New provings

    Solanum tuberosum

    Requests: If you need specific information on this remedy - e.g. a proving or a case info on toxicology or whatsoever, please post a message in the Request area www.homeovision.org/forum/ so that all users may contribute.


    REMEDY ABBREV.

    Sol-t.

    MASTER PROVER

    Dr. S.Wilhelmer, Dr. W.Faes, OEGHM, Austria

    YEAR

    ???

    PROVING METHOD

    probably single blind trial

    PLACEBO?

    no placebo given

    BLINDING?

    remedy unknown to the 15 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Mag. Heidemarie Brunner, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Solanum tuberosum, the potatoe

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Solanum tuberosum, der Kartoffel

     

    Proving document currently only available in German

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.16

     

     

    Solanum tuberosum

    Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE)

    Von S. Wilhelmer und W. Faes

     

    Slowenische KollegInnen haben in den letzten Jahren Homöopathie erlernt, teils in Baden, teils nach Badener Modell mit österreichischen Lehrern an insgesamt sechs Wochenenden in Slowenien. Im Rahmen der Ausbildung sollte konsequenterweise vor dem Repertorisationskurs eine Arzneimittelselbsterfahrung durchgeführt werden. Besonders gute Erdäpfel aus der Gegend von Heiligenblut am Großglockner gaben die Ausgangssubstanz für die Arznei. Es handelt sich bei der Arznei um Triebe des Erdapfels (mancherorts sagt man zu Erdäpfeln auch Kartoffeln). Solanum tuberosum ist nicht ident mit Solanum tuberosum aegrotans (dabei werden von Pilzen befallene Erdäpfel als Ausgangssubstanz verwendet).

     

    Frau Mag. BRUNNER (Salzburg-Retz) schreibt über Solanum tuberosum:

    „Ich setzte eine Urtinktur an, die ich nach HAB gemäß der Aufbereitungsmöglichkeit der Inhaltsstoffe der Kartoffel, Stärke, lösliche Kohlenhydrate, Proteine, Lipide, Vitamine, Phenylpropanderivate, Steroidalkaloide- und Glycoside bereitete.

    In der Annahme, daß die Toxizität der rohen, durch langes Lagern ausgetriebenen Kartoffel stark zunimmt, habe ich beim Potenzieren der Arznei ein bißchen in die Aussagekraft der Arznei hineingehorcht, ohne meine Gedanken bewußt in eine bestimmte Wirkungsrichtung zu lenken.

    Ich spürte Bauchweh, Augenprobleme, Dunkelheit, Gefühl der Umnachtung, Verwirrtheitszustände, Angst, daß da etwas im Dunkeln, im Verborgenen mit starker, bedrohlicher Kraft vor sich hinwächst, ohne Licht zu benötigen, und ohne, daß ich es beeinflussen kann (Krebs)“.

     

    Jetzt erst fällt mir ein, daß es Präparate gibt, (aus der Kartoffel-Knolle), die gegen Krebsleiden eingesetzt werden.

    Nun werde ich wieder nüchtern, „wissenschaftlich“, nämlich zitiere aus dem „HAGER“, den ich anschließend an das Potenzieren, ganz bewußt erst nachher, aufschlug und mit Erstaunen las:

    Die Alkaloidkonzentration in den Blättern: 0,6–1,3%, in den Blüten: 1,5–3,8%, in den Beeren: 0,3–1%, in den Knollen nach dem Schälen unter 0,04%. In den Kartoffelkeimen steigt der Alkaloidgehalt auf bis 5,8% an, als Steroidalkaloidglykoside (Solanin u.a.).

     

    Vergiftungssymptome:

    Bauchschmerzen, Erbrechen, Diarrhoe, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Brennen im Mund und Rachen, erhöhte Temperatur, schwacher und schneller Puls, niedriger Blutdruck, Kreislaufstörungen, Dyspnoe und Krämpfe nach Aufnahme von ungenügend entkeimten und ergrünten Kartoffeln. Auch von „Halluzinationen und Zittern und Sehstörungen“ ist in einigen Fallbeispielen die Rede. Nicht umsonst gehört ja die Kartoffel zu den Solanaceen.

     

    Die Probanden nahmen nach gegenseitiger Anamnese die Arznei täglich einmal ein, bei Fehlen von Symptomen öfters bis zum Auftreten von Symptomen. In einem gemeinsamen Gespräch wurden die Erlebnisse berichtet. Erschwerend war, daß die Symptome aus dem Slowenischen übersetzt werden mußten. Hier müssen sicher auch Ungenauigkeiten berücksichtigt werden.

    Zehn weibliche (2, 3, 5, 8, 9, 10, 12, 13, 14, 15) und fünf männliche (1, 4, 6, 7, 11) Probanden nahmen an der Prüfung teil.

    Die mir bisher bekannten Symptome aus unserer Prüfung („S“), aus ALLEN („A“), CLARKE („C“), LEESER („L“) und SCHROYENS zusammengefaßt ergeben folgendes Arzneimittelbild:

     

    Kopf

    • In einer großen Dosis produziert es alle Effekte einer Narkose-Vergiftung mit Kopfschmerz, Schwindel und Stupor (A/C).
    • anhaltender Kopfschmerz (A/C)
    • Sausen im ganzen Kopf, mehr rechts, einige Stunden nach der morgendlichen Einnahme, unangenehm mit schlechter Konzentration, Besserung durch Bewegung. (S 1)
    • Druck im Kopf, rechte Seite vorne, morgens nach dem Aufstehen bis gegen mittag. Einnahme abends vor dem Schlafengehen. Kopfschmerz gebessert durch Wärme, verschlimmert durch Zugluft und feuchtkaltes Wetter. (S 11)
    • eine Viertelstunde nach der Einnahme um 2330 wie ein Band um den Kopf (angenehm) beim Einschlafen, wie wenn etwas den Kopf in die Höhe ziehen würde. (S 12)
    • Kopfjucken (S 12)
    • Kopfschmerzen rechts zwei Stunden nach der Einnahme (19 Uhr) von einer Stunde Dauer, breitet sich aus wie ein Spinnennetz. (S 9)
    • Einnahme morgens, dumpfer Kopfschmerz abends bis zum Einschlafen, erwacht wegen Schmerzen in der Stirn morgens um ca. 6 bis 7 Uhr. Besserung durch Gehen und offenes Fenster. (S 10)
    • Leichter Kopfschmerz temporal abends drückend, Besserung durch Bewegung. (S 12)
    • Ab dem 4. Tag der Einnahme stechender Kopfschmerz rechts 6 Tage lang, als ob sich ein Deckel öffnete, immer ¼ Stunde nach der Einnahme. (S 12)
    • Am 7. Tag stechender Schmerz in der Stirne links, dumpf hinter dem linken Auge. (S 12)
    • Kopfschmerz stechend in den Schläfen oberhalb der Ohren links mehr als rechts, Schlucken verschlimmert, Besserung durch Bewegung ebenso Besserung nach dem Erwachen noch in der Nacht. Einnahme jeweils morgens. (S 14)

    Schwindel

    • Schwindel (A/C)
    • morgens gleichzeitig mit Kopfschmerz bei geschlossenen Augen das Gefühl, als ob sich alles um ihn drehen würde, Brechreiz (S 11) (siehe A/C: Kopf).
    • Beim Gang zur Arbeit wie ein Hinziehen auf die rechte Seite (S 12)

    Augen

    • Augen liegen tief in ihren Höhlen (A/C)
    • starrer Blick (A/C)
    • Augen meist offen, Pupillen nicht sehr erweitert (A/C)
    • erweiterte Pupillen (A/C)
    • undeutliches Sehen (A/C)
    • Am dritten Tag der Einnahme Gerstenkorn am linken Oberlid über drei Tage, auch schon früher an dieser und an anderen Stellen Hordeolum. (S 9)
    • Gleichzeitig mit Kopfschmerz auch Schmerzen im Auge rechts mit Druck am ersten Tag der Einnahme. Am zweiten Tag Rötung wie Entzündung im rechten Auge medial. (S 11)
    • COOPER besserte eine rheumatische Iritis (nur 1 Beobachtung) (L)

    Sehen

    • Sieht schlecht, während der Einnahmezeit verbessert. Jetzt wieder schlechter. Braucht immer häufiger eine Lesebrille. (S 8)

    Ohren

    • Pulsierendes Dröhnen im rechten Ohr 4 Stunden nach der Einnahme eine Stunde lang, er drückte die Nase, dann Besserung, nach vier Tagen wieder auftretend, aber leichter und gleich nach der Einnahme und zusätzlich, als ob das rechte Ohr zu wäre. (S 1)
    • Schmerzen gesamte rechte Seite, auch im Ohr (S 11)
    • Stiche im Ohrbereich (Kiefergelenk) (S 4)
    • Stechende Schmerzen in den Ohren schlechter beim Schlucken und beim Erwachen in der Nacht. Besserung durch Bewegung. Gefühl, als würden die Ohren platzen. (S 14)
    • Stechen im linken Ohr jeweils 10 Minuten nach Einnahme (S 4)

    Nase

    • Nach Einnahme sofort Nasensekretion rechts wie Wasser, links verstopft durch 1–2 Stunden (S 6)
    • Schmerzen in der rechten Nasenhälfte (S 11)
    • Morgens Gefühl der Völle im gesamten Kopf, vor allem in der rechten Kieferhöhle, Besserung nach einer Stunde (S 14)

    Gesicht

    • Hippokratisches Gesicht (A/C)
    • ängstlicher Gesichtsausdruck (A/C)
    • am dritten Tag 3 Stunden nach der Einnahme Jucken um die Nase im Bereich der Nasolabialfalte 2–3 Stunden lang, erstreckt sich bis zum Haaransatz temporal, Besserung durch festes Reiben (S 13)
    • Herpes labialis linke Oberlippe 2 Tage nach der letzten Einnahme durch 5 Tage, 1 Tag vor der Menses, letztmals vor einem Jahr (S 9)
    • am 5. Tag der Einnahme wenig Gefühl in der Unterlippe, mehr rechts, wie verdickt, eine Stunde dauernd, vor Zahnarzttherapie (S 7)

    Mund

    • Mund meist geschlossen, und sie spuckt zähen, schaumigen Speichel zwischen den Zähnen heraus (A/C)
    • Zunge mit einem braunen feuchten Belag bedeckt (A/C)
    • Es fällt schwer, die Zunge beim Sprechen zu bewegen (A/C)
    • Kann kaum Worte aussprechen, Zunge kommt ihm schwer vor (A/C)
    • Schwerfällige, undeutliche Sprache (A/C)
    • Aphonie (A/C)
    • Am 1. Tag 12 Stunden nach der Einnahme morgens zuviel Speichel im Mund, unabhängig von Speise, vorher nachmittags komisches Gefühl (13)

    Hals innen/außen

    • Halskratzen, als ob eine Entzündung käme, milde, 12 Stunden nach der Einnahme, durch fünf Stunden. Gefühl der Trockenheit. (S 6)
    • Trockenheit und Kratzen 1 Stunde nach der Einnahme (23 Uhr), 1 Stunde lang, durch 3 Tage, Besserung durch kalte Getränke (S 7)
    • am zweiten Tag nach der Einnahme um 7 Uhr eine Stunde später plötzlich eintretende ziehende und brennende Schmerzen mehr rechts, Dauer 1 Stunde. Besserung durch kaltes Trinken und Speiseeis (S 9)
    • Einnahme abends, am nächsten Tag morgens hinten rechts Schmerz beim Schlucken, auch Kratzen im Rachen von einem Tag Dauer. Hat nur zwei Tage Arznei eingenommen, dann viraler Infekt mit schlechtem Zustand, am dritten Tag keine Beschwerden. (S 11)
    • Am 4. Tag 12 Stunden nach der Einnahme (spät abends) Stechen im Bereich der rechten Tonsille, Besserung durch kaltes Wasser. (S 12)
    • Trockenheitsgefühl, Kratzen, Lymphknotenschwellung beidseits am Hals, druckschmerzhaft, am 3. Einnahmetag durch 3 Stunden. (S 5)
    • Kratzende Schmerzen am Abend beim Schlucken, die in die Ohren ausstrahlen, Rauheit der Stimme, fast stimmlos, am 6. Tag nach Ende der Einnahme, auch jetzt noch, schlechter abends und frische, kalte Luft, warme Getränke. Besserung durch kalte Getränke. Seit der Einnahme ziehende Schmerzen, die längere Zeit anhielten. (S 14)
    • Submandibuläre Drüsen links schmerzen, einen Tag später rechts geschwollen ohne Schmerzen. (S 4)

    Magen

    • Große Übelkeit (C)
    • Übelkeit, es wird ihm schwarz vor den Augen, die Haut ist kalt, der ganze Körper verkrampft, eine halbe Stunde lang (A)
    • Heftiges Würgen, gefolgt von Erbrechen und Diarrhoe. (A/C)
    • Epigastrium empfindlich gegen Druck. (A/C)
    • Vom 1. bis 4. Tag der Einnahme heftiger Durst ohne Trockenheit im Mund, Trinken in kleinen Schlucken, trank alles, wobei sich durch Trinken der Durst nicht besserte. (S 5)
    • Verlangen nach Speiseeis, sonst nie um diese Jahreszeit (S 9)

    Abdomen

    • Schmerzen in den Därmen (A/C)
    • Heftige Kolik und Erbrechen (A/C)
    • Am 5. Tag ½ Stunde nach der Einnahme um 730 Schmerz unter dem rechten Rippenbogen mit Druckgefühl, eine Stunde dauernd, nur einmal aufgetreten. (S 1)
    • Am 3., 4. und 5. Einnahmetag nach dem Erwachen Blähungen mit Stuhlentleerung, an den Nachmittagen ohne Stuhl, als ob etwas hin- und herfließen würde. (S 5)
    • Eine Stunde nach der Einnahme Zusammenziehen durch einige Minuten, danach Stuhlentleerung, ebenso am Vormittag und am Nachmittag.

    Rektum

    • Diarrhoe mit Tenesmus (A/C)
    • Große Tendenz zur Erschlaffung der Därme (A/C)
    • Durchfall eine Stunde nach der Einnahme, nach ein paar Stunden noch zweimal am Vormittag (S 3)
    • Am 3. Tag der Einnahme (immer um 22 Uhr) um 20 Uhr Gefühl eines kastaniengroßen Fremdkörpers im Rektum, elektrisches Gefühl, das in die Hüfte ausstrahlt. (S 7)
    • Am 3. Tag der Einnahme Hämorrhoidenrezidiv mit brennenden Schmerzen und Drücken (S 8)
    • Am 5. Einnahmetag zweimal Stuhl mit normaler Konsistenz, große Menge, sonst immer verstopft. (S 14)

    Stuhl

    • Weicher, brauner Stuhl morgens am 2., 3., 4. Tag mit Drang danach (S5) am 2. und 3. Tag (23 Uhr Einnahme) Stuhl morgens nach dem Frühstück, weicher als sonst, sonst immer am Vormittag. (11)
    • 3 Tage lang zweimal täglich Stuhl, weich, rasch mit kräftigem Drang, gelb wie schlecht passierte Erdäpfel. Sonst Stuhl nur einmal. (S4)
    • wie S 4 auch gelbe Stühle (S14)

    Blase

    • Verschlechterung der Streßinkontinenz bei Husten und Laufen, anhaltend. (13)
    • Normalerweise Streßinkontinenz, konnte aber Urin immer halten.
    • Am 4. Tag beim Zähneputzen abends spontanes Urinieren, konnte Harn nicht halten. (S 8)

    Harn

    • Vor der Einnahme schrecklich stinkender Geruch, ist jetzt verschwunden. (S 15)
    • Seit der Einnahme stechender Harngeruch (S 14)

    Genitale weiblich

    • Tumoren um die Cervix uteri (C)
    • Normalerweise Schmerzen am 1. Regeltag, diesmal schmerzfrei (S 9)

    Atmung

    • Schwieriges Atmen (A/C)
    • Atmung beschleunigt, unregelmäßig, manchmal aussetzend, gewöhnlich kurz und unvollständig, nur selten langsam und seufzend (A/C)

    Husten

    • Am 3. Tag der Einnahme trockener Husten nach dem Aufstehen durch 3 Stunden mit Kratzen im Hals – dieses Kratzen bleibt bestehen. (S 5)
    • Trockener Husten sofort nach der Einnahme abends, öfters Hüsteln am Vormittag, trocken ohne Auswurf, täglich. (S 6)
    • Vor Einnahmebeginn Infekt, konnte nicht abhusten, nach der Einnahme kann sie plötzlich abhusten: gelb-dickflüssig wie Klumpen. Sonst nie Infekte. (S 13)

    Brust

    • Puls 100, klein, schnell, kaum wahrnehmbar (A/C)
    • Oft Druck in der Brust bei seelischer Überlastung, während und nach der Einnahme besser und leichter, niedriger Blutdruck gleichbleibend, präkordial und in der Mitte brennender Schmerz, besser durch Ablenkung. (S 1)
    • Brennender Schmerz retrosternal um 22 Uhr von 1 Stunde Dauer, besser durch Bewegung, am 6. und 7. Tag der Einnahme und 1 Tag danach. (S 7)

    Extremitäten

    • Krämpfe besonders in den Waden mit spasmodischer Kontraktur von Fingern und Daumen (A/C). Nach (L) stammt diese Angabe von BOERICKE, wo sie auch angeführt ist.
    • Ziehende Schmerzen in den Beinen nachmittags, zerreißend, rechts mehr als links, tief drinnen (während Schüttelfrost ohne Fieber im Rahmen eines Infekts), Ruhe verschlimmert, Bewegung bessert sofort. (S 11)
    • 12 Stunden nach der Einnahme brennender Schmerz entlang der Adern von der Achselhöhle bis zum Ellenbogen, Druck verschlimmert, rechts mehr als links, durch 3 Tage. (S 6)
    • Fußrücken links ziehende Schmerzen am Tag wie Muskelkater, 3 bis 4 Tage, Abwärtsgehen verschlimmert. (S 14)

    Schlaf

    • Sie schlummert gelegentlich einige Minuten lang ein und ist dann wieder ruhelos (A/C) unterbrochen (aus 1001 kleine Arzneimittel von SCHROYENS nach dem Synthesis-Repertorium: es gibt hier nur 8 Symptome, die unter „SCH“ angeführt werden.
    • Hat um 20 Uhr die Arznei genommen und ist sofort eingeschlafen.
    • In den nächsten 2 Tagen ebenso, Schlaf erquickend, früher nicht so. (S 6)
    • Ab dem 2. Tag mußte er nach der Einnahme sofort schlafen gehen, durch 2–3 Tage, erholsamer, ruhiger Schlaf. (S 7)
    • Eine halbe Stunde nach Einnahme Hitzegefühl im Epigastrium auf- und abziehend, Schweiß, Hitze, im Bett gedreht, schlecht geschlafen, nicht erholt. Im Lauf des Tages müde. Nach der 2. Einnahme besser, aber schlechter als sonst. Wieder die Hitzegefühle. Nach Ende der Prüfung wieder normal: spätes Einschlafen und gutes Durchschlafen. (S 11)

    Träume

    • Vom verstorbenen Vater am 3. Tag, vorher nie. Er fuhr mit ihr in einem kleinen Auto, beide schliefen ein und schliefen gut, trotzdem hatten sie keinen Unfall. Angenehmes Gefühl. Die Fahrt ging durch Wälder. (S 9)
    • Am 4. Tag Träume, gemischt, bunt, sonst nie. Gefühl der Aktivität. (S 15)
    • Bemalt Wände weiß. Polizei kommt und will etwas über ein Verbrechen wissen von einem Menschen, der bei ihr vor 4 Jahren (real) gewohnt hat. Sie wußte nichts davon, aber die Polizei behauptete, sie müsse davon wissen, da das Verbrechen in ihrer Wohnung passiert wäre. Die älteren Polizisten (Mann und Frau) glaubten ihr, der junge arrogante Polizist bezeichnete sie als Lügnerin und wollte sie verhaften. Währenddessen habe sie Farbe gemischt und braune Farbe erhalten statt weißer. (14)
    • Auch ein Traum von Polizisten, ohne Details. (S 15)
    • Am 1. Tag Träume von Schnee, sie sei Schi gefahren, was sie sonst nie tut. Am 5. Tag hatte sie Nachtdienst, es war Freitag der 13. Sie träumte, sie spräche im Nachtdienst mit einer Krankenschwester, wenn morgen Freitag der 13. wäre, könne er sterben. Den Patienten kennt sie, er hat denselben Familiennamen wie sie, er ist schizophren, er lebt noch. (S 9)
    • Am 2. Tag der Einnahme: Er saß in der Schule, Leute stellten ihm ständig Fragen, die er nicht beantworten konnte, es war bedrohlich. (S 6)

    Wärme, Fieber, Schweiß, Haut

    • Klebriger, kühler Schweiß (SCH)
    • Kalte Haut (A/C)
    • Livide Haut (A/C)
    • Gesicht, Brust und Extremitäten kalt (A/C)
    • Haut mit kaltem, klebrigem Schweiß bedeckt (A/C)
    • Fieber am 1. Tag, Schüttelfrost am 2. Tag, Beginn am Nachmittag von 18 Uhr bis zum Schlafengehen, dabei kein Fieber mehr. (S 11)
    • Am 2. Tag Hitzegefühl im Kopf durch drei Tage, am Abend bis zum Schlafengehen, Schwitzen nachts im Nacken, dabei kein Durst. (S 7)

    Allgemeines

    • Extreme Schwäche (A/C/SCH)
    • Ohnmachtsschwäche (A/C/SCH)
    • Wirft sich im Bett hin und her (A/C)
    • Generalisierte Rigidität (C)
    • Puls klein und fast unfühlbar (SCH), siehe unter „Brust“
    • Nasensekretion mit Müdigkeit, sonst nie, nachts nicht, 12 Stunden nach der Einnahme bis zum 4. Tag. (S 6)
    • Kopfschmerz, Ziehen, Ohrenstechen immer abends bis zum Schlafengehen (S 14)

    Geist / Gemüt

    Wir haben die Geist/Gemütsymptome als letzte befragt, weil die Probanden erst „warm“ werden mußten bei der Schilderung der Symptome und das bei Körpersymptomen leichter geht. Daher stehen diese Symptome am Schluß.

    • Verlor fast das Bewußtsein (A/C)
    • unvollständige Bewußtlosigkeit (SCH)
    • Ruhelosigkeit, Herumwerfen im Bett (SCH)
    • Stupor (SCH)
    • Sie war mehr entschlossen (reiten, galoppieren) etwas durchzuführen nach der Einnahme, alles war leichter, es ist gut gegangen. (S 8)
    • Die ganze Woche, auch nach der Einnahme, waren ihm die Leute lästig, hat ohne Grund mit Patienten und Gattin geschrien, ungeduldig und mürrisch zu gut bekannten Patienten und Angehörigen. Wenn er etwas tun mußte, hat er es seiner Gattin berichtet und wurde zornig dabei. Unentschlossenheit – er wollte und wollte nicht. Gattin sagte, er solle lieber aufhören mit der Arznei. (S 6)
    • Nach Kopfschmerz am 1. Tag der Eindruck, als könnte sie Probleme gut erledigen, tatkräftig, phlegmatisch, aktiv, Gefühl der Leichtigkeit, als ob sie fliegen könnte. (S 10)
    • Erwacht ab dem 4. Tag einige Tage frisch – nicht wie sonst. (S 12)
    • Sehr empfindlich, mürrisch, ungeduldig, zornig, empfindlich, auf Widerspruch sofort scharf und böse, antwortet nicht wie sonst, unentschlossen, wollte die ganze Woche lernen, tat es aber nicht, auch sonst nicht nach seiner Natur (gleichgültig). (S 7)
    • Hat sich gut gefühlt, leicht und mild euphorisch. (S 4)
    • Gefühl der körperlichen Leichtigkeit, aber langsam in Gedanken, phlegmatisch und gleichgültig. (S 11)
    • Ab dem 3. Tag gutes Allgemeinbefinden, kein Problemgefühl wie sonst, hat jedem gesagt, was sie sich gedacht hat, hat sich später darüber gewundert, denn das tut sie sonst nie. Antwortete scharf, auch gelassen und gleichgültig. (S 9)
    • Während und nach der Einnahme mehrere Wochen leichter gearbeitet. (S 8)
    • Alle Dinge laufen leicht und lassen sich gut abwickeln. (S 13)
    • Bei der Arbeit grantig und mürrisch. Hat gesagt, wenn ihr etwas nicht gepaßt hat – was sie sonst nie tun würde (ab dem 4. Tag bis 3 Wochen danach).
    • Kein Zeitgefühl. Sie wußte sonst immer, wann sie nach Hause gehen muß, jetzt nicht, es war ihr egal.

    Zusammenfassend fällt auf: eher rechtsseitige Wirkung; Besserung auf kalte Getränke und Speiseeis

    Organsymptome: Viele Kopfschmerz- und Schwindelsymptome; dumpfe Koliken im Abdomen, Durchfälle

    Träume: Beziehung zu Bedrohung, Gefahr, Schuld, Tod

    Geist/Gemüt: Gleichgültigkeit und Ärger gegen die Umgebung; Mut, die Dinge beim Namen zu nennen; Fähigkeit, die eigenen Wünsche zu artikulieren. (ähnlich Carcinosinum).

    Solanum tuberosum hat natürlich mit seinen botanischen Verwandten viele Ähnlichkeiten, am ehesten scheint es Mandragora zu sein.

     

    Zusammenfassung

    Solanum tuberosum ist eine noch zuwenig geprüfte und daher noch kaum bekannte Solanacee, der Mandragora ähnlich.

    Weitere Prüfungen sollten durchgeführt werden, auch deshalb, weil es sich bei den Erdäpfeln um ein Grundnahrungsmittel handelt. In der Hildegardmedizin sind Erdäpfel als Solanaceen verboten. Vergleiche von AMP und Toxizität könnten hier noch interessante Tatsachen „ans Tageslicht bringen“ (dieses „Verschreiben“ passierte mir spontan und weist auf das Dunkel der Pflanze hin).

     

    Literatur

    • Allen, T.F.: The Encyclopedia of Pure Materia Medica, Vol. IX, 65–66, New Dehli
    • Clarke; J.H.: A Dictionary of Practical Materia Medica, Vol. 3, 1214–5, New Dehli, 1990
    • Leeser, O.: Lehrbuch der Homöopathie, Bd. 2, 719–20, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg, 1971
    • Schroyens; F.: 1001 Kleine Arzneimittel, 1995
    • Vint; P.: Der Neue Clarke, Vol. 6, 1993

    Anschrift der Verfasser: Dr. med. Sieghard Wilhelmer, Rankengasse 15, 9500 Villach; Dr. med. Wolfgang Faes, J. Gasserstr. 3, 9900 Lienz.