine Bedeutung, daß es im 26. Psalm Davids heißt: „Prüfe mich, Jahwe, und durchforsche mich, erprobe mich auf Nieren und Herz". Wahrscheinlich haben Ser.-ang.-Menschen, auch wenn sie jetzt in ihrer Destruktion erschöpft zusammengebrochen sind, Krisen in ihrem Leben mit Stärke und Kraft überwunden. Sie sind oder waren eigentlich starke Menschen. Der Aal wandert über die Leichen seiner Artgenossen aufwärts, er benützt die toten Körper seiner Artgenossen, um selbst nach oben zu gelangen.
    Der Aalserum-Mensch zeigt keine Gemütssymptome, er fühlt sich höchstens schlecht und kann das nur unpräzise ausdrücken. Der Aal lebt im Schlamm, im Dreck verborgen, er flieht das Licht. Diese Menschen zeigen ihr Inneres nicht. Vieles ist auch im Unbewußten verborgen. Sie halten sich zurück, wie sie in der Krankheit ihren Harn zurückhalten. In der AMP kam es zu Bauchschmerzen, wenn der Harn verhalten werden mußte. Es sind beherrschte Menschen, die nicht loslassen können, sei es durch Erziehung oder strenge Moralbegriffe.
    Ich bin mir bewußt, mit dieser Interpretation die Ebene der reinen Prüfungssymptome verlassen zu haben.
    Der Aal ist ein dunkles, geheimnisvolles Tier, die Einsichten in die Anwendung des Heilmittels Aalserum sind noch gering und erst eine breite Anwendung wird uns Erkenntnis bringen.

     

    Literatur

    • Deichmann, H.: Catena Medica. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1976.
    • Dorcsi, M.: Homöopathie. Eine Lehrbuchreihe in 6 Bänden. Band 5: Arzneimittellehre. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1985.
    • Grzimek, B.: Tierleben, Band IV: Fische 1. Kindler Verlag, Zürich 1975.
    • Knerr, C. B.: Repertory of Hering's Guiding Symptoms. New Delhi 1982.
    • Leeser, O.: Lehrbuch der Homöopathie, Band 5: Tierstoffe. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1987.
    • Mannoni, O.: Sigmund Freud (Ro-Ro-Ro-Bildmonographien). Rowohlt Verlag, Reinbek 1985.
    • Mezger, J.: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Band I und II. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1985.
    • Muus-P. Dalström, B. J.: BLV-Bestimmungsbuch: Süßwasserfische. Verlag BLV, München-Wien-Zürich 1981.
    • Rakow, Dr.: Persönliche Mitteilung. D-8792 Zeil.
    • Voisin, H.: Materia medica des homöopathischen Praktikers. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1985.

    (Anschrift des Verfassers: Dr. med. Anton Rohrer, Dorfplatz 1, A-8734 Großlobming)