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    Vipera berus

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    REMEDY ABBREV.

    Vip.

    MASTER PROVER

    Dr. R.Flick, Dr. C.Klun, OEGHM, Austria

    YEAR

    1998

    PROVING METHOD

    single blind, placebo controlled trial

    PLACEBO?

    yes

    BLINDING?

    Remedy unknown to the 14 provers

    PHARMACY OF REMEDY IN PROVING

    Mag. Brita Gudjons, Germany and Mag. Robert Münz, Remedia Pharmacy, Austria

    Description of the substance

    A homeopathic drug proving- now termed a homeopathic pathogenetic trial- of Vipera berus, the common European adder

    Eine homöopathische Arzneimittelprüfung von Vipera berus, der Kreuzotter

     

    Proving document currently only available in German

     

    Published in the Austrian journal Documenta Homoeopathica No.27

     

    The foto is taken from Wikipedia (License: see here) It is kindly released to the public domain by Rene' Rausch. Thank you very much!

     

     

    Reinhard Flick, Claudia Klun et al.

    Vipera berus

    Die Kreuzotter in Prüfung und Praxis

     

    Im ersten Teil dieser Arbeit lesen Sie die Arzneimittelselbsterfahrung (AMSE) von Reinhard Flick und Claudia Klun. Im zweiten Teil begegnen Sie Patienten von Reinhard Flick, Franz Swoboda und Christa Pretzler. Den Schlusspunkt setzt Robert Müntz mit einer unfreiwilligen Prüfung.

    Die Kreuzotter, Vipera berus, gehört zu den am weitesten verbreiteten Reptilien. Ihr Lebensraum reicht von Mittel- und Nordeuropa ein-schließlich Großbritannien und Skandinavien über das Alpengebiet und den nördlichen Balkan, Polen, Ungarn und Tschechien über das nördliche Russland bis nach Sachalin im Osten Asiens. In Österreich kommt sie außer in Wien und im Burgenland überall vor, bis in eine Höhe von 2500 Metern. In Höhenregionen lebt die Kreuzotter auf Bergwiesen und -weiden und besiedelt dort Waldränder und -lichtungen. Zudem lebt sie in Kahlschlägen und auf bewachsenen Geröllfeldern.


    Im Tiefland hält sie sich im Bereich von Feuchtwiesen und Mooren auf. Die Kreuzotter bevorzugt Lebensräume mit starken Tag-Nacht-Temperaturschwankungen, hoher Luftfeuchtigkeit und einiger Bodenfeuchte.
    Der deutsche Name stammt vermutlich von der schwarzen x-ähnlichen Zeichnung am Hinterkopf. Die Kreuzotter wird etwa 70 cm lang (Abb. 2). Das Weibchen ist ein wenig größer als das Männchen. Bei den Farben dominieren Grau- und Brauntöne, möglich sind fast alle Schattierungen.


    Kreuzottern halten Winterstarre. Oft verkriechen sich mehrere Tiere in einer Höhle. Je nach Höhenlage erwachen sie zwischen Mitte März und Mitte Juni. Die Paarungsperiode beginnt mit der Häutung der Männchen, die je nach Witterung zwischen Ende April und Juli stattfindet. Wie bei vielen Schlangen kommt es zu Scheinkämpfen zwischen gehäuteten Männchen. Nicht gehäutete Männchen werden nicht beachtet.


    Bei der Paarung kriecht das Männchen unter zuckenden Körperbewegungen über und um das Weibchen, wobei es intensiv züngelt. Die Vereinigung kann über zwei Stunden dauern. Nach der Tragzeit, die von Höhenlage und Wetterbedingungen abhängt – von knapp drei Monaten bis in das folgende Frühjahr – werden bis zu 18 Jungtiere lebend geboren. Sie sprengen die dünnen Eihüllen und sind bei der Geburt an die 20 cm lang und bis zu acht Gramm schwer. Im Tiefland sind die Weibchen oft jedes Jahr reproduktionsfähig, im hochalpinen Bereich oft nur in jedem dritten.
    Die Nahrung ausgewachsener Kreuzottern besteht großteils aus Mäusen, bevorzugt Rötelmäusen. Jungtiere ernähren sich von kleinen Fröschen, Eidechsen, jungen Mäusen und Blindschleichen. Das Gift der Neugeborenen ist sogar wirksamer als jenes der ausgewachsenen Tiere.


    Die Lebenserwartung der Kreuzotter liegt bei 15 Jahren. Die Kreuz-otter muss als stark gefährdet betrachtet werden. Intensive Land- und Forstwirtschaft zerstört ihre natürlichen Lebensräume und dezimiert die Nahrung der Jungtiere. Sie finden keine jungen Eidechsen oder Blindschleichen mehr und können nicht überleben.

     

    Die Prüfung

    An der Arzneimittelselbsterfahrung (in der Folge „AMSE“ oder „Prüfung“ genannt) nahmen elf Probandinnen und drei Probanden teil. Sie wurde im Rahmen der Homöopathie-Ausbildung der ÖGHM (Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin) mit Teilnehmern des Ausbildungslehrganges veranstaltet. Von Mai 1998 bis November 1998 prüften zwei Teilgruppen die Arznei. Die erste Gruppe bestand aus neun, die zweite aus fünf Probanden.
    Geprüft wurde die C30-Potenz, hergestellt nach der Mehrglasmethode. Der Einnahmemodus war folgender: Drei Mal täglich je fünf Globuli bis zum Auftreten von deutlichen Symptomen, höchstens aber sechs Gaben. Da sich bei der ersten Gruppe zeigte, dass die Arzneisymptome bei Vipera im Vergleich zur Erfahrung früherer Prüfungen mit anderen Arzneien langsamer begannen und bei geringer Anzahl von Wiederholungen schnell abklangen, wurde bei den Probanden der zweiten Gruppe höher dosiert (höchstens zwölf Einnahmen). Es traten keine anhaltenden unerwünschten Symptome auf. Die meisten verschwanden innerhalb einiger Tage bis zwei Wochen.


    Die Probanden kannten die Arznei nicht und wussten nicht, ob sie Verum oder Placebo erhalten hatten. Die erste Gruppe erhielt aus-schließlich Verum, die zweite wählte aus zehn Fläschchen, von denen zwei Placebo enthielten. Die Verschlüsselung wurde erst am Ende der Ausarbeitung geöffnet. Alle Probanden hatten Verum gezogen.
    Alle 14 Protokolle wurden in die Studie aufgenommen. Zwei Probanden und eine Probandin entwickelten nur wenige Symptome, die anderen protokollierten deutliche Reaktionen.


    Im November 1996 nahm der Autor Reinhard Flick (in der Folge RF genannt) die Arznei sechs Mal in drei Tagen ein. Er wusste um die Arznei Bescheid. Nach der Symptomauswertung nahm eine Prüfassistentin (in der Folge XY genannt) am 8. Februar 1999 abends eine Gabe des Prüfpräparates ein. Die Substanz und die aufgetretenen Symptome der Arznei waren ihr also zu diesem Zeitpunkt bekannt, wenn auch in den meisten Fällen nicht im Detail erinnerlich. Einige der bei XY aufgetretenen physischen Symptome bestärkten Probanden-Symptome, die uns bei der Auswertung fragwürdig erschienen waren. Deswegen wurden diese Symptome in die Liste aufgenommen. Aus diesen Gründen, und weil XY bei früheren doppelblinden Prüfungen ebenfalls auf kleine Gaben deutlich reagiert hatte, entschlossen wir uns, ihre Erfahrungen speziell gekennzeichnet (ihre Symptome wurden kursiv gesetzt) in die Auswertung aufzunehmen. Der Leser möge selbst entscheiden, welchen Stellenwert er diesen Symptomen beimisst.

     

    Die Ausgangssubstanz

    Die Arznei wurde nach Paragraph 6 HAB von Frau Mag. Brita Gudjons hergestellt und von Herrn Mag. Robert Müntz, Remedia, Eisenstadt von der C2 zur C30 aufpotenziert und kostenlos zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle sei den Herstellern herzlichst gedankt. Die Originalarznei ist zu beziehen über die Salvator Apotheke, Hauptstraße 2, A–7000 Eisenstadt.

     

    Die Probanden

    Probandin 1, 36 Jahre, Ärztin, fünf Einnahmen
    Probandin 2, 32 Jahre, Ärztin, sechs Einnahmen
    Probandin 3, 35 Jahre, Ärztin, vier Einnahmen
    Probandin 4, 33 Jahre, Lehrerin, vier Einnahmen
    Probandin 5, 36 Jahre, Ärztin, vier Einnahmen
    Proband 6, 34 Jahre, Arzt, drei Einnahmen
    Proband 7, 39 Jahre, Arzt, sieben Einnahmen
    Probandin 8, 35 Jahre, Ärztin, fünf Einnahmen
    Probandin 9, 37 Jahre, Ärztin, vier Einnahmen
    Proband 11, 40 Jahre, Arzt, zwölf Einnahmen
    Probandin 13, 34 Jahre, Ärztin, zehn Einnahmen
    Probandin 14, 26 Jahre, Psychologiestudentin, vier Einnahmen
    Probandin 17, 36 Jahre, Ärztin, acht Einnahmen
    Probandin 20, 43 Jahre, Ärztin, neun Einnahmen

    Reinhard Flick (RF), sechs Einnahmen (November 1996)
    Eine Prüfassistentin (XY), eine Einnahme (Februar 1999)

     

    Was wir von Vipera wussten

    In der Materia Medica finden sich hauptsächlich toxikologische Symptome nach Bissverletzungen, wobei Bisse unterschiedlicher Vipernarten wie Vipera acontica carinata und Vipera torva miteinbezogen wurden. Mezger fand in den toxikologischen Berichten Allens auch Vipera-aspis-Beispiele. Die restlichen Symptome stammen aus der klinischen Praxis.


    Die Hauptwirkung betrifft die Blutgefäße und ruft Phlebitis und Hämorrhagien hervor. Auch Nasenbluten trat in einigen Fällen auf. Die Hauptmodalität ist die Verschlimmerung durch Herabhängenlassen der erkrankten Extremität. Die Empfindung ist dabei, „als ob das Glied aus innerem Völlegefühl zerplatzen würde“. Gelenkschmerzen sind bekannt, die bei Wetterwechsel schlimmer werden. In erster Linie waren die Kniegelenke betroffen. Eine jährliche Periodizität der Schmerzen wurde beobachtet. Auf der Haut trat Bläschenausschlag auf.
    Im Vergleich zu anderen Schlangen ist das Gift ziemlich schwach. Es gibt kaum Todesfälle. Es hat keine kardio- und keine neurotoxische Wirkung.

    Jürgen Becker veröffentlichte die erste Prüfung von Vipera berus.

     

    Legende

    Die erste Zahl in der Klammer nach dem Symptom gibt die Nummer des Probanden an, die zweite Zahl nach dem Schrägstrich den Tag, an dem das Symptom erstmals auftrat, mit „+” hinzugefügte weitere Zahlen geben weitere Tage des Auftretens des Symptoms an, mit „–” hinzugefügte Zahlen nach der Tageszahl weisen darauf hin, dass ein Symptom vom Tag A bis zum Tag B beobachtet wurde. Fehlt nach dem „–” die zweite Zahl, so trat das Symptom mehrmals auf, ohne dass die exakte Dauer aus dem Protokoll ersichtlich war.
    GS bedeutet geheiltes Symptom
    VS steht für verändertes Symptom, das dem Probanden zwar bekannt ist, jedoch in Intensität, Dauer, Auslösung oder Lokalisation verändert auftrat.
    SS bedeutet Symptom, das bisher nur in der Schwangerschaft aufgetreten war.
    BS steht für ein dem Probanden bekanntes Symptom, das öfter bei ihm/ihr auftritt.
    Kursiv gesetzte Symptome stammen vom Autor (RF) und Probandin XY.

     

    Geist und Gemüt

     

    Psyche
    1 Gedrückte Stimmung, antriebsarm, entschlusslos, als wäre diese Zeit ein Ausnahmezustand, den sie hinnehmen muss, unübliche Passivität (02/22)
    2 Gedrückte Stimmung, ängstlich, fühlt sich unfähig, vor allem gegenüber ihren Patienten, glaubt dass sie nichts kann, denkt an Patienten, die nicht mehr in die Ordination kommen; nach Schlaf gebessert (09/07–15)
    3 Leidet sehr unter der Geringschätzung ihr gegenüber, fühlt sich als Einzelkämpferin, ungenügend anerkannt, von Kollegen und ihrem Mann benutzt. Sie muss dabei weinen (03/20)
    4 Geht Konfrontationen aus dem Weg, distanziert sich (03/23)
    5 Gleichgültigkeit gegenüber Hausarbeit, Unordnung stört sie kaum, nichts interessiert sie (05/22–28)
    6 Gefühl der Isolation (03/23)
    7 Angenehmes Gefühl, als ob um sie herum eine Nebelschicht wäre, mehrmals wiederkehrend (03/00)
    8 Gefühl, sie sei völlig abgehoben, als würde sie nichts betreffen (01/00)
    9 Erlebt das Leben wie durch eine Glaswand, als ob sie eine durchsichtige Wand zwischen sich und der Außenwelt durchdringen muss, den Kontakt mit der Außenwelt nicht richtig aufnehmen kann. Sie hat das Gefühl, dass sie nicht richtig lebt, wie im Schlaf, als ob ihre Sinnesorgane starke intensive Signale von außen erwarten würden und diese Erwartung nicht erfüllt wird. Sie fühlt sich dabei frustriert und unsicher (05/05+06)
    10 Es erscheint ihr wieder alles entfernt (seelisch). Gefühl, dass sie die Realität nicht ergreifen kann, als ob ihre Sinnesorgane unempfindlicher geworden wären (05/19)
    11 Gefühl der Unsicherheit und Entfremdung (05/07)
    12 Erregt sich wegen Kleinigkeiten (20/03+04+06+13)
    13 Starke Reizbarkeit vormittags, ungeduldig, mürrisch (7/05)
    14 Hassgefühle gegen ihren Ex-Partner (XY/04–30)
    15 Höchste Reizbarkeit mit wilden Rachegedanken gegen seine Tochter (weil sie ein Schularbeitsheft vergessen hatte). Er malt sich aus, wie er in ihre Schule fährt, um sie total bloßzustellen (RF/01–02)

    Intellekt
    16 Vergisst einiges, die Handtasche zu Hause beim Fortgehen,
    das Licht abzudrehen, usf. (09/01)
    17 Verwechselt Buchstaben („u” und „ü”) beim Reden (08/04)
    18 Weiß nicht, wo rechts und links ist (XY/00–10)

    Kopf
    19 Kopfschmerz (BS) beginnend um 11.00 (1/02)
    20 Kopfschmerzen (BS) vergehen am Nachmittag (20/07)
    21 Drei Wochen lang keine Kopfschmerzen (sonst ein- bis zweimal pro Woche) (GS 03/06–27)
    22 dumpfer Kopfschmerz, wiederkehrend (05/00–14)
    23 Kopfschmerz beidseits an der Stirn-Haar-Grenze, schlimmer bei Anstrengung, besser durch Trinken, Essen und in frischer Luft (03/11)
    24 Druck im Stirnbereich über dem linken Auge, besser in frischer Luft (14/00+01+05)
    25 Morgens Kopfschmerz punktförmig seitlich der linken Augenbraue, dauert bis zum Nachmittag, am Nachmittag Schmerz rund um den Kopf wie ein Gürtel (05/01)
    26 Kopfschmerz vom Scheitel ausgehend, abends nach dem Hinlegen, wenn sie nicht einschlafen konnte (01/11+12)
    27 Schmerzende Stelle im Scheitelbereich links, Ø etwa 7 cm, schlimmer durch Druck und Berührung (XY/08–14)
    28 Kurz stechender Kopfschmerz okzipital rechts im Bereich des Muskelansatzes (08/02–03)
    29 Druckgefühl über dem linken Ohr wie eine verschraubte Platte (08/13)
    30 Kopfschmerzen vom Nacken ausgehend, als ob eine Hand den Hinterkopf zusammendrücken würde (20/14)
    31 Krampfhaftes Zusammenziehen im Bereich des rechten Hinterkopfes, einige Stunden anhaltend (XY/08–10)
    32 Einzelne schmerzhafte etwa fingernagelgroße, schmerzende Stellen am behaarten Kopf, wie nach einem Hämatom, schlimmer durch Druck und Berührung (XY/06–13)
    33 Gefühl, als liefe ein kleines Insekt über die Kopfhaut (XY/07+09+12)

    Augen
    34 Starke Lichtempfindlichkeit, hat den Eindruck, nicht gut zu sehen, was beim Autofahren sehr stört (05/04–07)
    35 Helles Licht sehr unangenehm, schmerzt fast, sieht kurzfristig schlecht (13/20)
    36 Unscharfes Sehen, kann die Schrift am Computerschirm nicht lesen oder das Ziffernblatt einer Armbanduhr nicht erkennen (XY/00+02)
    37 Schwellungsgefühl um die Augen herum, mit Brennen der Lider, wie bei bekannten Allergie-Symptomen, es ist jedoch keinerlei Schwellung zu erkennen (17/02–15)
    38 Brennen der Augen (Bindehaut), beginnt am Vormittag, gerötet ab mittags, verstärkt am Abend, als wäre zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden, muss Kontaktlinsen herausnehmen, (BS von Pollenallergie) (17/15+20)
    39 Brennen und Rötung der Bindehaut, schlimmer ab Mittag (17/15–20)
    40 Brennen der Augen, 8.00 bis 9.00 morgens (14/08)
    41 Brennende Augen, als wäre sie den Tränen nahe (14/13)
    42 Extrem brennende Augen im Lokal, obwohl dort kaum Rauch (08/02)
    43 Brennende Augen (11/01)
    44 Trockene Augen, auch tagsüber (kennt sie sonst nur nachts) (XY/02–09, VS)
    45 Um 17.30 Druckgefühl des rechten Auges, als ob jemand auf den Augapfel drückt, dauert wenige Minuten (7/03)
    46 Zähe Tränenflüssigkeit morgens (13/17–20)
    47 Faszikulieren des äußeren Endes der rechten Augenbraue, etwa zwei Stunden lang (13/00)

    Ohren
    48 Leichter Schmerz der Ohren beim Schlucken, Ohren komplett verlegt, keine Besserung durch Schlucken oder Gähnen (02/05)
    49 Druckgefühl in den Ohren (05/05+12)
    50 Vier oder fünf Pickel hinter dem linken Ohr (direkt in der Falte) (XY/07–14)

    Nase
    51 Zähes Sekret fließt nach hinten in den Rachen ab (02/04–06)
    52 Pickel im rechten Naseneingang am Septum, brennend, schmerzhaft auf Berührung (13/00)
    53 Nasenbluten nach dem Schnäuzen (04/10)

    Gesicht
    54 Wunde Stelle, wie eingerissen am linken Mundwinkel außen (17/09)
    55 Fieberblase linker Mundwinkel (BS) heilt viel langsamer ab als üblich (03/11–20)
    56 Trockene, oberflächlich rissige Lippen (13/27–29)
    57 Ziehend drückende Schmerzen im linken Kiefergelenksbereich, verstärkt durch Kieferschluss, gebessert durch mehrfaches Kauen, beginnen morgens. Am nächsten Tag auch stechend und schneidend, es fällt ihm schwer, die Kiefer zu schließen. Die Schmerzen werden besser bei geschlossenem Mund, ziehen bis ins linke Ohr und in den linken Rachenbereich (11/20–22)
    58 Wangen brennen und spannen (11/00)
    59 Prickeln und Vibrieren in kleinen Stellen (Durchmesser etwa fünf Millimeter) auf der Nasenspitze, am linken Nasenflügel, im Ober- und Unterkieferbereich, am Kinn, in beiden Augenbrauen und an der Unterlippe, jeweils einige Minuten andauernd (XY/02–20)

    Mund
    60 Mundtrockenheit, vor allem der Zunge, teilweise in der Mitte wie ein Band quer über die Zunge, dabei kein Durst (09/00–18)
    61 Mundtrockenheit ohne Durst (17/02–19)
    62 Mundtrockenheit, als ob sie in der Wüste geht, trinkt viel, das Gefühl kommt bald nach dem Trinken wieder (01/06–08)
    63 Trockener Mund und Rachen (14/00–29)
    64 Abends trockener Mund und Rachen, muss oft schlucken, um das unangenehme Gefühl der Trockenheit loszuwerden, Trinken bessert nicht (14/04)
    65 Erwacht zwischen 3.00 und 4.00 mit völlig ausgetrocknetem Mund, „alles klebt im Mund zusammen“, trinkt viel und gierig (14/01)
    66 Nachts zwei Mal Erwachen mit trockenem Mund, muss aufstehen und trinken, was die Trockenheit bessert, dabei aber kein Durst (05/01+02)
    67 Trockenheit tagsüber, am stärksten morgens, trinkt mehrere Liter Wasser (05/01–07)
    68 Brennen auf der Zunge, im Rachen und bis in den Kehlkopf hinab, als ob sie „ein scharfes Zuckerl gelutscht“ hätte (17/01–08)
    69 Starkes Brennen wie nach Pfefferoni, an Spitze und Rand der Zunge, in Rachen und Kehlkopf, verstärkt bei Nahrungsaufnahme (17/03–07)
    70 Zungenbrennen schlimmer nachmittags und abends (17/10)
    71 Flüchtiges Zungenbrennen linke Seite und Spitze (08/01+02+09)
    72 Deutliches Brennen der linken Zungenseite, wie scharfer Pfeffer, beginnt wenige Minuten nach der Einnahme (XY/00–04)
    73 Nach Erbrechen stundenlang bitterer Nachgeschmack am hinteren Zungendrittel. Nach dem Ausspülen des Mundes mit Wasser entsteht ein süßlicher Geschmack im Mund (03/02)
    74 Anstelle des Zungenbrennens entsteht ein bitterer Geschmack auf der Zunge (17/08)
    75 Bitteres Gefühl (nicht Geschmack) an der Zungenspitze, zehn Minuten lang (11/03)
    76 Eine nach einem Stoß ihrer kleinen Tochter an der Mundschleimhaut nahe der Unterlippe entstandene Aphthe heilt langsamer als üblich, schlimmer abends (02/17–31)
    77 Ziehendes Gefühl im rechten Oberkiefer ab Mittag, wie Zahnschmerz, einschießend, sekundenweise, ausgelöst durch kaltes Trinken oder Daraufbeißen (11/04+22)

    Hals
    78 Trockener Hals und Rachen, großer Durst, trinkt viel (14/00–28)
    79 Trockener Hals abends um 20.00, großer Durst, Trinken hilft nicht (14/19)
    80 Trockener Hals abends (13/11)
    81 Extrem trockener Rachen, dabei aber durstlos (XY/02–09)
    82 Bei Halsschmerzen (BS) treten mehrere geschwollene Lymphknoten an der rechten Halsseite bis zum Ohr hinauf auf (üblicherweise nur ein kleiner Lymphknoten) (02/04–06)
    83 Halsschmerzen strahlen zu den Ohren aus, die Ohren fühlen sich „verlegt“ an (02/05)
    84 Halsschmerzen (BS), wund, Essen bessert, schlimmer beim Schlucken, abends und bei warmen Getränken, „ wie Feuer beim Schlucken“, kalte Getränke sind angenehm (13/05–10)
    85 Brennen an der Rachenhinterwand „wie Cayenne-Pfeffer“ beim Schlucken (13/07)
    86 Heftiges Brennen der Rachenhinterwand, „wund“, Schlucken verschlimmert (7/01)

    Magen
    87 Appetit deutlich gesteigert, isst doppelte Portionen, trotzdem rasch wieder Hungergefühl, Zurückhaltung fällt ihr schwer (SS 02/00–01)
    88 Gesteigerter Appetit auf alles (03/23+33)
    89 Isst abends große Mengen schwerer Speisen, die sie gut verträgt (08/04–08)
    90 Großer Hunger zu verschiedenen Zeiten, trotz großer Mengen bald wieder hungrig (01/00–01)
    91 Wenig Appetit (09/00–02), (01/09–17), (05/02–13)
    92 Kein Appetit, nach wenigen Bissen satt, Essen schmeckt leer, gehaltlos (XY/01–15)
    93 Auffallend großer Durst (20/01–21)
    94 Durst abends ab 20.00 (02/10–22)
    95 Großer Durst den ganzen Tag ohne trockenen Mund (14/02)
    96 Durstlos tagsüber, abends großer Durst, trinkt große Mengen Wassers in großen Schlucken (08/02–04)
    97 Auffallend durstlos, vergisst zu trinken (17/08)
    98 Durstlos trotz heißen Wetters (08/11)
    99 Weniger Durst als üblich (13/08)
    100 Fehlender Durst (XY/01–15)
    101 Zwischen 12.00 und 18.00 großer Durst, trinkt jede Viertelstunde einen Viertelliter kaltes Wasser in großen Schlucken, dazwischen ständig Durst (08/09)
    102 Erwacht zwei Mal sehr durstig, trinkt gierig viel kaltes Wasser, dabei keine Mundtrockenheit (14/12)
    103 Um 1.00 nachts Erwachen mit dumpfem Schmerz im Magenbereich (Schmerzqualität bekannt), stark bitteres und galliges lehmfarbenes Erbrechen. Danach stundenlang bitterer Nachgeschmack vor allem am hinteren Zungendrittel. Nach dem Ausspülen des Mundes mit Wasser entsteht ein süßlicher Geschmack im Mund (03/02)
    104 Nachts Erwachen mit heftigem Magenbrennen, schläft wieder ein, morgens nichts mehr zu spüren (09/14)
    105 Nachts Erwachen mit Völlegefühl und Druck im Magen wie von schwerem Essen, kein Diätfehler erinnerlich (06/01)
    106 Übelkeit, Gefühl eines „Knödels“ im Magen, „als ob das Wasser ewig im Magen liegen bleiben würde“, schmerzlos, Abneigung gegen Essen, aber besser, als sie Essen riecht (01/17)
    107 Übelkeit morgens beim Erwachen, Gefühl, „ einen großen schweren Stein im Magen zu haben“, sich deswegen nicht bewegen zu können (XY/04–06)
    108 Übelkeit vor den Menses (17), (1)

    Abdomen
    109 Jucken des Nabels mittags (14/01)
    110 Druck in der Mitte des Unterbauchs unter dem Nabel, verursacht Schmerzen, enge Hose ist unangenehm (14/02)
    111 Krampfartige Schmerzen in der Nabelgegend, beginnen plötzlich um 16.30 (01/01)
    112 Ziehend-bohrende Empfindung in der Symphysengegend, kurz einschießend, ausstrahlend in die Leisten und in die Vorderseiten der proximalen Oberschenkel, schlimmer beim Einatmen (11/06)

    Rektum
    113 Geruchloser, gut geformter Stuhl (GS–03/01–08)
    114 Träger Stuhlgang, zwei bis drei Tage kein Stuhl, Stuhl knollig und hart (02/02–36)
    115 Abends mehrmals kleine Mengen Stuhls, weich, geformt, stark schmierend (14/11)
    116 Nachmittags übel riechender Durchfall, mehrmals kleine Mengen (13/19)
    117 Stuhlgang eine halbe Stunde nach jeder Nahrungsaufnahme, da-bei geringe Mengen klebrigen Stuhls (08/03)
    118 Stuhl hart und wenig (13/08–21)
    119 Stuhl riecht ähnlich Petroleum (11/08)

    Harnorgane
    120 Harn riecht, als hätte sie Spargel gegessen (13/02)

    Genitalia
    121 Menses sehr schwach (fast wie eine Schmierblutung) und verkürzt (2–3 Tage) (03/08–10, 40)
    122 Menses sehr schwach, hat das Gefühl, dass es stockt und nicht rinnen kann (03/40)
    123 Menses schwächer als üblich, muffiger Geruch (01/25)
    124 Menses leichter und heller (13/14)
    125 Menses schwach, dickflüssiger, auf drei Tage verkürzt (05/09–11)
    126 Die Zyklusabstände, üblicherweise 24–25 Tage, normalisieren sich während und nach der AMSE auf 28 und 29 Tage (drei Zyklen nachbeobachtet) (GS–14)
    127 Gegen 22.00 Regelblutung plötzlich stark (seit dem Vormittag schwache Menses – üblicherweise abends schwache Blutung) (02/12)
    128 Starke Regelblutung die ganze Nacht über (02/13)
    129 Menses beginnen nachts mit großen Schmerzen, besser durch Zusammenkrümmen (05/08)
    130 Menses stark und hellrot (02/13)
    131 Leichte schmutzig-braune Schmierblutung (BS) am Nachmittag (sonst Menses hauptsächlich vormittags) (02/9–11)
    132 Vermehrtes sexuelles Verlangen während der Menses (03/09–10, 41)
    133 Vermehrtes sexuelles Verlangen (XY/04–27)
    134 Starke Scheidentrockenheit, deswegen Koitus unangenehm (02/ 20–38)

    Atmungstrakt
    135 Reizhusten (BS), erwacht davon zwischen 5.00 und 6.00 (02/14 +16)
    136 Trockener Reizhusten (BS) zwischen 10.00 und 11.00, als ob sie trockene, staubige Luft einatmen würde, Trinken bessert nicht, dabei sind die Lippen trocken und oberflächlich rissig (13/27–35)

    Brust
    137 Erwacht morgens mit Schmerzen in der seitlichen Brustgegend in Höhe der 6. Rippe links, die von außen entlang der Rippe in Richtung der Wirbelsäule ziehen, schlimmer durch Atmen und Bewegung, besser in Ruhe (bekannte Modalität). Der Schmerz verschwindet um etwa 12.00 mittags (03/02)
    138 Milcheinschuss in der rechten Mamma, geht tröpfchenweise ab (sie hatte während der Stillzeit Milchabgang; allerdings vor acht Monaten abgestillt, seither kein Milchfluss) (SS–11/01)
    139 Milchfluss während der Menses, Schwellungsgefühl in den Brüsten, Milch ausdrückbar (13/16–18)

    Rücken
    140 Zwei Minuten lang Muskelkrampf im Nacken (08/00)
    141 Ziehen im Nacken beidseits, als ob sich die Muskeln verkürzen, als ob es ihr die Schultern hochzieht, die sie bewusst hinunterdrückt (08/02)
    142 Schmerzen in der Höhe der Iliosakralgelenke beidseits (03/12)
    143 Vor Beginn der AMSE bestehende lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung in beide Hüften bis zu den Oberschenkeln, besser bei Bewegung, die erstmals nach der Geburt ihres Kindes aufgetreten waren, verschwanden nach Verschlimmerung am ersten Einnahmetag schnell und traten seither kaum mehr auf(GS–05/03)

    Extremitäten
    144 Kälte der linken Hand, die rechte Hand ist wärmer (02/02) (04/ 02)
    145 Nasskalte Füße nach Spaziergang im Regen stören nicht (GS– 03/00)
    146 Nasskalte Füße (ganzer Tag in nassen Schuhen) stören sie überhaupt nicht (GS–XY/08+11)
    147 Wärmegefühl an den Vorder- und Außenseiten der Oberschenkel (03/01)
    148 Schwere Glieder, vor allem die Beine vom Knie abwärts, jeder Schritt ist zuviel (14/00+01)
    149 Beine müde und schwer, fühlen sich bamstig an (sonst ist sie „leichtfüßig“) (17/04)
    150 Schweregefühl der Beine (13/00)
    151 Ziehen im rechten Carpometacarpalgelenk I, im Gelenk wie mit einer spitzen Nadel, von 10.00 bis 16.00, schlimmer bei Bewegen, Strecken und Abspreizen des Daumens, besser in Ruhe (11/05)
    152 Ziehen im rechten Carpometacarpalgelenk I (XY/03–05)
    153 Ziehen in beiden Handgelenken vor dem Einschlafen (08/15)
    154 Schmerz im Bereich der rechten Patella „wie Muskelkater“, hält den ganzen Tag an, schlimmer beim Treppaufgehen und Durchstrecken des Knies (11/26–32)
    155 Schmerzen in der rechten Wade, ausstrahlend in den Oberschenkel, wie bei einer Thrombose, Druckgefühl an der Rückseite der Wade, beginnt beim Sitzen um 19.00 (17/04–07)
    156 Gefühl, die Haut über den Unterschenkeln „ist gespannt, wie zu eng, wie von innen nach außen auseinandergezogen“, im Bereich der Mm. tibialis und peronei (08/08)
    157 Bandartige dezente Schmerzen in der rechten Wade (11/15–30)
    158 Druckstelle auf der Rückseite der linken Wade, Durchmesser drei Zentimeter, leicht schmerzend, drückend (XY/03–16)
    159 Spannungsgefühl in der linken Fußsohle, nur während Bewegung (14/00-01)
    160 Fingernägel wachsen langsamer (13/07–30)

    Schlaf
    161 Morgens auffallend gut ausgeschlafen, steht sofort auf (GS– 03/00–07)
    162 Erwacht 30 Minuten vor dem Wecker, ist frisch und aktiv (GS– 17/12–16)
    163 Erwacht um 5.55 ohne Wecker, steht leicht auf (GS–05/09–13)
    164 Müdigkeit nachmittags, immer 15.00–17.00, muss sich hinlegen und schlafen, nach kurzem Schlaf wieder frisch (05/02–13)
    165 Häufiges Gähnen nach einigen Mitteleinnahmen (4/01–02)
    166 Häufiges Gähnen tagsüber während der Arbeit (XY/08–15)

    Schweiß
    167 Vermehrter Schweiß, vor allem an Kopf und Oberkörper, mit Hitzegefühl, bei geringer Anstrengung (02/6–24)
    168 Mehr Schweiß, vor allem Oberkörper und Brust (17/00)
    169 Schweiß morgens beim Erwachen am Rumpf und im Gesicht, zwei Stunden lang (08/04)
    170 Schweißausbrüche morgens, „wie Wechselbeschwerden“ (13/12)
    171 Mehr Schweiß im Gesicht nach Weingenuss (08/17)
    172 Starker Schweiß im Gesicht während des Essens (08/18)
    173 Schweiß während und nach dem Essen (05/02)
    174 Schweiß an Stirn und Brust, abends ab 18.00 im Sitzen (05/ 02–13)
    175 Starker Nachtschweiß, vor allem am Rücken, liegt deswegen eine Stunde wach (14/01)
    176 Schweiß morgens beim Erwachen (05/12)
    177 Schweiß unter den Achseln, rechts stärker (14/10)

    Haut
    178 Hauterscheinungen anfangs am Decolletée, an der Stelle, wo sie am Vortag geschwitzt hatte, am nächsten Tag auch im Gesicht, Beginn auf der linken Wange, dann auch um den Mund und am Kinn, die Stirne bleibt frei, zeitweise schmetterlingsförmig auf beiden Wangen, am stärksten auf den Jochbeinen, reicht bis an die Unterlider. Es ist nicht sichtbar, nur tastbar, juckt nicht, die Haut fühlt sich wie feiner Grieß an, brennt, schlimmer bei Berührung (17/06–16)
    179 Brennen, Trockenheit und Hitzegefühl der Hautareale im Gesicht und am Decolletée, links stärker als rechts, besser morgens, schlimmer ab 16.00 und abends (17/09–16)
    180 Etwa zehn punktförmige Hautrötungen am Decolletée, jucken oder brennen nicht (17/20)
    181 Roter kleinfleckiger (zwei bis drei Millimeter) Ausschlag rechts und links der Brustwirbelsäule und auf den Gesäßbacken, nicht juckend; schmerzhaft bei Berührung, vergeht im Lauf des Tages (03/04)
    182 Großer Pickel am unteren Rücken (lumbal) rechts der Wirbelsäule, bei Berührung druckschmerzhaft, verbunden mit Übelkeit (14/12)
    183 Pustel (BS) am linken Kieferwinkel, schmerzhaft bei Berührung (11/28–30)
    184 Kleiner kreisförmiger Ausschlag um den Bauchnabel, etwas juckend (14/17–35)
    185 Jucken auf beiden Beinen zwei Querfinger über den Innenknöch-eln mit Effloreszenzen, Bettwärme verschlimmert (20/03–06)
    186 Haut an einzelnen Stellen sehr berührungsempfindlich, rechtes und linkes Bein, unter der linken Brust und rechte Hand, Druck der Kleidung unangenehm (XY/05–06)

    Allgemeines
    187 Verschlimmerung am Morgen (17)
    188 Schmerzen an unterschiedlichen Orten, beginnen jeweils vormittags zwischen 10.00 und 11.00 (11)
    189 Verschlimmerung am Nachmittag (17)
    190 Verschlimmerung am Abend (17)
    191 Symptome nehmen über den Tag allmählich zu (17)
    192 Wärmegefühl (07/00), (14/01–29), (20/05–60!), (XY/04–17)
    193 Wärmegefühl, auch in Händen und Füßen, die sonst immer kalt sind (14/09)
    194 Hitzewellen, die vom Bauch in den Kopf aufsteigen (03/00)
    195 Wärmeschauer am Vormittag, mehrmals vom Bauch in den Kopf aufsteigend (02/03)
    196 Wärmegefühl, im Gesicht (Stirne und Wangen) und am Oberkörper (03/01–08)
    197 Wärmegefühl an Kopf und Oberkörper 11.00 bis 13.00 (03/ 07+08)
    198 Wärmegefühl an Oberkörper und Armen, mit Ausnahme der Hände (06/02)
    199 Beim Aufstehen Hitzegefühl im vorderen Rumpfbereich mit flüchtigem Schweiß im Gesicht (08/03)
    200 Hitzegefühl, will sich ausziehen, obwohl es draußen regnet, hat zu Hause nur Unterwäsche und Socken an (03/01)
    201 Wärmegefühl nachts, deckt sich ab (14/04)
    202 Hitzegefühl schon bei kleiner Anstrengung, in ungelüfteten Räumen, Wärmetoleranz eingeschränkt (02/12)
    203 Vormittags starkes Frösteln, als ob eine Grippe im Anzug wäre, muss stark einheizen (7/01)
    204 Kältegefühl nachmittags im Bett (01/02)
    205 Abends sehr kalt, es schüttelt sie (08/04)
    206 Abends sehr kalt mit Schüttelfrost, auch im warmen Bett, kann sich nicht erwärmen (13/11)
    207 Auffallend kalt, vor allem Füße, Rücken und Kreuz; wäre am liebsten dauernd im Bett gelegen, dabei unruhig, konnte nicht lesen (03/13)
    208 Gesteigerte Aktivität, fühlt sich angetrieben, unruhig, muss ständig etwas tun (08/01–25)
    209 Heißhunger auf Süßes (03/00)
    210 Heißhunger auf Schokolade (03/12+13)
    211 Appetit auf Süßes (05/03–17)
    212 Fehlendes Verlangen nach Süßem, das sie sonst braucht, Schokolade schmeckt nicht (GS–01/08–16)
    213 Abneigung gegen Kaffeegeruch (03/08+10–11)
    214 Verlangen nach Kaffee (09/00–09)
    215 Abneigung gegen Kaffee und Tee (XY/02–14)
    216 Appetit auf Fleisch (03/33+39), (09/06)
    217 Heißhunger auf fette und schwere Speisen (Käsebrot mit dicker Butterschicht und zweiter Käseschicht oder große Mengen fetten Fleisches), hauptsächlich abends zwischen 17.00 und 22.00. Isst große Mengen, die sie ohne Völlegefühl gut verträgt. Tagsüber eher wenig Appetit (08/04–08)
    218 Appetit auf deftige Kost, Hausmannskost (09/06)
    219 Verlangen nach nahrhaften Dingen, Fleisch, Butter, Käse, Süßes (02/01)
    220 Das sonst starke Verlangen nach Äpfeln (drei oder vier pro Tag) fehlt völlig, sie werden auch schlecht vertragen (GS–05/09–15)
    221 Abneigung gegen Äpfel, kauft auch für ihre Kinder keine mehr (02)
    222 Gesteigertes Verlangen nach Äpfeln (XY/03–15)
    223 Verlangen nach Alkohol (09/00)
    224 Gute Verträglichkeit von Wein, der sie sonst müde und „grantig“ macht (GS–01/08)
    225 Beim Betrachten von Zeitschriften Ekel vor abgebildeten Speisen (08/19)
    226 Abneigung gegen den Geruch und Geschmack von Zigaretten, fühlt sich davon belästigt, raucht zwei Wochen lang nicht (vorher 20 Zigaretten pro Tag) (XY/01–15)
    227 Abends fit und aktiv, geht zwei Stunden später schlafen, trotzdem am Morgen ausgeruht (01/04–16)
    228 Bleierne Müdigkeit beim Erwachen, auch nach dem Mittagsschlaf (02/19)
    229 Müdigkeit ab 14.30 trotz guter Aktivität am Vormittag, öfters Mittagsschlaf (02/00+11+16+19)
    230 Große Müdigkeit am Nachmittag, 15.00–17.00, braucht einen Mittagschlaf, den sie sonst nie macht; nach kurzem Schlaf erfrischt (05/01–13)
    231 Große Müdigkeit am Nachmittag zwischen 15.00–17.00 (XY/ 04–14)
    232 Große Müdigkeit abends, verzichtet auf die gewohnte Abendtoilette (XY/05+08+10+1)
    233 Langsamer Heilungsverlauf von Fieberblasen (03) und Aphthen (02)
    234 Stechende Schmerzen in verschiedenen Körperregionen (08/ 02–31)
    235 Inneres Zittern wie Vibrieren im Oberbauch (03/13)

    Träume
    Es werden nur jene berücksichtigt, die für die Probanden ungewöhnlich oder intensiv waren. Die angeschlossenen persönlichen Gedanken zu diesen Träumen stellen Vermutungen dar.

    Probandin 1
    Ein Advokat, ein Totenbeschauer und sie warten vor einem Haus auf den Tod ihrer Mutter. Sie warten, dass es endlich passiert, damit sie die Sache abschließen und heimgehen können (02).

    Probandin 2
    Ängstlich besorgt gegenüber kleinen Verantwortungen, wie der Arzneimittelprüfung und einem Termin in den folgenden Tagen (01).
    Eine homöopathische Veranstaltung: Die Leiterin ist sonderbar, deshalb sind die Teilnehmer enttäuscht. Anstelle eines Arzneivorschlages werden die Symptome darauf zurückgeführt, dass sie zuviel Käse gegessen hat. Sie muss einen bestimmten Käse bei der Leiterin kaufen und darf davon eine Scheibe täglich essen (02).

    Ein brutaler Krimi-Traum: Ein Geschäftsmann, außen smart und innen eiskalt, erschießt drei oder vier Personen, die sich in einem Warenhaus befinden, weil sie Mitwisser sind oder seine Identität kennen. Sie ist abwechselnd Täter und Opfer. Dabei spürt sie keine Angst, ist „cool”, erstaunt darüber, dass alles so planmäßig wie im Fernsehen abläuft. (Ähnlich brutale Träume hatte sie nach Narkosen. Damals war jedoch die aggressive, angstmachende Seite im Vordergrund) (08).

    Mit einer Gruppe (teilweise Psychiatrie-Patienten) befindet sie sich in einem Space-Shuttle. Sie musizieren und müssen Gefahren überwinden. Das Shuttle hebt vom Boden ab, sie verliert ihre Freunde in langen Gängen. Alle überleben. Sie sucht vergeblich nach denen, die ihr lieb geworden sind (10).

    Eine Mutter hat in der Emigration in den USA ein Kind durch Krankheit verloren. Mehrere fremde Frauen erzählen nun tröstend von ihren eigenen Töchtern und versuchen ein gemeinsames Trauerlied zu finden und zu singen (27).

    Sie ist ein Medium. Eine andere Frau, die sie in ihrem realen Leben einmal gesehen hat, will durch sie etwas ausdrücken. Das fühlt sich bedrohlich an. Es besteht die Gefahr, dass diese Frau Macht über sie erlangen könnte. Sie hat große Angst. Weinend und panisch kuschelt sie sich an ihren Mann und beruhigt sich nur schwer (31).

    Probandin 3
    Die Warzen auf der linken Fußsohle platzen auf und sind verschwunden (07).

    Probandin 5
    Ein Traum wie in einem Krimi: Wie ein Detektiv löst sie einen komplizierten Fall. Es geht gut aus, was für ihre Träume unüblich ist (12).
    Eine Serie von drei Träumen mit dem gleichen Thema „Todesfall in der Familie” kurz hintereinander:
    Ihr Kind ist verstorben. Beim Begräbnis ist sie entsetzt, wie klein der Sarg ist. Ihr Mann wird nach seinem Tod in einem zu kleinen Grab beigesetzt. In den Träumen zeigt sie keine emotionale Reaktion, sie ist nicht betroffen, bleibt neutral, wie eine Fremde, wie in einem Film. Nach dem Erwachen kommen Traurigkeit und Entsetzen. Die Träume wirken an den folgenden Tagen stark nach. Sie will sie anfangs nicht protokollieren, weil sie zu sehr von ihnen berührt ist.

    Probandin 8
    Sie ist irgendwo eingeladen zu übernachten. Das Bett steht vor einer Tür, an der immer wieder geklingelt wird. Sie muss aufstehen, um das Bett wegzurücken, öffnet aber die Türe nicht selbst (17).

    Probandin 9
    Patienten „laufen ihr davon” (bleiben von ihrer Praxis weg), ein Patient verstirbt an einem Infarkt (weil sie etwas falsch gemacht hat?) (14).

    Proband 11
    In einem Bahnhof überquert er stillgelegte Gleiskörper ohne Gleise, nur die zwei Spuren sind zu sehen. An den Rändern befinden sich üb-erdimensionale technische Objekte wie übergroße Computerchips. Im Zug ist sein Koffer abhanden gekommen. Er denkt, die anderen sollen sehen, wie sie damit zurechtkommen, dass er seinen Koffer verloren hat. Er gibt anderen die Schuld oder Mitschuld, ist selbst gleichgültig gegenüber dem Verlust (15).

    Er beobachtet die Operation seiner Mutter. In einer subkutanen Tasche bemerkt er ihr Herz, das kindskopfgroß und blutleer, frei entnehmbar daliegt. Er nimmt es in die Hand. Es fühlt sich ledrig an. Er denkt, das Herz sei nicht am richtigen Platz. (Wohl in der Doppelbedeutung des „rechten Flecks“.) Anfangs ist er unberührt. Dann kommt der Gedanke auf, seine Mutter könne mit diesem verlorenen Herzen nicht weiterleben. Er erwacht in großer Sorge (27).

    Probandin 13
    Sie geht weg und lässt die Kinder allein zu Hause (01).

    Probandin 14
    Sie befindet sich mit ihrem Freund und einer Gruppe von Freunden aus ihrer Kindheit an Deck eines großen Dampfers. Sie spielen ein Gesellschaftsspiel. Die 5-jährige Tochter ihrer Nachbarn möchte gewickelt werden. Obwohl sie befindet, das Kind sei schon zu groß dafür, befinden die restlichen Anwesenden es für nötig und meinen, sie sei für das Wickeln zuständig. Sie fragt, wo die Windeln seien, worauf die Kleine sie an der Hand nimmt und zielstrebig zu einem Auto führt, wo die Windel zu finden sein soll. Dabei nimmt sie wahr, dass das Schiff vor Anker lag. Im Auto übernimmt das Kind das Lenken des Fahrzeugs. Es fährt zu schnell und ungeschickt, die Bremsen funktionieren nicht, die Probandin versucht zu bremsen, fühlt sich ausgeliefert (02).

    Ihre Eltern sind nach Wien übersiedelt. Es ist ihr unangenehm, dass die Eltern so nah bei ihr sind. Die Pflanzen im Haus der Eltern verwelken immer mehr, worüber sie sehr besorgt ist (06).
    Sie sitzt mit Freunden aus ihrer Kindheit zusammen. Sie fachsimpeln über Seifenkisten und erzählen Geschichten. Heitere Stimmung. Es mutet eigenartig an, wie sie wie alte Menschen, die sich an ihre Kindheit erinnern, über kurz zurückliegende Erlebnisse sprechen (16).
    Eine Gruppe von alten Bekannten sitzt in einem Gasthaus um einen großen Tisch. Ihr Freund setzt sich zu einer schönen geheimnisvollen Frau am Nebentisch und ist völlig fasziniert von dieser. Die Probandin hat ein Gefühl der Ohnmacht. Es ist ihr klar, dass er sie verlassen wird. Es ist kaum auszuhalten. Sie setzt sich zu den Beiden, die sich schon recht nahe gekommen sind,. Sie wendet sich ihrem Freund zu, drückt ihre Kränkung aus, fragt ihn, was sie tun kann, um ihn zurückzugewinnen. Dabei schluchzt sie aus tiefstem Herzen. Er fährt schließlich mit der geheimnisvollen Frau weg (20).

    Probandin 17
    Traum von geometrischen Formen, skurril, wie in Alice im Wunderland. Aufenthalt in einem Raum mit schwarz-weißen Bodenfliesen und quadratischen Säulen (01).

    Auffallende Veränderungen an den Probanden
    Probandin 1 wurde über längere Zeit auffallend ruhig, ausgeglichen, nichts erschütterte sie und sie war frei von ihren üblichen Ängsten. Sie benötigte zwei Stunden weniger Schlaf als sonst, war aber besser erholt und am Morgen schneller frisch. In ihrem Befinden traten etliche geheilte Symptome auf.

    Bei Probandin 2 traten ab dem zweiten Tag Symptome aus der Schwangerschaft auf: Morgendliche Übelkeit anhaltend bis etwa 15 Uhr, besser durch Liegen und Essen, Abneigung gegen fette und nahrhafte Speisen, schnelle Sättigung nach wenigen Bissen, will nichts essen, Blähungen, Luftaufstoßen, viele Darmgeräusche, reichlich geruchlose Winde, Magen und Bauch fühlen sich aufgetrieben an, heiße Füße nachts, erträgt die Bettdecke nicht, muss die Füße aus dem Bett stecken. Ihre bekannten „Wehwehchen” dauerten länger als üblich (Erkältung, Halsweh, Abheilung einer Aphthe) und waren heftiger (Menses). In den fünf Wochen der AMSE wurde sie ständig von kleineren Leiden geplagt. Kaum war eines vorbei, kam das nächste, was für sie ungewöhnlich ist. Sie fühlte sich insgesamt weniger belastbar, gelegentlich hatte sie das Gefühl „ich bin nichts wert”, sie schaffe ihre Aufgaben nicht, in ihrem Leben gehe nichts weiter. Sie fühlte sich deswegen aber nicht schlecht, konnte sich ihre Fehler gleichsam leichter verzeihen.

    Probandin 3 war hitzig, anfangs energievoll, alles ging ihr leicht von der Hand, ein Gefühl der körperlichen Leichtigkeit. Sie war empfindlich gegen Geringschätzung und Herablassung, reagierte darauf aber nicht wie üblich emotional und spontan, sondern verhalten abwartend, fühlte sich als Einzelkämpfer isoliert. Nach einer Aussprache mit dem Gatten konnte sie loslassen und fühlte sich getragen. Sie hatte auch einige Symptome aus Schwangerschaft und Stillzeit, wie Verlangen nach Schokolade und Geruchsempfindlichkeit. Während der AMSE achtete sie vermehrt auf ihre eigenen Bedürfnisse, die sie davor vernachlässigt hatte.

    Probandin 4 reagierte eher unspezifisch, keine veränderten Allgemeinsymptome, nur einige Lokalsymptome. Psychisch keine Veränderungen.

    Probandin 5 reagierte auf allen Ebenen stark körperlich, Allgemeinsymptome, Wahrnehmung und Träume. Sie erfuhr ein lang anhaltendes Wärmegefühl mit starkem Schwitzen, Mundtrockenheit und großem Durst, sowie auffallende Müdigkeit nachmittags. Ihre Wahrnehmung veränderte sich, sodass sie ihre Umgebung wie durch eine dicke Glaswand wahrnahm und den Eindruck bekam, nicht richtig lebendig und in der Kommunikation eingeschränkt zu sein. So hatte sie das Gefühl, ihr Mann und sie sprächen unterschiedliche Sprachen. In den Träumen äußerte sich dieser Zustand in einer Serie von Todesfällen Nahestehender, was sie im Traum emotionslos ließ, sie aber nach dem Erwachen sehr belastete.

    Proband 6 reagierte nur einen Tag lang, dann keine Symptome mehr. Nach 16 Tagen traten Halsschmerzen auf, worauf er mehrfach Apis D12 einnahm. Daher ist der weitere Verlauf nicht beurteilbar.

    Proband 7 reagierte schwach, entwickelte einige arzneispezifische Symptome, die nur kurz anhielten.

    Probandin 8 war während der ganzen AMSE aktiv und „angetrieben”. Sie hatte das Gefühl, alles unterbringen zu müssen, als ob die Woche nur einen Tag hätte. Abends entwickelte sie Heißhunger auf fette und schwere Speisen, die sie in großen Mengen verschlang, ohne die geringsten Beschwerden darauf.

    Probandin 9 litt eine Woche lang unter Unfähigkeitsgefühlen in Bezug auf ihre beruflichen Fähigkeiten, glaubte dass deswegen die Patienten wegblieben, träumte sogar einmal, dass ihre Patienten von ihr weggehen. Sie war so vergesslich, dass sie sogar ihr Protokollheft verlor. Daher existieren Aufzeichnungen nur bis zum 19. Tag, die aus den Gesprächsprotokollen des Prüfungsleiters stammen. In der zweiten und dritten Woche traten Symptome aus ihrer Schwangerschaft auf, wie Spannen in der Brust oder Anfälle von Übelkeit morgens und abends, ohne Brechreiz.

    Proband 11 war laut Aussagen seiner Gattin am Beginn der AMSE auffallend ruhig und ausgeglichen, mit seiner Tochter deutlich geduldiger als sonst. Seine Symptome waren schwach und flüchtig und beeinträchtigten ihn kaum. Auf der Ebene der Allgemeinsymptome traten keine Veränderungen auf. Am deutlichsten empfand er die Beschwerden im Bereich des Kiefergelenkes, welche einige Tage anhielten.

    Probandin 13 litt unter Trockenheit der Schleimhäute (Hals, Verstopfung, zähe Tränen, Reizhusten), war wärmer und hatte mehr Schweiß. Milchfluss wie in der Stillzeit trat wieder auf. In schwierigen, angstbesetzten Träumen fühlte sie sich nicht mehr allein, sondern es kam jemand zu Hilfe.

    Probandin 14 fielen das Wärmegefühl mit verstärktem Schwitzen auf, das mehrere Wochen anhielt, weiters die Trockenheit von Mund und Hals, die durch Trinken nicht verbessert wurde, und der große Durst, der sie bis zu drei Mal pro Nacht weckte. Anfangs gab es ein Schweregefühl in den Beinen, ferner brennende Augen und in den Abständen normalisierte Menses. Starke Reaktion auf der Traumebene.

    Probandin 17 erlebte im Rahmen der AMSE deutliche Veränderungen in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Sie achtete mehr auf sich und ihre Bedürfnisse. Sie wurde „wehrhafter”, „stärker“, weniger nachgiebig. Sie sprach öfter und direkter aus, wenn sie etwas störte. Patienten gegenüber war sie gelassener. Mit Handwerkern ging sie bestimmter um und setzte sich durch.
    Sie hatte die schmerzhafte Trennung von ihrem Mann zehn Jahre zuvor nie ganz überwunden. Während der AMSE hatte sie den Eindruck, in dieser Loslösung einen großen Schritt gegangen zu sein. Es kränkt sie jetzt nicht mehr, wenn ihre Kinder den Vater treffen.
    Auf der körperlichen Ebene fielen Trockenheit und Brennen auf, in Mund und Rachen, in den Augen, an der Haut. Erstaunlich waren die Beschwerden in den Beinen wie bei einer Thrombose.

    Probandin 20, sonst frostig, erfreute sich zwei Monate lang eines angenehmen Wärmegefühls, ihr sonst großer Durst (drei Liter täglich) erhöhte sich um einen weiteren Liter, sie trank bis zu einem halben Liter in einem Zug. Auf der emotionalen Ebene fiel eine leichte Erregbarkeit und Reizbarkeit über Kleinigkeiten auf. Als ihre kleine Tochter kein Letscho essen wollte (was sie ohnehin nie tut), explodierte sie mit dem Gefühl: „Ich habe eingekauft und gekocht, und sie will nicht essen!”

    XY reagierte schnell auf die Gabe. Nach zehn Minuten trat eine Reihe von Symptomen auf, die zwei Wochen anhielten, einige traten auch noch in der dritten Woche auf. Die Symptome waren meist markant. Im psychischen Bereich stand die Beschäftigung mit einer langjährigen Beziehung im Vordergrund, die acht Jahre zuvor zu Ende gegangen war. Wut- und Hassgefühle auf den ehemaligen Partner tauchten erstmals massiv auf, mit dem Wunsch ihn anzurufen, ihn mit Vorwürfen zu überschütten und den sporadischen bestehenden telefonischen Kontakt danach für immer abzubrechen. Die Gefühle dabei waren: benutzt und ausgebeutet worden zu sein, behindert in der Entfaltung der eigenen Möglichkeiten. Diese Stimmungslage hielt vier Wochen lang an.

    An bekannten Symptomen traten auf:
    Nasenbluten (ein Prüfer = 1)
    Schweiß im Gesicht (1)
    Schmerz im Kiefergelenk (1)
    Brennen der Zungenspitze (2)
    Brennender Durst, trinkt große Mengen (4)
    Schweregefühl der Beine; bei einem Prüfer mit Taubheit (2) – erinnert an die Venenprobleme, für die Vipera bekannt ist.
    Schmerz im rechten Carpometacarpalgelenk des Daumens (2) – wunder Schmerz des Daumens ist bekannt.
    häufiges Gähnen (2)
    Haut sehr berührungsempfindlich, Kleiderdruck ist unerträglich (2).
    Gefühl, als ob ein Insekt über den Kopf liefe (1) – Das Gefühl, als laufe etwas den Oberschenkel hinauf, hatte laut Clarke ein von der Kreuzotter Gebissener.
    depressiv und entmutigt (2)
    Gleichgültigkeit gegenüber Hausarbeit, Aufräumen, etc. (1)

    An neuen Symptomen fanden wir:

    häufiges Brennen (Augen, Mund, Zunge, Hals) mit Trockenheit der Schleimhäute, meist mit großem, teilweise auch bei fehlendem Durst (9)
    Brennen der Zunge: der Spitze und des linken Randes (2)
    bitterer Mundgeschmack (3)
    Durst abends (3)
    durstlos (2)
    Stuhl riecht nach Petroleum (1).
    Urin riecht nach Spargel (1).
    Menses schwach (4) und kürzer (3)
    Menses reichlich nachts (1), beginnend in der Nacht (1)
    verstärktes sexuelles Verlangen bei Frauen (2), in einem Fall während der Menses
    Milchfluss außerhalb der Schwangerschaft (2)
    Kälte der linken Hand, die rechte ist wärmer (2).
    Kalte Füße stören nicht (2 – geheiltes Symptom)
    Schmerz in der rechten Wade wie bei einer Thrombose, Engegefühl der Haut an den Unterschenkeln, bandartige Schmerzen in der rechten Wade (3) – ein Symptom, das auf Beinvenenthrombosen verweist.
    Erwachen nachts mit exzessivem Durst oder Brennen in Rachen oder Magen (3)
    brennende Stellen und Hautausschläge in verschiedenen Regionen, die nicht jucken, aber berührungsempfindlich sind (2)
    Wärme- oder Hitzegefühle (9) – entgegengesetzt den bekannten Kältegefühlen der vom Tier gebissenen Menschen
    Kältegefühl am Abend, erwärmt sich schwer (2)
    Schwäche am Nachmittag von 15–17h (3)
    langsame Wundheilung bei Aphthen und Fieberblasen (2)

    Nahrungsmittel:
    Verlangen nach Süßem (3)
    Verlangen nach (2) und Abneigung gegen Kaffee (1)
    Verlangen nach fettem, schwerem Essen (3), große Mengen werden ohne Völlegefühl verdaut.
    Äpfel: Verlangen, Abneigung und Verschlimmerung (3)
    Kopfschmerzen waren meist okzipital und zervikal
    empfindlich auf helles Licht (2)

    Gemüt:
    Bei zwei Prüfern kamen starke Erinnerungen an lang vergangene Beziehungen hoch. Eine Probandin war nun in der Lage, mehr emotionale Distanz zu gewinnen. Bei der zweiten Prüferin kamen Hassgefühle und ein Missbrauchsgefühl auf.
    Intensive Hass- und Rachegefühle erlebte eine weitere Prüferin. Zwei Prüfer glaubten, man blicke auf sie herab. Sie erlebten das als Gefühl von Verachtung.
    Eine Prüferin fühlte sich wie durch eine Glaswand von der Umgebung getrennt, wodurch sie in ihrer Fähigkeit zu kommunizieren eingeschränkt wurde.

    An Träumen fassen wir die folgenden Themen zusammen:
    Vier Probanden hatten eine Serie intensiver Träume, andere einen oder zwei markante. Das intensivste Thema war der Tod von engen Verwandten (3). In den meisten Träumen blieben sie emotionslos, beschränkten sich etwa auf die Betrachtung der Größe des Sarges, oder wie lange es wohl dauern würde, bis sie wieder nach Hause gehen könnten. Eine Probandin hatte eine Serie von drei Träumen zu diesem Thema und war später schockiert, weil sie gefühlskalt geblieben war. In einem Traum verlor eine Mutter ihr Kind, und andere Frauen trösteten sie mit einem Trauergesang (ein Lösungstraum dieser Thematik).
    „Cool“ und „nicht-emotional“ im Zusammenhang mit Tod oder Mord wurde uns von einem Traum geschildert, in dem ein smarter Geschäftsmann drei oder vier Menschen tötete, weil sie seine Identität kannten. Die Träumende war abwechselnd Täter und Opfer. Alles lief wie im TV ab, ohne jedes Angstgefühl.

     

    Repertorisation

    Gemüt
    – Beschwerden durch – Kränkung, Demütigung
    – Beschwerden durch – Verachtung; verachtet zu werden
    – boshaft
    – boshaft – beleidigend
    – boshaft – Zorn, mit
    – entfremdet
    – entfremdet – sich selbst; von
    – distanziert
    – Fehler; macht – Raum; in Bezug auf den
    – Fehler; macht – Sprechen, beim – Buchstaben – vertauscht
    – Gleichgültigkeit, Apathie – alles; gegen
    – Gleichgültigkeit, Apathie – Pflichten; gegenüber – häuslichen Pflichten
    – Hass – Menschen, auf - beleidigt haben; die ihn
    – Hass – Rachsucht; Hass und
    – Hass – Verwandte; auf nahe
    – mürrisch – vormittags
    – Reizbarkeit, Gereiztheit – vormittags
    – Reizbarkeit, Gereiztheit – Kleinigkeiten, durch
    – Selbstvertrauen – Mangel an Selbstvertrauen
    – Selbstvertrauen – Mangel an Selbstvertrauen – Versager; hält sich für einen
    – Traurigkeit – ängstlich
    – Ungeduld
    – Ungeduld – vormittags
    – vergesslich
    – verlassen zu sein; Gefühl – Isolation; Gefühl von
    – Wahnideen – anerkannt, geschätzt; sie würde nicht
    – Wahnideen – gelingt ihm nichts, er macht alles falsch; es
    – Wahnideen – getrennt – Welt; von der – sei; er
    – Wahnideen – Glas – hinter einem Glas; wie
    – Wahnideen – Nebel – umgibt sie
    – Wahnideen – schweben
    – Wahnideen – weit weg; wie
    – Zorn – Kleinigkeiten, über

    Kopf
    – Ameisenlaufen – Kopfhaut
    – Krabbeln, Kriechen; Gefühl von – Insekt, als würde ein Insekt über den Kopf kriechen
    – Schmerz – vormittags – 11h
    – Schmerz – nachmittags – amel.
    – Schmerz – dumpf
    – Schmerz – Essen – nach – amel.
    – Schmerz – Freien; im – amel.
    – Schmerz – erstreckt sich zu – um den Kopf herum
    – Schmerz – erstreckt sich zu – um den Kopf herum – nachmittags
    – Schmerz – Hinterkopf
    – Schmerz – Hinterkopf – rechts
    – Schmerz – Hinterkopf – rechts – stechend
    – Schmerz – Hinterkopf – drückend – innen; nach
    – Schmerz – Scheitel – abends
    – Schmerz – Scheitel – abends – Bett – im Bett – agg.
    – Schmerz – Scheitel – Berührung – agg.
    – Schmerz – Scheitel – Druck – agg.
    – Schmerz – Schläfen – links
    – Schmerz – Schläfen – morgens
    – Schmerz – Seiten – drückend
    – Schmerz – Stelle; an einer kleinen
    – Schmerz – Stirn – Essen – amel.
    – Schmerz – Stirn – Essen – nach – amel.
    – Schmerz – Stirn – Freien; im – amel.
    – Schmerz – Stirn – Trinken – amel.
    – Schmerz – Stirn – Augen – über den – links
    – Schmerz – Stirn – Haaransatz
    – Zusammenschnürung – Band oder Reifen; wie ein
    – Zusammenschnürung – Hinterkopf
    – Zusammenschnürung – Hinterkopf – rechts

    Auge
    – Photophobie
    – Schmerz – rechts
    – Schmerz – rechts – nachmittags
    – Schmerz – rechts – drückend
    – Schmerz – vormittags
    – Schmerz – vormittags – brennend
    – Schmerz – nachmittags
    – Schmerz – nachmittags – brennend
    – Schmerz – abends – brennend
    – Schmerz – drückend – innen; nach
    – Tränen – zäh
    – Tränen – zäh – morgens
    – Zucken – Augenbrauen
    – Zucken – Augenbrauen – rechts

    Ohr
    – Hautausschläge – hinter den Ohren – Pickel
    – Hautausschläge – hinter den Ohren – Pickel – links
    – Schmerz – drückend
    – Schmerz – Schlucken – agg.
    – Schmerz – über den Ohren – links
    – Schmerz – über den Ohren – links – drückend
    – Verstopfungsgefühl

    Gesicht
    – Excoriation, Wundheit – Mundwinkel
    – Excoriation, Wundheit – Mundwinkel – links
    – Hautausschläge
    – Hautausschläge – Pickel – Nase – Septum
    – Hautausschläge – Nase – innen in der
    – Hautausschläge – Nase – innen in der – rechts
    – Hautausschläge – Nase – Rand der Nasenlöcher
    – Hautausschläge – Nase – Rand der Nasenlöcher – Pickel
    – Kribbeln – Stellen, an kleinen
    – rissig – Lippen
    – rissig – Mundwinkel
    – rissig – Mundwinkel – links
    – Schmerz – Kiefer – ziehend
    – Schmerz – Kiefer – ziehend – links
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – links
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – morgens
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – Kauen amel.
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – Schließen des Mundes; beim
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – erstreckt sich zu – Ohren
    – Schmerz – Kiefer – Kiefergelenk – erstreckt sich zu – Ohren – links
    – Schmerz – Kiefer – Oberkiefer – rechts
    – Schmerz – Wangen – brennend
    – Schweiß – Essen – agg.
    – Trockenheit – Lippen

    Nase
    – Absonderung – zäh – Choanen, aus den
    – Nasenbluten – Schnäuzen der Nase agg.

    Mund
    – Geschmack – bitter
    – Geschmack – bitter – Zunge – Zungenspitze
    – Geschmack – bitter – Zunge – Zungenwurzel
    – Geschmack – süßlich
    – Schmerz – Zunge – linke Seite – brennend
    – Schmerz – Zunge – abends – brennend
    – Schmerz – Zunge – nachmittags – brennend
    – Schmerz – Zunge – brennend
    – Schmerz – Zunge – brennend – Pfeffer; wie durch
    – Schmerz – Zunge – Seiten – links
    – Schmerz – Zunge – Seiten – links – brennend
    – Schmerz – Zunge – Seiten – brennend
    – Schmerz – Zunge – Zungenspitze – brennend
    – Schmerz – Zunge – Zungenspitze – brennend – Pfeffer; wie durch
    – Trockenheit
    – Trockenheit – morgens
    – Trockenheit – abends
    – Trockenheit – nachts
    – Trockenheit – nachts – Erwachen, beim
    – Trockenheit – Durst; mit
    – Trockenheit – Durstlosigkeit; mit
    – Trockenheit – Trinken; selbst nach dem
    – Trockenheit – Zunge – Mitte

    Innerer Hals
    – Schmerz – abends
    – Schmerz – brennend – Pfeffer; wie
    – Schmerz – kalt – Getränke; kalte – amel.
    – Schmerz – Schlucken – agg. – brennend
    – Schmerz – warm – Getränke; warme – agg.
    – Schmerz – erstreckt sich zu – Ohr
    – Trockenheit
    – Trockenheit – abends
    – Trockenheit – Durst – mit
    – Trockenheit – Durst – ohne

    Äußerer Hals
    – Schwellung – Halsdrüsen

    Magen
    – Appetit – anhaltend
    – Appetit – Essen; selbst nach dem
    – Appetit – fehlend – satt, Sättigungsgefühl; fühlt sich
    – Appetit – unstillbar
    – Appetit – vermindert
    – Appetit – vermehrt
    – Durst – nachmittags
    – Durst – abends
    – Durst – nachts – Mitternacht – nach – 3 h
    – Durst – nachts – Erwachen, beim
    – Durst – brennend, heftig
    – Durst – große Mengen, auf
    – Durst – unstillbar
    – durstlos
    – durstlos – tagsüber
    – Erbrochenen; Art des – Galle – nachts
    – Erbrochenen; Art des – gelb
    – Schmerz – nachts – brennend
    – Schmerz – nachts – Erwachen, beim
    – Schmerz – nachts – Erwachen, beim – brennend
    – Steines; Gefühl eines – morgens
    – Steines; Gefühl eines
    – Übelkeit – morgens – Erwachen, beim
    – Übelkeit – Menses – vor – agg.
    – Übelkeit – Speisen – Geruch von Speisen; durch den – amel.
    – Völlegefühl – nachts

    Abdomen
    – Hitze – erstreckt sich zu – Kopf
    – Hautausschläge – Nabel – um den
    – Jucken – Nabel
    – Zittern

    Stuhl
    – Geruch – Petroleum, wie
    – hart
    – klebrig, zäh
    – knotig, klumpig
    – Kugeln, wie
    – spärlich

    Urin
    – Geruch – Spargel, wie

    Weibliche Genitalien
    – Koitus – schmerzhaft
    – Menses – nachts
    – Menses – hellrot
    – Menses – geronnen – dunkle Klumpen
    – Menses – kurz, zu
    – Menses – reichlich
    – Menses – reichlich – nachts
    – Menses – spärlich
    – sexuelles Verlangen – vermehrt
    – sexuelles Verlangen – vermehrt – Menses – während – agg.
    – Trockenheit – Vagina

    Brust
    – Hitze
    – Milch – Schwangerschaft; außerhalb der und ohne bezug zur
    – Schweiß
    – Schweiß – Achselhöhlen – rechts

    Rücken
    – Hautausschläge – Pickel
    – Schmerz – Lumbalregion – erstreckt sich zu – Oberschenkel
    – Schmerz – Sakroiliakalgelenke
    – Schmerz – Zervikalregion
    – Schmerz – Zervikalregion – krampfartig
    – Schweiß – nachts
    – Verkürzt – Nackenmuskulatur

    Extremitäten
    – Hautausschläge – Unterschenkel
    – Hitze – Hände
    – Hitze – Oberschenkel
    – Kälte – Hände – eine Hand – kälter als die andere
    – Kälte – Hände – einseitig
    – Kälte – Hände – links
    – Schmerz – Daumen – Gelenke – Carpometacarpalgelenk
    – Schmerz – Daumen – Gelenke – Carpometacarpalgelenk – rechts
    – Schmerz – Daumen – Gelenke – Carpometacarpalgelenk – ziehend
    – Schmerz – Handgelenke – ziehend
    – Schmerz – Knie – Steigen – Treppensteigen – agg.
    – Schmerz – Knie – Strecken, Ausstrecken – agg.
    – Schmerz – Knie – Kniescheiben
    – Schmerz – Knie – Kniescheiben – rechts
    – Schmerz – Unterschenkel – berstend
    – Schmerz – Unterschenkel – Waden – rechts
    – Schmerz – Unterschenkel – Waden – bandförmig
    – Schmerz – Unterschenkel – Waden – erstreckt sich zu – Oberschenkel
    – Schweregefühl – Beine
    – Schweregefühl – Unterschenkel
    – Spannung – Füße – Fußsohlen
    – Spannung – Unterschenkel – Waden
    – Nägel; Beschwerden der – Wachstum der Nägel – langsam – Fingernägel

    Schlaf
    – Gähnen – häufig
    – erfrischend
    – Erwachen – Trockenheit des Mundes; durch

    Träume
    – Einfluss, sie werde vom Einfluss einer anderen Person bedroht
    – Mord
    – Mord – brutal
    – Särge
    – Tod – Verwandten, von
    – Tod – Verwandten, von – Kindes, ihres
    – Tod – Verwandten, von – Mutter; seiner
    – Töten
    – trösten; jemanden zu – Verwandte – Verstorbenen; eines
    – verlassen zu sein
    – Warzen
    – Warzen – verschwinden
    – zurücklassen, Kinder, ihre zu Hause

    Frost
    – abends (18-22 h)
    – Frösteln – abends

    Schweiß
    – morgens (6-9 h) – Erwachen – beim
    – abends (18-22 h) – 18 h
    – nachts (22-6 h)
    – Essen – beim – agg.
    – Essen – nach – agg.
    – reichlich

    Haut
    – Berührung – agg.
    – Hautausschläge – Flecken; entzündete – rot
    – Hautausschläge – Pickel – schmerzhaft
    – Hautausschläge – schmerzhaft
    – Hautausschläge – schmerzhaft – Berührung agg.

    Allgemeines
    – tagsüber – Verlaufes des Tages; während des – agg.
    – morgens – amel.
    – vormittags (9-12 h) – 10 h oder 10-11 h
    – nachmittags (13-18 h)
    – nachmittags (13-18 h) – 15 h
    – abends
    – Abkühlung, Kaltwerden – agg. – Teiles des Körpers agg.; eines – Füße, der
    – Hitze – Gefühl von
    – Hitze – Hitzewallungen – vormittags
    – Hitze – Lebenswärme, Mangel an
    – Kleidung allgemein – Druck der Kleidung
    – Licht; durch – agg.
    – Licht; durch – agg. – helles Licht
    – Müdigkeit – nachmittags
    – Müdigkeit – Erwachen, beim
    – nass – Nasswerden – Füße, der
    – Schmerz – berstend
    – Schmerz – stechend
    – Speisen und Getränke – Alkohol – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Äpfel – Abneigung
    – Speisen und Getränke – Äpfel – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Äpfel – agg.
    – Speisen und Getränke – Essen – Abneigung – Anblick der Speisen; beim
    – Speisen und Getränke – Fett – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Fleisch – Verlangen
    – Speisen und Getränke – gehaltvolle, fette Speisen – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Kaffee – Abneigung – Geruch von Kaffee; gegen den
    – Speisen und Getränke – Kaffee – Verlangen
    – Speisen und Getränke – kalte Getränke, kaltes Wasser – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Schokolade – Verlangen
    – Speisen und Getränke – schwere Speisen – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Süßigkeiten – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Tee – Verlangen
    – Speisen und Getränke – Wein – agg.
    – Tabak – Abneigung gegen – Rauchen der gewohnten Zigarre
    – Wunden – Heilungstendenz – langsam

     

     

    Klinische Erfahrungen

    Die ersten Krankengeschichten stammen von Reinhard Flick

    Patientin, geb. 1962, Depression, Venenbeschwerden, in Behandlung seit 1998, keine der verabreichten Arzneien bringt anhaltende Besserung. Sie hat Venenschmerzen in den Beinen, hauptsächlich an den Innerseiten der Oberschenkel, tief drinnen. Sie sind fast unerträglich, ziehen zum After, vor allem aber ins Becken hinein. Die Schmerzen kommen ein bis zwei Tage vor den Menses.
    Dabei verändert sich ihre Psyche. Sie hat das Gefühl, das Leben gehe zu Ende. Sie ist ganz ruhig dabei, will alle Dinge ordnen und abschließen, ohne Hektik oder einem Gefühl der Bedrohung. Es geht dabei etwa um die genauen Modalitäten des Begräbnisses, wie es ablaufen wird, wer benachrichtigt wird, usw. Zum ersten Mal waren diese Beschwerden nach einer versuchten Embolisation ihrer Myome im Herbst 2002 aufgetreten.
    Am 20. September 2006 erhält sie erstmals Vipera berus C200 (Remedia). Danach verschwinden Venenschmerzen und Todesgedanken schlagartig. Erstmals muss nach zwei Monaten wiederholt werden. Im Jahr 2007 tauchen die Beschwerden immer seltener und schwächer auf, sodass die Patientin die Arznei zwei oder drei Mal wiederholt. Jedes Mal wirkt sie prompt. Heute tritt dieses Beschwerdebild kaum mehr auf, und wenn, dann ganz schwach.
    Neben den Todesgedanken und den Venenschmerzen wies der eigenartig emotionslose und sachliche Umgang mit dem Thema auf Vipera hin, wie es unsere Probanden in ihren Träumen erlebt hatten.

    Mehrfach hat sich Vipera in meiner Ordination als hervorragende Arznei bei Thrombosen gezeigt. So etwa bei einer 1978 geborenen Patientin, die im Mai 2005 an einem äußerst schmerzhaften thrombosierten Hämorrhoidalknoten litt. Vipera C200 half prompt. Es war keine chirurgische Intervention nötig. Auch bei einem Rezidiv ein halbes Jahr später war die Wirkung prompt und verlässlich.

    Ein 1955 geborener Patient, wegen anderer Beschwerden in meiner Behandlung, leidet unter extrem empfindlichen Venen. Nicht nur nach jeder Dauernadel, die ihm gesetzt wird, auch nach einfachen Blutabnahmen entwickelt sich jedes Mal eine Thrombophlebitis, die sich in einem harten roten, druckschmerzhaften Streifen äußert. Als es im Oktober 2001 wieder mal so weit war, half Vipera C12 nicht. Vipera C200 jedoch heilte die Phlebitis aus. Seit er vor jeder Blutabnahme oder i.v.- Injektion Vipera C30 nimmt, treten keine Phlebitiden mehr auf. Auf andere Beschwerden des Patienten wirkt die Arznei nicht.

    Die folgenden zwei Krankengeschichten von Franz Swoboda zeigen die Bedeutung der Modalität „Herabhängen der Gliedmaßen verschlimmert“.

    Krankengeschichte 1
    Die 56-jährige Frau kommt wegen Gelenksbeschwerden. Die Diagnose einer primär chronischen Polyarthritis sei laut zuweisender Kollegin nicht ganz gesichert. Behandelt wird sie von einem Rheumazentrum allerdings, wie es bei einer PCP üblich ist: Basistherapie (Resochin) plus NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) plus Kortison (10 mg Aprednislon täglich). Schmerzfrei ist die Patientin damit nicht.
    Begonnen hat es vor einem Jahr mit Schmerzen in den Knien, dann sind die Arme und Hände dazugekommen. Es wurde schnell schlimmer, die Schmerzen seien arg.


    Zunächst ist über die Beschwerden nichts Charakteristisches zu finden. Interessant sind die Träume der Patientin. „Schon immer“ werde sie in diesen von Fremden verfolgt oder falle von einer Leiter, wobei sie vor dem Aufprall erwache. Die Träume verstehe sie nicht, habe sie doch früher nichts aus der Ruhe bringen können. Sie hat fünf Kinder großgezogen, was ihr gut gelungen sei. Sie habe „immer nur schauen müssen“, die Kinder hätten dann schon gewusst, woran sie waren.


    Früher gab es Ischias-Beschwerden von der anstrengenden Arbeit im Gastgewerbe und in der Landwirtschaft. Der Mann hat früher getrunken und war aggressiv. Das sei jetzt besser. Sie war und ist gern unter Menschen, im Beruf und in der Freizeit. Dass die Patientin scheinbar ungerührt über den Tod und die anschließende Sektion ihrer Eltern erzählt, fällt mir zwar auf, war aber kein Hinweis auf die Arznei – die Behandlung fand 1991 statt, 17 Jahre vor der Veröffentlichung der vorliegenden AMSE.


    Vom Friedhof träume sie oft, etwa dass sie das Grab des Vaters dort nicht finde, „als hätte der Nachbar es entfernt“. Die Bedeutung der Träume von blauen Zwetschken habe ihr ein Traumbuch enthüllt: „Das heißt, man soll aufpassen wegen einer Krankheit.“ Baden wolle sie in den Träumen hin und wieder, aber das Wasser sei trübe oder verschmutzt. Einen letzten Traum erzählt sie dann: Dass Pferde sie zertrampeln wollten. (Wird hier jemand gleich an eine Schlangenarznei denken, wenn er nicht grad einen Artikel über eine solche liest? Ich damals nicht.)

     

    Zur ersten Arznei – Hepar sulfuris – führte die enorme Empfindlichkeit der Patientin gegenüber Kälteeinflüssen. Seit der PCP sei sie besonders „erfroren“. Abdecken verstärke die Schmerzen. Kaltes habe sie nie trinken können, da habe sie gleich Halsschmerzen bekommen. Dieses Allgemeinsymptom war noch interessanter, weil der Habitus der Patientin das Gegenteil hatte erwarten lassen. Sie war stämmig, eine Frau vom Land, die sicher kräftig zupacken konnte und den Eindruck von hitzig-vollblütig-warm-kräftig vermittelte. Weil sie zudem gern Saures aß – Pickles oder Wurst in Essig und Öl – und Berührung der erkrankten Stellen unangenehm war, drängte sich Hepar sulf. auf.


    Sie bekam die Arznei in der M-Potenz, die einmal wiederholt wurde, bis die Patientin vier Monate später wieder kam. Anfangs hatte sie sich mit der Arznei besser gefühlt. Besser noch als zuvor mit Pulsatilla, das sie vor meiner Behandlung von einer Ärztin bekommen hatte. Berberis vulgaris hingegen hatte sie früher ohne Effekt bekommen. Seit zwei Monaten sei es besonders schlimm mit den Schmerzen. Träume? Viel weniger. Die Lust auf Saures? Gar nicht mehr. Die Frostigkeit? Gleich unangenehm. In der Familie passe alles. Die letzte Regelblutung war lang und stark, viel dunkles Blut. Sie könne keine Ruhe geben, müsse immer etwas tun. Selbst für die Gelenke ist es besser, wenn sie in Bewegung, in Aktion ist. In Ruhe, das ist nicht angenehm. Wie ist das? Einfach die Arme runterhängen lassen, das mag sie gar nicht. Eigentlich muss sie die Hände oben halten. Wenn die Arme so runterhängen, zeigt die Patientin jetzt, das ist unangenehm.

     


    Sie lässt jetzt, im Sitzen, die Arme an beiden Seiten hängen – und holt sie nach Sekunden wieder hoch. Wie das ist? „Die brennen dann wie Feuer.“ Das ist interessant, denke ich. „Da hab ich das Gefühl, dass die plötzlich anschwellen.“ Als ich mir das vorstelle: Gefühl einer plötzlichen Schwellung beim Hängenlassen, mit starkem Brennen: Das kenne ich doch und frage die Patientin, ob sie diese Beschwerden schon mal gehabt habe. Sie sagt: „Ja, 1968 habe ich eine Thrombose im rechten Unterschenkel gehabt, da war das genauso.“


    Hepar sulf. war jetzt kein Thema mehr. Sauer hin oder her, Kälte hin oder her: Diese überraschende Modalität, diese überzeugend vorgebrachte Schmerzqualität, das ist wesentlicher Teil der Krankheit, das zeigt die Arznei an.
    Im Phatak nachlesen und Vipera C200 verordnen war eins.


    Drei Monate später ist die Patientin wieder da. Bis vor kurzem ist es sehr gut gewesen, jetzt kommen die Schmerzen wieder ab und zu, auch nachts. Außer Resochin nimmt sie keine konventionellen Medikamente mehr. Nach einigen weiteren Gaben von Vipera C200 braucht sie gar nichts mehr, weder Resochin noch Vipera. Von der zuweisenden Kollegin erfahre ich Jahre später, dass es der Patientin gut geht, zumindest drei Jahre nach der Behandlung.
    Warum ich die Schmerzen beim ersten Mal nicht so deutlich erfahren habe, weiß ich nicht. Habe ich nicht danach gefragt? Hat sich die Patientin nicht erinnert, weil sie unter Medikamenten stand? Hat erst Hepar sulf. die Dinge auf den Punkt gebracht? Warum habe ich davor nichts von der Thrombose erfahren? Ein Geheimnis kommt selten allein.

    Krankengeschichte 2
    Das knapp sechsjährige Mädchen kenne ich seit drei Jahren.
    Damals kamen die Eltern zu mir, weil Vreni an ihrem Kopfhaar zwirbelte und anschließend dieses verflochtene Zöpfchen ausriss. Die Mutter meinte, sie verwende das als Druckmittel gegen sie, es gehe um Aufmerksamkeit. Um diese zu bekommen, sei sie erfinderisch: Schreien und Quietschen, den kleinen Bruder piesacken und wecken, wenn er endlich schlief und ähnliche Spielchen. Einen Daumen im Mund, die andere Hand in ihren Haaren – früher waren es jene der Mutter – wollte sie kuscheln, abwechselnd mit jähen Ausbrüchen von Trotz und Zorn. Dann war sie wieder lieb zum Bruder. Bei der Untersuchung wehrte sie sich brüllend und schwitzend und erbrach beinahe. Einige kleine Körper- Symptome brachten mich auf Nat-m, zusammen mit der Eifersuchtsgeschichte und gelegentlichen Rückzügen, schien das passend. Die Arznei brachte sofort eine Änderung zum Guten, allerdings nur für eine Woche. Dann war alles beim Alten, zusätzlich war ein grüner Schnupfen aufgetreten und die Berührungsempfindlichkeit am Hals auffallender als zuvor. Lachesis hat’s auch nicht gebracht. Ein halbes Jahr später versuchten wir noch einmal nat-m, und weil es dieses Mal länger gut tat, bekam Vreni es ein drittes Mal. Als die Eifersuchtsattacken fieser wurden, ihre Ängste vor Fremden ausgeprägter, sie die Zunge rauszuhängen begann und einen trockenen Husten beim Hinlegen entwickelte, hoffte ich auf die Wirkung von hyos C200. Da diese ausblieb, versuchten wir es mit der M-Potenz. Nach zwei erfolglosen Versuchen ging ich davon ab. Medorrhinum fiel mir ein, als Vreni Mollusken bekam. Diese gingen weg, aber dem kleinen Mädchen ging es in keiner Weise besser. Immer noch quälte sie ihren Vater, wenn er mit seiner Tochter bei mir war. Ich dachte stets: Das hält man nur aus, wenn es das Kind ist, das man liebt.


    Mittlerweile waren drei Jahre erfolglosen Bemühens vergangen, dieses Mädchen zu entspannen, zu vermitteln, dass die Umgebung nicht so feindlich, inkompetent und die eigenen Kreise störend war, wie es meinte.


    Da erreicht mich im Jänner 1997 der Anruf des Vaters aus dem Krankenhaus. Vreni ist gestern wegen meningealer Symptomatik auf der Intensivstation einer Kinderabteilung aufgenommen worden. Es hat sich schnell entwickelt, mit hohem Fieber. Der Vater und ich versuchen am Telefon homöopathisch erste Hilfe zu leisten. Was fällt auf? Vreni hat es nicht leicht. Sie lehnt alles ab, was man ihr anbietet, Medikamente, Untersuchungen, Gespräche. Jede Art von Intervention ist ihr suspekt, und sei sie noch so freundlich und harmlos. Sogar Essen und Trinken nimmt sie, wenn überhaupt, unter Protest zu sich. Sie sagt es deutlich: „Ich will nicht, dass man über mich bestimmt!“


    Wie finde ich gerade in dieser akuten Situation die richtige Arznei, habe ich sie doch in drei Jahren Nachdenkens nicht gefunden? Auch gibt es keine Diagnose des Geschehens. Ob Vreni schmerzhafte Ausfälle hat oder aus anderen Gründen brüllt, wenn man sie angreift, ist nicht eindeutig. Der Vater, ein guter Beobachter, bemüht sich die Situation zu schildern. Lange ist nichts dabei, was meine Aufmerksamkeit so fesselt, wie es ein §153-Symptom tun muss. Über die neurologischen Symptome, das Verhalten, Wärme-Kältemodalitäten und weitere anamnesetypische Fakten kommen wir zur Schilderung der alltäglichen Dinge. Er erzählt, wie seine Tochter sich weigert, eine Bettpfanne zu nehmen. Aufstehen könne sie nicht, also müsse er sie zur Toilette tragen. Auch das sei schwierig. Wieso? „Weil sie immer schreit, wenn die Unterschenkel runterhängen.“ Sonst nicht? Nein, sonst geht das mit dem Tragen, aber runterhängen dürfen die Unterschenkel nicht. Das sei ein anderes Brüllen als jenes, das er von seiner Tochter kennt, wenn etwas gegen ihren Willen geht. Das sei ein Schreien vor Schmerz.


    Es gibt keine Diagnose, aber meinerseits einen Verdacht, was die Therapie betrifft. Dass der Schmerz beim Hängenlassen der Unterschenkel so schlimm ist, hat keinen sichtbaren oder anders erkennbaren Grund, ist also ein interessantes Symptom. Gehört es zur Krankheit oder ist es etwas Zufälliges? Charakterisiert es die Krankheit oder ist es ein zu vernachlässigendes Nebensymptom? Passt Vipera zu neurologischen Krankheiten? Phataks „shuffling gait caused by paralysis“, „multiple neuritis“ und „poliomyelitis“, wobei ich letztere Angabe nicht wörtlich, aber im tieferen Sinn als zutreffend nehme, reichen mir als Bestätigung. In dem Augenblick, in dem sich in mir „Vipera berus“ als Arznei aufdrängt, laufen Bilder der letzten drei Jahre vorüber. Vreni lässt die Zunge raushängen, sie ist im höchsten Grad miss-trauisch, eifersüchtig und verträgt keinerlei Einengung, weder körperlich noch situativ.


    Vipera ist in D30 am schnellsten beschaffbar, also nehmen wir diese Potenzierung, drei Mal täglich bis wir in den nächsten Tagen telefonieren.


    Zwei oder drei Tage später ruft der Vater wieder an. Die Diagnose laute Guillain-Barré. Zu diesem Zeitpunkt liegen bereits zwei Kinder mit derselben Diagnose auf der Station. Vreni geht es viel besser. Schon am ersten Tag sind die Schmerzen weniger geworden, sie ist kooperativer, die Nackensteifigkeit ist deutlich weniger, wir haben ein gutes Gefühl und bleiben bei der Therapie. In der Folge nimmt sie die Arznei seltener und nach etwa zwei Wochen gar nicht mehr.
    Vier Wochen später sehe ich Vreni in der Ordination. Sie läuft mit dem Bruder um die Wette. Alle neurologischen Auffälligkeiten sind verschwunden. Der Neurologe war erstaunt, wie schnell sie sich erholt hat. Die beiden anderen Kinder mit derselben Diagnose sind noch im Krankenhaus, eines davon bedarf eines Rollstuhls.


    Der Vater erzählt, wie schwierig Vreni einen Monat vor Ausbruch der neurologischen Erkrankung gewesen ist. Sie hatte „Tobsuchtsanfälle“, etwa wenn sie sich zum Rodeln, was sie gern tut, anziehen sollte.
    Seit dem Krankenhausaufenthalt braucht sie den Daumen nicht mehr im Mund. Sie wirkt „reifer und ruhiger“ auf ihren Vater. Die Hand reicht sie mir nach wie vor nicht, und ansprechen soll ich sie auch nicht. Dennoch freuen wir uns über diesen Erfolg.


    Einen Monat später tritt ein unspezifisches Exanthem auf, das nicht belastet. Zwei Monate später steckt der Daumen wieder häufig im Mund. Vipera C200. Darauf kommt ein Fieberschub mit 40° und Vreni wird „total aggressiv“. Ohne Therapie ist am nächsten Tag alles wieder in Ordnung.


    Vreni sehe ich zum letzten Mal 2001, also weitere vier Jahre lang, zwei Mal im Jahr. Ihre Art, die Eltern zu beschimpfen, ihren Weg kompromisslos zu gehen und Kontaktversuche misstrauisch abzulehnen, hat mich 1999 zu Lycopodium geführt, das zu aller Zufriedenheit Entspannung gebracht hat. Vreni ist nach wie vor nur freundlich, wenn sie es wirklich will, aber solange sie und ihr Umfeld damit klar kommen, soll uns das eine Variation menschlichen Verhaltens im Bereich des Gesunden sein. Jedenfalls ist sie, soviel ich weiß, nicht mehr behandlungsbedürftig gewesen.
    Zwei Fragen bleiben für mich offen: Hätte ich Vipera als „konstitutionelle“ Arznei früher finden können? Wenn ja, wie? Über Schwangerschaft und Geburt, über Familienanamnese und Ehe der Eltern habe ich auch im Nachhinein kein „Aha- Erlebnis“ ge-habt. Wie kam dieses Kind in einen Zu-stand, der einer Schlangenarznei bedurfte? Und: Wären lyc und/oder vipera in der Lage gewesen, die schwere Krise zu verhindern?
    Oder sollen wir einfach froh sein, dass es gut ausgegangen ist?

     

    Die beiden letzten Krankengeschichten stammen von Christa Pretzler.
    Anna
    ist im November 2000 geboren. Wegen Stotterns kommt sie am 15.10.2004 das erste Mal zu mir. Wenn sie erzählen will, bleibt sie am ersten Wort hängen. Insgesamt ist ihre Sprache verwaschen, sehr schwer verständlich. Zu Hause spricht sie besser, meint die Mutter, die Kinder im Kindergarten verstehen sie kaum. Sie ist sehr dominant, wird zornig, wenn sie jemand nicht versteht, hat dann gebissen und geschlagen. Sie hat mehrere Freunde im Kindergarten, die sie dominiert. Sie will die Erste sein, immer gewinnen, sie drängt sich beim Stiegensteigen vorbei, um als Erste oben zu sein. Sie sucht ihre Kleidung selbst aus. Sie spielt fast nur Rollenspiele, Vater, Mutter, Kind, wobei sie die Mutter ist. Sie bemuttert gern.
    Sie singt im Kindergarten, aber nicht das, was die Tante gerade möchte. Die Tante im Kindergarten glaubt, dass sie einen Entwicklungsrückstand hat.


    Wenn ihr etwas nicht passt, wehrt sie sich sofort. Oft hört man: „Das mach ich allein!“
    Wenn sie etwas nicht darf, gibt sie nicht so schnell auf, sie kommt wieder und wieder, auch wenn die Mama schon zornig ist. Sie ist sehr fordernd und den ganzen Tag aktiv.
    Sie liebt Kakao, braucht ihn auch in der Nacht.

    Wegen des dominanten Verhaltens war ich der Meinung, dass sie eine tierische Arznei benötige. Bei den Rubriken
    Mund, Sprache, stotternd und
    Mund, Sprache undeutlich, zusammen mit
    Allg., Speisen und Getränke, Milchverlangen
    kam Lachesis als tierische Arznei in Frage. Ich gab Anna Lachesis in der C200.

    In der Arzneiwahl bestärkte mich, dass Anna gleich zubiss, wenn Kinder sie nicht verstanden, und auf der anderen Seite war sie fürsorglich bemutternd.
    Auf die Arznei wurde Anna unruhiger und weinerlicher, sprach nicht mehr ganz so verwaschen, der Schlaf war besser. Sie wollte nicht mehr in den Kindergarten, weil sie selbst merkte, wie schlecht sie sprach. Sie bemühte sich, verständlich zu sprechen. Zwei Wochen lang war sie ganz unglücklich, weil sie sich einbildete, keine Freunde mehr zu haben.
    Ab Dezember war das Stottern komplett weg, sie hatte noch bestimmte Buchstaben, die sie nicht aussprechen konnte, aber sie übte unverdrossen und ging wieder gern in den Kindergarten. Sie sang jetzt den ganzen Tag Lieder vom Kindergarten.
    Die Besserung hielt bis Juni. Dann fing das Stottern wieder an.

    Wiederholung lach C200, darauf war das Stottern wieder weg, aber bald nach der Einnahme entwickelte sie einen Harnwegsinfekt mit vergeblichem Harndrang und tröpfchenweiser Harnentleerung. Die akute Entzündung reagierte nicht auf lach C30. Sie bekam ein Antibiotikum.
    Im Oktober 2005 rief die Mutter wieder an. „Sie schiebt ihr Kinn vor beim Sprechen, damit wird sie wieder unverständlich, sie muss sich sehr bemühen beim Sprechen. Sie spricht viel mit sich selbst, schimpft mit den Puppen, sie ist die Chefin.“ Wieder zeigte sie starkes Bemuttern.


    An neuen Problemen hatte sie Platzangst entwickelt, sie war viel weinerlicher als früher. Sie träumt von einem grünen Monster, das Häuser niedertritt, und dass sie mit ihren Eltern in einem Gefängnis eingesperrt ist.
    Die richtige Arznei kann nicht weit von Lachesis entfernt sein.

    Ich suche eine andere Schlangenarznei:
    Blase, Urinieren, Harndrang, vergeblich
    Blase, Urinieren tröpfelnd
    Gesicht, Verzerrung
    Gesicht, Steifheit Kiefer, Unterkiefer
    Mund, Sprache, stotternd, und
    Milchverlangen

    Vipera berus findet sich in allen Rubriken.
    Am 27.1.06 bekommt Anna Vipera C200. Die Reaktion war umfassend gut, kein Stottern mehr, kein Verziehen des Unterkiefers, psychisch geht es ihr wieder sehr gut, beim Sprechen deutliche Verbesserung und auch sonst bemerkt die Mutter einen Entwicklungsschub.
    Die Mutter berichtet von einem Traum: Der Drache sagt ihr jetzt, dass er sie lieb hat.

    Vanessa
    ist im September 1999 geboren. Sie kam am 1.12.2003 das erste Mal zu mir mit der Diagnose Tourette-Syndrom.
    Es hatte im Jänner begonnen. Sie hat ein Schimpfwort 20-mal gebrüllt, es dauerte drei Wochen lang. Zwei Monate später begann sie wieder mit lautem Schreien, „Ha“ und „Ho“, schimpfte wieder extrem und bekam Zuckungen in den Schultern. Dann begann sie schnarchende und grunzende Geräusche zu produzieren.


    Sie hat eine Zwillingsschwester. Im Kindergarten verhält sie sich ruhig und unauffällig, daheim ist sie sehr unruhig, die Mutter muss ihr nachlaufen, um sie anzukleiden. Sie genießt, wenn sie wie ein Baby verwöhnt wird, sagt dann aber doch: „Lass mich, das mach ich allein!“ Sie ist sehr genau, räumt brav auf. Sie kann stundenlang Rollenspiele spielen, sie ist dann die Mama, und die Mutter das Baby.


    Daheim singt sie laut und gern. Im Kindergarten hat sie keine Scheu, bei mir spricht sie kein Wort.


    Im Vordergrund stehen bei Behandlungsbeginn das krampfartige Rausstrecken der Zunge, Zappelschritte zwischen normalen Schritten, schleudernde Bewegungen der Arme und heftiges Kopfschütteln, besonders beim Autofahren.
    Sie riecht an allem und wischt häufig an der Nase. Besonders häufig macht sie folgende Bewegungen, etwa, wenn sie vom Kindergarten nach Hause kommt: sie legt sich auf den Boden und schiebt sich durch die Wohnung, die Stirn am Boden. Auch am Sofa verrenkt und verdreht sie sich, meist mit dem Kopf nach unten in eine Ecke des Sofas hinein. Sie turnt oft mit dem Kopf nach unten.


    Vanessa redet sehr viel und durcheinander, wiederholt sich dabei immerfort oder springt von einem Thema zum nächsten, oder fängt von etwas an und vergisst dann, was sie sagen wollte.
    Ängste: vor Hunden und Katzen, sie klammert sich dann an die Mama. Sie eifert der Schwester nach, möchte alles mindestens gleich gut können.


    Ich gab ihr Lachesis M, vor allem wegen des Rausstreckens der Zunge und der Geschwätzigkeit mit Springen von einem Thema zum anderen.

    Gemüt, Impulse, Triebe, krankhafte,
    Mund, Herausstrecken der Zunge,
    Gemüt, Redseligkeit, wechselt schnell von einem Thema zum anderen,
    Gemüt, Verlangen, gehalten zu werden

    Reaktion auf Lachesis: Anfangs stärkeres Zucken und extremes Rausstrecken der Zunge, das wilde Herumhüpfen ist weg, sie wirft sich nicht mehr auf den Boden und kriecht herum, insgesamt ist sie ruhiger. Starke Müdigkeit.
    Bis zum 7. Jänner war der Tic total weg, sie war ruhig, konzentriert, und sehr eifrig beim Helfen.

    Wiederholung von Lachesis M am 15.1.04, weil Zungenzeigen wieder angefangen hat, außerdem warf sie die Hände ruckartig hoch und begann sich wieder mit dem Kopf nach unten auf der Bank voranzuschieben.
    Die Reaktion auf die zweite Gabe waren wieder Müdigkeit, stärkeres Rausstrecken der Zunge. Bis Anfang Februar war alles wieder weg.


    Sie war symptomfrei bis Mitte März 2004, dann begann sie plötzlich extrem zu stottern, vor allem bei Aufregung. Sie wurde laut und grob, wenn sie mit der Schwester stritt, entwickelte eine starke Obstipation und die alten Tics kamen wieder. Zusätzlich entwickelte sie einen neuen Tic: Sie deutete immer wieder an, mit der Schere in die Zunge schneiden zu wollen. Häufig vergaß sie wieder, was sie sagen wollte.
    Ich begab mich auf die Suche nach einer anderen Schlangenarznei, denn Lachesis hatte gut geholfen, und entschied mich für Bothrops, das Vanessa am 24.5.04 bekam: bei Gemüt, vergesslich, vergisst Worte beim Sprechen, ist both vierwertig im Repertorium angeführt.

    14 Tage nach der Einnahme kam ein aufgeregter Anruf der Mutter: Die Zunge des Mädchens war safrangelb geworden, die Farbe ließe sich nicht abputzen, das sei kein Belag, der Zahnarzt sei ratlos. Und die Tics waren noch stärker geworden, Stottern, krampfhaftes Gähnen, starkes Zungenzeigen. Sie fühlt sich beobachtet, schaut stets um sich und fragt häufig: „Mama, warum schaust du mich an?“

    Ab 11.6. waren alle Symptome deutlich besser, aber nicht weg, „als würden sie im Untergrund lauern“, sagt die Mama.
    Vanessa ist sehr ordnungsliebend, legt ihre Kleidung ordentlich zusammen, singt leidenschaftlich gern, ist ruhig und hilfsbereit. Bewegungen wiederholen sich öfters, auf dem Sessel zu rutschen oder oftmaliges Strecken der Oberarme morgens. Sie hängt immer beim ersten Buchstaben beim Sprechen, öfters durchzuckt es sie, als hätte sie einen Stromschlag bekommen. Die Zunge war wohl wieder sauber geworden, aber als nach einem Monat wieder alles schlechter wurde, war ich mit meiner Arzneiwahl nicht zufrieden.

    Welche neuen Symptome könnten zu einer neuen Arznei führen? In der Rubrik Zunge, Farbe gelb fand ich neben Bothrops eine weitere Schlangenarznei: Vipera berus. Deshalb entschied ich mich für Vipera.

    Vanessa nahm die erste Dosis Vipera M am 4.7.2004.

    Die Mutter berichtete: Es war alles gleich ganz gut. Die Zunge war wieder kurz leicht gelb, aber alle Tics sind weg. Die Angst vor Katzen ist ganz stark.

    Die Mutter wiederholte Vipera im Oktober, weil Vanessa wieder pausenlos an den Fingern schnupperte und sehr ängstlich wurde, etwa nicht allein im Zimmer blieb. Damit waren wieder alle Symptome verschwunden.
    Im Jahr 2005 versuchte ich einmal Vipera XM, weil Vanessa die Arznei alle zwei bis drei Monate brauchte. Daraufhin reagierte sie sehr stark mit Zuckungen und Zungestrecken, es brachte aber keine deutliche Verlängerung des Verordnungsintervalls.

     

    Ab Oktober 2005 gaben wir die Arznei in LM8, anfangs täglich und später nur mehr bei Bedarf. Damit ist Vanessa beschwerdefrei und entwickelt sich altersgemäß.
    Immer wieder treten neue Tics auf, besonders im Anschluss an Infektionen, die sich aber stets auf Vipera berus LM8 schnell und vollständig zurückbilden. (Stand bei Drucklegung)

     

    Eine unfreiwillige Prüfung der Viper zum Schluss: Mag. Robert Müntz schildert, was er nach einem Vipernbiss in die linke Hand erlebte.

    „Minuten nach dem Biss traten heftige Schmerzen auf, zugleich eine starke Schwellung, die sich allmählich auf den ganzen Arm und die linke Seite des Rumpfes ausbreitete.
    Zwei Tage nach dem Biss Bettruhe und Hochlagerung des Armes.
    Das Gefühl des „aufgeblasenen Armes“ trat auf.
    Angst, Unruhe.
    Starke Schwellung der Lymphknoten, unter der Achsel groß wie eine Walnuss.
    Unfähig, den Arm zu heben, die Lymphbahnen waren hart und gespannt wie „Drahtseile“.
    Blaufärbung des Armes, dunkle Verfärbung der Bissstelle.
    Nekrosebildung, Schwarzfärbung der Bissstelle.
    Chirurgische Sanierung + 7 Tage Avelox 400 mg.

    Ich hatte fünf Wochen unter den Nachwirkungen zu leiden, zwei Monate danach ist noch immer ein Taubheitsgefühl an der Bissstelle zu bemerken.
    Etwas Interessantes ist auch geschehen: Ich hatte links am Rumpf Schwellungen, die in oberflächliche Schmerzen bei Berührung übergingen. Das Ende der Beschwerden war eine blutende Papille der linken Brustwarze – habe so etwas noch nie erlebt. Die Kruste fiel nach einer Woche ab, danach deutliche Besserung.
    Ist also ganz gut ausgegangen.“

     

    Literatur
    Allen, T. F.: The Encyclopedia of Pure Materia Medica. Reprint by Jain Publishers, New Dehli 1995
    Clarke, J. H.: A Dictionary of Practical Materia Medica. Reprint by Indian Books and Periodicals, New Dehli 1990
    Hahnemann, S.: Organon der Heilkunst, 6. Auflage, Haug Verlag, Heidelberg 1987
    Hering, C.: The Guiding Symptoms of our Materia Medica. Reprint by Jain Publishers, New Dehli 1995
    Mezger, J.: Gesichtete Homöopathische Arzneimittellehre, Band 2/1501. 5. Auflage. Karl F. Haug Verlag, Heidelberg 1981
    Phatak, S. R.: Materia Medica of Homeopathic Medicines. Indian Books & Periodicals Syndicate, New Delhi 1982
    Sherr, J.: The Dynamics and Methodology of Homoeopathic Provings, Dynamis Books, London 1994
    Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. www.wikipedia.org

     

    Anschriften der Verfasser:

    Dr. Reinhard Flick, A–1070 Wien, Neustiftgasse 64/36
    Claudia Klun, A–1180 Wien, Schumanngasse 42/3/15
    Dr. Franz Swoboda, A–1070 Wien, Mariahilferstraße 110
    Dr. Christa Pretzler, A–8600 Bruck/Mur, Oberaich 24
    Mag. Robert Müntz, A–7000 Eisenstadt, Hauptstraße 4